DgM 004

Der gute Menschenkenner 004 von 101 

Deutschland Wappen Red S

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

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http://www.chza.de

 BRD de jure erloschen

 The „German Empire“

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … „The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16, article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing“ (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not „successor in law“ of the German Empire, but identical as state with the state of the „German Empire“, — under reference to its territorial expanse only „partially identical“, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law „Germany“ (German Empire) … and a consistent state territory „Germany“ (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

„The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended„. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

 PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© November 1932 Nr. 4

 DgM 004 Carl Huter - Papen

Reichskanzler von Papen Ein Persönlichkeitsbild

Die Wahrheit über den Tod König Ludwigs II.

Die Erklärung des Hellsehens

Wie man Ghandi richtig versteht

Wann siegt Max Schmeling

Reichskanzler von Papen 

Es gibt heute viele Menschen, die sehr gerne nach einer zuverlässigen Grundlage wissen möchten, wie unser Reichskanzler von Papen

in Wirklichkeit ist,

denn von vornherein hatte Herr von Papen die großen Parteien gegen sich. Die Hitlerpartei wollte ans Ruder, Zentrum und Sozialdemokraten verloren ihren entscheidenden Einfluß und die

umstrittene Persönlichkeit

war der Reichskanzler.

Infolgedessen sind auch die Urteile über ihn sehr verschieden, ob gerecht, das ist eine andere Frage. Haben sie

einen Parteistandpunkt

zur Grundlage, dann fallen sie meist einseitig gefärbt aus.

Daher ist es für den Menschen, der ein wirklich objektives richtiges

Persönlichkeitsbild des Reichskanzlers 

wünscht, sehr schwer, ein solches zu erlangen.

Dem Irrtum ist und bleibt Tür und Tor geöffnet und auf einer irrtümlichen Grundlage kann man nicht klar sehen und richtig handeln.

Hier kommt uns nun die neue

Wissenschaft der Psycho-Physiognomik,

die Menschenkenntnis,

zur Hilfe. Wie ein Lichtstrahl erleuchtet sie das Dunkel und zeigt den kürzesten und geradesten Weg, indem sie lehrt:Der Geist lebt in den Formen, der Wille und das Wesen des Menschen ist an seine Organe gebunden, und die reine, lautere Wahrheit über seine Persönlichkeit ist am schnellsten und sichersten aus den

Körper-, Kopf und Gesichtsformen 

zu ersehen.

Der Leser hat dabei den großen Vorteil, die Formen selbst mit überprüfen zu können, auf der denkbar sichersten Grundlage sich eine eigene Überzeugung zu bilden, um danach richtig handeln zu können.

Das sei vorausgeschickt. Der Leser betrachte nun unvoreingenommen und mit dem aufrichtigen Wunsche recht zu sehen das

oben wiedergegebene Bildnis des Reichskanzlers.

DgM 004 Von Papen

1. Das Gesicht des Reichskanzlers hat eine gut durchgebildete längliche Form, ist nur mäßig breit, dabei markant gebaut, das ist das sichere Merkmal dafür, daß die Naturellanlage

der Tat und Bewegung

im Vordergrund liegt,

daß andererseits die Anlage für die Ruhe, Ernährung und Bequemlichkeit zurücksteht.

2. Das Längenverhältnis der drei Hauptabschnitte des Gesichts1. Stirn-, 2. Nasen- und 3. Oberkiefer-, Mund- und Kinnpartie – ist ungefähr gleich. –

Wir haben daher den in seinem Tat-, Gefühls- und Verstandesleben

normalen Menschen vor uns.

3. Da Stirn und Oberhaupt höher gebaut sind wie beim primären Tat- und Bewegungs-Naturell, da ferner die Haut sehr frisch und kernig, klar und nervenreich ist, das Auge mit seinen Lidern auf Gefühlswärme und Tiefe deutet, so geht die Anlage über die des Bewegungs-Naturells weit hinaus und nimmt die Richtung zur

Harmonie des Lebens.

Trotzdem bleibt die Tat- und Bewegungs-Anlage aber doch im Vordergrund liegend und stark betont.

4. Wer die

weltberühmte Dreitypenlehre

Huters kennt, der weiß sofort, daß mit diesen drei Punkten die

Hauptcharakterrichtung 

des Herrn Reichskanzlers bereits gekennzeichnet ist. Man studiere die Dreitypenlehre in den einschlägigen Originalwerken Huters und identifiziere sie nicht mit der

nach dem Tode Huters

heute an den Universitäten gelehrten

medizinischen Dreitypenlehre.

Diese kann die Originaltypenlehre des Entdeckers nicht ersetzen!

Die Dreitypenlehre sollte jedem Menschen so geläufig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen, da sie für das praktische Leben in mancher Beziehung noch wichtiger ist, als diese Elementarfächer des allgemeinen Wissens.

Obwohl es selbstverständlich ist, sei doch kurz betont, daß diese Lehre absolut nichts mit der modernen Art der Astrologie zu tun hat. Carl Huter hat nie ein Horoskop gestellt, obwohl er den Einfluß der Gestirne auf unsere Erdenentwicklung nicht in Frage zog. Seine Lehre führt die Menschen – um den Charakter zu erforschen, von den Sternen ab, zurück auf die Erde, zum lebendigen Menschen und seinen Formen, – zur Lebenswirklichkeit.)

