DgM 059

Der gute Menschenkenner 059 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

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  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        
                                                                                                                          nach Carl Huters Psycho-Physiognomik                                                                                                      

© Dezember 1937, Nr. 59

 

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HARMONIE UND

DISHARMONIE DER

4 TEMPERAMENTE

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Die vor 4000 Jahren schon bekannte uralte Temperamentslehre soll heute nach neuen Forschungen Carl Huters behandelt werden.

So, wie die Temperamentslehre durch Huter gewürdigt und erklärt wurde, hat man seine Freude daran und gewinnt auch einen wirklichen praktischen Nutzen.

Der Leser betrachte zunächst rechts oben die Abbildung der Temperamente, wie sie Huter darstellte.

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Die Charakteristik ist folgende:

I Der Phlegmatiker zeigt Willenslosigkeit gegenüber III, dem Choleriker.

II zeigt Entäußerug alles Innenlebens.

III zeigt Willen.

IV zeigt Absorbierung alles Außenlebens ins eigene Innere hinein.

 

1. Das phlegmatische Temperament prägt das vegetative körperliche Leben aus. Es ist langsam im Gefühl und in der Bewegung, daher auch gleichgültiger wie die anderen Temperamente.

Der Phlegmatiker läßt sich nur schwer aus der Ruhe bringen, er vermeidet unnötige Anstrengungen übereilt nichts, besinnt sich lange und entschließt sich schwer.

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2. Das sanguinische Temperament ist lebhaft, unbedingt aktiv, zu lebhafter Bewegung geneigt, aber mehr mit heiterem Lebensgenuß, weniger mit verzehrendem Willen.

Der Sanguiniker ist im allgemeinen stets heiter und vergnügt, er macht sich keine unnötigen Sorgen und faßt nichts zu tragisch auf. Er paßt sich leicht an, möchte gerne gut leben und Unangenehmes schnell vergessen.

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3. Das cholerische Temperament ist zu energischer Bewegung geneigt, welche leicht zu Überanstrengung der Kräfte führt. Seine Richtung heißt: einen bestimmten Willen schnell, energisch und rücksichtslos auf Kosten jedes Lebensgenusses durchsetzen sowohl bei der eigenen Person, als auch bei anderen Menschen.

Der Choleriker ist leicht reizbar, heftig und aufbrausend, er handelt oft vorschnell. Er schreckt nicht vor eigener Gefahr zurück, ist sehr tatkräftig, vermeidet alles Träge und Langsame, gelangt gerne schnell zum Ziele und verachtet alles Zimperliche und Feinfühlige. –

Das sanguinische Temperament ist zu gleichen Teilen aus den Gefühls- und den Bewegungsnervenimpulskräften zusammengesetzt. Hingegen ist das cholerische Temperament aus vorherrschenden Bewegungsimpulsen hervorgegangen. –

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4. Das melancholische Temperament hat das Gefühlsleben meist derart überwiegend vorherrschend, daß die Bewegungsimpulse dabei völlig zurückgedrängt sind.

Der Melancholiker ist ein Träumer, nachdenklich, grüblerisch und verdrießlich. Er findet keine rechte Freude am Leben, denkt über sein trauriges Schicksal nach, sucht die Einsamkeit auf und betrachtet alles wie durch eine trübe Brille.

Aus diesen kurzen Beschreibungen geht schon deutlich hervor, daß man von vornherein das Wesen des Temperaments nach dem wörtlichen Begriff richtig erfassen sollte.

Das Tempo ist das Zeitmaß. Unter Temperament hat man also die Schnelligkeit oder Langsamkeit der Bewegungsart zu verstehen.

Das Temperament kennzeichnet den Bewegungsvorgang eines Menschen, die Art eines inneren Reizzustandes oder den durch äußere Einwirkungen gereizten Zustand eines Lebewesens.

Daher stellen unsere vier Bilder das Temperament des Menschen auch in der Bewegung dar, in Mimik und Gebärden.

