DgM 005

Der gute Menschenkenner 005 von 101 

Deutschland Crash Red S 

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Dezember 1932 Nr. 5

Gesicht und Charakter

Der Weltflieger Wolfgang v. Gronau.

Dort wo unsere obige Studienbüste am Stirn-Nasenübergang den Konzentrationssinn zeigt, Beobachtung und Orientierung, den Sinn für Raum, Gestalt, Form, Richtung und Tiefe im Raum, den Gewichts- und Lichtsinn, beobachten wir bei unserem Flieger Gronau gewaltige Formkraft und in der Faltenbildung die allerhöchste Anspannung des Gewebes.

Die ausgesprochene Plastik und Eckenkraft dieser stark und unmittelbar in die Stirn übergehenden Nasenwurzel zeigt die große Geistesruhe und Uebersicht, bei aller Schnelligkeit der Erfassung der Bewegung im Raum, der Schnelligkeit im Ueberlegen, Erfassen und Handeln.

Das Auge liegt zwischen den Lidern gedeckt und geschützt und doch äußerst lebhaft, klar, beweglich, fest und geistesgegenwärtig eingestellt, um im schnellsten Flug alles zu beachten, schnellstens innerlich zu verarbeiten und zu meistern.

Die wie Eisen so feste Nasenlinie zeigt die unbedingte Willensfestigkeit, Selbstbeherrschung und Durchführung.

Der gespannte Zug, – seitlich vom Nasendach über die Wangen bis zum Unterkiefer, wo das Mittelhirn sich spiegelt, das Empfinden und die Ausdauer, wo der Zug des Herzens und der Kraft liegt (vergl. obige Studienbüste), – zeigt, wie kraftvoll und ungehemmt diese Tätigkeiten hier das Auge unterstützen.

Die Wucht im Kinn und Unterkieferbogen, die Frische im gespannten Ohr zeigen die gesamte motorische und seelische Kraft in einheitlicher Leistung und Anspannung.

Dabei ist die Haut gespannt und erscheint wie gehärtet, an Hitze und Kälte gewöhnt, alles Empfinden nach innen auf die angeführten Punkte der Körper- und Geistestätigkeit konzentrierend. Das Wenige hier Gedeutete kann jeder erkennen. Wie klar spricht doch der Geist aus den Formen, in denen er lebt!

Die Schöne „Unbekannte“ aus der Seine.

Man könnte dem Bild auch die Bezeichnung geben:

„In seligem Todesschlummer“.

Die Geschichte ist kurz folgende: Eines Tages wurde die Unbekannte bei Paris tot aus dem Flusse gezogen. Seltsam ist, daß gleichzeitig – man spricht bei solchen Geschehnissen von Zufall– ein hervorragender bildender Künstler hinzukam. Von der Schönheit der Frau, von dem seligen Glück, das noch im Todesschlummer auf ihrem Gesichte lag, – der Leser betrachte das oben rechtsbefindliche Bildnis, – aufs Höchste überrascht, bat er um die Erlaubnis und erhielt dieselbe, einen Abguß machen zu dürfen und die Tote zu modellieren.

Das Bildnis ist meisterhaft ausgeführt und dank des Entgegenkommens des Verlags können wir die schöne Unbekannte hier wiedergeben.

Hals, Gesicht und Kopf ist von großer Schönheit. Um Augen, Mittelgesicht, Stirn, Wangen und Kinn liegt ein lieblicher, seliger Ausdruck.

Man fragt sich, wie ist das möglich, wie können die Formen noch im Tode eine so wunderbar edle, plastische Schönheit annehmen?

Es ist dies eine große Seltenheit, daß es wohl lohnt, die Erklärung dafür zu suchen und zu geben.

Wenn wir die edlen Linien des Halses betrachten, die Gesichtsbildung von der Nasenlinie bis zum Kinn, im Verhältnis hierzu das mittlere Gesicht, ferner die schöne Stirnform mit der hohen Scheitelwölbung, wo die Menschenliebe, die Herzensgüte, der Glaubens- und Idealsinn liegen, (man betrachte und vergleiche hiermit die Inschriften der Studienbüste am Kopfe dieser Zeitung) dann erkennen wir, daß diese „Unbekannte“ im

idealen Naturell liegt.

Sie gehört also zu den höchstwertigsten Menschennaturen, zu den kostbarsten Gütern, die es auf der Erde gibt.

Ist es nicht eine Tragik sondergleichen, daß dieser edle Mensch in der Jugendblüte den Tod in der Seine fand und wahrscheinlich selbst gesucht hat?

