DgM 036

Der gute Menschenkenner 036 von 101

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MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

 CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Januar 1936, Nr. 36

 

Gemälde von Rudolf Henneberg.

Der Künstler will mit seinem Werk sagen, daß niemand das Glück erjagen kann. Der kühne Reiter sieht nicht mehr die Dinge um und unter sich, bemerkt nicht, daß der Weg immer schmaler wird und in den Abgrund führt.

Wenn er nicht augenblicklich das Pferd abbremst, ist er rettungslos verloren. Der Reiter ins in Selbstsuggestion verblendet und läßt jede Vorsicht und Vernunft außer Acht. Der Tod reitet mit – und erntet. –

 

 

VÖLKERGLÜCK?

4 STAATSMÄNNER

in Wort und Bild:

 

Eden, Laval,

der Negus, Graf Vinci

nach Anlage und Umwelt, Ausdruck und Bewegung.

Wo ist die größte Einsicht und Voraussicht,

reale Klugheit, Anpassungsfähigkeit,

natürliche Idealität?

 

Die 4 Bilder auf Seite 2 und 3 sind von Weltbedeutung – und nicht im alltäglichen Sinne, etwa nur aus Schaulust zu betrachten,

sondern mit tieferem Verständnis

Denn es sind Personen dargestellt, die an bevorzugten Stellen stehen und das Geschick ganzer Völker leiten, das schließlich mehr oder weniger rückwirkenden Einfluß auch auf uns haben kann.

Man muß also schon in Würdigung dieser Dinge den Alltag des Lebens beiseite lassen und mit den Augen des Künstlers und dem Blick der Welt- und Menschenkenntnis die Bilder betrachten.

Dann erst vermag man Sinn und Geist derselben zu erfassen – sonst sind die Bilder weiter nichts als bloße photographische Wiedergabe – und verfehlen fast völlig ihren höheren Zweck. –

Machen wir zunächst eine kleine Vorstudie und beginnen mit etwas Kleinem, um dann zu dem Großen und Hervorragenden zu kommen.

Bild 1

Bild 1 zeigt eine Radiostation in Asmara in Italienisch-Ostafrika mit einem jungen Eingeborenen, der dort angestellt ist.

Die Kopfhaltung des jungen Mannes läßt ihn uns wie traumverloren auf diesem Bilde erscheinen, fast noch wie ein Kind, oder besser gesagt wie ein Naturkind, das momentan in eine moderne europäische Technik versetzt ist, die ihm im Grunde genommen aber noch fern liegt.

Dieser große Schädelbau, das große Gehirn wird von einem sehr zarten und dünnen Hals getragen. Man muß sich sagen, daß der zarte Körper, – ausgesetzt der heißen Tropensonne, – kaum imstande ist, das Gehirn bis in alle seine Teile kräftig zu durchbluten, zu ernähren und zu durchstrahlen.

Daher macht er auch den Eindruck eines Träumers, – eines Mensch, der noch nicht richtig wach ist, den man sich unter anderen Verhältnissen denken möchte, inmitten seines Volkes, den Sitten und Gebräuchen, den Bergen, Wäldern, Wüsten und Steppen des Landes.

Wohl ist der Nacken schön geschwungen und das Hinterhaupt ist im unteren und mittleren Teil stark und plastisch geformt, was auf ein gutes körperliches Geschick und Handfertigkeit deutet.

Das Gesicht ist klein und weich, eindrucksvoll, und das Kinn ist auch nur schwach, die Nase ist eingebogen, – fast wie bei einem Kinde.

Das reale, praktische, nüchterne, kalte, sozusagen naturwissenschaftliche Verstandesleben kommt noch gar nicht so recht mit, er träumt noch und lebt vorzugsweise in Gefühlen.

Xxx er die rätselhaften unsichtbaren xx, die weithin ausgesandt werden, xx der Märchen und Erzählungen seiner xx Sinn dieser Technik ganz zu erfassen, mit einer uralten, uns noch wenig bekannten Tradition.

Es lebt dahin wie ein Naturvolk in den Tropen mit phantastischen Bergen, Höhen, Wäldern und Wüsen.

Und nun stelle man sich vor, dieses Volk ist plötzlich in einen Krieg mit Italien verwickelt, einer Weltmacht mit modernster Kriegsausrüstung, von deren Furchtbarkeit sich wohl im großen und ganzen diese Naturvölker noch kaum eine Vorstellung machen.

Man hat gelesen, daß die Eingeborenen, wenn sie zum erstenmal ein Bombenflugzeug erblicken, das über ihre Köpfe dahin donnert und braust, stehen bleiben und das Ungeheuer anstaunen und versuchen, es mit ihren schwachen Armen und Händen abzuwehren.

In malerischer Tracht, teils von ihren Frauen begleitet und teils noch mit alten Krummsäbeln und Flinten bewaffnet, teils mit Bogen und Pfeilen, geben sie ihre Leiber, ihr bißchen Gut und Leben den furchtbarsten modernen Kriegswaffen xx wahrlich ein Schauspiel ohnegleichen, bezüglich der Waffen ein ungleicher Kampf, von dem sicher einst die Nachwelt noch viel berichten wird.

