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Der gute Menschenkenner 053 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        
                       

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Juni 1937, Nr. 53

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DIE LIEBE

ALS LEBENSKRAFT

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PRAKTISCHE STUDIEN

nach Kunst und Leben

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Suche den Geist in der Form,

das Leben im Ausdruck

 

Meist suchte man den Geist oder das Geistige durch Grübeln und Nachdenken zu erforschen. Oder man suchte ihn aus der Bibel und andern Religionswerken oder auf alle erdenkliche Weise zu ergründen. Nur da, wo er wirklich ist, da suchte man ihn nicht – nämlich in Form und Ausdruck.

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In den Formen lebt der Geist (Hinzugefügt)

Doch was der Verstand der Verständigen nicht sieht – das findet in Einfalt ein kindlich Gemüt.

Man sollte erst wieder ganz einfach und natürlich beobachten, erkennen und denken, um das Leben im Ausdruck, den Geist in der lebendigen Form zu erkennen.

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Bild 1. Die Entführung der Helena. National-Galerie R. von Deutsch.

Wir betrachten das obenstehende Bildwerk „Die Entführung der Helena“ – eine Begebenheit aus der griechischen Sage – und suchen neben der Schönheit und Kunst der Darstellung auch den geistigen Gehalt, der aus dem Bilde spricht, psycho-physiognomisch zu erkennen.

Paris, dem schönsten Manne, war durch die Göttin Aphrodite das schönste Weib zugesagt.

Dieses war Helena, die Gattin des griechischen Königs Menelaus, eines Mannes, der, wie ihn die Sage beschreibt, wahrscheinlich im Ernährungs-Naturell lag und daher zu der Helena, wie unser Bild sie uns zeigt, absolut nicht paßte.

Paris, der Sohn des Trojanerkönigs, kam an den Hof des Menelaus. Die beiden von der Göttin Erlesenen lernten sich lieben, und Paris entführte unter Einsatz seines Lebens die Helena.

Diese Szene ist im obigen Bilde, welches Huter treffend als „Heldenmut und treue Liebe“ bezeichnete, künstlerisch wiedergegeben.

Betrachtet man das sehr edle Profil des Paris mit der typisch griechischen Nasenform und dem plastisch markanten Stirnzug über beiden Augen – den Schönheitssinn, die schnelle Auffassung und die Freude am Beobachten der reizvollen weiblichen Lebensformen widerspiegelnd, aber auch die Willensenergie, sie zu erobern, kundgebend -, ferner den liebewonnigen Gesichts- und Augenausdruck, die Kraft und Fülle verratenden Gesichts- und Augenausdruck, die Kraft und Fülle verratenden dunklen Locken seines Hauptes, sowie die edle jugendliche Gestalt im harmonischen Bewegungs-Naturell -, sodann die Helena in der leichten, schmiegsamen Gestalt des feinsten Empfindungs-Naturells mit Harmonie, den liebesstarken und süßen Ausdruck an Mund, Augen und im ganzen Gesicht, so muß man, ob man will oder nicht, die Worte Huters „Heldenmut und treue Liebe“ als die Begebenheit richtig kennzeichnend anerkennen.

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Der junge Krieger am Bug: größte Kraftanstrengung im Dienste dessen, was er bewundert und verehrt; der alte Recke am Heck des Schiffes: gespannteste Aufmerksamkeit in den Augen mit dem Blick der Erfahrung und des reifen Alters, Aufpassen und Anstrengung; die Gestalt im Hintergrunde des zerklüfteten Felsen; besorgte Unruhe, Beobachtung und schützende Hilfe – zeigen die Gefahr, mit welcher die Handlung verbunden ist und geben dem Gemälde die dramatische, wirkungsvolle Umrahmung.

Dieses dramatisch bewegte Bild, Mut, Tatkraft und treue Liebe zeigend, hat Künstler und Kunstfreunde angeregt und lehrt, daß die treue Liebe sich über Gesetz und Norm hinwegsetzt, alles wagt, um alles zu gewinnen.

In Farben und Formen hat hier der Künstler auf die Spur des Liebesgeheimnisses gelenkt. – Er zeigt durch sein Werk, daß die Liebe eigene Wege geht, sich ihre glückliche Ergänzung auf gleicher Wertebene sucht und alle Schranken durchbricht. Folglich muß die starke Liebe ihre eigenen Gesetze haben, die wohl Künstler verehrt und dargestellt und Dichter besungen haben, die aber noch keine Wissenschaft darlegte und kein Gesetzgeber in Norm und Recht gebracht hat.

Carl Huter erst lehrte die harmonische Ergänzung nach der Naturellanlage, die in sich zwingende Kraft hat und dem Höherentwicklungsprinzip der Natur Geltung schafft.

 

Faust und Gretchen

Dieses Bild zeigt im Gretchen die reine Frauenliebe mit dem vertrauensvollen, hingebenden und guten Ausdruck in Gesicht und Körperhaltung.

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Bild 2. Faust und Gretchen. G. Siewert

Prachtvoll ist der Scheitel gewölbt mit dem vollen weichen Haar, das in zwei Flechten herabfällt, so recht das weiche und liebevolle weibliche Gemüt charakterisierend.