Auch ist es richtig, das Temperament durch ein und dieselbe Person darzustellen, wie es die weiteren vier Bilder zeigen.

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Das Temperament muß nämlich wechseln, sonst geht es leicht, wenn es konstant wird, von dem gesunden in den kranken Zustand über.

Es gibt demzufolge Menschen, die morgens sanguinisch (lebhaft), mittags cholerisch (energisch-schnell), nachmittags phlegmatisch (ruhig) und abends melancholisch (tief ernst) sind.

Der Leser betrachte die vier Bilder oben links, es sind vorzügliche Darstellungen des sehr tüchtigen Photographen und ausgezeichneten Kenners der Mimik und Gebärdensprache Fritz Möller-Halle.

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1. Das phlegmatische Temperament zeigt eine ruhige glatte Stirn, da es langsamer und gleichgültiger im Gefühls- und Gedankenleben ist, das Auge nimmt nur wenig auf, der Blick ist träge und schläfrig.

Die Hände liegen auf dem Bauch, wo das körperliche Leben wirksam ist, und das Gesicht zeigt deutlich, daß dieser Mensch sich nicht aus seiner beschaulichen Ruhe bringen läßt.

Im allgemeinen hat dieses Temperament eine etwas schwerfällige und plumpe Gesamthaltung, auch die Muskeln und die Haut sind weich, das Gesicht ist meist ruhig und ziemlich ausdruckslos.

Die Sprache ist ruhig, langsam, bedächtig und ohne besondere Betonung.

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2. Das sanguinische Temperament macht in der Mimik und Handbewegung Tempo und Takt einer heiteren Musik mit. Bei Bild 1 ist Tempo und Takt ruhig, gleichgültig, bei 2 lebhaft, fröhlich, bei 3 energisch und bei 4 ernst und traurig.

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Sonst kennzeichnet sich im allgemeinen das sanguinische Temperament durch eine zwanglose, frische und lebhafte Körperhaltung, die Muskeln und die Haut sind elastisch, die Sprache lebhaft und warm.

Der offene Blick nimmt das Heitere auf und gibt es wieder. Meist sind Stirn und Wangen – dieses Temperament entäußert sich – lebenswarm angehaucht. Die Lippen sind lose und die Sprechweise ist lebhaft.

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3. Das cholerische Temperament zeigt im allgemeinen, wenn es vorherrschend ist, eine feste, bestimmte und energische Körperhaltung. Die Muskeln und die Haut sind straff, die Stirn ist meist angespannt, das Gesicht gefurcht, der Blick fest, feurig, dabei ist oftmals das Weiße im Augapfel gerötet, oft vibrieren die Nasenflügel lebhaft und in der Ruhe sind die Lippen fest geschlossen.

Menschen dieses Temperaments reden eine schnelle, meist kurze Sprache mit kraftvollem Ton.

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4. Das melancholische Temperament zeigt im allgemeinen eine lose und schlaffe Körperhaltung. Die Muskeln sind oft ohne besondere Spannung, die Haut wie blutleer.

Die Stirn zeigt oft sorgenvolle Furchen, der Blick ist in sich gekehrt und wehmütig.

Der Mund hat oft den salzigen oder bitteren Zug. Die Sprache ist zögernd, monoton, bedächtig und vorsichtig. Der Gang ist oft etwas wie schlürfend.

So vermag der Leser das innere Wesen des Temperaments und die Kennzeichen leicht zu erfassen. Es gibt das Tempo an, die jeweilige Gemütsbeschaffenheit, nicht die eigentliche Charakterveranlagung, sondern nur den Bewegungscharakter eines Menschen.

Daher ist es auch gänzlich verkehrt, komplizierte, charakterologische und psychologische Fragen allein mit Hilfe der Temperamentslehre lösen zu wollen.

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Da das Temperment nur eine Bewegungserscheinung darstellt, so ist es schwerer festzustellen, auch nicht so bedeutungsvoll für das praktische Leben wie  das auf anatomischer Grundlage beruhende Naturell oder die Konstitution des Menschen.

