DgM 041

Der gute Menschenkenner 041 von 101

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MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                               

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Juni 1936, Nr. 41

 

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Juni 1936, Nr. 41

 

Die Formkraft der Psyche

 

 

Ernstes und Heiteres

im Gesichtsausdruck

 

Das schiefe Gesicht

 

Studien über die

eingefallenen, aufgeblasenen und

hängenden Wangen

 

Ein höchst bedeutungsvolles Bild

Der Gegenwart:

Der Völkerbundsrat im Lichte moderner

Psycho-physiognomischer Betrachtung

 

Betrachten wir Bild 1, eine etwas absonderliche, aber treffliche mimische Darstellung über den

„schiefen Mund und das schiefe Gesicht“.

Bild 1

Es sind zwiespältige Gefühle und Gedanken, die dadurch zum Ausdruck kommen.

Auf der rechten Seite ist das Auge offen und auch ziemlich weich im Ausdruck, diese Gesichtshälfte ist ruhig und glatt, nur der Mund ist wie bekümmert herabgezogen. Diese Gesichtshälfte

drückt Bedauern aus.

Dabei hat es aber nicht sein Bewenden, denn der Ausdruck der linken Gesichtshälfte ist ein ganz anderer.

Hier ist der Mund schief und stark nach oben gezogen, und er hat einen verkniffenen Ausdruck. Das Auge ist versteckt und zugekniffen, als wolle es sich verbergen, und die Nase, die den Charakter ausdrückt, ist nach dieser Seite hin verzogen, kurz, die Gesichtshälfte

drückt Verkniffenheit aus.

Auf diese Weise kommen wir hinter die Bedeutung dieses Ausdrucks, es sind widersprechende Gefühle, Gedanken und Willensimpulse, die sich dergestalt offenbaren.

Neben dem Bedauern hat er noch heimliche, nicht gute, aber ihn belustigende Gedanken und Gefühle, welche die linke Gesichtshälfte verrät. Etwa folgende Idee könnte zugrunde liegen:

„Die Tante ist gestorben – bedauerlich -, aber vielleicht – ist eine Erbschaft zu machen?“

Wiederholt sich diese Mimik öfter in ähnlicher Weise oder wird sie gar zur Gewohnheit, so verbirgt sich dahinter ein Zwiespalt im Denken, Fühlen und Handeln, mangelnde Festigkeit und Unbeständigkeit und Unsicherheit des wahren Charakters.

Das ist ja auch leicht zu verstehen, wenn man bedenkt, daß unser Seelen- und Geistesleben durch Nervenbahnen vermittelt wird, die aus dem Körperinnern und dem Gehirn im Gesicht verlaufen. Hier an der Peripherie kommt die Harmonie oder Disharmonie dieses Ablaufs zur Auslösung.

Eine ähnliche Bedeutung hat z.B. auch die konstante Form des unregelmäßigen Gesichts, wenn einzelne Gesichtsfelder zu groß, andere dagegen zu klein sind, so daß ein disharmonisches Ganzes entsteht.

Man ist gezwungen, dann auf eine disharmonische Naturellanlage zu schließen. Die Menschen kommen leicht durch sich selbst oder andere von langjährigen guten Prinzipien, Gewohnheiten und Zielen ab und können durch Handlungen stark enttäuschen, die psychologisch ein Rätsel bleiben.

Die Menschen haben dann in sich keine Wage und kein Gleichgewicht, die Handlungen können auffallend tugendhaft sein, aber ebenso kann man auch durch auffallend heimtückische Ideen und Handlungen durch sie enttäuscht werden.

Die Erklärung ist dadurch gegeben, daß der Wille, der in der festen Form liegt, nicht nur ruht, sondern auch ständig magnetisch, elektrisch, mechanisch, chemisch, spannend, wärmend, strahlend usw. tätig ist und in dem stark ungleichen Gesicht diese zwiespältige Charakteranlage zur Auslösung bringt.

Der Geist wirkt lebendig in der Form, und er ist so, wie er die Form hervorbringt, und umgekehrt wirkt die Form wieder seins- und willensbestimmend auf Geist, Gefühl, Wille und Charakter zurück. –

Bild 2

Dem Gesichtsausdruck von Bild 2 liegt ein heiteres Motiv zugrunde.

Man denke sich, der Herr befindet sich in heiterer Tischgesellschaft.

Links sagt die Dame zu ihm: „Meine Tante hat noch mal geheiratet.“

Erstaunt reißt er das verständnisvoll blickende Auge auf, an den Augenbrauen bildet sich der Schlaubergerzug mit den einseitigen Stirnfalten, der Mund zieht sich halb mitleidig etwas herab.

Rechtsseitig sagt gleichzeitig eine andere Dame zu ihm: „Meine Schwester hat sich scheiden lassen.“

In dieser Zwickmühle der Gefühle nimmt er auch hieran verständnisvoll Anteil.

