DgM 039

Der gute Menschenkenner 039 von 101

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MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

 CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                               

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© April 1936, Nr. 39

Der anständige Mensch und

der Minderwertige

vor

Gericht

Studie über eine

Forderung des Schweizer

Kassationsgerichts Zürich

in Wort und Bild

Zum erstenmal fordert ein Gericht in der Welt

etwas absolut Neues!

Das alte Sprichwort, welches sagt: „Kleine Ursachen haben oft große Wirkungen“ – scheint sich hier zu bestätigen.

Das Obergericht in Zürich hatte einem einfachen Postbeamten den bedingten Strafaufschub verweigert.

Der Fall des Postbeamten lag so: Er war in leicht angetrunkenem Zustande mit seinem Motorrad in einen unbeleuchteten Zigeunerkarren gefahren. Sein Soziusfahrer stürzte dabei so unglücklich, daß er starb.

Wie es bei solchen Fällen allgemein üblich ist, wurde der Tatbestand aufgenommen, das Verhalten des Angeklagten und sein Vorleben geprüft, kurz, es entstanden Akten, nach denen nun der Fall entschieden wurde.

Scheinbar ist damit alles in bester Ordnung, aber es ist nur scheinbar so, denn in Wirklichkeit hat sich ergeben, daß dieses Verfahren zu einem Fehlurteil führte und also

vollständig versagte.

Das Kassationsgericht in Zürich vertritt die Auffassung, daß der bedingte Strafaufschub nicht als ein Gnadenakt zu betrachten sei, sondern daß unter Umständen der Angeklagte ein Recht darauf habe. Das Bundesgericht trat dieser Auffassung bei.

Hierbei hat das Gericht zum erstenmal auf einen Mangel in der Rechtspflege verwiesen, der, einmal erkannt, geeignet ist, das Streben wachzurufen, die ganze Gerichtsbarkeit

auf eine andere Grundlage

zu stellen.

Der Leser denke einmal nach. Der lebendige Mensch, der vor dem Richter steht, der nach Körper, Geist und Seele, Augen, Gesicht und Kopfform alle erdenkbaren Werte und Unwerte greif- und sichtbar in sich trägt, der spielt bei der Beurteilung der Sachlage plötzlich

Eine meist untergeordnete Rolle.

Die Tat und ihre Nebenumstände, die Zeugenaussagen, das Vorleben des Angeklagten, Dinge, über welche sich oft große Akten anhäufen,

spielen die Hauptrolle.

Daß dabei Fehlurteile entstehen können, daß der anständige Mensch oft zu kurz, der minderwertige Mensch aber oft zu gut davonkommt, liegt auf der Hand.

Es entstehen Urteile, die das gute Volk mitunter nicht begreifen und verstehen kann, und die Aufgabe des Gerichts wird durch ein solches Verfahren ganz ungeheuer erschwert.

Der wirklich anständige Mensch hat oftmals eine große Scheu vor dem Gericht. Er überlegt es sich oft zehnmal und noch öfter, ehe er vor Gericht sein Recht sucht, weil der niemals mit Sicherheit weiß,  wie die Sache verläuft.

Damit ist aber doch tatsächlich dem Recht und der Gerechtigkeit nicht gedient.

Man stelle sich vor, der wirklich anständige, gute Mensch sucht vor Gericht sein Recht. In dem Moment nutzt ihm seine Anständigkeit wenig oder gar nichts. Warum? Weil sie ja nicht erkannt wird.

Sein Gegner kann der gerissenste Gauner sein, er kann alle Merkmale dafür deutlich sicht- und erkennbar an Körper, Aug´und Angesicht tragen, er kehrt aber womöglich durch Kleidung, Benehmen, Leumund, Rang, Titel, Geld usw. das gerade Gegenteil seines wahren Wesens heraus – das Gericht hat keine zuverlässigen Handhaben, das zu erkennen.

Der anständige Mensch ist im Moment nicht mehr wert wie der andere, der vieles auf dem Kerbholz haben kann, ohne daß das Gericht es weiß oder auch nur den Versuch macht

ein wahres Charakterbild

unmittelbar aus dem lebendigen Menschen nach zuverlässigen Grundlagen zu erhalten.

Daß hier ein Mangel vorliegt, wird jedem einleuchten, und zunächst hat der wirklich anständige Mensch das größte Interesse daran, daß er von dem Richter als solcher erkannt und bewertet wird.

Der minderwertige Mensch aber hat das größte Interesse daran, daß seine Minderwertigkeiten vom Gericht nicht erkannt werden, und er bekommt oft ein unglaubliches Geschick, sie zu verbergen.

Daher nimmt der wirklich anständige Mensch die Hilfe des Gerichts viel zu wenig in Anspruch – und für eine gewisse Sorte von Menschen scheint das Gericht eigens wie geschaffen zu sein, sie fühlen sich dort ganz zu Hause.

Das Gericht verfehlt daher oftmals ungewollt seine schönste und beste Aufgabe.

Zunächst soll versucht werden, dem Leser diese Tatsache durch Bilder deutlich zu machen, wir kommen dann auf den Fall des Postbeamten zurück.

Was lehrt uns Bild 1:

Bild 1. Christus vor Pilatus nach Camuccini

 

Christus vor Pilatus?

Nun frage ich jeden Menschen: Ist hier nicht schon durch die lebendige Gestalt Christi für den natürlichen Menschenverstand das Urteil gesprochen?

