DgM 051

Der gute Menschenkenner 051 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        

 

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© April 1937, Nr. 51

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DIE GROSSEN

FRAUEN

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An den großen, charaktervollen, idealen Frauennaturen sind die großen Männer und Völker emporgewachsen, an den charakterlosen, lieblosen, sittenlosen zugrunde gegangen.

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Unser Zeichner Erich Mellerke bei der Arbeit.

 

Es kann wohl keine schönere Aufgabe geben, als das Leben großer Frauen zu schildern und zu würdigen.

Wir lernen sie aber erst so recht verstehen, wenn das Bildnis vor uns liegt und die psycho-physiognomische Kunst der Menschenkenntnis dabei in Betracht gezogen wird.

Das soll hier geschehen. –

Daß es nun gerade Schweizer Frauen sind, die wir heute würdigen wollen, liegt nicht etwa daran, daß vielleicht andere Länder weniger große Frauen hatten, nein – das ist es nicht, sie sind überall vorhanden und oft gerade da, in kleinen Alltag des Lebens, wo wir sie am wenigsten vermuten.

Gerade die Schweiz, dieses schöne Land mit seinen urwüchsigen Bewohnern, und besonders die deutschsprachige Schweiz ist uns stamm- und artverwandt, und von jeher hat besonders zwischen Baden- und Würtemberg diesseits und den Schweizer Kantonen jenseits des Rheines ein reger Verkehr stattgefunden.

Wer wie ich im Laufe der letzten Jahrzehnte so viel Gutes durch die Schweiz erfahren hat und die Schweizer Gastfreundschaft kennenlernte, der kann gar nicht anders, als die Schweiz und die guten Schweizer Leute hochachten und wertschätzen.

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Vereinsgründung „Helioda“ in der Schweiz 1934  (Hinzugefügt)

 

Mit Staunen und Verwunderung haben viele Schweizer unsere Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] kennengelernt und sind mit Feuereifer, so recht mit dem urwüchsigen Geist des Schweizer Volkes, dafür eingetreten.

Groß, klar, sonnig und licht wie die Berge und Höhen des Schweizer Landes sind diese neu erkannten ewigen Wahrheiten der Natur, welche die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] erschließt.

Aber ich meine, ich habe das Schweizer Volk doch erst so recht in seinem Kern verstehen können, nachdem ich seine großen, edlen Frauen würdigen und verstehen lernte. Ich glaube, hier liegt ein Kernpunkt seiner Kraft, Treue und Rechtschaffenheit, den man nie übersehen sollte.

Betrachtet man das Leben der großen Schweizer Frau und besonders auch im psycho-physiognomischen Sinne, dann ist das Band zwischen der Tradition und dem Leben und Wirken des Schweizer Volkes gefunden. – Das ist der Sinn der nun folgenden Betrachtungen.

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Bild 1. Anna Marty.

Freilich ist ihr Name nur ein Pseudonym, sozusagen ein Gleichnis für viele andere, die unerkannt und unbeachtet ein Heldentum ihres Frauendaseins lebten.

Aber Anna Mary hat wirklich gelebt, sie war freilich nur eine ganz einfache Fabrikarbeiterin, doch nichtsdestoweniger eine edle Frau, eine Heldin in ihrem Wirkungskreis.

Ihre Heimat war an der Grenze der Hochalpen, wo die Natur bereits ihre Bergespracht entfaltet und – im Gegensatz dazu – im Tale die Fabrikschlote der großen Webereien rauchen.

Dort verbrachte Anna Marty ihr Leben. Arm – bitterarm, sah sie ihr Los voraus. Zuerst diente sie mit ganzer Kraft ihren armen Eltern, dann, obwohl sie sah, was kommen würde, nahm sie den Mann ihrer Liebe und diente nun ihm und ihren Kindern.

10-12 Stunden in der Fabrik, weite Wege in Sturm, Wind und Sonnenschein, und in ihrem Häuschen am Berge wartete nun erst recht die Arbeit auf sie.

Nimmermüde trug sie ihr schweres Los, immer gut und hilfsbereit lebte sie ein Leben nicht für sich und nur für andere.

Als dann ihr Mann in den Bergen durch einen Unfall zu Tode kam, da verzagte sie nicht, nahm weiter alle nunmehr vermehrte Arbeit und die liebe Sorge auf sich um ihre Kinder zu rechtschaffenen Menschen zu erziehen.

Obwohl ihr Körper schon ausgemergelt war, ihr die Kraft versagte, sie raffte sich immer wieder auf, um bis zur letzten Stunde zu schaffen, zu arbeiten, Gutes zu tun.

Sie war ein edler Mensch, wie eine Edeltanne auf einsamer stürmischer Höh, fest verwurzelt mit ihrer Heimat, gerade und aufrecht durch das Leben gehend.