Diese Hälfte des Mundes verzieht sich zu einem verkniffenen Lächeln, und auch das Auge lacht mit, als habe er den Gedanken, da sei eventuell eine gute Partie in Aussicht.

Deutlich sehen wir im Gesicht den Kontrast der Gefühle, der Gedanken und Willensimpulse. Es ist der Zwiespalt im Seelenleben, es sind die widersprechenden Gefühle, die dergestalt im Gesicht zum Ausdruck kommen.

Gleichzeitig erkennen wir aber auch daraus, daß die beiden Gehirn- und Gesichtshälften verschieden arbeiten, eine besondere Entdeckung Huters. Wenn sie in Harmonie zueinander stehen, wenn Geist, Wille, Seele und Charakter in Harmonie stehen, dann zeigt sich das auch in einem entsprechend einheitlichen, ruhigen und schönen Gesichtsausdruck. Wir lernen auch hier wieder, von welch großer Bedeutung die echte und wahre Schönheit ist.

Lernt aber der Mensch das Spiel seiner Mienen zu beherrschen und auch seine üblen Gefühle zu beherrschen oder zu verbergen, dann freilich verrät sie die Mimik nicht mehr oder nur noch ganz gering.

Sind bei natürlicher Lebensäußerung, bei ungezwungenem Ablauf der Gefühle und unverstellter Mimik die Formen und Weichteile des Gesichts natürlich locker, frei und schön, so tritt bei bewußter Beherrschung, wenn der Mensch gleichsam eine Maske trägt, eine Härte und Erstarrung von Form und Gewebe ein, die auf nichts Gutes deutet und in allen erdenklichen Abstufungen und Arten zu beobachten ist.

 

Betrachten wir nunmehr Bild 3,

die aufgeblasenen Backen,

die man in ähnlicher Weise im Leben beobachten kann.

Bild 3. Die aufgeblasenen Backen. Photo und Darsteller Fritz Möller.

 

Sie deuten auf

Protzigkeit und Aufgeblasenheit.

Der Mensch hat in diesem Falle sozusagen einen Überdruck, er übertreibt und kann auch leicht ausfällig werden. (Er ist, bildlich gesprochen, geladen, voll zum Platzen.)

Man beachte den unangenehmen Ausdruck, der auch schon im Ton des Gewebes liegt.

Man beachte, wie das Auge, das sich verkleinert, an dieser Gemütsverfassung teilnimmt.

Es verrät die aufgeblasenen, protzig unangenehmen Gedanken, alles Große, Klare, Edle und Reine ist daraus gewichen. Die Lider sind schlitzartig und eng.

Ähnlich aufgeblasene Backen findet man im Rausch und in der Trunkenheit. Wenn die Blutgefäße in den Leiborganen unter Überdruck stehen, teilt sich dieses den Wangenpartien mit.

Man kann z.B. leicht beobachten, daß die Wangen nach einer reichlichen Mahlzeit gefüllter sind wie vor derselben.

Daraus ersieht man, daß die Leiborgane mit den Wangen in engem Zusammenhang stehen.

Fig. 4. Die Nervenverzweigungen des menschlichen Antlitzes.

Das wird auch ohne weiteres verständlich, wenn man Figur 4 betrachtet.

Wir sehen an Figur 4, wie die Nerven im menschlichen Antlitz sich außerordentlich reich verzweigen.

Ebenso ist aber das Antlitz auch außerordentlich reich von Lymphgefäßen, Schlag- und Blutadern durchzogen.

Das Gesicht ist die Blume des menschlichen Körpers, in welchem nicht nur alle Gefühlsregungen in dem Spiel der Mienen ihre Auslösung finden, sondern auch die Blutstoffe, Säfte und Kräfte ihre Endpole haben.

 

Betrachten wir nunmehr Bild 5,

die eingezogenen Backen.

Bild 5. Die eingezogenen Backen.

Diese hat wohl schon jeder im Leben beobachtet, man findet sie bei Sorge – die Sorge zehrt -, bei Armut und schlechter Ernährung und bei Krankheit.

Es ist das sichtbare Zeichen, daß Körper, Geist und Seele leiden, daß irgend etwas nicht stimmt und Hilfe not tut.

Die liebe Sorge und Not läßt die Wange einziehen, wenn die inneren Gefäße schrumpfen und der Stoffwechsel sich verlangsamt.

Ähnlich sind die eingefallenen Wangen, die man oft bei Menschen der Industriegegenden sieht, die unter zu schweren Bedingungen arbeiten müssen und sich überanstrengen, wobei die Kraftabgabe übermäßig groß ist.

Dieses große neue Wissensgebiet über den Formenausdruck des menschlichen Gesichts ist von ungeheurer Bedeutung und erst durch die zahlreichen Entdeckungen Carl Huters voll und ganz erschlossen worden.

 

Bild 6 zeigt

die Hängebacken,

die weich und gewissermaßen lose und schlaff herabhängen.