Man sehe sich die majestätische, königliche und edle Gestalt Christi an, wie der große Maler ihn darstellt.

Diese Bescheidenheit in der Haltung, dieses edle Profil, dieses wunderbare Haupt sollte sofort jedem Richter zur Erkenntnis bringen, daß hier ein Edelmensch vor ihm steht!

Die schwer bewaffneten Krieger sind in diesem Falle überflüssig, ein Mensch wie Jesus bietet keinen gewaltsamen Widerstand.

Spricht denn diese lebendige Gestalt nicht mehr, wie alles andere? Wozu haben wir denn unsere Augen, sind denn die Menschen blind – mußte nicht die Gestalt Christi, sein Auge, sein Angesicht die beste Widerlegung für seine Schuld

und der beste Zeuge für seine Unschuld

Sein? Hat man denn ganz die Hauptsache vergessen: den lebendigen Menschen nach Körper, Aug´und Angesicht?

Man betrachte die Gestalten vor und hinter Christus, die ihn vorführen, anklagen und richten, sie können ja diesem Edelmenschen nach Gestalt, Aug´und Angesicht nicht das Wasser reichen!

Hätte nicht sofort der Richter, der Menschenkenntnis besitzt – wie es jetzt zum erstenmal in der Welt das Kassationsgericht in Zürich verlangt -, diesen Edelmenschen als solchen restlos erkennen müssen? Hätte er nicht felsenfest überzeugt sein müssen, daß dieser Gottmensch kein Unrecht tut, daß er höheren Gesetzen folgt, die in ihm liegen – die zu prüfen sind, und die unter Umständen höher zu bewerten sind als Rechtsparagraphen, Anklagen und Akten.

Das Bild sagt die Wahrheit, es ist sinnbildlich – denn so zieht sich durch die Jahrhunderte und Jahrtausende diese Art der Rechtssprechung ohne Menschenkenntnis als unabwendbares Übel, gegen das es kein Mittel zu geben scheint.

Gewiß wird der Jurist sagen, Jesus hat gegen die Gesetze seines Landes verstoßen und ist mit Fug und Recht verurteilt worden.

Aber der natürliche Mensch wird sagen: Ein solches Urteil verstehe ich nicht, es ist ungerecht, denn die Gesetze, die Jesus verletzt haben soll, waren höchst mangelhaft und verbesserungswürdig, sie mußten angesichts dieses Falles sofort geändert werden und das, was Jesus getan und gelehrt hatte, das mußte zum mindesten als gleichwertig anerkannt werden.

Dann wäre Jesus nicht verurteilt worden, sondern als das Genie erkannt, geehrt, geachtet, gefeiert worden, und ein Hauch des Rechts und des Glückes wäre durch das gute Volk – ich meine die anständigen Menschen – und die Welt gegangen.

Man betrachte noch das zweite Bild, die Dornenkrönung von van Dyck.

Bild 2. Die Dornenkrönung von van Dyck.

 

Man betrachte die Gestalten um Jesus – man betrachte die Gesichter, die Augen, das Haar, die Mimik und den Ausdruck.

Ja, sind denn das noch Menschen? – ja, es sind wohl starke und sogenannte Gesetzesmenschen, aber es sind minderwertige Naturen, das lehrt die Menschenkenntnis, die jetzt zum erstenmal ein hohes Gericht verlangt, die nie und nimmer einen Edelmenschen quälen, foltern und kreuzigen durften. –

Das Bild ist nur undeutlich, aber man erkennt an Körpern und Gesichtern doch, was für moralisch minderwertige Menschen es sind, die so über Jesus herfallen.

Und so zieht sich durch die Jahrhunderte die Dornenkrone des Gerichts – und oft die Furcht und die Scheu der anständigen Menschen vor dem Gericht.

Nun aber hat das Kassationsgericht in Zürich zum erstenmal einen Strich unter das alte System der Gerichtsbarkeit gesetzt und

Menschenkenntnis

für die Diener des Rechts verlangt. Es verlangte eindeutig und vollständig klar eine spezielle Untersuchungsmethode auf dieser Grundlage, um ein genaues Charakterbild von jedem Angeklagten zu erhalten.

Das klingt wie eine Mär und – allein die Tatsache, daß ein hohes Gericht zum erstenmal eine solche Forderung stellt, – söhnt uns mit vielem Ungemacht aus und wir sehen, daß unser Kampf um die Menschenkenntnis für die Justiz nicht vergeblich war. Wir sehen die Morgenröte einer besseren Zeit am Himmel der Justiz aufgehen, denn nicht nur die Justiz braucht wie das liebe Brot die Menschenkenntnis, sondern alle Welt braucht sie und das gesamte Leben.

Justitia (Hinzugefügt)

 

Aber bleiben wir bei der Justiz – vielleicht kommt nun bald der große bildende Künstler, welcher der

Göttin der Gerechtigkeit,

das Symbol der bisherigen Gerichtsbarkeit,

die Binde von den Augen nimmt,

der eine neue herrliche Plastik schafft und zwar folgendermaßen:

1. Die Göttin der Gerechtigkeit kann die Wage behalten, denn wie wägt nach Recht und Gerechtigkeit.

2. Aber die Binde von den Augen muß weg, denn niemals kann ein Mensch in der Welt seine Augen besser gebrauchen wie ein Richter, der Recht sprechen soll.