Was ist das für eine Welt, in welcher wir leben? Warum läßt man so edle Menschen, welche den Himmel der Liebe und Güte, des Glückes und der Schönheit in sich tragen, tragisch zugrunde gehen? – Man erkennt sie nicht und man wertet sie nicht!

Betrachten wir den Mund der „Unbekannten“. Er ist verformt und die Oberlippen- und Oberkieferpartie wie belastet. Etwas wie eine Vergiftung der Leiborgane spiegelt sich hier. Das ganze Leid, das dieses schöne Wesen erlebt hat, spricht aus dieser Mundregion.

Nun muß man bedenken, daß ein so edler Mensch allen Kummer viel, viel tiefer fühlt und empfindet wie der Durchschnittsmensch. Er leidet unsagbar darunter, für ihn kommt eher die Stunde, daß er das Leid einfach nicht mehr zu ertragen vermag – und dieser Fall scheint hier eingetreten zu sein.

Diese edle Frau im idealen Typus hatte die stärkste

Lebens-, Seelen- und Formkraft,

den stärksten Glauben an das Gute und an ein Weiterleben nach dem Tode.

Diese Lebenskraft, die gleichzeitig Beglückungs- und Liebeskraft ist und als geistige Strahlkraft alle Gewebe durchlebt, gibt diese Spannung, Plastik und edle Schönheit. Sie hält den Auflösungsprozeß auf und gibt selbst nach eingetretenem Tod noch das verklärte Aussehen.

So erklärt sich der glückselige Ausdruck im Gesicht. Sie ist ohne Schuldbewußtsein. Sie hat das Leid überwunden und im letzten Augenblick des Todes, bevor die feinstoffliche Seele und der Geist den Körper verließ, hat sie gefühlt und geahnt, nein – direkt wahrgenommen und empfunden, daß sie nun glücklicher wird, daß das Leid von ihr abfällt, daß ihr ein besseres Leben in anderer Form bevorsteht.

So lehrt dieses Bild, daß die Psyche

plastische Formkraft

besitzt, chemische und physikalische Wirkungen auslöst.

Die Natur ist viel großartiger, weit gerechter und weiser, wie wir ahnen. – Auch das lehrt uns dieses Bild, denn die glücklichsten Vorstellungen und Ahnungen eines neuen und besseren Lebens, das ihrer wartet, haben im letzten Augenblick diese Unbekannte erfüllt. Sonst wäre der glückselige Ausdruck im Gesicht undenkbar. Hier spricht die Form die letzte Wahrheit.

Sie symbolisiert in gewissem Sinne den Weihnachtsgedanken: „Durch hohe Liebe wird das Leid verklärt. – Die Liebe ist die stärkste Macht.“ Lerne man endlich die Symbolik der lebenden Formen richtig verstehen, damit

„Gerechtigkeit werde und Frieden auf Erden –

und den Menschen ein Wohlgefallen! -„

Huß vor dem Konstanzer Konzil 1414

nach dem Gemälde von K. Fr. Lessing 1842

Wie man mit Hilfe der Psycho-Physiognomik die Meisterwerke der bildenden Kunst versteht.

In der Mitte des Bildes, mit Nr.1 bezeichnet, sehen wir den böhmischen Reformator Johann Huß. Er hat sich freiwillig dem Konzil zu Konstanz 1414 gestellt, um sich wegen seiner angeblich ketzerischen Lehren zu verantworten. Er hat vorher die Zusicherung gegeben, daß er seine Lehren widerrufen wolle. sofern ihm das Konzil an Hand der Schrift nachweisen würde, daß er im Irrtum sei.

den Teilnehmern an diesem Konzil war es aber noch um etwas ganz anderes zu tun, nämlich um die Erhaltung ihrer Macht – und Huß überkommt es, wie das Gemälde mit zum Ausdruck bringt, wie eine innere Erleuchtung, daß er die hohen Herren ja gar nicht überzeugen kann. Sein guter Wille war verfehlt, er wurde mitsamt seinem Freunde, der ihm zu Hilfe geeilt war, zum Feuertod verurteilt und auf dem Schaffot verbrannt.

Unwillkürlich fragt man sich:

Wie ist das nur möglich?

Wie kann man nur einen Menschen, wenn er eine andere Überzeugung von der Wahrheit hat, darum verurteilen?

Sehen wir uns aber um, wie die großen Erfinder und Entdecker meist einen Leidensweg gingen und nicht verstanden wurden; – wie zur Jetztzeit viele rechtliche Menschen um ihrer politischen Überzeugung willen den Tod erlitten haben, – dann finden wir die Parallele.

