DgM 034

Der gute Menschenkenner 034 von 101

Deutschland Wappen Red S

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

 CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … The Grundgesetz (Basic Law)  not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 


 

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© November 1935, Nr. 34

Der Kampf um die

AUGENDIAGNOSE

 

 

Eine Antwort an

Peter Johannes Thiel

 

Zum Schutze der Wahrheit über den

Deutschen Forscher CARL HUTER und

Die Originalität in der Augenirisforschung

 

Dieses Monument stellt die Zeit dar, die wie mit Flügeln enteilt und doch ewig ist. Hervorragend ist im Gesicht des alten Mannes die Unzerstörbarkeit und Strenge ausgeprägt. Das Haupt und der Körper ist durch die Schwere der Verantwortung nicht gerade gehalten, sondern gesenkt. Die sehr breite, vollendete Stirn angespannt geistig alles „Nah- und Fernliegende“. Der Künstler will zum Ausdruck bringen, daß man in allem Wandel des Geschehens stets die Folgen bedenken soll, die Zeit gleicht nicht nur alles aus, sondern sie richtet auch gerecht.

 

Peter Johannes Thiel, der seit 33 Jahren [Stand 1935] in Deutschland über Augendiagnose schreibt, hat soeben eine Spezialschrift über Antlitz-Diagnose herausgegeben.

In dieser Schrift von 56 Seiten, der anschließende folgen sollen, sind fünfeinhalb Seiten nicht dem Thema Gesichtsdiagnosegewidmet, sondern einer Auseinandersetzung über Thiel und Huter bezüglich der

Augendiagnose.

 

Das Resultat jedoch ist, der Leser erhält nicht die wünschenswerte, sachliche Klarheit über die Ursache eines 33-36 Jahre zurückliegenden

Kampfes um die Augendiagnose,

wohl aber ein sehr entstelltes Bild über den deutschen Forscher Huter, das Ehre und Ansehen schädigt.

 

Alle Personen, die Zeugen jener Ereignisse vor 33 bis 36 Jahren [Stand 1935] waren, sind tot, – nur Thiel lebt noch. – Da also Huter sich nicht mehr zur Wehr setzen kann, nehme der Leser vorlieb, wenn ich heute

für Huter, für Wahrheit, Recht

und echte deutsche Volksforschung

In die Schranken trete. –

 

Wer ist Thiel? Zu dieser Frage sind sicher einige markante Sätze seiner Schrift Antlitz-Diagnose“ 1935 bemerkenswert.

 

a) Thiel schreibt daselbst Seite 9: Von Aristoteles an (300 v. Chr.) bis zu den jüngsten Werken der Psychologen, soweit sie aufzutreiben waren, suchte er alles auf Goldkörner zu durchschürfen, – aber leider fast ergebnislos. Er fand in sämtlichen einschlägigen Schriften so gut wie nichts Brauchbares.

 

Das ist in der Tat eine erstaunliche Behauptung! 2000 Jahre medizinische Literatur – und fast nichts an Goldkörnern und Brauchbarem über Gesichts-Diagnose! Ganz davon zu schweigen, daß in Huters Werken die Gesichtsdiagnose wissenschaftliche begründet, dargelegt und ausgebaut ist!

 

b) Seite 17 schreibt Thiel: „Heute wäre es fast unmöglich, daß ein wissenschaftlich geschulter Mediziner eine Kranken-Physiognomik schreiben würde.“

 

Einige Wochen vor Thiels SchriftAntlitz-Diagnoseerschien aber bereits in dem medizinischen Verlag von J. F. Lehmann, München,

Der Ausdruck des Kranken“,

von dem wissenschaftlich gebildeten Mediziner Dr. Karl Fervers, das tatsächlich sehr beachtenswert neue ärztliche Beiträge zur Krankenphysiognomik enthält.

 

Was also „fast unmöglich“ nach Thiel ist, war zur selben Zeit schon Wirklichkeit.

 

Daß meine bescheidene Schrift über Das Gesicht des Kranken1932 erschien und gleichlaufende  Arbeiten im Volksarzt1931-32 mit über 100 Bildern, erwähnen beide Autoren nicht.

 

c) Vor mir liegt ein Brief von Thiel aus dem Jahre 1926, der an mich gerichtet ist. Derselbe ist eigenhändig  unterschrieben

mit Dr. Joh. Thiel.

Der Briefkopf lautet: Dr. Pet. Joh. Thiel, im Ausl. Prom., Bad Schandau, Villa Thiel.

In der vorliegenden Schrift Thiels Antlitz-Diagnose“, sowie in neueren Briefen seines Verlegers, steht nichts mehr von dem Doktortitel.

 

Im Anschluß an diese Abhandlung ist die Frage wohl berechtigt: Ist Thiel nun Dr., im Ausl. Prom., oder nicht?

Was bringt nun Thiel gegen den vor 23 Jahren gestorbenen Carl Huter vor? 

 

Punkt I 

Thiel schreibt Seite 11: „Neben diesem Vorwurf eines „Plagiates“ des Wortes AntlitzDiagnose (dieses bezieht sich nicht auf Huter) wird in letzter Zeit von materiell Interessierten mir die Verdächtigung wiederholt hinter meinem Rücken verbreitet, die bereits vor zweiundreißig Jahren Carl Huter sen. (Carl Huter, gest. 1912) in seiner ZeitschriftHochwart gegen  mich erhoben hat: daß ich meinen Augen-Diagnose-Schlüssel mit den von mir zum ersten Male veröffentlichten Radienfeldern ihm nachgeahmt hätte.

 

a) Der Leser  fragt: Wen meint Thiel mit den materielle  Interessierten“, die er treffen will?

Es sei nur so viel gesagt, daß im guten deutschen Schrifttum Bemerkungen, die unbestimmt aber anzüglich viele beleidigen und verdächtigen, nicht üblich sind. – Man soll auch nicht in ähnlicher Weise das tun, was man anderen gleichzeitig vorwirft.

 

b) Huter erklärte vor 32 Jahren, er habe Thiel persönlich mit seinen Forschungen über Augendiagnose bekannt gemacht, eine einzige seiner Entdeckungen habe genügt, die bester Erklärung für die Irismerkmale zu geben, die 1902 bei Thiel als – „Od=Lebenskraft“ – und als ein „Speichensystem in der Iris“, also abgeändert, wiederzufinden war (siehe Schlußausführung).

 

Da bezüglich der „Historik der Augendiagnose ein allgemeines Interesse vorliegt, so muß klar festgestellt werden, um was es sich handelt.

 

 

Punkt II

 

Thiel schreibt anschließend weiter:

„Ich bin darum leider genötigt, zum ersten Male nach dreißig Jahren öffentlich diesen „Fall Huter“ aufzuklären, nachdem ich damals die Angelegenheit begraben glaubte.“

 

a) Verzeihung, Herr Thiel, das stimmt nicht, ich muß Ihrem Gedächtnis über diesen hier für Sie so wichtigen „Fall Huter“ etwas nachhelfen, denn Sie haben schon 1929 in Ihrem WerkDer Krankeitsbefund aus den Augendie Sache Huter ausführlich behandelt! Sollten Sie das nicht mehr wissen?

 

Nun dann will ich weiter nachhelfen: Sie haben sogar zu Ihren Ausführungen über Huter damals geschrieben:

„Ich erkannte daraus die Spuren seines (Huters) Größenwahns und Verfolgungswahns, die sich dann später so tragisch bei diesem hochbegabten Forscher entwickeln sollten!“

 

Das ist eine furchtbare Anklage für einen deutschen Forscher, der tot ist und sich nicht mehr wehren kann, und Sie erwecken bei den Lesern den Eindruck, als habe sich Ihre Voraussicht sogar bestätigt, als hätte sich später dieses bei Huter tragisch entwickelt! Und wie bewerten Sie den gleichen Fall heute, 1935? „Nur“ noch pathologisch“. (Siehe Punkt XII.)

 

Also Sie haben sich schon zu einer gewissen Milderung Ihres Urteils entschieden, – wenn auch noch in beleidigender Form – Ihre Voraussicht selbst revidiert!

 

Und was war die Ursache? Ich kündigte Ihnen 1922 ein Vorgehen durch das Gericht an, wenn Sie diese maßlose  Beleidigung gegen den verstorbenen Huter nicht sofort entfernen würden.

Sie suchten daraufhin die Sache zu beschönigen, erklärten, daß das fragliche Buch von vor mehreren Jahren längst vergriffen sei, – in Neuauflagen würden Sie alle Hinweise auf Huter streichen!

Damit gab ich mich schweren Herzens zufrieden – und ließ eine Anklage gegen Sie fallen. –

 

Aber schon 1925 nahm Thiel von neuem auf Huter Bezug und beleidigte ihn in anderer Weise auf unwahrer Grundlage abermals.

Das alles hat Thiel scheinbar vergessen – oder? – Als ich dem Verleger Thiels diese Unwahrheit („zum erstemal nach dreißig Jahren“) beanstandete, gab er sie als einen Druckfehler an. Das geht meiner Überzeugung nach nicht an, denn es heißt ausdrücklich, alles in Worten ausgeschrieben, zum ersten Male nach dreißig Jahren“, auf Seite 15 wird die Zahl 30 nochmals genannt, und diese Angabe liegt auch ganz im Sinn der weiteren Ausführungen.

 

Solche Druckfehler sind doch kaum möglich.

 

 

Punkt III

 

Thiel schreibt anschließend weiter: „Ein sehr intimer Freund von mir, namens Bethmann (in Remscheid), der ein ausgezeichnetes Reformschriftchen geschrieben hatte, verkehrte viel in meiner Familie und machte mich eines Tages auf Huter aufmerksam: ob ich diesen nicht kennenlernen wollte. Bethmann  wußte, daß ich bereits eine damals noch unbescheidene Schrift: Der Krankheitsbefund aus den Augen (später Die Augendiagnose“) für den Druck in Vorbereitung hatte. Auch kannte er meinen Schlüssel, den ich kurz vorher bei meinem ersten öffentlichen Vortrage mit vielen selbstgemalten Augen-Wandbildern in meinem Eberfelder Naturheilverein zum ersten Male der Öffentlichkeit übergeben hatte.“

 

a) Wenn diese hier zuletzt gemachten Angaben auf Wahrheit beruhen würden, so hätte Thiel ja schon 1903 Huter damit entgegentreten können. Die Zeugen wären alle am Leben gewesen.

 

Aber Thiel hat auf Huters erste öffentliche Beanstandung seinerAugendiagnose eine Berichtigung eingeschrieben an Huter gesandt, bestimmt zur Veröffentlichung in HutersHochwart“. Darin ist genau das Gegenteil von seinen jetzigen diesbezüglichen Behauptungen enthalten. In diesem handschriftlichen Original vom 7.1.1903  schreibt Thiel wörtlich mit Bezug auf den Besuch Huters, der im Juli 1899 stattgefunden hat: „Zudem hatte ich damals noch gar keine Absicht, ein Werk darüber (Augendiagnose) zu veröffentlichen, und ist die Veröffentlichung von Huter nicht im geringsten, auch nicht indirekt angeregt worden.“

 

Das ist doch ein offenbarer Widerspruch. Fraglos hatte Thiel damals die diesbezüglichen Tatsachen noch besser im Gedächtnis als jetzt nach 36 Jahren.

