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Der gute Menschenkenner 046 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© November 1936, Nr. 46

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Selbstbeherrschung

Erziehung

und

Charakterbildung

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Das pädagogische

Talent

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Die Erziehung ist ein Problem, das durch physiognomische Studien eine wohltätige Ergänzung erfährt.

Die Selbsterziehung, die Charakterbildung und Selbstbeherrschung sind wesentliche Erfordernisse. – Wenn hierin neue Wege beschritten werden, die befruchtend wirken, so sollten sie uns willkommen sein!

Gerade bezüglich der Selbsterziehung, Charakterbildung und –entfaltung gibt uns die Natur so deutliche Fingerzeige, daß man imstande ist, manches Alte und Unvollkommene durch Besseres und Neues zu ergänzen.

 

Ein Volk, das einst auf hoher Kulturstufe stand, waren

Zweifellos die alten Griechen.

Sie hatten bereits eine hohe Körper- und Schönheitskultur, eine hohe Charakterbildung, Selbsterziehung und Selbstbeherrschung.

Mag diese Kultur auch weit zurückliegen, sie war für die damalige Zeit etwas Außerordentliches.

Wir beschreiten nun einen neuen Weg, und zwar in der Erkenntnis, daß alle Kultur und Unkultur vom Menschen selbst ausgeht, und fragen: Welche äußeren Merkmale an Körper, Aug und Angesicht der damaligen Menschen ließen auf das Besondere ihrer Kultur schließen?

Wir wenden uns also unmittelbar an den Menschen selbst und gehen nicht den alten Weg der Forschungen, der oftmals den engen Zusammenhang zwischen Mensch und Kultur mehr oder weniger übersehen hat.

Der Mensch selbst steht also im Mittelpunkt der Betrachtung und alles Geschehens, weil von ihm sowohl alles Gute und Schöne, wie auch alles Böses und Schreckliche ausgeht.

Charakteristisch war bei den alten Griechen zunächst der gesunde, ebenmäßig und schön geformte Körperbau.

Dieser Körperbau trägt schon ganz den Charakter der hohen Kulturfähigkeit, der Körper- und Schönheitsentfaltung, der Kraft und Gesundheit, des Adels des Blutes, des Ebenmaßes und der Proportion.

Die einfache Überlegung schon sagt uns, daß z.B. ein schwerer, roher, plumper und grober oder schwammiger und unförmiger Körper mit unschönen Proportionen nicht den gleichen edlen angeborenen Geist, den Adel des Blutes und der Seele, der Lebensstoffe und Kräfte, der Grazie und der Wohlgefälligkeit tragen kann.

Der Körperbau selbst zeigt uns also schon die großen Charaktereigenschaften, die im Menschen lebendig verkörpert sind.

Unter Schönheit ist natürlich die wahre und echte Schönheit, sozusagen die ethische und ästhetische Schönheit verstanden und durchaus nicht jene falsche Schönheit, die in Wirklichkeit wie Talmi von reinem, lauterem Gold.

 

Wir betrachten eine harmonische griechische Gestalt Bild 1.

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Bild 1. Alexander der Große (Archiv)

Die Gestalt Alexander des Großen ist typisch für den damaligen griechischen Menschen mit seiner hohen Körper- und Geisteskultur. Man beachte die Kraft, Fülle und Schönheit, das Ebenmaß und die guten Proportionen.

Jedem Körper ist natürlich auch ein bestimmter Lebensgeist eigen, sowohl chemisch wie physisch, seelisch und geistig.

Aus dem Körper wächst der Kopf hervor, der, das ist einleuchtend, wiederum den Charakter dieses besonderen Körperbaues trägt.

Die Grundlage für den großen Charakter des Menschen gibt also zunächst der Körperbau, dann erst sind danach die Besonderheiten des Gehirns zu werten, die maßgebend sind für die kleinen Charaktereigenschaften, wie sie weiterhin im Auge und Gesicht zum Ausdruck kommen.

Das ist im Prinzip die Grundlage der Wissenschaft vom Menschen, die Grundlage der neuen Naturell- oder Konstitutionslehre Carl Huters, wobei selbstverständlich der Mensch innerhalb seiner rassischen Eigenart betrachtet wird.

Das Gesicht der alten Griechen war nun ebenfalls sehr wohl proportioniert, klar, rein geformt, sehr ebenmäßig und schön, mit starkem rundem Kinn, klaren Augen, und vor allen Dingen fiel in dem Profil

die klassische griechische Nasenform

auf. Man betrachte das Gesicht bei Bild 2.

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Bild 2. Venus Akropolis. (Archiv)

Die Nasenformbildung zeigt einen unmittelbaren breiten Übergang zur Stirn und ist dabei von gerader schöner Linienführung. Der breite Nasenrücken deutet die Kraft des Körpers und des Geistes an.

Auffallend ist die leuchtende Feinheit und Weichheit der Gewebe der Region seitlich der Nasenform, nach den Wangen und um den Mund.

Huter wies den Sitz der Seele im Lebens- oder Mittelhirn nach, das nach innen zu, direkt in dieser Höhe des Kopfes liegt und hier zum Ausdruck kommt.

