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Der gute Menschenkenner 054 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        
                                                          

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Juli 1937, Nr. 54

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LEBENSAUSDRUCK

DER WANGEN

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Gesunde Stoffe und Kräfte, Blut- und

Reserve-Säfte, Verdauung und Stoffwechsel

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PHYSIOGNOMISCHE STUDIEN AN 20 PHOTOS

 

Ach  wie bald

Schwindet Schönheit und Gestalt!

Tust du stolz mit deinen Wangen,

Die wie Milch und Purpur prangen?

Ach, die Rosen welken all!

(Aus „Reiters Morgengesang aus Hauff.)

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Über den Lebensausdruck der Wangen würde am besten ein großer Dichter schreiben und ein großer Kunstmaler und Naturarzt dazu die farbigen Illustrationen geben. –

Hier kann nur von den wissenschaftlichen Feststellungen eines Genies ausgegangen werde. Carl Huter legte in seiner Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] im Rahmen seiner Gesamtforschungen Grundsätzliches über die Beziehung der Wangen zu inneren Körpervorgängen und die seelische Bedeutung dar.

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Zeichnung E. Mellerke

Rechts oben die große Zeichnung gibt durch schematische Inschriften an den Wangen zu verstehen, was hier zum Ausdruck kommt.

Es ist das gesunde Blut und die Lymphe, es sind die Säfte, die Reservestoffe und –kräfte, die aus dem Körper zu Hals, Gesicht, Sinnesorganen und Gehirn emporsteigen, um Leben, Arbeit und Tätigkeit auszulösen, und im weiteren ist es die gesunde Verdauung, der rege Stoffwechsel, der den Wangen Form und Farbe, plastische Spannkraft und Frische, den gesunden Ausdruck verleiht.

Wenn die Wangen rosig, warm und frisch, von blühender Kraft sind, dann pflegt man zu sagen, der Mensch sieht gut aus. Sind aber die Wangen abgehärmt und bleich, – fließt die Träne über die Wangen, – dann weiß man, daß körperliches und seelisches Leid die Ursache ist.

Folglich muß hier eine alte Erfahrung zugrunde liegen, die in der Tat durch die Wissenschaft genügend bestätigt wird. –

Wir wollen zunächst an den vier obigen kleinen Bildchen eine praktische Vorstudie machen.

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Das ist insofern sehr gut möglich, als die dargestellte Dame sich bei den Bildaufnahmen in einem besonderen, durch sympathisch-hypnotische Beeinflussung herbeigeführten Traumzustand befindet, in welchem sie außerordentlich fein und natürlich auf äußere Einflüsse, Suggestionen, Dichtungen, Erzählungen, Musik usw. reagiert.

Es ist die berühmte Traumtänzerin Madeleine.

Was sie innerlich erlebt, spiegelt sich lebhaft an Augen, Wangen und Gesicht, in Gebärden, Mimik und Bewegungen wieder.

Nicht besser und einwandfreier kann der formende und gestaltende Einfluß der Seele auf Körper und Gesicht gezeigt werden wie durch die naturgetreuen Bilder dieser großen Darstellerin in den verschiedenen Gemütszuständen.

Das erste Bild, von links nach rechts betrachtet, zeigt die Madeleine etwas ermüdet, aber beglückt nach einem fröhlichen Tanz. Wohlig und freudig innerlich erregt sind die Gefühle, die sich im Gesicht kundgeben.

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Die Wangen sind ganz warm, voll und plastisch geformt, das Blut fließt lebhaft durch die Adern, glücklich ist der Stoffwechsel angeregt und das Leben ist erhöht.

Dieser glückliche innere Zustand gibt sich deutlich an Gesicht, Hals, Wangen, Haar, Brust und Haltung kund. Voll, weich, locker, rosig und schön ist der Ausdruck der Wangen und des Gesichts.

Wer will, kann daraus lernen, daß der edle Tanz und die Musik, Freude, Leben und Gesundheit stärken.

Das zweite Bildchen aber ist ganz anders. Hier sehen wir die Madeleine in zorniger Erregung und abwehrender Haltung: „Nein, sie will nicht. –„ sie ist erzürnt und gekränkt.

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Die Augenbrauen sind zusammengezogen, die Augen drängen seitlich hervor, die Nase härtet und die Nasenflügel spanne sich, das Kinn strafft sich, die Mundwinkel ziehen sich herab, steif wird die Haltung.

Die Wangen und alle Gewebe härten und straffen sich, alles warme Gefühl ist zurückgedrängt, die harte Spannung überträgt sich auf Ohren und Haar.

Würde dieser Zustand anhalten oder sich öfters wiederholen, dann müßte sie hart und gefühllos werden.

Wer will, kann daraus lernen, daß die Lebens- und Seelenkraft durch reine Freude glücklich angeregt wird, daß aber harte Gefühle bewirken, daß das warm empfindende Leben sich zurückzieht zugunsten der harten magnetischen und elektrischen Energien, – die aus sich keine Leben und Glück bilden können.

Das dritte Bildchen zeigt die Madeleine in furchtsamer, unglücklicher Erregung und Erwartung, in Angst und Sorge.

