DgM 037

Der gute Menschenkenner 037 von 101

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MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

 CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                       

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Februar 1936, Nr. 37

 

Menschen mit bösem

und mit

Gutem Sinn

in Wort und Bild

Überwindung allen Leides

durch

MENSCHENKENNTNIS

 

Carl Huter

Begründer der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie]

Ein hier zum erstenmal veröffentlichtes Bild, das Huter in gereiftem Alter darstellt, aus jener Zeit, da er mit seinen Gegnern abrechnete und gegen ihre Angriffe seine Entdeckungen und Forschungen im Dienste des Wahren, Guten und Schönen ins Feld führte.

Daher ist auch die Körperhaltung in großer Spannung, der Gesichtsausdruck ist außerordentlich fest und bestimmt.

Die Augen sind durchgeistigt, unerschütterlich gleichsam wie auf eine sichere Naturerkenntnis gestützt -, ganz gerade, offen, groß und frei auf ein bestimmtes geistiges Ziel gerichtet.

Der Leser wolle einmal im Leben nachprüfen: die Haltung und Bewegung eines Menschen, der Ausdruck gibt die inneren Motive kund, aus denen heraus der Mensch handelt! –

Daß die Stirn außerordentlich hoch, breit und ganz fein ausgewölbt ist, kann wohl jeder sofort erkennen, ebenso, daß ein leichtes und freier,

heller und warmer Ton

über dem ganzen Gesicht, dem Haar und allen Formen liegt.

Die Stirn, das Oberhaupt, wie überhaupt der ganze Schädelbau zeigt auch nich die allerkleinste Unausgeglichenheit, sondern eine vollendete Plastik, verbunden mit größtmöglichster Feinheit und Schönheit.

Man betrachte die Breite und Höhe der Stirn, dazu die Höhe und Wölbung des Oberhauptes im Verhältnis zu Form und Länge des Nasenbaues, zu Form und Wölbung der Augen, die Ohren, wie überhaupt das ganze Gesicht, die Würde und Schönheit aller einzelnen Teile und diese in ihrem Verhältnis zur Gesamtbildung des Kopfes, so wird man feststellen müssen, daß der anatomische und architektonische Bau hinsichtlich seiner Vollendung wohl kaum noch übertroffen werden kann. Auch die Würde und Schönheit des Ausdrucks, dieses allerfeinste, empfindungsreiche Gewebe steht damit in Gleichklang.

Man beachte auch die Freundlichkeit am Mund, die Milde im mittleren Gesicht bei aller sonstigen Festigkeit des Augenausdrucks und des Formbaues. Männliche Schönheit und Klarheit liegt über dem Ganzen. Das Bild überrascht und stimmt feierlich.

Daher ist es auch wohl berechtigt, dasselbe zu veröffentlichen und damit gewissermaßen auch zu erhalten.

Aber das allein ist es nicht, was hier mit der Veröffentlichung des Bildes bezweckt werden soll, sondern es ist vielmehr der Gedanke,

xx das Bild selbst als einen Maßstab

xx ein Vorbild hinzunehmen, um darnach andere Bilder

xx einer vergleichenden Betrachtung

xxerziehen zu können xx

Das ist zweifellos berechtigt, denn viele Menschen betrachten den Augen-, Schädel-, Kopf- und Gesichtsbau eines anderen Menschen und wissen nicht recht, wie sie die Formen bewerten sollen, wo es fehlt, wo sie überentwickelt, stark oder schwach, mehr oder weniger vollendet sind.

Mit einem Wort, es fehlt der Maßstab, der Ruhepunkt in aller Erscheinungen Flucht, das Vorbild, die sichere Grundlage, nach der man sich in jedem Fall richten kann.

Prägt man sich nun dieses Bild im Geiste fest ein, so daß man es geistig stets gegenwärtig und im Sinn hat, dann kann man die Formen eines beliebigen Menschen damit vergleichen und zu sicheren Beobachtungs- und Schlußergebnissen kommen.

Was Huter geleistet hat, braucht hier nicht hervorgehoben zu werden, es ist zum Teil bekannt, und davon zeugen seine Werke, ebenso die Tatsache, daß die Forschungen an sich ohne Huters Namen zum Teil in das Geistesleben der Gegenwart übergegangen sind.

Die Leistungen stehen vollauf im Gleichlauf zu dieser Formbildung und dem Ausdruck dieses menschlichen Hauptes.