3. Daher muß der Richter Menschenkenntnis haben, und die Göttin der Gerechtigkeit ein Auge von wunderbarer Schönheit mit dem ausgesprochenen Blick für Formenunterschiede und Ausdrucksbewegungen, kurz für den lebendigen Menschen.

Und auch das Gesicht der Göttin muß anders aussehen, sie muß die breite und hohe feinplastische Stirn der allumfassenden Erkenntnis besitzen. Und neben der Strenge in dem Gesicht muß die Weisheit, die Liebe, die Güte und die große herrliche Voraus- und Einsicht da sein! –

Ja, die Göttin der Gerechtigkeit, als Symbol des Rechts, muß neu gestaltet werden – das hat ja das Kassationsgericht in Zürich jetzt im Prinzip mit seiner großartigen Forderung angeregt.

Die Liebe des Volkes wendet sich dann der Gerichtsbarkeit zu, der anständige Mensch wird ohne Scheu sein Recht suchen können, – und die Sonne des Rechts wird durch die Wolken brechen und alles mit ihrem Licht überfluten.

Das Züricher Obergericht hat sehr scharfsinnige, man könnte fast sagen „geniale“ Feststellungen gemacht, die hier mit einer Antwort der Reihe nach wie folgt wiedergegeben sind:

1. Es sei nötig, in ganz anderem Ausmaß, wie es bisher der Fall war, Unterlagen

für das Charakterbild

eines Angeklagten zu beschaffen. (Diese beziehen sich auf die praktische Menschenkenntnis, siehe Punkt 17 und 18.)

Antwort: Alle bisherigen Untersuchungsmethoden hoch in Ehren, sie gehen jedoch um den Kernbereich der Sache herum. Die Hauptsache fehlt, das Charakterbild nach dem Leben, nach dem lebendigen Zustand des Angeklagten, nach der Wirklichkeit, nach Körper, Kopf, Gesicht, Augen, Lebens- und Seelenausdruck.

2. Durch diese äußerst bedeutsame Feststellung des Obergerichts würde die ganze Untersuchungspraxis auf eine andere Basis gestellt.

Antwort: Das entspricht zweifellos der modernen fortgeschrittenen Forschung auf diesem Gebiet. Es ist die Charaktererkenntnis am „grünen Baum des Lebens“, anstatt wie bisher nach „den dürren Blättern“ der Theorie, nach Akten, Protokollen, Tatbeständen, Zeugnissen usw.

3. Bisher war der Richter auf seinen persönlichen Eindruck angewiesen, den speziellen Charakter der Tat und auf das allgemeine Leumundszeugnis.

Antwort: Der persönliche Eindruck des Richters ist an seine Individualität, Organe, Sinne, Nervensystem und Gehirn gebunden und kann oft sehr fragwürdige sein.

Hier muß daher der Fachmann, der objektiv nach naturwissenschaftlichen Grundlagen urteilt und der unter Beweisführung den subjektiven Eindruck des Richters objektiv nachprüfen kann, zugelassen werden. Danach findet dann die Tat selbst charakterlich ihre restlose Klärung, die lebendige Wirklichkeit ergänzt das Leumundszeugnis, von dessen Aussteller meist jedes Charakterbild fehlt und das oft sehr fragwürdig sein kann.

4. Die Untersuchungsresultate, die sich aus der Tat ergeben, können nicht als ausschlaggebend

für die Charakterbeurteilung

herangezogen werden.

Antwort: Sehr richtig! Die Vererbung, die Veranlagung des Angeklagten, die Umwelteinflüsse, die Beeinflussungen und Suggestionen, denen er unterliegen kann, die im Verborgenen wirkenden Impulskräfte können nur durch die Menschenkenntnis, und zwar wiederum nur durch das vollkommenste System der Carl Huterschen  Psycho-Physiognomik, erkannt und einwandfrei festgestellt werden. Dadurch erst  und durch den Tatbestand wird das Charakterbild in vollkommenster Weise aufgehellt.

5. Es sei eine spezielle Untersuchungsmethode nötig, die nicht juristisch, sondern psychologischer Natur sein müsse.

 

(Wie aus Punkt 17 hervorgeht, ist damit in eindeutiger Weise die Menschenkenntnis gemeint.)

Antwort:  Nach der Psycho-Physioignomik [Physiognomischen Psychologie] kann in jedem Fall sofort erklärt, nachgewiesen und begründet werden, wo und wie die Minderwertigkeiten eines Angeklagten, wie auch seine Vorzüge und guten Seiten an Körper-, Kopf- und Augenausdruck erkannt werden. Der Richter kann sich also augenscheinlich selbst von diesen Feststellungen überzeugen, ja, er lernt selbst mit der Zeit, seiner Anlage entsprechend, das klassische Sehen auf Grund der Menschenkenntnis.

6. Der Angeklagte war (in unserem Falle) durch vier Polizeistrafen vorbelastet. Es wurde nicht geprüft, ob dieselben mit Recht erfolgt waren.