Daher sind die feinen quellenden Weichteile der Regionen um Nase und Mund von so großer Bedeutung. Es gibt fast nichts Schöneres, als wenn hier der innere warme Empfindungsreichtum, die Freundlichkeit und Güte hervorstrahlt. Wehe, – wenn sich hier die Gewebe verhärten.

 

Wir stellen nun die Frage: Ist die klassische griechische Nasenformbildung ein Ausdruck besonderer Charaktereigenschaften?

Diese Frage ist zu bejahen, und zwar einmal auf Grund der vergleichenden Betrachtung und Erfahrung und dann nach unserer heutigen anatomischen, physiologischen und biologischen Lebenserkenntnis.

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Demnach hätten wir u.a. in dieser klassischen griechischen Nasenformbildung den Ausdruck jener hervorragenden Charaktereigenschaften und Talente gefunden, die man den alten Griechen nachrühmt, als da sind: Selbsterziehung, Selbstbeherrschung, Charakterbildung, Talent für Plastik, Zeichnen, Schönheitsliebe, Einsicht, Lebensweisheit, hohe Bildung, schnelle Auffassung und Wiedergabe, Körperkultur, momentane Schmerz- und Gefühlsüberwindung, wobei das Wohlwollen ausgeschaltet werden kann.

Wir hätten als gewissermaßen u.a. in dieser klassischen Nasenformbildung das Hauptmerkzeichen für das erzieherische pädagogische Talent, – sinngemäß der griechischen Kultur gefunden!

 

Nun ein anderes Beispiel:

Bekannt war vor dem Krieg der Russentypus mit

Der typischen Russennase.

Ebenso ausgesprochen unschön waren die Charaktereigenschaften dieser Menschen.

Daß ein Zusammenhang zwischen den Körper-, Kopf- und Gesichtsformen dieses Typus einerseits und den ganz speziellen, ausgesprochenen Charaktereigenschaften desselben anderseits besteht, dürfte naheliegend sein.

Die Russennasenform hat mit der griechischen Nasenform gar keine Ähnlichkeit, und ebenso fern liegen sich die Charaktereigenschaften.

Man hat mit Recht die griechische Nasenform als die ästhetische und die typische Russennasenform als die unästhetische bezeichnet.

Diese Nasenform, siehe Bild 4 und Fig. II.

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Bild 4. Der Pferdewärter, ein Bild aus dem alten Rußland, mit allen Merkmalen des typischen Charakters. W. Wodzinowski

Die tiefen Höhlen über den Augen des Pferdes deuten auf Überanstrengung der körperlichen und seelischen Kräfte. Etwas Ähnliches hat der Künstler auch in den Ausdruck von Auge und Gesicht des Pferdes gelegt.

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Fig. II.

Die Russennase Fig. 2 fällt im oberen Teil stark nach innen zu ein, ein Zeichen, daß Gefühle und Triebe vorzugsweise den Charakter beherrschen. Es ist die unentwickelte Nasenform.

Dabei ist die Form aber breit auslaufend und von grobfleischigem Gewebe.

Die Nasenspitze ist plump, kugelig verdickt, rohfleischig und geht in einem Knick etwas nach oben, so daß die Nasenlöcher gewissermaßen sichtbar werden.

Die parallel gehenden Charaktereigenschaften waren bekannt, wie Faulheit, Bestechlichkeit, Neugierde, Unverschämtheit, Genußsucht, Hinterlist, Roheit und Grausamkeit gegen wehrlose Tiere und Menschen.

Gewiß, die meist sehr primitiven Lebensbedingungen vieler Menschen in Rußland waren an diesem Charakter- und Erziehungstiefstand mit schuld, die sehr beengte Geistesrichtung – man sprach z.B. den Tieren keine Seele, sondern nur Empfinden zu-, das Klima, der Genuß von Wutki usw. Aber die typischen Besonderheiten im Charakter und der Nasenformbildung waren augenscheinlich.

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Das Gesicht selbst war vierschrötig, breit und grob mit teils losen und breiten, aufgeworfenen Lippen.

Die Körpergestalt war vierschrötig, ungelenk, gar nicht an das grazile Ebenmaß der Griechengestalt erinnernd.

Die Gestalt ging mehr in die Breite, die Knochen waren grob, ebenso die Gewebe, die Haut dick usw.

So war auch hier ein auffälliger Zusammenhang zwischen Körpergestalt, Gesicht, Nasenformbildung und Charakter augenscheinlich.

Natürlich waren nicht alle Russen so, aber dieser Volkstypus machte sich doch in der Weise recht auffallend geltend.

Jedenfalls ist klar, daß unter keinen Umständen etwa erzieherische Eigenschaften bei diesen Menschen mit ihrer typischen Nasenformbildung zu suchen sind.

Nun noch ein drittes, ebenso krasses Beispiel. Bekannt ist die Habnichtsnase, siehe Bild 5 und Fig. IX und X.

Das Wort „Habichtsnase“ sagt schon die Bedeutung.