5. Das Oberhaupt des Reichskanzlers, das schlicht und doch so bestimmt liegende Haar, die Stirn mit der feinst gespannten Haut, das Gesicht mit dem guten warmen Ausdruck, – in Verbindung mit dem klaren, reinen und durchaus offenen Blick der Augen zeigt, daß der Träger solcher Merkmale eine von gutem Wollen getragene ideale Lebensrichtung verfolgt.

6. Das Auge selbst hat dabei den Blick in die Ferne, der also nicht nur auf das Naheliegende des Lebens gerichtet ist, sondern der im Gegenteil die Menschen und Dinge zu umspannen versucht, in die Tiefe greift, um allen, nicht nur einer Partei, einer Kaste, einer Religion, einem Stand allein gerecht zu werden, sondern dem ganzen deutschen Volk mit seinen Lebensbedürfnissen und Idealen, der darüber hinaus auch eine gerechte Stellung und Würdigung gegenüber andern Völkern sucht, – und die gute Tradition und Vergangenheit berücksichtigt.

So erst kann man den Reichskanzler recht verstehen,

es ist ihm ernst, und er gibt sich die größte Mühe, in unserm Volke wieder das einige Deutschtum wachzurufen, damit alle das eine große Ziel der Volkswohlfahrt fördern.

7. Der ganze Gesichtsausdruck ist durchaus offen, die Bildung um beide Augen und an der Nasenwurzel, – der Leser überzeuge sich, –

ist wie abgezirkelt,

so offen, schnurgerade und grundehrlich meint es der Reichskanzler, – das ist wahrlich etwas, was jeder objektiv Denkende anerkennen sollte.

Das gute Wollen, die Arbeit und Aufopferung für ideale Ziele machen den Grundzug seines Wesens aus.

(Wohl vermag er, wie das breite Kinn und die Jochbeine zeigen, wenn er momentan keinen anderen Ausweg sieht, zuweilen hart in der Durchführung zu sein, aber das ist nicht seine Grundwesensart, es bricht die warme ideale wohlwollende Gesinnung wieder durch, wir können daher sicher sein, daß auch die Härten der Notverordnung, welche die Ärmsten belasteten, wieder aufgehoben werden.)

Wer mit Leib und Seele so bei der Sache ist, die er vertritt, dem sollte man auch zur Seite stehen und ihn nicht um Prinzipien willen bekämpfen. Zerstören ist leicht, – aufbauen schwer.

Würdigung und Gerechtigkeit ist das Ziel dieser Forschung. Die Menschenkenntnis bewertet jeden individuell, gleichviel welcher Rasse, Religion, Partei oder welchem Stand er auch angehören mag.

 

König Ludwig II.

Die wahre Ursache seines Todes und wie sein Ende sich wirklich abgespielt hat

Durch die Veröffentlichung der Aufzeichnungen eines Augenzeugen, des Freiherrn von Washington, in der Berliner Illustrierten Zeitung und die Darstellungen des Könglich Bayerischen Kammerherrn, Freiherrn von T., in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, sind die Vorgänge, die sich bei dem tragischen Tod des Königs abspielten, scheinbar vollkommen klargestellt.

Nach der ersten Darstellung ist das tragische Ende des Königs in erster Linie auf Selbstmord zurückzuführen, d.h. es ist geschildert, wie der König bereits an spontanen geistigen Störungen litt, aber doch nicht in der Weise, daß seine volle Willensbestimmung ausgeschaltet gewesen wäre. Ich glaube nun nicht an eine Selbstmordabsicht des Königs.  Wohl mag ein schwerer Albdruck auf ihm gelegen haben, der ihn ahnen ließ, daß es mit seiner geistigen Gesundheit noch weiter bergab gehe.

DgM 004 Nervenarzt Gulden 

Der König war unter Aufsicht des Nervenarztes Dr. von Gudden gestellt, Bild 1.

Diese Maßnahme gegen den König war verfehlt.

Man betrachte das Bildnis des Dr v. Gudden. Aus diesem Gesicht spricht Willensfestigkeit und Strenge, Kraft und auch wieder Wohlwollen. Er war zweifellos ein tüchtiger Fachmann, eine Kraftnatur, der man sich beugen und gehorchen mußte, – etwas, was dem König doch ganz und gar nicht lag. Der Gesichtsausdruck des Dr. Gudden ist aber auch der des ganz realen Wissenschaftlers, der nur mit den greifbaren Tatsachen rechnet.

DgM 004 König Ludwig Jugend 

Der König liegt im genialen und idealen Typus, voller Geist, Leben und Schönheitsgestalten.

Er war ein genialer Architekt. 

Er war aber auch ein ideal gesinnter Mensch, der Kunst und Wissenschaft förderte, der sein Volk nach jeder Richtung hin sittlich und geistig höherbringen wollte.