Gewiß, ein Heldentum auf beiden Seiten. – Menschen vollbringen das Beglückendste und Schönste, aber auch das Furchtbarste und Schrecklichste. –

So führt uns dieses Bild des äthiopischen jungen Mannes vor einer Radiostation die Gegensätze vor Augen, – ein Naturkind und – moderne Technik, ein Naturvolk im tropischen Afrika – im Krieg mit einer europäischen Großmacht.

 

Die 4 Bilder von Weltbedeutung.

Bevor wir uns den 4 Hauptbildern auf Seite 2 und 3 zuwenden, die in ihrer Art einzig sind, rufen wir uns zunächst die Ereignisse kurz in das Gedächtnis.

Italien sowohl wie auch Abessinien gehören beide dem Völkerbund an. Dieser hat bestimmte Satzungen über die sich Italien hinwegsetzte, was zum Konflikt mit den übrigen Mächten des Völkerbundes und zu Sanktionen führte.

Das ist im Völkerleben ein sehr neuer Fall.

Naturgemäß besteht in der Welt zwischen den verschiedenen Rassen schon bezüglich ihrer Besonderheiten, ihrer Religion, den Sitten, Gebräuchen und Interessen ein sehr großer Unterschied. Diese in einem Völkerbund zu vereinen, ist schon an sich eine sehr schwierige Sache.

Im Prinzip ist der Völkerbund zweifellos ein Ideal, ob aber in der heutigen Form durchführbar und von dauerndem Bestand, das ist doch wohl eine andere Frage.

Carl Huter sah die Lösung in einer anderen Richtung, er teilte die ganze Menschheit

in Weiße, Farbige und Schwarze

ein, – und man hat heute den Eindruck, daß die großen Staaten der weißen Rasse sich zu allererst einmal in einem Völkerbund vereinigen sollten, denn sie haben zweifellos von Natur aus die innigsten Verbindungen.

Es steigt ein banges Gefühl auf, das man nicht unterdrücken kann, selbst wenn man den

Standpunkt der Gerechtigkeit

allein gelten lassen will, zu sehen, daß die weiße Rasse Stellung gegen ein Volk ihresgleichen für die farbige und schwarze Rasse nimmt.

Carl Huter sah, wie gesagt, die Lösung für die Zukunft in einer anderen Richtung.

Er durchforschte zunächst einmal die ganze Natur und studierte alle großen Weltreligionen, er faßte die gesamten und gesicherten Endresultate aller Wissenschaften zusammen, trennte überall Irrtum und Wahrheit, machte neue große Entdeckungen und begründete auf naturwissenschaftlicher Grundlage eine neue

Weltweisheitslehre, Religion und Ethik.

 

Ich glaube, es ist heute im Prinzip bereits entschieden, daß es im Grunde genommen und in Wirklichkeit nur eine verbindliche Weltreligion für die ganze Menschheit geben kann. Denn die Natur ist überall dieselbe, ebenso die Entwicklung und auch das Geistige und die Gottheit.

Daß diese Religion der Welt nicht vom guten Alten zu zerstören braucht, liegt auf der Hand, ebenso, daß sie auf naturwissenschaftlicher Grundlage beruhen muß und mit Einschluß der Kunst nur in

allem Wahren, Guten und Schönen

gipfeln kann.

Damit wäre im Prinzip zunächst einmal die natürliche Grundlage für einen dauernden Bund aller weißen, farbigen und schwarzen Völker der Erde gegeben, denn wirtschaftliche und ähnliche Interessen allein würden wohl kaum dazu dauernd imstande sein.

Die Überbrückung aller sonstigen Gegensätze sah Huter in einer neuen naturwissenschaftlichen Lebensformenlehre, der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie].

Den wirtschaftlichen Ausgleich der Völker der Erde sah er ermöglicht durch eine neue Naturlehre, die Naturelle- oder Konstitutionslehre,  die ja im Prinzip heute bereits in den ersten Anfängen Weltruf hat, die so handgreiflich wahr ist, daß sie jedes Kind leicht begreifen kann.

Der wirtschaftliche Ausgleich findet mach der Naturellehre in der Weise statt, daß ein Volk diejenigen wirtschaftlichen Güter produzieren soll, die es am besten und vollendetsten hervorzubringen vermag, darin kann es sich ausleben und unübertroffen bleiben.

Das wären zunächst einmal naturwissenschaftliche Grundlagen für einen dauernden Völkerbund und eine Weltwirtschaftslehre.

Daß die Welt- und Menschheitsentwicklung nach einer Lösung strebt, ist zweifellos, ebenso, daß diese nicht auf ideologischer, sondern nur auf naturwissenschaftlicher Grundlage beruhen kann.

Daß sie kommen wird, dafür bürgt die Natur, das Höherentwicklungsprinzip, das uns von den kleinsten Anfängen bis zu dem, was heute ist, gebracht hat und auch folglich weiterbringen wird.

Es kann die menschliche Vernunft sinnvoll mithelfen und entscheiden, aber wenn das nicht geschieht, dann

entscheidet allemal das Schicksal.