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Aber trotzdem – man betrachte oben rechts die vier Bilder – sprechen die Formen eine lebhafte Sprache; sie bilden Gegensätze, die auf gewaltige Unterschiede im Geistesleben der vier Persönlichkeiten hinweisen.

 

Die Berufe

Da das Temperament das Tempo, die Gemütsbeschaffenheit und den Bewegungscharakter zeigt, – die verschiedenen Berufe ein gewisses Tempo, eine bestimmte Art der Haltung und Bewegung voraussetzen, so ist ein bestimmtes vorherrschendes Temperament für gewisse Berufe gut, für andere wiederum gar nicht geeignet.

1. Phlegmatiker als Generäle, Kavallerie-Offiziere oder Unteroffiziere, Polizeibeamte im Außendienst sind undenkbar; wenn sie es dennoch sind, so füllen sie ihren Platz mehr als Karikaturen, wie als berufstüchtige Männer aus.

Phlegmatiker hingegen als Richter, Räte, beratende Bürobeamte wirken äußerst angenehm.

2. Das sanguinische Temperament ist bei Soldaten, Jägern, Handwerkern und besonders Kaufleuten und auch ausführenden Künstlern, besonders bei Schauspielern, Rednern und Sängern anzutreffen.

3. Das cholerische Temperament ist meistens großen Unternehmern, Fabrikanten, Kaufleuten, Technikern, Staatsmännern, Offizieren, Dirigenten und Regenten eigen.

Choleriker als Bürobeamte sind unausstehlich, sie tyrannisieren andere oder machen sich selbst nervös. Als energisch im Freien sich bewegende Menschen wirken sie ästhetisch, gesund und wohltuend.

4. Das melancholische Temperament ist das der Denker und Philosophen, der Büchergelehrten und Stubenhocker.

Melancholiker als reisende Kaufleute oder als praktische Unternehmer oder als Offiziere wirken unausstehlich, als Gelehrte edel und würdevoll.

Da das Temperament nicht konstitutionell-körperlich ist, sondern rein mechanisch-physiologischer Natur, so ist es leicht zu wechseln, und der Mensch hat Einfluß auf die Gestaltung desselben.

 

Gesundheit und Krankheit

Das Temperament kann also schnell wechseln. Ein Temperament, das sich stets gleich bleibt und mithin konstant wird, führt zu körperlicher Entartung und schwerer Krankheit.

XX

[Der einseitige Sanguiniker,] Zeichnung Le Brun

Der einseitige Sanguiniker, der sich zu stark seines Innenlebens entäußert, wird leicht von der Schwindsucht befallen.

Unter konstanter  Sanguinik ist die Phantasierlust des närrischen Größenwahnes oder des manischen Singsangs bekannt.

XX

[Der einseitige Choleriker, Zeichnung Le Brun]

Der einseitige Choleriker, dauernd in Erregung und angespannter Willenstätigkeit, magert ab.

Unter konstanter Cholerik ist die Manie und Tobsucht bekannt.

XX

[Der einseitige Melancholiker, Zeichnung Le Brun]

Der einseitige Melancholiker wird leicht leber- und verdauungsleidend, da der Stoffwechsel durch die zu starke einseitige innere Gefühlstätigkeit unter völliger Zurückdrängung der Bewegungsimpulse in Stockung gerät.

Melancholie, die durch nichts unterbrochen wird, führt zu Trübsinn und unheilbarem Wahnsinn.

XX

[Der einseitige Phlegmatiker, Zeichnung Le Brun]

Der einseitige Phlegmatiker mit seinen konstanten  Ruhtrieben bekommt leicht die Fettsucht.

Bei konstant gewordenem Phlegma tritt die Apathie, eine andere, der Melancholie verwandte Geisteskrankheit auf.

 

Das Temperament zu wechseln, ist gesundheitliche Bedingung. –

Da ferner jedes Tempo, jeder Bewegungsvorgang nach außenhin und auch auf andere Menschen Wirkung ausübt, so können die Temperamente gut, aber auch schlecht zueinander passen, respektiv miteinander harmonisieren.

