DgM 042

Der gute Menschenkenner 042 von 101

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MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Juli 1936, Nr. 42

 

Wie erkennt man die

kaufmännische

Veranlagung

Aus Körper-, Kopf- und Gesichtsform?

Erklärungen an 24 Bildern

Das geschäftliche Talent

Der starke u. schwache Erwerbssinn

Der Anspannungstrieb zur Betätigung

 

Was sollen wir tun? –

Die natürliche Ethik im Erwerb.

 

Die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] Carl Huters, die den lebendigen Menschen nach Körper-, Geist und Seele in den Mittelpunkt aller Forschungen stellt, hat die bisherigen Ergebnisse der Charakterkunde und Lebenslehre weit überholt.

1. Sie leitet an, stets den gesamten Körperbau des Menschen zu beobachten, da derselbe die Grundlage aller körperlichen, seelischen und geistigen Fähigkeiten, Anlagen und Empfindungen ist.

2. Der Kopfbau und die Gehirnorganisation ist die Blüte des menschlichen Geisteslebens, da alles, was dem Menschen anerzeugt und vererbt ist, was er an Lust und Unlust, an Zuneigung und Abneigung gesammelt und erfahren hat, durch den Bau und die Funktion des Nervensystems aus dem Körper aufsteigt und sich im Gehirn stärkstens konzentriert.

Das heißt, was zwischen Empfinden und Wollen sich nach und nach klärt, das kommt hier zum Bewußtsein.

Im Gehirn selbst tritt nun eine wunderbare Arbeitsteilung ein, die mit der Entwicklung der Welt und des Menschen im Gleichlauf steht.

Durch eine Riesenarbeit menschlichen Geistes hat Huter diese Ordnung aufgefunden und nachgewiesen, welche Funktionen den einzelnen Gehirnpartien zukommen.

So hat er auch gefunden, daß das Seitenhaupt des Menschen die Erwerbs- und wirtschaftlichen Anlagen in sich trägt.

Aber diese Organe arbeiten wiederum nicht gesondert für sich, sondern sie stehen mit dem übrigen Gehirnbau und der Kopfform im Fluß des Lebens in inniger Verbindung. Daher ist auch die gesamte Kopfform selbst bei der Beurteilung der Erwerbsanlagen als wesentlich mit in Betracht zu ziehen.

3. Im Auge wiederum zeigt sich das geistige Wachstum und die Regsamkeit all der Billionen Körperzellen, sowie auch die Fähigkeit des Menschen, das körperliche Triebleben zu beherrschen!

Im Gesicht, der Blume des Menschen, läuft alles stoffliche, körperliche, seelische und geistige bewußte und unbewußte Leben zusammen, das sinnes-sinnliche Empfinden und hier zeigt sich der Stand, die Wertung der Anlagen des Schädel- und Gehirnbaues, – daher kann auch das Gesicht bei der Beurteilung nicht außer Acht gelassen werden.

Es gibt tatsächlich keinen denkbaren Einwand, der in dieser Wissenschaft vom Menschen nicht berücksichtigt ist, und es gibt keine Wissenschaft an sich, die nicht darin aufgenommen und verankert wäre.

So ist die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] eine neue Weltwissenschaft geworden, – denn um den Menschen selbst dreht sich hier auf Erden alles, um sein Wohlergehen, sein Glück und seine Freude!

Der Körperbau beeinflußt den Gehirnbau, die Kopfform und das Geistesleben.

Daher gehen wir zuerst von dieser Grundlage aus, um die gestellten Fragen zu beantworten und damit stehen wir zunächst wieder vor einer Entdeckung Huters, die von allergrößter naturwissenschaftlicher und praktischer Bedeutung ist.

Es sind die Grund- oder Haupttypen des Körperbaues, die Naturelle, die Huter aus der Fülle menschlicher Formtypen herausgehoben und klar gekennzeichnet hat.

Bild Kretschmer vs. Carl Huter, hinzugefügt (Quelle: DgM Nr. 6, 1933).

Die Lehre von diesen Körperkonstitutionen ist in groben Umrissen in den letzten Jahren [Stand 1936] weltbekannt geworden, wenn auch zum Teil – trotz ihrer fabelhaften Einfachheit – mißverstanden, resp. umgedeutet worden, – was hier aber keiner weiteren Erklärung bedarf.

Bild 1 zeigt das primäre Ruh- und Ernährungs-Naturell. Es hat die breitfleischigen Formen, den starken Leibumfang und die erhebliche Korpulenz.

Bild 1. Ernährungs-Naturell.

Die Ernährungs- und Verdauungsorgane stehen gegenüber den Knochen und Muskeln, dem Nervensystem und Gehirn herrschend im Vordergrund.

Daher sorgt dieses Naturell aus Anlage, Neigung und Charakterrichtung zuerst für sich und sein eigenes Wohlergehen, für gutes Essen und Trinken, Ruhe, Bequemlichkeit, Gemütlichkeit und für das Lebenspraktische, – es ist stark egoistisch.

Ebenso stark steht die Lust zu körperlicher anhaltender Arbeit und Bewegung, zur Pflege der geistigen Genüsse und Güter zurück.

Entsprechend ist die Erwerbsanlage und die Richtung des Erwerbssinnes auf die zuerst bezeichneten Dinge gerichtet. Es sind wirtschaftliche Talente.