Kurz gesagt, der König wollte

sein Bayernvolk glücklich machen,

und zwar auf seine Weise, nach seiner künstlerischen Veranlagung.

DgM 004 Neuschwanstein 

Überall stieß er auf Widerstand, auf Verständnislosigkeit, Beschränktheit, Dogmatismus, Kurzsichtigkeit, sogar auf bösen Willen usw.

In der Anlage des Königs und in seiner Umgebung, der er weit an Geist und Gaben überlegen war, ist schon

der Grund zu der Tragik 

seines Lebens zu suchen.

Er zog sich immer mehr zurück, lebte in den prachtvollen bayerischen Bergen, baute seine Schlösser, entwarf selbst alle Pläne, arbeitete Tag und Nacht, das Volk dort liebte ihn und er glaubte, so doch noch sein Ziel zu erreichen, das Beste für sein Volk zu tun, durch den Bau seiner Schlösser, die Entfaltung höchster Pracht und Schönheit, in Verbindung mit einer herrlichen Natur die Herzen seines Volkes zu den höchsten Idealen zu erheben. Der König wußte, daß

ohne die erhabene große bildende Kunst 

das Leben Gefahr läuft, im blauen Alltag zu versimpeln. Das wollte der König verhüten. Er wurde nicht verstanden. Die Folge war für ihn, da er sich immer mehr abschloß, eine einseitige falsche Lebensweise führte, daß sich eine gefährliche Belastung des sympathischen Nervensystems einstellte.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Nach außen hin fanden diese Mißklänge ihren Niederschlag – in einem Schuldenkonto von 13 Millionen Mark -, diese wolle man nicht bezahlen – und dem König weiter kein Geld zum Bauen geben, obwohl doch das ganze Land den Nutzen davon gehabt hätte.

Heute hat allein die Stadt Nürnberg mehr als 14 Millionen Mark Schulden, und niemand macht ein großes Aufheben davon. Man nimmt die Tatsache einfach hin.

Hätte man sich nicht so verständnislos gegen den König gezeigt, ihn besser erkannt und gewürdigt, dann hätte er gesund bleiben können. Die feenhaften Schlösser, die der König noch bauen wollte, würde heute die Menschen aus der ganzen Welt anziehen, sich glänzend verzinsen, die Besucher ideal erheben und für das Große und Schöne begeistern, dem Bayernland aber den herrlichsten und kostbarsten Besitz geben.

Das war König Ludwig. 

Man betrachte dieses große, herrliche, schönheitsbegeisterte Auge, den feinplastischen Gehirnbau, die sehr breite hohe Stirn, das im Verhältnis dazu schmale und kleine Gesicht, den ganzen Ausdruck, die Haltung des Kopfes, das Haar usw., um zu erkennen, daß wir hier den

hochwertigen, idealen Menschentypus 

vor uns haben.

Man bedenke: der König, der in der märchenhaften Pracht seiner Schlösser lebte, der die wunderbaren Nächte der Berge, den Geist einer erhabenen Natur kannte wie kein anderer, königlich gesinnt im Denken und Fühlen, – der wird unter Kuratel des realen Naturwissenschaftlers Dr von Gudden gestellt, dessen Tätigkeit sich vorher in Nerven- und Irrenheilanstalten abspielte.

Beide Menschen lagen sich so fern wie nur möglich, allein in der Verbindung dieser beiden Menschen lag kein gutes Omen.

Der König bezwang sich, soweit er sich noch in der Gewalt hatte, und Dr. von Gudden zeigte Wohlwollen. Er gab nach – ging allein mit dem König am See spazieren – und bald darauf war das Unglück geschehen –, man fand beide tot im See.

Die Annahme lautet: Selbstmord des Königs – er zog Dr. von Gudden mit in die Fluten des Sees und beide ertranken.

Die andere Annahme geht dahin, daß der König fliehen wollte. Zu diesem Zweck mußte er in das Uferwasser, um den Zaun, der ihn von der Außenwelt trennte, zu umgehen.

Das gelang ihm nicht, Dr. von Gudden wollte den König im Wasser zurückhalten, es entspann sich ein kurzer Kampf und beide ertranken.

So die abschließenden Berichte. Beide enthalten

nicht die volle Wahrheit.

Auf Grund der Menschenkenntnis will ich sie hier dem Leser klar und handgreiflich vor Augen führen.

Der Leser betrachte das den König kurz vor seinem Tode zeigende Bildnis.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Unter dieses Bild schrieb Huter: Materielle Kopfbelastung, stierer Blick bei hochgestelltem Augapfel, hochgradige Disposition zu Geisteskrankheit.

Damit hat der Leser des Rätsels Lösung. Den stieren hochgestellten Blick kann man gut erkennen, und wer genauer hinsieht, erkennt auch, daß das ganze Gesicht und der vordere Hals

unnatürlich geschwollen ist.

Diese Überformung rührt von einer jahrelangen falschen Lebensweise her, wodurch das innere sympathische Nervensystem schwer belastet wurde. Die gesamten Weichteile des Gesichts, des Halses und der ganzen vorderen Körperseite waren mit Fremd- und Belastungsstoffen angefüllt.