Wir betrachten dieses wunderbare, große, willensstarke Auge – wie man es gar oft in der Schweiz findet -, das sowohl tief nach innen aufnimmt, wie auch in die Ferne sieht, charakterfest, klar und rein wie ein Bergkristall.

Man betrachte die unerschütterliche Willenskraft und Pflichterfüllung, die aus dem Auge spricht, man beachte die Charakterfestigkeit, die Selbstbeherrschung und Selbstaufopferung, die Willensfestigkeit, die in der kraftvollen Nasenform und dem Stirnansatz zum Ausdruck kommt.

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Man vergißt dabei ganz das einfache Kattunkleid, den abgezehrten Hals, die enge Brust, das Leid und die Entbehrung, die am Mund sich spiegeln, die harte, über ihre Kräfte gehende Arbeit, die das Kinn noch deutet, – man vergißt das alles ganz und glaubt es nicht mehr zu sehen, wenn man dieses herrliche Auge und die gerade Haltung des Kopfes betrachtet.

Anna Marty ist in Wirklichkeit eine königliche Frauennatur, sie liegt im Tat- und Bewegungs-Naturell mit Harmonie und Idealität.

Das ist des Rätsels Lösung! Wir wissen nach unserer Psycho-Physiognomik, daß dieses Naturell den höchstwertigsten Menschen eigen ist. Hier sehen wir es vor uns, wie es im Leben gekämpft, gelitten und aufrecht sich durchrungen hat und alle Pflichten auf das beste, nicht für sich, sondern für andere erfüllte!

Das ist es, was wir aus diesem Bildnis lernen wollen, die königliche Natur auch unter den Ärmsten des Volkes von vornherein zu erkennen, um sie dann nach Möglichkeit in einen solchen Wirkungskreis zu bringen, wo sie nicht nur in kleinem und engem Rahmen, sondern darüber hinaus zum größten Nutzen und Segen für die Allgemeinheit vorbildlich wirken kann.

Das ist es, was diese Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] als Weltkulturfaktor erreichen will. –

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Unser Zeichner, Herr Mellerke, schrieb: „Wenn man diese Frauenbilder zeichnet, dann merkt man so recht den großen Geist, der daraus spricht!“ Jawohl, wir wollen sie erkennen, die hochwertigen Edelmenschen auch unter den Frauen, und wir wollen sie schätzen als unser kostbarste Gut auf Erden!

 


Bild 2. Frau Katharina Sulzer-Neuffert.

Jetzt sehen wir im Geiste ein frisches Mädchen ihre Heimat im Schwabenland verlassen, wo ihre Eltern gestorben waren und sie nun ganz allein auf sich selbst angewiesen dastand.

Mit frischem Mut und frohem Sinn sehen wir sie über den Bodensee fahren, in die Postkutsche einsteigen in der Richtung nach Winterthur, wo sie ihre Stellung antritt.

Was hatte sie mit diesem Schritt in die Fremde für ein Leben vor sich? – Sie wußte es nicht, aber frisch und froh griff sie die Arbeit an, die sie begleitete, die sich steigerte und sie nicht mehr verließ. Wir wissen es heute, und wir wollen diese tüchtige und gute Frau ehren!

Bald hieß es in Winterthur, die Kathrine ist das sauberste Mädel, und als der Dreher Schaggi Sulzer ihre Hand begehrte, da hatte sie erst so Recht die neue Heimat dort gefunden.

In unentwegter Treue, Arbeit und Mithilfe stand sie ihrem tüchtigen Manne zur Seite, der mit aller Macht und Kraft sein Handwerk vorwärtszubringen strebte. So entstand aus den kleinsten Anfängen unter den größten Schwierigkeiten das heute weltberühmte Eisenwerk Gebr. Sulzer.

Bei aller Tüchtigkeit ihres Mannes und später ihrer Söhne, ist es doch diese hervorragende Frau und Mutter gewesen, die im stillen, immer wieder ausgleichend und versöhnend, den Grundstock für das Gedeihen des großen Werkes gegeben hat.

Wie Vertrauen erweckend, wie gut und lieb ist doch das Gesicht, das dieses Bildnis zeigt!

Es sind die treusorgenden Augen der Gattin und Mutter, die stets nach dem Rechten sehen muß, die stets und zu jeder Zeit hilfsbereit ist, die sparsam, wirtschaftlich, äußerst fleißig und umsichtig ist, die nicht ruhen und rasten darf.

Die Breite des Gesichtes in der Region des unteren Seitenhauptes zeigt die vorzüglichen wirtschaftlichen und ökonomischen Talente und die Breite der Nasenwurzel den außerordentlichen praktischen Sinn.

Dabei ist das Auge ganz warm, gut, weich und freundlich, wie auch das Mittelgesicht und die Züge um Mund und Wangen.