 

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Bild 5. Talmudjude. Es ist die überentwickelte Nasenform, die wir bei Völkern mit uralter Vergangenheit und Gesetzesüberlieferung finden.

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Fig. IX  X

Fig IX zeigt die arabisch-maurische und Fig X die hebräisch-jüdische Nasenform.

Diese Nasenform geht ebenso stark nach außen wie die Russennasenform nach innen.

Am Stirnansatz macht er Nasenknochen einen starken Knick nach innen, um dann sofort in sehr harter Formbildung nach außen vorzuspringen. Dann aber ist die Nasenspitze hart nach außen und unten gebogen und der untere Nasenrand in harter Form nach innen eingezogen, so daß die oft dünne Spitze tiefer wie die Nasenflügel zu liegen kommt.

Es ist klar, daß diese Nasenform im allgemeinen und besonderen eine Entartung im Charakter kundgibt.

Huters Forschungen haben ergeben, daß diese Entartung im Seelen-, Gehirn- und Geistesleben ihre letzte Ursache in einer durch Jahrtausende geübten Beschneidung hat.

Die Charaktereigenschaften, die mit dieser Nasenformbildung zusammenhängen, sind ganz unverkennbar, z.B. besteht zunächst ein großes Geschick, den wahren Charakter zu verbergen, den Menschen zu umschmeicheln und sich ganz energielos zu stellen. Dann aber, wenn der Mensch getäuscht und sozusagen eingewickelt ist, bekunden ihre Träger den wahren Charakter, grenzenlose Habsucht und Ausbeutung mit rücksichtsloser Dauerenergie.

Dabei können sie großen Fleiß entwickeln, mit dem Pfennig, also mit kleinsten Werten rechnen, sind und bleiben aber menschenfeindlich und wahrer Kultur abhold.

Nach unseren Kulturbegriffen ist dieser Charakter mit der typischen Nasenform gerade das Gegenteil von den Persönlichkeiten, die man sich – mit Bezug auf unser Thema – als Erzieher oder sonstwie kulturfördernde Menschen vorstellt.

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Aber auch die Körperform mit den entsprechenden Lebensäußerungen entspricht ganz dieser Nasenformbildung und Charakterrichtung.

Die Gestalt ist unförmig, schwabbelig, breit, watschig in der Bewegung, dazu kommt ein unklares Sprachgemisch, usw. –

Wir erkennen deutlich an diesen drei Beispielen, die sich beliebig erweitern ließen, daß tatsächlich zwischen Körperbau, Gehirnentwicklung, Schädelform, Nasen- und Gesichtsbildung einerseits und der Charakterbildung und Entfaltung anderseits ein unverkennbarer Zusammenhang besteht.

Wir haben also schon ganz bestimmte Anhaltspunkte für die Beantwortung der gestellten Frage gewonnen. Das Wichtigste aber dabei ist, was bisher gänzlich fehlte, es sind wirklich sicht- und greifbare äußere Merkmale gewonnen, die einen Schluß auf die Charakterentwicklung, Charakterbildung, Selbstbeherrschung, Selbsterziehung usw. zulassen.

Das ist, was wir brauchen, sichtbare, äußere, zuverlässige Merkzeichen für die Feststellung der Charakterveranlagung eines Menschen, denn wie soll man sich sonst im Moment von dem wahren Charakter eines Menschen überzeugen?

Der Charakter eines Menschen ist nicht feststehend, er kann sich ändern, er kann sich auch bilden und entfalten. Wenn sich also der Charakter ändern kann, – dann muß sich auch die Nasenform ändern.

Das ist in der Tat der Fall, – der Nasenknochen ist der einzige Knochen, der zeitlebens nicht aufhört zu wachsen, also sich zu verändern.

Die Veränderung ist zuweilen so augenfällig, daß sie gar nicht zu übersehen ist. Z.B. dort, wo der Nasenknochen endet und der knorpelige Fortsatz beginnt, liegt die mechanische und physiologische Korrespondenz mit dem Kleinhirn und motorischen Nervensystem.

Kommt ein junger Mann, bei welchem die Nase hier weich geformt und eingebuchtet ist, zu einem Handwerksmeister in die Lehre, so lernt er systematisch arbeiten, sein Knochen- und motorisches Nervensystem stärkt sich..

Schon in einigen Wochen sieht man, wie die Haut sich an dieser Nasenstelle spannt und strafft, und in ein bis zwei Jahren kann bei entsprechendem Willen zur Betätigung und Selbsterziehung, hier die Nasenform schon so stark herausgehoben sein, daß sie an dieser Stelle schon eine fast gerade Linie bildet.

Entsprechend verändern sich auch andere Gesichtsteile, und so kommt es, daß man einen jungen Menschen of schon nach einigen Jahren dem Gesicht nach kaum wieder zu erkennen glaubt.

Also hat der Dichter recht: wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen, d.h. der Mensch kann seinen Charakter bilden und entfalten, und damit einher läuft die entsprechende äußere Formveränderung, die allerdings oft in Feinheiten besteht, deren Erkennung eine gewisse Schulung des Sehens und Erfahrung voraussetzt. Die groben Formunterschiede kann natürlich jeder Mensch mit gesunden Sinnen leichter erkennen.