Wir erkennen, daß die Wahrheit oder die Überzeugung von der Wahrheit und des besseren Weges sich nicht durch solche grausamen Mittel aus der Welt schaffen lassen, – denn der Kampf um dieselbe hat bis heute nicht aufgehört.

Wir erkennen, daß nur auf geistigem Wege, durch Aufklärung und Belehrung der Wahrheit und dem Guten in Wirklichkeit zum Siege verholfen wird.

Mit Hilfe der Menschenkenntnis wird man es in Zukunft vermeiden, daß Bringer neuer Wahrheiten um ihrer Überzeugung willen grausam leiden, Gut und Leben verlieren. Man wird von vornherein den richtigen Maßstab anlegen, den wir in folgendem zu finden suchen:

Bild 1. Huß steht ganz vergeistigt da, eine hohe, schlanke Gestalt. Wunderbar fein ist die edle Hand gezeichnet, die so viel Gutes schaffen wollte und niedergeschrieben hat.

Das Oberhaupt, wo der Sinn für die höchsten Ideale liegt, ist hoch und schön gewölbt, die Nase ist feinstens modelliert. Dieser edle Kopf erinnert an andere große Helden des Geistes. Huß beteuert, daß er aus Wahrheitsdrang, aus Liebe zum Guten und Besseren seine Lehren, die gut und nicht ketzerisch seien, zum Wohle aller Menschen aufgestellt habe.

Aber er dringt damit nicht durch. Warum?

Bild 2, dieser hohe Würdenträger, der zweifellos eine maßgebende Stimme in dieser Versammlung besitzt, hat grobe Gesichtsformen, eine grobe Nase, einen fetten Hals, die linke Hand liegt da, wo der Magen sitzt und deutet symbolisch, daß hier bei ihm der Sitz der Gefühle und Interessen in der Hauptsache zu suchen ist. Er ist mit seinem Urteil fertig und nimmt keinen Anteil mehr an den Vorgängen.

Bild 3 zeigt ein feineres, wenn auch im Kern hartes Gesicht. Das Auge geht ideal nach oben. Er möchte wohl einesteils dem Huß recht geben, aber die innere Wärme durchdringt nicht den strengen Zug des Mundes.

Bild 4, ist der Würdenträger, der sich zwischen den beiden Personen herniederbeugt. Er stützt mit der Hand das Kinn, wo die Tat und der Wille liegen, sodaß die Kraft mehr der Stirn und dem Oberhaupt zuströmt und er besser denken kann. Er ist ganz Ohr, ganz entspannt und daher sinkt auch das Haupt tief herab. Er denkt im guten menschlichen Sinne nach, er ist auf dem Wege der besseren Überzeugung. Sicher und gewiß, Huß würde nicht auf das Schaffot kommen, wenn auch seine anderen Richter die Fähigkeit der Wahrheitserkenntnis im gleichen Maße besäßen.

Bild 5. Dieser alte Mann dahinter, ein würdiges, freundliches Haupt, ein edler, guter Mann, würde Huß ganz gewiß auch nicht verurteilen. Und es ist, wie man genau hinsehend wahrnimmt, als wenn Huß selbst ganz gebannt wäre und nur noch zu diesen drei Personen, Bild 5, 4 und 3, spräche.

Bild 6. Der Patriarch mit dem langen Bart verfolgt aufmerksam den Huß. Aber die Gesichtszüge, die steife Kopfhaltung, die ganze Gestalt zeigen unerbittliche Strenge. Hier ist keine Milde zu erwarten, sondern ein Urteil nach vorgefaßter Meinung.

Bild 7. Dieser Mann wendet sich dem Patriarchen Bild 6 zu. Aus den dunklen Augen mit dem bezwingenden Blick spricht die Leidenschaft der Überzeugung. Er stimmt dem zu, dem er sich zuwendet.

Bild 8. Dieser Kopf betrachtet Huß kritisch, aber hart, etwas mitleidig und mit entwertenden Blicken, als wolle er sagen: Was will denn der Mann! Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns.

Bild 9. Dieser Mann mit dem Bart und der niederen Stirn sieht finster drein. Er begreift den tiefen Sinn der Bemühungen und den Eifer des Huß nicht. Er verurteilt.

Bild 10. Dieser Würdenträger, der uns und auch dem Huß den Rücken zuwendet, scheint der dritte im Bunde der Letztgenannten zu sein. Und dahinter die hohe Gestalt.