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Die Stirn und das Haar, die in der Freude wie glücklich gehoben erschienen, sind wie eingefallen und gedrückt, die Stirn liegt in kummervollen Falten. Das Auge tritt nach unten liegend angstvoll hervor, die Körperhaltung ist zusammengekauert, alle Gewebe fallen ein und haben gänzlich die glückliche Spannung verloren.

Wie tief eingefallen sind die eben noch so lächelnden Wangen, knochig treten die Jochbeine heraus und abwärts davon, wo Reservestoff und –kraft zum Ausdruck kommen, fallen die Wangen tief und wie abgehärmt ein.

Das Haar hat alle glückliche Spannkraft verloren und selbst die Haut schrumpft ein. Dieser Zustand ist nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, – man beachte die Nasenflügel, selbst die Atmung stockt, – alle Organe sind betroffen und das Leben ist sichtlich im Verfall.

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Neue deutsche psycho-physiologische Heilweise (Hinzugefügt)

Wer will, kann daraus lernen, im täglichen Leben möglichst so zu handeln, daß die Lebensfreude und die Lebenslust aller Mitwesen erhöht wird, Es könnte danach eine neue deutsche psycho-physiologische Heilweise begründet werden,  wie sie Huter bereits ausgeübt hat.

Das vierte Bildchen zeigt die Madeleine, wie sie aus dem Zustand tiefer Trauer durch freundliche Musik in glückliche Erinnerung versetzt wird.

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Wohlgemerkt, diese Darstellungen zeigen bloße seelische imaginäre Zustände, – wieviel nachhaltiger müssen diese erst im wirklichen Leben sich auswirken!

Das ganze Gesicht ist von freudiger Erinnerung belebt, Augen, Mund und Wangen haben den frohen Ausdruck.

Das glückliche Gefühl steigt von innen auf und bringt die Wangen und alle Gewebe in lebenswarme, volle plastische Spannung. Das Haar nimmt an diesem glücklichen Gemütszustand teil, es ist gehoben, weich gelockert

Die zugrunde liegende Wahrheit ist, daß die Lebenskraft in glücklichem Zustand aus allen Atomen und Molekülen neue Nahrung saugt, wodurch der gesamte Lebensprozeß erhöht, das Leben gestärkt wird.

Der Ernst und der Kampf des Lebens sollen also stetig, wie die Natur durch die Sonnenstrahlen beglückt und belebt wird, durch die Wunderkraft der Freude, der Liebe verschönt und durchsonnt werden. Nie soll die Trauer überhandnehmen, denn sonst saugt die lebendige und scheinbar tote Umgebung noch die Lebenskraft auf.

So könnte an über 1000 Bildern der Madeleine diese Darlegungen erweitert werden, eine ganz neue Lebenskunst aus dem Lebensausdruck erlernt werden, jedoch bleibt dieses einer späteren Zeit vorbehalten. –

An den vier Bildern sieht man deutlich, wie das angeregte Gefühlsleben sich bis in alle Körperteile fortpflanzt und gesetzmäßig offenbart. Was ist dageben alle Theorie? –Form und Ausdruck sind der Born der Wahrheit

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Form und Geist (Hinzugefügt)

 

Man braucht nur die anatomischen Abbildungen 5 und 6 zu betrachten, um inne zu werden, wie reich der aus den inneren Leiborganen kommende verschiedenartige Blut- und Schlagadernverlauf der linken und rechten Gesichtshälfte ist und daß diesbezüglich ein Zusammenhang mit den äußeren Wangenformen bestehen muß.

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Fig. 5. Rechte Hals-, Kopf- und Gesichtsseite mit vorherrschendem schwerem Saug-Blut in den venösen Adernverzweigungen. Nach Prof. Östreicher

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Fig. 6. Linke Hals-, Kopf- und Gesichtshälfte mit vorherrschendem hellrotem Schlagaderblut in den arteriellen Adergefäßen

Die rechte Gesichtshälfte ist mehr mit dickeren, die linke mit dünneren Blutadern durchzogen, daher zeigen die Wangen nicht nur den gesunden Vorrat und die Beschaffenheit der Blutstoffe, Kräfte und Körpersäfte, sondern die Verschiedenheit und Bedeutung dieser körperlichen Zustände spiegelt sich demgemäß auch in einer geringen oder stärkeren Verschiedenheit beider Wangen.

Aber auch mit Lymphgefäßen sind die Wangen reich durchzogen, daher zeigt sich hier die mehr oder weniger gesunde Beschaffenheit der Lymphe und Säfte und deren Fülle, wie uns Fig. 7 leicht zu belehren imstande ist.

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Fig. 7. Die Lymphgefäße des Gesichts und des Halses. Nach Prof. Dr. med. Weber

Die Gesundheit von Blut und Lymphe, Stoff und Kraft, gründet sich auf den regen Stoffwechsel und die gute Verdauung, daher ist es verständlich, daß die Darmbeschaffenheit des Leibes an den Wangen sich gleichzeitig mit widerspiegeln muß.

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Spiegeln, Mirrors (Hinzugefügt)

Das ist alles so selbstverständlich und so einleuchtend, daß man sich nur wundern muß, daß diese Zusammenhänge so wenig Beachtung gefunden haben. Man übersah das Naheliegende, die wunderbare Einheit des lebendigen inneren Körperlebens und des äußeren Lebensausdrucks.