Das starke Kinn und der kräftige Unterkieferbogen zeigen die enorme körperliche Arbeits- und Schaffenskraft, wie auch die Tat- und Ausführungskraft.

Es ist nicht nötig, ihren wohltätigen Sinn hervorzuheben und viele andere Tugenden zu preisen, der Leser erkennt sie aus diesem wacker schaffenden, treuen und guten Angesicht.

So sieht die Frau aus, die mit beiden Füßen fest auf dem Boden des praktischen Lebens stehend, mithilft, daß ein angefangenes Werk blühen und gedeihen kann, die immer wieder im besten Sinne harmonisch ausgleicht als die stetig gute Impulskraft.

Es ist das harmonische Bewegungs- und Ernährungs-Naturell, das praktisch wirtschaftliche, man möchte fast sagen, soweit man davon bei der Frau sprechen kann, das Unternehmertalent.

Es ist im Gegensatz zu Anna Marty ein hochwertiges Naturell mit praktischen wirtschaftlichen Fähigkeiten. Es ist darüber hinaus die treusorgende und liebende Gattin und Mutter, die ihre Liebe und Hilfsbereitschaft auf alle ihre Mitmenschen überträgt.

Man sieht an diesem Bildnis zum zweiten Male, daß man den hochwertigen Menschen erkennen kann und was er nach seiner jeweiligen Naturellanlage zu leisten imstande ist, daß es darum gar kein höheres Gesetz geben kann, als solche Menschen, einerlei, ob es Männer oder Frauen sind, stets richtig zu erkennen und möglichst an einen solchen Platz zu stellen, wo sich ihre Kräfte und Anlagen voll auswirken und entfalten können.

Zum anderen erkennen wir, daß die Naturellanlage eines Menschen sozusagen sein eigenes Grundgesetz ist, in dessen Rahmen er einzig und allein gesund und glücklich sich auszuwirken imstande ist. Wenn dieses Naturgesetz einmal erkannt ist, dann wird die Zeit kommen, wo es in jeglicher Gemeinschaft nur noch gesunde, tat- und schaffensfrohe, glückliche Menschen gibt. Denn Katharina Sulzer ist das lebendige Beispiel dafür. Trotz späterer Krankheit, trotz ihres hohen Alters, sie war ein in sich harmonisch ausgeglichener, guter und glücklicher Mensch – eben, weil sie am rechten Platz stand und sich voll entfalten konnte.

 

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Bild 3. Katharina Morel.

Ja, was diese Frau, ein Luzerner Kind, durchgemacht hat, das ist gar nicht zu glauben, man hat sie daher mit Recht als die tapfere Frau bezeichnet.

Es ist das Geschlechts- und Lebens-Naturell mit Harmonie.

Man betrachte die in älteren Jahren noch plastischen und vollen quellenden Formen, die von einem ungeheuren Vorrat an Kraft, Stoff und Lebensenergie zeugen.

Man betrachte die plastische Stirn, in der ein klarer Verstand wohnt, diese großen, dunklen, klugen Auge und die gerade, Willensstärke zeigende Nasenbildung, es ist die vorzügliche und angeborene praktische Menschenkenntnis, die diese Frau besaß und ohne die sie in ihrem bewegten Leben gar nicht durchgekommen wäre. Es ist die praktische Menschenkenntnis, die nunmehr lehrfähig geworden ist und die sich jeder aneignen kann und sollte.

Daher hat sie ihre Intelligenz und Klugheit so außerordentlich herausgeschult zu einer wirklichen praktischen Welt- und Lebenserkenntnis.

Sie war eine Wirtstochter, und so ist infolge ihrer Anlage gar nicht wunderzunehmen, daß sie schon mit 16 1/2 Jahren heiratete und daß sie dann ihren Manne, dem Sattler Heinrich Peyer vom 2. Schweizer Regiment, als dieser für Napoleon gegen Rußland in den Krieg zog, einfach folgte und mitzog.

Diese tapfere Frau mit ihrem starken Liebessinn konnte nicht anders, sie folgte dem Manne auf Leben und Tod.

Was der Zug nach Rußland bedeutete, braucht nicht gesagt zu werden. Nur 30 Soldaten von dem ganzen Regiment kamen mit ihr und ihrem Manne zurück, ja, ohne sie hätte ihr Mann ganz gewiß die Heimat nicht wieder gesehen.

Aber auch später, als ihren Mann im Bewegungs-Naturell die Ruhelosigkeit wieder gefaßt hatte, – das Bewegungs-Naturell haßt die Ruhe und Bequemlichkeit – ließ sie ihn nicht allein ziehen, sie begleitete ihn.

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In allem bewegten Kriegsleben was sie die überlegene Menschenkennerin und gerade deswegen und aus Anlage die praktische Frau, die unverzagt eine verlorene Existenz nach der andern freudig wieder von neuem aufbaute.