Bild 11, sieht wie ein Krieger aus, knochig und bestimmt, als könne er den Huß schon mit seinen Blicken und mit seinem Denken vernichten, das hinter der harten Stirn wirkt und das tiefe, milde Denken des Huß nicht erfaßt.

 

Nun zu der anderen Seite.

Der hohe Würdenträger mit den weißen Gewand, Bild 12, liegt im Ernährungs-Naturell. Alle Körperformen gehen in die Breite. Verstand und Gefühl dringt nicht in die Tiefe, ganz entgegengesetzt wie bei der schmalen, feinen Gestalt und der hohen Stirn des Huß, den er darum nicht verstehen und dem er nicht folgen kann. Er nimmt keinen Anteil mehr. Vielleicht enthält die mit dem großen Siegel versehene Pergamentrolle schon das Urteil über Huß. Er wendet sich um zu dem Manne, Bild 13, mit dem breiten Gesicht, der niederen Stirn und dem flachen Oberhaupt, den er besser versteht. Schon die Kutte, die dieser trägt, wirkt unheimlich wie das kalte Gesicht, – er erhält seine Weisung.

Der greise Würdenträger, der in dem Lehnstuhl sitzt, die Füße auf einem Kissen, Bild 14, zeigt harte Formen. Die Gestalt ist groß und hager, ganz anders wie die des Huß, der zierlich und fein ist. Er urteilt nach äußerlichem Recht und der Macht.

Dahinter die drei Gestalten, die ebenfalls sitzen, Bild 15, 16 und 17, haben harte, grobe Gesichter, große Nasen, den starken Unterkiefer, wo die Tatkraft liegt, die strengen Züge. Es sind Äußerlichkeitsmenschen und kein dem Innerlichkeitsmenschen gerecht werdendes Urteil ist zu erwarten.

Diese Äußerlichkeitsmenschen verstehen es wohl, Pracht und Glanz zu entfalten, die Macht auszuüben und rücksichtslos zu herrschen, aber auf den Platz, den sie hier ausfüllen, gehören sie nicht. In geistigen und religiösen Fragen soll der Innerlichkeits- und Edelmensch die Entscheidung haben, sonst triumphiert die Gewalt und das Edle und Hohe, der wahre Fortschritt und Forschergeist leidet Not und wird geknebelt.

Die beiden Gestalten an der Säule stehend, Bild 18 und 19, haben den finsteren und drohenden Ausdruck. Das Auge ist tief gestellt, die Mundwinkel sind herabgezogen und alle Energie liegt im Untergesicht. Die beiden sind furchtbar und schrecklich, sie sollten nie über gute Menschen richten. Sie verurteilen womöglich die arme Seele des Huß noch über den Tod hinaus, – wenn es ginge.

Bild 20 verfolgt aufmerksam die Verteidigung des Huß, wagt aber nicht eine eigene Meinung zu bilden oder gar zu äußern. Er hat gelernt zu lauschen, zu gehorchen und – zu schweigen.

Und das vorletzte Bild 21, der Mann mit der runden Kappe auf, stiert hervor, er macht Augen, Nase, Ohren und Mund auf, er staunt über den Mut des Huß, obwohl er kaum etwas recht begreifen kann und er weiß nicht, was er sagen und denken soll.

Der letzte, Bild 22, schaut aus seiner Kopfumhüllung finster heraus, wie das dunkle Mittelalter mit seiner Verirrung.

(Hinzugefügt)

Hier vor dieser Versammlung ist Huß rettungslos verloren. Huß starb für seine Idee, standhaft ertrug er den schrecklichen Feuertod. Wie anders hätte man diesen edlen Mann würdigen müssen!

Wäre Huß in ein anderes Land gegangen, vielleicht zu den Naturvölkern, er hätte mehr Verständnis finden können wie unter diesen Männern.

Aber dieser Geistesheld opferte sich.

So lernen wir dieses Kunstwerk auf Grund der Menschenkenntnis verstehen. Wir lernen weiter daraus, wie notwendig es ist, den guten und edlen Menschen mit aller Kraft energisch und unter allen Umständen zu unterstützen, ihm mit Tatkraft beizustehen, denn durch ihn allein kommt aller Fortschritt und alles Gute in die Welt.

Welche Bewandtnis hat es mit dieser

lebensgroßen Studienbüste zur Menschenkenntnis?

Die hier abgebildete Studienbüste wurde genau nach den Vorlagen und Zeichnungen aus Huters Werken, erstmalig vor mehr als 10 Jahren, von uns hergestellt und vervielfältigt.