Es ist nicht nötig, auf die Kraftrichtungs- und Entwicklungsordnung einzugehen, die Huter in der Natur gefunden und nachgewiesen hat, um weitere wissenschaftliche Belege für den Zusammenhang der Wangen mit den inneren Körperorganen darzulegen, denn das Angeführte ist genügend stichhaltig und einleuchtend.

Im weiteren müssen wir in Betracht ziehen, daß die Wangen auch außerordentlich reich mit Nerven durchzogen sind, die teils aus den Leiborganen, teils aus dem Gehirn kommen.

Daher zeigt sich an Wangen und Gesicht nicht nur das Unbewußt-Inner-Körperliche, sondern auch das Bewußt-Körperliche, schließlich sogar der Eindruck der objektiven äußeren Welt, der Außer-Körperlichen, das dem Bewußtsein durch das Auge und die weiteren Sinnesorgane vermittelt und zum Gesicht übertragen wird.

Somit haben wir für den Lebensausdruck der Wangen die so nötige real-wissenschaftliche Unterlage und wollen an Bildern aus dem Leben unsere Studien fortsetzen.

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Bild 8. Die vollen, weichen Wangen Archiv

Figur 5, 6 und 7 zeigen deutlich, wie die Blut- und Lymphsäfte und mit ihnen die Lebens- und Seelenkräfte, die aus den Leiborganen aufsteigen, sich über Hals, Wangen und Gesicht verteilen.

Wenn nun die Ernährungs- und Verdauungs-, also die Leiborgane stark betont sind, dann zeigt sich das folgerichtig klar und deutlich an den vollen, fleischigen, weichen Wangen und am Hals wie bei Bild 8.

Diese vollen und weichen Wangen und Halsformen deuten also auf eine reiche Stoffülle, Blut-, Lymph- und Säftebildung, auf einen großen Vorrat von Stoff und Kraft.

Man kann sich diesen würdigen Mann im reifen Alter sehr gut als den tüchtigen Wirt eines gemütlichen Gasthauses alten Stils, als Besitzer und Hausvater denken.

Die weichen, vollen Wangen sind ausdrucksvoll belebt, der Mund zeigt den prüfenden Zug und den Feingeschmack, Augen und Gesichtszüge sind ernst und nachdenklich, die Nasenform bestimmt und fest, kraftvoll das Seitenhaupt, es ist das wirtschaftliche Talent.

Mit dieser Stoffülle, der reichlichen Produktion an Blut- und Lymphsäften, der zu diesen vollen Wangen- und Halsformen gehörenden beleibten Gestalt ist auch eine entsprechende seelische und geistige Einstellung und Veranlagung verbunden. Alles was mit der Lebensmittelproduktion und der entsprechenden Wirtschaftlichkeit zusammenhängt, findet hier reichliches Interesse und Verständnis.

Es ist das von Carl Huter entdeckte Ruh- und Ernährungs-Naturell, ein Lebensgrundformtypus.

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Chemisches Ruh- und Ernährungs-Naturell (Hinzugefügt)

Die Veranlagung ist durchaus normal und gesund, es ist der bevorzugte Stoffumsatz, der rege, gesunde Stoffwechsel, der diese angenehm und ausdrucksvoll geformten Wangen kennzeichnet.

Der Mann ißt reichlich und gut, er liebt eine leicht verdauliche, gut zubereitete Kost, – dagegen ist nichts einzuwenden, er ißt durchaus nicht übermäßig. Die Nahrung wird aber gut umgesetzt und verdaut. Die Körperfülle verursacht keine Beschwerden, er ist lebensfroh und munter und kann ein hohes Alter erreichen.

Daraus ist die Bedeutung dieser vollen, weichen, säftereichen Wangen deutlich zu erkennen.

Auch diese Frau, Bild 9, hat die vollen fleischigen Wangen, den vollen Hals, die gesunde, glatt und frisch gespannte Haut, ein klares Auge und einen natürlich guten, wenn auch etwas besorgt unruhigen Ausdruck.

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Bild 9. Voll geformte Wangen, kurzer voller Hals, reiche Stoffülle und Ernährungsanlage

Sie ist im Moment des Photographierens etwas mißlich gestimmt, was sich mimisch im Ausdruck von Augen, Mund und mittlerem Gesicht zeigt, sonst ist sie aber, wie die Formen an sich kundgeben, lebensfroh, sehr praktisch, wirtschaftlich und gutmütig.

Diese vollen Wangen deuten also auf reichliche Stoffülle, auf eine sehr gute Verdauung und Ernährung, auf einen gesunden Stoffwechsel und im Rahmen der Allgemeinveranlagung, da aus dem Leiblichen das Seelische hervorwächst, aus einen klugen, praktischen, wirtschaftlichen und ökonomischen Sinn.

Der etwas gröbere Mund zeigt, daß sie in der Nahrungsaufnahme durchaus nicht wählerisch ist, einfach, leicht verdaulich und gut zubereitet muß die Kost sein.

Wer also glaubt, diese Menschen müßten schlemmen und prassen, der irrt sich. Die natürliche Fülle ist die gesunde, normale Veranlagung des Ernährungs-Naturells mit den vorzugsweise betonten Leib- und Verdauungsorganen. Es sind lebensfrohe, tüchtige Menschen, die das Bestehende zu erhalten suchen, wenn sie in die reale Lebenswirklichkeit gestellt sind, in welche sie hineinpassen. –

Dieses antike Bildwerk Nr. 10 zeigt die Ruine eines Menschen, einen alten reichen Römer, der durch Übergenuß und Ausschweifungen bald am Ende angelangt ist.