Die Belastung wäre, frühzeitig erkannt, zu heilen gewesen.

Die Wahrheit über den Tod des Königs ist nun folgende: Er beging weder Selbstmord, noch verschuldete er den Tod des Dr. v. Gudden.  Im Gegenteil, dieser edle kunstsinnige König bot noch alle Kraft auf, um sich zu beherrschen, er fügte sich nach anfänglichem Weigern in sein schweres Schicksal, er zeigte guten Willen, den Anweisungen des Dr. v. Gudden nachzukommen.

Beide gingen zusammen in den Park.

Aber diese scheinbare Ruhe des Königs war die Ruhe vor dem Sturm, d.h. vor dem elementaren Ausbruch der durch die Belastung verursachten Geisteskrankheit.

Nach dem Grad der Gesichtsbelastung zu urteilen, konnte der plötzliche Ausbruch des vollen Wahnsinnes jederzeit erwartet werden.

Damit hatte Dr. v. Gudden wahrscheinlich nicht genügend gerechnet; denn sonst hätte er doch nicht allein mit dem kranken König den Spaziergang unternommen.

Nachdem nun alle Möglichkeiten, den Tod des Königs wahrheitsgemäß darzustellen, erschöpft sind, bleibt als letzte Wahrscheinlichkeit aller menschlichen Berechnung nach nur noch folgende Annahme übrig:

Auf diesem Spaziergang konnte der König sich nicht mehr beherrschen, es brach der volle Wahnsinn bei ihm aus.

Dr. v. Gudden erkannte die Schwierigkeit der Situation, er wollte den König in das Schloß zurückführen. Dazu war es aber zu spät, der König lief ihm davon und auf den schmalen Steg, der in den See führt. Dr. V. Gudden lief ihm nach, wollte ihn zurückführen, kämpfte mit dem seiner Sinne nicht mehr Mächtigen und beide fielen von dem schmalen Steg ins Wasser und ertranken.

Das wird aller menschlichen Berechnung nach die Wahrheit über das tragische Ende des unglücklichen Königs sein. Dr. v. Gudden wurde ein Opfer seines schweren Berufes.

Der König aber hat keinen Selbstmord begangen, er hat auch nicht seinen Arzt, Dr. v. gudden, ins Wasser werfen wollen. Das Unglück war die Folge des plötzlich mit elementarer Wucht herein gebrochenen Wahnsinnes. Der König war nicht mehr Herr seiner Sinne und was in solchem Zustand geschieht, dafür hört jede Verantwortlichkeit auf

Hat man den König im Leben viel verkannt, so soll ihm doch noch endlich Gerechtigkeit widerfahren.

Es lebe das Andenken des Königs im besten Sinne weiter, er war an dem Unglück ohne Schuld. Möge sein Lebensziel, das Bayernvolk glücklich zu sehen, in einem wirtschaftlichen und idealen Aufschwung seine Erfüllung finden.

Das Hellsehen

volkstümlich und wissenschaftlich erklärt

Um das Hellsehen, Hellfühlen und Hellhören völlig zu verstehen, beachte man folgende, etwas tiefer greifende Erklärung:

Ähnlich wie der Fisch im Wasser, der Mensch und andere Lebewesen auf unserer Erde sich in Licht und Luft entwickelten, bildete sich die Erde und das ganze Weltall

aus einem Urstoff, 

den wir Weltäther nennen.

DgM 004 Ur - Äther 

Derselbe besteht nach Carl Huters Forschungen aus Kleinstteilchen, die eine kugelige Gestalt haben und die er Illionen nennt.

Jedes Illion birgt in sich das dreieinige Schöpfungsprinzip, die Welturkräfte: Kraft, Stoff und Empfinden. Daraus hat sich

alles in der Welt entwickelt.

Siehe Fig. 1, 2, 3, 4, 5 und 6.

Im Empfinden liegt die Impulskraft, diese gab den Anstoß zur Differenzierung und damit zu allem Werden in der Welt. (Alles was lebt, empfindet, und im Empfinden des Weltenäthers liegt daher schon die erste Keimkraft des Lebens.)

Etwas absolut Totes gibt es in der Welt überhaupt nicht, alles um uns her ist mehr oder weniger beseelt, er hat Empfinden und wenn dieses auch noch so minimal ist.

Im Empfinden liegt die Gedächniskraft der Materie und das Rückerinnerungs-vermögen. Wer die Peterskirche in Rom betritt, den überkommt ein Schauer der Ehrfurcht. Warum? Weil die Steine die starken Lebenseindrücke vergangener Jahrhunderte festgehalten haben, die sie mit ihrer Elementarstrahlung auf die Schwingung des Äthers übertragen. Letztere wiederum wirken auf die Empfindungssphäre des Menschen, der in ihren Bereich tritt, ein und lösen ein bestimmtes Empfinden aus. Anders ist das Gefühl beim Betreten eines Gerichtssaales, einer Oper, einer Kneipe , einer Privatwohnung usw. usw.