Antwort: Solche Ermittlungen sind oft zweifelhafter Natur und haben nur einen ganz geringen Wert. Höchst wertvoll aber ist die augenblickliche Prüfung des Angeklagten auf Grund seines lebendigen Zustandes nach Körper, Geist und Seele, Augen, Kopf, Gesicht und Körperbau. Hier läuft in Wirklichkeit alles zusammen und so kann man die ganze Sachlage von Grund auf erhellen. Wie Schuppen wird es unter Umständen der Untersuchungsbehörde und dem Richter von den Augen fallen und der letztere kann schneller, weise, richtig und gerecht urteilen.

7. In einem Falle hatte der Angeklagte die Polizeistrafe erlitten, weil er zwei Personen auf dem Soziussitz seines Motorrades mitgenommen hatte. Es waren seine Frau und sein Kind, das den Arm gebrochen hatte, und das er schleunigst zu einem Arzt fahren wollte.

Antwort: Der Polizeimann, welcher die Strafe aufnahm, hat sehr kurzsichtig und schablonenhaft gehandelt. Auch das kann in Zukunft vermieden werden, wenn diese Beamten vor ihrer Anstellung einer Charakterbeurteilung über Anlagen und Fähigkeiten unterzogen werden. Es wird dann auch vermieden, daß zwischen den guten Volk und der Behörde der gute Kontakt verloren geht.

Vor allen Dingen ist doch ein solcher Vorfall nicht belastend für den Angeklagten, sondern für die Erklärung der Tat und für die Gewährung der bedingten Verurteilung kommen wesentlich andere Dinge in Betracht.

8. Das Gericht ersah daraus mit Recht, daß

die charakterliche Eignung

auf diese Weise nicht zu ermitteln ist.

Antwort: Das Gericht hat hier das Übel richtig erkannt. Die charakterliche Eignung kann unmittelbar an dem lebendigen Menschen aus Körper-, Kopf und Gesichtsformen am besten erkannt und begründet werden, wodurch das Gerichtsverfahren und das Urteil wesentlich erleichtert und gerechter wird. Ja, der Angeklagte selbst lernt dann auch noch seine eignen Anlagen oder Fehler erkennen, und er kann sich in Zukunft danach richten.

9. Das Gericht fordert für die Zukunft Akten, die den schlüssigen Beweis

für die charakterliche Eignung

erbringen.

Antwort: Dieser kann nach dem System der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] innerhalb einiger Stunden dem Gericht erbracht werden. Das Gericht erspart eine Menge Arbeit und Kosten und manchen Verdruß und ein Verfahren, das sonst Monate und Jahre dauert, kann innerhalb kurzer Zeit glücklich und gerecht beendet werden und zwar so, daß das Urteil mit dem guten Volksempfinden vollkommen übereinstimmt und allseitige Achtung und gutes Vertrauen auslöst.

10. Das Gericht stellte fest, daß selbst ein sehr anständiger Mensch Polizeistrafen erhalten kann, schon deswegen, weil er sich nicht unnötig lange herumstreiten will.

Antwort: Ob ein Mensch Polizeistrafen hat oder nicht, so bleibt er doch, was er ist und diese Dinge spielen gegenüber einem lebendigen Charakterbild nur eine sehr untergeordnete Rolle. Raphael z.B. bleibt der König der Maler, ganz gleich, ob er früher tünchte oder in seiner Heimat Schilder gemalt hat. Der Mensch selbst nach seiner Veranlagung, nach Körper, Kopf, Aug´ und Angesicht, so wie er vor dem Richter steht, der muß erkannt und beurteilt werden und danach erst kann der Richter einwandfrei Recht sprechen. Das Gericht steht doch über diesen kleinlichen Dingen und es hat durch die wissenschaftliche Menschenkenntnis ganz andere Möglichkeiten, sich einwandfrei, schnell, sicher und restlos über den Angeklagten zu informieren.

11. In einem anderen Falle wollte der Angeklagte, der von seiner Behörde ein gutes Zeugnis erhielt, den Dienst nicht versäumen und er benutzte ein nicht angemeldetes Motorrad, da sein Rad eine Panne erlitten hatte.

Antwort: Diese Polizeistrafe ist doch sehr zweifelhafter Natur. Solche Fälle werden vermieden, wenn man nach der Menschenkenntnis durchaus befähigte Polizeibeamte anstellt, die nicht schablonenhaft handeln, sondern von Fall zu Fall eine Sachlage zu prüfen vermögen.

12. Auf Grund der bisherigen Untersuchungsmethoden sei daher der Angeklagte willkürlich und ungerecht verurteilt worden.

Antwort: Daher fordert nun das Gericht mit Fug und Recht Beurteilungen auf Grund der Menschenkenntnis, damit es ein genaues Charakterbild erhält und solche Fälle nicht mehr vorkommen.

13. Das Gericht kam zu der Feststellung, daß die Untersuchungsbehörde viel schärfer in der Richtung

der Charakterprüfung

vorgehen müßten.

Antwort: Daher ist nötig, daß die Beamten der Untersuchungsbehörden Unterricht in praktischer psycho-physiognomischer Menschenkenntnis erhalten.

In der Tat, die Psycho-Physiognomik Carl Huters steht einzig in der Welt da, sie ist lehrfähig und kann die höchsten Anforderungen erfüllen.

Das ist im Laufe der letzten 50 Jahre [Stand Jahr 1936] durch Carl Huter und seine Schüler fortlaufend in Wort und Bild und durch das Experiment bewiesen worden. [Anmerkung Timm: Näheres siehe www.chza.de Rubrik „Mensch“.]