Entsprechend dieser körperlichen Veranlagung geht auch das Gesicht und der Kopfbau in die Breite, das Seitenhaupt ist im unteren Teil stark entwickelt und damit der niedere Erwerbssinn und hat den plastischen Übergang zur unteren und mittleren Stirn. (Man beachte genau das kleine Bild.)

 

Bild 2 zeigt das primäre Tat- und Bewegungs-Naturell.

Es hat den muskulösen und knochigen Körperbau, es ist groß gebaut und hat den starken Schulterumfang, die starken Arme und Beine und den schwächeren Umfang des Leibes.

Bild 2. Bewegungs-Naturell.

Das Knochen- und Muskelsystem tritt herrschend in den Vordergrund.

Energische Körperarbeit, Bewegung, Tat, Kraft, Wehr, Energie und Willensentfaltung, sowie jeglicher anstrengende Körpersport ist sein Lebensgebiet, entsprechend geht die Entwicklungsanlage nach dieser Richtung.

Das Seitenhaupt ist nur sehr mäßig stark entwickelt. Sie streben, da die Triebe des Hinterhauptes richtungsgebend sind, zur Macht und Herrschaft und wenn sie dieselbe besitzen, so stellen sie die geistigen und materiellen Wirtschaftsgüter in den Dienst dieser ihrer Veranlagung und Lebensrichtung.

 

Bild 3 zeigt das primäre ideenreiche Denk- und Empfindungs-Naturell.

Es hat den zarten und verfeinerten Körperbau, ist von kleiner, biegsamer, graziöser Gestalt, – auch das Gesicht ist klein, der Hals und Nacken zart, der Schädelbau meist hoch und oben voll entwickelt.

Hier herrscht das Nervensystem und Gehirn vor und die beiden andern Körpersysteme für das Ernährungs- und Tatleben stehen zurück.

Bild 3. Empfindungs-Naturell.

Dieses Naturell sorgt dementsprechend in erster Linie nicht für sich, sondern für den Ausbau und die Pflege einer verfeinerten Lebenskultur, der geistigen Güter, einer Kunst- und Schönheitskultur.

Entsprechend ist die Erwerbsanlage und die Richtung derselben, – das Seitenhaupt ist im oberen Teil stark entwickelt und im unteren Teil schwach.

Diese Naturen opfern alles und verstehen nicht praktisch zu erwerben, wie die durch Bild 1 dargestellten Typen, sie kommen daher leicht in Not, Lebenstragik und Abhängigkeit.

Sie stehen aber sympathisch zu den Bewegungs-Naturellen, das diese weniger, sie selbst aber sehr ideenreich sind, sich aber auch leicht dabei übersteigern.

So ist das Wort Huters zu verstehen:

Ideen suchen ihren Held, –

Der Willensmensch sein Tatenfeld.

 

Die Grundtypen lehren uns, daß der Körperbau des Menschen schon im Prinzip zeigt, welche Gehirnanlagen in den Vordergrund treten.

Wenn der Mensch irgendeine Anlage stark entwickelt hat, so steht er meist unter dem Leitmotiv derselben!

Ja, der Mensch kann sich nur nach der Richtung seiner körperlichen Veranlagung voll, gesund, stark und natürlich entwickeln und ausleben.

Wird er in eine Lebensbahn gezwungen, die seiner Naturellanlage nicht entspricht, so wird der natürliche Ablauf des Lebens gestört, und wir haben nicht mehr den gesund-natürlichen, sondern den gekünstelten und unnatürlichen Menschen vor uns, der in das Weltbild, in das er gestellt ist, nicht hineinpaßt.

Bild 4 zeigt das harmonische Naturell mit den annähernd gleich und harmonisch verbundenen drei gekennzeichneten Körperbausystemen.

Bild 4. Das harmonische Naturell.

Es sind die Vollnaturen, die aus Anlage, Neigung und Charakterrichtung den goldenen Mittelweg des Lebens gehen, die für sich und andere alle Kultur- und Lebensgüter nicht nur zu erhalten bestrebt sind, sondern sie auch in harmonischer Weise fördern, ausbauen und nutzbar machen.

Es sind auch in der Erwerbsanlage die Vollnaturen, und zwar nach Anlage, Neigung und Charakterrichtung.

Entsprechend dem Körperbau sind die Kopf- und Gesichtsformen, sowie alle Lebensäußerungen von edler Ausgeglichenheit. Es sind die geborenen Leiter und Führer.

Wo sie in der Macht und Überzahl waren, da bestand eine sehr lange Höhen- und Dauerkultur.

Bild 5 zeigt das disharmonische Naturell mit den unausgeglichenen Körperformen, ungünstig entwickelten und verbundenen Körpersystemen und einem zersplitterten Seelen- und Geistesleben.

Entsprechend fehlen dem Kopf- und Gesichtsbau die guten Proportionen und die Anlagen und Neigungen und auch der Erwerbssinn nehmen eine entsprechende Richtung in der Betätigung.

Bild 5. Disharmonisches Naturell.

Die Abarten dieses Naturells sind tausendfach verschieden, aber im Prinzip haben sie etwas Übereinstimmendes.

Sie sind im Erwerb leicht extrem, gehen über das gute Maß hinaus oder sind interesselos, hart und unverbindlich, durch sie sind die sozialen Härten und Mißstände in die Welt gekommen, und sie pflanzen sich mit ihnen fort.

Damit sind die drei primären Grund- und zwei polaren Haupttypen des Lebens kurz bezüglich des Erwerbssinnes gekennzeichnet.