Jeder Personenkultus liegt dabei absolut fern, lag Huter selbst fern, denn er war ein einfacher Mann aus dem Volk und ist es zeitlebens geblieben. Er opferte alles für seine Forschungen und Entdeckungen.

Das zeigt ja auch der ganze Ausdruck: alles Materielle des Lebens ist sozusagen überwunden, und es herrscht an erster Stelle der Wille, das als wahr, echt, gut und schön Erkannte unbedingt zu verfechten und zu verwirklichen. Mehr kann ein Mensch nicht.

Also lediglich die reale, objektive Wirklichkeit ist es, die das Bild zu dem Vergleich mit anderen – um daraus zu lernen, einen Maßstab für Beurteilungen und vergleichende Betrachtungen zu haben – bestens geeignet erscheinen läßt.

Bild Nr. 2.

Betrachten wir nun das Bild 2, so wird es auf einmal leicht, die Abweichungen, sagen wir von einer Ideal- oder besten Normalform des Menschen, festzustellen.

Denn irgendeinen Maßstab, nach welchem man sich  richtet, muß man zweifellos haben.

Zunächst fällt auf, daß hier bei Bild 2 unterhalb der Augen ganz schwere, grobfleischige, harte Gesichtsmassen liegen.

So grob, schwer und gefühlsarm diese Gesichtsmassen sind, so ist die Wesensart dieses Menschen. – Man betrachte dazu den sehr groben, rohen und übergroßen Mund, ferner den breiten, schweren Oberkiefer, die gewaltigen Kauwerkzeuge, die dahinterliegend zu denken sind, so hat man sofort nach dem hier mit Bild 1 gegebenen Maßstab die Abweichung vom besten Normaltypus.

Man darf also von vornherein bei Bild 2 kein Feinempfinden, kein tieferes moralisches Gefühl voraussetzen, sondern Roheit, Grobheit, Gefühlskälte und Härte. Das bestätigt auch sofort der stahlharte und kalte Blick der Augen, deren Lider seitlich in scharfen, spitzen Winkeln verlaufen.

Gegenüber den groben Schwermassen des Gesichts kommen im Verhältnis die schwachen oberen Gehirnmassen fast nicht mehr in Betracht. Nur über den Augen, wo die Beobachtung und Auffassung liegt, und an den Schläfen, wo das technische Geschick liegt, herrscht Spannung.

Der in das Gesicht gezogene Hut zeigt schon symbolisch an, bei Berücksichtigung dieser sonstigen Gesamtanlage, daß die oberen Gehirnmassen herabgedrückt sind und daß die Schwermassen der Kiefer, wo die Tat- und Gewaltenergie liegt, vorherrschen.

(Es läßt sich die Tatsache nicht ableugnen, daß die Tracht und Mode Einfluß auf die Psyche hat, und unbewußt vollführen dabei die Hände, welche den Hut aufsetzen, das, was die Seele wohl denkt und empfindet, insofern hat auch die Kleidung zweifellos mehr oder weniger eine individuelle Note und Bedeutung.)

Betrachtet man nun neben diesem kalten, harten, rohen Blick der Augen auch noch die Kopfhaltung, so fällt sofort auf, daß der Hals fast verschwindet. Derselbe ist eingezogen, die Schultern sind hochgezogen, der Kopf ist geduckt, ähnlich wie bei einer Katze, die zum Sprung auf ein Opfer bereit ist.

Diese Gesamtunterschiede werden durch einen Vergleich der Bilder sofort ganz objektiv und real offensichtlich. Ebenso weicht dieser Mensch in seinem ganzen Denkleben und in seinen Handlungen vom sehr guten Normaltypus ab, er ist der Gegenpol zu Bild 1.

Er ist ein Bandit,

ein Spezialist für Einbrüche, ein Straßenräuber und noch einiges mehr.

Jedenfalls muß auch der ungeübte Beobachter auf diese Weise zu ganz guten selbsteigenen Betrachtungen kommen, die natürlich tausendfach verschieden sein können, ebenso verschieden, wie es die Menschen sind.

Niemandem geschieht damit ein Unrecht, im Gegenteil, man lernt den Menschen nach seinen Augen, Schädel- und Gesichtsformen und nach dem Ausdruck genauer betrachten und bewerten.