Diese Harmonie der Temperamente ist sehr bedeutungsvoll, und wer sie im Leben beachtet, der kann Streit und Leid, Kampf und Unfrieden aus dem Wege gehen, oder er kann helfen, die Ursachen vieler Reibungen und Disharmonien zu beseitigen. Man lernt aber auch die Gesetze der Harmonie und des glücklichen Zusammenpassens kennen.

 

Wir wollen nun die

Harmonie und Disharmonie der Temperamente

betrachten.

Wir bedienen uns zur anschaulichen Darstellung der Temperamentsbilder aus Lavaters „Physiognomischen Fragmenten“.

Sie sind gekennzeichnet von dem zu seiner Zeit berühmten Maler und Physiognomiker Le Brun. (Bis in die heutige Zeit bekannt ist das Bild seiner Gattin mit Töchterchen.)

Lavater hat das Temperament in den festen Gesichtsformen zur Darstellung gebracht. Huter hat es mehr in der Körperbewegung charakterisiert.

Es gibt menschliche Naturen, die vorherrschend in einem Temperament sich ausleben, andere, welche von zwei Temperamenten beherrscht werden, meistens aber herrschen zwei oder drei Temperamente gemischt bei einer Person vor.

XX

Schema zur Berechnung der Harmonie der Temperamente [nach Carl Huter]

Das obige Schema zur Berechnung der Harmonie der Temperamente stammt von Huter. Danach gilt folgendes:

Ein reines Temperament harmoniert mit den zwei folgenden, wenn diese gemischt auftreten.

Aber es geben sich Unterbrechungen, z.B. ein

XX

Choleriker harmoniert mit dem melancholisch-phlegmatischen Temperament nicht in seiner Tätigkeit, wohl aber in seiner Ruhe.

Man kann sich wohl denken, daß der Choleriker mit seinem vorherrschenden Willen und voller Tätigkeitstriebe in seiner Arbeit den Menschen voller Langsamkeit, voller Gefühl und voller Ruhtriebe nicht vertragen kann.

Wenn er dagegen keine Tätigkeit vorhat oder sich ausruhen will, dann ist ihm ein solcher Mensch recht.

 

Große Disharmonie

XX

Zwei Temperamente, welche sich direkt gegensätzlich liegen, wie das cholerische und das phlegmatische Temperament, stoßen sich ab, sie kommen stets zu Streit und Uneinigkeit.

Der eine will seinen Willen rücksichtslos und energisch durchsetzen, wobei ihm der Lebensgenuß vollständig gleichgültig ist: der andere will seinem Tempo nach langsam leben, und was der andere will, bleibt ihm gleichgültig, stößt ihn ab, er will seine Ruhe haben.

Das eine Temperament ist gleich dem Feuer, heftig im Tempo aller Handlungen, das andere ist gleich dem Wasser, langsam und ruhig fließend.

Daher sollten diese beiden Temperamente nicht zusammenzuleben versuchen, oder ein gemeinsames Unternehmen beginnen, es tut nicht gut, sie reiben sich und geraten in Streit über geringste Kleinigkeiten, auch dort, wo gar kein Anlaß vorhanden ist.

XX

Es disharmoniert aber auch stark ein sanguinisches und ein melancholisches Temperament.

Das eine Temperament entäußert sich, ist heiter und lebensfroh, und das andere weist alle Lebensfreude einfach ab, will traurig und grüblerisch sein, lebt nach dem innern Gefühl und will von der heiteren Aktivität des andern nichts wissen.

Das verträgt sich nicht, beide bekommen eine Abneigung gegeneinander, können sich nicht ausstehen, nicht riechen, wie der Volksmund sagt, und daher ist es am besten, sie bleiben auseinander.