Es kommt bei diesem Kampf alles auf die Zuverlässigkeit der Angaben an, um danach die Glaubwürdigkeit zu entscheiden.

 

Noch 1925 schrieb Thiel: „Mein Buch (sein erstes über Augendiagnose) ist Januar 1902 erschienen, 1901 verfaßt“, – danach wäre das Buch frühestens eineinhalb Jahre nach der Unterredung Huter-Thiel verfaßt. Wenn das Werk 1901 verfaßt, also geschrieben wäre, wenn Thiel bis Juli 1899 noch gar keine Absicht hatte, ein Werk über Augendiagnose zu veröffentlichen, dann konnte Bethmann vor Juli 1899 doch unmöglich wissen, daß das Werk für den Druck in Vorbereitung war.

 

Punkt IV

Thiel schreibt dann einiges über seine damaligen Vorträge, Wohltaten, die er übte, und betont nochmals, seine Augendiagnose und sein dazugehörender Schlüssel sei bei ihm fertig gewesen, bevor er Huter kennenlernte.

 

Daß Thiel die Augendiagnose nach Peczelly und Liljequist damals vielleicht kannte, daß er Krankheiten aus den Iriszeichen feststellte, ist wohl möglich, ist ihm auch von Huter nirgends bestritten.

 

Es handelt sich lediglich um die Erklärung über das Zustandekommen der Augenzeichen und der Augenachsen. Schon 1898 hat Huter in seinem WerkDie neueste Heilwissenschaft [vollständige Digital-Neuherausgabe von Herrn Medical-Manager Wolfgang Timm unter www.chza.deHeilwissen] die Iris der Augen in 42 Areale eingeteilt, aber keinen gezeichneten Plan der Iris veröffentlicht, er hat daran 20 Jahre gearbeitet und wollte denselben erst in seinem Hauptwerk bekannt geben [vollständige Digital-Neuherausgabe von Herrn Medical-Manager Wolfgang Timm unter www.chza.deHauptwerk“]. Aber eingehende Erklärungen über Lebens-Magnetismus, Od und Heliodastrahlen, über die Polaritäten und formbildende Kraft dieser Energien, womit er seine Peripherie-Diagnosen begründete, sind in diesem Werk von 1898 durch Huter niedergelegt.

 

Hierzu veröffentliche ich hier ein wichtiges Zeugnis und Beweisstück, zu welchem der Aussteller am 17. Juni 1904, an dem Tage, da der Prozeß Huter-Thiel  in Eberfeld zu Ende ging, noch den Zusatz abgab, daß Huter diese Erklärung nach Belieben veröffentlichen könne.

 

 

Dieses Dokument bezeugt, daß Thiel Anfang Januar 1902 äußerte, daß er den Vortrag Huters gerne angehört habe, daß er Huters Buch gelesen habe und daß dieses viele wichtige Entdeckungen enthalte. Diese Kenntnis Thiels fällt also in die Zeit, da sein Buch über Augendiagnose erschien.

Der Leser wolle hier etwas Geduld üben, denn diese Angaben sind alle sehr wichtig. Ich weise damit die Angriffe gegen Huter ab und kennzeichne das ganze Verhalten Thiels, ohne ein Urteil zu fällen, denn das muß sich am Schluß jeder Leser selbst bilden.

 

Punkt V

Thiel schreibt anschließend weiter: „Bei den paar Kaffeestunden an einem Nachmittag waren anwesend außer mir und Bethmann und Huter: meine Frau und deren Freundin, Lehrerin Frl. Mügge, die alle heute tot sind außer mir.“

 

a) Also die beteiligten Personen außer Thiel sind alle tot. Bevor ich nun das wichtigste Dokument und Zeugnisabgabe über diesen Besuch folgen lasse, beachte der Leser noch:

Die Zeitdauer des Besuches gibt Thiel 1935 mit ein paar Kaffeestunden an.

 

Huter gab eine Zeitdauer von zirka 5 Stunden an, etwa 3 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends.

 

1903 schreibt Thiel wörtlich: Der Besuch Huters und Bethmanns in meiner Wohnung war ganz kurz.

Man beachte, daß aber Thiel heute zu der Zeitangabe von „ein paar Kaffeestunden“ gekommen ist.

 

Nun vorerst das Dokument:

Wichtiges Beweisdokument, daß Carl Huter den Peter Johannes Thiel in seine Irisforschungen durch mehrstündige Belehrungen eingeführt hat. (Die Überschrift stammt noch von Carl Huter aus einem Druckwerk 1911.)

 

Der Zeuge Bethmann hat hier die Zeitdauer des Besuches auf 4-5 Stunden festgesetzt.

In dem Dokument bekundet Bethmann die besonders ausführliche Einführung Thiels in Huters neue Entdeckungen auf dem Gebiete der Körper-, Gesichts- und Augenausdruckskunde.

 

Punkt VI

Thiel schreibt anschließend weiter:

„Ich hatte Huter als ganz selbstverständlich wie auch Bethmann und jedemandern die Grundzüge meiner Augendiagnose dargelegt, meine Radienfelder an den Augen meiner Frau gezeigt und dabei eine merkwürdige Entdeckung gemacht. (Da diese intime Fragen ganz kurz behandelt, so lassen wir sie fort.) Ich bat nun Huter, mir auch seine Ansicht über die Augendiagnose mitzuteilen, da er mir so auffallend schwieg, was ich anfangs als Schüchternheit deutete, weil er überhaupt sehr wenig sprach und fast nur uns andere reden ließ. Auf meine direkte Aufforderung hin gab er so verlegene ausweichende Antwort, daß ich den Wunsch nicht mehr wiederholte.“

 

a) Also hier hat sich 1935 das Blatt gewendet. Thiel will Huter über seine Augendiagnose unterrichtet haben – und Huter habe auffällig geschwiegen.

Maßgebend bleibt uns die Erklärung Bethmanns.

 

 

Punkt VII

Thiel schreibt anschließend weiter: „Die ganze Aufklärung über dieses mir unbegreifliche Verhalten sollte ich erst später erhalten. Kaum war einige Zeit später mein „Krankheitsbefund“ endlich gedruckt …“

 

a) Auch das muß, damit der Leser die Tatsachen richtig erfassen kann, genauer ausgedrückt werden, denn die Unterredung Huters mit Thiel war im Juli 1899, das Buch ThielsKrankheitsbefunderschien 1902, dazwischen liegt also ein Zeitraum von etwa zweieinhalb Jahren, was sicher unter der Angabe Thiels „kaum war einige Zeit später“ nicht zu verstehen ist.

 

Punkt VIII

Thiel schildert dann kurz, welche Freude sein Buch bei andern Personen erregte, und führt fort: „Aber was bekam ich zu meinem großen Erstaunen von Huter?

Eine Nummer des Hochwarts“, worin er mich des geistigen Diebstahls bezichtigte! Als Beweis dafür hatte er sich von meinem lieben und unvergeßlichen Freunde Bethmann einen Schein unterschreiben lassen, worin es hieß, daß Huter in meiner Wohnung mir einen Vortrag gehalten, und zwar auch über Augendiagnose, und daß ich ihm ehrenwörtlich versichert hätte, niemals etwas darüber irgendeinem Menschen mitzuteilen!!“

 

a) Die Erklärung Bethmanns ist nicht nur von ihm unterschrieben, sondern eigenhändig von Anfang bis zu Ende geschrieben.

 

b) Es ist nicht nichts von einer ehrenwörtlichen Versicherung usw. darin enthalten, sondern der Inhalt ist, wie sich der Leser überzeugen kann, noch anders.

c) Das sind zwei Angaben Thiels über dieses Dokument, die nicht zutreffen.

 

Punkt IX

Thiel schreibt anschließend weiter:

„Ich war völlig sprachlos über diese unerhörte Unwahrheit und über die Dreistigkeit, zu behaupten, daß Huter von mir ein ehrenwörtliches Versprechen des Schweigens über die Augendiagnose verlangt hätte, als meine Schrift darüber bereits druckfertig war!! So etwas tun doch bloß Erfinder aus Angst, daß andere ihrer Erfindung zuvorkommen!! Aber ein Forscher, ein freier Erforscher der Naturgesetze, will sich ehrenwörtlich versprechen lassen, nie darüber andern etwas zu verraten?“

 

a) Ja, ich glaube, der Leser dürfte hier sprachlos sein, denn das Dokument des Bethmann enthält ja dergleichen überhaupt nicht, es ist darin kein Wort zu finden, das Thiel Anlaß zu dieser Empörung gegen Huter geben kann.

 

b) Bezüglich der angeblich druckfertigen Schrift wurde hier bereits unter Punkt III dargelegt, daß Thiel im Jahre 1903 und 1925 ganz andere Erklärungen darüber machte.

 

Punkt X

Thiel schreibt anschließend weiter: „Als ich darüber meinen Freund Bethmann bei seinem nächsten Besuch in meiner Familie zur Rede stellte, war er sehr verlegen und meinte, er hätte keine Ahnung gehabt, daß „sein Freund“ Huter das Schriftstück so gegen seinen (Bethmanns) Freund Thiel mißbrauchen, diesem die Ehre abschneiden und ihn als Plagiator verdächtigen wolle. Er habe geglaubt, damit seinem Freunde Huter einen harmlosen Freundschaftsdienst zu leisten.

 

a) Hier versucht Thiel, das Dokument des Zeugen Bethmann  zu entwerten, das wird ihm aber nicht gelingen, denn das genaue Gegenteil von dem, was Thiel diesbezüglich behauptet, wird wie folgt bewiesen:

 

b) Diesen Zusatz zu seiner Erklärung hat Bethmann 1 Jahr und 4 Monate später derselben angefügt – zum Glück ist die Erklärung erhalten geblieben!

 

Dieser Zusatz befindet sich mit Tintenschrift geschrieben auf demselben Bogen – und bekundet, daß Bethmann sich der Tragweite seiner Erklärung voll bewußt war, indem er gestattete, daß Huter sie erforderlichenfalls veröffentliche.

 

Ja, der Zusatz zu der Erklärung ist an dem Tage in Eberfeld abgegeben, als der Beleidigungsprozeß Huter-Thiel daselbst beendet wurde.

Auch das spricht dafür, daß Bethmann seine Erklärung voll und ganz als zu Recht abgegeben nochmals durch den Zusatz bestätigen wollte.

 

Daher ist es zweifellos gerechtfertigt, wenn hier hervorgehoben wird: Niemals wird es Thiel gelingen, die Erklärung Bethmanns, das wichtigste Dokument in dieser Angriffssache Thiels, zu entwerten!