Man hat für alle möglichen Dinge Maße, Gewichte und Wertungen, daß solches auf die Dauer auch für den Menschen nicht mehr zu vermeiden ist, lehrt offensichtlich die ganze gegenwärtige Entwicklung.

Damit kommen wir zu einem gänzlich neuen Faktor im menschlichen Gesellschaftsleben, zu einer Lehre, die bis in das Ungeahnte durch Huter bereits ausgebaut ist und die in Wissenschaft, Kunst und Leben immer mehr Eingang findet.

Nun zu anderen Vergleichen

Bild 3.

Ein Einbrecher, den man den „Maulwurf“ nennt.

Bild 3 zeigt einen schweren Geldschrankknacker, der, um zu diesen zu gelangen, unterirdische Stollengänge anlegt.

In der Tat, das kleine, sehr unebene Gesicht dieses Menschen ist so eingetrocknet, erdfarbig und grau, daß man sich recht gut vorstellen kann, daß er wie ein Maulwurf in der Erde gräbt und ein darauf gerichtetes Denkleben hat.

Die stumpfe, aber feste Nasenform, die vorspringenden Augenwülste, welche die starke Beobachtung zeigen, und das linksseitige starke Jochbein, das die Überwindungskraft zeigt und wie ein Hammerkeil wirkt, illustrieren noch diesen Vergleich.

Dabei sind die Augen ganz klein und liegen trübe lauernd in dicken, schlitzartigen Lidern, sie zeigen, daß er nur einen sehr beschränkten Gesichtskreis hat, aber Einzeldinge sehr scharf erspäht. Man könnte auch glauben, die engen Lider schützen vor dem hellen Tageslicht, er vermag aber im Dunkeln oder bei sehr trübem Licht noch scharf zu sehen.

Die Augen liegen auch ganz tief und geschützt, ähnlich wie bei manchen Hunden, die den Kopf voraus durch Strauchwerk und Gestrüpp jagen. Auch die Nasenwurzel ist tief eingedrückt, ein Merkmal, daß er ganz bedachtsam und mit großer Vorsicht zuwege geht.

Dabei ist die Kopfhaltung wie lauschend, das Ohr steht ganz frei, es ist so geformt, daß er die kleinsten Geräusche wahrnimmt und, wie der gespannte Gesichtsausdruck zeigt, auch noch vermeidet.

Man überzeuge sich auch, wie abgekanzelt der Hut aufgesetzt ist, der Kragen und Schlips ungebunden, wie genau er nur noch etwas vom Bart stehen läßt, wie er diese Dinge genau beachtet, sich also in Grenzen hält.

Dabei sind aber die Augenbrauen dicht, stark und buschig, die Unterlippe ist abnorm breit und fleischig, auch die Oberlippe wirkt schwer, das sind Gegensätze zu den zuerst gekennzeichneten Formen und Anlagen und deuten auf schwere und stark hervortretende Leidenschaften und momentane Zähigkeit und Ausdauer.

Selbst die Nasenflügel zeigen bei dem eingetrockneten Gewebe eine starke Spannung, er vermag noch in schlechtester Luft lange auszuhalten und zu arbeiten.

Von hohem, lichtem Geist ist im Gewebe keine Spur, man blicke auf Bild 1, um das sofort zu erkennen.

 

Bild 4 zeigt ein ziemlich dickes Gesicht mit sehr festem und hartem Gewebe, ausgefüllt mit harten elementaren Stoffen und Kräften bei kurzem Hals.

 

Bild 4. Spezialist, der schwere Schränke erbricht und andere Spezialarbeiten verrichtet.

 

In der Gedrungenheit liegt viel harte Spannkraft, das zeigt auch die Kopfhaltung und der Ausdruck.

Der Mund ist verkniffen bei sehr dünnen, scharfen Lippen und abnorm starkem Ober- und schwerem Unterkiefer, dabei ist die Nase kurz und plump, das sind Merkmale abnormer Tattriebe.

Wer solche Dinge nicht zu sehen und zu beobachten gewohnt ist, der könnte wohl den Mann im Moment für einen guten Onkel halten, der aber, wenn man näher hinsieht, die „schönsten“ Henkel- und Verbrecherohren hat.

Interessant ist, was man besonders bei dem mittleren Bild beobachten kann, daß die Spannkraft des Kopfes und des Gesichts in den seitlichen Partien liegt, als dort, wo die harte elektrische Energie wirkt.