Die Alten hatten mit ihrem Vergleich vollständig recht, diese beiden Temperamente stehen sich wie die leicht bewegliche Luft und das Erdmineral, das tief, fest und sehr langsam beweglich ist, gegenüber.

Was also nach der Temperamentsanlage nicht paßt, das sollte sich auch nicht zusammenzuschließen versuchen.

 

Größte Disharmonie

XX

Größte Disharmonie ergibt sich, wenn in einem Menschen das cholerische und das phlegmatiche Temperament vereinigt sind.

Das ist kaum bei normalen Personen zu finden, es ist schon ein Krankheitszustand.

Ich hatte vor vielen Jahren einen Patienten, der empfing mich in seinen vier Wänden, als wenn ein General mit Trompetengeschmetter seine Krieger empfängt. Er wetterte in unglaublicher Weise gegen alle Ärzte und pries die Naturheilkunde himmelhoch, drohte mit Prozessen usw.

Auf der andern Seite war er von größter Gleichgültigkeit, befolgte keine Verordnung, die Bewegung und Arbeit erforderte und nahm aus Bequemlichkeit die ärztlich verordnete Medizin.

So tobte zeitweise die Cholerik, welchselnd mit dem größten Phlegma. Der Mann rieb sich auf und das Ende kam bald.

XX

Ähnlich große Disharmonie besteht auch, wenn das sanguinische und das melancholische Temperament stark einseitig in einer Person vereinigst sind.

Ich kannte einen Schmied, der diese beiden Temperamente stark einseitig in sich vereinigt hatte.

Er wohnte allerdings unmittelbar an einem übel riechenden, still stehenden Wasser in einer sonst sehr schönen Gegend und ich glaube diese Atmosphäre war schuld an dem Temperamentszustand des Mannes.

Der Mann sah mich gern. Traf ich mit ihm zusammen, so empfing er mich mit lautem Hallo und überschwenglicher Freude, um gleich darauf förmlich in sich zusammenzusinken, ohne Grund über alle Maßen traurig zu werden, daß ihm die Tränen über die Wangen liefen.

Ich sah diese Temperamentsanlage immer konstanter werden und damit war dann auch bald das Ende bei dem schon älter werdenden Manne da.

Der Mensch Hat also alle Ursache, sich in Freud und Leid zu mäßigen und sein Temperament zu beherrschen.

 

Gleiche Temperamente

XX

Zwei gleiche Temperamente, wie z.B. zwei sanguinische Menschen, stoßen sich häufig ab.

Mitunter könne sie sich gut verstehen, wenn der Charakter und das Ziel ihrer Tätigkeit bei beiden sympathisch liegen, doch bleibt auch dann eine kleine Reibung ab und zu  nicht ausgeschlossen.

Dieser Fall ist gegeben, wenn z.B. beide Menschen im sanguinischen Temperament kaufmännisch tätig und fleißig sind, dabei im Charakter gefühlvoll. Ist aber einer von beiden weniger fleißig, im Charakter rücksichtslos und hart, dann stoßen sie sich wieder ab.

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Ähnlich liegt der Fall bei zwei cholerischen Temperamenten.

Als Unternehmer tätig, planmäßig und großzügig im Charakter, geht das Zusammenarbeiten gut, ist aber eine von beiden im Charakter kleinlich, engherzig, egoistisch und ängstlich, dann stoßen sie sich ab.

XX

Liegen zwei Mensch im melancholischen Temperament, die in beruflicher Zusammenarbeit wissenschaftlich tätig und von vornehmem Charakter sind, dann ist ein gutes Einvernehmen gegeben.

Gehen Tätigkeit und Charakter zu weit auseinander, dann stoßen sie sich ab.

XX

Zwei phlegmatische Temperamente können, wenn beide gefühlvoll sind, in einem Büro gut zusammenarbeiten.

Muß aber einer von beiden im Außendienst tätig sein und er hat nicht die entsprechende Willensanlage, dann stoßen sie sich ab.