Besser ist natürlich das Erstere.

Daß diese neue Naturlehre gerade aus Deutschland kommt, ist an sich kein Hindernis, denn das deutsche Volk ist in der Welt als das der Dichter und Denker bekannt und in dieser Hinsicht von keinem Volk übertroffen.

Wenn wir nach solcher Überlegung die 4 Bilder betrachten, so rechtfertigt sich, wie wir noch sehen werden, das Wort: sie sind von

welt-kultur-historischer Bedeutung.

 

Betrachten wir nun das erste Hauptbild.

Bild Graf Vinci, Minister von Italien, und S.M. Haile Selassie von Abessinien         Illustration

Eine Woche vor Beginn der Feindseligkeiten zwischen Italien und Abessinien fand eine große Zeremonie statt. Wir sehen, wie Graf Vinci, Minister von Italien, S.M. den Negus begrüßt, ihm die Hand drückt und sich vor ihm verneigt. Schon eine Woche später empfing Graf Vinci die Weisung, ohne Verzögerung die abessinische Hauptstadt zu verlassen.

 

Der Negus von Abessinien.

Auffallend ist sofort diese sympathische hochstrebende Gestalt mit einer würdevollen und herzlichen Freundlichkeit im Antlitz.

Man hat sonst im allgemeinen von einem Kaiser mitten in Afrika wohl eine ganz andere Vorstellung.

Die Erscheinung des Negus wirkt halb märchenhaft, halb biblisch-patriarchalisch, und doch wiederum ganz zeitgemäß, man möchte sagen, fast europäisch.

Seine Handlungsweise ist im Grunde genommen, obwohl fest, doch wiederum bescheiden und seltsam sich an europäische Gedankengänge anpassend.

Man setze eine vierschrötige, brutale Negergestalt an seine Stelle und die ganze heutige Situation wäre undenkbar.

Mag man sie wahr haben wollen oder nicht, die Tatsache ist unbestreitbar, diese Gestalt, dieser Kaiser hat sich sehr große Sympathien in der Welt erworben.

Er ist zweifellos hochbegabt, das zeigt schon das klassische Profil, die lange griechische Nase, der plastische Rundkopf, der bekanntlich den feinsten und intelligentesten Menschennaturen eigen ist, – wie überhaupt die ganze hohe, sehnige, lebhafte Gestalt, eine königliche Erscheinung, die an Märchen erinnert und hier Wirklichkeit ist.

Interessant ist auch die malerische und original wirkende Kleidung, die Haar- und Barttracht, sie läßt auf viel Freiheitssinn und Originalität schließen, auf eine idealistische und romantische Einstellung. Zweifellos hat der Negus auf seine Völker, die ja zum  Teil noch halbwild sind, einen großen persönlichen Einfluß. Dieser ganze Mensch ist eine empfindungsreiche bevorzugte Natur.

Man beachte den übereinstimmend freundlichen Zug von Nase und Mund, sowie die feine Linie, die sich vom unteren Augenlid nach abwärts zieht, wie überhaupt die gewinnende, aufrichtige Herzlichkeit in Haltung und Ausdruck.

Man hat den Eindruck, daß der Negus im Grunde genommen die Freundschaft und nicht die Feindschaft wünscht, nur darf man nicht unvermittelt in seine Herrscherrechte eingreifen, denn dann wird die idealistische Natur wach und sie bäumt sich mit aller Kraft auf. Würde man ihn aber ganz und gar nach seiner Anlage und im guten Sinne behandeln, dann kann man vieles von ihm erreichen.

Man kann sich wohl denken, daß der Negus nach eigenen Ideen, Gedanken und Vorstellungen handelt, die richtig erfaßt, ihn leicht zugänglich machen würden. Mit einem solchen Herrscher kann man im Guten fertig werden.

 

Der italienische Gesandte.

Auch Graf Vinci ist augenscheinlich außerordentlich bestrebt, der Würde des Augenblicks Rechnung zu tragen, seine Verbindlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Das zeigt schon die feierliche Verbeugung, der Händedruck und die Verbindlichkeit des Ausdrucks an Mund und Wangen.

Aber der Gesandte ist in seiner ganzen Gestalt schwerer, wuchtiger, voller, das Empfinden ist nicht so leicht und so frei, so augenblicklich mit ganzer Wärme Anteil nehmend und überbrückend wie bei dem Negus.

Die ganze große Vergangenheit und Gegenwart des italienischen Volkes, seine Weltmachtstellung liegt in dieser kraftvollen geschmeidigen Gestalt mit der großen weltgewandten Ruhe und Sachlichkeit trotz Verneigung und verbindlicher Freundlichkeit, jedoch symbolisch verkörpert.

Die ganze Beharrlichkeit und Realität der objektiven Tatsachen, die ganze Wucht der europäischen gewaltigen Verstandestätigkeit, der realen praktischen Vernunft, der überlegenen Objektivität und Zweckmäßigkeit, die Zurückstellung der inneren Gefühle, die Tatkraft und Macht kommt schon allein in der kraftvollen Fülle und Spannkraft des unteren Stirn- und Schädelbaues zum Ausdruck.