Die Stimmung liegt sozusagen in der Atmosphäre. –

In günstigen chemischen Verbindungen, wie z.B. dem lebenden Eiweiß, sammelt sich das Empfinden sehr stark, so daß sich ein individuelles Gebilde nach außen von der übrigen Masse abschließt, dann fängt es, von außen her gereizt, an, sich zu bewegen und wir sagen – das Ding lebt!

DgM 004 Helioda 

Das kleinste Lebensgebilde ist die Zelle, Siehe Fig.7 und 8.

Unser Körepr besteht aus vielen Billionen von Zellen. Im Empfinden der Zellen liegt

der Grund- und Hellsinn,

man nennt ihn auch den sechsten oder

besser gesagt – Wurzel- oder Ursinn.

DgM 004 Helioda Sm 

Diesen Grundsinn oder Ursinn haben schon die niedersten Lebewesen. Er treibt die Entwicklung vom Niederen zum Höheren und zu wunderbarer Organisation. Wo die Lebens-Empfindungsstrahlen oft ihren Weg nehmen, bilden sich zuerst feine Fibern, dann Nerven, später Nervenknoten, Ganglionen, das Rückenmark und schließlich das Gehirn. In den Nerven wirkt also eine Kraft, es ist die Lebenskraft, die ihre Wurzeln, ihren Boden in der Strahlung der Körperzellen hat.

Es bilden sich aber weiterhin aus dem Empfinden, dem eigentlichen Grundsinn, auch noch Organe, mit denen wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können.

Es sind die bekannten fünf Sinne.

Die meisten Menschen nehmen nur mit diesen fünf Sinnen die Dinge der Welt wahr, den Hell- oder Grundsinn gebrauchen und üben sie nicht. Er ist verkümmert. Es kommt höchstens mal ab und zu vor, daß sie etwas erleben, was sie sich nicht erklären können. Sie reden sich aber das Erlebte schnell wieder aus, nennen es Unsinn, Spuk, Einbildung, Schwindel, Zufall oder Aberglauben.

Sobald aber ein Mensch imstande ist, die fünf äußeren Sinne ähnlich wie im Schlaf negativ zu gestalten und möglichst auszuschalten, sich ganz in sein Inneres zu versenken oder auf ein bestimmtes Gefühl außerhalb der fünf Sinne zu konzentrieren, dann stößt er

auf den inneren Grund- oder Hellsinn.

Wenn es ihm dann gelingt, die Gefühlseindrücke einigermaßen verständlich mit dem Bewußtsein zu erfassen, dann kann er hellsehend oder hellfühlend von Dingen berichten, die ganz und gar außerhalb der Wahrnehmung durch die fünf äußeren Sinne liegen.

Mit dem inneren Grundsinn kann der Mensch die feinsten Schwingungen wahrnehmen, die im magischen Empfinden des Äthers liegen, ebenso die Strahlungen der Materie, – und dann vermag er oft, zurückliegende Ereignisse oder fernliegende und in seltenen Fällen auch kommende Dinge, wenn auch meist nur nebelhaft, zu erkennen und zu schildern.

Man vergegenwärtige sich folgendes: Ich schreibe z.B. diese Worte mit dem Bleistift auf Papier. Die Elementarstrahlung des Bleistiftes und des Papiers kommt mit dem lebendigen und starken Empfinden der Hand in Berührung. Das Empfinden dieser sonst leblosen Gegenstände wird ebenfalls spontan geweckt, sie nehmen die starken Lebenseindrücke auf, halten sie fest und strahlen sie wieder zurück.

Wenn nun das beschriebene Blatt nach kurzer oder längerer Zeit an einem anderen Ort in die Hände eines Menschen gelangt, der sensibel bis zum Hellfühlen ist, so überträgt sich mit der Elementarstrahlung der Materie, der Schriftzeichen, etwas von dem, was durch die starken Lebenseindrücke festgehalten wurde, auf die feinsten Nervenstrahlungen der Hände des Hellfühlers.

Konzentriert sich nun dieser Mensch stark auf ein solches Gefühl, so kann er im Moment den Eindruck der Person haben, welche die Worte auf das Papier geschrieben hat. Er kann die Person schildern, womöglich noch sogar besondere Ereignisse derselben wiedergeben usw. usw.

Der Uneingeweihte steht dann vor einem Rätsel, es ist ihm unerklärlich, die Polizei hat vielfach solche Dinge verboten und im Mittelalter wurden viele Hellfühler der Hexerei angeklagt, der Okkultist sagt, – es seien Geister im Spiel.

Durch diese Strahlungsvorgänge lassen sich eine große Zahl aller okkulten Phänomene und Begebenheiten, der bekannte sechste Sinn der Blinden, das sogenannte „zweite Gesicht“ u.a. naturwissenschaftlich erklären.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Big 

Bild 9 zeigt den Propheten Jesias, wie ihn Michel-Angelo plastisch dargestellt hat. Der Prophet lauscht auf die innere Stimme, die ihm etwas verkündet. Das Auge ist leicht geöffnet wie im Halbschlaf, es sieht und fühlt nach innen zu, nach der inneren Tiefe, aus welcher die Offenbarung quillt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo sm 

Der Mund ist nur leicht geschlossen, gleichsam wie nach innen aufnehmend. Die ganze Muskulatur des Gesichts spiegelt, daß alles Gefühl nach innen zu angespannt ist. Jedes Haar des Hauptes scheint ähnlich wie ein Füllhorn zu arbeiten, um die feinsten Ätherschwingungen zu leiten. Auch die Finger der linken Hand scheinen wie feine Fühlorgane aufzunehmen und nach innen zu weisen, wo die Offenbarung die Nerven in Tätigkeit setzt, daß sie die feinsten Eindrücke weiterleiten, dem Gehirn zu, allwo sie in das Bewußtsein übergehen.