Dabei sind Auge und Gesicht von warmen, tiefem und seelenvollem Ausdruck.

Faust ist dargestellt als der Mannesgeist, der das Gute sucht, in dessen offenem Auge und Gesicht die schönsten Vorstellungen und die besten Gedanken und Vorsätze sich widerspiegeln.

In dem jugendlich kraftvollen Haupt- und Barthaar zeigt sich der voll erwachte, liebesstarke Mannesgeist.

Betrachtet man Faust und Gretchen so dicht aneinander geschmiegt, den ganzen glücklichen Ausdruck, so hat man das Gefühl, daß sie wie füreinander geschaffen sind und glücklich werden können.

Faust mag sich durch Ränke zeitweilig verirren, dem lockenden Reiz der Lust und des Lebens erliegen, er kehrt dennoch zum Guten zurück.

Auch das erstere hat wohl der Künstler dadurch andeuten wollen, daß er den Mund sehr weich und voll, die unteren Augenlider gegenüber den oberen Lidern sehr stark gefüllt darstellt, wodurch er die starke Lebens-Liebeslust versinnbildlicht. Dadurch zeigt sich, daß Faust, wenn er verleitet wird, durch Genußfreude und Sinneslust zeitweise vom Wege der Pflicht und des Guten wohl abirren kann.

Denn auch das Haar läßt der Künstler dem Faust in die Stirn fallen und seitlich im breiten Gesicht treten die Jochbeine hervor, wodurch die Neigung zu eigengesetzlichen Handlungen angedeutet sein soll.

Aber Gretchen hat nichts dergleichen, ihr Gesicht ist so rein und edel, der Ausdruck so weich und warm, so voll inniger Liebe, daß man sich sehr wohl denken kann, daß sie durch Untreue und Intrigen zur Verzweiflung gebracht und nur dann unter tragischen Umständen schuldig werden kann.

Der Künstler will also sagen, daß diese reine, edle Liebe das reinste edle Glück in sich trägt und nach sich zieht, daß dieses aber ohne tiefe Treue und Charakterstärke gar nicht denkbar ist, da sonst die Umwelt und tragische Umstände dieses Glück zerstören können. Wenn endlich aber alles Leid überwunden ist, dann gehören die Liebenden doch wieder einander, gereift, geklärt für ein ewiges Glück. – Niemand trübe je des anderen natürlich reines Liebesglück, nur ein menschlicher Teufel kann es zerstören.

Diesen tiefen Sinn hat wohl der Künstler nach dem großen Drama Goethes in dieses Bild hineinlegen wollen.

Man hat den Eindruck, das Glück der beiden müsse ewig sein; aber wenn ein Mephisto dahinter lauert, so ist es dennoch zeitweilig zu zerstören. Ewig aber thront am Ende die reine große Liebe über allem Dämonismus, über Tragik und Leid der Welt. –

 

Die Tragödie, Plastik von Gustav Pillig

Ob der Künstler dieses Werk, Bild 3, so ausdrucksvoll und ergreifend hätte schaffen können, wenn er nicht die Form- und Seelenlehre, die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie], gekannt hätte, ist zu bezweifeln – denn er selbst brachte wiederholt zum Ausdruck, daß ihm dieselbe zu seinem Kunstschaffen unersetzlich sei.

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Bild 3. Die Tragödie. Gustav Billig.

Carl Huter hat die Wirkung dieses Werkes bei der Betrachtung nach Lebensausdruck und Bewegung wie folgt beschrieben:

Sollte auch das Schicksal in Deinem Leben furchtbar walten, so wie es diese beiden vordem Glücklichen betroffen hat, die einstmals sich in reiner Liebe fanden und deren Glück ganz ungetrübt erschien, – wo aber das schwache Weib, von der Versuchung übermannt, von dem Tugendweg entgleiste und dem Bösen unterlag, – da rufe auch Du in Deinem tiefsten Schmerz wie jener Mann zum Himmel auf. – Alles irdische Glück ist vergänglich, der Schmerz, den die Wunde oder das Schicksal brachte, ermanne mich zum verdoppelten neuen Streben, zu der Überwindung alles Leidens, die man nur im tiefsten Glauben an das Höhere finden kann, das hier auf dieser Erde nur Abglanz, aber keine bleibende Wohnstätte haben kann!

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Den höchsten Idealen von nun an geweiht, ertrage alles stärker als zuvor und stoße nicht die Schwachen und Gefallenen liebelos von Dir, sie würden eine Beute werden des lauernden Bösen im Hintergrunde. Richte auch diese Unglücklichen wieder auf, vollbringe auch an ihnen das Werk der Liebe, des Trostes und der Verzeihung, und Du findest reiche Arbeit, ein Lebensziel, – Großes und Schönes zu tun!