Hier hat die gesunde Natürlichkeit längst aufgehört. Der Mann hat dem Guten zu viel zugesprochen, was allein schon aus dem häßlichen Mund ersichtlich wird, der auf Übergenuß und Entartung deutet.

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Bild 10. Ein häßlicher alter Römer Glyptothek, München

Bei den alten Römern war Schlemmen und Prassen eine sehr üble Sitte der reichen Stände. Hier sehen wir das Endresultat.

Überall am Gesicht und am Hals zeigen sich häßliche Formveränderungen, die Wangen sind faltig und filzig geworden, der tiefe, scharfe Einschnitt der Wangen seitlich vom Auge abwärts bis zum Unterkiefer, der wie mit dem Messer gemacht erscheint, deutet auf Gefühlsverhärtung.

Der Übergenuß und die Ausschweifung ersticken das unbewußte normale Gefühl in den die Lebenssäfte und Kräfte produzierenden Leiborganen, erzeugen kein Wohlbefinden, sondern Ekel und Überdruß, daher die Rückwirkung in den häßlichen Formveränderungen an Wangen, Hals, Kinn, Nase und Mund. Entsprechend ungünstig verändert sind Seele und Charakter.

Auch das Obergehirn, das Schädeldach, das sich nach links zu abflacht und nicht mehr gerade sitzt, steht unter einem Überdruck, wodurch die edelsten Organe, die hier liegen, verkümmert sind, was wiederum auf das Gesicht ungünstig zurückwirkt.

Die Moral ist: lebe einfach und schlicht je nach der Veranlagung, vermeide jeden Übergenuß, dann bleibt das gesunde, natürliche Lebensgefühl erhalten und spiegelt sich im reinen und schönen Körperbau, in Augen und Gesichtsausdruck wieder.

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Naturell-Schema von und nach Carl Huter (Hinzugefügt)

 

Die folgenden Bilder 11, 12 und 13 zeigen uns nun etwas typisch anderes.

In Bild 11 sehen wir das Bewegungs-Naturell, den zweiten Haupttypus des Lebens.

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Bild 11.         Archiv

Hagere Wangen und natürlich gesunde Veranlagung

Hier sind die Wangen hager, mager, markant, muskulös und fest. Bewegungsfleißige Menschen haben oft die mageren Gesichter.

Man betrachte nun das lange Gesicht, das feste, sehr starke Kinn, den starken Unterkiefer, die starken Jochbeine. Ein enorm starkes Knochengerüst bildet hier die Unterlage für den Gesichtsbau, daneben ein straffes und festes Muskelsystem.

Das ist hier natürliche Veranlagung und gleichbedeutend mit Gesundheit.

Demgemäß steht aber die Fülle und der Reichtum in der Ernährung, der Blut- und Nervenstoffe und –kräfte, der Lymphe und Säfte zurück. Die Knochen- und Muskelkraft herrscht vor. So erklären sich die straffen, mageren und hagern Wangen aus ganz natürlicher, gesunder Veranlagung heraus.

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Ohne Kenntnis dieser Naturelltypenlehre, die Weltbedeutung hat, könnte man leicht, wollte man Bild 8 und 9 als Norm für alle Menschen betrachten, glauben, hier läge ein Mangel, eine Minderwertigkeit oder gar Krankheit vor. Erst diese Naturellehre gibt uns eine Vorstellung davon, in welcher Richtung und Gesetzmäßigkeit das Leben des Einzelnen verläuft.

Dieser Mann ist sehr fleißig, er strengt sich energisch an, verbraucht viel Kraft, ist aber trotzdem der Arbeit gewachsen. Der Mund und das Auge haben noch den freundlichen Zug.

Er kann Enormes aushalten und leisten, aber immerhin ist es gut, wenn er seine Veranlagung kennt, dann ist er imstande, seine Leistungsfähigkeit durch die Beachtung der Ökonomie in Einnahme und Ausgabe der Kraft auf der Höhe zu erhalten.

Wird die Entwicklung zu sehr angetrieben, forciert, ein Volk z.B. überanstrengt, muß es Ruhe und Schlaf entbehren, dann erschöpft sich, wie die Geschichte der Portugiesen, Türken, Araber und anderer Völker lehrt, nach dem ersten erfolgreichen Ansturm bei länger dauerndem Kriege die Kraft schnell, und ein solches Volk braucht Jahrhunderte und Jahrtausende, um sich wieder zu erholen.

 

Bei diesem jungen Mann, Bild 12, ist deutlich zu sehen, daß von der linken Augenecke abwärts nach der Wange zu sich ein hohler Zug herabzieht bis zum Unterkiefer.

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Bild 12. Zu starker Verbrauch von Reservestoff und –kraft Archiv

Hier an den Wangen zeigt sich der Vorrat an Reservestoff und –kraft, an Blut- und Lymphsäften, der in diesem Falle schon zu stark in Anspruch genommen ist.

Nicht daß der junge Mann deswegen sich krank fühlen müßte. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil er ist noch auf der Höhe seiner Kraft und voller Arbeitstätigkeit.