Diese ganze meisterhafte Darstellung macht den Eindruck, als habe Michel-Angelo sich das Gehirn und sympathische Nervensystem dieses Propheten gleichsam wie eine aufnehmende Antenne gedacht, die von außen kommende geheimnisvolle Strahlen empfängt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Engel sm 

Diesen Vorgang symbolisiert auch der Engel, der hinter dem Propheten ihm etwas in das Ohr zu flüstern scheint. Das Tuch, welches weit abweht, soll wohl andeuten, daß die raunende Stimme – ähnlich wie die Radiowellen – aus geheimnisvoller Tiefe des Raumes kommt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo 

Wahrlich das Bildwerk ist erhabene Kunst. Dieser große Meister der Bildnerei hat gewußt, daß der Raum nach dem Innern, nach der Tiefe zu genau so unendlich ist wie in die unermeßliche Ferne, die der Astronom nach Millionen Lichtjahren zu messen sucht. Das Gehirn vermag z.B. auf einer jahrelangen Reise unendlich viel aufzunehmen und festzuhalten, ohne daß es auch nur im geringsten größer wird. Das Geistige ist Innerlichkeit, ist gleichsam der Empfindungsextrakt der Materie und reicht in seiner Feinheit bis in die Tiefe des Raumes.

Dort liegt das Geheimnis des Lebens – und, was nur angedeutet werden soll -, die wissenschaftliche Möglichkeit eines individuellen Weiterlebens nach dem Tode. Wer im Geiste sich die Forschungen der modernen Astrophysik, Atom- und Ätherlehre vergegenwärtigt – wird hier den Anknüpfungspunkt finden. Kein Instrument der Welt vermag an Feinheit der Aufnahme ein menschliches Gehirn zu ersetzen.

Daher sollten auch die Phänomene des Hellsehens und Hellfühlens in dem hier bezeichneten Sinne studiert werden. Die Zeit, da man sie mit einer Handbewegung abtun konnte, ist vorüber.

Aber auch bei diesen Studien geht es nicht ohne MENSCHENKENNTNIS, da man das Echte vom Unechten unterscheiden muß. Ich glaube daher, daß man in Zukunft die okkulten Phänomene im Zusammenhang mit dieser Formenausdruckslehre behandeln wird, um sie naturwissenschaftlich einwandfrei zu erklären und im rechten Sinne zu bewerten.

 

Wie man Ghandhi richtig versteht

Bild 1 zeigt den großen indischen Freiheitsführer Mahatma Gandhi, der kürzlich aus ideellen Gründen sechst Tage lang fastete – und damit auch bei der englischen Regierung einen großen politischen Erfolg erzwang. Das klingt für uns seltsam, entspricht aber ganz dem indischen Volkscharakter.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Die Inder gehören in der Mehrzahl zu den Empfindungs-Naturellen; auch Gandhi zählt zu diesem Typus.

Das sind also jene Menschen, die klein, fein, zart und schlank gebaut sind, bei denen das Ruh- und Ernährungsleben, sowie das Tat- und Bewegungsleben zurücksteht. Dafür herrscht aber das Empfindungs- und Ideenleben vor.

Das Nahrungsbedürfnis ist bei diesen Menschen schon an und für sich gering, es sind natürliche Vegetarier und Abstinenzler.

So darf man sich über die magere und abgezehrte Gestalt Gandhis nicht wundern, sie beruht zum Teil auf der Naturellanlage und braucht deswegen durchaus nicht krankhaft zu sein.

Allerdings sind bei Gandhi die Schläfen sehr stark eingefallen, das deutet auf Schwächung der allgemeinen Kraft, auf eine gewisse Lebensverneinung, und auch wohl auf viel Sorgen und Kummer, die er sich gemacht hat.

Auch sind die Wangen eingefallen, ebenso die Gewebspartien des Halses, die den Ernährungszustand zeigen. Das ist auch nicht zu verwundern, denn Gandhi lebt sozusagen von wenig Obst, Datteln und etwas Milch.

Die Askese und Entsagung liegt, wie gesagt, in der Natur des Inders begründet. Diese Menschen leben vorzugsweise dem Religiösen und Okkulten, sie vermeiden die Anwendung offener Gewalt, und so ist es zu verstehen, daß diese großen Völker sich von einer kleinen Anzahl Engländer, die im Tat- und Bewegungs-Naturell liegen, politisch beherrschen lassen.