Aber Menschenkenntnis, praktische Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] studiere man von der Jugend bis ins Alter und lehre und verbreite sie allerorten in Hütten und Palästen, so wird die Wahrheit siegen, daß das Schöne und Gute, das bessere Teil ist, das sich der Mensch erwählen kann, das Gegenteil nur eitel Torheit ist und Unheil bringt. –

Wenn nun selbst die Liebe, das Heiligste und Höchste, menschlicher Unzulänglichkeit und Tragik ausgesetzt ist, so haben wir doch wohl das Recht, nach dem Geist und den Gesetzen des Lebens und der Freude zu suchen, und zwar nicht nur in oft so grauen Theorien von Büchern und ganz abseits liegenden Dogmen, sondern wir suchen das Geistige da, wo es zu finden ist, in Auge und Angesicht, Körperform, Lebensausdruck und Bewegung.

Ein großes Genie hat uns hier den richtigen Weg gebahnt und wir wollen nun an einigen Bildern aus dem Leben, die Huter, der Begründer der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie], noch charakterisierte, die Liebes-Lebenskraft im Menschen zu erkennen suchen. –

 

Das Doppelbild, Bild 4, zeigt uns zwei gesunde, liebesstarke Menschen.

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Bild 4. Huter-Museum

Zwei weibliche Personen mit starken Liebesanlagen

Bild 4 kann uns nur erfreuen. Es erweckt frohe Zuversicht, wenn man weiß, daß solche Menschen leben und streben.

Es sind zwei gesunde, natürlich lebensfrohe Mädchen mit starken Liebesanlagen und Triebkräften.

Schon das Auge hat den starken inneren Glanz, den die Fülle der Lebensnerven ergibt und den sympathisch zugeneigten, liebevollen Blick.

Starke, gesunde Lebensspann- und Nervenkraft liegt über allen Formen, wodurch z.B. an der Stirn, an den Geweben um beide Augen, an Nase, Mund, Wangen und Kinn ein natürlicher Schmelz der Haut, eine plastische Frische und Spannkraft erzeugt wird, eine schöne, gesunde, natürliche Lebensfarbe und nicht zuletzt ein froher und heiterer Lebenssinn und Lebensausdruck.

Es ist die Lebensstrahlkraft Helioda, die hier alle Gewebe stark durchlebt und durchstrahlt, plastisch formt und abtönt, die Materie der Gewebe lockert, spannt und lebenswarm durchhaucht.

Aber auch die Formen selbst an Mund, Nase, Augen und Kinn sind schön und kräftig, von plastischer Formkraft. Selbst die unteren Augenlider haben noch diesen plastischen, reizvollen Schwung der Lebensnervenfülle.

Die Wangen haben die frische, plastische, warme, volle Blut- und Lebensform- und Schwellkraft, der Unterkiefer ist kräftig gebaut, das Kinn gerundet und vorstehend, den lebhaften Impuls zeigend, die Anlage für Gattenliebe und Zärtlichkeit, Arbeitskraft und Tüchtigkeit.

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Die Haltung ist natürlich, leicht und doch kraftvoll. Das Haar ist voll, es zeigt Nervenspannkraft, ist von gesunder Konstanz und deutet den natürlich frohen, glücklichen Gemütszustand, die Fülle der Nervenkraft.

Beide haben die starken Nerven. Was ist ihnen Arbeit? – Sie ist ihnen leicht und macht Freude, erst so recht, wenn sie mit Spiel und Tanz, mit schönen Vergnügungen und Freude wechselt. Es sind gesunde, natürliche, liebesstarke Menschen, die Freude an dem natürlichen Genuß des Lebens haben aus Anlage und Neigung, die glücklich und froh in die schöne Welt geboren sind.

Naheliegend zu folgern, daß diese starke Liebes-Lebenskraft ausersehen ist, den schier unerschöpflichen Quell der Kraft fortzupflanzen in begabten, schönen, gesunden und glücklichen Kindern.

Deutlich spricht der starke, gesunde Lebens-Liebes-Geist aus diesen beiden Wesen, uns belehrend, das liebesstarke, edle Leben, den frohen heiteren Lebenssinn auf allen Wegen als ein kostbares Gut des Lebens überhaupt zu schützen, zu hegen und zu pflegen.

Durchaus nicht sollte der liebesschwache, oft in Dogmen erstarrte oder gealterte Mensch ein Vorrecht haben, das Liebesleben nach seinem Sinn zu gestalten, sondern vielmehr sollte es der liebesstarke, edle Mensch haben, auch in Sitte und Recht!

Man braucht nur Auge und Gesundheit dieser natürlich frohen Menschen bis in alle Einzelheiten zu studieren, um zu erkennen, wo der Geist des Lebens und der Liebe zu suchen und zu finden ist, nicht am grünen Tisch, noch in dicken Büchern und Folianten, sondern in Aug´und Angesicht, kurz im Lebensausdruck.

 

Dieses Bild 5 zeigt genau das Gegenteil von Bild 4, zwei Freundinnen, die einander sehr zugetan sind, aber einen schwachen Trieb zum andern Geschlecht haben und sich daher nur schwer entschließen können, zu heiraten.

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Bild 5. Zwei gute Freundinnen. Huter-Museum

Beide sind sehr berufstüchtig, stehen auf eigenen Füßen, sind zwar grundverschieden, aber hochintelligent, haben viel Wissen, Erfahrung und Bildung und doch stehen sie abseitig, sozusagen einsiedlerisch da und glauben, damit den Lebenspflichten Genüge zu tun.