Bild 6. Die Hängebacken.

Diese entstehen bei einer gewissen Schlaffheit der Muskulatur, die besonders mit der Muskulatur der Leiborgane zusammenhängt.

Man findet sie des öfteren bei älteren Leuten, besonders bei Frauen, die viel durchgemacht haben und viel in der Stube sitzen müssen.

Da die Nerven in den Muskeln liegen, so erschlaffen diese auch mit, und Menschen mit dieser ungesunden Formveränderung sind oftmals sehr empfindlich, nervös und reizbar.

 


Figur 7. Das Muskelsystem des menschlichen Antlitzes (hinter dem das Knochengerüst liegt), durch welches die geistigen Impulskräfte die Mimik des Gesichts hervorrufen.

Betrachtet man Figur 7,

das Muskelsystem des menschlichen Antlitzes,

und vergegenwärtigt man sich das Zusammenspiel von Nerven und Gefäßen in dieser Muskulatur (Bild 4), so wird verständlich, daß es gar nicht anders sein kann, daß schon der Wille, der Impuls mit in den Geweben und Muskeln liegt und Form und Gebärdenspiel des Gesichtes nicht bedeutungslos sein können, sondern das Antlitz des Menschen ist der sichere Grundgradmesser seines körperlichen, seelischen und geistigen Seins.


Bild 4.

Durch ein aus der bunten Lebenswelt gegriffenes Bild treten uns diese Tatsachen sinnfällig vor Augen.

 

 

Wenden wir uns nun

Unserem großen Hauptbild zu:

Wie man in London die Rede des deutschen Botschafters von Ribbentrop vor dem Völkerbund hörte.

Hauptbild

Die Ratsversammlung ist außerordentlich bewegt. Das Bild ist von packender Wirkung und Vielseitigkeit.

Selbst wenn man nicht weiß, um was es sich in dieser Sitzung handelt, so kann man doch aus der Bewegtheit des Bildes und der Spannung, die ausgelöst wird, erkennen, daß ein wichtiges Ereignis vorliegen muß.

Es ist nicht möglich, das Bild vom naturwissenschaftlich psychologischen Standpunkt ausführlich zu beschreiben, es können nur einige Hauptmomente hervorgehoben werden.

Diese Art der Betrachtung liegt ganz in der Zeitrichtung, denn es macht sich das Bestreben bemerkbar, die Bilder der Zeitgeschichte, die uns eine fortgeschrittene Optik und Technik vermittelt, nicht nur oberflächlich anzuschauen – weil es eben Bilder sind -, sondern auch den tiefen Sinn und den innern Gehalt, den sie in Wirklichkeit haben, zu erfassen.

Es bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß doch schließlich im Menschen selbst alle Kulturerrungenschaften ihren lebendigen Ausdruck finden, und daß daher im Anschluß an eine Betrachtung der maßgebenden Persönlichkeiten die Geschehnisse am sichersten beurteilt werden können.

Während allerdings in Technik, Handel, Wandel und Verkehr ein großer Fortschritt zu verzeichnen ist, sehen wir bezüglich der praktischen naturwissenschaftlichen Psychologie einen äußerst langsamen Fortschritt, als seien die Jahrhunderte fast spurlos vorübergegangen.

Erst die grundlegenden Forschungen und Entdeckungen Carl Huters haben eine Wandlung gebracht und das Versäumnis einer vergangenen Zeit wieder nachgeholt.

So stehen wir heute [Stand 1936] an der Schwelle einer neuen naturwissenschaftlichen Forschung, die alle ihre Erkenntnisse unmittelbar vom grünen Baum des Lebens holt, um sie in den Dienst von Kunst, Wissenschaft, Ethik, Fortschritt und Kultur zu stellen.

Betrachten wir von diesem Standpunkt das Bild, die Ratssitzung des Völkerbundes, so ist das Ergebnis nicht nur außerordentlich lehrreich, sondern auch von großer praktischer Bedeutung.

Wir müssen dabei natürlich berücksichtigen, daß hier in technischer Beziehung das Bild nicht größer, klarer und deutlicher wiedergegeben werden kann.

Aller Anfang ist schwer, und es muß wie gesagt, erst das allgemeine und große Interesse für diese Dinge wachgerufen werden.

Wir haben bereits die große Bewegtheit und Spannung, die in dem Bilde liegt, erwähnt. Jedoch muß gleich zu Anfang hervorgehoben werden, daß

die mit Nr. 7 bezeichnete Person

durch Abgewandtheit und Sonderbetätigung eine Ausnahme macht.

Es ist der Außenkommissar der Sowjetunion Litwinow, der, mit beiden Armen auf den Tisch gestützt, die Zeitung liest.

Offenbar will er damit zum Ausdruck bringen, daß er uninteressiert ist.

Das scheint auch der deutlich erkennbar vorgeschobene Mund zu bestätigen.