 

Aber der Leser soll sich hier noch selbst durch ein Bild des Bethmann überzeugen, ob er diesem Manne das zutraut, was Thiel heute nach 30 Jahren über ihn schreibt, oder ob er nicht volles Vertrauen in das setzen kann, was dieser Mann selbst geschrieben und unterschrieben hat und behördlich beglaubigen ließ!

Fruchtesser August Bethmann

Huter beschrieb das Bild wie folgt: „Er lebte geschlechtlich enthaltsam und pflegte einfache Lebensweise und ideale Gesinnung. Sündlos, heiter, fleißig sparsam, human war sein Wesen.“

 

Punkt XI

Thiel schreibt anschließend weiter:

„Auf diese Erklärung hin habe ich Bethmann zu keinem Widerruf verpflichtet, sondern die Sache als gekränkten Ehrgeiz eines wissenschaftlichen Geheimniskrämers aufgefaßt.“

Diese Beleidigung des Forschers Huter als „wissenschaftlichen Geheimniskrämer“ noch 23 Jahre nach dessen Tode ist angesichts der vorliegenden Tatsachen

Offensichtlich schweres Unrecht.

 

Punkt XII

Jetzt beginnt Thiel damit, Dinge über Huter vorzubringen, die zu der Sache „Augendiagnose“ selbst nicht gehören, aber so konstruiert sind, daß der Leser über den deutschen Forscher Carl Huter, der tot ist und sich nicht mehr wehren kann, ein sehr ungünstiges Bild erhält.

 

Thiel fährt anschließend fort: „Ich erfuhr nämlich bei meinen vielen Vortragsreisen von vielen anderen, denen Huter sen. es genau so gemacht hatte. (Das ist doch wohl schon an sich unmöglich, denn ein solcher Fall, wie er hier geschildert wurde, ist schließlich nur einmalig.) Wer dem Huterbunde“ beitreten wollte, mußte nämlich einen Revers unterschreiben, worin er sich ehrenwörtlich verpflichtete, die von Huter teuer gekauften Bücher (so teuer wie Thiels Bücher waren sie im Verhältnis sicher nicht) nie einen Menschen zum Lesen zu geben und auch selber niemals etwas darüber zu veröffentlichen, bei einer sehr großen Konventionalstrafe. Da hatte ich den Schlüssel zu dem unbegreiflichen Verhalten Huters, womit er sich außerhalb der Reihe aller gewissenhaften und selbstlosen Forscher stellte, um seine Forschungsergebnisse nur für sich allein und für teures Geld auch für seine Schüler auszunutzen, nicht aber der breiten Öffentlichkeit preiszugeben. Da war ich mir auch klar, daß er nun öffentlich so großen Wert darauf legte, daß alles, was über Menschenkenntnis von irgend jemandem geforscht und geschrieben wurde, nur von ihm allein herstammen könnte! Ich faßte also die Sache pathologisch auf. Mir ist kein weiteres Beispiel von irgendeinem freien Forscher bekannt, der so wie Huter eifersüchtig über seine Ergebnisse wachte, damit nur ja niemand außerhalb des Huterbundes, nicht einmal für Geld, etwas davon erfahren sollte!“

 

Diese Angaben von Thiels über Huter klingen wie eine Schauermär. Aber der Leser soll hier ganz objektiv über die wahren Tatsachen und Verhältnisse unterrichtet werden.

 

Es gab zwei Reversscheine Huters, der erste lautete wörtlich:

 

Ehren-Vertrag.

 

Zur Wahrung der Reinheit der Huterschen Schule und zum Schutz des geistigen Urheberrechts verspreche ich, von den Lehren, wie sie Carl Huter in einer 20 jährigen Lebensarbeit begründet hat und lehrt, keiner anderen Person Instruktion bzw. Mitteilung, die über den Rahmen der Empfehlung hinausgeht, zu machen, und bei erlaubten Besprechungen und Veröffentlichungen stets die richtige Quelle anzugeben. Ich verpflichte mich in jedem Übertretungsfalle zur Zahlung von hundert Mark an den Huterischen Bund, zu Händen des Schatzmeisters des Präsidial-Vorstandes des Huterischen Bundes.

 

a) Der Schein bringt klar und deutlich zum Ausdruck, daß Huter erlaubte Besprechungen und Veröffentlichungen bei richtiger Quellenangabe nicht nur gestattete, sondern sogar wünschte.

Mithin widerlegt dieser Schein selbst die ganze Schauermär, die Thiel darüber noch nach 30 Jahren berichtet.

 

b) Huter verbreitete von 1884 bis zu seinem Tode seine Forschungen und Lehren durch Bücher, öffentliche Vorträge und Lehrkurse, darüber haben weit über

 

300 deutsche Zeitungen und Zeitschriften

 

empfehlend und teils sehr ausführlich berichtet.

 

Huter gab seine vielen neuen Entdeckungen in den Vorträgen und Lehrkursen bekannt, bevor er sie noch in Druckwerken niederlegen konnte. Er mußte sich das Geld für seine Bücher erst verdienen – und das war sehr, sehr schwer, oft fast unmöglich.

 

Seine Forschungen weckten aber lebhaftes Interesse, wurden mitgeteilt und weitergesagt, oft nur halb richtig, oft entstellt, teilweise mit und teils ohne Quellenangabe.

 

Damit kam Huter, wenn er oftmals erst nach Jahren seine Entdeckungen in Druckwerken niederlegen konnte, leicht in eine heikle Lage, denn sie waren schon durch Abhandlungen, Broschüren usw., stückweise verflochten mit anderen Dingen, oft entstellt und ohne Quellenangabe – Huter war nur ein einfacher Mann des deutschen Volkes ohne jeden Titel – veröffentlicht.

Es handelt sich also in diesem Fall um eine einfache und selbstverständliche, durchaus erlaubte und rechtmäßige Schutzmaßnahmen.

 

Vor 1904 wurden alle Bücher Huters so verkauft und empfohlen, wie es im Buchhandel gang und gäbe ist, und waren bis 1904 schon zum Teil gänzlich vergriffen, also ausverkauft.

 

c) Nun in wörtlicher Wiedergabe der zweite Schein:

Lehr-Reservat-Recht-Schein.

 

Ich verpflichte mich Herrn Carl Huter, seine Körper-, Gesichts- und Augen-Ausdruckslehre, eine neue Lebens-, Seelen- und ethische Schönheitslehre (Psycho-Physiognomik und Kallisophie), niemandem ohne seine schriftliche Einwilligung mitzuteilen und ihn für jede Person, der ich seine psycho-physiognomische Lehre ganz oder teilweise mitteile, mit einhundert Mark zu entschädigen.

 

d) Von 1904-06 gab Huter sein großes Lehrwerk, Atlasformat, in fünf aufeinanderfolgenden Druckwerken als Manuskript heraus.

Besonders der fünfte Brief enthält sehr viele neue wichtige Entdeckungen, die aber ausnahmslos mit den Darlegungen in den vorangegangenen Werken  in Zusammenhang stehen.

 

Der Revers wurde dem Lehrwerk-Bestellschein beigelegt, unterschrieben, und der Verkauf ging glatt vonstatten.

 

Ich habe heute noch etwa 100 solche Reverse, die anstandslos von hohen Gerichtspersonen, akademisch gebildeten Beziehern, Fabrikanten, Handwerkern, Lehrern und sonstigen ehrbaren Personen unterschrieben sind.

 

So liegt z.B. auch noch eine Karte vor von Pastor Felke, der damals als Augendiagnostiker sehr bekannt war, der für eine dritte Person unter sehr anerkennenden Worten für Huter ein Lehrwerk bestellte mit der ganz einfachen Anmerkung, den ihm bekannten Revers mitzusenden. Sie die Abschrift der Karte:

 

 

Also auch Pastor Felke nahm an dem Revers keinen Anstoß. Er schrieb sogar über Huters Werk:Es ist das Wertvollste, was auf diesem Gebiet erschienen ist.“

 

Jeder Leser kann sich überzeugen, Huter wünschte, daß Mitteilungen über seine Lehren nur gemacht wurden mit seiner schriftlichen Einwilligung. Bevor er diese gab, konnte er sich überzeugen, daß die Person auch etwas von seiner Lehre verstand und nichts veröffentlichte, was zu Mißverständnissen über neue, bisher unbekannte Dinge führen konnte, und er behielt Einfluß auf die Art der Veröffentlichungen. Deswegen war aber Huter

1. nicht pathologisch veranlagt, war

2. nicht der Beitritt zum Huterbund unterbunden,

3. nicht geschah diese Maßnahme, um die Schüler auszunutzen,

4. nicht um die Forschungen nicht der Öffentlichkeit preiszugeben,

5. nicht war damit verbunden, daß alles, was über Menschenkenntnis von irgend jemandem geforscht und geschrieben wurde, nur von ihm stammen könnte. (Huter beruft sich in seinem Hauptwerk auf über 500 Forscher, Erfinder, Entdecker usw. auf deren Lehren er teilweise aufbaut.)

6. Nicht war damit verbunden, daß die teuer gekauften Bücher nie einem Menschen zum Lesen gegeben werden sollten – es war nur Huters schriftliche Einwilligung nötig – und die lag in seinem ureigenen Interesse, wenn kein Mißbrauch in Aussicht stand.

7. Nicht war damit verbunden, daß niemand jemals selber darüber etwas veröffentlichen durfte, – er brauchte nur Huters schriftliche Einwilligung.

8. Nicht war das Verhalten Huters unbegreiflich, sondern sehr naheliegend und gut begreiflich. (Es war ja 1904 der Prozeß Huter-Thiel noch im Gange.)

9. Nicht stellte er sich damit außerhalb der Reihe aller gewissenhaften und selbstlosen Forscher, sondern er stellte sich sogar damit erst recht – da er den Mißbrauch und die Mißdeutung guter Entdeckungen verhindern wollte – innerhalb deren Reihen.

10. Nicht war damit gesagt, geschrieben oder verbunden, daß er seine Forschungen nur für sich allein ausnutzen wollte und niemand, nicht einmal für Geld, davon erfahren sollte.

 

Es ist nicht anders, es ist eine Schauermär, die Thiel noch nach bald 30 Jahren berichtet.

Ich selbst habe 1907 das Werk von Huter bereits ohne Revers gekauft, wurde ohne demselben Mitglied des Huter-Bundes, was für alle andern neu eintretenden Mitglieder auch der Fall war. Ich kannte den Revers damals nur vom Hörensagen.

 

f) Nachdem das Hauptwerk Huters im Druck vollendet vorlag, fiel gegen Ende 1907 der Revers fort, und ich und alle mit bekannten Schüler Huters haben das Werk und alle anderen Bücher bis zum Tode Huters so verkauft, wie es üblich ist.

 

Huter war Mitglied des Börsenvereins Deutscher Buchhändler in Leipzig.

Und wie steht es heute mit dem Schutze der Lehren Huters?