Alle andern Menschen liegen in der Verlängerungslinie dieser Typen oder zwischen denselben und können ebenso mehr oder weniger leicht erkannt und beurteilt werden.

Erst nach dieser Betrachtung können wir auf die Erwerbsanlagen im Seitenhaupt und den übrigen Kopfbau näher eingehen, da zuerst die richtungsgebende Grundanlage des Naturells beachtet werden muß.

Bei der Beurteilung des Menschen ist wohl das eine, die Teilbewertung wichtig, aber auch das andere, die Ganzheit kommt mit in Betracht, es ist eine vom andern nicht zu trennen.

 

Die Erwerbsanlagen

im Seitenhaupt.

In größter Ordnung und Planmäßigkeit haben sich entwicklungsmäßig die Organe des Seitenhauptes gebildet, die für das Wirtschafts- und Erwerbsleben tätig sind.

Wir verweisen auf die diesbezüglichen, in seinen Werken niedergelegten Forschungen Carl Huters [www.chza.de].

Man betrachte das große Bild auf Seite 1 mit der Einteilung des Seitenhauptes in 3 Hauptregionen.


1. Im untersten Teil des Seitenhauptes arbeiten die Organe für den Erwerb aller Dinge, die zunächst für die Lebenserhaltung unbedingt nötig sind, z.B. für Nahrung, Kleidung, Wohnung usw.

Wenn man Bild 6 betrachtet, so kann man recht deutlich die lange Querachse des Kopfes – von Ohr zu Ohr gerechnet – erkennen und damit den starken Bau des unteren Seitenhauptes.

Bild 6                         Bild 7 (Archiv)

Man sieht hier eine starke Plastik, Wölbung und Spannung.

Diese Anspannung liegt aber auch im ganzen Gesicht, im lebhaft scharfen Blick der Augen, am Stirnansatz über den Augen und besonders in der Mitte der unteren Stirn, direkt über der Nasenwurzel, wo die Beobachtung und Erfassung der sichtbaren Dinge, sowie die Willenskonzentration liegt.

Dieser Herr spannt sich also energisch an, um für das Lebensnotwendige zu sorgen, aus Anlage und Neigung unentwegt zu streben und tätig zu sein.

Dabei hat das Gewebe des ganzen Kopfes einen warmen und freundlichen Ausdruck. Das warme Gefühl ist also bei dieser Anspannungsrichtung nicht unterdrückt, sondern im Prinzip lebendig wirksam und tätig.

Der Leser erkennt, wie man in ganz natürlicher Weise, wie in diesem Falle hier praktisch gezeigt, nicht nur das untere Seitenhaupt allein für sich betrachtet, sondern auch den übrigen Ausdruck.

Das ist der richtige Weg.

 

Nun betrachte man Bild 8, die Unterstirn, in welcher die Organe für die reale objektive Beobachtung der sichtbaren Dinge dieser Welt arbeiten und darüber liegend die Organe der Vorstellung des Beobachteten, das man nicht mehr unmittelbar vor sich hat.

Bild 8. Die Unterstirn.

Je nachdem dieser unterste Stirnteil stark oder schwach entwickelt ist, vermag der Mensch zu beobachten und aufzufassen und das so Erkannte mit der Anlage des unteren Seitenhauptes, der gekennzeichneten Anspannung zur Arbeit und zum Erwerb der lebensnotwendigen Dinge in Verbindung zu bringen.

Dabei beobachte man auch noch den Übergang des untersten Seitenhauptes zur Unterstirn, ob dieser plastisch gespannt ist oder nicht. Es sind das die Schläfenteile, wo die Organe für die Berechnung und das technische Geschick arbeiten. Man erfaßt damit auch gleichzeitig, wie das Können des Menschen und seine Veranlagung nach dieser Richtung hin ist!

 

Nun betrachte man Bild 9, das in Kürze die Triebe und Anlagen des Hinterhauptes zeigt.

Bild 9. Das Hinterhaupt.

Man betrachte und vergleiche nun in derselben Weise die Bildung und Entwicklung des unteren Seitenhauptes mit den unteren und mittleren Teilen des Hinterhauptes. Dann hat man das Maß, wie der Mensch mit dieser Erwerbsanlage und Sorge für das Lebensnotwendigste das körperliche Geschick verbindet, die Arbeits-, Schaffens-, Leistungskraft und Leistungsfähigkeit.

Der Leser erkennt, wir kommen auf diese Weise zu einer lebenswahren und natürlichen Lebens-, Geistes- und Seelenlehre, die etwas ganz anderes ist als das, was man bisher darunter verstanden und geübt hat – man hat bisher vor lauter welt- und lebensfremden Dogmen und Theorien auf diesem Gebiet den Wald vor Bäumen nicht gesehen.

Betrachten wir nun das Seitenbild desselben Herrn 7, so sehen wir  sein starkes gut und plastisch ausgewölbtes unteres und mittleres Hinterhaupt.

                                  Bild 7.

Dieser Mann verbindet also mit der starken Anspannungs- und Erwerbsanlage des unteren Seitenhauptes auch noch den starken körperlichen Arbeitssinn und das Geschick für den Beruf, die starke Fürsorge und Kraft für Heim und Familie, den starken Liebes-, Klein- und Schutzsinn, sowie die starke Geschlechtsanlage.