 

Glückliche Harmonie

XX

[Zeichnung Le Brun]

Am glücklichsten harmoniert ein reines Temperament mit einem gemischten oder sekundären, also mit einem Menschen, der zwei Temperamente in sich vereinigt., z.B. das sanguinische mit dem cholerisch-melancholischen Temperament.

Der eine Mensch ist in lebhafter freudiger Bewegung, der andere ist voll energetischem Willen und auch wieder nachdenklich, grüblerisch- verdrießlich.

Der letztere wird dann immer wieder durch den Sanguiniker freudig und heiter angeregt und auf diesen wirkt Gefühl und Wille wohltuend ein.

XX

[Zeichnung Le Brun]

Eine glückliche Harmonie liegt auch zwischen einem Menschen im primären cholerischen Temperament und einem andern im sanguinischen Tempo.

Die Heftigkeit des einen findet in der Ruhe und Fröhlichkeit des andern den wohltuenden Ausgleich und dieser wiederum empfindet den energischen Ansporn wohltätig.

Es ist wie in der Musik. Die Abwechslung in der Bewegtheit wirkt angenehm und harmonisch.

Eine Pause ab und zu, gleichbedeutend mit Ruhe, stimmt glücklich, ebenso der Wechsel zwischen heftigen, melancholischen und ruhigen Weisen in der Musik.

Wandern Menschen fröhlich, so wirkt die heitere Musik, zu vergleichen mit dem Gefühl, sehr glücklich ein. –

So muß das Temperament dem Wechsel unterliegen. Dahingegen ist die Rasse des Menschen konstant, das Naturell in einem Menschenleben von etwa 70 bis 80 Jahren teilweise wandelbar.

Daher sollte jeder Mensch bald soweit kommen, Rasse, Temperament und Naturell wie Erde, Luft und Wasser sofort zu unterscheiden.

XX

Vier Elemente am Beispiel vom Albrecht Dürer, Meisterstiche. Hinzugefügt.

[Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm: Amandus Kupfer (1879-1952), der bedeutsamste Schüler vom naturwissenschaftlichen Begründer der Menschenkenntnis, Carl Huter (1861-1912), hebt die Unterscheidung der genannten drei Begriffe, Rasse, Temperament und Naturell hervor. Bis heute werden im akademischen Rahmen, also in beschützten staatlichen Einrichtungen, (bzw. von falschen „Illuminati“ Mega-Banker-Verbrecher-Clans, wie Rothschild, Morgan, Rockefeller, die von pathologischen Welteroberungsphantasien einer Neuen Weltordnung, Eine- Welt-Regierung, träumen, die den Rest der Menschen total versklavt, und einem winzigen Bruchteil von Auserwählten, angeblicher Elite auf Kosten aller anderen versklavten Menschen Privilegien zubilligt) diese sehr bedeutsamen begrifflichen Unterschiede überhaupt nicht gesehen. Dem Temperament (nicht konstant im gesunden Zustand, sonst krank) wird zu starkes Gewicht beigemessen, aufgrund von Unwissen (bzw. bewußte Begriffsverwischung mit minderwertigem verkrüppelten System von beispielsweise Kretschmer.-System im Vergleich zum Original-System Carl Huters Naturelle) des viel bedeutsameren Begriffes Naturell (konstant).

In Bezug auf den Begriff Rasse hebt sich die Hutersche Physiognomische Psychologie und Medizin als einzige Psychologische und medizinische Richtung in der Welt seit nunmehr 100 Jahren bis heute positiv hervor, daß sie einzig der Wahrheit verpflichtet ist und naturwissenschaftliche Fakten in der Vergangenheit und auch in der Zukunft niemals irgendwelchen herrschenden Ideologien und Verblendungen „in den Arsch kriechend“ aufweicht und somit verrät. Alle anderen akademischen Psychologie- und Medizin-Systeme haben sich bedauerlicherweise von jeweiligen Herrschaftsverhältnissen blenden und mißbrauchen lassen – ich wiederhole: Einzig die Hutersche Menschenkenntnis hat sich nie den jeweiligen falschen irdischen und kirchlichen Machthabern gebeugt und trägt diesbezüglich das absolute Alleinstellungsmerkmal in Relation zu allen anderen Psychologie- und Medizin-Systemen!