Was kein Oberst des Regiments durchsetzte, das schaffte sie mit ihrer Energie, Klugheit und Menschenkenntnis.

Dabei entwickelte sie die tapfersten Eigenschaften, man betrachte die gespannte Energie an Augen, Stirn, Nase, Kinn, Mund und Haltung. Sie entfaltete Übersicht und Voraussicht.

Was ein Mensch bei solcher Anlage, wenn sie zum Harmonischen geht, dulden, ertragen, leiden und an Freude schaffen kann, darüber gibt dieses Bild Auskunft.

Sie heiratete später nochmals und war Besitzerin des „Schweizer Hofes“ in Luzern.

Im hohen Alter noch ging von ihr eine große moralische Kraft aus. Sie, die den Tod nicht gefürchtet hatte, erwartete ihn, als er sich ihr nahte, ruhig, ohne Ungeduld und ohne Angst. Das war Katharina Morel, die tapfere Frau!

 

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Bild 4. Anna Josefine Dufour.

Man kann ruhig sagen, es ist das ideale harmonische Naturell. Was das bedeutet, ist unsern Lesern bekannt. Edler Stolz, große Schweizer Vornehmheit, Tüchtigkeit und Idealität zeichneten sie aus.

Dieses Naturell ist materiell, geistig und moralisch zu Hächstleistungen befähigt – und das hat Frau Dufour bewiesen.

Über den Augen prägt sich der Sinn für Schönheit, Raum- und Ebenmaß aus, eine gewaltige geistige Kraft und Formerfassung zeigt die Nasenwurzel und die klassische Stirnform. Sie hat dabei den auserlesenen Geschmack, den großen Farben- und Ordnungssinn, die Berechnung und Übersicht, siehe die Stirnbildung seitlich und unmittelbar über den Augen, sie hat die große Tat- und Durchführungskraft und die wirtschaftlichen Talente, siehe Kinn und Unterkiefer und das starke Seitenhaupt.

Wunderbar ebenmäßig, klassisch schön und rein sind die Formen, hochgewölbt ist der Scheitel, und eine wunderbare Vornehmheit, Ruhe und Sicherheit spricht aus Haltung und Gesicht. Eitelkeit liegt ihr fern, alles an ihr ist echt und wahr.

Dieser lebhafte Geist entwickelte sich zu einem Verwaltungsgenie. Die ganze hohe Schweizer Kultur und Menschlichkeit ist in dieser Frau verkörpert.

Als ihr Mann starb, heiratete sie nicht mehr. Sie übernahm das große Geschäft, um es ihrem Sohn zu erhalten, mit einem treuen Teilhaber, Johannes Alispach, und leitete unter der Firma Dufour & Co 40 Jahre lang dieses große Unternehmen.

Man betrachte die großen, wirklichkeitsnahen – und doch fernblickenden Augen, die Feinheiten in diesen Zügen, hier offenbart sich wohl das große Geheimnis der Kulturhöhe des Schweizer Volkes, soweit das Gute zu Tat und Leben drängt.

Aber ein Kleinod hat diese Frau noch besessen, man beachte die Gespanntheit der Haltung, das geistig Rege an Augen und Gesicht, die klassische Nasenwurzel, den forschenden, ruhig beobachtenden Blick des warmen Auges, es ist die angeborene und erworbene Gabe der praktischen Menschenkenntnis, durch die sie befähigt wurde, das große Unternehmen so viele Jahre mit Erfolg zu leiten.

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Sie täuschte sich vermöge ihrer Menschenkenntnis nie in einem Menschen, sie hatte damit eine ungeheure Waffe in Aug und Hand, und wer in ihren Diensten erprobt war, dem hielt sie unentwegt ihr Vertrauen. Sie täuschte sich nicht und sah im Gesicht des Menschen, wie er dachte, handeln würde, liebte und lebte.

Was wäre diese Frau ohne ihre Menschenkenntnis? – Mit sicherer Hand konnte sie, was niemand geglaubt hätte, das Unternehmen ihres Mannes weiter- und aufwärts führen.

Das Erbe Lavaters scheint vielen Schweizern nahezuliegen. Vielleicht stellt dieses Volk bald solche ideal-harmonischen Naturen, die es tatsächlich gibt – Männer und Frauen -, an die ersten Stellen, vielleicht folgt es dieser Naturwahrheit – vielleicht aber folgt es disharmonischen Naturen -, man weiß es nicht. Ich will hier nur den echten Schweizer Geist dieser großen Frauen zeigen und erklären, wie man ihn erkennt!

Hier ist das Mittel, die hochwertigen und kernigen Naturen auszulesen.

 

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Bild 5. Herzogin Colonna.

Diese prachtvolle Büste zeigt die Dame der großen Welt, die gottbegnadete Künstlerin.