Diese Büste hat sich seitdem als

plastisches Anschauungs- und Lehrmittel

gut bewährt und sich viele Freunde erworben.

Sie gelangte auch in das Institut für Menschenkunde des bekannten Physiologen Prof. Dr. Hans Friedenthal an der Universität Berlin, Kaiserin Friedrich Haus„.

In Nr. 39, Jhrg. 1930, des „Weltspiegels„, Beilage des „Berliner Tageblattes, erschien ein ill. Artikel über dieses Institut, welchem die Studienbüste in drei großen Abbildungen als interessierendes Hauptbild vorangesetzt war. Die Wiedergabe geschah aber so, daß die Herkunft der Büste nicht zu erkennen war.

Dann erschienen ähnliche Arbeiten über das genannte Berliner-Institut auch in der „Illustr. Republ. Zeitg.„, in Beilagen des „Vorwärts-Verlages„, in denen die Büste ganz abgebildet wurde.

Neuestens brachte die bekannte Zeitschrift „Wissen und Fortschritt“ Heft 10, Okt. 1932, die Abb. der Büste in einer entsprechenden Abhandlung in Verbindung mit Bildern aus dem Friedenthalschen Forschungs-Institut.

Man hat aber, den erwähnten Arbeiten nach zu urteilen, die 130 Jahre alte Gallsche Phrenologie zur Erklärung herangezogen, anstatt auf die viel wichtigeren neueren Forschungen Bezug zu nehmen, welche den Inschriften der Studienbüste zugrunde liegen.

Wie aus den beigefügten Abbildungen des Friedenthal-Instituts hervorging, wurde die Büste von den Studierenden der philosophischen und medizinischen Fakultät zu vergleichenden Forschungen mit daselbst vorhandenen plastischen Bildwerken benutzt.

Wir geben ein solches Bild, das die Verwendung der Büste zeigt, hier wieder. Was daran befremden muß, daß ist das auf dem Tisch liegende große Winkelmaß; ein weiteres Bild zeigte noch den Gebrauch des Zimmermannsinstrumentes, des sogenannten „Kalibers“, bei Messungen an den Bildwerken.

Auf diese Weise feststellen zu wollen, welche Bedeutung der äußeren Form für die Anlagen eines Menschen zukommt, mag zu Galls Zeiten, also vor Huter, üblich gewesen sein.

Nachdem aber Huter den Nachweis erbracht hat, daß es weniger auf die Form an sich und ihren Rauminhalt ankommt, daß vielmehr

die Qualität der Form

erfaßt werden muß, um den darin wohnenden Lebensgeist einwandfrei festzustellen, ist diese Meßmethode zur Feststellung der Anlagen als wissenschaftlicher Irrtum und Rückständigkeit abzulehnen.

An einem Beispiel seien diese wichtigen Qualitätsunterschiede der Form kurz illustriert:

An den Nasenflügeln zeigt sich z.B. die Kraft und Schwäche der Atmung und Lunge.

Sind die Nasenflügel von reiner, gesunder Form, Farbe und Konstanz, plastisch gut modelliert, in frischer Spannung und Strahlung, dann ist die Atmung kräftig und die Lunge gesund.

Sind aber die Nasenflügel matt, bleich, verschwollen, ungünstig verfärbt, von einer lockeren, brüchigen Konstanz, oder sind sie gar hart, unelastisch und wie leblos, fehlt die Kraft der Spannung, die lebenswarme Strahlung, dann ist die Atmung und Lunge krank.

Diese Unterschiede sind aber mit den angeführten Meßinstrumenten auch nicht im entferntesten festzustellen, sondern nur durch ein neues

klassisches Sehen,

wie es Huter besonders lehrte und ausbildete, das seinen Schülern geläufig war. Diese Grade der Qualität sind niemals zu messen und zu wägen. Sie können nur durch das geschulte Auge, das feinere Tönungen wahrnimmt als alle Instrumente der Welt, lebendig geistig erfaßt und gesehen werden. Ähnlich so verhält es sich mit den übrigen 250 Einzeichnungen der Studienbüste. Wer sich für die Büste interessiert, beachte die Anzeige der nächsten Seite.

Meines Lebens Leitgedanken!

von Carl Huter.

Zum 4. Dezember, seinem 20. Todestag.

1. Der wahre Wert des Menschen liegt nicht in materiellem Besitz und Eigentumswerten, sondern in seinem Charakter.

2. Du sollst nicht besitzen, bis Du des Besitzes wert bist!

3. Wer des Besitzes unwürdig ist und doch besitzt, der ist eine stehende Gefahr für die Güter, die er besitzt, und für die Menschen und Dinge, die er beherrscht.