Jeder Mensch ist nur einmalig in seiner Art da, er ist tatsächlich in jedem Fall ein Originalwesen, und erst durch diese lebendige Geisteslehre, die so umfassend, lebenswirklich und groß ist, wird er erkannt und gewürdigt.

Eine kleine Kopf- und Stirnstudie, Bild 10, zeigt uns, daß hier der unterste Teil des Seitenhauptes stark ausgewölbt ist.

Bild 10. (Archiv)

Aber unmittelbar über dem Ohr, wo der stärkste Anspannungspol liegt, läßt die Plastik, Spannung und Auswölbung plötzlich stark nach.

Daher ist wohl die Anlage und Liebe für den Besitz der notwendigsten Lebensdinge sehr stark, aber die Anspannungsenergie, sie durch unausgesetzte Tätigkeit zu verdienen, ist bedeutend schwächer.

Daher kommt dieser Mensch in praktischen Erhaltungsfragen leicht auf Abwege, in Unruhe und Disharmonie und aus dem guten Gleichgewicht heraus, was nur wiederum die Charakterschulung ausgleichen kann.

Daher sagt der Dichter mit Recht: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“

 

Nun betrachte man Bild 11, und man bekommt eine Vorstellung, wie verschieden stark das Seitenhaupt entwickelt sein kann.

Bild 11. (Archiv)

Der junge Mann hat den untersten Teil des Seitenhauptes nur schwach entwickelt, daher ist der Selbsterhaltungstrieb und der reale Erwerbssinn schwach, und erst wenn die Not kommt, sorgt er hierfür.

Dagegen ist der obere Teil des Seitenhauptes um so stärker entwickelt. Man sieht auch deutlich, daß die obere Stirnbildung breit und offenbar mit Spannkraft nach dem Seitenhaupt zu verläuft. Dort liegt das kritische und das ethische Denkleben. (Im allgemeinen kann man z.B. in der Schweiz die oft starke Entwicklung der ethischen Region der Stirn beobachten.)

Das Denkleben schweift also zunächst vom Erwerb der real-wirtschaftlichen, lebensnotwendigen Dinge ab und richtet sich fernliegenden, der realen Gegenwart entrückten Dingen zu.

Entsprechend ist der Ausdruck an Augen, Mund und Gewebe weich und mild, mit einem etwas abgewandten, kritisch-traurigen, weltfremden Zug, hinter welchem aber doch an Auge und Nase eine gewisse Festigkeit liegt.

Der Hals ist kräftig gebaut. Es ist die edle jugendliche Kraft, die sich durchringt, und es kann nicht schaden, wenn sich dieser junge Mann, zunächst durch die Verhältnisse gezwungen, einer praktischen realen Erwerbs- und Arbeitstätigkeit zuwenden muß.

Das fällt ihm zwar schwer, aber die schwachen Anlagen des unteren Seitenhauptes und die realen Erwerbssinne werden dadurch gestärkt.

Die Kopfform ist hier wie ein Gebäude, das den Unterbau nicht stark genug entwickelt hat.

Wie gut doch diese Menschenkenntnis ist, sie lehrt die schwachen Anlagen zu betätigen und zu entwickeln, damit nicht abstrakten Ideen zuliebe der Boden unter den Füßen verloren wird. Stets soll sich das Ideale auf das Reale aufbauen.

Nun betrachte man wieder das Bild am Kopfe dieser Zeitschrift.

Im mittleren Seitenhaupt

Arbeiten die Organe für das Gleichgewicht im Wirtschaftsleben, die vermittelnde und verbindende ausgleichende Ökonomie, um Waren anzusammeln, Austausch und Güterverkehr, Kauf und Verkauf, Handel und Wandel vorwärts zu treiben.

Bild 12 zeigt die starke Entwicklung des mittleren Seitenhauptes und zwar mit einer starken plastischen Auswölbung und Spannkraft nach der Schläfe und mittleren Stirn zu, wo auch der Sinn für das technische Geschick liegt.

Bild 12. (Archiv)

Diese gespannte plastische Auswölbung deutet in der Anlage auf den starken kaufmännischen Sinn, den Trieb mit Geld- und Warenkapital umzugehen, vorteilhaft ein- und gut zu verkaufen und damit die technische Tätigkeit zu verbinden.

Geld regiert die Welt, – und leicht kann dieser Sinn in starker Tätigkeit das ganze Denkleben beherrschen, was hier bei unserem Bilde nicht der Fall ist, da auch die Stirn in der ethischen Region, besonders in ihrem oberen seitlichen Teil gute lebendige Plastik und Spannkraft zeigt.

 

Bild 13 führt uns die plastisch stark entwickelte mittlere Stirn vor Augen, in welcher die Organe für das praktische vermittelnde, verbindende und philosophische Denkleben arbeiten.

Bild 13. Die Mittelstirn.

Je nachdem dieser Stirnteil stark oder schwach entwickelt ist und in plastischer Formkraft und offener Gewebsstrahlung zum mittleren Seitenhaupt übergeht, werden die Organe des mittleren Seitenhauptes durch das hier waltende Denkleben unterstützt und entsprechend betätigt.

Man betrachte die Stirn- und Seitenhauptbildung eines älteren Herrn, Bild 14.

Bild 14. (Archiv)

Die verhältnismäßig kurze Stirn zeigt eine gute plastische Wölbung, auch im Übergang zum plastisch gut ausgewölbten mittleren und unteren Seitenhaupt und damit die gute, praktische Berechnung und wirtschaftliche, kaufmännische und ökonomische Veranlagung.