Die Natur ist doch ein großes Rätsel, sie schafft die buntesten Lebensformen, entsprechende Anlagen und Geistesrichtungen.

Und nun betrachten wir den Lebensausdruck, er ist aber auch ganz und gar verschieden von Bild 4, und zwar besonders bezüglich der zum Ausdruck kommenden Lebens-Liebeskraft.

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Geheim-Kräfte in der lebenden Zelle (Hinzugefügt)

Die Lebenskraft im Menschen trägt den Charakter der Liebe und Freude, beruht auf Strahlung und ist geistig schöpferisch. Sie hat die Eigenart, daß sie sich spalten, also teilen kann und je nach Möglichkeit die einen oder anderen Anlagen zur Entwicklung bringt.

Dadurch verursacht sie die Verschiedenheit der Menschen und die so mannigfaltig bunte Lebenswelt. Je nach ihrer Stärke und Richtung durchlebt, durchspannt und durchstrahlt sie die verschiedenen Gewebe, lockert und verfeinert dieselben, macht sie sozusagen blühend, frisch, gesund, froh, heiter, edel und schön.

Das ist bei Bild 4 deutlich beschrieben. Bei den beiden in Bild 5 dargestellten Damen dagegen ist der Überschuß an quellender Liebes-Lebenskraft und die Neigung zum anderen Geschlecht schwach, und entsprechend sind die Formen und Gewebe an der unteren Nase, an Mund und Kinn und die Umgebung dieser Gesichtsteile, die mit den inneren Leiborganen korrespondieren, wie versteift, gehärtet und eingetrocknet. Das Blühende, Prächtige, Lebens- und Liebeswarme fehlt, die Formen sind lange nicht so plastisch, sondern auf den Wege der Verarmung, als wenn sie verwelken und verhölzern möchten. Im Ausdruck der beiden Gesichter fehlt die bei Bild 4 gekennzeichnete wunderbare Frische und lebenswarm zugeneigte Plastik.

Aber Vorder- und Oberhirn haben an Kraft zugenommen, daher der Ausdruck gesteigerter Intelligenz und die entsprechende Willenstätigkeit. Sie sind streng gegen sich und andere und das natürliche Gefühl der Lebensfreude ist beengt und schwach.

Das ist das Geheimnis des Lebens, dem wir hier auf der Spur sind, die sichtbar geistige Offenbarung des inneren Lebens. Jeder kann das an den Bildern erkennen und im Leben noch viel deutlicher ständig nach jeder Richtung hin beobachten.

Weicht das Leben von den natürlichen Gesetzen ab, sind alsbald die Folgen da, machen sich immer mehr bemerkbar und treten schließlich ganz deutlich im äußeren Erscheinungsbild, besonders an Augen, Nase, Mund, Kinn, Hals, Nacken und Wangen hervor.

Wir haben dann hier zum erstenmal eine wunderbare praktische Lebens-, Seelen- und Geisteswissenschaft vor uns, die berufen erscheint, Beachtung zu finden und den größten Segen zu bringen.

Nie also weiche der Mensch vom Natürlichen ab, er degeneriert sonst, ist nicht mehr ganz und vollwertig, nur noch ein halber Mensch und noch weniger.

Herrlich ist die gesunde, edle, glückliche Liebesnatur, man suche aber ihre Gesetze zu ergründen, die allein aus dem Lebensausdruck unmittelbar, herrlich, wie kein Maler und Dichter sie schildern kann, zu erkennen sind.

 

Was glaubt man denn, welche Kraft dieses Auge, Bild 6, Gesicht und Form geschaffen hat, durchgeistigt und belebt?

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Bild 6. Der starke Liebes-Lebenssinn. Huter-Museum

Es kann nur die Lebensstrahlkraft Helioda sein, die an sich göttlicher, ewiger und schöpferischer Natur ist, die physikalischen Kräfte und chemischen Stoffe belebt, organisiert, ordnet, lagert und richtet.

Man beachte bei aller Belebtheit von Augen, Gesicht und Mund die klassische weibliche Geistesruhe, Kraft, Liebe und Schönheit, die aus diesem Gesicht und Auge spricht.

Nur die Helioda-Liebeskraft kann diese Formen so verfeinern und verschönern. Saft und Kraft, Reserveblut und edle Stoffe stehen hier wie in Bild 4 unter einem einzigen abgetönten Leitmotiv.

Kein Künstler vermag die Augenlider und die Gewebe um beide Augen schöner zu formen, dem Auge einen glücklicheren Ausdruck zu geben, wie es hier die Lebensspann- und Strahlkraft lebendig zuwege gebracht hat, dem Formenausdruck Geist, Leben, Seele und die liebesstarke Abtönung verleihend.

Man wende nun nicht ein, die Kleidung sei nicht mehr Mode, das Haar nicht abgeschnitten, die Augenbrauen nicht gemalt. – Was schadet es? – Wechselnd ist die Mode, aber ewig ist der Geist, der nach unabänderlichen Gesetzen die Form bildet und den allein wollen wir verehren, lehren und zu erfassen versuchen.