 

Ich erwähne nur einen Punkt: die Dreitypenlehre Huters ist im Prinzip weltbekannt geworden, aber nicht unter Huters Namen und Benennung, sondern unter anderer Nomenklatur. [Carl Huter = Original; Ernst Kretschmer = Plagiat! Näheres diesbezüglich unter www.chza.deOriginal“]

 

Ist das nicht noch heute eine Illustration für die Notwendigkeit, seine Lehren zu schützen, wie es Huter mit dem Revers anstrebte? –

 

Aber was bezweckt Thiel mit seiner Schauermär?

Will er vielleicht damit nachdrücklich kundtun, daß er darum keine Werke Huters erhalten und von dessen Forschungen auch keine Kenntnis nehmen konnte? –

 

Thiel hebt auch besonders hervor, daß die Werke Huters für teures Geld gekauft wurden.

Dabei hatte z.B. der fünfte Brief des Hauptwerkes von Huter eine Preis von RM 5.- , Textseiten 240, Größe 22 X 29 cm, Gewicht 700 g. Worte über 100.000, Illustrationen 474 mit 60 Tafeln.

 

Die neue Schrift Thiels kostet ebenfalls RM 5.- , Textseiten 56, Größe 17 X 24 cm, Gewicht 160 g. Worte über 14.000, Illustrationen 52 mit 2-3 Farbdrucken auf 3 Seiten.

 

Der Unterschied ist also ganz enorm, Thiels Schrift ist im Verhältnis gut viermal so teuer – auch das ist eine Illustration zu den Angriffen Thiels 23 Jahre nach Huters Tode!

 

 

Punkt XII

Nun kommt Thiel wieder auf die Augendiagnose zurück.

Es heißt anschließend weiter: „Wie Herr D. Gerpheide (Volksarzt, 15.3.1932) berichtet, hat ihm Huter bei der ersten Begegnung i.J. 1900 erklärt, er (Huter) verstände von einer Diagnose aus den Augen noch nichts, sondern nur von einer Augen-Ausdruckskunde zur Charakterbeurteilung. Die Augendiagnose habe Huter erst später bei Pastor Felke gelernt. Sein Besuch bei mir war aber im Juli 1899, wie konnte er da mir einen Vortrag über seine Augen-Diagnose halten?“

 

Der Leser wird gebeten, diesem Punkte besondere Aufmerksamkeit zu schenken, denn blitzartig und charakteristisch wird hier die Situation erleuchtet.

 

Im August d. J. erhielt ich eine ganz kurze Anfrage von einem mir unbekannten Buchhändler und Verleger in Dresden. Derselbe erbat ein Angebot über Huters Werke und fragte, in welchen Werken Huter auf Thiel Bezug nehme.

Da ich nicht wußte, daß es sich um den Verleger eines neuen Werkes von Thiel handelte, gab ich die gewünschte Auskunft und sagte mir, der Mann kann sich am besten durch die obige Nummer des Volksarztes orientieren, welche eine Arbeit über Historische Tatsachen zur Augendiagnose von mir enthält. In gleicher Nummer hatte Gerpheide eine Erwiderung gebracht. Ebenso enthielt diese Nummer unter der Rubrik Fachfortbildung die siebente Fortsetzung einer von mir veröffentlichten Arbeit über Krankenphysiognomik“.

 

b) Thiel übernimmt hier den obigen Satz aus dem Bericht des Gerpheideaber die von ihm fett gedruckte Jahreszahl 1900 ist bei Gerpheide nicht zu finden, sondern Gerpheide gibt zweimal deutlich das Jahr 1903 an. Soll das bei Thiel etwa auch ein Druckfehler sein?

 

Aber mit der Jahreszahl 1903 hätte Thiel den Satz nicht gebrauchen können. Die Sache wäre zu durchsichtig geworden, da doch bereits 1902 Huter einen öffentlichen Angriff gegen Thiel wegen seines Buches „Augendiagnose“ gerichtet hatte.

 

Aber setzt man schlauerweise statt 1903 die Zahl 1900, so kann man sich stolz in die Brust werfen und fragen: Wie konnte mir Huter 1899 einen Vortrag über seine Augendiagnose halten, – wenn er laut Gerpheides Zeugnis im Jahre 1900 noch nichts davon verstand? –

 

Aber die Sache hat für Thiel noch einen Haken, denn in dem schon erwähnten Handschreiben vom 7.1.1903 an Huter schreibt Thiel, daß er dessen Werk habe, und er führt selbst wörtlich folgende Stelle aus dem Werk Seite 85 an, worin Huer auf die Augendiagnose Bezug nimmt: „Wie in den verschiedenen Gesichtsflächen Veränderungen auftreten, wenn im inneren Körper Erkrankungen sich einstellen, so auch in den Augen und besonders im Augenstern. (Vorangehend gibt Huter eine Einteilung des Augensternes in 42 Areale an.) Wie dieser Vorgang zu erklären ist, und daß derselbe tatsächlich stattfindet, darüber mehr in meinem Werk „Der neue Mensch und die neue Welt.“

d) Thiel weiß also ganz genau, daß Huter bereits 1898 seine besondere Augendiagnose und eine Erklärung für den Zusammenhang der Iriszeichen mit den Körperorganen haben mußte.

Trotzdem setzt er seinen Lesern diese von Gerpheide teils übernommene, im Hauptpunkt aber geänderte Bemerkung vor mit der Huter verhöhenden Frage:“

 

e) Gerpheide schreibt in gleicher Abhandlung des Volksarztes über Thiel selbst noch folgendes:Fest steht auch, daß Herr Peter Johannes Thiel von der Augendiagnose erst nach dem Jahre 1900 durch Pastor Felke erfuhr und sie anfänglich sogar als eine Irrlehre bekämpfte, bis er sich dann von ihrer Richtigkeit überzeugte und im Jahre 1902 seine erste Broschüre über den „Krankheitsbefund aus den Augen“ herausgab. (Tatsächlich schreibt Thiel in seinem Werk 1925: „Für mich war dieselbe [Augendiagnose] natürlich lange Zeit eitel Humbug und Schwindel.“)

 

Diesen Satz des Gerpheide veröffentlicht Thiel wohlweislich nicht, da er ja ausdrücklich betont, daß seine Augendiagnose vor dem Besuch Huters Juli 1899 bereits bei ihm fertig war. Soweit sie sich auf ihn selbst bezieht, kann er Gerpheides Aussage nicht gebrauchen. Soweit sie sich auf Carl Huter bezieht, weiß er, wie wir nachwiesen, daß Gerpheide sich irrt.

Aber trotzdem veröffentlicht er sie mit besonderer Abänderung.

Man weiß nicht, was man dazu sagen soll, aber diese Episode ist charakteristisch. –

 

Wie in Wirklichkeit der berühmte Augendiagnostiker Pastor Felke schon 1899 glänzend über Huter urteilte, darüber gibt folgende Postkarte von ihm einen Beweis, die an einen Felke befreundeten Arzt gerichtet ist.

 

h) 1894 schrieben bereits die Nordhäuser und Bokenemer Zeitung über einen Vortrag Huters: Thema Leib und Seele im Lichte der modernen Forschung, die neue Augendiagnose und Gesichtsausdruckskunde.

 

Aus dem Wortlaut des Berichts: „ … ermittelte der Herr (Vortragende) in kurzer Zeit aus der Augen-, Gesichts- und Kopfbildung die Talente, Anlagen, Krankheiten oder Schwächen der Betreffenden, und zwar häufig sehr genau.“

 

Daraus geht hervor, daß Huter bereits 1894 öffentlich auf der Bühne Erkrankungen durch die Augendiagnose feststellte.

 

 

Der Plan der Augeniris.

Wer weiter nichts von der Augendiagnose kennt und das Vorstehende gelesen hat, wird mit Recht sagen: Nun verstehe ich aber immer noch nicht, wie die Iriszeichen zustande kommen und wie die Augenachsen zu erklären sind, und wie man das anderen, mit Bezug auf die Sache Huter-Thiel, erklären soll. Daher in Kürze die folgenden Erklärung:

 

1898 gab Huter das Schema für seine Iriseinteilung mit 42 Arealen bekannt, es lautet:

 

1. Areal für Herznerven; 2. für Herzmuskelkraft, 3. Kehlkopf und Luftröhre, 4. Lungenspitzen, 5. mittlere Lungengruppen, 6. die unteren Lungenorgane, 7. die Rachenhöhle und den Schlund, 8. Areal für den Magen, 9. für Galle und Leber, 10. den Zwölffingerdarm, 11. den langen Darm, 12. den Dünndarm, 13. den Dickdarm, 14. den Mastdarm, 15. die Nieren, 16. die Blase, 17. die äußeren Geschlechtsorgane, 18. die inneren Geschlechtsorgane, 19. die Milz, 20. den Gaumen und die Zunge, 21. den Kiefer und die Zähne, 22. den Beckenbau, 23. den Rückenwirbel, 24. das Rückenmark, 25. den Brustkorb, 26. die Schultern, 27. die Oberarme, 28. die Unterarme, Hände und Finger, 29. die Oberbeine, 30. die Unterbeine, 31. die Füße und Zehen, 32. die äußeren Sinnesorgane, 33. die inneren Sinnesorgane, 34. die Hirnhäute, 35. die Großhirnzentralen, 36. das Kleinhirn, 37. das Mittelhirn, 38. den Hals, 39. den Nacken, 40. den Schädelknochen, 41. die Haut und 42. die Haare.

 

Es brauchte nur noch einige Erklärungen und Skizzen über die Kraftrichtungs- und Entwicklungsordnung Huters, über seine bereits in derNeuesten Heilwissenschaftdargelegte Entdeckung der Helioda in Verbindung mit dem, was von Peczelly, Schlegel und Liljequist vorhanden war, und es war leicht, danach ein Schema auszuführen.

 

In dem Buch ThielsDer Krankenbefund aus den Augen1902 und „Deutsche Heilodung statt schwedischer Heil-Massage“ 1903, befindet sich folgende Einteilung der Augeniris, die her nach dem Original zum Abdruck gebracht ist (die Thielsche Einteilung nach Farben ist hier fortgelassen).

 

Aus Thiel „Krankenbefund aus den Augen“ 1902.

 

Die Einteilung der Iris bei Thiel ist etwa folgende:

1. Großes Gehirn, 2. Stirn, 3. Auge, 4. Nase, 5. Oberkiefer, 6. Mund, 7. Unterkiefer, 8. Kehlkopf, Luftröhre, 9. Ober-, 10. mittlerer Rücken, 11. Nabelgegend, 12. Blase, 13. Gebärmutter, 14. Hoden, 15. Nieren, 16. Magen, 17. Mast- und Dünndarm, 18. Kleinhirn, 19. Ohr, 20. Hals, 21. Schulter, 22. obere Lunge, 23. untere Lunge, 24. Brustkorb, 25., 26., 27., 28., 29. Arm und seine Teile, 30. Milz, 31. oberer Bauch, 32. mittlerer Bauch, 33. unterer Bauch, 34. Leiste, 35., 36., 37., 38., 39., 40. Bein und Einzelteile, dann folgen noch einige weitere Zahlen.