Der Anlage nach ist sie mit dem zarten, verfeinerten Körperbau, dem zarten Gesicht und der hohen, breiten Stirn ein Empfindungs-Naturell.

Sie strebte nach einem vollendeten Ideal, und in unermüdlichem Fleiß hat sie die herrlichsten Plastiken geschaffen.

Wir wissen, daß die Empfindungs-Naturelle, wenn sie ethisch, künstlerisch und wissenschaftlich durchgebildet sind, leicht in das Ideale und Geniale übergehen. Das war hier der Fall.

Das Auge hat den scharf beobachtenden Ausdruck, wie er großen bildenden Künstlern eigen ist.

In Reichtum geboren, umgeben von Kunst und Pracht, inmitten einer großen Natur, fern von allen Sorgen des Alltags, konnte sich dieses Naturell gerade so ausleben und entfalten, wie es seiner Anlage entsprach.

Sie wollte ihr Leben so gestalten, daß sie anderen damit nützlich sein könne, ganz in ihrer Art, ganz in ihrer Weise, und das hat sie auch vollbracht.

Sie stammte aus der Familie d`Affry, und als ihr Gatte, Herzog Colonna, nach drei Monaten glücklicher Ehe starb, heiratete sie nicht mehr.

Es ist immer dasselbe. Das Empfindungs-Naturell neigt zur Entsagung, auch inmitten von Reichtum und Pracht – man beachte den fein geschwungenen Mund -, in Armut opfert es sich, in Reichtum und Pracht lebt es dem Idealne und Schönen, Kunst, Religion und Wissenschaft.

Prachtvoll ist der Schwung des Halses und Nackens, edel Arm und Brust, Ohr und Wangen, den hohen Adel des Innenlebens kundgebend.

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Zur höchsten Höhe des Lebens führt uns das Empfindungs-Naturell, in die Welt des Geistes und der Kunst. Die Herzogin erstrebte das Ideal der Vollendung der Persönlichkeit – im Rahmen ihrer Naturellanlage. Sie wollte andere beglücken, erfreuen, Wohltaten erweisen. Leiden und Not lindern – und so wuchs sie selbst mit ihren Idealen zur moralischen Persönlichkeit empor.

Obwohl den Verlockungen des Reichtums und des Wohllebens preisgegeben, lebte sie doch ihrer sich selbst auferlegten Pflicht, alles in den Dienst des Idealen, Guten und Schönen zu stellen.

So finden wir sie, die hochwertigen Frauen, ob arm oder reich, ob in Not und Lebenskampf, ob ringend um die Existenz für Gatten und Kinder, sie bleiben sich selbst getreu. Ja, wir werden noch sehen, je mehr diese edlen Menschen behindert wurden, desto weiterbarmender und liebender wurden sie. Solle es angesichts dieser Tatsachen den guten Menschen nicht einleuchten, daß Menschenkenntnis nötig, gut und nützlich ist? –

 

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Bild 6. Marie Anna Calame.

Meine Hand vermag das hohe Lied des Lebens dieser Frau nicht gebührend zu schildern.

Wenn man aber das Bild betrachtet, so hat man den Eindruck, als wenn sie viel Armut, Not und Elend gesehen und mitempfunden hätte. Betrachtet man das Auge so glaubt man, daß ihre Kraft zu helfen dabei immer größer geworden wäre.

Man merke sich dieses Auge, diese weichen, warmen Formen, es spricht daraus das Mitleid, der Wille zu helfen, Leid in Freude umzuwandeln. (Der Ausdruck ist ganz entgegengesetzt dem harten, kalten Auge des Menschen, der Freude in Leid und Wahrheit in Finsternis umwandelt.)

Es ist die Mutter der Armen und Waisen.

Sie schuf das erste Rappenliebeswerk. Es herrschte damals um 1800 nach den Kriegszeiten großes Elend, und ihre Hilfe kam zur rechten Zeit.

12 Bewerber schlug sie aus – und heiratete nicht, weil sie befürchtete, ein Mann könne womöglich das Werk, das sie vorhatte, hindern. Entsprechend reserviert und eigen ist auch der Mundausdruck.

Sie nahm zuerst 16 Waisen und Bettelkinder zu sich in Kost, Logis und Unterricht. Sie wollte den Ärmsten der Armen helfen.

Aber wenn man glaubt, die Behörden und Mitmenschen hätten sie dabei unterstützt, dann irrt man sich, sie wurde von den Behörden peinlich genau überwacht, alles, was sie jahrelang in unermüdlichem Fleiß geschaffen, Gutes und Liebes getan hatte, das wurde ihr übel ausgelegt und abfällig kritisiert.

Aber allmählich rang sie sich durch – sie lehrte ihren Pfleglingen den Glauben an Gott und Christus, aber doch in etwas anderem, wie üblichem Sinne, und bald begeisterte sie viele Menschen zu freudiger Mitarbeit.