In der Mitte des Gesichtes, wo die feinste Weichheit und Schönheit liegen sollte, ist Formverhärtung, Disharmonie und Unschönheit vorhanden. Das sind gefährliche Merkmale.

Das Auge mit den harten Lidern und spitzen Winkeln hat den verstellten, halbstarren Ausdruck, der Mund läßt sich gleichzeitig nicht verstellen und spricht durch seinen fast idiotenhaften Ausdruck die Wahrheit.

Man kann auch sehen, daß der Schädel im vorderen Teil oben flach ist, und bei dem Seitenbild, daß das hintere Oberhaupt, wo die „Icheinstellung“ liegt, gegenüber dem unteren Hinterhaupt aus der Proportion fällt.

Der zweite Ring unterm Kinn zeigt bei dieser Anlage das zu starke Vorherrschen chemischer Schwerstoffe.

Man vergleiche mit Bild 1, und die gewaltigen Abweichungen von der besten Normalform werden sofort offensichtlich.

 

Bild 5 zeigt einen ganzen Schlauberger xx Disharmonie.

Bild 5. Der eigentliche Organisator der Bande von Bild 2, 3 und 4.

Man könnte glauben, er hätte mehrere Brillen auf, obwohl er keine trägt, um das wahre Wesen zu verstecken.

Die Stirn ist frei und deutet auf Intelligenz und Organisation, sie soll auch Offenheit und Wohlwollen vortäuschen, was aber sofort als Täuschung offenbar wird, wenn man das Gesicht betrachtet, das ja bekanntlich den Ausschlag gibt.

Die Nase ist auch lang und ziemlich gerade und deutet auf Intelligenz und Vorberechnung.

Es ist der Anführer und Organisator – aber was für einer? –

Das erfährt man sofort, wenn man die Augen betrachtet, die lose und glasig im Kopfe hängen und von verformtem, unreinem Gewebe umgeben sind.

Das Gewebe um den Mund und an den Wangen ist pergamentartig, es ist wenig Gefühl und Lebensgeist darin, die Oberlippe ist lappig und zu groß, der Mund hat dünne, seitlich scharf und breit verlaufende Lippen.

Die Jochbeine treten seitlich tief und breit aus der Norm, der Kiefer holt breit aus, und die Ohren sind groß und abnorm häßlich.

Das sind in Verbindung mit diesem frechen verstellten Augenausdruck und dem zerknitterten Gewebe schwere abnorme Tatmerkmale.

Dabei hat er das Auge und den Mund mit dem Ausdruck des Sprechers, er kann Wunder war für schöne Dinge vorschmusen und Pläne darlegen, dabei ist alles nur eitel Dunst und endet im Verbrechen.

Es ist eine moderne, bewegte Gaunerphysiognomie. Den ganzen gegenständlichen realen Ernst, die Gefährlichkeit dieser Natur, erkennt man sofort, wenn man den Blick auf Bild 1, dem Gegenpol, ruhen läßt.

XX

Bild 1 und Bild 5

 

Bild 6 zeichnet ein schwammiges, teigiges, unreines und mattes Gewebe aus, stark verschleierte finstere Augen mit dem trüben Blick der moralischen Verblödung, mit einer unwilligen und böswilligen Mimik.

Bild 6. Ein Verbrecher und Ladendieb.                           Bild 1-12 Archiv.

 

Das ist gerade der Unterschied vom hellen, lichten, reinen, durchstrahlten und empfindungsreichen, offenen und edlen Gewebe des besten Normalmenschen.

Der Geist liegt im Gewebe, in den Peripherieorganen, und muß daraus erkannt werden, das ist erste Bedingung zur Menschenkenntnis.

Das Gewebe muß eine milde Leuchtkraft haben, diese fehlt bei Bild 2, 3, 4, 5 und 6 gänzlich.

Diese milde geistige Leuchtkraft der Gewebe ist aber nicht zu verwechseln mit der magnetischen, elektrischen und mediomischen Strahl- und Spannkraft derselben und dem Fettglanz der Haut.

Das ist der Kernpunkt aller physiognomischen Menschenkenntnis, daher muß ein neues klassisches Sehen gelehrt werden, für welches die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] die wissenschaftliche Unterlage gibt.

Betrachtet man das Seitenbild, so fällt der flache und schwache Hinterkopf auf, der Menschen eigen ist, die keine Lust und Liebe zur Arbeit haben.