 

Für die Entwicklung und Bedeutung der verschiedenen Richtachsen im menschlichen Körper, im Gesicht und Schädelbau und in der Augeniris gibt Huter in seiner Kraftrichtungsordnung etwa folgende Grundlagen:

 

1. Jede naturgewachsene Form, jedes Atom, Molekül und jede lebende Zelle hat eine magnetische Richt-, Längs– oder Festigkeitsachse (Wirbelsäule der höheren Lebensformen) mit dem positiven Nord-, Strahl– oder Kopfpol und dem negativen Süd-, Saug– oder Fußpol.

 

2. Die elektrische Achse richtet sich stets quer zur magnetischen Achse und entfaltet ihre Hauptkraft da, wo der Magnetismus am schwächsten ist, wodurch die Breite des Körpers entsteht. Das Symbol des Kreuzes versinnbildlicht das Verhältnis dieser beiden Kräfte.

 

3. Nach dem Innern des entstehenden Formgebildes wirkt stärker die Konzentration, außen die Attraktion, die Neigungsachsen folgen den Hauptrichtkräften in ganz bestimmter Ordnung.

 

Dazwischen liegt die Medioma, der Mutterstoff der chemischen Materie und das Od, ein vermittelnder Feinstoff. Medioma und Od polarisieren sich schwächer, denn ihr Charakter ist ja gerade zu vermitteln und Gegesätze auszugleichen. Daher bilden sie auch keine Richtachsen. Aber die Medioma wirkt rechtsseitig positiv, und linksseitig negativ, das Od umgekehrt.

 

4. Außerdem hat jedes Atom und Molekül eine Empfindungsenergie, die in der lebenden Zelle in dem anatomischen Strahlengebilde des Zentrosomas stark gesammelt in Erscheinung tritt. Diese stark gesammelte Empfindungsenergie ist die Lebenskraft der Zelle, die strahlende Bewußtseins- und Geisteskraft, oberste Leit-, Formund Richtkraft, von Carl Huter als solche entdeckt und Helioda benannt. Das Empfinden in der Zelle ist der Grundsinn, welcher die übrigen Sinne mit ihren Organen erst geschaffen hat, auch das Auge als negatives Aufnahmeorgan von Lichtreizen der Außenwelt und positives Strahlorgan der inneren Lebensvorgänge.

 

a) Durch die Pupille der Iris fallen die Lichtreize mit den Bildern der Außenwelt ein und werden durch die negative Helioda, das ist das Reizempfinden der Zellen, die sich in der Netzhaut der Augen das feinste Aufnahmeorgan geschaffen haben, aufgesaugt und zu den Sehzentralen usw. weitergeleitet. Der Lichtreiz pflanzt sich durch das Nervensystem und die Zentrosomastrahlung zu sämtlichen Körperzellen fort, daher nimmt nicht nur das Auge, sondern der ganze Körper Anteil an dem Sehen.

 

b) Die Empfindungszentralen der Zellen reagieren auf die empfangenen Reize, nehmen sie auf, verarbeiten sie; diese werden umgewandelt und dem lebenden Organismus dienstbar gemacht. Dadurch wird die eigene Lebensenergie gestärkt, und es tritt eine Spaltung der Kraft auf, wodurch die positive Lebensstrahlkraft entsteht. Diese strahlt nach allen Seiten, ernährt und belebt die Zelle und strahlt auch rückwirkend von Zentrosoma zu Zentrosoma, von Nerv zu Nerv usw., an den Nervenbahen entlang zu den Sehzentralen und Bewußtseinszentren und zurück bis zum Auge. Durch diesen Rückstrahlungsvorgang ist das Sehen erst vollendet, und wir sehen in der Tat und nicht nur scheinbar die Bilder außer uns und aufrecht stehend.

 

Da die Pupille der aufsaugende Einfallspol aller Lichtreize ist (also negativer Heliodapol), kann sie nicht zugleich Ausfallspol der positiven, rückstrahlenden Reize sein. Diese Heliodarückstrahlungspole sind vielmehr konzentrisch um die Pupille gruppiert in der Augeniris.

 

Dadurch ist in Verbindung mit den vor Huter bereits bekannten Tatsachen über Bau und Funktion des Auges der Vorgang des Sehens zum ersten mal restlos erklärt, ebenso der zweckmäßige anatomische Bau des Auges, vor allem die Bedeutung der Iris.

 

 

c) Die mit der empfindenden Helioda aufgesogenen und weitergeleiteten Lichtreize der Außenwelt, die allen Zellen übermittelt werden, verursachen in Verbindung mit der chemischen Beschaffenheit der Organe mit die verschiedene Färbung von Lunge, Magen, Leber usw.

 

Die Lichtreize spalten chemische Stoffe, besonders kranke, und allerfeinste Abspaltungsprodukte (Svante Arrhenius lehrt z.B., daß mit dem Licht der Sonne Lebenssporen übertragen werden, das sind chemisch und materiell fast unvorstellbare Kleinstteilchen; – die moderne Atomphysik rechnet schon mit der Zusammensetzung der Atome aus Millionen von Kleinstteilchen, – noch weitgehender ist die Kleinheit und Feinheit materieller Vorgänge, die mit der Heliodastrahlung verbunden sind. Wenn man sich nicht daran gewöhnt, mit dieser bis in die unendliche Feinheit sich fortsetzenden Kleinheit zu rechnen, so kann man nicht in die Geheimnisse der Materie, des Lebens und noch viel weniger der unsterblichen geistigen Welt und Gottheit eindringen, die Huterlehre nicht verstehen, – sondern nur verhöhnen) werden mit der Heliodastrahlung an den Nerven entlang zur Iris getragen, lagern sich hier ab und verursachen feine Form- und Farbzeichen, – dunkle und helle Zeichen, aus denen der Gesundheitszustand, aber auch Erkrankungen der inneren Organe zu erkennen sind. In der Augeniris endigen unbekannt Millionen von Nerven.

 

d) Nach dem hier unter 1-4 skizzierten Plan, der allen Lebensformen ideel zugrunde liegt, lagern und richten sich ordnungsmäßig die Nervenfasern, Stoffe und Kräfte in der Iris.

 

e) Die Körperachsen kehren in der Iris ideel wieder, und mit Hilfe derselben finden wir die Korrespondenz der verschiedenen Irisareale mit bestimmten Körperorganen.

 

f) In der magnetischen Achse (Längsrichtung) liegen am Kopfpol derselben die Areale für das Gehirn in seinen verschiedenen Teilen, am entgegengesetzten Fußpol die Areale für Beine, Füße und Zehen.

 

g) In der Breitenachse des Auges gruppieren sich die Areale der Organe, die in der größten Breite des Körpers liegen, Schulter, Brustkorb, Lunge, Arme usw. Zwischen diesen Hauptachsen lagern und richten sich die Areale für die weiteren Organe in planmäßiger Ordnung.

 

h) In der Mitte des Körpers liegen die Bauchorgane mit ihren Nervengeflechten. Hier wirkt im Bereich der Konzentrationsenergie der Magen als Aufnahme- und Saugorgan.

Im innersten Ring der Iris finden wir die Organfelder hierfür um die Pupille, den negativen Saugpol der Helioda, gruppiert. Rund herum schließen sich um dieses Irisfeld die Korrepondenzen mit den übrigen Verdauungsorganen und dem inneren und äußeren Nervensystem.

 

i) Die positiven Helioda-Strahlpole im äußeren Ring der Iris korrespondieren mit den Peripherieorganen und der Haut.

 

Damit hat der Leser natürlich hier nur skizzenhaft ein ziemlich klares Bild über die wunderbarsten körperlichen, seelischen und geistigen Vorgänge in der Iris der Augen und den zugrund liegenden Plan. Wenn der Leser sich nun darum bemüht, und er hat gute anatomische und einige physikalische und mathematische Kenntnisse, dann kann er danach einen Plan der Iris ziemlich klar und richtig ohne jede sonstige Vorkenntnis skizzenhaft entwerfen und konstruieren.

 

Huter aber hat über 30 Jahre lang rastlos geforscht und praktisch geprüft, um diesen Kanon der Iris aufzustellen. Dieser Plan hat nicht nur medizinischen und physikalischen Wert. Es ist der vollendetste architektonische Plan über das Geheimnis der Lebensoffenbarung. Huter hauptwerk V. Brief Seite 232.

 

So wie das Auge der Kulminationspunkt aller Organbildung ist, so ist der Plan der Iris das Schlußstück der Huterschen Welt- und Lebensforschung. –

 

Jetzt bringt Thiel wieder etwas vor, was mit der Augendiagnose gar nichts zu tun hat.

 

Punkt XIII

 Anschließend heißt es bei Thiel Seite 14 und 14 weiter: „Darum schrieb ich eine Verteidigung voller Humor als letztes Kapitel meines gerade zum weiteren Druck fertigen Werkes: „Deutsche Heilodung statt schwedischer Heilmassage“, worin ich Huter wegen seiner Schrift: Die Landeshuter von Hilgenahaine  satirisch darstellte, weil er sich darin als direkten Abkömmling von Hermann dem Cherusker, dem „Huter des Hilgenhaines“ beweihräucherte. Dafür verklagte er mich wegen Beleidigung, und ich erhob Gegenklage.“

 

a) Hier muß ich nun im Interesse unseres Deutschtums, unserer Rassen-, Heimat- und Familienforschung dem Leser Aufklärung geben.

 

b) Laut Gerichtsurteil vom 17. Juni 1904 mußte Thiel aus dieser seiner Schrift das Vorwort und den zehnten Brief, worin diese Beleidigungen enthalten waren, entfernen.

 

c) Obwohl nun über 30 Jahre darüber vergangen sind, wiederholt Thiel diese Beleidigung Huters im Prinzip auf neue. Das ist doch allerhand.

 

d) Es ist unwahr, daß Huter sich in dieser Schrift als direkten Abkömmling von Hermann dem Cherusker beweihräucherte.

Aber wenn ein deutsche Mensch vor 30 Jahren sich erlaubte, über das alte Germanentum, über die große Vergangenheit seiner Heimat, über Rassen- und Familienforschung zu schreiben und diese zu verherrlichen, dann konnte er gewiß sein, von allen politisch links gerichteten Kreisen mit Hohn und Spott überzogen zu werden.

 

Aber, daß Thiel, heute nach 30 Jahren, nachdem der nationalsozialistische Umsturz erfolgte, Huter mit derselben Sache aufs neue beleidigt, daß er sich noch damit brüstet, gegen diese Schrift Huters voller Humor und Satirik geschrieben zu haben, das hätte man doch nicht erwartet.

 

e) Der Titel dieser 1898 erschienenen Schrift lautet:

Die Landes-Huter von Hilgen-Haine.