4. Daher tut uns dringend eine neue Menschenkenntnis-Methode not, um den reinen, wahren Wert des einzelnen Menschen zu erkennen und es tut uns eine neue ideale Weltlehre not, um den Menschen zum höchsten Innenwert emporzubilden; die erstere habe ich geschaffen in der wissenschaftlich beweisbaren und lehrfähigen Psycho-Physiognomik, die zweite in der Kallisophie, der neuen Welt- und Lebensreligion.

5. Aber es muß auch eine Umformung der Gesellschaft nach diesen Lehren eingeleitet werden. Auch diese Wege bahnte ich in einer neuen Ethik an. Sie erstrebt:

a) wirtschaftliche Gerechtigkeit,

b) glückliche Ehen auf Grund der Entdeckungen über die komplementären Naturelle,

c) ein neues Liebes-Sittenrecht,

d) ein Familienrecht als Grundrecht aller Rechtsein-richtungen,

e) die Rangordnung der Persönlichkeiten, d.h.:

6. In Zukunft sollen nicht der verstandeskalte Scheingebildete neben Weisen und Guten, – nicht auch noch Verbrecher und Narren regieren, sondern es sollen die Weisen, die Besten und Tüchtigsten in der Natur-, Menschen- und Gotterkenntnis regieren, raten, leiten und Recht sprechen!

7. Es sollen nicht die außerhalb der kirchlichen oder staatlichen Formehe gezeugten Kinder außerhalb des Familien- oder Vaterrechtes stehen, sondern sie sollen innerhalb der Familie des Vaters stehen.

8. Es sollen die Männer nicht lediglich Alkohol-, Spiel-, Sport- und Parteimenschen oder Frauenjäger, sondern sie sollen an erster Stelle Gottergebene sein, die alles Nützliche, Ideale und Gute treiben, schaffen und erstreben und sich dadurch erst des Besitzes und der Beherrschung des Weibes und der irdischen Güter würdig erweisen.

9. Das Recht der Liebe anderer hat der, der die Pflicht der Liebe gegen andere erfüllt; die Liebe soll frei, der intime Verkehr aber gesperrt sein, wo nicht die reinste Liebe ihn begleitet und wo er nicht betätigt werden darf, allein schon nicht aus Menschenwürde!

10. Die Ehe soll nicht in einer, sie soll in vielen Formen bestehen, um allen freien Liebesneigungen, soweit sie sittlich berechtigt sind, gerecht zu werden, um durch die Liebe und Ehe alles erdenkliche Menschenglück entfalten lassen zu können.

11. Es soll die heilige Liebe und Ehe als Ideal gepflegt werden, aber es kann auch die weniger hohe, also die geringer gradige Liebe und Ehe gelebt werden. Es soll auf keinen Fall eine unliebsame, unharmonische Ehe mehr gelebt werden. Solange sich zu keiner besseren, höheren, annehmbaren Ehe Gelegenheit bietet, lebe man ehelos.

12. Allen Menschen soll das Recht auf Arbeit und Verdienst eingeräumt werden, damit kein ehrlich Wollender mehr Not leidet.

Aber jeder Arbeitsscheue soll die Not als Strafe leiden, denn die Not erzieht zur nützlichen Arbeit alle die, welche den Wert der Arbeit nicht kennen wollen, daher soll auch der Wohlhabende arbeiten.

13. Der edle Charakter adelt den Besitzer und dieser adelt seinen Besitz und alles das, was er beeinflußt.

14. Man fange mit allen Reformen bei dem Innern der Menschen und zuerst bei sich selber an, bei der Veredlung der Gesinnung, Bereicherung der Erkenntnis und Energieentfaltung im guten Streben und Arbeiten.

15. Dazu studiere man Menschen- und Seelenkenntnis und bilde die Ideale der Reinheit, Lauterkeit, Wahrhaftigkeit und die Kraft zu stetigem Schaffen, Vervollkommnen, Verbessern bei sich und andern Menschen aus.

16. Ursprünglich lag alles nebeneinander, Gutes und Böses, erst der Wille zum Guten sammelte und einigte das Gute.

So wie die Ethik und Moral erst aus der Weltanschauung entstanden ist, so ist die Religion und das Ideale und das Göttliche aus dem ethischen Heiligkeitsgefühl entstanden.

 

Mein neuer Gottesglaube und meine ideale

Welt- und Lebensreligion

17. Das Göttliche ist das gesammelte Gute, es ist etwas Geschaffenes und Gewordenes aus dem Willen, der das Gute liebt und das Böse verabscheut.