Die lange Achse vom vorspringenden Kinn bis zum hinteren Oberhaupt, die große Fülle des kurzen Halses, die Schwere der Gestalt, zeigt den Nachdruck, der in ihr liegt, die Fülle von Stoff und Kraft, den Impuls und auch die Tatenergie.

Die Stirn zieht sich plastisch stark hoch nach oben, nur denkbar bei alten großen Kulturvölkern, denen aber trotzdem jede Romantik und Phantasie fern liegt, die Kompromisse schließen, Macht und Einfluß erweitern. Demgemäß ist auch das Gesicht glatt, das untere Augenlid zieht sich hoch, das Haar ist kurz gehalten, alles ist Sachlichkeit, Aufgabe, Pflicht, wirtschaftliche umspannende Tüchtigkeit, wobei keineswegs die Anlage für das Ideale schwach ist, denn das zeigt schon der hochgehende Bau des Kopfes, aber dieses ist zweckmäßig ein- bzw. neben- und untergeordnet.

Man sollte im Moment gar nicht glauben, daß schon 8 Tage nach dieser feierlichen Begrüßung die Feindseligkeiten beginnen konnten und doch ist die Begründung dafür zum Teil schon aus diesem Bilde zu entnehmen und durch die Beschreibung deutlich gemacht.

Obwohl die Verbindlichkeit groß ist und auch eine Naturellsympathie offensichtlich vorliegt, – der Gesandte vorzugsweise Ernährung – der Negus Bewegung und Empfindung – sind doch die Gegensätze in der Neigungsrichtung, Idealität und Realität, zu stark, sie gehen auseinander.

 

Die Gestalt im Hintergrund.

Auffallend ist die Gestalt im Hintergrund des Bildes in der Höhe der beiden Hände. Der Mann mit dem Bart und der Kopfhaube hat ein todernstes Gesicht mit weit offenen Augen und einem Dauerblick, als wenn er in sich hinein und in die Zukunft sehen möchte.

Sein Gesicht zieht wie das fragende, lebendig gewordene Schicksal aus. – Man trifft ab und zu bei an sich freundlichen Handlungen Gesichter im Umkreis, die an der Handlung selbst keinen unmittelbaren Anteil nehmen und mit ihrem Sinn und Geist ganz andere Dinge wahrnehmen. –

Die Persönlichkeiten sind unzweifelhaft starke Gegenstätze.

 Um sich von der Gegensätzlichkeit der Naturen zu überzeugen, betrachte man die äußerst kraftvolle Hand und das starke Handgelenk des Gesandten im Gegensatz zu dem schmalen, dünnen, feingliedrigen xx des Negus, der zu einer Hand gehört, xx materielle Kraft, Wucht und Fleischigkeit xx tritt.

Man kann tatsächlich sagen, wie die x starken Gegensätze sind, wie die Annäherung xx kundigen guten Willens gewisse Grenzen xx gehen die Interessen, Charakter und xx

Man kann sich nicht gut denken, daß sich die beiden Männer in sehr schwierigen Lagen schnell finden und starke Gegensätze ausgleichen. Obwohl eine sympathische Harmonie der Naturellanlage, wie gesagt, zunächst durchaus gegeben ist, trennen sie sich noch stärker in der Neigungsrichtung, wodurch der Erfolg der Mission von vornherein zum Mißlingen verurteilt ist.

 

Wie hätte diese Situation Erfolg haben können?

Wäre der Gesandte eine Bewegungs- und Empfindungs-Natur mit Anklang an das Ideale, oder eine Natur ganz in der Terz – d.h. in der glücklichsten Ergänzung (es müßte dann ein harmonisches Naturell sein) zum Kaiser liegend, die noch darüber hinaus dessen Neigungsrichtung vollkommen ergänzt und im Moment sympathisch erfaßt, so wäre der Negus bei seiner Veranlagung für eine Einigung total zu gewinnen und leicht bezüglich der Differenzen umzustimmen.

Wenn nun noch mehrere Personen in gleich guter Ergänzung auf seiten des Gesandten hinzukämen, – ihre bloße Anwesenheit würde schon genügen, – es könnten auch sympathische, edle Frauen dabei sein – und man würde dem Kaiser die Wahrscheinlichkeit eines europäischen Konfliktes mit seinen ganz unabsehbaren Folgen schildern usw., dann wäre er in ganz kurzer Zeit geneigt zu zu stimmen, zu weitgehenden Konzessionen bereit, bei Berücksichtigung seiner besonderen und berechtigten Wünsche. – der Krieg wäre vermieden, beide Männer und Völker hätten große Vorteile und die Sonne des Segens und Friedens würde über das Land strahlen.

 

Eine Diplomatie ohne Menschenkenntnis ist in Zukunft ein Unding.

Bei der Anlage des Kaisers ist diese geschilderte Möglichkeit durchaus gegeben, – man glaubt gar nicht, wie leicht ein guter Mensch für gute Pläne zu gewinnen ist, – und auch die Gestalt im Hintergrunde hätte dann wohl einen ganz andern Gesichtsausdruck.