Aber das Kinn ist nicht so stark wie bei Bild 11, das deutet auf ein entsprechend schwächeres motorisches Nervensystem hin, der Kraftverbrauch ist verhältnismäßig zu stark. Das wirkt ungünstig auf sein Gemüt ein, daher zeigen Mund und Auge nicht den frohen, glücklichen Ausdruck.

Wenn auch bei der immerhin vortretenden Bewegungsanlage die hageren Wangen an ich durchaus natürlich sind, macht sich doch der erwähnte hohle Wangenzug etwas stark bemerkbar.

Der körperliche und geistige Arbeitssinn ist hier stark und der Nahrungssinn, seitlich vor dem Ohr, dem gegen über schwach, daher werden durch die Ernährung und Verdauung die verbrauchten Stoffe und Kräfte nicht genügend stark ersetzt und das Gehirn nimmt die Kraft unmittelbar aus dem Reservevorrat in den Wangen, wodurch der erwähnte hohle Zug entsteht

So kann man im Gesicht die Ökonomie von Kraftausgabe und –einnahme gut beobachten, und wir lernen, daß der Bewegungstypus an sich zum starken Verbrauch seiner Kräfte neigt, ohne genügend auf den guten Ersatz derselben zu achten, wodurch auf die Dauer seine Leistungsfähigkeit oft nicht so auf der Höhe bleibt, wie es bei richtiger Einnahme und Ausgabe der Kräfte sein könnte. Mit der Zeit wird die Reserve- und Herzkraft zu einseitig beansprucht.

Daher ist es wichtig, den Lebensausdruck zu beachten, um einen Maßstab der Lebenskunst zu besitzen. –

Stirn, Augen, Nase und Kinn zeigen bei Bild 13 die vorzüglich entwickelte Verstandeskraft, Arbeitstüchtigkeit, Fleiß, Willenskraft und den starken Impuls zu körperlicher und geistiger Tätigkeit, selbst der Bart bringt dieses auch zum Ausdruck.

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Bild 13. Ein hochentwickelter Mann mit sehr eingefallenen Wangen R. Zickner

Dagegen sind die Wangen merklich hohl und eingefallen. Durch geistige Arbeit ist hier die Kraft verbraucht, das Gehirn zehrt sozusagen an den Wangen und höhlt sie aus. Auch an der Schläfe, am Ohr, an Nacken und Hals zeigt sich der zu starke Kraftverbrauch.

Es ist das Talent, das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell. An sich sind ja die hagern schmalen Wangen hier typisch, aber sie sind doch zu stark eingefallen.

Der Nahrungssinn, siehe die Formbildung vor den Ohren, ist zu schwach, ebenso der Sinn für Ruhe und Schlaf.

Daher wird die Gehirn-, Nerven- und Körperkraft leicht überanstrengt und es erfolgt Abmagerung zuerst im Gesicht an den Wangen, dann an Hals und Nacken usw. Daß die Verdauungstätigkeit darunter leidet und am Ende die ganze Leistungsfähigkeit ist naheliegend.

Das kann aber nicht erwünscht sein. Gewiß soll der Mensch sich auf das Äußerste anstrengen, besonders wenn er Gutes tun kann. Er darf sogar, wenn er Großes tun kann, sein Leben und seine Gesundheit opfern.

Das schließt aber – von diesen Ausnahmefällen abgesehen – nicht aus, seiner Körperveranlagung Rechnung zu tragen, das Gleichmaß der Kräfte und damit Lebenskraft und Gesundheit auf der Höhe zu erhalten.

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Cover Krankenphysiognomik (Hinzugefügt)

Das Gesicht ist der Gradmesser aller körperlichen und geistigen Kräfte, man glaubt gar nicht, welch wunderbares Kontrollmittel man hier zur Verfügung hat, das sozusagen erst neu entdeckt ist und im Sturm und Drang des Lebens bisher so gut wie gar keine Beachtung gefunden hat.

Hier sind die ersten Hinweise in das Neuland einer überragend großen Wissenschaft. Möge man sie freundlich aufnehmen, sie nutzt jedem Menschen, bring niemandem Schaden, und der moderne Kulturmensch, der alle seine Kraft ungeheuer vielseitig anspannen muß, wird förmlich, will er sich behaupten, in diese neue Bahn gedrängt, Geist und Leben aus dem Lebensausdruck unmittelbar erkennen zu lernen.

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In den Formen lebt der Geist (Hinzugefügt)

 

Bei dieser Frau, Bild 14, ist der schwache Nahrungssinn charakteristisch bei gleichzeitig starkem Liebestrieb.

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Bild 14. Der schwache Nahrungssinn Huter-Museum

Im Gesicht sind die bis zum Kinn eingefallenen sehr zarten und durchsichtigen Wangen deutlich erkennbar, dort wo der Studienkopf die Darmbeschaffenheit und das Gefäßsystem verzeichnet, ferner die Magerheit unter dem Kinn und am Hals, wo die Körperfülle zum Ausdruck kommt.

Aber auch an den Schläfen, den oberen Augenlidern sind an allen Gewebsteilen, die bei guter Ernährung – siehe Bild 8 und 9, der starke Nahrungssinn – voll gefüllt sind, läßt sich die Magerheit im Gesicht leicht erkennen.