Nichtsdestoweniger ist das Hinterhaupt oben hoch, dort, wo die Selbsttriebe liegen, und das Kinn ist unwillig ein- und breit gezogen.

Arbeiten will der Mensch nicht, aber auftreten und leben wie ein Gentleman, das letztere deutet der Hut an, die großspurige Kleidung und Kopfhaltung.

Dabei hat er weiche, sinnliche Gefühle, das zeigen die dicken vollen Lippen, der vorgeschobene Mund; daß diese bösartig sind zeigen die im rechten Bilde scharf herabgezogenen spitzen Mundwinkel.

Das Gewebe um beide Augen, seitlich der Nase, unter der Nase und an den Wangen ist verformt und unrein, das deutet auf Vergiftung und Entartung des Blutes, der Lymphe und der Säfte.

Man betrachte die Stirn des mittleren Bildes, diese ist dort, wo der Erwerbs- und Diebessinn liegt und weiter nach oben hin, wo der Sinn für den Besitz schöner Sachen liegt, erheblich ausgebuchtet und in Spannung.

Dabei ist er geschmeidig, gewandt im Auftreten, und er läßt in Läden geschickt die Sachen mitgehen.

Ein Blick auf das Ohr zeit die starke Disharmonie.

Das Ohr ist auch im oberen Teil hängend, wie es typisch bei dieser sittlichen Entartung ist.

Die Naturellanlage ist Bewegung und Empfindung mit Disharmonie. Die Erfahrung lehrt, daß Entartung eintritt, sobald die Naturellanlage nicht richtig betätigt wird.

Das ist Naturgesetz und zwingt jeden Menschen in eine bestimmte Bahn der normalen Tätigkeit, die er willkürlich ohne Schaden nicht einmal abändern darf.

 

Leitspruch

Zähme deine Leidenschaften,

Hebe deine Schwächen,

Pflege und vewende deine guten Anlagen und Talente!

Dann kannst du glücklich leben und nützlich wirken.

Carl Huter

 

 

Wir haben mit der vorhergehenden Bildnisreihe die Nachtseite und den Tiefstand des Lebens kennengelernt und wenden uns nun der Lichtseite desselben zu. – Das Bildnis Huters, das nicht nur die großartigsten Porportionsmaße zeigt, sondern auch im Gesicht die sehr xx Quellkraft der Gewebe, die feine lebenswarme PlaXX und Durchstrahlung der Stirn, selbst das Ohr und xx Haar, das ja auch am Leben teilnimmt, zeigt einen warmen, milden und schönen Ton xx

In dieser milden und starken Spannung, Strahlung, Feinplastik und Durchleuchtung der Gewebe zeigt sich

der geniale Lebensgeist.

In jeder Zelle ist der Lebensgeist lebendig wirksam und tätig und läßt sich auf diese Weise direkt sehen und erkennen.

Diese Feinheiten sieht und erkennt wohl nicht jeder sofort – es bedarf einiger Übung, vergleichender Studien am lebenden Menschen, eines neuen klassischen verfeinerten Sehens, das Huter lehrte und naturwissenschaftliche begründete.

Ohne dieses verfeinerte Sehen, läßt sich die praktische Menschenkenntnis einwandfrei nicht lehren.

Das ist der Kernpunkt.

Alle Formdeutung an sich versagt mehr oder weniger, wenn man nicht aus der Qualität und der Feinheit des Gewebes das Geistige direkt sehen lernt.

Denn der Geist lebt ja in der Form, ist allen Geweben, gegenüber dem Inhalt der Form kann diese selbst an Bedeutung zurücktreten, da ja die Form zunächst bleibt, wenn sich auch der Inhalt günstig oder ungünstig verändert.

Hier aber stimmt mit der hervorragenden Proportion, dem Ebenmaß und der Schönheit der Form auch der Inhalt, die geistige Qualität überein, das zeigen die Augen und der Gesichtsausdruck, das zeigt ferner die sehr feine, lichte und warme Spannung.

Das ist es, was an diesem Bilde gezeigt werden soll.

Am besten lassen sich diese Unterschiede natürlich am lebenden Menschen sehr deutlich zeigen und erklären, wozu mir aber die Möglichkeit fehlt, und daher müssen wir uns mit den Bildern behelfen.