So ist wohl ein guter Wille da, aber dieser genügt nicht, er ist zu schwach, wie es das Bild deutlich zeigt, hier müssen noch ganz andere Faktoren mitwirken, diese sind naturwissenschaftlich gegeben, und man hätte statt Krieg die günstigsten gegenseitigen und sogar freudigen Bedingungen erreichen könnnen.

Auf diese Weise lehrte Carl Huter nach naturgesetzlichen unabänderlichen Grundlagen einen ganz neuen Weg der großen und hohen Diplomatie.

Was diese vermag, und was der Mangel an gegenseitigem Verständnis und gutem Einfluß an Unglück und Tragik für ganze Völker nach sich ziehen kann, dafür ließen sich schlagende Beispiele aus der Geschichte bis in die Gegenwart anführen.

Hier kann der Zufall ausgeschaltet werden, und an seine Stelle die naturwissenschaftliche Vorausberechnung treten, eine Kunst, die noch einmal eine weltbedeutungsvolle Rolle spielen wird.

Sie läßt sich in kurzen Worten nicht schildern, sie setzt xx Studium am lebenden Menschen voraus, xx der Psycho-Physiognomik, – bevor an xx Anwendung gedacht werden kann.

Xx an diesen 4 Bildern von Weltbedeutung nur xx werden, es ist eine noch nicht allgemein be xx haft, die in der Welt ganz ohnegleichen.

kommen wir zum 2. Bilde.

Xx den Personen die ganze xx

Eden, Außenminister des englischen Weltreiches, steht ganz natürlich da, ohne jede Pose, frei und offen, – wie er ist, – ganz auf seine Sache konzentriert.

Der englische Außenminister Eden verhandelt mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval                  Illustration

 

Es steht ganz außer Frage, daß er die erste Macht der Welt vertritt, das ist ihm ganz selbstverständlich.

Er sorgt sich nur um das Gleichgewicht der Mächte und um den Fortbestand der Kultur.

Die Umwelt ist für ihn im Moment ausgeschaltet, er besinnt sich ganz auf sich selbst.

Eden ist der Typus der Blüte der englischen  Nation, groß, reckenhaft, breitschultrig, frei, elegant, von großem körperlichen Ebenmaß und edelster Bildung der Gesichtszüge, von hohem Selbstbewußtsein.

Man beachte Nase, Mund und Kinnbildung, das hohe Hinterhaupt. Adel und hohe Formbildung zeichnet ihn aus.

Die beiden hervorragenden Staatsmänner, Eden und Laval, sind im Gespräch über die derzeitige durch den Konflikt zwischen Italien und Abessinien und das Eingreifen des Völkerbundes geschaffene Lage.

Eden, der Vertreter des weltmächtigen englischen Volkes steht ganz frei, offen, leger und natürlich da, ohne jede Verstellung, nachdenklich, ganz auf die Sache konzentriert.

Auffallend ist bei Eden der tiefernste und bekümmerte Gesichtsausdruck, selbst die Stirn ist in schwere Falten gezogen und das Auge ist ganz nach innen zu gerichtet. Um den Mund selbst liegt ein bitterer und fast salziger Zug.

Der ganze innere Mensch nimmt gefühlsmäßig augenblicklich stärksten Anteil.

In diesem ungekünstelten Ernst, in dieser Freiheit der Hingabe an die Sache, kommt nicht nur die ganze Schwere der Verantwortung und die Tragweite der Unterredung mit Laval zum Ausdruck, sondern auch die Freiheit des Entschlusses und Handelns und die weitblickende Voraussicht.

Tatsächlich ist ja auch von diesen beiden Staatsmännern das Schicksal ganzer Völker abhängig und sie sind gleichsam Symbol für das Kommende der nächsten 10 bis 15 Jahre.

Schließlich gehört auch ein Teil der Völker des britischen Reiches zur farbigen und schwarzen Menschheit und keineswegs liegt es im Interesse Englands, den Gegensatz zur weißen Rasse zu verschärfen.

Dabei ist das Gesicht Edens durchaus nicht hart und streng, oder gar versteift, – er ist nicht durch irgendwelchen Zwang festgelegt, sondern er gebraucht seine Gefühl, seine Voraussicht und diese hat entschieden, – sie ist nach dem Bilde sozusagen lebendig in Fleisch und Blut übergegangen.

Das heißt – Eden ist entschlossen, daran ist gar nichts mehr zu rütteln. Was kommt, ist im Prinzip vorgezeichnet, es fragt sich nur, in welchem Rahmen es sich bewegen wird.

 

Ministerpräsident Laval.

Interessiert man sich für das kommende Schicksal der Völker, dann muß man nicht nur die Völker kennen und weitblickend ein höchstes Feingefühl, verbunden mit Welt- und Menschenkenntnis, entwickelt haben, sondern auch die großen Staatsmänner selbst erkennen.

Den kommenden Ereignissen bei der Realität der Tatsachen, die das Bild zeigt, mit ideologischen Begriffen zu begegnen, ist gleichbedeutend mit halber oder ganzer Blindheit und völlig verkehrt.

Laval ist ganz der Typus des Vertreters des ruhmreichen französischen Volkes.