Also die Natur zeigt uns greif- und sichtbar den rechten Weg, wie sollen unsern Charakter bilden, entfalten und zur besten Ausreifung bringen, womit eine Verfeinerung der äußeren Form und Gesichtsbildung einhergeht.

Damit muß natürlich die Verfeinerung der Verstandes- und Sinnesorgane Schritt halten, um die feiner werdenden Merkmale der Gesichtsformen zu erkennen.

Also muß hier wie bei allen anderen Fortschritten eine energische Anstrengung erfolgen, und das liegt letzten Endes im Sinne der Natur, die zur Höherentwicklung treibt.

Nun betrachten wir das Bildnis des großen Erziehers und Jungendbildners

Heinr. Pestalozzi, gest. 1827

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Am Kopfe dieser Zeitschrift steht das Denkmal Pestalozzis in Zürich. Es zeigt ihn mit einem Knaben, dessen er sich behutsam annimmt, der sich in guter Hut fühlt und in dieses gütige Lehrer- und Erziehergesicht aufschaut.

Pestalozzi erstrebte eine einfache Unterrichtsmethode, wodurch das Kind der ärmeren Volksklassen in seiner Lebenslage gehoben wird und die ganz dem kindlichen Gemüt und seiner Vorstellungswelt angepaßt ist.

(Huter erstrebte für die ersten Unterrichtsjahre des Kindes die Belehrung über Gegenstände, Pflanzen, Tiere, Menschen, Farben und Formen, während der Geschichtsunterricht über das Werden und Vergehen der Nationen für die älteren Schüler vorbehalten werden soll.)

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Das Denkmal in Zürich ist wunderbar einfach, lebenswahr und natürlich, eine unendlich große Güte und Liebe strahlt aus dem weichen Gesicht Pestalozzis, die Liebe zum Kinde, um ihm den Lebensweg zu erleichtern und alles Ideale und Gute in sein weiches Gemüt und in die aufnahmefähige Seele zu pflanzen.

Die Gestalt von Pestalozzi ist klein, zart und schmal, der Kopf ist im Verhältnis zum Körper ziemlich groß. Das Gesicht ist voller Weichheit und hervorquellendem Gewebe. Huter sagt, es ist das Empfindungs- und Tugend-Naturell. Es ist ein Denkmal von so schlichter Lebenswahrheit, daß man es wissenschaftlich und physiognomisch, als bedeutungsvoll bezeichnen muß.

Betrachten wir nun sein Bildnis Nr. 6.

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Das Gesicht strahlt große Menschenliebe und Herzensgüte aus; es ist das freundliche Angesicht.

Man muß recht verstehen, welche Bedeutung das für den Erzieher hat. Das kindliche Gemüt ist noch sehr weich und eindrucksvoll, daher ist in erster Linie große Liebe zu seiner Erziehung nötig, um die weiche Seele zu erfassen, zu formen und zu gestalten.

Die Liebe ist auch insofern nötig, als sie ja gleichbedeutend mit Lebenskraft ist, und durch sie werden erst die schöpferischen Anlagen im Kinde geweckt und entfaltet, die Kraft, die Tat, der Heldenmut und Heroismus folgen dann wie von selber nach. Das hat auch der Künstler in dem Denkmal zum Ausdruck gebracht.

Vor dem Kriege war auf einem großen Schulhaus in großer Aufmachung eine Wetterfahne angebracht, die den Erzieher zeigt, wie er ein Kind über seine Knie legt und es mit einem Stock bearbeitet. Das scheint nicht das richtige Symbol zu sein.

Aber auch hierin hat Huter durch seine geniale Natur- und Naturellehre neue Richtlinien geschaffen, denn erst durch diese wird die individuelle Veranlagung des Kindes erkannt und im Unterricht berücksichtigt.

Das Kind im disharmonischen Naturell muß mit Liebe und Strenge erzogen werden. Sonst aber kann z.B. beim zarten edlen Empfindungs-Naturell durch unnütze Härte und Strenge vieles, wenn nicht alles verdorben werden.

Ein einziges Kind im harmonischen Naturell kann die ganze Schulklasse zu allem Guten und Schönen förmlich aneifern. Ist erst die Naturellehre in den Schulen eingeführt, dann wird ein Wettstreit im Lernen und Gestalten entstehen, der gar nicht mehr zu übertreffen ist.

Man beachte bei Pestalozzi die Region um Nase und Mund, diese strahlt feinstes Empfinden und Liebe aus, ebenso strahlt der Blick Denken mit Wohlwollen und schöpferische Liebe aus.

Die Nasenformbildung ist mäßig lang und gerade, von einer besonderen lebenswarmen Klarheit und Formzeichnung. Dieser Charakter fühlt sich in die Seele des Kindes ein, kommt dem Kinde voller Bereitschaft entgegen, beachtet alle Feinheiten und ist dennoch planvoll. Was sich leicht sehen läßt, ist ebenso schwer zu beschreiben; wie aus einem Guß, auf einen Ton gestimmt, ist Gesicht, Augen- und Stirnbau gebildet.