Hier liegt in der Form eine ruhige Abgeklärtheit.

Im Gegensatz hierzu zeigt Bild 15 die stärkste Unruhe in der Stirn und ein trockenes drahtartiges Haar.

Bild 15. (Archiv)

Hier kann man nicht mehr mit einem ruhigen Ablauf der Funktion des Vorderhirns und der entsprechenden Verstandestätigkeit rechnen, und selbstverständlich werden die Erwerbsanlagen des Seitenhauptes dadurch beeinflußt.

Die normale Tätigkeit ist übersteigert und geht in schwere Unruhe über, woraus leicht Disharmonien und Abwege im Erwerbsleben folgen.

Dieses Bild ist dem Leser nur zur vergleichenden Betrachtung gezeigt, um darzulegen, mit welchen Faktoren die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] Carl Huters rechnet, denn gegenüber der hier gekennzeichneten schweren Unruhe im Gehirn- und Geistesleben tritt der Formbau an sich mit seinen Gehirnanlagen zurück.

Mit welchen Feinheiten überhaupt die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] bei der Form- und Lebensbeobachtung rechnet, das soll uns andeutungsweise Bild 16 zeigen.

Bild 16. Die Qualität in Haut, Struktur und Knochenbau. (Archiv)

Es ist ein vorzüglicher Stirn-, Oberhaupt- und Seitenkopfbau mit starkem Anspannungstrieb (sieh die Plastik direkt über dem Ohr) und guten ökonomischen Anlagen, siehe die Plastik des Seitenhauptes.

Und doch stellt dieser Mann seine Qualitätsarbeitskraft intensiv und selbstlos in den Dienst des Idealen, um dieses zu fördern.

Woran ist das zu ersehen?

Die Stirn zeigt vom Farben- und Formensinn über den Augen ausgehend sehr deutlich einen hervorragenden plastischen Zug, der hoch nach oben zum Oberhaupt, dorthin, wo die selbstlose Förderung der idealen Lebensgüter liegt, verläuft.

Dieser plastische Stirnzug ist durch zwei eingezeichnete Kreuze bezeichnet, denn es ist fraglich, ob in der Wiedergabe im Druck dieser Stirnzug so deutlich zu sehen ist, wie bei der Photographie.

Es soll das nur eine Andeutung sein, mit welchen Feinheiten die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] rechnet.

In keinem physiognomischen oder phrenologischen System der Welt ist bisher mit solchen, dennoch deutlich sichtbaren Formfeinheiten gerechnet, die eine gewisse Schulung des Sehens erfordern, wodurch erst die ganze Lebenswahrheit erfaßt wird.

Da nun mancher Ungeübte diese Feinheiten der Formbildung nicht sofort deutlich sehen kann, und über die zutreffenden Beurteilungen höchst erstaunte, so entstand der falsche Glaube, das wäre Hellsehen.

Das ist nicht der Fall, es ist nur ein scharfes genaues Sehen, wie das Leben in den Formen zum Ausdruck kommt. Der diesbezügliche Irrtum ist verzeihlich, denn die Sache ist neu und nicht jeder kann die materiellen Feinheiten der lebendigen Form sofort erkennen.

Das geübte Auge des bildenden Künstlers z.B. sieht diese Feinheiten der Formbildung, wenn man sie ihm zeigt, sofort, ebenso jeder Mensch, der ruhig, scharf und genau zu sehen vermag.(Ich glaube, alle jahrzehntelange Mühe und Arbeit die Wichtigkeit dieser geschärften Beobachtung zu lehren, wird nicht vergeblich sein.)

Bei der Bewertung des mittleren Seitenhauptes ist allerdings ebenso, wie es bereits beim unteren Seitenhaupt gezeigt wurde, auch noch der Übergang zum Hinterhaupt, – sowie der Bau des letzteren zu beachten.

Denn hier erkennt man, ob sich mit der guten Erwerbsanlage auch Kraft, Talent und Geschick im Beruf und in der Qualitätsarbeit verbindet.

 

Bild 17 zeigt im Verhältnis zur gesamten Kopfform eine sehr starke Auswölbung des mittleren und teils des unteren Seitenhauptes.

Bild 17. (Archiv)

Dabei sind die Ohren tief angesetzt und die Breite des Kopfes läßt direkt über denselben nach, infolgedessen ist der Anspannungspol zur Veränderung der Dinge und die Kraft, Hindernissen Widerstand entgegenzusetzen, schwach.

Daher geht die sehr starke Erwerbs- und Besitzliebe, wenn sie erwacht, leicht in Unruhe und einseitig extreme Betätigung über, da das Denkleben in der Stirn gegenüber dieser Veranlagung des Seitenhauptes nicht mehr recht mitkommt. Die Spannung des Seitenhauptes beherrscht leicht die übrige Gehirnorganisation und stört in ihrer Wucht die Harmonie.

In solchem Falle ist die Selbst- und Charakterbildung, sowie die Kenntnis der eigenen Veranlagung von enormer Wichtigkeit, um das Lebensschiff durch alle Klippen und Gefährnisse sicher und charakterfest zu steuern.

Schier unerschöpflich ist diese Wissenschaft von der Formbedeutung und sie wird in jedem Fall der individuellen Veranlagung gerecht. –

Es bleibt uns nun noch das obere Seitenhaupt zur kurzen Charakteristik übrig.