18. Der Wille, der das Böse liebt, wird sich am Bösen erfreuen, wird das Böse sammeln und Unschuldiges und Gutes böse zu machen suchen.

Dieser Wille ist ein sündiger Wille, er haßt und verfolgt das Gute, er sucht das Gute böse, das Böse gut hinzustellen.

19. Dieser böse Wille schafft Leid und Verderben, er wächst, wird er nicht im Keime erstickt, zur Satansmacht mit Lügen und Verbrechen und schweren Lastern heran und dieser böse Wille ist der Todfeind alles Guten und Göttlichen. –

20. Wende Dich ab von allem Bösen durch rechte Erkenntnis, höhere Bildung, festen Gegenwillen und durch Gebet und bleibe treu und fest dem Guten ergeben und vernichte alles Böse durch Verbesserung desselben, denn zerstören läßt sich nichts!

Meine Lebensmoral heißt: Dulden, leiden, verbessern in Liebe ohne Ende! Gehet hin und tuet das Gleiche!

(Fortsetzung folgt.)

 

 

Carl Huter heilt eine gelähmte Frau durch

Uebertragung der überschüssigen Lebenskraft.

Mit Nr.1 bezeichnet sehen wir in den Gruppen das Bildnis Huters und mit Nr.2 eine seit vier Jahren völlig an beiden Beinen gelähmte Frau.

Das Bild links (es stammt aus dem Jahre 1902) zeigt, wie Huter bestrebt ist, durch Uebertragung der Lebenskraft das Gewebe der Beine neu zu beleben und damit den stockenden Blutumlauf wieder in Gang zu bringen.

Huter ist bekanntlich der Entdecker der als Strahlkraft wirkenden Lebenskraft. Er hat den Nachweis erbracht, daß die Lebenskraft der Zellen gleichbedeutend mit Liebeskraft ist, daß sie in Form einer weichen, sehr mild und angenehm, meist kühl empfundenen Strahlung auftritt.

Die Lebenskraft tritt in dem anatomischen Strahlengebilde der Zelle, dem Zentrosoma, (letztere ist mikroskopisch sichtbar) auf und kann über die Zelle hinaus wirksam sein.

Damals – 1899 – stand Huter vollständig isoliert mit seiner Entdeckung – heute gibt es bereits eine medizinische Literatur über diese Lebensstrahlen und eine ganze Reihe hervorragender Forscher beschäftigt sich mit dem Problem, es seien nur erwähnt Prof. Gurwitsch, Stempell und Lakhowski.

Das Bild in der Mitte zeigt, wie Huter der kranken Frau, die bereits mit Unterstützung der anderen Personen wieder stehen kann, sehr wohlwollend entgegenkommt, sie anfaßt und streicht und durch gütigen Zuspruch die Hoffnung, das innere Glück, die Zuversicht weckt und stärkt.

Das Bild rechts zeigt, wie die Frau bereits allein wieder stehen kann. Das war der Fall nach vierwöchentlicher Behandlung und Kur. Huter selbst steht aufrecht und gespannt gebend da, er facht durch Bestreichungen und Willensstärke die Strahlkraft der Zellen und damit die gesunkenen Körperfunktionen zu energischer und anhaltender Tätigkeit an. Es ist das innere Lebenslicht der Zellen, das durch die Lebenskraft des Heilers gestärkt, gleichsam angefacht wird wie ein heiliges Feuer, resp. Lebenslicht.

Es gibt  nur wenige Menschen, welche die Lebenskraft, – Huter nannte sie Helioda, – so stark besitzen und abgeben können, daß dadurch Kranke zu heilen sind. Das geschieht natürlich aus unmittelbarer Nähe und nicht durch Fernbehandlung, die Huter nur zu Versuchszwecken, sonst aber nicht anwandte.

In den obigen Bildern sehen wir noch eine mit Nr.3 bezeichnete männliche Person Dieser junge Mann war ein Schüler Huters mit Namen

Karl Kotthaus,

der nun vor kurzem gestorben ist. Eine Frau Evers-Millner schreibt in der Berliner Zeitung „Der Tag“, Kotthaus Tod sei ein sehr schwerer gewesen, – er habe an Tuberkulose und Diabetes gelitten.

Seine letzten Worte auf die Frage, die er selbst stellte, ob sein Leben umsonst gewesen sei, sollen gelautet haben: Was für ein Ende….! – Welche Tragik….!