Der Mund nimmt starken Anteil an den Äußerungen der inneren Gefühle. Um diese Mimik besser verstehen zu können, betrachte man vergleichsweise das Bild Nr. 8 von Seite 2.

Bild 8. Unmut und Trotz. Archiv

Bild 8 zeigt die typische Mimik des Mundes bei Unmut, Trotz und Bockigkeit.

Jeder hat dieselbe wohl schon besonders bei Kindern beobachtet, die oft sehr unmittelbar in dieser Form ihren Unwillen und Trotz zum Ausdruck bringen.

Diese Mimik kann gar nicht mißverstanden werden.

Der Mund schiebt sich unwillig vor und weist die Forderungen trotzig ab. Die Nase und das Auge nehmen Anteil und unterstützen dieses Gefühl.

Natürlich ist die Mimik des Mundes bei Bild 7 mehr beherrscht, aber sie erinnert doch sehr an den Ausdruck des Bildes Nr. 8 und hat damit ganz unverkennbar große Ähnlichkeit.

Die Körperfülle von Bild 7 zeigt den starken Einschlag in das Ernährungsleben.

Auffallend ist der engere obere Kopfbau gegenüber dem starken unteren Bau desselben.

Er scheint im Moment zu denken, „am besten ist es, ich lese die Zeitung“.

Es ist dabei nicht gesagt, daß er nicht auch zuhört – aber er gibt auf diese Weise doch sehr deutlich seine momentane persönliche Einstellung kund.

 

Bild 5 zeigt den Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol, der sich bequem im Stuhl zurückgelehnt hat, den Kopf hebt, um aufmerksamer folgen zu können, und mit der linken Hand die Wange und den Mund stützt.

Dadurch wird die Schwere des Kopfes entlastet und die Gedankenkonzentration und das Zuhören erleichtert.

Obwohl diese Bewegung gewiß unbewußt geschieht, ist sie doch außerordentlich zweckmäßig.

Der Ausdruck scheint deutlich zu sagen, „das sind hochinteressante und sehr bemerkenswerte Ausführungen“.

Die Hand selbst ist stark, fleischig und voll, wie sie dem Ernährungs-Naturell eigen ist.

Jedoch ist der Kopfbau außerordentlich charakteristisch.

Handbuch, Cover, 2. Auflage, 1923. Herausgeber Amandus Kupfer

Derselbe erinnert an den sogenannten Kommerzienratsschädel, den Huter in seinem Handbuch von 1910, Seite 176, im Vergleich mit anderen Kopfformen gebracht hat.

Wir bringen hier nebenstehend zur vergleichenden Betrachtung die genannte Skizze aus dem „Handbuch“.

Kommerzienratsschädel

Von Menschen mit diesem Kopfbau schreibt Huter, daß sie alle Genüsse lieben, ideale und physische, viel Geld zu verdienen verstehen, hoch elegant leben, sich eine glückliche Umwelt schaffen und die Verhältnisse für sich und andere zum Ideal der Vollkommenheit gestalten.

 

Zwischen Bild 5 und 7, also zwischen zwei Menschen, die an sich eine starke Ernährungsanlage haben, sitzt Englands Außenminister Eden.

Man kann nur einen Teil des Kopfes sehen, aber doch fällt sofort der lange Schädel und das starke Hinterhaupt auf, das im Prinzip dem Bewegungs-Naturell eigen ist.

In dem starken Hinterhaupt liegt die Fülle der motorischen Nervenkraft, die dem Körper Spannkraft, Haltung und Eleganz verleiht.

Von Eden wird gesagt, daß er ein sehr schöner und eleganter Mann sei, was zweifellos auch der Fall ist.

Quelle: DgM 038. Hinzugefügt.

Eden sitzt also durchaus nicht günstig, insbesondere auch deshalb, weil er den Rücken nicht frei hat, denn gerade vom Rücken aus ist der Mensch am leichtesten zu beeinflussen.

Wenn man z.B. vom Rücken aus jemanden überraschen will, so kann man fast sicher sein, daß derselbe sich im letzten Moment instinktiv umdreht.

Überhaupt findet diese Ratstagung auf sehr engem Raum statt. Das ist nicht günstig, weil sich dann der einzelne von Einflüssen nur schwer freihalten und auch nur erschwert auf sich selbst konzentrieren kann.

Daher sollten solch wichtigen Sitzungen der einzelnen Persönlichkeit vor allen Dingen Rückenfreiheit und mehr Spielraum geben zugunsten einer leichteren Konzentrationsfähigkeit und des ruhigen Zuhörens und Überlegens.

Das scheint auch vielleicht Eden unbewußt zu empfinden, denn er wendet sich etwas seitlich mehr nach Bild 5 hin, hebt den gestützten Arm und scheint mit leicht geschlossenen Augen die Finger seiner Hand zu betrachten.

Das kann unter Umständen eine individuell sehr zweckmäßige Bewegung sein, um das Zuhören und die innere Sammlung zu erleichtern.