14. Die oberste Züricher Instanz brachte den größten Mangel der bisherigen Untersuchungsmethoden zum Ausdruck, das Fehlen zuverlässiger Grundlagen

für die Charakterbeurteilung.

Antwort: Möchte doch das Kassationsgericht in Zürich und das Bundesgericht in der Schweiz sich durch das Experiment davon überzeugen lassen, daß die Möglichkeiten einer einwandfreien Charakterbeurteilung jedes Menschen durch die Psycho-Physiognomik Carl Huters gegeben ist.

Aber diese neue, allumfassende, große Wissensgebiet ist nicht von den Hochschulen, sondern aus dem Volke gekommen. Es ist im Volke fest verankert.

Nach dem Tode Huters erst entstand die große Weltliteratur auf diesem Gebiet und da Huter Hunderte von neuen Entdeckungen gemacht hat, so haben viele gelehrte Personen und auch andere, indem sie Bruchstücke verbreiteten, leicht und schnell Ruhm und Ehre geerntet. Die Lehren Huters wurden entstellt, Stück für Stück aus ihrem Zusammenhang gerissen, sie wurden umbenannt, verändert und oft in unglaublicher Weise plagiiert. Daher ist es so dringend wünschenswert, das Echte und Wahre vom Halbechten und Verfälschten zu trennen,

denn sonst ist alles umsonst.

Viele der Nachahmungen sind, was nur der Kenner beurteilen kann, teils sehr minderwertig und die Originallehren Huters stehen weit, weit darüber. [Anmerkung Timm: Näheres siehe www.chza.de Rubrik „Original“.]

15. Wohl stellt der Psychiater fest, wie das Gericht hervorhob, ob ein Mensch gesund oder krank sei.

Antwort: Die Psychiatrie hoch in Ehren – aber die Feststellungen derselben entbehren ja wiederum samt und sonders der praktischen Menschenkenntnis, die das Gericht nunmehr so eindringlich für seine Zwecke fordert. So kommt es, daß oftmals Verbrecher für gesund und zurechnungsfähig erklärt werden, – wofür das gute Volk kein Verständnis hat, denn es sagt sich mit Recht, daß solche Menschen nicht gesund und normal zurechnungsfähig sein können.

16. Ob aber ein Mensch wirklich böse sei oder ein wirklich anständiger Mensch, darüber gäbe es weder Gutachten noch sonstige Nachweise.

Antwort: Hier ist die Fehlerquote endlich mal von hoher Gerichtsstelle erkannt und klar gekennzeichnet. Das ist es ja gerade, was fehlt: die Menschenkenntnis in der Psychiatrie.

Ein erblich schwer belastetes Individuum ist nicht mehr normal, gesund und zurechnungsfähig und verantwortlich, sondern höchst unnormal und gehört dauernd in Verwahrung genommen, denn sonst kommen bei aller Gerichtsbarkeit die Verbrechen nicht aus der Welt und wiederholen sich trotz aller Maßnahmen wie ein ewiges Übel, das nicht zu beseitigen ist.

Der Nachweis, ob ein Mensch wirklich böse oder wirklich gut ist, läßt sich ja schon durch die Menschenkenntnis per distance meist sofort erbringen und jeder Richter kann ebenso die untrüglichen Belege dafür erhalten.

17. Und doch sei gerade das die einzige Grundlage für die Gewährung oder Verweigerung der bedingten Verurteilung.

Antwort: Es ist aber die Charakterbeurteilung nach der Psycho-Physiognomik auch für alle Rechts- und Straffälle ohne Ausnahme die einzige wirklich zuverlässige Grundlage. Erst durch sie wird die Gerichtsbarkeit wesentlich erleichtert und in Einklang mit dem gesunden guten Volksempfinden gebracht und dadurch wird das ganze Staatsleben fester fundamentiert.

18. Daher verlangt das oberste Gericht in Zürich zum erstenmal

Menschenkenntnis

für die Diener des Rechts.

Antwort: Das ist das erstemal, daß ich nach 30 Jahren Arbeit für die Menschenkenntnis dieses erlebe. Es ist eine erhabene, lichtvolle Tat, die gar nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Die Menschenkenntnis sollte obligatorisch werden, denn wenn sie der Richter unbedingt benötigt, dann benötigt sie auch der Arzt, der Erzieher, der Beamte, der Staatsmann, der Diplomat, der Heerführer, der Kaufmann, der Industrielle, der Handwerker, der Arbeiter, kurz, jedermann benötigt sie ebenso wie der Richter.

Es ist der Ruf einer neuen Zeit, der hier erklingt, und solange es eine fortschreitende Kultur gibt und solange der Geist in allen toten und lebendigen Formen, Farben und Erscheinungen lebt, wird dieser Ruf nicht mehr verhallen.

Die Grundlagen der Menschenkenntnis sind durch ein neues Natursystem, die Carl Hutersche Naturell- oder Konstitutionslehre, gegeben. Diese kann jedes Kind leicht begreifen, sie ist genau so lehrfähig in der Schule wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Ja, sie ist wichtiger wie diese Fächer, denn wenn ein Mensch noch so gut lesen, schreiben und rechnen kann, so ist er doch ohne Menschenkenntnis dem ersten besten gerissenen Gauner und Betrüger hilflos ausgeliefert, er verliert womöglich Hab und Gut und nimmt Schaden an Körper, Geist und Seele.