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Mit dem feinsten Gefühl, mit Liebe erfaßte Pestalozzi die Kindesseele, ihre Freuden, ihre Leiden, den kindlichen Gedankengang. Danach erst gestaltete er den Unterricht lebenswarm, lebenstreu, mitfühlend, um alle edelsten schöpferischen Anlagen, die Tugend, den Heroismus und Heldenmut des Lebens zu wecken.

Wir haben nun also schon ganz bestimmte äußere Merkmale gefunden, die den großen Erzieher, Kinderfreund und Jugendbildner kennzeichnen.

Gewiß, man kann auch mit eiserner Strenge erziehen, – aber man vergesse nicht, die schöpferische Tat wird auch aus dem tiefsten Gefühl der innersten Seele geboren. Man denke an die großen Freiheitshelden, z.B. an Theodor Körner usw., aus der Begeisterung, die wiederum im Empfinden und Gefühl wurzelt, ist alles wahre Heldentum entsprungen.

Man betrachte bei Pestalozzi die weichen Gewebspartien in der Region um Nase und Mund, das freundliche, wohltuende, gütige Gesicht, das ist es, die immer bereite Liebe, was die Kindesseele am ersten zu ihrer kraftvollen Entfaltung braucht.

(Hinzugefügt)

Das hier zugrunde liegende Geheimnis ist folgendes: In den inneren Organen des Körpers liegt die warme, schöpferische Empfindungs- und Lebensstrahlkraft, die Quellkraft der Seele, des Geistes, jeder edlen schöpferischen Tat. 

Sie ist die Ursache der warmen Lebenssäfte und –kräfte. Die inneren Organe geben die überschüssigen Lebenssäfte und –kräfte ab, diese steigen durch die Blut- und Nervenbahnen empor zum Mittel- und Großhirn und zum Gesicht.

Je mehr die inneren Organe des Körpers diese inneren Lebens-, Seelen-, Empfindungs- und Geisteskräfte produzieren, um so stärker steigen dieselben auf, und um so wärmer quellen die Gewebe der Regionen um Nase und Mund plastisch und warm hervor, nimmt das Auge Anteil.

Vertrocknen und verhärten aber die Gefühls-, Lebens-, Seelen- und Blutsäfte des Körpers, um so weniger können sie zum Mittel- und Großhirn und zum Gesicht emporsteigen.

Um so mehr härten, straffen und spannen sich dann die Regionen um Nase und Mund, sie trocknen ein und werden hart wie Leder oder wie aus Hartgummi geschnitten.

Seitlich des Kopfes offenbaren sich die Lebens- und Seelenkräfte in der Ohrenformbildung, da ja die anatomischen Organe, welche das Gehör vermitteln, wiederum aus dem Gefühl und dem Adel des Blutes entspringen. Also auch hier können sich die Formen härten, aber auch in der edelsten Weise bilden und entfalten.

 

Bei Pestalozzi ist die ganze Form wie von feinen Nerven durchzogen, bei Marat ist die Form wie ohne Nerven, hart und gefühllos, wie von Leder oder Hartgummi.

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Bild 6, Pestalozzi, der große Jugendbildner und Erzieher. (Archiv)

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Bild 7. Marat, der Gegensatz zu Pestalozzi. (Archiv)

Marat war ein disharmonischer Tatmensch, ein Zeitgenosse Pestalozzis aus der französischen Revolutionszeit, ein furchtbarer Verbrecher, der viele Tausende der besten Männer und Frauen, die idealen Kämpfer für Freiheit und Menschenrechte, seine eigenen, besseren Genossen, hinrichten ließ.

1. Der Blick von Marat sprüht Fanatismus, Wahnsinn, Planlosigkeit und eine bis zur Hypnose erstarrte Selbstsuggestion. Eine wahrsinnige Phantasie beherrscht den Mann, der völlig wie ein Trunkener handelt.

(Der Blick von Pestalozzi strahlt Denken mit Wohlwollen und schöpferische Liebe aus.)

2. Die Partie direkt über den Augen ist stark entwickelt, dort liegen die realen, kalten Beobachtungs- und Verstandeskräfte, die nur das Sinnliche und Gegenwärtige zu erfassen vermögen.

(Bei Pestalozzi sind dahingegen die oberen Stirnpartien, ist rechts und links oben die Stirnregion noch stark entwickelt, dort liegt der Glaubens-, Ideal- und Hoffnungssinn. Diese Sinne geben ihm die Kraft des Wirkens für eine ideale Jugenderziehung, deren Früchte erst die Zukunft bringt. Aber auch sonst ist die ganze Persönlichkeit die Verkörperung der Herzensgüte und hoher Menschentugenden.)

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3. Dahingegen fehlen bei Marat sowohl der philosophische als auch der ehische, religiöse und ökonomische Sinn. Die mittlere Stirn ist flach, die Scheitelregion ist völlig beschränkt, die Seitenteile des Hauptes, wo unten das Begriffsvermögen für Eigentum liegt, oben für das Ideale, sind verkümmert. Der Sinn für Menschlichkeit, Mitgefühl, kurz für das Leben, ist gänzlich verkümmert und hart, siehe den obersten flachen, schwachen und harten Stirnteil.