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Klassisches Sehen (Hinzugefügt)

Wer sehen lernen will, der suche zu zeichnen, zu formen und ein neues klassisches Beobachten zu lernen, die wunderbar gestaltende Lebenskraft zu erkennen, die Form, Geist, Seele und Ausdruck verleiht.

Es muß ein göttliche Kraft sein, jenes geistige Etwas die Lebens-Liebeskraft im Menschen, die heute mikroskopisch im anatomischen Strahlengebilde des Zentrosomas der Zelle nachzuweisen ist, die jeder experimentellen Nachprüfung standhält.

Es ist jene Kraft im Menschen, die schon das Auge bei guten Gedanken sich erhellen und bei bösem Denken sich verdunkeln läßt.

Man betrachte den glücklichen Ausdruck, der im Gewebe und an der Stirn liegt, besonders hoch oben, wo das Wohlwollen sich ausprägt, wo der Geist der Liebe die edelsten Gedanken entzündet.

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Mirrors / Spiegel (Hinzugefügt)

Prachtvoll legt sich um Stirn und Haupt das Haar von gesunder Farbe und Substanz, den glücklichen Gemütszustand wiederspiegelnd, den Lebensgeist, der selbst die letzten belebten Organteile bis in die Haarspitzen formt.

Auch im übrigen Gesicht, an der prachtvollen Oberlippe, im voll und lebenswarm geformten schönen Mund, der das Begehren und Erleben zeigt, ferner in der schönen Wölbung unter der Unterlippe, wo die gute Lebensart und das Benehmen zum Ausdruck kommen, bis zum gerundeten Kinn, das den zurückhaltenden weiblichen Impuls zu Liebestugenden und Zärtlichkeiten zeigt, kann die starke Liebesformkraft gar nicht sprechender gezeichnet und modelliert werden.

Es ist das glückliche, gesunde, liebesstarke Leben, das diese Form charakteristisch durchlebt, geschweißt, durchströmt, durchformt und geschaffen hat.

Man suche daher den Geist, die Seele im Ausdruck, und man wird an den Bildern 4, 6, 7 und 8 finden, daß sie wie aus einem Guß geschmiedet sind, gleichsam, als wären die Personen Geschwister, obwohl sie sich fernstehen, es ist nur dasselbe stark abgetönte liebesstarke Leben, das sie gemeinsam haben, das in diesen Formen sich widerspiegelt.

Auf diese höchste Kraft im Menschen wollen wir unsere Zuversicht gründen, wissen, daß alles Leben aus jener unendlich starken Liebe und Schöpferkraft entstanden ist und noch entsteht.

Man sage nicht, der liebe Gott allein habe den Menschen geschaffen, denn der Mensch trägt die göttliche Schöpferkraft in sich. Er soll sie aber adeln, ja stolz darauf sein, pflegen und sich glücklich entfalten lassen. Wer nun sagt, das sei kein Gebot Gottes und nicht entsprechend handelt, der verkennt sein eigenes Leben, jene Kraft, die höchste im Weltall, die ihm und allen Mitwesen durch die Schöpfung übertragen und mitgegeben ist.

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Auch dieses Bild 7 reiht sich den vorhergehenden Bildern 4 und 6 in der Formbildung und im Ausdruck als durchaus ähnlich an.

Die Augen haben den schon bezeichneten nervenstarken, glanzvollen Ausdruck. Die unteren Augenlider zeigen in der kraftvollen Bildung die wirklich starke Lebensnervenfülle.

Besonders auch die Bildung der unteren Nasenform und die kraftvolle Oberlippe lassen ebenfalls die Fülle, Gesundheit und Kraft der damit in physiologischem Zusammenhang stehenden inneren Organe erkennen.

Im kraftvollen vorstehenden Kinn aber zeigt sich der lebhafte Impuls, die große Gattenliebe, Tätigkeits- und Arbeitsdrang.

Im ganzen Gesicht liegt dieser lebensstarke, lebenswirkliche und lebensfrohe Ausdruck.

Man kann sich wohl denken, wie diese Frau mit ihrer starken Nerven- und Liebeskraft und Lebensfreudigkeit arbeiten und schaffen, als Mutter und Gattin, als Gehilfin ihres Mannes nach jeder Richtung hin ihre Aufgaben voll und ganz erfüllen kann, daß sie aber dem natürlichen Lebensgenuß und der Lebensfreude ebenso zugeneigt ist.

Man muß diesen gesunden, liebesstarken Menschen loben, seinen ganzen Wert erkennen, auch den praktischen Sinn für das natürliche Leben. Wir sehen aber auch, daß es gar nichts Glücklicheres geben kann, als die starke Lebens-Liebeskraft, die den Formen des Gesichts das glückliche, schöne, gesunde Aussehen verleiht und den Menschen so überaus wertvoll, so richtig passend in das Leben gestellt hat, voll seiner Aufgabe zu genügen.

Es lohnt sich der Mühe, so den Geist aus den Formen, der den ganzen Wert der menschlichen Persönlichkeit ausmacht, erkennen, verstehen und würdigen zu lernen.

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In den Formen lebt der Geist (Hinzugefügt)

 

Noch ein letztes Bild gehört in diese Reihe, um unsere Lebens- und Liebeskraftstudien zu vervollständigen und in wirklicher Lebenswahrheit darzulegen.