Beweis: Man betrachte das Bild 3.

Bild 3. Ivar Kreuger. Der schwedische Zündholzkönig aus seiner letzten Lebenszeit.

 

Dieser Mann ist Milliardär gewesen. Man hatte ihn aber von vornherein als das, was er ist, nämlich als einen Betrüger erkennen und unter Aufsicht stellen sollen.

Ja, dieser Mann, dessen Gesicht den Betrügerausdruck hat, brachte es fertig, eine hohe Weltdiplomatie, höchste Industrie-, Bank- und Handelskreise, hohe Staats- und Privatpersonen über sich zu täuschen und hinter das Licht zu führen.

Und doch steht ihm deutlich die schwere Dekadenz und die Anlage zu Betrügereien im Gesicht geschrieben. Niemand hat das erkannt, – und was soll man nun dazu sagen?-

Man hat den Eindruck, die große Welt hätte doch aus diesem Schulbeispiel lernen sollen, um Mittel und Wege zu suchen, solche Vorkommnisse zu vermeiden. Aber nichts dergleichen ist geschehen.

Jeden Tag können sich ähnliche Fälle, wenn auch in kleinerem Ausmaß, wiederholen und Betrügereien sind tatsächlich an der Tagesordnung.

Aber das Gericht in Zürich hat nun zum erstenmal einen neuen naturwissenschaftlichen Weg beschritten und sehr dringlich Menschenkenntnis gefordert.

Das Bild Kreugers ist das eines Betrügers im Sonntagskleide. Fein angezogen, mit echter Perlen- und Brilliantnadel und dem Nimbus des unermeßlichen Reichtums tritt er auf.

Solche äußeren Dinge stehen heute hoch im Kurs und die herrlichsten geistigen Wahrheiten und Werte ebenso niedrig. –

Der Mund lächelt zwar – aber es ist die reine Verstellung, denn gleichzeitig ist der Mund schief nach rechts oben und links unten verzogen und in den Ecken hart und gekniffen.

Die Augenlinie, welche in ihrer normalen Lage die aufrichtige Gedankenrichtung zeigt, läuft der Mundlinie entgegengesetzt. Sie geht schräg von unten rechts nach oben links, wobei das Auge beobachtend und lauernd in den Ecken liegt.

Das sind Merkmale, welche kundtun, daß Kreuger schon gewohnt ist, entgegengesetzt zu handeln, wie er äußerlich zeigt, er hat bereits eine konstante Betrügerphysiognomie.

Man betrachte die Schwere und Härte der linken Gesichtspartie mit der unausgebildeten harten Ohrform, die sich nach hinten oben zum Geheimsinn hinzieht. Gerade dort, wo Schönheit liegen sollte, liegt hier Härte bei starker Durchführungskraft.

Auch ist die linke Gesichtshälfte stark verschieden von der rechten, das deutet auf eine Unausgeglichenheit der inneren Natur- und Lebenskräfte und auf eine ungleichmäßige Funktion der beiden Gehirnhälften. Wie in der Form, so fehlt auch im Denk-, Gefühls- und Tatleben vollständig das Gleichgewicht, das deutet auf Unberechenbarkeit und bei diesem Mund und Augenausdruck auf konstante Verstellung und Neigung zu Betrügereien.

Dabei ist der Hut, wenn auch in der Richtung die Augen zu beschatten, ganz gerade aufgesetzt, wie bei einem Biedermann.

Die Nase ist lang und zeigt kluge Darstellung und Berechnung, aber sie ist auch unten breit gezogen, also dort, wo die Erlebnisse sich spiegeln und zeigt den geriebenen Schlauberger und Verstellungskünstler.

Mit der äußeren Form genau im Gleichlauf steht das Innenleben. Wer will nun diesem gerissenen Schlauberger trauen? Kein Mensch, der nur etwas genauer sehen und beobachten kann und die lebendige Sprache der Natur, des Lebens, des Geistes und der Seele kennt, wird ihm Hab und Gut anvertrauen. Er sieht sofort, hier liegen schwere Disharmonien vor, eine große Verstellung, er wird sich danach richten und sich durch den Nimbus des Reichtums und andere Äußerlichkeiten nicht täuschen lassen.

Alle Verstellungskunst und aller Nimbus nutzt nichts, in Augen und Gesicht, wo alles Innenleben zusammenläuft, zeigt sich die volle Wahrheit.

Wie leicht ist es danach, die Welt vor solchen Riesenbetrügereien zu schützen. Die Natur hat die Mittel und Wege deutlich gezeigt, weil sie nicht äußerlich anders sein kann, wie sie innerlich ist.

Gute scharfe Bilder oder eine Beurteilung nach dm Leben und 20 und noch mehr typische grobe, feine und feinste disharmonische Form- und Gewebszustände ließen sich deutlich zeigen.

 

Nun betrachte man ein zweites Bild, Kreuger auf seinem Landsitz.

Hier zeigen die Augen allein schon deutlich den Geist und Sinn dieses Mannes.

Sie verschwinden fast gegenüber den grobfleischigen Massen des Gesichts. Das kleine trübe Auge liegt in den Ecken und hat den entwertenden Blick des niedrigen, gemeinen und schmutzigen Gedankenlebens.

Man werfe einen Blick auf Bild 5, um sofort den großen Unterschied zu erkennen.