Eine Studie

Über das alte Cheruskerland mit seiner urdeutschen Staats- und Ständeverfassung und die Notwendigkeit einer germanischen Religion

 

Eine Studie über die Völkerverbrüderung nebst einer Friedens- und Schwesterpolitik der germanischen mit den romanischen Völkern

Von dem

Nachkommen eines alten vergessenen

Königsgeschlechts

 

f) In der Schrift selbst ist Huter nicht einmal als Verfasser genannt und nichts angegeben, daß er sich als direkten Abkömmling von Hermann dem Cherusker bezeichnet, ja, diese Darstellung Thiels ist sogar sinnwidrig, denn die Landeshuter waren Friedensfürsten, die im Kriege die Führung an den Herzog (der vor dem Heere herzog, wie Hermann der Cherusker) abgaben, um sie nach dem Kriege wieder zu übernehmen. Huter schildert, wie das alte Cheruskervolk eine vorbildliche Staats- und Ständeverfassung hatte, daß sie, wie geschichtlich nachweisbar, eine Musternation an Tapferkeit und Tugend waren, daß sie als unsere Vorfahren und Stammeseltern uns Vorbild bleiben sollten, von denen der damalige Neudeutsche unter allen Umständen noch viel, sehr viel lernen sollte.

Huter schildert die große Vergangenheit der alten Mühlen, Vesten, Dörfer und Städte seiner Heimat und ihrer Bewohner, ihrer Rasse, Sprache, Sitten usw.

 

Bei dem Dorf Heinde bei Hildesheim [heute, 2008, ist Heinde eingemeindet in Stadt Bad-Salzdetfurth] (Geburtsort Huters), stand auf dem Kirchberg einst eine herrliche Veste. Es war der Sitz der Landes-Huter des Cheruskervolkes, der Sitz der Cheruskerfürsten, der Friedenskönige, die heilige Landeshut im heiligen Haine.

 

Die Huter von Heinde, die alten Landeshuter, waren die Könige der alten Cherusker, welche vom Harze bis zur Weser und vom Eichsfeld bis zur Heide in Friedenszeiten das Land regierten. Heinde heißt ursprünglich Haine, der geheiligte Wald.

 

Huter bedauert, daß die Bewohner von Heinde ihre große historische Vergangenheit nicht mehr kennen. Die alten Römer, welche Wundertaten vollbrachten und alle erreichbaren Vesten und Länder eroberten, Völker und auch die deutschen Stämme unterwarfen, waren gezwungen, vor diesem einzigen tapferen Völkchen haltzumachen, sie wurden schließlich geschlagen und zurückgedrängt.

 

Unter dem Deckmantel des Christentums wurde später die alte germanische Kultur vernichtet, die ehernen Tafeln, die Vesten und Haine usw. zerstört. Hätten die Cherusker nie das Pfaffentum kennengelernt, dann hätten wir in Deutschland noch eine reinere Rasse, eine höhere Kultur und mehr Urwüchsigkeit und Kraft, Gastfreiheit, Biederkeit und Ehrbarkeit im Volksleben.

 

Den alten Cheruskern war Schachern und Handeln fremd. Die Schrift klingt aus: Wir brauchen keinen jüdischen Geschäftsgeist. Die semitischen und ostasiatischen Völkermassen sind ungeeignet, der Menschheit in Zukunft die Wege zu zeigen. Germanen einet, einet Euch. Den Anfang bilde ein germanisches Religionsideal. Gemanen und Romanen, erobert die Welt!

 

g) Man sollte doch meinen, eine solche Schrift, die schon vor 37 Jahren erschien, sollte heute vor Humor, Satirik, Hohn und Spott geschützt sein. Eine Schrift, die jedes deutsche Herz entzücken muß, noch heute zu verhöhnen, das ist allerhand.

Herr Thiel, ich will Ihnen etwas sagen: Das Herz tut einem weh, der deutsche Sinn empört sich, wenn man heute so etwas von Ihnen lesen muß.

 

 

Punkt XIV

 

Es heißt anschließend bei Thiel weiter: „In der Verhandlung des Amtsgerichtes Elberfeld wollte er immer wieder den Beweis meines „Plagiates“ versuchen, wurde aber vom Richter stets abgewiesen, der uns schließlich erklärte, daß wir beide wegen Beleidigung bestraft werden würden, wenn wir uns nicht einigten und gegenseitig vor Gericht die feste Zusicherung abgeben, die beleidigenden Schriftstücke zu vernichten. So kam dieser Vergleich ohne jedes weitere Zeugenverhör zustande, aber keine Verurteilung meinerseits (auch nicht von Huter), obwohl Huter unbegreiflicherweise schon in der nächsten Nummer des Hochwart behauptete, ich sei wegen des „Plagiates“ bestraft worden! Das kann ja noch heute aus den Akten nachgewiesen werden, wenn jemand das Gegenteil der Wahrheit behaupten wollte. Ich wurde von vielen Freunden aufgefordert, unbedingt neue Klage wegen Beleidigung und wegen öffentlicher Fälschung eines Gerichtsurteils zu erheben.“

 

a) Herr Thiel, ich will Ihnen antworten, daß man das, was sich nach dem Prozeß abspielte, nicht mehr aus den Gerichtsakten beweisen kann, denn das Verfahren war abgeschlossen.

 

Aber ich kann Ihnen folgende Unwahrheit beweisen:

 

1. In der nach Beendigung des Prozesses erschienenen Hochwart, Juli 1904, stand überhaupt nur eine Hinweis, daß aus drucktechnischen Gründen die Veröffentlichung des Gerichtsbeschlusses erst in der nächsten Nummer erfolgen könne.

 

2. In der Oktober-Nummer 1904 stand erst der Schlußartikel Huters gegen Thiel.

Hier hat Huter den Gerichtsbeschluß

Wortwörtlich zum Abdruck gebracht.

 

Damit allein ist bewiesen, daß Huter jedem Leser die Möglichkeit gab, sich durch das Gerichtsurteil genau zu überzeugen, wie die Sache war.

Das ist doch allerhand, nach 30 Jahren solche Unwahrheiten in die Welt zu setzen! Und was will Thiel, wie er weiterhin schreibt, noch auf seinen Eid nehmen!

 

Huter hat das Gerichtsurteil wortwörlich zum Abdruck gebracht und sich keiner Fälschung eines Gerichtsurteils öffentlich schuldig gemacht! Was Thiel sich hier leistet, übersteigt jedes Maß!

 

 

Punkt XV

Thiel fährt dann fort: „Aber ich war wahrhaftig des Prozesses müde und habe wie Pastor Felke über all die Verleumdungen nur gelacht!“

 

a) Da könnte man ja gerade denken, Huter hätte mit Felke auch einen ähnlichen Kampf gehabt, das ist nicht der Fall, sondern das Gegenteil: Felke hat Huter hochgeehrt.

 

b) Wie die beiden hier veröffentlichten Postkarten von Pastor Felke bezeugen, hat derselbe das persönliche Können Huters in vollständiger Diagnose, wozu er doch die Augendiagnose in erster Linie rechnete, und eine noch auszubauende Therapie außerordentlich hoch eingeschätzt.

Ebenso hat er Huters Werk als das „Wertvollste auf diesem Gebiet“ bezeichnet.

In Pastor Felkes Augendiagnose1907, S. 118, 124 und 187 ist Huter ehrenvoll zu Wort gekommen. Das ist die heute noch beweisbare Wahrheit!

 

1913 habe ich im Felke-Kalender einen illustrierten Aufsatz überKrankenphysiognomikveröffentlicht. Als 1910 das Buch des Juden Dr. S. Seligmann überAugendiagnose und Kurpfuschertumerschien, habe ich in Verbindung mit Herrn W. Uhlmann in der Felke-Zeitung einen längeren Artikel veröffentlicht:Augendiagnose, freie Heilkunst, und Dr. S. Seligmann“. Hier wurde Seligmann dermaßen widerlegt, daß sein Buch über ein Jahrzehnt sozusagen vom Büchermarkt verschwand und seinen Zweck, ein Verbot der Augendiagnose herbeizuführen, nicht erreichte. Seligmann hatte für die Augendiagnose, um sie zu brandmarken, die unangenehmsten Bezeichnungen – und Thiel nennt ihn 1925 einen „ehrlichen“ Gegner.

 

Als um 1911 die Augendiagnose in allerschwerster Gefahr war, habe ich auf meine Kosten in Tageszeitungen Anzeigen veröffentlicht und Tausende von Postkarten verbreitet, in denen die Wissenschaftlichkeit der Augendiagnose bewiesen ist. Hier gebrauchte ich das Wort: der berühmte Anthropologe und vergleichende Anatom Univ.-Prof. Klaatsch, Breslau, sagt, von der Augeniris, „es ist weiter nichts als ein Stück des allerfeinsten Gehirns, das offen zutage liegt“.

 

Heute, 1935, steht bei Thiel, Seite 24, daß die Iris „ein Stück Gehirn ist“.

Es sind alte vergangene Kämpfe, – aber sie sind bezeichnend!

 

Erwähnt sei auch noch, daß der „volkstümliche Arzt Süddeutschlands“, Emil Schlegel, der 1887 die Entdeckungen Peczellys über die Augendiagnose veröffentlichte, der Vorkämpfer der deutschen Volksheilkunde, gest. 1934, der einen großartigen Nachruf in der Deutschen Volksgesundheit erhielt, in langen Briefen, die noch heute vorliegen, Huters Forschungen anerkannte. Er schrieb u.a.: „ … so bleibt doch Ihr Werk eine große geistige Tat, edel und vorbildlich an Gehalt und Darstellung. Dies also war mir ein Bedürfnis, Ihnen mit dem Ausdruck meiner ergebenen Gesinnung zu sagen.“ –

 

 

Punkt XVI

Es heißt anschließend bei Thiel weiter: „Hätte ich freilich damals geahnt, daß noch 30 Jahre danach materiell Interessierte zu ihren Gunsten das von meinem Freunde Bethmann ahnungslos unterzeichnete Schriftstück nach dem Tode aller Beteiligten (außer mir) ausnutzen würden, dann hätte ich damals klare Bahn durch einen neuen Prozeß geschaffen. Leider siedelte damals kurz darauf mein Freund Bethmann nach einer Südseeinsel des Sonnenordens über und ist bald danach gestorben.

 

a) Das Schriftstück Bethmanns ist von Bethmann eigenhändig geschrieben und unterschrieben, er hat es persönlich bei der Behörde beglaubigen lassen, da es ein Dokument von bleibendem Wert sein sollte. Huter selbst hatte ihn (Bethmann), laut seinen Briefen von 1903 davon unterrichtet, daß sein wahrheitsgemäßes Zeugnis dazu dienen sollte, das, was geschehen war, vor der Mitwelt und Nachwelt im Interesse der Wissenschaft, der Ehre und Wahrheit festzuhalten.