Sie ließ ihre Zöglinge arbeiten, lehrte ihnen die Anfertigung von Spitzen, gründete eine Zeichenschule, fertigte und lehrte Porträtmalereien in Emaile, sie lehrte durch ihr Beispiel die Führung eines einfachen, wohlgeordneten Lebens und nahm sich des ganzen, von ihr betreuten Menschen an, um ihn zu ertüchtigen, den Kampf des Lebens führen zu können.

Wir sehen, wie praktisch sie vorging – ganz nach ihrem Naturell, Bewegung und Harmonie (Kennzeichnend ist das lange energische Gesicht und für das erzieherische Talent die lange, bestimmte, gerade Nasenform), brachte sie es fertig, tüchtige Menschen aus ihren Zöglingen zu machen. Der seitlich abfallende Augenbrauenzug zeigt, wie sie das Leid selbst miterlebte.

Das erste Kind, das sie aufnahm, lief bettelnd von Haus zu Haus und war nur in alte Lumpen gehüllt.

Der erste Knabe, der seinen Lehrzeit bei ihr beendet hatte, gab ihr sein ganzes erstes selbstverdientes Geld.

Als sie schon Weltruhm hatte, blieb sie ihrer Einfachheit treu! Das ist das Wunderbare bei diesen Naturen, sie bleiben wie sie sind, kein Reichtum und keine Ehre vermag sie zu erschüttern.

Aber noch haben wir die Hauptsache nicht gesagt, wodurch Anna Calame ihre besten Erfolge hatte.

Man beachte den forschenden, beobachtenden Ausdruck der Augen in Verbindung mit der plastischen Nasenwurzel und der langen, geraden, ausdrucksvollen Nasenform. Sie hatte die große Freude am Beobachten der Natur und menschlicher Gesichter. Sie war eine vollendete Menschenkennerin. Als sie schon 250 Zöglinge hatte, kannte sie jeden einzelnen dennoch ganz genau, kannte seinen Charakter, ging darauf ein und leitete den Schüler danach langsam vorwärts und aufwärts.

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Sie besaß also auch noch die große Kunst der richtigen Menschenbehandlung.

Sie, die Mutter der Armen, starb mit den Worten: „Ich verzeih allen, die mich gekränkt haben, und bitte alle, die ich kränkte, um Vergebung.“

O, das Letztere zu sagen, hätte sie nicht nötig gehabt, wir bitten sie um Vergebung, daß heute noch, trotz ihrem Vorbild, es noch Armut, Not und Leiden in der Welt gibt!

Sie stammte aus dem Tal von Locle in der welschen Schweiz. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß sie Vorgänge erlebte, die an das Wunderbare grenzten.

 

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Bild 7. ´s Mutterli. (Elise Rupp).

Das ist ´s Mutterli! Man kann sie wohl auch dem Bild nach gar nicht besser benennen, denn alles, was man unter dem Wort „Mutter“ versteht, erwacht in uns beim Anblick dieses Bildes.

Wer noch nicht weiß, wie der gute Mensch aussieht, hier ist er – hier kann man ihn studieren. Wenn erst das Lob des guten Menschen ertönt – heute wohl vielfach Gutheit mit Schwäche und Dummheit noch verwechselt -, dann wird selbst die Natur, die ja nicht tot ist, an solchem Erleben teilnehmen.

´s Mutterli wollte in ihrer Jugend Erzieherin werden. Sie stammte aus Zug, lebte später im Aargau und heiratete in ein Doktorhaus.

Da gab es viel zu tun. Ein Haus voller Kranker und Hilfsbedürftiger – das war schon ein rechtes Wirkungsfeld für sie.

Als dann aber ihr Gatte starb, da nahm sie unter schwersten Umständen ihren Jugendvorsatz auf und verwirklichte ihn.

Sie wurde wie ein guter Engel, wollte immer nur helfen, Gutes tun – alles für andere und nichts für sich selbst.

Sie begründete eine vorbildliche Erziehungsanstalt ganz in den Bahnen des von ihr hochverehrten Pestalozzi, und doch wieder ganz nach ihrer Ursprünglichkeit.

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Sie paßte die Erziehung den praktischen Bedürfnissen an, sie übte einen magischen Einfluß aus, entfachte in ihrer ganzen Umgebung einen Wetteifer im Lernen und Arbeiten, im Wohltun, im Opfern und Helfen. Man sagt, über dem Schweizer Land wehte damals die Fahne der Humanität, der Liebe und Gemeinnützigkeit.

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Schweiz-Symbol (Hinzugefügt)

Vielleicht ist das scheinbar zu viel gesagt, aber man kann sicher sein, der Einfluß einzelner guter Menschen ist oftmals viel gewaltiger und größer wie man glaubt.