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Bild 8 und 9

Auch die Gewebe vor dem Ohr, wo der Nahrungssinn liegt, zeigen zwar Reinheit, aber keine plastische Fülle und Spannkraft.

Auch der Sinn dieser Frau ist entsprechend, er ist nicht auf Essen und Trinken und auf die Genuß- und Gefühlsfreude gerichtet, die sonst damit verbunden ist, sie bleibt in diesen Dingen gleichgültig und die Nasenspitze, welche den Magenzustand zeigt, erscheint schwach und klein.

Die Verdauungskraft ist nur schwach und die Gewebe an den Wangen sind demgemäß von einer gewissen Zartheit und Schlaffheit.

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Aber ganz im Gegensatz hierzu ist doch zunächst einmal das Empfinden stark und anhaltend, denn das Gewebe seitlich der Nasenform zeigt eine ganz schöne Weichheit und Plastik.

Auch die Augen sind offen und ausdrucksvoll, die oberen und unteren Augenlider von lebhaftem Schwung, das Kinn gerundet und kräftig vorstehend, charakteristisch für den starken weiblichen Liebestrieb. Besonders tritt aber eine Spannung und Fülle der Gewebe der unteren Nasenform und Oberlippe in die Erscheinung.

Diese Gesichtsorgane und Formteile deuten auf einen starken Liebessinn mit der entsprechenden Organveranlagung, wenn auch am Mund ein leidender Ausdruck da ist. Die Frau ist leidend, wofür die eigenartige Anlage schon die Grundlage und Disposition bildet.

Diese Gegensätze in der Veranlagung treten recht deutlich in die Erscheinung und zeigen, daß die Natur alle erdenklichen Formen, Variationen und Eigenarten in der Veranlagung des Menschen hervorbringt, daß man diese erkennen sollte, um dem einzelnen gerecht zu werden und ihn in Krankheitsfällen in bester Weise helfen zu können.

 

Bild 15 bietet keine großen Schwierigkeiten in der Erkennung dieses körperlichen Zustandes, der natürlich auch auf das seelische Empfinden zurückwirkt.

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Bild 15. Darniederliegende Verdauung Huter-Museum

Wenn wir wissen, was an den Wangen hauptsächlich zum Ausdruck kommt und das Naturell, den Typus, beachten, so fällt uns die in der Gegend der Augen und zu den Ohren in der Grundform gut breite Gesichtsbildung auf, ähnlich beim Ernährungs-Naturell. Der Nahrungssinn ist stark.

Aber die Wangen darunter fallen stark ab und zeigen sehr ungünstige Formveränderungen.

Das liegt zunächst an einer Hautkrankheit, die aber wiederum in einer sehr mangelhaften Tätigkeit der Ausscheidungsorgane ihre Ursache hat, die eine chronische Selbstvergiftung nach sich zog.

Ganz entsprechend sind die Formveränderungen an den Wangen, am Mund, an Hals und Augen und der gesamte Ausdruck.

Die Formen sind unrein und schwer, verdickt, wie angeschoppt, die grau-blaue Färbung der Venen bestimmt den Farbton der Wangen, ganz typisch die träge Bluttätigkeit zeigend.

Wenn man die einzelnen Areale betrachtet, die der Studienkopf zeigt und weiß, daß sonst das gesunde arterielle Blut, die Blutstoffe und Körpersäfte die Wangen so lebhaft und rein durchbluten und ihnen die frische Farbe verleihen, dann wird einem dieser Gesichtsausdruck verständlich.

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Studienkopf (Hinzugefügt)

Es stellte sich als Folge dieser Selbstvergiftung und mangelnden Tätigkeit der Ausscheidungsorgane – auch die Iris der Augen zeigt den äußeren dunklen Ring, der auf mangelhafte Hauttätigkeit deutet – die Hautkrankheit und Gicht ein mit starken Formveränderungen an Händen und Füßen.

Soweit sollte es natürlich nicht kommen, die Gesichtsformveränderung zeigte ja schon seit langem, wohin der Weg geht. Frühzeitig hätte der Rat eines Arztes und Heilers eingeholt werden können.

Die Behandlung wurde auf Abstellung der krankmachenden Ursachen begründet, dauerte natürlich etwas länger, aber sie hatte guten Erfolg.

[Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm: Carl Huter war sehr erfolgreicher Heiler von meist sehr schwer erkrankten Menschen in seiner Funktion als Direktor seiner eigenen Heilmethode und Anstalt in Detmold vor 100 Jahren – seine bahnbrechenden Heilerfolge weckten sogar das Interesse von höchsten Kreisen in Fürstenhäusern, allerdings auch den Neid von einigen Ärzten, die alles unternahmen, um Carl Huter als Nichtakademiker und nicht approbierter Mediziner mit unfairen Mitteln gerichtlich sein wohltätiges Wirken für kranke Menschen zu untersagen]

Schon die niedersten Volksstämme, z.B. in Afrika, haben nach den Berichten von Reisenden ein natürliches Geschick, herannahende Krankheiten aus dem Gesicht zu erkennen. Daher sollte uns modernen Kulturmenschen dieses wichtigste Lebensgebiet nicht mehr länger verschlossen und in Dunkel gehüllt bleiben.

 

Sehr lehrreich ist auch Bild 16, es zeigt das unreine Blut und Gewebe. Das ist allein an den äußeren Unreinheiten der sonst bei jungen Menschen frischen, lebhaften und blühenden Haut zu erkennen.