Der Leser entnahm wohl schon aus den vorangegangenen Beschreibungen, daß hier die gesunde starke Lebens-Liebeskraft nicht als etwas Prüdes, das man nicht kennen darf oder nicht wahrhaben will oder gar als minderwertig und verächtlich betrachtet wird, sondern im Gegenteil als ein großes Glück des starken gesunden Menschseins.

Hier, bei Bild 8, liegt im Gesicht der 21 jährigen Mutter auch noch das große seelische Glück über ihren Liebling, das Kind. Die Augen verraten nichts von Schwäche, wohl aber eine milde Verklärtheit und große Lieblichkeit. Alle Formen im Gesicht sind von großer, etwas zarterer Reinheit, auch die unteren Augenlider sind plastisch gefüllt, wenn auch etwas zarter.

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Bild 8. Die glückliche Mutter, das gesunde, liebe, begabte Kind. Huter-Museum

Man betrachte auch das liebliche Spiel der Hände und die Anmut der Haltung, es spiegelt sich darin das natürliche Lebensglück.

Und nun betrachte man das 9 Monate alte Kind – diese natürliche Hilfsbedürftigkeit -, und doch ist die Ruhe in dem kleinen Gesicht und Auge zu bewundern.

Recht gut kann man schon die breite Nasenwurzel erkennen und die darüber vorgebaute Stirn, wo das Tatsachen- und Begebenheitsgedächtnis liegt.

Auch kann jeder leicht erkennen, daß das Seitenhaupt mit der wirtschaftlichen Veranlagung und dem Tätigkeitstrieb schon recht gut entwickelt ist. Wie voll ausgefüllt die Schläfen des Kindes sind – ein Zeichen der stark vererbten Lebenskraft und Gesundheit.

Was Besseres kann dem Kinde ja gar nicht mitgegeben werden als eine starke Lebenskraft durch lebens- und liebesstarke Eltern. Man sieht, wie schön anliegend das Öhrchen geformt ist, das den Seelenadel zeigt, und dazu kommt noch der glückliche Ausdruck des Mundes.

Wie wertvoll ist doch diese Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] allein, um das kleine Kind recht zu verstehen, das noch nicht sagen kann, was es bedrückt und erfreut. Alles sollte die Mutter ihrem Kinde an Auge und Gesicht abzulesen verstehen.

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Physiognomische Psychologie (Hinzugefügt)

Unendlich viel Liebe braucht nun wiederum zunächst das Kind zu seinem besten körperlichen, seelischen und geistigen Wachstum. Liebe ist und bleibt die Lebenskraft, und alles Leben ist aus Liebe entstanden, es ist die Kraft in uns, der wir alles verdanken.

Was ist das für eine wunderbare Entdeckung Carl Huters, daß er die Liebe als Lebensstrahlkraft, entwickelt aus der Empfindungsenergie der Materie, naturwissenschaftlich nachgewiesen hat mit ihrer Zentrale im Zentrosoma der lebenden Zelle!

Die Wertschätzung dieser Entdeckung wird wachsen, und wenn Jahrhunderte vergehen, nie wird man aufhören, den Geist zu loben, der diese große Entdeckung zuerst gemacht und ausgebaut hat.

Mag die Wissenschaft fortschreiten, die Kenntnis vom Leben und der Lebenskraft sich vertiefen, nie wird man aufhören, den Grad der Lebens-Liebeskraft aus Augen und Gesicht, Gewebe und Strahlkraft, Gestalt und Bewegung zu erkennen und zu studieren.

Hier sind die ersten Anfänge, mögen sie Aug und Sinn erhellen, um das Leben glücklicher zu gestalten, die schwache Lebenskraft des Menschen von der Wiege an zu heben und ihm entsprechende Aufgaben zu stellen, denn auch das gehört zur menschlichen Lebenskunst.

 

Kinderbildnis Nr. 9.

Um nun kurz darauf zurückzukommen, daß man auch schon beim kleinen Kind das innere seelische, körperliche und geistige Leben in Augen und Gesicht erkennen kann, was jede Mutter weiß, auch wenn es ihr noch keine Wissenschaft gelehrt hat, bringen wir ein weiteres Studienbild.

Gerade beim kleinen Kinde kommen und gehen die Gedanken und Gefühle langsamer und man ist leichter imstande, den Ablauf in Auge und Gesicht zu verfolgen.

Die Lebenskraft durchstrahlt alle Zellen, Atome und Moleküle, sie macht Empfinden, Gefühl, Seele, Geist und Leben aus. In dem Moment, wo sich die Stimmung verändert, zeigt sich das zuerst im Auge und im Blick, danach an Mund und Wangen und allen Geweben, sogar das Haar nimmt Anteil. Es ist die Formkraft der Psyche, von welcher Bild 9 uns überzeugen kann.

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Bild 9. In sehr schlechter Laune (Aufnahme mit Zeiß-Ikon-Kamera)

Das Kindchen hat eine gesunde Kraftnatur und energisch bringt es seine schlechte Stimmung im Gesicht zum Ausdruck.