Ein XX Gestalt, voller Lebendigkeit und xx man beachte die konzentrierte Beobachtung im Gesicht, die Menschenkenntnis und Willenskraft, die daraus spricht, – und wie das Spiel der Arme und Hände die innere Lebendigkeit begleitet.

Auch hier fehlt jede Verstellung und Selbstsuggestion, alles ist Gegenwart, Gegenständlichkeit, Objektivität, Handlungs- und Entschlußfähigkeit.

Man beachte die Stoffülle bei Laval im kurzen, sehr kräftigen Hals mit seinen Sprechorganen und der Fülle der aufsteigenden Blut- und Lebenssäfte.

Man beachte die hohe Brust, den kräftigen leichtgebeugten Rücken, der viel auf seine Schultern nehmen kann.

Laval ist keine weltfremde Asketengestalt, er steht auf der Höhe der Fülle und Macht, der Genuß- und Lebensfreudigkeit – und die läßt er sich nicht nehmen.

Man beachte die fast unversiegbare Dauerkraft, die in der Vollkraft des Kleinhirns, – siehe die große Entfernung vom Ohrloch zum Hinterhaupt, – liegt.

Man beachte auch die starke Achse vom Ohrloch zum oberen Hinterhaupt, die Fülle und Plastik, die hier liegt. Es kommt darin das ausgesprochene Persönlichkeits- und Machtstreben, die unweigerliche Festigkeit bei aller Lebendigkeit und Elastizität zum Ausdruck.

Man beachte auch die Kraftspannung in dieser gedrungenen Vollgestalt, in diesem Haupte, die zwar beherrscht ist, aber ebenso zur Auslösung kommen kann.

Man beachte den sehr langen gewölbten Scheitel und täusche sich nicht,  Laval erinnert im Prinzip an eine Napoleons-Natur.

Es hieße blind sein und alle greifbaren Tatsachen leugnen, wollte man sich über die Realität des Ausdrucks dieser Bilder hinwegsetzen, es ist die realste, objektivste Sachlichkeit und Gegenwartsbeobachtung.

Es ist nach den vorangegangenen Ausführungen ohne weiteres verständlich, daß Eden in Sympathie zum Negus stehen muß und weniger zu einer Natur wie Graf Vinci. Der letztere liegt dem freien Engländer nicht, der bei aller Gebundenheit großzügig, schnell und mit Voraussicht zu handeln gewohnt ist.

Laval kann schon eher in Sympathie zu einer Natur wie Graf Vinci treten, er kann, aber er kann auch anders, denn irgendeine Versteifung liegt dem Franzosen nicht.

Cover Hauptwerk (hinzugefügt)

 

Carl Huter schrieb 1904-06 in seinem Hauptwerk, aus Anlaß einer Übersicht über Naturelle und Völker:

„In England und Amerika, wo viel politische Freiheit herrscht, kann sich jedermann freier betätigen, folglich können die Sozialdemokraten und der Anarchismus dort weniger Boden gewinnen.

Die politische und rechtliche Engherzigkeit in Rußland, Deutschland und Österreich und die kirchliche in Italien und Spanien schaffen die Revolutionsbewegungen.

Frankreich beugt vor durch Brechung der Kirchendespotie und Einräumung großer politischer Freiheiten, daher wird dort eine Revolution in Zukunft unmöglich sein.“

Man denke nach, diese Berechnungen Huters lange vor dem Weltkrieg haben sich bestätigt. –

 

Naturen wie Eden und Laval harmonieren nur unter bestimmten Bedingungen. Diese aber sind im Augenblick nicht gegeben, daher das tiefernste, sorgenvolle Gesicht Edens.

Das aber ist es, was dem scharfen Beobachter Laval blitzschnell zur Erkenntnis kommt, eine momentane imaginäre Sympathieauslösung sondergleichen, und schon lenkt er da ein, wo es unmöglich schien.

Das mag verdutzen, aber es ist so, – der Persönlichkeit und den Argumenten eines Eden widersteht er nicht.

Ein Schritt – und die Einigkeit ist da – zwei Kräfte von unerhörtem Ausmaß verbünden sich.

Es fragt sich nur, wo der Feind steht – und wenn das eine Natur wie Graf Vinci erkennt, dann rollen die Kugeln des Schicksals und sind nicht mehr aufzuhalten, selbst dann, wenn noch 10-15 Jahre darüber vergehen sollten.

Im Prinzip ist die Entscheidung – objektiv betrachtet – bereits gefallen, jedoch das sind Feinheiten der Bilder, die hier nicht zu schildern sind.

Wenn alles vom Menschen selbst und insbesondere von den führenden Persönlichkeiten bis zu einem gewissen Grade abhängt, – nun dann sind

diese Bilder von Weltbedeutung.

Es gibt natürlich auch noch eine Vorsehung. –

Würde hier nach höherer Erkenntnis eingegriffen, was heute schon sehr schwer, aber noch nicht unmöglich ist, – dann könnte die Sonne des Friedens in europäischen Landen strahlen.