Wenn man weiß, daß die Bewohner Indiens hauptsächlich Empfindungs-Naturelle sind, dann kann man auch die Sitten und Gebräuche, sowie den Volkscharakter leichter verstehen.

Empfindungs-Naturelle werden allerdings auch in ihren Ideen leicht extrem, sie neigen dahin, alles zu opfern, nur ihre Ideale nicht.

Insofern ist auch Gandhi zu bewundern, aber es steckt hier doch auch in vielen Dingen ein gut Teil Einseitigkeit, wenn nicht gar Fanatismus.

Gewiß will Gandhi durch den Aufzug, in dem das Bild ihn zeigt, bekunden, daß er von sich aus auf alle persönlichen Vorteile verzichten kann, daß er allein von seinen Ideen und Idealen geleitet ist.

Wir müssen demgegenüber aber bedenken, daß unser Körper es ist, der die Seele und den Geist geherbergt, von dessen Gesundheit und Wohlergehen nicht nur unsere Arbeitskraft, sondern auch das Wohl unserer Nachkommen und schließlich alles Glück und alle Freude abhängt.

Daher ist es richtig, daß wir unserem Körper wohltun, ihn gesund, lebensfreudig und arbeitsfähig erhalten, anstatt ihn zu kasteien und seine Lebensfähigkeit herabzusetzen.

Gandhi selbst soll ja nach den Gerüchten oft tagelag kaum ein Wort sprechen und seine Wolle spinnen. Seine Leistung ist also in der Tat gering, und ein Angestellter bei uns könnte damit wohl schwerlich den beruflichen Anforderungen Genüge leisten.

Allerdings soll der Mensch, wenn er etwas wirklich Großes vollbringen kann, unter Umständen selbst Leben und Gesundheit opfern.

Das hat Gandhi durch sein freiwilliges Fasten getan, – und ja auch tatsächlich viel erreicht, – insofern kann ihm wohl niemand die Bewunderung und Hochachtung versagen.

In dem abgezehrten Körper des Gandhi wohnt ein willensstarker Geist und auch ein edler Geist, das zeigt bei genauem Zusehen die Feinheit der Haut, der Stirn, der Augen, die Modellierung des Ohres usw., was allerdings bei diesem Bilde weniger zu sehen ist.

Jedoch muß auch hervorgehoben werden, daß der Mahatma durchaus keine harmonische Natur ist, denn die Ohren stehen fast quer ab, die Nase ist im unteren Teil plump, die Unterlippe schiebt sich unschön vor usw.

DgM 004 Ghandi Change 

Daraus erklären sich die Extreme und Disharmonien im Leben Gandhis. Bei aller Seelengröße und bei allem Heroismus ist auch diese Seite seines Wesens vorhanden. Wer sich die Mühe gibt, das Leben Gandhis zu verfolgen, wird Disharmonien finden, die sich hätten vermeiden lassen. –

Der Herr, der hinter Gandhi zu sehen ist, betrachtet ihn und dreht verlegen an seinem Schnurrbart. Er scheint zu denken: „Das ist nicht mein Fall“, – was ihm sicher jeder glauben wird, denn er gehört mehr zu dem genußfreudigen Ernährungstypus. Das stört Gandhi aber nicht im geringsten, er geht unbeirrt seinen Weg und lebt so, wie er es will. Er kaufte sich z.B. in London eine Milchziege, – diese Tiere liegen ebenfalls im Empfindungs-Naturell, – die er mit sich nach Indien nahm.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Der Herr rechts hinter Gandhi liegt im typischen Bewegungs-Naturell, wie es in England vorherrscht. Er hat das lange, harte, knochige Gesicht, die hagere Gestalt usw. und sieht wie etwas mitleidig auf Gandhi herab.

Auch die alten Portugiesen und Spanier, die zu erobern und zu herrschen verstanden, lagen vorzugsweise im Tat- und Bewegungs-Typus, – sie trieben Welt- und Kolonialpolitik.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Wenn wir im Vergleich zu Gandhi das Bildnis des Boxmeisters Schmeling betrachten mit seiner gewaltigen Körperkraft, so haben wir so ziemlich das ausgesprochene Gegenstück vor uns. Schmeling würde nie das erreichen können, was Gandhi ihm vorlebte, er würde wahrscheinlich bei entsprechenden Versuchen bald die Schwindsucht und Abzehrung bekommen. Gandhi als Empfindungs-Naturell könnte in einem Menschenleben durch noch so großes Training sich doch nie zu einem Boxmeister ähnlich wie Schmeling umformen.

Daher sollte auch, wie es dieses krasse Beispiel deutlich macht, in Schule und Erziehung jede Schematisierung vermieden werden. Die Menschenkenntnis soll Platz greifen, um allen Illusionen rechtzeitig vorzubeugen.

Alles in allem macht uns dieses Bild deutlich: Erstrebenswert ist und bleibt für uns die Harmonie des Lebens, alles Extreme und Einseitige soll nach Möglichkeit vermieden werden, wir gehen den goldenen Mittelweg und die beste Führerin ist uns die wahre und echte Schönheit in allen Lebensdingen.

Damit will aber nicht gesagt sein, daß Gandhi für seinen Spezialfall nicht das Richtige getan hat.