Der Mund ist sehr fleischig, grob und voll – daher läßt er seinen sinnlichen Gefühlen, die ja u.a. der Mund zeigt, freien Lauf, und er beeinflußt durch entsprechende Redensarten.

Das Auge aber zeigt sein verkommenes und verstecktes Gedankenleben.

Dazu paßt die verwegene Sportmütze, die tief die Augen beschattet – damit man den Blick nicht erkennt.

Übrigens sind die massigen unteren Teile des Gesichts strahlungslos und teigig, das ist typisch bei Dieben und Betrügern.

Hier offenbaren sich seine ganzen Genuß- und Gefühlsregungen.

Das Gewebe an Mund und Wangen, besonders unter dem Kinn, ist übermäßig gefüllt und deutet auf Belastung durch Fremd- und Schwerstoffe, die wiederum zu unnormalen Handlungen den Anreiz geben.

Das ist der schwedische Zündholzkönig Kreuger, wie er in Wirklichkeit ist, der die große Welt täuschen konnte, weil sie gewohnt ist, nach Äußerlichkeiten zu urteilen und nicht nach der Natur und dem Geist, der in Formen, Farben, Augen, Gesicht, Gewebe, Ausdruck und Bewegungen liegt.

Am besten ist wohl, hier zum Vergleich unmittelbar das Bildnis eines ehrlichen, geraden, offenen und aufrichtigen Mannes zu zeigen, der hochstehend und feinentwickelt ist, siehe Bild 5.

Bild 5. Ein ehrlicher, offener, aufrichtiger, hochstehender und feinentwickelter Mann.

 

Hier können wir deutlich die Unterschiede erkennen, hier ist alles offen und frei, ehrlich, freundlich und gut, hier herrscht wirklich hohe Bildung, Kraft, Intelligenz, Wärme, Gefühl, Vernünftigkeit und Aufrichtigkeit.

Man schaue doch dieses Gesicht an, ein prachtvolles, reines Gewebe – dagegen ist doch das Gewebe Kreugers unrein und belastet, sehr bedenklich und macht sofort stutzig.

Bei diesem Mann sind doch alle Formen gut proportioniert, gerade, schön und offen, frisch und menschlich gut. Er hat nicht den geringsten Anlaß irgend etwas zu verdunkeln und daher ist auch das Gewebe rein, hell, warm, sonnig und licht.

Das ist erst der richtige vollwertige Mensch, – der andere wollte erst einer werden und ist verunglückt, wobei auchschon die ungünstige Zeugung und Vererbung eine Rolle mitspielt.

Wenn man sich vorstellt, daß diese beiden Personen vor dem Richter stehen, – so gilt der eine nicht mehr wie der andere, der Richter prüft die Akten und Gesetze, obwohl doch lebenswahr ein wirklich anständiger und ein wirklich böser Mensch vor ihm stehen.

Daher sind und bleiben Prozesse ohne Menschenkenntnis meist wie ein Glücksspiel dem Zufall überlassen, denn Richter sind Menschen und Menschen können irren. Die Anforderungen, welche umfangreiche Akten an den Richter stellen, übersteigen tatsächlich oft menschliche Kraft und Übersichtsvermögen.

Für Richter, Recht und Gerechtigkeit ist die Menschenkenntnis ja eine wahre Erlösung.

 

Man betrachte nunmehr das Bild des Präsidentenmörders Gorguloff.

Bild 6. Gorguloff, der Mörder des Präsidenten der französischen Republik.

 

Die Polizei prüfte seine Einlaßkarte zum Fest der Schriftsteller, zu dem der Präsident erschien und von Gorguloff erschossen wurde.

Die Polizei hätte aber das Gesicht des Gorguloff, der, nebenbei gesagt, noch Dr. med. und elegant gekleidet war, prüfen müssen.

Dann hätte man sofort erkannt, daß ein schwerer Verbrechertypus Einlaß begehrt, der sich im Zustand des moralischen Irreseins befindet.

Der Kopf des G. ist fast viereckig und hat die schweren und scheußlichen sitzenden Verbrecherohren. Die Augen zeigen den reinen Wahnsinn und moralische Verblödung, – und noch vieles mehr ist leicht zu erkennen.

Solange man sich die schweren Verbrechernaturen in Verwahrung nimmt, sondern frei herumlaufen läßt, besteht besonders für das Leben hochgestellter Personen dauernde Gefahr, die nicht kleiner, sondern größer wird.

 

Nun betrachte man das Bildnis des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer.

Durch eine falsche Nachricht ging Hofer zur Abwehr über, erlag der Übermacht, wurde verraten und standrechtlich erschossen.

Bild 7. Andreas Hofer. Tiroler Freiheitskämpfer. Archiv

 Andreas Hofer ist ein kühner Held, ein Mann der Freiheit und der Tat, kraftvoll und furchtlos.

Man sehe sich dieses kühne, offene und ehrliche Auge an, die männliche Kraft und die edlen Gesichtsformen. Er kämpft für Freiheit, Recht und Ehre, Heimat und Volk. Ein solcher Mann ist der Besten einer, und er darf, selbst wenn er einem Irrtum zum Opfer fällt, verliert und verraten wird, nicht erschossen werden.