Soll das Schicksal in seinem Land abgebogen werden, die Weltereignisse von menschlicher Vernunft geleitet werden, nun, – es ist gar kein Zweifel, – die höchste Kunst der Welt liegt zur Zeit in der hohen internationalen Diplomatie.

Diese ist ohne praktisch-psychologische Grundlagen, ohne die Psycho-Physiognomik, ein Ding der Unmöglichkeit, das wird die nähere Zukunft zweifellos lehren. Was dann? Wird man die Folgerungen ziehen, oder wird alles so kommen, wie es nach den Bildern kommen muß?! Werden die Waffen und damit das Schicksal oder wird menschliche Vernunft entscheiden? –

Aber nach diesem Bilde ist schon entschieden, nur die höchste Lehre der Welt könnte eventuell das Schicksal noch wenden, – Sonst trösten wir uns damit:

Hinter dem Sieger, waffenschwer, Geht Körner streuend der Sämann einher.

In aller Finsternis strahlt schon das Licht.

Am 4. Dezember 1935

 

Rückblick und Ausblick

Carl Huter, der ein einfacher Mann aus dem deutschen Volke war, fand bekanntlich mehr Wahrheiten wie andere vor ihm. In einem Aufruf von 1905 steht folgendes:

So lange der Glaube herrschte, daß Götter und Dämonen wie grausame Despoten über das Schicksal der Menschen entscheiden,

war die Kultur das Spiegelbild dieser Ideen,

es gab Herren und Knechte, Tyrannen und Sklaven.

Befreiend, erlösend von diesen Ideen wirkten große Denker des Altertums und edle Menschenfreunde.

 

Jesus lehrte eine Gottheit der Liebe und Gnade, die griechischen Weisen und Künstler eröffneten uns die Welt der Schönheit.

Moses lehrte eine geregelte Sittenstrenge (die aber untragbare Folgen und Begleiterscheinungen zeitigte).

Confutius lehrte die Verehrung der Ahnen (die bei uns leider ganz fehlte).

Zororaster erschloß eine landwirtschaftliche Kultur und Mohamed bändigte die Wildheit morgenländischer Völkerschaften durch einen wurderbaren Gotteskult, der eine seltene Hoheit in sich birgt und womit eine hohe Sittlichkeit vereinigt wurde.

Seit diese Gründer neuer Kulturen ganze Erdteile in den Bann ihrer Lehren zwangen, sind teils schon Tausende von Jahren verflossen und in unseren heutigen Staatsgebilden leben die Ideen dieser Geisteshelden als Grundlagen der Rechtsordnung weiter.

Überall ist in den Bahnen dieser Meister weitergearbeitet, aber ein Fortschritt in aufsteigender Linie, ein Erheben aus dem wagerechten Gleise dieser geistigen Bahnen hat nicht stattgefunden.

Das Christentum, sowohl die katholische wie auch die evangelische Kirche, reformiert sich aus sich selbst nicht mehr, sondern sie bleibt auf ihrem überlieferten Standpunkt stehen und hat in großen Ländern Europas die Macht verloren.

So weit unsere Erfahrung reicht, hat sich das Judentum nicht reformiert, im Gegenteil es drohte, die alten Kulturen zu vernichten.

Das türkische Volk hat sich im Geiste abendländischer Kulturen umgestellt.

Das Kaiser-, Königs- und Fürstentum hat nicht auf die Autodidakten des Volkes gehört und gab seine Macht beim ersten Anprall von selber auf.

Das reiche Bürgertum war versteift, rechnete in der Inflation bis in die Billionen, – bis es wirklich nicht mehr ging und verlor seinen Reichtum.

Die Sozialdemokraten und was damit zusammenhängt segelten im materialistischen Fahrwasser und erreichten folgerichtig ihr Ziel nicht.

Das alte Unternehmertum, Beamtentum und die Macht der Medizin stehen vor der Frage, ob sie im neuen Geist reformieren können und wollen.

Ein neues Ideal ist auferstanden, es ist die Idee von Rasse, Volk und Weltanschauung und hat eine Bresche in den Geist der alten Zeit geschlagen. Die Entwicklung kann nur noch vorwärts und nicht mehr zum Alten zurück.

Unserer Rasse am nächsten liegt das französische und englische Volk. Ein Dreibund zwischen England, Frankreich und Deutschland würde das Gleichgewicht in Europa sichern, dem alle andern Völker verwandten Rassen sich anschließen könnten.

Österreich hat sich zu einem freundlichen Katholizismus entschieden, bewegt sich also im Prinzip auf der alten Linie, aber in voller Entwicklung.

Ob hier eine Einigung erzielt wird, liegt gänzlich in der Zukunft, ob sich die romanischen Völker anschließen, ebenso. Die slavischen Völker gehen vorläufig ihren eigenen Weg. Es geht also hart auf hart zwischen Altem und Neuem, das im Werden ist.

Siegen wird am Ende zweifellos das Neue, da sich der alte Geist mit jedem Tag mehr überlebt. Es fragt sich nur, ob es zu einer Katastrophe kommen oder zu einer machtvollen Evolution.