Denn diese hier erwähnte Qualität im Gewebe findet man natürlich auch mehr oder weniger bei anderen Menschen wieder, und von ihrer richtigen Bewertung hängt die ganze feinere Beurteilungskunst ab.

Diese feingeistige Gewebsstrahlung ist grundverschieden von dem lebhaften Glanz und dem Farbton mancher Gewebe, ebenso von der elektrischen, magnetischen und mediomischen Spannung und Strahlung und noch von einigen anderen Dingen.

Ohne Kenntnis dieser Unterschiede und das darnach geschulte Sehen gibt es keine auch nur halbwegs vollendete Menschenkenntnis. Erst dergestalt wird der Lebensgeist direkt aus den Formen erkannt und jede Täuschung bis in alle Feinheiten hinein vermieden.

Erst auf diese Weise ist die größte und fast einzige Wahrheit in der Natur, die sie unmittelbar offenbart, zu erkennen.

Darüber hinaus gibt es hier auf Erden eine höhere Wahrheit wohl kaum mehr.

So unglaublich es auch klingen mag, ist es doch Tatsache, daß diese Erkenntnis und ihre naturwissenschaftliche Begründung vor Huter gänzlich fehlte.

 

Bild 8 [Walter Alispach (1908-1998), bedeutsamster Schweizer Huter-Referent]

 

In Bild 8 sehen wir eine breite und hohe Vorderstirn, die plastisch gut in Spannung und Strahlung ist. Das übrige Gesicht zeigt einen sehr warmen und gut durchstrahlten Gewebston.

Da nun in der oberen Vorderstirn das Wohlwollen und die Menschenliebe liegt, der psychologische Lebenserkenntnissinn und die innere Herzensgüte, so ist dieser Mann aus Liebe zur Wahrheit, zum Guten und Schönen rastlos in diesem Sinne tätig.

Wie energisch er sich bei seiner Arbeit anspannt, das zeigt die große Anspannung der Gewebe and den Schläfen.

Das sehr warme innere Gefühlsleben liegt auch im übrigen Gesicht.

Jede Schwierigkeit und Enttäuschung sucht er aus dieser inneren Liebe und Wärme heraus zu überwinden. Die Arbeit für das Rechte und Wahre löst neue Begeisterung aus und stärkt die innere Lebensfreudigkeit. Diese strahlt nach allen Seiten aus, teilt sich mit, ermuntert, erfreut, belebt, begeistert, hilft durch Humor die Sorgen überwinden, schwere Arbeit wird leicht, und der Erfolg bleibt nicht aus, selbst wenn er nur in der inneren Befriedigung und Freude liegen sollte, der Freude und dem Glück. Gutes getan und dem Fortschritt und der Wahrheitserkenntnis gedient zu haben. – Das ist das Geheimnis dieser Natur.

 

Bild 9 [Amandus Kupfer (1879-1952) bedeutsamster Huter-Schüler und Herausgeber von „Der gute Menschenkenner“ Nr. 1 bis 101, 1932 bis 1941].

Dieses Bild zu beurteilen fällt mir schwer, vielleicht weil ich den Abgebildeten genau kenne, und es geschieht auch nur, um daran etwas zu zeigen, damit andere daraus lernen.

Hier finden wir wieder die plastische, breite, offene und lichte hohe Vorderstirn. Das Gewebe im Gesicht ist leicht, empfindungsreich, gut durchstrahlt und durchleuchtet, von innerer Wärme und Festigkeit wie die Formen und von einer gewissen Abgeklärtheit.

So durchstrahlt, hell und licht wie das Gewebe ist, so licht und hell ist auch das Geistesleben in Verbindung mit einem Feingefühl im Sehen und Erkennen – man beachte die Anspannung am Auge und an der Nasenwurzel -, einer guten Voraussicht und Vorausberechnung.

Aus dieser Anlage heraus konnte der Abgebildete sich fast 30 Jahre Tag für Tag [Stand Jahr 1936] in den Dienst des Wahren, Guten und Schönen stellen. Gewiß haben die Stürme der Zeit das Gewebe durchfurcht, aber die Lebensfreude, der Glaube an das gute Kommende ist geblieben, weil die Kraft wiederum aus der guten Arbeit selbst gezogen wird. Daher war trotz allem Kampf, wenn auch der Erfolg noch nicht kommen konnte, da neue Erkenntnisse sich nur langsam Bahn brechen, – die Arbeit nicht umsonst –

 

Bild 10. Edle jugendliche, noch schlummernde Kraft, die aber aus sich selbst heraus dem Guten zu folgen vermag.