Man betrachte dieses Bild, es ist die vollendete Harmonie und Gutheit. Daß man noch sagen muß, wie der gute Mensch aussieht – hier ist doch sein Bild: Warme, strahlend gute weiche Augen – ein wunderbar mildes, weiches, reines und warmes Gewebe. Das ist schon im Prinzip alles, es ist nicht viel – so wenig, wie der gute Mensch für sich selbst beansprucht. Aber es will doch gelehrt, es will gesehen und verstanden werden. Alles andere sagt das Bildnis, mehr wie Worte es vermögen – man studiere es eingehend, und wo man ähnliches wieder findet, da erinnere man sich, daß man den guten Menschen nicht bekämpfen, sondern ihm helfen soll, denn durch ihn kommt das Glück in die Welt. Auch braucht man den guten Menschen nicht zu fürchten, er tut nichts Böses. Man gebe sich einmal Mühe, den guten Menschen zu verstehen, und man wird bald finden, daß es sich reichlich lohnt.

´s Mutterli starb mit 83 Jahren, ohne Kampf, ohne Schmerz, im festen Gottvertrauen. Wir legen ihr im Geiste die schönste Rose auf das Grab.

 

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Bild 8. Anna Schlatter.

Anna Schlatter, geboren in St. Gallen, liegt, – das zeigen ihre großen, geistreichen Augen in Verbindung mit der kräftigen deutschen Nasenform – im harmonischen Tat- und Bewegungs-Naturell.

Mag ihre Zeit vergangen sein, mag sie in ihrer Tracht uns heute nicht mehr modern erscheinen – die Erinnerung an sie, ihre Charaktergröße und Einfachheit, ihre liebe, warme Frauennatur soll ein nie versiegelnder Quell ewiger Jugendkraft sein und bleiben.

Dieses wundersame Auge mit dem weichen und sanften und doch so festen Blick trifft man gar oft im Schweizer Land, als spiegele sich darin die Heimat mit ihrer felsigen Bergwelt, ihren lieblichen Tälern und klaren Seen.

Anna Schlatter war eine ausgeprägte Persönlichkeit, ein Charakter, ein lebhafter Geist von natürlicher Frömmigkeit und großer Menschenliebe. Sie war ihrem Gatten in treuer Liebe ergeben, sie hatte einen außerordentlichen Scharfblick und eine große Gewandtheit in allem, was ihre Hände anfaßten.

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Sie war Gattin, Mutter, Hausfrau und Geschäftsfrau, und doch bewahrte sie sich die Freiheit und Beweglichkeit des Geistes und sammelte in ihrem Kreis die Besten ihrer Zeit. Lavater war ihr Seelenfreund. Ihre ganze Wesensart prägt sich deutlich in diesem durch die großen Augen so außerordentlich belebten Gesicht mit der ausdrucksvollen Nasenform und dem charakteristischen Mund, den bewegten und lebhaften Zügen aus.

Alles in diesem Gesicht ist Offenheit und Geradheit, ist Festigkeit und Zuverlässigkeit, Regsamkeit und Fleiß, Geist und Treue.

Sie sah in der Vervollkommnung des eigenen Selbst ihr höchstes Lebensziel. Im Charakter treu wie Gold, in der Seele von feinster Empfindlichkeit, in Kraft und Tätigkeit unermüdlich, von regsamem Geist, fromm und gottesfürchtig, so steht sie vor unseren Augen: Nicht ein unerreichbares Ideal, sondern ein wirkliches Vorbild echter Frauentugend.

 

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Bild 9. Johanna Spyri.

Das Bergdorf Hirzel an der Straße von Zug nach Zürich war ihre Heimat.

Man glaubt, in eine träumerische Märchenwelt zu sehen, wenn man das beschattete, geheimnisvolle und doch so freundliche Auge betrachtet und dazu den sprechenden Mund, als würde er gerade eine ihrer schönsten Geschichten erzählen.

Es ist ein Auge, das bis in die Feinheiten alles wunderbar lieblich beobachtet. Dabei sind die Gesichtsformen schärfer und sehr markant herausgeholt, ein wenig härter – aber doch sehr durchgeistigt, und im Mittelgesicht strahlt warm das allerfeinste Empfinden aus.

Das sind gewisse Kontraste, und so sah sie die Unterschiede des sich abspielenden Lebens ganz und gar mit eignem Sinn und eigner Gefühlstiefe. Alle Geschichten krönte sie mit größter Lieblichkeit, – wie sie symbolisch schön und eigenartig das Haar über das Haupt gelegt hat.