Zurück zum Alten geht das moderne Weltgetriebe nicht, das ist gänzlich unmöglich, es gibt nur ein Vorwärts und das kann mit schweren Geburtswehen einhergehen. Es kann aber auch anders sein, wenn menschliche Vernunft vorbeugt.) –

 

Huter fährt weiter fort.

Wohl hat die Wissenschaft nach der Breite und nach der Tiefe seit dieser Zeit unendlich viel geschaffen, und die Technik hat Bewundernswertes verwirklicht, aber wo hat eine Wissenschaft und eine Technik Menschen zu jener hohen Begeisterung fortgerissen, wie einst die Stifter großer ethischer Religionen?

Wo hat Wissenschaft und Technik eine Anzahl Menschen zu organischen Gebilden zusammengeschweißt, die das Gefühl der Heiligkeit in sich tragen?

Wohl sind Wissenschaft und Technik international geworden, wohl haben sie neue Grundlagen gegeben zu staats- und völkerrechtlichen Reformen,

aber alles dieses bewegt sich kühl bürokratisch, es fehlt die Wärme, das Licht, der zündende Funke der Begeisterung. (Daß die Begeisterung für Neues und Großes im Volk liegt und geweckt sein will, das hat der Umsturz bewiesen.)

Daher die Unzufriedenheit, die Zerrissenheit in unserer modernen Kulturmenschheit.

Religion und Wissenschaft stehen wie bittere Feinde in stetiger Fehde und nehmen Glück und Frieden, und Gesetzgeber und Gesetze winden sich durch das Labyrinth wissenschaftlicher und religiöser Fehden und Widersprüche und hinterlassen nicht die Gewähr der höchsten Harmonie und Gerechtigkeit im Gemeinschaftsleben der Menschen.

Gewaltige Kriege heben an, die Zukunft zu verdunkeln, alle Kulturvölker stehen eisenstarrend in Waffen.

Ein Menschenschlachten, ein Opfern, ein Ringen zwischen Völkern, Rassen und Nationen wird die nächste Zeit bringen,

und wohl denen, deren Staatswesen nicht in diese schweren Erschütterungen hineingezogen wird (das war bisher z.B. die Schweiz).

(Hinzugefügt)

 

Aber in Mitleidenschaft wird über kurz oder lang auch unsere Nation gezogen werden.

Mit diesen Kriegen einhergehend, werden schwere Seuchen die Menschheit heimsuchen und Revolutionen werden den inneren Halt der Staatsgewalten hinwegfegen wie stürmende Wogen, denen die alten Pfeiler nicht mehr standhalten. –

(Nun, was Huter hier zu einer Zeit schrieb, als das alte Kaisertum noch auf der Höhe seiner Macht war und niemand an solche Dinge dachte, das ist eingetroffen und war haben es teils schon erlebt.)

 

Huter schreibt nun weiter:

Was dann? Was wird kommen? Ein Untergang der Kultur? Eine Degeneration der Menschheit? Soll alles sich schon zur Reife entwickelt haben, um so tragisch bald zu verfallen? Oder darf man die Hoffnung hegen: eine neue Zeit bricht an?

Ja, ich behaupte es, eine neue Zeit wird kommen, die Unzufriedenheit der Menschen greift zu Zerstörungen des Alten, Neues sucht man, will man.

 

Man hat Probleme allerlei Arten, aber keines ist auf allumfassenden Grundlagen gebaut. —

Huter sah die Lösung in einer Allreform, in einer Bewegung, welche sich die Wissenschaft zu eigen macht, sie hütet und pflegt und der Technik weiterhilft, die aber auch aus allen großen alten Religionen das Gute mit hinüber nimmt in eine neue Weltanschauung und somit die ethische Kultur mit der Wissenschaft vereint.

Als Grundlage sah er die psycho-physiologische und psycho-physiognomische Menschenkenntnis, die einen neuen Menschheitsadel herbeiführt, eine ehtisch-ästhetische Weltanschauung, die zu Harmonie und Frieden führt, die das selige Bewußtsein bringt, daß alle Arbeit der Vergangenheit und Gegenwart nicht vergeblich gewesen ist, sondern im Dienste der Entwicklung steht. Daß nach der modernen Zerrissenheit des geistigen Lebens die wirtschaftliche und politische als notwendige Folge kommen mußte, berechnete Huter ebenfalls voraus, aber auch, daß nach diesen Stürmen (die wir ja teils schon erlebt haben) ein Friedenshauch über die Erde wehen wird, eine neue Kultur wie ein Phönix aus den Trümmern des Alten hervorgehen wird und eine Weltanschauung, ein Menschenglück bringen wird, wie es die größten Dichter und Denker aller Zeiten in dem goldenen Zeitalter vorausgesehen haben.

Soweit Huter. Was er hier geschrieben hat, war nur möglich auf Grund der neuen großen Entdeckungen, die er gemacht hat. Würdigt man das heutige Geschehen, so muß man sich sagen, es liegt im Sinn einer neuen Weltreform, aber noch steht die Entscheidung aus.

Wir aber leben nicht mehr vom Alten, sondern dem Neuen.

 

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„Der Menschenkenner“ ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg, Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M. 1.- und 30 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4300. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

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