 

b) Das Schriftstück Bethmanns ist von „materiell Interessierten“ nicht ausgenutzt worden, sondern es ist von mir als wichtiges Beweisstück zum Schutze der Wahrheit verwendet worden, um rein sachlich festzustellen, daß im Juli 1899 die Unterredung Huter-Thiel tatsächlich stattgefunden hat, – da das Schriftstück selbst und die Tatsachen an sich so gut wie unbekannt waren.

 

Punkt XVIII

 Thiel fährt fort: „Da er (Huter) immer wieder gegen mich wie gegen viele andere die Verdächtigung des „Wortbruchs“ und des „Plagiats“ erhob, -„

 

a) “Mit vielen gegen einen“, – aber – dem Hauptgegner Huters wurde am 1. März 1911 vom Gericht geboten, bei Vermeidung einer Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder einer Haftstrafe bis zu 6 Monaten die Beleidigungen gegen Huter zu unterlassen.

Das allein erhellt die Situation wahrlich in einem ganz anderen Sinn, wie der Eindruck ist, den Thiel bei seinen Lesern über Huter erweckt.

 

b) Huter hat besonders in seinen letzten Lebensjahren den teilweise entsetzlichen Terror in sozialdemokratisch-anarchistischen Führerkreisen angegriffen, den moralzerstörenden, extremen Materialismus, den schädlichen Unfug, der mit den von Amerika kommenden Hypnose- und Suggestionsmethoden betrieben wurde, gebrandmarkt.

 

Ob dadurch die von Huter Angegriffenen sich verdächtigt und in ihrer Forscherehre gekränkt sahen – mag dahingestellt sein -, hat aber einen ganz anderen und für Huter ehrenvollen Sinn. Er kämpfte gegen Auswüchse seiner Zeit das ist aber durch Thiel hier dem Sinn nach ganz anders, und zwar im ungünstigen Sinn für Huter, gewertet. Auch das mag festgehalten werden.

 

 

Punkt XX

Thiel fährt fort: „Wir wollen gerade mit einer gemeinsamen Schrift an die Öffentlichkeit treten und unsere Verteidigung gemeinsam vor Gericht erzwingen, als unerwartet die Nachricht kam, daß Huter plötzlich gestorben sei.“

 

a) In voller Schaffenskraft gab Huter nach Beendigung seines großen Lehrwerkes 1906 noch folgende Werke heraus:  

 

1907 Die Naturellehre.

1907 Die neue Ethik.

1907 Die größte Entdeckung des 19. Jahrhunderts.

1907 Die Lösung der Lebensrätsel.

1908 Liebe, Ehe, Familie und Gesellschaft der Zukunft.

1908 Die neue Weltanschauung.

1908 Die Mitgliedschaft des Huterischen Weltbundes.

1909 Das Empfindungsvermögen der Materie.

1909 Leitfaden zu meinem System der wissenschaftlichen Psycho-Physiognomik.

1909 Katechismus der Huterschen Wissenschaft.

1910 Liebes-, Ehe- und Sitten-Reformen.

1910 Huter und Häckel, der Kampf zwischen zwei neuen Weltanschauungen.

1910 Grundlegende Entdeckungen für die wissenschaftliche Psycho-Physiognomik und ethische Schönheitsreligion und mein Kampf um die Wahrheit und um die höchsten Menschheitsideale.

1910 Das illustrierte Handbuch, Körper-, Kopf-, Gesichts- und Augenausdruckskunde.

1910 Führer durch das Carl-Huter-Museum.

1910 Die Zeitschrift Hochwart.

1910 Die Zeitschrift Freiwohl.

1910 Die Rundschau.

1910 Illustrierte Blätter für praktische Menschenkenntnis.

1911 Aus eigener Kraft. Von Pinsel und Palette zur Naturwissenschaft und Philosophie, Psycho-Physiognomik und Kallisophie (von Huter unter schwersten materiellen Opfern im Kampf gegen unlautere Machenschaften seiner Gegener herausgegeben).

Nicht mehr auffindbar sind die gleichfalls fertiggestellten Manuskripte:

1.Nachtragsband zum großen Huterwerk mit dem vollständigen Schema seiner praktischen Beurteilungskunst.

2.Mein System der Augensprache und Augendiagnose.

3.Das große kallisophische Werk.

 

 

Die Tragik der letzten Lebensjahre Huters ist kurz folgende:

Die vereinten Machenschaften seiner Gegner brachten es fertig, ihm allen Kredit zu untergraben, seine letzte Lebensarbeit, Museum und Forschungsinstitut, sowie Volkshochschule für freie Wissenschaft, die vielen Druckwerke 1911 unter den Hammer zu bringen.

 

Durch Krankheit und Kummer geschwächt, mit der Niederschrift seiner letzten religiösen Erkenntnisse beschäftigt, ist es Huter nicht mehr gelungen, von neuem aufzubauen. Er starb infolge dieser Leiden. Dezember 1912. Damit teilte er das Los der größten Erfinder, Forscher, Entdecker und Ethiker der Welt. Warum sollte er auch ein Vorrecht haben? Er litt mehr wie andere vor ihm.

 

Sein letztes Druckwerk „Aus eigner Kraft“ aber gibt ein Bild seiner Lebensarbeit und der großen Liebe, Verehrung und Begeisterung, welche seine Lehren und seine persönliche Wirksamkeit bei guten Menschen hervorriefen.

 

 

Punkt XXI

Thiel fährt fort: „Damit glaubte ich für immer den „Fall Huter“ begraben.“

 

a) Der Geist der Wahrheit läßt sich aber leider nicht begraben, Herr Thiel!

 

b) Die wissenschaftliche Forschung und die Nachwelt wird, wie es schon teils heute geschehen ist, über die vielen Entdeckungen Huters, darunter solche allerersten Ranges, das Endurteil sprechen. –

 

 

Punkt XXII

Thiel fährt fort: „Aber es sollte anders kommen! Huter hinterließ eine Familie mit Kindern …“

 

a) Wie schaurig das nur klingt, – zu sterben und eine Familie mit Kindern zu hinterlassen!

 

b) Auch das kennzeichnet, in der Art wie es gebracht ist, den Geist Thiels.

 

 

Punkt XXIII

Thiel fährt fort: „ … viele Beleidigungsprozesse und etwas fünftausend Mark Schulden.“

 

a) Thiel erweist sich 23 Jahre nach Huters Tode [Stand 1935] scheinbar bis in Einzelheiten über Huters Privatverhältnisse genau orientiert und stellt ihn so hin, daß der Leser zum mindesten einen schlechten Eindruck von Huter erhält.

Thiel berichtet aber falsch, denn viele Beleidigungsprozesse lagen überhaupt nicht vor. Es ist aber möglich, daß ein solcher Prozeß bei Huters Tode noch nicht abgeschlossen war.

 

b) Auch über nachgelassene Schulden Huters ist Thiel scheinbar genau orientiert und berichtet darüber noch 23 Jahre nach Huters Tode.

Was sagt der Leser zu diesem Charakterzug Thiels?

Gehört das auch zum Thema „Augendiagnose“?

 

Wir wollen aber zu diesem Punkt Schulden gleich noch den nächsten Satz Thiels lesen:

 

 

Punkt XXIV

„Da die Kinder nicht dafür aufkommen konnten, so wurden diese Schulden von gewisser Seite bezahlt gegen die Verpflichtung der ganzen Familie Huter, für immer auf ein Honorar aus den Werken Huters zugunsten der Schuldenzahler zu verzichten.

 

a) Was Thiel mit diesem Satz seinen Lesern auftischt, ist von A bis Z frei erfunden. Da er hier bezüglich Bezahlung dieser Schulden so genau berichtet, als wäre er dabei gewesen und ist doch kein wahres Wort daran, so können wir fest darauf bauen: Über die Höhe der Schulden ist Thiel genau so wenig orientiert wie über die Bezahlung derselben von „gewisser Seite“.

 

Aber wen meint Thiel mit der gewissen Seite? Sein anschließender Satz schon drückt es aus: „Die Werke wurden nun im Verlag Kupfer weiter herausgegeben.“

 

b) So muß der Leser schlußfolgern: Wer die Schulden bezahlt und die Familie verpflichtet, auf Honorare aus Huters Werken zu verzichten, das kann doch nur der sein, der diese Werke auch herausgibt.

 

c) Das macht den Eindruck, als sei Kupfer bezüglich des Schuldenbezahlens, des Verlagsrechtes und der Entrechtung der ganze Familie Huter ein „Geschäftsmann“.

 

d) Thiel berichtet aber unwahr, denn schon 1913 verzichtete Frau Huter, die von ihrem Manne getrennt und in Ehescheidung lebte, für sich und als Vormünderin ihrer Kinder rechtsgültig auf die Erbschaft Huters.

 

e) Es kam danach also auch keine Schuldenbezahlung der Familie Huters mehr in Betracht und auch kein damit verbundener Verzicht auf ein Honorar aus den Werken Huters.

 

Was ist es aber für eine Art von Thiel hier intime Vermögens- und rechtliche Verhältnisse der Familie Huters unwahr darzustellen und am Schluß (siehe weiter unten) noch anzugeben, diese seine ganze „Aufklärung“ vor Gericht beschwören zu wollen?!

 

f) Erst 7 Jahre nach Huters Tode regelte auf Grund des Testamentes Huters das Vormundschaftsgericht in Dresden die Erbschaftsfolge und 1920 übernahmen Herr Kurt Wagner und ich [Amandus Kupfer] das Verlagsrecht Huters, nachdem es unrechtmäßig vorher einem Juden angeblich gehörte, der die Lehren Huters selbst kaum kannte.

Nicht leicht überwand ich alle materiellen Bedenken und nahm diese und die schwere moralische Pflicht des Verlagsrechtes auf mich.

 

g) Und in welchem Lichte erscheint die mir heilige Pflicht durch Thiel hier, für die ich mit meinen Angehörigen jedes Opfer gebracht und jede Arbeit auf mich genommen habe? – Ich weise seine anzüglichen Bemerkungen als unwahr zurück!

 

 

Punkt XXV

Thiel fährt fort: „Nun wird man verstehen, warum noch heute, ein Menschenalter nach dem Tode Carl Huters, gewisse Kreise die Sache Huter-Thiel-Bethmann nicht schlafen lassen wollen, sondern noch heute die Verdächtigung hinter dem Rücken weiter verbreiten, nachdem ich wiederholte Drohungen dieser Kreise mit einem Prozeß mit Zusendung der sehr vervielfältigten Beweisunterschrift von Bethmann abgewiesen habe.“

 

a) Der Leser lasse sich durch diese Rechtsauffassung Thiels nicht irreführen. – Mit der Übernahme eines Verlagsrechtes ist die moralische Pflicht verbunden, die Forschungen und Rechte des verstorbenen Autors zu schützen.

 

b) Daher habe ich Thiel 1922 einen Prozeß angekündigt, wenn er die schwersten Beleidigungen gegen den deutschen Forscher Huter nicht entfernen würde. (Siehe Punkt 11.)