LINK: WIKIPEDIA „ANDREAS HOFER (1767-1810)“

Denn die Menschheit hat ein Recht, daß solche großartige Kraftnaturen erhalten bleiben. Hofer macht ein Unrecht stets an sich wieder gut – und nicht die Verräter und Henkersknechte sollen sich fortzeugen und unglückliches Erbgut weitertragen.

Das ist doch eine Folgerung, die der anständige Mensch sofort als richtig erkennt und durch die Menschenkenntnis wird solche Tragik vermieden.

 

Nun betrachte man ein Bild aus der Geschichte – die Salome, von Klinger dargestellt.

Der bildende Künstler hat nur die Mittel der Form und Farbe und doch bringt er lebenswahr den Charakter zum Ausdruck.

Bild 8. die Salome, eine Verbrecherin. Archiv

 

Dieses Weib begehrte die Liebe eines hochwertigen edlen Mannes, Johannes des Täufers, der sie aus leicht begreiflichen Gründen ausschlug.

Dafür rächte sie sich. Als sie vor ihrem Vater, dem König Herodes, einen Schleiertanz aufführte, der diesem so gut gefiel, daß er ihr jeden Wunsch zu erfüllen versprach, begehrte sie zum Lohn das Haupt des edlen Johannes. Auf einer Silberschüssel wurde ihr dieses in den Festsaal gebracht.

Damit ist doch der menschliche Wahnsinn auf die Spitze getrieben, die Tugend der grausigsten Mordlust geopfert. Johannes war ein reiner, edler Mensch und die Salome eine erblich schwer belastete Verbrecherin.

Wie hat nun der Künstler den Teufelscharakter dieses Weibes dargestellt? –

Man braucht nur die fürchterlichen Mörderinnenhände zu betrachten – ferner die bleiern schweren Formen und Gewebe, um sofort zu erkennen, daß hier die schwerste erbliche Dekadenz vorliegt.

Weichheit der Formen bedeutet beim Weibe Weichheit der Seele – die schweren  verhärteten Gewebsformen beim Weibe sind den Verbrecherinnen eigen.

Das ist ein Naturgesetz, das heute noch dieselbe Geltung hat wie vor tausend Jahren.

Wenn die Menschenkenntnis damals noch fehlte, so ist das kein Grund, sie heute nach einer teils furchtbaren Vergangenheit nicht endlich obligatorisch und vor allen Dingen bei Gericht einzuführen, damit das Unrecht und Leid siegreich überwunden wird. –

 

Und nun noch einen letzten Vergleich.

Bild 9. August Wilhelm von Schlegel. Archiv

 

Schlegel war ein berühmter Sprachforscher, Dichter und Kunstkritiker.

Man muß tatsächlich erst eine Vorstellung davon haben, wie ein guter und tüchtiger, vollwertiger Mensch nach Körper, Kopf, Gesicht und Augenausdruck aussieht. Das kann man hier sehr deutlich erkennen und studieren.

Das Gesicht ist warm und ehrlich. Diese klaren, belebten Formen zeigen den Geist großen Fleißes und guter Tüchtigkeit.

Man betrachte das große, reine, denkende und forschende Auge, dazu den freundlichen guten Mund und das quellende, weiche, warme, empfindungsreiche Gewebe im Gesicht.

Der das Gesicht umrahmende Bart gibt ihm einen guten, fürsorglichen und väterlichen Ausdruck.

Der hier zugrunde liegende Lebensgeist spricht offensichtlich aus den Formen, und das Züricher Gericht hat recht, wenn es nunmehr endlich mit allem Nachdruck als bestes Heilmittel zur Rechtsprechung

Menschenkenntnis

für die Diener des Recht eindringlich und deutlich verlangt.

Noch ein Wort zu der Forderung des Gerichtes in Zürich. Das Gericht verlangt Menschenkenntnis für die Diener des Rechts. Das gute Volk wird diesen Ruf unterstützen und den Wunsch äußern, der Richter selbst möge

den Typus des Richters haben.

Was wäre das für ein Glück! Man betrachte das Bild eines alten Freundes der Huterschen Forschungen.

Der Typus des Richters. Archiv

 

Das Bild verkörpert die lebendig gewordene Gerechtigkeit und alle Tugenden des Richters. Mir fehlt der Raum, diesen herrlichen Mann aus dem Volk nach seinem Lebensweg zu beschreiben, die Hochachtung und Verehrung, die ihm selbst Fremde, auch Kinder entgegenbrachten, zu schildern.

Dieser Typus hat den ausgesprochenen juristischen Blick, der Augapfel ist herausgedrängt, die Iris ganz sichtbar, die Lider sind energisch offen.

Alle Formen sind wie abgezirkelt. Die Stirn ist feinplastisch, breit und ebenmäßig nach dem Seiten- und Hinterhaupt ausgewölbt. In breiter feinplastischer Wölbung dacht sich das Oberhaupt darüber – und inwendig ist alles sonnenhaft und licht.

Die Haut ist von feinster gespannter Konstanz, wunderbar nervenreich und rosig durchblutet. Nasenform und Körperhaltung, Mund, Bart und Gesicht können gar nicht klassischer die Gerechtigkeit ausdrücken.

Möge das alte Bildnis erhalten bleiben und der Welt eine Vorstellung von dem klassischen Typus des Richters, wie Carl Huter ihn kennzeichnete, geben.

 

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Carl Huter:

„Der Wahrheit und der Schönheit

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Bei Voreinsendung von R.M. 1.- und 30 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

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