Reines, frisches, gesundes, unverdorbenes Blut – man beachte die reine natürliche Zeichnung der Form – , daher auch Reinheit und Heiligkeit in der Aufnahme und im Denken.

Die Formen wirken frisch und jugendlich natürlich, da jede Versteifung fehlt.

Offen, natürlich und frei sieht er in die schöne Welt. – Starker, aber nicht übereilter Drang, Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten anzusammeln, siehe die breite Stirn, das lichte Gewebe, die Spannung in der Kopfhaltung. Das Denken beherrscht das Gefühl.

Ist in voller Entwicklung. – So sollte jedes Kind erst die Natur beobachten lernen, Pflanzen und Tiere, um sich natürlich und xx zu entfalten, sonst kann man leicht das Gegenteil von dem xx, was man wünscht.

Bild 11. Homer, der große griechische Schriftsteller und Dichter, der die Iliade und Odysee geschrieben hat.

Hier prägt sich in der machtvollen Stirn, im langen vergeistigten Gesichtstypus die hohe Geisteskrft aus, bei welcher die körperliche Kraft zugleich stark geschwächt zurücktritt.

Der Körper mußte alles bis zur letzten Kraft im Dienste des Geistigen hergeben. Dieses Gesicht zeigt uns zum Unterschied von den Bildern auf Seite 2 nach Form und Ausdruck den hohen Geistesadel.

Einige tausend Jahre sind seit Homers Zeiten vergangen und man vergleiche damit das Bildnis Huters, um zu erkennen, was die Entwicklung in dieser Zeit zustande gebracht hat.

[Carl Huter (1861-1912) Begründer der wissenschaftlichen Menschenkenntnis].

 

Hier ist ein ganz gewaltiger Unterschied in den Proportionen von Gesicht, Stirn und Schädelbau, eine unendlich vergrößerte Umspannung aller nah- und fernliegenden Dinge.

Greifbar tritt der Unterschied zutage, sowohl in der Formbildung und Proportion, wie auch in der Feinheit und der umfassenden Fülle des Geistes bis in alle Tiefen und Schönheiten.

 

XX

Bild 12. Man beachte das Gewebe und die Formbildung genau, das Bild ist unretuschiert.

Die Formen und Umrisse sind sehr bestimmt gezeichnet, so bestimmt und aufrecht ist auch die Denk- und Handlungsweise.

Dabei ist die Kopfhaltung und sind die Formen elastisch, leicht und elegant, jede körperliche und geistige Anstrengung wird leicht und mit Sicherheit überwunden.

Man beachte, wie das Auge scharf und bestimmt den Gegenstand ins Auge faßt, ebenso scharf und bestimmt ist das Denken. Die gespannte Plastik der Schläfe zeigt die sehr gute technische Befähigung.

Alle Formen sind gut abgerundet, das ganze Gewebe ist nicht nur leicht, sondern auch von feiner Qualität, Spannung und milden, warmen Durchstrahlung, daher der Sinn und Eifer für den guten Fortschritt auf allen Gebieten, die enorme vielseitige Arbeitskraft im Dienste des Wahren, Guten und Schönen bei frohem, natürlichem, heiterem Lebenssinn und gewaltiger Abneigung gegen alles Unnatürliche in Wissenschaft, Leben, Kunst und Religion.

Die Verstoßung Hagars. Gemälde von van der Werff.

Ein ergreifendes Gemälde und zugleich eine Tragödie von meisterhafter Darstellung, welche erst durch die wissenschaftliche Menschenkenntnis voll verstanden werden kann.

Eine junge Mutter von großer Reinheit und  Schönheit wird mit ihrem lieblichen edlen Kinde aus dem Hause in die Nacht und in die größten Gefahren hinein verstoßen.

Man sollte eine solche Grausamkeit nicht  für möglich halten, und doch liegt in dem Bild selbst die Lösung für dieses Rätsel.

Die verstoßene Mutter mit ihrem Kind hat weiche, lichte, helle und reine, schöne Formen.

Der alte Mann empfindet wohl Mitleid und segnet die Verstoßung, – aber er läßt auch das Unrecht geschehen. Er rafft sich nicht auf, die Schmach und das Unrecht energisch zu verhindern.