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(Bei Pestalozzi sind alle mittleren, oberen und seitlichen Stirn-, und Kopfteile in einer vollen lichten Plastik und Auswölbung, das Haar ist dabei seidenweich, bei Marat hart und drahtartig.)

4. Die kurze, harte, gebogene Nase zeigt nicht die Kraft der ruhigen Überlegung, sondern grausame Härte, die kein Erbarmen kennt.

(Bei Pestalozzi zeigt die Nasenform den fein- und warmfühlenden Charakter, der die Tugenden will und pflegt.)

5. Die Regionen um Mund und Nase zeigen Gefühlshärte und Rohheit.

(Bei Pestalozzi strahlt dort das feinste Empfinden mit Liebe aus.)

6. Die gewaltigen Jochbeine und die lange Ober- und Unterkieferknochen beherrschen diesen Mann vollständig.

(Bei Pestalozzi treten die Jochbeine, Ober- und Unterkieferknochen gänzlich in ihrer Vorherrschaft gegenüber den lichten Geweben zurück.)

7. Der Kopf ist bei Marat nach hinten herübergezogen, wo die Tatkraft und die Kleinhirnenergie liegt, er ist nach rechts, seitlich und nach hinten herübergeneigt, wo die Wehr- und Kampfessinne liegen.

(Bei Pestalozzi ist der Kopf gerade und etwas nach vorne geneigt, so daß das gütige Auge und der weiche Mund, sowie das warme Mittelgesicht zur Geltung kommen.)

8. Marat hat alle Anlagen, eine Bestie in Menschengestalt zu werden. Er ist wie Nero ein niedriger Tiermensch, den Größenwahn und Eitelkeit, aber auch Mut und eiserne Tatkraft das werden ließen, was er geworden ist.

(Pestalozzi hat alle Anlagen des Empfindungs-Naturells, das sich zum Tugend-Naturell entwickelte.)

Vor hundert Jahren [Stand 1936] war die heute wissenschaftlich fundamentierte Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] noch nicht da – vielleicht ist in nochmals hundert Jahren der Mensch selbst schon das wichtigste Studienobjekt auf Erden [JAHR 2036].

 

Die Liebe zu Tieren, zur Malerei und darstellenden Kunst füllte das Leben der Dame, Bild 9, aus, die, obwohl 76 Jahre alt, heute noch immer arbeitsfroh sich für das bessere Verständnis des Menschen für die Tiere einsetzt.

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Bild 9.  Photo Vältl

Freiin Mathilde von Freytag-Lothringen, Lehrmeisterin des Kurwenal-

Sie hat viele Tiere unterrichtet, aber Kurwenal, von dem wir heute ein scharfes Bild bringen, ist doch ihr bester, gelehrigster Schüler geworden, der Weltmeister im Rechnen unter den Tieren.

Man muß sowohl die verständnisvolle Erzieherin wie auch das hochbegabte Tier bewundern. Was Pestalozzi als Jugendbildner und –erzieher geworden ist, das ist die Freiin in der Tiererziehung, in ihrer Bemühung, das Verständnis der Menschen für die Tiere zu heben.

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Bild 8. Kurwenal, Weltmeister der zahlsprechenden Tiere. Photo Held

Mensch und Tier stehen in diesem Falle in innigem Kontakt, denn sonst wäre das günstige Resultat der Belehrung nie erreicht.

Die große Tierliebe der Freiin ist bei ihrem Bilde an dem stark und breitplastisch ausgewölbten unteren Hinterhaupt zu erkennen, allwo auch die Seßhaftigkeit und die Heimliebe liegt, der Impuls für das Feingefühl in den Fingerspitzen und die Gehirnorgane für das Handgeschick.

Sie besitzt die Gabe der Erziehung, allen seelischen Regungen mit feinstem Gefühl und Verständnis zu begegnen. Etwas Ähnliches wie bei Pestalozzi liegt in der aufmerksamen, vorgebeugten Haltung der Kopfes, spricht aus den gütigen Zügen des Gesichts.

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Dabei ist das mittlere Gesicht, der Herz-, Lebens- und Seelenzug der Wange warm, freundlich und sprechend.

Die Nasenbildung ist ganz gerade von einer lebenswarmen Linienführung, aber dennoch fest und bestimmt.

Klar und fest ist auch das Ohr gezeichnet, kräftig das Kinn, man kann verstehen, daß sie allen Widerständen zum Trotz fest bleibt, den Kampf als Frau aufnimmt und sich nicht beirren läßt. –

Man beachte nun anderseits das große, kluge, weit geöffnete Auge des Tieres mit dem seelenvollen, denkenden und aufnehmenden Blick, – um die geistigen Leistungen desselben verstehen zu können.

Kurwenal ist längst kein Schüler mehr, sondern ein Rechenmeister und Denker geworden, ein fabelhafter Beobachter und ein Charakter dazu, fest, stolz und treu.