Auf diese Weise ist Eden kaum durch das Auge und auch weniger durch das Gehör zu beeinflussen, und gewissermaßen ist damit zum Ausdruck gebracht, daß die eigenen Grundsätze nicht zu erschüttern sind.

Bild 9 z.B. (etwas schwer zu sehen) liefert den Beweis, daß ihm doch wohl die Spannung in dem engen Raum mit so vielen Personen zu große geworden ist und seine Empfindungen nicht standhalten können.

Dieser Herr legt die ganze rechte Hand über die Stirn und linke Schläfe und zieht das Haupt energisch zur Seite. Eine ähnliche Bewegung führt der Mensch aus, wenn er ruhen möchte, um ungestört seinen Gedanken und Gefühlen sich hingeben zu können.

Jedenfalls ist die gegebene Situation im Moment ein außerordentlich schwieriger Fall für ihn.

Um zu größere objektive Konzentration und gespanntes Zuhören zeigen die beiden Personen rechts von diesem Bilde, über deren Kopf sich ein Merkmal in Form eines kleinen Kreuzes befindet.

Bild 1 und 2 an der Ratstafel sind die Vertreter Spaniens, Barcia, und Italiens, Grandi.

Beide Herren hören gespannt und aufmerksam zu. Sie stützen sich beide auf den Ratstisch, und mit der rechten Hand das Kinn, den Mund verschließend.

Dadurch werden die eignen Gefühle zurückgedrängt und die motorische Nervenkraft, die mit dem Unterkiefer in Verbindung steht, wird zugunsten der Gedankenkonzentration und des Zuhörens entlastet.

Der Ausdruck an Bild 2 ist dabei durchaus wohlwollend, und er scheint zu denken, daß die Aufgabe des Redners unter den gegebenen Umständen eine sehr schwierige ist.

Man kann auch beobachten, wie sich die Sinne, Auge und Ohr, sichtlich unterstützen, um kein Moment zu übersehen und keinen Ton zu überhören; sie sind ganz bei der Sache.

Nun wenden wir uns Bild 3, einer Hauptperson des Völkerbundes zu, dem französischen Außenminister Flandin.

Diese Haltung zeigt, wie auch der sehr ernste, würdige Gesichtsausdruck – der den Ernst der Situation kennzeichnet -, daß ein sehr starker eigner Gedankengang und unbeeinflußte Willenstätigkeit mit dem Zuhören einhergeht.

Die Rede selbst wird durch die geneigte, etwas abwehrende Haltung und Schreitätigkeit in ihrer Kraft und Wirkung auf die Sinne abgeschwächt, wodurch zum Ausdruck kommt, daß die eigene innere Gedankenarbeit und Objektivität etwa ebenso stark mitwirkend ist. Es ist das sichtbare Merkmal, daß die Rede eine Gegenantwort erhält.

Aus dem Ernst der Gesichts ist zu verstehen, daß die Verantwortung groß, entschieden und eindeutig ist, und man könnte vermeinen, in diesem Ausdruck den verletzten und beherrschten Stolz zu erkennen.

 

Bild 4 zeigt den Präsidenten des Völkerbundes, Bruce, den Vertreter Australiens.

Bruce blickt und hört nachdenklich, fest und bestimmt.

Die linke Hand verschließt den Mund, um alle inneren Gefühle abzustoppen und wuchtig greift der Daumen in die Wangen – selbst wenn Schmerz dabei entsteht, um den Sinn fest zu konzentrieren.

Es ist die Tatnatur mit der vorzüglichen Beobachtung und Auffassung, der hohen Bildung, Vorausberechnung und Planmäßigkeit.

In welcher Richtung diese Tatenergie sich auswirkt, das zeigt die kühn nach oben hin sich verjüngende Stirn und die starke Konzentrationsachse des mittleren Schädelbaues.

Hier ist alles Spannung, Überlegung, Übersicht und Konzentration, Entschlußkraft, Zuhören und gleichzeitige innere Verarbeitung des Gehörten.

Man sieht, er kann im Moment eingreifen und das Ganze kraft seines Amtes in festgelegten Bahnen halten.

Es ist die geniale Auffassung und Beobachtung, wobei das obere Gehirn an Kraft gegenüber den unteren Teilen in der Anlage zurücksteht.

Die Formen sind in vorzüglicher Plastik und Spannung, er bewahrt die Objektivität und die unweigerliche Festigkeit.

 

Der Kopf zur linken der oberen Stuhllehne des Präsidenten zeigt das stark vorgedrängte Untergesicht, zeigt die gespannteste Aufnahme im Zuhören, wobei das Auge geschlossen ist, um alle Kraft und Konzentration auf die Erfassung des gesprochenen Wortes verlegen zu können.

Es ist die impulsive Tatnatur, die aus sich heraus handelt und impulsiv vorgeht, aber im Moment ist alles Gefühl und Aufnahme. Er will alles, was er hört, bis in alle inneren Phasen festhalten und mitempfinden.