Man betrachte nochmals das Bild am Kopfe dieses Blattes.

Im obersten Seitenhaupt arbeiten die Organe für den Erwerb der idealen und höchsten Lebensgüter.

Es ist die Sorge und die Liebe für das eigene höhere Selbst und für das Wohl und die Veredelung des Lebens für die Mitmenschen. Hier zeigt sich, wie der Mensch Kunst und Wissenschaft fördert, edle Lebensart und gute Umgangsformen, und wie er sich aus innerem sittlichem Ernst dafür einsetzt und aufopfern kann.

Die Natur selbst, wie sie sich in der Formbildung offenbart, ist tatsächlich unsere beste Lehrmeisterin.

So ist auch das Wort zu verstehen: „Zurück zur Natur, nicht nur in der Gesundheitspflege, sondern auch in allen geistigen Lebensfragen.“

Man muß aber dazu einen praktischen Grund- und Wertmesser haben, denn sonst verliert man sich leicht in Ideen, denen die reale Grundlage fehlt.

Interessant ist zunächst das Bild des amerikanischen Milliardärs

Carnegie.

Derselbe kam 1848 als Sohn eines armen Webers, der von Schottland auswanderte, nach Amerika.

Bild 18. Andrew Carnegie. Photo Kester

Dort brachte er es von den kleinsten Anfängen bis zum Großindustriellen in der Eisen- und Metallbranche.

Er verwendete einen großen Teil seines Riesenvermögens zu Wohlfahrtseinrichtungen und kulturfördernden Stiftungen.

Andrew Carnegie had a motto – “Let There Be Light” – inscribed over the entrance to his libraries. Outside virtually every Carnegie Library a lamppost or lantern symbolized this enlightenment.

Carnegie libraries were built with money donated by Scottish-American businessman Andrew Carnegie. Over 2,500 Carnegie libraries were built, including public and university libraries. Carnegie earned the nickname “Patron Saint of Libraries.”

Each library’s architectural style was chosen by the community and was typically simple and formal, welcoming patrons to enter through a prominent doorway, nearly always accessed via a staircase. The staircase was intended to show that the person was elevating himself.

When the last grant was made in 1919, there were 3,500 libraries in the United States, nearly half of them paid for by Carnegie.

In the early 20th century, a Carnegie library was the most imposing structure in hundreds of small American communities from Maine to California – and Tekamah.

More than half of the Carnegie Libraries in the United States still serve their communities as libraries over a century after their construction.

By 1920 Nebraska had 69 Carnegie Libraries, and ranked 7th in the nation behind Indiana (165), California (142), Ohio (111), New York (106), Illinois (106), and Iowa (101). Alaska, Delaware and Rhode Island are the only states that do not have a Carnegie Library.

Andrew Carnegie, 1835-1919 

Um das recht zu verstehen, betrachte man den Kopf- und Gesichtsbau:

1. Der Kopfbau geht bei feinplastischer Rundung stark in die Breite und läßt im Seitenhaupt, wo die Erwerbssinne liegen, die enorme seitliche Spannkraft erkennen.

Diese pflanzt sich zur Schläfe fort, wo die Berechnung und das technische Geschick liegen, und im Übergang zur Stirn mit der lebendigen, offenen und frischen Spannung und Durchstrahlung.

2. Das mittlere Gesicht zeigt die weiche und dennoch kräftige, quellende Gewebsformung – das starke Empfinden und Gefühlsleben – und der Nasen-Wangenzug die fast unverwüstliche starke Herz-, Lebens- und Seelenkraft.

3. Das Auge zeigt das starke geistige Wachstum, der Blick ist durchdringend und scharf, hat aber doch einen warmen Unterton, dem auch der Gesamtausdruck entspricht.

Dabei wölbt sich das Seitenhaupt nach oben zu in breiter Plastik, wobei allerdings die stärkste Spannkraft im mittleren Seitenhaupt liegt, dort, wo der Gelderwerbssinn zu finden ist.

Auf diese Weise wird uns die Persönlichkeit Carnegies und seine Leistungen auf Grund des Augen-, Kopf- und Gesichtsbaues verständlich.

 

Fig. 19 zeigt die plastisch stark entwickelte Oberstirn mit den in ihr liegenden höheren Denk-, Vernunfts- und Verstandeskräften.

Fig. 19. Die Oberstirn.

Es ist das Feingefühl, die bewußte Ethik, die hier zum Ausdruck kommt, die innere schöpferische Erkenntnis von Wahrheiten, die nicht direkt wäg- und meßbar und real-objektiv zu erkennen sind.

Fehlt dieser obere Stirnteil noch oder ist er schwach und schmal entwickelt, oder ungeübt und verkümmert, was eine harte, bleiche, strahlungsarme, wie leer und tot wirkende Formbildung in solchem Falle anzeigt, so fehlt es auf höhergeistigem Gebiet an der genügenden Reife, – obwohl die unteren Stirn- und Seitenhauptteile dessen ungeachtet vorzüglich in Plastik, Kraft, Spannung und Strahlung sein können.

Alles liegt in der Formbildung und alles innewohnende Geistige offenbart die Natur irgendwie sicht- und greifbar in der Form. So ist es nicht nur bezüglich der menschlichen Gestalt, sondern auch mehr oder weniger bei allen anderen naturgewordenen Dingen in der Welt.