Als ihm ein Hochschulprofessor die merkwürdige Frage stellte: „Welcher Geist spricht aus dir?“ antwortete Kurwenal: „meiner“! Der Herr fragte weiter: „Kehrst du wieder auf die Erde  zurück, wenn du tot bist?“ Kurwenal antwortete: „Nie wieder kommen die Toten.“ „Ich auch nicht?“ fragte der Professor nunmehr, worauf das Tier antwortete: „Nein!“

Der Herr fragte dann noch: „Bist du mit mir zufrieden?“ Kurwenal antwortete: „Kindisch, das ewige Zweifeln“!“

Als der Herr zuletzt sagte: „Ich bin auch Lehrer und lehre viele, darf ich das?“ antwortete Kurwenal: „Andere gern“.

So fragt ein Professor das Tier, er hat die richtige Antwort erhalten.

Man betrachte nochmals das Gesicht des Kurwenal, und man kann die Frage: „Welcher Geist spricht aus dir?“ beantworten: Es ist der hochbegabte Geist dieses klugen Tieres, und man braucht wirklich nicht dahinter eine Reinkarnation oder wer weiß sonst was für eine Mystik zu suchen!

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An diesem Bilde des Tieres ist auch deutlich seitlich und oberhalb der Augen die hervorragende kraftvolle Plastik der Region zu betrachten, wo der Sinn für Zahlen und Rechnen liegt. Von dort zieht sich ein plastischer Zug über die Stirn direkt zum Sinn für Konzentration und Wiedergabe hin, zur Mitte der Stirn.

Man beachte die Kraft der ansteigenden Wölbung der Stirn zwischen beiden Augen und den plastischen Zug, der sich von hier herab zur oberen breiten Nasenwurzel zieht, wo der unermüdliche Fleiß des Tieres liegt.

Man kann so das fabelhafte Gedächtnis des Tieres verstehen, das alles bis in seine Kindertage hinein behält, seinen großen Fleiß, immer wieder bereitwillig sein Können zu zeigen, aber man erkennt auch aus dem stolzen Gesicht, daß er für seine Mühe belohnt sein will. –

Und nun erst der freundliche und gütige Ausdruck im Angesicht und in den Zügen seiner Lehrerin, die es verstanden hat, mit großer Liebe die Tierwelt zu erfassen und zu unterrichten, die vorhandenen Anlagen zu entfalten und den Geist zu Höchstleistungen zu bringen.

Es ist eine Freude, Mensch und Tier, den Erzieher und Lehrer, sowie den Schüler zu würdigen, dabei gleichzeitig die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] anzuwenden.

Bei allen Großtaten, die der Mensch vollbracht hat, ist die Erfassung der Tierseele nicht gering. Nie soll der Mensch die unschätzbaren Dienste vergessen, die ihm das Tier geleistet hat. Nun ist es wohl bald an der Zeit, daß der Mensch dem hochentwickelten Tier seinen Dank dadurch abstattet, daß er ihm Geist und Seele nicht mehr ab, sondern zuspricht! –

 

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Fig. 10.               Fig. 11.

Der Zusammenhang zwischen Körperbau, Schädel-, Gesichtsform und Charakter ist kurz erklärt wie folgt zu denken.

1. Die vorzugsweise im Knochengerüst und den Muskeln verkörperte Energie ist der Magnetismus, der die Richtachse in den Beinknochen und der Wirbelsäule des Körpers bildet.

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2. An Fig. 10, dem senkrechten Durchschnitt des Knochengerüstes des Rumpfes, ist zu erkennen, daß der Schädelknochen, der sich in der Form des Gehirns biegt, die Fortsetzung desselben ist.

3. Als letzter Ausläufer des Schädelknochens und der magnetischen Energie ist der Nasenknochen zu betrachten. Folglich muß hier der Gesamtfluß des Lebens in den Knochen und Muskeln zum Ausdruck kommen.

4. Man muß natürlich dabei diese Dinge im Sinne der modernen Biologie und Physik betrachten, wonach letzten Endes alle Körperteile aus Zellen, Atomen und Molekülen bestehen, die der einheitliche Zug der Kräfte und des Lebens verbindet.

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5. An Fig. 11 sehen wir den Nervenstrang des Rückenmarks, der aus den sehr reichen Nervenverzweigungen der inneren Organe hervor wächst und emporsteigt. Woraus sich dann das Gehirn bildet.

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Strahlende Lebenskraft, Helioda. (Hinzugefügt)

6. In den Nerven, Ganglienknoten und im Gehirn wirkt die strahlende Lebenskraft, die Huter entwicklungsgemäß nachwies und Helioda nannte. Es ist die oberste Leit-, Richt- und Formkraft, durch welche die magnetische Richtachse in Form des Schädels und zum Schutze des Gehirns gebogen wird.

Der Nasenknochen als letzter Ausläufer dieser Formbildung gibt daher den gesamten Lebensfluß, den Gesamtcharakter des inneren körperlichen, seelischen und geistigen Lebens zu erkennen.