 

Die Bilder 10, 11 und 12

Zeigen ebenso sehr ernste Aufmerksamkeit, und der Ausdruck hat Ähnlichkeit mit dem Bilde Nr. 3.

Flandin wird also vom Rücken aus durchaus sympathisch unterstützt, wobei sich der Herr, Bild 10, noch leicht ihm zuwendet. Es ist hier eine geschlossene Einheit der Gedanken- und Willensrichtung unverkennbar.

Bild 10 zeigt einen festen Willensausdruck mit einer gewissen Harmonie.

Bild 11 zeigt das Empfindungs-Naturell mit Tat, Impuls und Willen. Es ist die geistig-schöpferische und ideenreiche Natur.

Bild 12 zeigt einen bereits bejahrten Herrn mit weißem Haar und langem oberen gewölbten Scheitel, also viel Tatendrang im Geistesleben bei starker Empfindungsanlage.

Das Gesicht hat den Zug der Lebenserfahrung, der Strenge und Abgeschlossenheit im Charakter. Hier sind die Grundsätze eines langen Lebens fest verankert, an denen nicht mehr zu rütteln ist, als wären sie von ewigem Bestand. – Ewig ist aber nur die Liebe und das Gute in der Welt.

Nun betrachten wir Bild 13,

wozu wir auch gleichzeitig den Herrn daneben mitrechnen, denn der Herr Bild 13 hat anscheinend den Arm über die Schulter desselben gelegt.

Das ist offenbar eine gar nicht mißzuverstehende Haltung und Bewegung, die zeigt, daß beide sozusagen eines Sinnes sind, in Freundschaft stehen oder doch momentan unter dem gleichen Interessenkreis.

Jeder weiß, wenn z.B. Jungen eines Sinnes sind, gleiche Interessen verfolgen und Freundschaft geschlossen haben, dann legen sie gern den Arm über die Schulter des andern.

Ähnlich so ist es auch hier.

Beide Köpfe haben übrigens eine gewisse Ähnlichkeit, und zwar momentan im Ausdruck, wie auch in der Form, z.B. sind beide Köpfe dort, wo die für die Wirtschaftlichkeit arbeitenden Organe liegen, seitlich breit ausgewölbt, und bei beiden ist die Nasenform im Verhältnis zu den anderen Teilen des Gesichts von mittlerer Länge.

Der Herr mit dem geneigten Kopf hat den sehr kritischen Ausdruck und, wie es scheint, im Moment das verschleierte Auge.

Beide geben sich ganz wie sie sind und bringen ihre Gefühle durch Haltung und Gesichtsausdruck unvermittelt zum Ausdruck.

Beide haben durchaus den realen Ausdruck, sie hören gespannt zu und beobachten auch gleichzeitig ganz genau, und zwar so intensiv, als wenn sie, – man möchte sagen, – ein Wunder sehen und hören, ohne daß dabei allerdings das innere tiefe Gefühl mit in Betracht kommt.

Der Gesichtsausdruck ist durchaus gegenständlich, real und objektiv.

Das ist der Unterschied im Vergleich zu Bild 1, 2, 3, 4, 5, 6, 10, 11 und 12, wo das Interesse für die weltumspannenden Fragen des Völkerbundes doch gewissermaßen mit im Unterton liegt, da ja das Gefühl auf das tiefste mit erregt ist.

Das Doppelbild 14 zeigt zwei Gestalten von denen der eine Herr noch sehr jugendlich ist mit einem fast mädchen- oder knabenhaften Aussehen.

Er hat den etwas vorgeschobenen Mund mit dem unwilligen Ausdruck und das schwache, stark abfallende Kinn.

Die Hände sind im Moment erhoben, und er spielt mit den Fingern.

Die andere Gestalt sitzt sehr elegisch da mit über dem Knie gekreuzten Händen.

Auffallend ist der niedere haarlose Schädelbau, der sich nach hinten zu stark ausbuchtet.

Die Nase ist für das kleine Gesicht groß, die Unterlippe schiebt sich vor, so daß auch hier ein unwilliger, ja verdrossener Gesichtsausdruck sich bemerkbar macht.

Hier wirkt das Spiel der im Verborgenen wirkenden Impulskräfte, die aus der gegebenen Situation Sonderinteressen, abwegige Ideen, Tat- und Willensimpulse folgern, die zu Geschehnissen führen, von denen man nicht weiß, woher sie kommen und welche Ursache sie haben.

Die Formen sind unklar.

Bild 15 ist sehr charakteristisch.

Es ist eine offenbar kraftvolle Gestalt im Bewegungs-Naturell.

Das sieht man schon an der kräftigen Handwurzel der geschlossenen und erhobenen Hand, die leicht den Mund verdeckt.

Die stark vorgebaute Unterstirn zeigt die sehr schnelle und sehr gute Beobachtungs- und Auffassungsgabe.