Aus den  Darlegungen folgt: Der nieder- und der höherstirnige Mensch, ebenso der mit starkem unterem und der mit starkem oberem Seitenhaupt sollen zusammenarbeiten und sich einander ergänzen, wobei die Führung und Leitung der Erstere haben soll.

Man bringe aber auch noch den oberen Seitenhaupt- und Stirnteil mit dem oberen Hinterhaupt in vergleichende und verbindende Betrachtung.

Denn hier arbeiten die Organe für das höhere Selbstbewußtsein, das Macht- und Unabhängigkeitsstreben, für den Stolz und das Ehrgefühl, die Festigkeit und Beharrlichkeit, die Gerechtigkeit und Gewissenhaftigkeit.

Die vergleichende Betrachtung lehrt uns, in welcher Weise die Organe des oberen Seitenhauptes und der oberen Vorderstirn von hier aus ihre Unterstützung finden.

In dieser Zusammenfassung der Formbewegung offenbart sich die ganze Genialität Huters, ebenso wie in seiner Lehre von der Entstehung des Lebens und der Lebenskräfte, von den Grundkörperkonstitutionen und vom Aufbau des Nervensystems und Gehirns.

Diese Lehre ist insgesamt die umfassendste Lösung des Leib-Seele-Problems.

Wir wollen noch kurz auf

das Oberhaupt

verweisen, in welchem Huter allein etwa 50 Organe fand, deren planmäßige Bildung und Entwicklung er lehrte, und in welcher der vollendete Gleichlauf zwischen Innen- und Außenwelt zutage tritt.

Im Oberhaupt laufen die Gehirnfasern, die aus dem Körperinnern wachsen, in ihren allerfeinsten Verzweigungen zusammen, zur Blüte und

Krone des Geisteslebens.

Das eigene höhere ideale Ich der Persönlichkeit und ihre Stellung und Verbundenheit zum Weltall und dem Geist desselben und die Art des Glaubens an das Gute und Göttliche im Menschen kommt hier zur Formentfaltung.

Man betrachte Fig. 20, ein plastisch hoch und schön ausgewölbtes Oberhaupt.

Fig. 20. Das Oberhaupt.

Auch das Oberhaupt zeigt bei den verschiedenen Menschen alle nur denkbaren Entwicklungsphasen, auf die näher einzugehen hier im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist.

Um sich eine Vorstellung von der grundverschiedenen Entwicklung des menschlichen Oberhauptes und den darin lebendig tätigen und wirksamen Organen zu machen, betrachte man Bild 21, 22 und 23.

Bild 21 und 22 zeigen zwei Geistesheroen, den bedeutenden Erforscher der realen Natur und den Sprach- und Kulturforscher, die vereint sozusagen das gesamte Wissen ihrer Zeit verkörpert haben.

Bild 21. Alexander von Humboldt, bedeutender Naturforscher.

 

Bild 22. Wilhelm v. Humboldt, bedeutender Sprachforscher.

Den Naturforscher erkennt man an dem geradeaus blickenden, beobachtenden, zurückliegenden, kleineren Auge und dem mehr realen und nüchternen Gesichtsausdruck.

Den Sprachforscher erkennen wir an dem Auge, das mehr hervortritt, das größer und sprechender erscheint, wobei sich in den ganzen Gesichtsformen mehr Leben und Strahlkraft ausdrückt.

Die Naturforschung beruht im Aufnehmen der Erkenntnis, die Sprachforschung außer dieser auch in schöpferischer Gestaltung des Aufgenommenen. (Aus Huters III. Handbuch.)

Carl Huter´s Handbuch, 3. Auflage (hinzugefügt).

Man betrachte bei beiden Männern die hohe Bildung des Oberhauptes, die Qualität, die in allen Geweben liegt, um ihre unermüdliche und aufopfernde Arbeit im Dienste der Wissenschaft zu verstehen.

Bild 23 ist aus dem Leben gegriffen. Man stelle Bild 21, 22 und 23 in vergleichende Betrachtung, um zu erkennen, wie enorm allein die Unterschiede in den Proportionsmaßen des Kopfbaues sein können.

Bild 23. Aus dem Leben. (Archiv).

Bild 23 zeigt das lange und harte Untergesicht mit dem im Verhältnis sehr niedrigen Schädelbau und der enormen seitlichen Breite und Wucht des Kopfbaues, wozu man auch das große, grobe Ohr mit in Betracht ziehe. Bei den ersten beiden Bildern sind alle Formen verfeinert, sie strahlen den idealen Geist und eine hohe Lebenskultur aus und streben sozusagen nicht nach der Breite, sondern zu Veredelung und nach oben hin.

Der in Bild 23 dargestellte reale Mann dient den nüchternen, materiellen Werten des Lebens, ohne sich darüber hinaus zu erheben.

Man beachte auch, wie z.B. die Mittelhirnpartie des Gesichts (die mit dem Oberhaupt korrespondiert) einfällt und vergleiche damit die Partie des mittleren Gesichtes bei dem Bilde unseres Heitmüller (siehe unten), um zu erkennen, wie diese bei harmonischer Entwicklung lebenswarm hervorquillt.

Das nebenstehende Bild zeigt uns Herrn August Heitmüller aus Bremerhaven und seine Gattin, die ihre silberne Hochzeit feierten.

Schon vor 30 Jahren war Herr Heitmüller begeistert dabei, als wir einfache Leute aus dem Volke Carl Huter, den Begründer der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie], nach Bremerhaven zu Vorträgen kommen ließen.