Im zusammengekniffenen Auge liegt sprechend der ganze Unwille über das Mißgeschick, welches das Kindchen betroffen hat, und da es sich noch nicht verstellt, so verzieht es das Näschen und kneift die Oberlippe herunter, so daß die Unterlippe hervorquillt. Es ist bitterböse, verstimmt, und das ist sein Ausdruck dafür.

Das ist der Lebensausdruck, tausendfach verschieden, ein unablässig buntes Spiel, immer feiner und komplizierter werdend und dennoch der vollen Gesetzmäßigkeit unterliegend.

 

Die Gesetze der strahlenden Lebenskraft Helioda nachgewiesen zu haben, ist eine geistige Großtat allerersten Ranges.

Die Helioda ist positiver und negativer Natur, von außen nach innen aufnehmend und organisierend, und von innen nach außen schöpferisch gestaltend.

Bei Bild 4, 6 und 7 ist die schöpferische Helioda am stärksten, daher die plastisch blühenden Formen.

 

Bei Bild 10 ist bei allen drei Personen die positive und negative Helioda etwa gleich stark, das seelische, negative, empfindende Innenleben und die positive, nach außen tretende, schöpferische Lebensstrahlkraft.

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Bild 10. Bruder mit zwei Schwestern.      Huter-Museum

Bei allen drei Personen ist eine gute Vereinigung seelischer und sinnlicher Liebe in der Anlage vorhanden

Infolgedessen weisen die Formen bei aller Plastik und Strahlung noch eine besondere Innerlichkeit und Tiefe, Zartheit, Feinheit und Weichheit auf. Die Formen und Gewebe sind wie von innen durchleuchtet, und entsprechend ist der Farb- und Gewebston.

Das ist bei unserem Bilde wunderbar zu sehen, eine besondere Reinheit und Feinheit liegt über allen Formen, eine besondere Durchgeistigung und seelische Tiefe – bei aller plastischen Formkraft.

Es dürfte dem Leser nicht schwer fallen, das zu sehen, die Beschreibung bis in alle Einzelheiten führt zu weit.

Man betrachte den geistig gespannten Ausdruck an den Auge, dabei das gleichzeitig vorhandene warme Quellende an Nasenform und Mund, was auf das tiefste seelische Empfinden deutet, schließlich am Kinn, an den Wangen, an allen Geweben und am Haar. Ein besonderer, reiner und feiner Ausdruck, wenn man so sagen darf, eine besondere seelische Prägung, liegt über allen Formen.

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Ein einziges Bild bringt auf die richtige Spur, Carl Huter selbst, der die Lebenskraft in allen Phasen nachwies, hat dieses Bild wie oben bezeichnet, es ist daher von außerordentlichem, wissenschaftlichen Wert.

Eine ganz neue Natur- und Lebenskraftbetrachtung eröffnet sich allein aus diesem Beispiel.

Die Natur läßt sich, wie Goethe zum Ausdruck brachte, mit Hebeln und Schrauben ihre Geheimnisse nicht abzwingen. Sobald aber der Mensch anfängt, richtig den Geist aus den Formen zu sehen, gibt sie ein Geheimnis nach dem andern preis. – Aber – der Mensch muß der Natur seinen Tribut bezahlen, damit sie ihr inneres Wesen offenbaren, seine Sinne, sein Lebensgefühl verfeinern, Geist und Verstand neu schulen, sonst sind und bleiben ihm zeitlebens diese und noch viele andere Wahrheiten verschlossen.

Die Natur zwingt – sie erreicht ihr Ziel der geistigen Verfeinerung, des geistigen Wachstums und der Höherentwicklung. Diesen inneren Reichtum aber kann niemand geben, noch, wo er einmal erworben ist, nehmen. Die Natur steht felsenfest, sie gibt uns aber zu verstehen: ihr müßt den richtigen Weg einschlagen.

 

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Drei Photographien, welche zeigen, wie wunderbar lebendig formend und Ausdruck verleihend die Lebens-Liebeskraft ist

Diese drei Bilder sind Aufnahmen von ein und demselben jungen Herrn.

Nr. 1 zeigt ihn in hoffnungsfrohem, glücklich liebendem Zustand.

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Bild 1. Huter-Museum

Man beachte den Ausdruck an Augen und Augenumrahmung, Nasenform, Mund und Wangen, besonders im mittleren Gesicht.

Man beachte, wie das Haar liegt, es kennzeichnet – da Leben, Empfinden, Geist und Seele auch im Haar fortwirken – ganz den oben bezeichneten Gemütszustand.

Fest, bestimmt, glücklich im Ausdruck tritt uns hier der junge Herr vor Augen. Fest gebaut ist die Form, aus einem inneren glücklicheren Zustand heraus ist das Auge offen, klar und fest, erwartungsvoll und froh.

Nichts trübt seine Seele, seinen Geist, d.h. die innere Lebens-Liebeskraft ist stark und froh, daher dieser starke, frohe, glückliche, männliche Ausdruck.

Das bis in alle Einzelheiten in Wort zu kleiden ist nicht möglich, das Auge ist der vornehmste Sinn und mit einigen Blicken läßt sich vielmehr sehen, als man in Worten beschreiben kann.