In der Haltung des Körpers hat ihn der Künstler als alten Schwächling gezeichnet und mit verdicktem, schwerem Hals, kraftlosen Händen, überdicken Lippen und einem Zug an Mund und Bart ähnlich dem des Judas von Holbein.

Aber die eigentliche Triebkraft dieser Tragödie der Verstoßung einer offensichtlich guten Mutter mit ihrem edlen Kind ist die Frau, die schadenfroh in der Türe des Hauses lehnt.

Von ihr geht der geheime Impuls zu dieser bösen Tat aus. Sie hat ein hartes, langes, böses und kaltes Gesicht, ohne Gefühl, ohne Mitleid, ohne Erbarmen.

Die Nase der Frau, die den Charakter zeigt, ist steinhart, tief nach unten und auswärts gebogen.

Der Mund hat den teuflischen, schadenfrohen, aufgeworfenen Zug. Am Oberkiefer, nach dem Zug des Herzens hin, liegt grausame Härte, Kinn und Oberkiefer ist wie von Stein, die Brust hart.

Man muß schon die wissenschaftliche Menschenkenntnis beherrschen, um den Künstler recht zu verstehen, der hier meisterhaft die Wahrheit in den Formen, Farben und Bewegungen lebendig und lebenswahr schilderte.

Die verstoßene Mutter mit ihrem Kind hat den hellen reinen Typus der edlen Rasse. (Dem biblischen Bericht nach war Hagar eine Ägypterin.) Der Mann und die Frau im Hintergrund sind unverkennbar Semiten.

Das Gemälde ist in Farben von großartiger Wirkung, die leider ja hier nicht wiedergegeben werden können, das Original befindet sich in der Dresdner Gemäldegalerie, wo man es bei Gelegenheit studieren wolle.

Das Gewand der Mutter ist hell, von goldig schimmernder Farbe, das des alten Mannes von einem neutralen, kalten und harten Blau, das der Frau von schmutziger unangenehmer Farbtönung.

Das Kind der verstoßenen Mutter hat einen unschuldigen, sehr edlen Ausdruck mit goldigem, lockigem Haar, – das zurückbleibende Kind zeigt harte Formen mit breitem Gesicht, dickem Mund und sehr kurzem Hals.

Zwischen der verstoßenen Mutter und ihrem Kind und zwischen dem alten Manne, der Frau und ihrem Kind ist keine Harmonie möglich, es sind entgegengesetzte Pole von Gut und Böse, daher geht die junge Mutter auch lieber in Nacht und Finsternis und Ungewißheit hinaus.

Der Künstler war ein vollendeter Beobachter des Lebens und der menschlichen Natur, er hat die Wahrheit – wenn auch nur für den Kenner voll ersichtlich – wunderbar dargelegt, daher ist das Gemälde heute noch von großem wissenschaftlichen Wert.

Der Künstler ist nicht nur ein Maler, sondern auch im vollsten Sinne des Wortes ein großer Natur- und Lebensforscher gewesen, der wissenschaftliche Wahrheiten, lange bevor sie bekannt waren und gelehrt wurden, bereits gesehen, lebendig wahr und richtig geschildert hat, so richtig, daß die Formen und Farben und die Bewegungen, durch die er den Sinn des Bildes deutlich machte, mit unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis noch übereinstimmen.

Die großen Meisterwerke der Kunst erhalten erst durch die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] Carl Huters ganz neue und lebendige Werte, die klar und deutlich lehren: Der gute Mensch soll nicht verstoßen werden und in Elend umkommen, sondern er soll den bösen Menschen erkennen und sich zum gemeinsamen Schutz und zu einer Macht des Guten mit gleichgesinnten Menschen in dem Geist der wissenschaftlichen Menschenkenntnis zusammenschließen und die Welt von allem Übel und Leid erlösen.

Einen anderen Weg der Lösung gibt es nicht, das lehrt die ganze menschliche Erfahrung und Geschichte, Kunst und Leben von Anbeginn der Zeit bis auf den heutigen Tag.

Machen Sie Ihre Freunde und Bekannten auf die

Zeitschrift „Der Menschenkenner“ aufmerksam,

dann fördern Sie echte deutsche Volksforschung!

 

 

 

 

 

Carl Huter:

„Der Wahrheit und der Schönheit

das ganze Sein“

 

 

                                                       

„Der Menschenkenner“ ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg, Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M. 1.- und 30 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4300. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

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