Die starke, wenn auch harte Nasenwurzel zeigt den starken geistigen Impuls und die kräftig vorspringende Nase den starken Äußerungswillen.

Trotz des Zuhörens hat der Herr (es ist der Vertreter Polens) aus dieser Veranlagung heraus jedenfalls die Situation, d.h. die bunt bewegte Welt des Zuhörerkreises, schnell erfaßt, und er findet etwas Besonderes dabei und äußert sich dazu, wie das Lächeln des Gesichts und das seitlich blickende Auge zeigt.

Seitlich vor ihm sitzt der Herr, der die Zeitung liest, daneben Eden, dahinter sehen wir die Gestalten von Bild 14 mit dem Spiel der Hände und die Herren von Bild 13 mit dem Arm über der Schulter.

Als momentane Erfassung dieser kontrastreichen Situation bei dem an sich sehr ernsten Vorgang, den ja auch alle andern Gesichter spiegeln, könnte man das Lächeln dieses Herrn Bild 15 wohl recht gut deuten und verstehen.

Alle diese Menschen, die hier doch ein und dieselbe Rede erleben, können diese nur so aufnehmen, empfinden und verarbeiten, wie sie dieselbe aufnehmen wollen und nach ihrer Veranlagung und dem augenblicklichen Zustand auch aufnehmen können.

Wie das im Moment geschieht, zeigt der verschiedene Ausdruck. Hier liegt also ein

absolutes Lebens- und Naturgesetz

zugrunde.

Bei allem Wissen, bei aller Bildung, Intelligenz und Geisteskraft, bei aller Macht der Welt, die dieses Bild lebendig verkörpert, wird das grundlegende Naturgesetz nicht aufgehoben, sondern bestätigt, und folglich wird alles Geschehen im Grunde und letzten Endes

von psychologischen Gesetzen

bestimmt und diktiert.

Es ist daher wohl der Mühe wert, diese Gesetze aufzusuchen und zu finden, um sie in den Dienst des Völkerwohlergehens und der aufsteigenden Kultur zu stellen.

Quelle: DgM 038. Hinzugefügt.

Der Kaiser von Abessinien und sein Volk haben einfach geglaubt, dieser Völkerbund dürfe den Krieg nicht dulden und müsse ihn verhindern.

Der Lenker der Geschicke Italiens und das Volk glauben und fordern, dieser Völkerbund dürfe Italien nicht hindern und auch keine Sanktionen anwenden.

Wo liegt nun die Wahrheit, wen sollen wir fragen, was dieser Völkerbund tun und was er nicht tun soll?

Wir müssen die Natur selbst fragen – also zurück zur Natur auch im Geistesleben!

Was antwortet nun die Natur?

„Ihr müßt die Natur- und Lebensgesetze erforschen, sie kennenlernen und anwenden.“

Wie ist das möglich, und ist das überhaupt möglich?

Die Antwort lautet: Ja, das Leben mit allen zugrunde liegenden Naturgesetzen offenbart sich in der lebendigen Form und kann daraus nach allen Werten und Unwerten sicht- und greifbar erkannt werden.

Alle Weisheit der Natur, ihre Wahrheit und ihre Gesetze kommen in Aug und Angesicht, Kopf- und Körperbau und in allen Lebensäußerungen zum Ausdruck.

Hier ist die ganze Wahrheit der Natur, hier ist Vollendung und Vollkommenheit, von hier aus ist alles Glück und aller aufsteigende Fortschritt und alle Höhenkultur zu erreichen.

Je vollendeter die Form, je vollendeter sind die Naturgesetze lebendig in derselben verkörpert und je näher liegen sie der absoluten Wahrheit und dem Glück, das wir doch irgendwo in der Natur als vorhanden annehmen müssen, denn sonst könnten wir alle Hoffnung auf Glück begraben, und die Vorstellung von Vorsehung, Gott, Unsterblichkeit und Gerechtigkeit wäre tot und wesenlos.

Es bahnt sich also eine neue Geisteskultur an, oder – sie bahnt sich nicht an. Ich glaube aber, sie bahnt sich an, denn die Natur und ihre Lebensgesetze sind mächtiger wie alle Menschen der Welt zusammengenommen.

Ich glaube sogar, die Natur vernichtet das, was dauernd gegen ihre Gesetze verstößt und läßt es zugrunde gehen, daher ist Leid und Tragik in der Welt nicht umsonst da und sogar gut und unabwendbar, solange bis Natur und Leben gleichgeschaltet sind.

Infolgedessen sind die Völker an Ihren Idealen groß geworden. Die alten Germanen, Babylonier, Ägypter und die alten Griechen, die großen Religionen der Erde, die sich höchst vollendete Göttergestalten und einen entsprechenden Kultus schafften, sind zweifellos auf dem richtigen Weg gewesen.