7. Der knorpelige Fortsatz des Nasenknochens und die Weichteile der unteren Nasenform stehen ebenfalls mit den aufsteigenden Blut- und Nervensäften der inneren Körperorgane in engstem Zusammenhang.

8. Das Nervensystem verläuft und sammelt sich im Rückenmark und findet im verlängerten Mark, Lebens- und Mittelhirn, bei Fig. 11 mit 1 bezeichnet, zunächst seine Zentrale, hier ist der Sitz der Seele.

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9. Von hier aus strahlt die Helioda-Lebenskraft nach allen Seiten aus, bildet nach oben zu den Faserbau des Gehirns, nach der Seite die Organe des Gehörs und die Ohrform, und nach vorne zu besonders die feinen Weichteile der Regionen um Nase und Mund.

10. Die Nasenform zeigt somit den Gesamtfluß des inneren körperlichen, chemischen, seelischen und geistigen Lebens, den Charakter und Willen, die Wesensart des Menschen, seine Darstellungs- und Gestaltungsgabe.

 

Die Weichteile im Gesicht um Nasenform und Mund zeigen die Feinheit und Fülle der aufsteigenden inneren Blut- und Lebenssäfte, vornehmlich den Empfindungsreichtum der Seele und aller Körperzellen.

Daraus folgt, daß zur Feststellung des Charakters eines Menschen und des inneren Lebensflusses, der Darstellungs- und Gestaltungsgabe, nicht nur die Bewertung der bloßen Form an sich genügt, sondern alle erdenklichen Feinheiten in Betracht zu ziehen sind, wie die Spannung, Strahlung, Modellierung, Zeichnung, Durchwachsung und Durchleuchtung der Gewebe usw.

Der Charakter und Wille des Menschen kann sich ändern, und so ist der Nasenknochen auch der einzige Knochen, der zeitlebens nicht aufhört zu wachsen, d.h. sich zu verändern.

Dadurch, daß der gesamte innere Lebensfluß in der Nasenformbildung sozusagen seinen Abschluß findet, bringt die Natur in wunderbarer Weise den Charakter und Willen des Menschen hier zum Ausdruck.

Die Natur gibt also ihre Geheimnisse kund, und doch sind sie so verborgen, daß wir gezwungen sind, unsere Denk-, Verstandes- und Sinnesorgane nach jeder Richtung hin auszubilden, um mit der Entwicklung Schritt zu halten, da mit der fortschreitenden Höherbildung des Menschen der Charakter immer vielgestaltiger und komplizierter wird.

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Fig. 12. Die drei Grundrisse des Charakters.

Das eine greift in das andere, die innere Entwicklung ist von der äußeren abhängig, und somit wird man ohne die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] in Zukunft nicht auskommen können, denn der fortschreitenden äußeren Kultur muß die innere parallel gehen, sonst entsteht ein Manko, das durch nichts auszugleichen ist.

[Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm: Ich bezeichne daher auf meinen umfangreichen diversen Internet-Seiten die Physiognomische Psychologie als Medizin, Psychologie und Selbsterziehung der Zukunft]

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Fig. 12, zeigt drei Grundrisse der Formbildung und des Charakters.

Ist die Nasenformbildung klein und nach innen gebogen, siehe A, wie bei einem Kinde, so zeigt sie den eindrucksvollen, weichen und kindlichen Charakter.

Ist die Nasenform wie bei B länger, ganz gerade, edel und schön geformt, so zeigt sie hervorragende Charaktereigenschaften, die man beim Lehrer und Erzieher voraussetzen sollte.

Ist die Nasenform wie bei C stark nach außen gebogen, so herrscht, kurz gesagt, der Wille, die Energie und die Äußerlichkeit vor.

Dazwischen liegen alle erdenklichen Form- und Charakterbildungen, so daß man sagen kann, eine ganze große neue Wissenschaft und die herrlichsten Werke wären nötig, um dieses Gebiet lebenswahr zu behandeln. Der Charakter ist der Ausfluß des gesamten Lebenswillens, der in der Nasenformbildung seinen Abschluß findet.

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(Nachtrag zu Bild 4. Der lange Nasenrücken des Pferdes kennzeichnet die Kraft des Magnetismus, die in dem Bewegungs (Knochen-) system, dem kräftigen Rückgrat liegt. Tiere mit schwacher Bewegungskraft haben auch nicht diesen kräftigen, langen Ausläufer des Schädelknochens. Derselbe ist lang beim Schäferhund, Wolf, beim langen Schnabel des Stars, und kurz beispielsweise bei der Katze und beim Mops.

Mit dem starken Magnetismus einhergehende Charaktereigenschaften sind Mut, Willensspannung, Ausdauer, Bewegungsfreudigkeit.

Mit dem schwachen Magnetismus einhergehende Charaktereigenschaften sind Geschmeidigkeit, Weichheit, Furchtsamkeit, geringe Ausdauer.

Die in der Form wohnenden Kräfte gestalten dieselbe und sind richtungsgebend für den Charakter.) 

                                      

Bild „treu und fest“ (hinzugefügt)

dgm046-zeitung-spruch


Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 

 D The Gate MK

 

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