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Bild 16. Intelligenter, junger Mann mit unreinem Blut und Gewebe Huter-Museum

Dort, wo an den inneren Augenecken seitlich verlaufend der Zustand der Nerven sich abzeichnet, zieht sich ein flacher, eingefallener Zug über die Wangen, dorthin, wo die Beschaffenheit und Fülle des arteriellen und venösen Blutes, der Reserve-Säfte und der Lymphe zum Ausdruck kommt.

Auch dort, wo seitlich des Mundes und unter der Unterlippe Galle, Leber und Milz ihre Korrespondenzen zeigen, sind ungünstige Formveränderungen vorhanden, ein Zeichen, daß diese Organe mitleidend sind.

Auch die untere Nase zeigt an der Spitze, wo infolge der anatomisch-physiologischen Korrespondenz die Magentätigkeit zum Ausdruck kommt, eine beträchtliche Verdickung und Verformung.

Die Gewebe im allgemeinen haben etwas Brüchiges und Unreines, es fehlt die Frische des Blutes, womit natürlich auch entsprechende unreine Farbtönungen verbunden sind, die man nur an farbigen Bildern zeigen könnte.

Interessant ist, daß auch das Haar eine trockene, brüchige Konstanz zeigt, ebenso, daß der bei Bild 15 erwähnte dunkle äußere Irisrand deutlich zu sehen ist.

Schuld an diesem Zustand waren ungünstige Wohnungs- Lebensverhältnisse, mangelnde Körpertätigkeit in frischer Luft und unrichtige Ernährung.

Sonst ist der junge Mann aber sehr intelligent, man bedecke nur das untere Gesicht und betrachte die großen, ausdrucksvollen Augen, die energische Formung der Augenlider und Nasenwurzel, die kraftvoll vorgebaute Stirn, um das sofort und deutlich zu erkennen.

Der Lebensausdruck ist offensichtlich doch ein Studiengebiet von so weittragender Bedeutung und praktischer Selbstverständlichkeit, das man gar nicht mehr achtlos daran vorbei gehen sollte. Bei aller Geschäftigkeit des Lebens sollten wir nicht uns selbst, das ausdrucksvolle Leben, am wenigsten kennen und beobachten.

 

Wir dürfen bei unseren Wangenstudien nicht den dritten Haupttypus des Lebens übersehen, obwohl gerade dieser Mensch am wenigsten hervortritt, sich ganz und gar nicht hervordrängt.

Und doch gibt derselbe dem Leben erst die Würze, das unsichtbare reizvolle Agens, das uns zeigt, daß es noch etwas Höheres in der Natur gibt, das wir pflegen sollten.

Es ist das Empfindungs-Naturell, das weder die vollen, fleischigen, noch die hageren und markanten Wangen hat, sondern dazwischen liegend die zarten, schmalen, blaß-gelblichen Wangenformen.

Sofort verständlich wird uns dieser Typus durch das Kunstwerk „die Psyche“ im Empfindungs-Naturell.

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Bild 17. Psyche im Empfindungs-Naturell Huter-Museum

Es ist der behende, graziöse, zarte, zierliche, kleine und feine Menschentypus, die duftige Menschenblume.

Der Körperbau ist zart, ebenso sind es die Glieder, der Hals und das Gesicht, die Wangen sind zart und fein.

Leicht übersieht man natürlich diese feinen Menschennaturen, da sie an sich so bescheiden und meist unscheinbar sind. Denn weder die Knochen und Muskeln, noch die Verdauungsorgane sind stark, alles Massige fehlt, aber Nervensystem und entsprechend die Lebens-, Liebes- und Schöpferkraft Helioda.

Den Typus brauche ich nicht genauer zu beschreiben, er is unsern Lesern bekannt, und das Bildswerk zeigt ihn in seiner ganzen zarten Pracht und Schönheit. –

Diese in ihrem Äußern – Haar, Haut, Kleidung und Lebensart – sehr gepflegte junge Dame, Bild 18, zeigt uns wiederum den dritten Haupttypus des Lebens, wenn auch mit etwas stärkerer Bewegungstönung in glücklichen äußeren Lebensverhältnissen.

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Bild 18. Ein verfeinerter moderner Kulturtypus Archiv

Der Sinn ist auch zweifellos etwas stark auf das Äußere des Lebens gerichtet, weniger auf die seelische Vertiefung. Das liegt an der modernen Zeitrichtung, die, wenn Geld und Güter da sind, alles Erdenkliche an Schönem zu bieten hat und in der das Religiöse zurücktritt, dann auch daran, daß dieser Typus leicht durch das Schöne des Lebens zu beeinflussen ist.

Das schöne Profil zeigt den fein entwickelten Kulturtypus, eine wirklich verfeinerten Menschen.

Die Stirn zeigt klassische Reinheit und Wölbung, die Nasenwurzel ist gut hervorgehoben, die Augenformen sind schön, Oberlippe, Mund und Kinn zeigen einen glücklichen Ausdruck und geadelte Formbildung.

Hals und Nacken sind zart, auch die Wangen bei aller Jugendfrische ganz charakteristisch, lebhaft durchblutet, frisch, gesund, aber nicht zu voll und auch nicht zu hart.