Sie schuf die herrlichsten Kindergeschichten, sie weckte die Lust und Freude am Leben – und dieses wird ja wohl die Erziehungskunst der Zukunft sein -, sie machte das einfachste und kleinste Leben des Alltags dennoch fesselnd, lebendig und wertvoll. Sie erzählte so natürlich, wahr und echt, daß ihre jungen Leser mit den Gestalten ihrer Erzählungen alles miterlebten, mitfühlten und sich mitfreuten.

Sie selbst verbarg ihre Schriftstellerei und merkte es nicht, daß sie bereits eine berühmte Frau geworden war. Sie hatte aber auch einen starken Eigenwillen, denn im Unterton erscheinen die Gesichtsformen etwas herb, sind aber dennoch von feinsten, warmen, lichten und nervenreichen Gewebe umspannt.

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Johanna Spyri  blieb bei einer einmal gefaßten Meinung, aber bei den Armen und Kranken, das schmolz alle vorgefaßte Meinung und löste sich in großes Mitleid, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.

Man beachte das sehr breite Oberhaupt, wo die Ansammlungssinne für Poesie und Dichtung und der Idealsinn unter der hohen und reichen Haarkrone liegen. – Wie ganz scharf erfassend die seitliche Augenlidbildung ist – Aus der freundlichen weißen Halskrause schaut sie uns wie die echte, liebe Märchenerzählerin an.

Sie blieb auch im Alter noch jung im Gemüt, wie die Gestalten ihrer Erzählungen, das Heidi, das Gritli und viele andere jung geblieben sind.

„Und so blau ist kein Himmel,

Keine Sonne so licht,

Wie die Sonne der Heimat,

Und die laß´ich auch nicht.“

 

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Bild 10. Anna Pestalozzi.

Leise verklingen mit diesem Bild unsere Zeilen über die große und edle Schweizer Frau.

Sie verklingen  so leise und bescheiden, wie das Leben von Frau Anna Pestalozzi war. 50 Jahre Liebe, Treue und Aufopferung für ihren Gatten, dessen gutes Omen, dessen lichte Hand sie war, die ihn in feiner und edler Weise schützte.

Das kann nur der verstehen, der weiß, was es heißt, an der Stelle eines genialen Empfindungs-Naturells, wie es Pestalozzi, ihr Gatte war, durch Leben zu schreiten.

Wie viel sie unter den äußeren Verhältnissen gelitten hat, das zeigt dieses liebe, leidvolle, dennoch sonnig freundliche Gesicht. Ihr Leben lang übte sie die vollendetste Selbstbeherrschung, das zeigt diese lange feine Nasenform.

Sie bewahrte ihren Gatten, wenn er in schlimmer Not war, vor Verzweiflung. Wie muß diese Frau mit den weichen, eindrucksvollen Zügen mitempfunden und mitgelitten haben, und dennoch verraten noch die Augen auch den Abglanz ihres Glückes.

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Die übermäßige Anstrengung und das harte Leben brachen schon frühzeitig ihre Kraft, aber in ihren Idealen, in ihrer großen Liebe blieb sie unerschütterlich fest und stark. Mochte auch der Körper brechen, der Geist brach nicht.

Was wäre aus Pestalozzi ohne diese Frau geworden?! Anna Pestalozzi lebte eine ideale Liebe. Sie wollte ihren Gatten lieben, solange er der Tugend treu sein würde. Was ist das für ein Wort!! Und was sagte Huter, der dieses Geständnis der edlen Frau gewiß nicht kannte? Pestalozzi liegt im Tugend-Naturell.

Wundersame Wege sind es, die das Schicksal manchmal den Menschen gehen läßt.

Wenn alle ihren Gatten verließen und verhöhnten, wenn die Landwächter ihn für einen Bettler hielten, – nie verlor sie ihren Glauben an ihn.

Sie wurde v on ihm geliebt, geehrt, bewundert, aber allen Kummer bis zum völligen äußeren Elend mußte sie auch mit ihm tragen. In ihrer stillen Liebe hat sie engelsgleich ihren empfindsamen Gatten behütet und geschützt.


Was war das für eine Welt, die das Genie nicht erkannte und die den guten Menschen nicht zu helfen wußte?

Das alles und noch viel mehr Leid, Tragik und Unvollkommenheit wird durch die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] einst überwunden werden können. Möge der gute Mensch sich ihr zuwenden, denn so wie Anna Pestalozzi nie den Glauben an ihren Gatten verlor, so verliert der Mensch durch die Erkenntnis der Wahrheit in der Natur nie den Glauben an den endlichen Sieg des Wahren, Guten und Schönen in der Welt! Solange es noch solche Menschen auf der Erde gibt, wie sie hier geschildert wurden, solange verlieren wir auch nicht den Glauben, daß der gute Mensch auch einstmals seine segensreiche Hand und Tatkraft dieser Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] zuwenden wird, und damit legen wir im Geiste all diesen großen Frauen die schönsten Blumen zu Füßen.

 

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Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

dgm051-buecher

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

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