 

c) Und wie hat Thiel „die Drohungen mit einem Prozeß“ abgewiesen? Er suchte seine öffentliche schwere Beleidigung gegen Huter zu mildern, erklärte, sein diesbezügliches buch sei längst vergriffen, und er würde auf Huter keinen Bezug mehr nehmen.

 

d) Die Zusendung der Erklärung Bethmann an Thiel war berechtigt, damit er sich der wahren Tatsachen erinnere. Ebenso ist es berechtigt, diese Erklärung zur Feststellung historischer Tatsachen über die Augendiagnose mit Bezugnahme auf die zugrundeliegenden Forschungen bei voller Namensnennung offen und frei zu gebrauchen.

 

Das ist doch eine offenkundige klare Rechtsauffassung, – was Thiel aber hier daraus macht, das sind tatsächlich Verdächtigungen.

 

Ich habe die Beweisschrift Bethmanns bisher nicht vervielfältigt, aber hier ist sei nun, um das Recht zu wahren, im Faksimiledruck (Punkt V) wiedergegeben!

 

Punkt XXVI

Thiel fährt fort: „So suchen diese Kreise noch heute bei Schriftleitern von Zeitschriften, worin Aufsätze von mir erscheinen, mit Hilfe dieses Schriftstücks meine Ehre und Mitarbeiterschaft zu untergraben!“

 

Ein Schriftstück, das in voller Erkenntnis der Sachlage eigenhändig geschrieben, unterschrieben und beglaubigt worden ist, das nachträglich als zur Veröffentlichung geeignet gekennzeichnet ist, das objektive Tatsachen feststellt, beleidigt nicht und schneidet auch nicht die Ehre eines anderen Menschen ab.

 

 

Die wahren Tatsachen!

In der Zeitschrift Deutsche Volksgesundheit“, Herausgeber Dr. H. Will, April 1934, stand ein Artikel:

 

Wer hat die Augendiagnose entdeckt?

 

Als der historische Entdecker war der Budapester Arzt Peczelly bezeichnet, als wissenschaftlicher Ausbauer: Schlegel, der Schwede Liljequist, Adershou, Ottinger, Thiel, Surya, Frau Madus usw.

 

Der wirkliche wissenschaftliche Begründer der Augendiagnose Carl Huter

war nicht genannt.

Huter gibt über seine Forschungen zur Begründung der Augendiagnose folgendes an: In einer 22 jährigen Lebens- und Forscherarbeit von 1871-1893 habe er unabhängig von Peczelly die Areale und Hauptrichtachsen (Höhen- und Breitenachsen) der Augeniris gefunden. (Hier bei Punkt XII.)

 

(1897 war durch Schlegel die Entdeckung Peczellys in deutscher Sprache in ihrem einfachen Tatbestand bekanntgegeben, wovon Huter 1891 Kenntnis erhielt.) Von 1889-1899 gibt Huter an, haber er durch 10jährige Arbeit die Lagen der Tiefenachsen gefunden und er unterschied sie von den Höhen-, Breiten- und Neigungsachsen. Von 1899-1906 wies er die Zusammenhänge der Gehirnregionen mit allen Höhen-, Tiefen- und Breitenachsen nach.

 

Der im Hauptwerk [vollständige Digital-Ausgabe von Herrn Medical-Manager Wolfgang Timm unter www.chza.deMenschenkenner inklusive Huters Augendiagnose: architektonische Plan über den Zusammenhang der Iris mit dem Körperinnern] veröffentlichte architektonische Plan über den Zusammenhang der Iris mit dem Körperinnern, über das Geheimnis der Lebensoffenbarung, ist das Resultat einer 33jährigen Lebensarbeit.

Huter ist in seinen Forschungen über die den Körper bauenden Kräfte vollständig original, ging ganz eigene Wege von Jugend an.

Als Kind schon hatte er diese wunderbare Strahlkraft beobachtet, die das Auge bei Liebe, Freude und guten Gedanken sichtlich erhellt. Er beobachtete die Verfinsterung des Blickes bei bösen Gedanken und fand so nach und nach als bildender Künstler die mannigfachsten typischen Augenausdrucksformen. Bei seiner in alle Feinheiten gehenden Beobachtungen entging ihm nicht die Veränderung des Auges bei Krankheiten und er brachte dies alles sofort mit der beobachteten Strahlkraft in Verbindung. So kam er zu gänzlich neuen eigenen Forschungsresultaten. In seiner „Neuesten Heilwissenschaft“ von 1898 [vollständige Digital-Ausgabe unter www.chza.deHeilwissen“] machte er bereits die eingehendsten Erklärungen über Od, Magnetismus und die Lebensstrahlkraft Helioda und die Polarität der inneren und äußeren Lebensvorgänge, und begründete damit seine damals schon weit bekannten und anerkannten Peripheriediagnosen. (In diesem Werk ist auf die „Diagnose aus den Augen“ mehr wie ein dutzendmal Bezug genommen.)

 

Die Auffindung ganz bestimmter Areale in der Iris spricht Huter Peczelly zu.

 

Die Krankheitszeichen im Gesamtausdruck der Augen und der Iris nebst den bestimmten Achsenlagen entdeckt zu haben, bleibt Huters unantastbares geistiges Eigentum.

 

 

Herrn Dr. Will übersandte ich eine Arbeit über „historische Tatsachen zur Begründung der Augendiagnose“ – und bat um der historischen Treue willen um Aufnahme derselben.

 

Daraufhin bat Dr. Will um einige Abzüge der Erklärung Bethmanns, die ich ihm übermittelte. Er teilte mir noch mit, das Thiel ihm eine eidesstattliche Erklärung überreicht habe, daß er seinen Irisschlüssel nicht von Huter bekommen habe und daß bei dem erwähnten Besuch Huters nicht davon gesprochen wurde.

 

Damit war die Sache abgetan

und meine Arbeit erhielt ich zurück.

 

Das sind die wahren Tatsachen und nun überzeuge der Leser sich selbst, was Thiel daraus konstruiert hat.

 

 

Schlußpunkt

Thiel fährt fort: „Wer heute noch nach dieser meiner Aufklärung, die ich jederzeit vor Gericht beschwören werde, mich als Wortbrecher und Plagiator an Huter verleumdet, wird von mir verklagt und an den Pranger gestellt.

Peter Johannes Thiel

Volksheilschriftsteller

Lehrer i.R.

 

a) Also Thiel will diese seine „Aufklärung“ jederzeit vor Gericht beschwören, – und der Leser muß sich sagen: ein Mann, der das kann, der muß Recht haben und alle seine Angaben müssen der Wahrheit entsprechen. –

 

Ich aber glaube, kein deutscher Richter wird, wenn er von dieser Abwehr gegen Thiel Kenntnis genommen hat und alle Beweise prüfte, daraufhin Thiel

einen Eid

in dieser Sache abnehmen,

denn hier ist

unter Beweis gestellt,

daß die wirklichen Tatsachen objektiv und auch subjektiv nicht mit der „Aufklärung“ Thiels zu vereinbaren sind.

 

b) Thiel will jeden, der ihn nun noch als Wortbrecher und Plagiator an Huter verleumdet,

verklagen und an den Pranger stellen.

 

Mit dieser Ankündigung sind aber folgende Tatsachen nicht aus der Welt geschafft:

 

1. Daß der Besuch Huters bei Thiel stattfand und die Erklärung Bethmanns darüber vorliegt.

2. Daß Huter vor dieser Zeit Magnetismus, Od und Helioda, letztere ist die von ihm entdeckte Lebensstrahlkraft, – für die damals schon wissenschaftliche Grundlagen vorhanden waren, – streng unterschied.

 

Daß Huter sein eigenes System der Augen-, Gesichts- und Peripheriediagnose hatte und diese auf Grund der von ihm entdeckten Ordnung und Polarität der Kräfte, einem Achsensystem, erklärte.

 

3.  Thiel ein Speichensystem in der Iris anführt. Ein Speichensystem gibt es in der Iris nicht und kann es nicht geben, es ist ohne jede naturwissenschaftliche Grundlage.

 

4. Daß Thiel die Iris- und heute auch die Gesichtsdiagnose durch das Od als Lebenskraft erklärt (das war 1902 ein grober Fehler, heute ist es, – da die Gesamtforschungen Huters seit 1912 vorliegen und über die biogenetischen oder Lebensstrahlen eine medizinische Literatur besteht, gänzlich abwegig und überhaupt nicht mehr in Frage kommend).

 

1925 schrieb Thiel beispielsweise noch in seinem WerkAugendiagnose“, große historisch kritische Ausgabe: „die 4 Naturelle Huters (Huter unterscheidet aber 3 Grund- und 2 polare Naturell) sind den 4 uralten Temperamenten nachgeahmt.“

 

Das war damals und ist heute erst recht angesichts der denkbar gründlichsten Forschungen der Medizin auf diesem Gebiet – geradezu paradox.

 

Diese Schriften Huters und Thiels inhaltlich in Vergleich zu setzen, wäre jetzt noch durchzuführen und zwar die vor 1903 und die später von 1904-1935 erschienen, dann wäre das Bild vollständig.

 

Wenn es sein muß, soll auch diese Arbeit noch vollzogen werden.

 

Alle lieben Leser werden gebeten, auch im Kampf treu und fest zu stehen, denn ohne Kampf ist kein Sieg des Besseren in der Welt.

 

 

Huter

Als Entdecker im Ausland geehrt.

 

Diese Nummer war schon im Druck, als ich einen Artikel derZüricher Zeitung von Sonntag, dem 20. Oktober 1935 erhielt.

Hier ist Huter als Forscher geehrt. – Also zur selben Zeit, da Thiel ihn verhöhnt – ist dort mit Sachkenntnis festgestellt, daß die Körperbautypen, eine von den vielen Entdeckungen, die Huter machte, mit denen Kretschmers identisch sind, – und daß Smolik, dem schon die Reichsstelle zur Förderung deutschen Schrifttums das Plagiat nachwies – sie von Huter übernommen hat. Mit Ehrerbietung müsse man den Namen Huter nennen und die Unermüdlichkeit anerkennen, mit der andere für ihn eintreten.

 

Schon kurz vorher brachten zwei andere Zeitungen in der Schweiz beste Arbeiten über Huters Entdeckungen und je ein Verein für die Forschungen Huters wurde in Zürich und Frauenfeld neu begründet, die wir hiermit herzlichst begrüßen.

 

 

Machen Sie Ihre Freunde und Bekannten auf die

Zeitschrift „Der Menschenkenner“ aufmerksam,

dann fördern Sie echte deutsche Volksforschung!

Carl Huter:

„Der Wahrheit und der Schönheit

das ganze Sein“

 

                                                       

„Der Menschenkenner“ ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg, Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M. 1.- und 20 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

Alleinauslieferung für die Tschechoslowakei: M. Geissler, Bodenbach a.d.E.

Auflage 5000

 

 Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

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