Es ist der Ausdruck der Lebens- und verfeinerten Genußfreude und der Gesundheit.

Damit soll gezeigt werden, daß die Wangenbildung, die Blut- und Stoffbeschaffenheit jeweils durch den Typus charakterisiert wird, die entsprechende Grundveranlagung und von da aus zu betrachten und zu bewerten ist.

Daß man also nicht glaubt, die zarten, schmalen, meist gelblich blassen Wangen seien gegenüber den sehr vollen prallen oder den hageren und festen Wangen etwa kein Zeichen der Gesundheit oder vollen Natürlichkeit. Der Mensch ist im Rahmen seines Körpertypus zu betrachten, der für ich innerhalb seiner Rasse maßgeblich ist. –

 

Ein Empfindungsnaturell zeigt uns auch Bild 19, freilich in bei weitem nicht so sonnigen, äußeren Lebensverhältnissen, sondern darauf angewiesen, sein Brot durch eigene, nicht leichte Arbeit zu verdienen.

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Bild 19. Zarte, weiche Wangen Archiv

Wir erkennen das kleine Gesicht, die zarten, dünnen, aber belebten und ausdrucksvollen Wangen.

Die Kraft-, Stoff- und Blutfülle ist nur gering, ebenso die Lymph- und Säftebildung und der Vorrat an Reservestoff- und –kraft, daher sind die Wangen schmal und zart und die Verdauungskraft ist nicht robust.

Der Mensch ist aber so durchaus natürlich und gesund. Die Frau ist sehr fein-empfindend, die Intelligenz, die seelische Tiefe und entsprechende Einstellung herrscht vor, die robuste Kraft tritt zurück.

Man betrachte nur die vorzügliche hohe, breite Stirn- und obere Seitenhauptbildung, die fein geformte Nasenwurzel, die aufmerksamen, empfindsamen, weichen Augen.

Das Ohr ist groß und dabei schön gebildet, daher ist sie tat- und seelenvoll und, wie der Gesamtausdruck zeigt, auch intelligent, ernst und voller Pflichteifer.

In diesem Rahmen passen die schmalen, zarten Wangen, der zarte Hals- und Körperbau durchaus natürlich sich an.

Allerdings bilden sich leichte Falten an der oberen Stirn, leichte Schatten um die Augen, die sich den Wangen zu fortpflanzen, auch sind die Nasenflügel nur zart und dünn.

Die Frau lebt in einer Industriegegend, wo die Luft nicht gut ist und sie ist angestrengt berufstätig.

Es ist daher natürlich, daß dieser zarte Typus sich da am besten entwickelt, wo er sich in verfeinerter Lebensart, Schönheit und Geisteskultur betätigen kann, dem realen, rohen und harten Leben setzt er nur wenig Widerstand entgegen.

 

Den Beweis für das zuletzt bei Bild 19 Gesagte liefert uns Bild 20.

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Bild 20. Starker Kraftverbrauch Archiv

Auffallend ist hier der bekümmerte Ausdruck an Augen und Mund, die Abmagerung an Wangen und Hals, die zu verstehen ist, wenn man die starke Spannkraft an Kinn und Unterkiefer betrachtet.

Der Mann hat von Jugend an eine zu schwere Berufsarbeit gehabt, die nicht mit seiner Veranlagung in Harmonie steht.

Denkt man sich eine wagerechte Linie durch die Mitte der beiden Augen verlaufend, so liegt oberhalb derselben an Formmasse mehr wie im Gesicht unterhalb. Es ist also das Empfindungs-Naturell, das mehr für eine geistige Betätigung in Verbindung mit leichter und feiner Körperarbeit, als für ausschließlich schwere Körperarbeit veranlagt ist.

Daher kann dieser Mensch aus der Harmonie zu sehr in die elektrische Energie und Disharmonie, und vor lauter Aufregung und Behauptungswillen im Lebenskampf sind die Ohren quer abstehend geworden.

Im oberen Teil sind die Ohren hängend, weil er sich auch seelisch-geistig nicht so betätigen konnte, wie es eigentlich seiner Anlage entsprochen hätte.

Das große Gehirn verbraucht schon an sich durch das starke Ideenleben im Verhältnis zum zarten Körperbau sehr viel Kraft. Es kommt die zu schwere Arbeit hinzu und daher tritt u.a. oberhalb des Bartes die tiefe Mattigkeit der Wangen in die Erscheinung, die Abmagerung unter dem Kinn an Hals und Nacken, die starke Unruhe an der Nasenwurzel und die sorgenvollen Querfalten der Stirn. Das Auge ist ja auch wie Hilfe suchend und fast verzweifelt. –

Der Gesichtsausdruck, die Wechselwirkung von Innen- und Außenwelt, läßt sich so mit wenigen Worten erklären. Der Dichter hat also recht:

„In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte, –

Sein Hassen und Lieben deutlich geschrieben –

Sein innerstes Wesen, es tritt hier ans Licht,

Doch nicht jeder kann´s lesen, verstehn jeder nicht!“

 

Darum weisen wir auf diese lehrfähige Menschenkenntnis hin. 


Des Körpers Form ist

Seines Wesens Spiegel.

Enthüllst du sie, so löst

Sich dir des Rätsels Siegel. 

 

 

Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

dgm053-buecher

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

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