Das Empfindungs-Naturell, in diesem Falle das indische Volk, kann eine unliebsame Zwangsherrschaft, wenn es ihm nicht möglich ist, durch die Waffen des Geistes, durch Intelligenz und weise Maßnahmen den Gegener zur Einsicht zu bringen, wohl nur durch das Mittel des passiven Widerstandes abschütteln, das Gandhi bis zur letzten Konsequenz anwandte, und verlorene Freiheiten wiedergewinnen.

MAX SCHMELING

der deutsche Meister-Boxer

Max Schmeling liegt im athletischen Naturell. Hier kann man so recht die enorme Stoßkraft in den Armen beobachten, ebenso zeigt die Brust und der Hals gewaltige Kraft.

Interessant ist auch die Körperhaltung, sie ist ganz dazu angetan, auch den schwersten Stoß und Schlag auszuhalten.

Der Mund ist breit gekniffen, um jeden Schmerz sofort zu überwinden, von vornherein abzuwehren und sich dadurch sozusagen empfindungslos zu machen.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Das Gesicht ist vorgebeugt, um besser beobachten zu können. Das Auge liegt tief, ganz in den Höhlen versteckt, aus denen es scharf beobachtet, um möglichst jede Bewegung des Gegners noch zu erspähen, bevor sie ausgeführt wird.

Durch die stark hervorragende Unterstirn wird das Auge sehr geschützt, das ist ein großer Vorteil für Schmeling, denn es kann so im Boxkampf nicht leicht verletzt werden.

Die Hauptkraft und Spannung liegt im Kinn, Ober- und Unterkiefer.

Hier ist die Knochenmasse mächtiger wie die Gesamtmasse an Stirn und Oberhaupt einschließlich des Gehirns. Stirn und Oberhaupt sind gegenüber der gewaltigen Kraft des Untergesichts schwach entwickelt.

Der Unterkieferbogen zeigt die gewaltige Durchführungs- und die breite Unterlippe, ähnlich wie beim Herkules, Bild 2, die gewaltige Körperkraft.

DgM 004 Herkules 

In dem starken Zug von der Nase über die Wangen abwärts, wo bei Schmeling die Vertiefung ähnlich wie ein Grübchen liegt, zeigt sich der Zug der Kraft, den alle Herkulesse haben.

Was uns an SCHMELING angenehm berührt, das ist außer der Kraft noch eine gewisse Schönheit im Körperbau, in der Proportion, in der Nacken- und Halsform, auch das Ohr ist gut geformt, daher ist Schmeling bei aller Gefühlsausschaltung – (die Haut scheint wie verhärtet zu sein) -, die sein Beruf erfordert, trotzdem noch von Ritterlichkeit gegenüber dem Gegner beseelt.

Der Leser wird unwillkürlich fragen, wo ist noch ferner eine starke oder schwache Seite des Schmeling zu erkennen?

Wie der Leser gut erkennen kann, ist die Nasenform bei Schmeling breit, aber doch nicht in der Weise geformt, wie es die klassischen griechischen Darstellungen der Kraftmenschen zeigen, siehe die Nasenform des Herkules, Bild 2. Hier ist der Übergang zwischen Stirn und Nase umittelbarer, er bildet eine gerade Linie.

Bei solchen Menschen ist Sehen und Handeln eins, sie erfassen blitzschnell und handeln fast augenblicklich.

Bei Schmeling liegt diese Partie, der Stirnnasenübergang tiefer, sie ist mehr breit und flach. Er beobachtet daher z.B. einen Punkt, konzentriert sich auf denselben und erst dann bricht er wuchtig hervor.

DgM 004 Schmeling Boxer 

In der Verbindung von Auffassung und Handlung ist er trotz größter Ruhe und gesammelter Überlegung nicht so blitzartig schnell, wie es z.B. ein Boxer sein würde, der die griechische Nasenform hat, ähnlich wie der Hekrules, den unser Bild 2 zeigt.

Schmelings Kampfesweise ist darum die sicherste, wenn er zuerst sich mehr auf die Abwehr konzentriert und erst zum Angriff übergeht, wenn die Stoßkraft des Gegners bereits nachläßt. Wenn Schmeling also zunächst den Gegner austoben lassen kann, dann bleibt er um so eher Sieger.

Wenn aber der Gegner, der ihm an Kraft und technischer Gewandtheit gleich ist, die griechische Nasenform hat, also die stärker herausgeholte Nasenwurzel, wenn jener überdies die starke Seite Schmelings kennt und beachtet und im Boxkampf gleichmäßig mit ihm durchhält, dann würde er vermöge seiner schneller und richtiger ausgeführten Stöße, Schläge und Abwehr am Ende der Sieger bleiben.

Es wäre interessant, erstmalig auf Grund der Menschenkenntnis die Chancen des nächsten Boxkampfes für Schmeling und seinen Gegner zu berechnen.

DgM 004 Bücher Carl Huter sm 

Wer diese Zeitung liest, sollte auch die

grundlegenden

Bücher über Menschenkenntnis besitzen:

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

 Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

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