Was galt uns Geld und Gut, es war gerade recht, das Ideale, Wahre, Gute und Schöne zu fördern. Und heute? – Man schaue sich unsern Jubiliar an, so freudig hat ihn diese Lebenslehre erhalten, jung im Geist, grundehrlich, treu und brav, fleißig und wohlwollend, einfach und schlicht. – Ohne hohe Ideale bleibt die passendste Ehe nicht dauernd restlos glücklich, – das ist Naturgesetz. – In harter Arbeit, Entsagung und manch schweren Fahrten auf Übersee ist doch der alte Idealismus wach geblieben und der Glaube an den ewigen Fortschritt. Unsern Glückwunsch dem Jubelpaar!

Es ist das warme Gefühlsleben und Empfinden, das stets bei allen Grundkräften der Gehirnanlagen und des Geisteslebens mitspricht, diese sozusagen tönt und die Oberhand behalten sollte.

Daraus geht hervor, was unbedingt Geltung hat:

1. Ein Kenner kann an der Form des Schädels den Stand der geistigen Grundkräfte und Anlagen ebenso sicher sehen, wie jedes Kind an den Zeigern der Uhr die Zeit und Stunde erkennen kann, vorausgesetzt, daß die Uhr richtig gestellt ist, richtig geht und richtig in Gang gehalten wird.

2. Ist eine von diesen drei Vorbedingungen nicht erfüllt, dann kann auch das beste Auge an einer Uhr die Zeit nicht richtig erkennen.

3. So ist es auch mit der Kopfform. Die Bedeutung der einzelnen Partien läßt sich beim normalen und gesunden Menschen im Falle eines harmonischen Lebensablaufs genau bestimmen. Bei Leistungssteigerung gibt die besondere Qualität der Formen Aufschluß.

4. Ist aber das Lebewesen disharmonisch, also im Innern geistig und körperlich in Unordnung, dann versagt die alte Phrenologie oft für den Nichtgeübten, denn ist ein Mensch abnorm veranlagt, also sozusagen nicht richtig gestellt, dann geht er eben sozusagen auch falsch, genau so wie eine unrichtig gestellte oder verdorbene Uhr falsch geht und uns dann über Zeit und Stunde irreführt.

5. Die alte Kopfformenkunde hatte diesen Mangel, daß sie lediglich die Anlagen zu bestimmen vermochte, nicht aber die individuelle Art der Entwicklungsrichtung und den augenblicklichen Zustand des Charakters.

Diese und andere Mängel sind in der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] überwunden. So einfach allerdings, wie man es sich dachte, ist die Offenbarung des Lebensgeistes in den Formen nicht. Hier erprobt sich die ganze Schärfe des menschlichen Geistes und Könnens und die Verfeinerung und Qualitätsentwicklung aller Sinne, der, wie es scheint, keine Grenzen gesetzt sind. Das Leben will wie ein Kunstwerk bewertet werden.

Was sollen wir tun?

Die natürliche Ethik im Erwerb.

Es gibt drei Erwerbsquellen: 1. durch Macht. 2. durch Betrug und 3. durch Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit.

Man hat kein Recht die Dinge zu verändern, ohne Besseres zu schaffen, ohne höhere Werte zu produzieren als vordem da waren.

Vermag man Besseres zu schaffen, so tue man es mit Anspannung aller seiner Kräfte.

Über der Anspannungsenergie liegt der Selbsterhaltungstrieb. Jeder Mensch hat ein Recht für seine Lebenserhaltung und die seiner Angehörigen einzutreten.

Aber er ist auch berechtigt, Mittel anzusammeln, die uns vor zukünftiger Not und Lebensgefahr schützen, die ein glücklicheres Dasein und Lebensfreude verschaffen.

Daher lehrte Huter: es ist eine entsetzliche Irrlehre, die unweise oder wirtschaftlich unwissende Menschen aufgebracht und in die Welt gesetzt haben: Kapital sei Diebstahl.

Nein, Kapitalansammlung ist Tugend.

Jeder Mensch soll Kapitalist werden. Jeder Arbeiter sie Kapitalist, denn Kapital ist Ansammlung von Lebensgütern und des Lebensglückes.

Daher bekämpfe man den menschenfeindlichen Kapitalismus, nicht aber das Kapital an sich, da es die größte Lebenserleichterung bringt. Also die Menschen bekämpfe man, die mit dem Kapital menschenfeindlich und Menschenglück zerstörend umgehen.

Es läßt sich auch die Persönlichkeit von der Sache nicht gänzlich lostrennen. Denn die Liebe zur Sache geht stets von Personen aus, daher läßt sich niemals alles Gut eines Volkes herrenlos machen.

Der Güterverkehr darf keine Hemmnisse haben, weder im Staate, noch im Völkerwirtschaftsleben.

Arbeite fleißig und verdiene dir materiellen Wohlstand, denn dadurch wirst du frei, und unabhängig und kannst umsomehr die idealen Güter, Kunst, Wissenschaft, gute Werke, Tugend und Religion pflegen.

Stelle alles materielle Gute in den Dienst des Idealen, sobald die Lebenserhaltung geschützt ist.

Das ganze Leben ist sinnlos, wenn es nicht ermöglicht, ideale Güter zu fördern. Nur der geistig reife Mensch ist zugleich reif zu Reichtum und Güterverwaltung. 

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

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 D The Gate MK

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