 

Bild 2 zeigt den Herrn in unglücklichem Zustand, mit enttäuschtem und betrogenem Liebesleben.

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Und nun sehe man sich die Veränderungen an Augen, Nase, Mund, Haltung, Gesicht und Haar an, es ist, als sei der Sturmwind durch alle Tiefen der Seele geweht, das Empfinden ist aufgerührt bis in alle Zellen, Atome und Moleküle.

Der gesamten Form ist der glückliche Ausdruck genommen, selbst die Spannkraft der Haltung hat merklich gelitten, als habe der Sturm den Baum geschüttelt und fast entwurzelt.

Traurig blickt das Auge, Schatten haben sich besonders in den inneren Augenecken gebildet, Schatten und feine Formveränderungen an den Geweben. Das Empfinden hat durch das Leid gelitten, aber es hat sich auch zweifellos vertieft. Direkte Formveränderungen an der unteren Nase, an Mund und Augen sind deutlich zu erkennen. Düster ist der Ausdruck geworden, als wenn ein Gewitter am Tage die helle, sonnige Natur verdunkelt. Selbst das Haar nimmt daran Anteil.

Wer will, der kann sehen, daß die Seele, die Psyche die Formkraft hat, aber im Sehen muß man konzentriert sein, sonst sieht man wohl das Bild, aber nicht den Geist, der daraus spricht, obwohl die beschriebenen Veränderungen objektiv vorhanden sind.

Wer nachdenkt, erkennt, daß die Lebenskraft in den Geweben und Formen Liebes-, Glückes- und Freudeskraft ist, die Leben, Spannung, Kraft, Ausdruck und – Gesundheit steigert.

Schreitet dieses seelische Liebesleiden fort, so folgt Verfall der Kraft, Verfall der Form, und aus seelischem Leiden kann, das ist bekannt, Siechtum und selbst der Tod hervorgehen.

Bild 2 sieht aus, als wäre es der Schatten von Bild 1, der im Hintergrunde steht und diesem gefolgt sei.

Wo die Liebe enttäuscht, verwundet, behindert ist, da folgt Leid und Nachlassen jeglicher schöpferischen Kraft. Die höchste Weisheit ist demnach, des Volkes Kraft durch Stärkung der Liebe, des guten Vertrauens, des Glückes, der Freude zu heben, das macht stark, gesund und unüberwindlich.

 

Nun Bild 3, es ist derselbe Herr einige Zeit später, mit Mißtrauen erfüllt infolge der Enttäuschung und dem erfahrenen Leid im Liebesleben.

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Bild 3.

Man hat den Eindruck, als sei das Gesicht schmäler und härter geworden, was sich besonders in den äußeren Gesichtskonturen zeigt. Die Formen treten härter, sozusagen eckiger hervor.

Der glückliche und warme Ausdruck des Auges hat einem harten, mißtrauischen Blick Platz gemacht.

Dieser Ausdruck liegt auch an der Nasenform und am Mund, dessen Winkel den Zug nach abwärts erhalten haben.

Die Gesamtform hat unverkennbar einen strengen und harten Zug erhalten, was man, wie gesagt, besser an dem Bilde unmittelbar sehen wie beschreiben kann.

 

Aus Bild 1 sehen und lernen wir deutlich, wie Liebe und Glück die Formen sonnig, hell, freundlich, licht und lebenswarm gestalten.

Bild 2 aber zeigt, daß Liebesunglück die glückliche Lebensform in Verfall bringt, – und Bild 3, daß Mißtrauen die Gewebe fester und härter, strenger und kälter werden läßt, da hier der Magnetismus und die elektrische Energie stärker hervortreten und die Helioda übertönen.

Die Liebes-Lebenskraft sollte nicht bei Enttäuschungen dem Mißtrauen und der harten magnetischen oder gar der elektrischen Energie Platz machen und unterliegen, sondern sich durch Weisheit, Selbstüberwindung und Menschenkenntnis erst recht gereift und geläutert herauskristallisieren.

 

Was wir an diesen drei Bildern unterscheiden, zeigt uns deutlich die Formkraft der Psyche, der Seele, jener höchsten Kraft, die unser Leben ausmacht, die Lebenskraft, Liebes-, Freudes-, Lust- und Glückeskraft ist.

So wie diese die Gewebe belebt, lockert, formt, verschönert, durchstrahlt und plastisch spannt, ist sie auch in ihrer höchsten Blüte und Konzentration Geistes- und Schöpferkraft.

Bei aller Weisheit der Welt ist daher die Lehre Jesu nicht zu übertreffen, daß die Liebe am höchsten steht. An die Liebe ist alles Glück, alle Kraft und Tugend gebunden. Der gewaltigste Fortschritt liegt darin, diese höchste Kraft im Verein mit allen andern Natur- und Lebenskräften im Menschen zu erkennen, sie im Ausdruck sehen zu lernen und danach das Leben glücklich zu gestalten.

 

 

Des Körpers Form ist

Seines Wesens Spiegel.

Enthüllst du sie, so löst

Sich dir des Rätsels Siegel. 

 

 

Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

dgm053-buecher

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

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