Da die genannte Frau M. schreibt, daß sie 20 Jahre mit Kotthaus zusammenarbeitete, mit ihm in Italien war und an seinem Sterbelager in einer Lungenheilstätte weilte, ist anzunehmen, daß sie Kotthaus gut kannte. Leider geht sie zu einigen Bemerkungen über, die man

im Interesse der Huterlehren

und der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet nicht unwidersprochen lassen kann.

Sie behauptet u.a., außer Lavater und Huter habe es keinen Physiognomiker von so hohem Rang gegeben wie Kotthaus, (Lavater und Huter haben große Werke hinterlassen, Kotthaus keines) er habe die Naturellehre Huters übernommen und ausgebaut.

Schon vor einigen Jahren hatte dieselbe Dame in den Münchner Neuesten Nachrichten behauptet, der geniale Kotthaus, ein Schüler Huters, habe die von Huter gefundenen Naturelltypen auf drei Grundtypen zurückgeführt.

Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Es genügt wohl an dieser Stelle die Erklärung, daß Zeitungsberichte und andere kleine Drucksachen aus den Jahren 1904-08 vorliegen, wonach Kotthaus selbst auf Carl Huters drei Grundnaturelltypen Bezug nahm.

Auch sonst ist uns nicht das allergeringste bekannt geworden, daß Kotthaus in irgend einer Weise die Huterlehren ausgebaut hätte. Wir halten das auch, der ganzen Sachlage nach zu urteilen, für gänzlich ausgeschlossen.

Fest steht folgendes: Carl Huter nahm den noch nicht 20 jährigen Kotthaus zu sich in seine Detmolder Anstalt, um ihn als Masseur und Bademeister auszubilden (wie es die obigen Bilder zeigen) und behielt ihn etwa 4 Jahre dort. Kotthaus hatte damals eben seine Lehrzeit in einem Handwerk beendet. Huter schreibt, daß Kotthaus schwindsüchtig war. Er habe ihn dann in die Grundelemente seiner Psycho-Physiognomik eingeführt, ihn als Redner und sogar als Elementarlehrer ausgebildet, ihn gesund und stark an Leib und Seele gemacht. Was Kotthaus ist, sei er durch Huter geworden.

Als Kotthaus später Vorträge über Huters Lehren hielt, damit Bewunderung erregte und Ansehen bekam, änderte sich das Bild bald und er ging eigenen Wege.

Uns ist in den letzten 20 Jahren kein einziger Fall bekannt geworden, daß Kotthaus irgend ein Huterwerk aus unserem Verlag verlangt oder sonstwie an eine dritte Person empfohlen hätte. Er nahm daran keinen Anteil.

Eine große deutsch-amerikanische Zeitung erließ vor etwa 5 Jahren einen Hilferuf für das Kulturwerk des Begründers der Gestalt-Psychologie, der Biologischen Physiognomik Karl Kotthaus„.

Es genügt wohl, wenn wir demgegenüber erwähnen, daß Carl Huters Psycho-Physiognomik, auf biologische und physiologische Grundlagen gestellt, fest begründet und in Werken niedergelegt ist, an denen Kotthaus keinen geistigen Anteil hat.

Kotthaus war unserer Ansicht nach ein guter Psycho-Physiognomiker. Wir halten aber dessen ungeachtet dafür, daß die Huterlehre andere Ziele verfolgt, als

dem Selbstzweck

des ausübenden Physiognomen zu dienen.

 

 

DgM Nr. 3 (Hinzugefügt)

Die Höhenstrahlen

In Nr.3 „Der Menschenkenner“ brachten wir eine Abhandlung über Prof. Piccard, wie derselbe nunmehr bekannt gibt, ist als Ergebnis seiner beiden Höhenflüge festgestellt, daß die sogenannten Höhenstrahlen nicht aus dem Weltall kommen, sondern von der Erde ausgehen.

Damit haben wir recht behalten.

An der Hand von Zeichnungen legten wir dar, daß es sich bei den sogenannten Höhenstrahlen jedenfalls um die von Huter gelehrten magnetischen Kraftspannungslinien der Erde handelt.

Damit ist aber natürlich nicht gesagt, daß es keine Strahlen gibt, die direkt aus dem Weltall kommen. Huter stellte auch die Elementarstrahlung der Weltenkörper fest und lehrte, daß der Lauf der Gestirne, die große Ordnung im All nicht nur auf der gegenseitigen Anziehung (Schwerkraft) beruhe, sondern daß die Himmelskörper im gleichen Maße oder noch stärker durch Strahlung aufeinander wirken.

 

Glück und Erfolg im Leben durch

Menschenkenntnis

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

      Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

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