Ja, der Urmensch hat sich erst aus dem tierischen Zustand durch seinen Heroismus im Kampf ums Dasein erhoben, indem es z.B. Steintempel errichtete, die Zeugungs- und Schöpferorgane verehrte und sich alle erdenklichen Ideale vorstellte, denen er nachlebte und die er zu verwirklichen strebte.

Heute genügt das freilich nicht mehr, es hat sich überlebt, es hat sich sogar der Völkerbund in der bestehenden Form bereits überlebt, nachdem er kaum gegründet wurde.

Technik, Handel, Wandel und Verkehr haben die engen Grenzen durchbrochen.

Sollen wir zurück zum alten?

Man betrachte die Uhr auf dem Sims des Kamins unseres Bildes.


Uhr

Das hieße ja den Zeiger der Zeit zurückdrehen. Nein, – vorwärts ist die Losung. Die Zeit geht unaufhaltsam vorwärts und niemals zurück, die heutige Gegenwart des Völkerbundes wird einst Vergangenheit und die Zukunft Gegenwart sein. Keine Macht der Welt ist stark genug, die Zeit aufzuhalten.

In der Zeit aber liegt das

Höherentwicklungsprinzip der Natur begründet, das allmächtig ist.

Aus einem Weltnebelball ist die Erde von heute entstanden, und sie wird mit allem, was auf ihr lebt, in 100, in 1000, in 100.000 Jahren anders sein wie sie heute ist. Das Höherentwicklungsprinzip aber wird dasselbe bleiben wie es von Uranfang an gewesen ist und sich nur in anderen, und zwar vollendeten Lebensformen äußern.

Was bleibt nun übrig? – Umfassende

Welt-, Lebens- und Menschenkenntnis!

Dafür hat ein Genie, wie es Carl Huter war, sein Leben und alles geopfert.

Nach seinen Lehren ist dieser Deutungsversuch hier geschehen.

Der Leser wolle ihn nicht ablehnen, sondern vorurteilsfrei nachprüfen und abwarten, was die Zeit bringen wird.

Man wolle nicht in den alten Fehler verfallen, das Neue einfach zu bekämpfen oder zu verwerfen; denn dahinter liegt in Wirklichkeit eine große neue Welt- und Lebenserkenntnis, die hier nur angedeutet werden konnte.

Wir leben nicht allein uns selbst, sondern auch unserm Volk. – Das Volk will an sich stets und unter allen Umständen das Gute, folglich bringen wir das höchste Gute in lebendiger Form, als die harmonischen, genialen und höchstentwickelten Menschennaturen auch in den Völkerbund, dann erfüllen wir das Gebot des Volkes und beantworten alle Fragen im Sinne des Volkes, das ja stets das Gute will, im Einklang mit der Natur und ihren Gesetzen.

Der Glaube an das endlich werdende Gute und Schöne in der Welt, der darf uns nie verlassen, einerlei ob wir es erleben oder nicht.

Die Natur strengt sich an und bringt alle unsere Nahrung und Lebensbedingungen immer wieder hervor, wir müssen sie zum Beispiel nehmen und ihrer Wahrheit und ihren Gesetzen folgen.

Wir werfen einen letzten Blick auf unser Bild und versuchen den Geist, der daraus spricht, als Ganzes zu erfassen.

Äußerste Geistesbewegtheit zeichnet das Bild aus, gespanntes Zuhören, Sehen und Aufnehmen. Der Geist scheint unberechenbar und doch ist eine bestimmte Geistes-, Willens- Tat- und Impulsrichtung unverkennbar, die, wenn sie nicht in eine harmonische und ideale Bahn kommt, die Unberechenbarkeit steigert bis zum Kampf und so zur Auslösung kommen kann, wenn sich diese Fortpflanzung der Bewegtheit auch langsam vollzieht.

Wird nun dieser Völkerbund zum Glück oder Unglück der Völker?

Man hole die Götter des Olymps in jede Ratstagung, man rufe die großen Weisen der Menschheit wach, Mohammed, Confutius, Plato, Aristoteles, Jesus, Luther, Huß, Galiläi, Shakespeare, Goethe, Jahn, die großen Feldherrn, Erfinder, Ethiker und Entdecker, die Menschen, welche ihr Leben für ihre Ideale gaben, die sich um des Guten willen aufgeopferten, und frage sie im Geiste, was sie an Stelle des Völkerbundes tun würden – angesichts dessen, daß das Volk stets das Gute will -, und ich glaube, man würde die richtige Antwort erhalten.

Man frage den Geist, der in den Formen lebt, und man erhält die richtige Antwort.

Mit uns die Wahrheit, die Schönheit und das Gute – auch für den Völkerbund der Zukunft!

Mensch, ergib Dich in Dein Schicksal, lehrte Mohammed.

Mensch, meistere das Schicksal durch Welt-, Lebens- und Menschenkenntnis! – scheint die Lehre unserer Zeit immer mehr zu werden. 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

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