Somit steht die sehr bewährte und traditionsreiche Physiognomische Psychologie und Medizin von und nach Carl Huter völlig konträr zu Totalitären Systemen, insbesondere zum Rassenwahn von Josef Goebbels und Adolf Hitler in Nazi-Deutschland! Diese von Amandus Kupfer bis zum Nazi-Verbot im Jahr 1941 publizierten 101 großformatigen Zeitungsausgaben von „Der gute Menschenkenner“, 1932 bis 1941, sind wissenschaftshistorisch einzigartig und dokumentieren diese naturwissenschaftliche Immunität vor Herrschaftsmißbrauch bei genauem Studium eindeutig und klar!]

Erst wenn man sich bei Beurteilung eines Menschen darüber klar ist, welcher Rasse, welchem Naturell und Temperament er zuzurechnen ist, sollte man die übrigen Anlagen in Betracht ziehen.

Auf dieser Basis ruht die Carl Hutersche Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie und Medizin].

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[Zeichnung Le Brun]

Wenn ein Mensch das melancholische Temperament hat und der andere das sanguinisch-phlegmatische Tempo, so ist ebenfalls eine glückliche Harmonie gegeben.

Der grüblerisch-nachdenkliche Mensch wird aus seinem Pessimismus durch das heitere bewegliche Tempo des andern herausgerissen und auch durch die gleichgültige Ruhe in seiner Melancholie nicht bestärkt, so daß eine glückliche Ergänzung gegeben ist.

Es hat seine Richtigkeit, wie Huter sagt, daß das größte Glück des Lebens darin beruht, in einem Kreis Menschen zu sein, mit denen man harmoniert und neben Arbeit und Pflichten die Lebensfreude und das Ideale pflegen kann.

 

 

Starke Harmonie

XX

[Zeichnung Le Brun]

Eine starke Harmonie herrscht auch zwischen einem cholerischen Temperament und einem cholerisch-sanguinischen Tempo.

Nur ist hier notwendig, daß das erstere positiv wirkt und das andere sich ihm negativ folgend anschließt.

Ist z.B. der Mann heftig-impulsiv und die Frau auch einesteils heftig-impulsiv, dann darf sie in diesem Zustand dem Manne keinen Widerstand leisten.

Wenn sie dann noch zwischendurch fröhlich und heiter ist und zur rechten Zeit damit kommt, dann gefällt das dem Mann und die Harmonie ist stark. –

XX

DIE GRUNDKRÄFTE IM INDIVIDUUM UND UNIVERSUM. Hinzugefügt.

Wir Menschen sind nun einmal Geschöpfe des Weltenäthers und leben im Äther, sind daher mit seinen Gesetzen, die wir Naturgesetze nennen, eng verbunden. Die Ruh-, wie die Bewegungs- und Gefühlsimpulse liegen bereits im Uräther und sind in seinen Entwicklungsformen wirkend.

Das Glück kann uns daher nicht vom Himmel fallen, wir müssen erst Menschenkenntnis und richtige Menschenergänzung erlernen und zwar gründlich, dann erst erfassen wir das Glück im Großen und im Kleinen.

XX

[Zeichnung Le Brun]

Eine starke Harmonie besteht auch zwischen einem sanguinischen und einem sanguinisch-phlegmatischen Temperament.

Wirkt der sanguinische Mensch hier positiv, so muß der heiter-ruhige Mensch sich dem anpassen.

Wenn der erstere z.B. nach des Tages Mühe etwas abgespannt ist, dann empfindet er die Ruhe des anderen Menschen sehr wohltuend.

XX

[Zeichnung Le Brun]

Ferner ist eine starke Harmonie gegeben zwischen dem sanguinischen und dem sanguinisch-melancholischen Temperament.

Hat z.B. die an sich negative Frau das sanguinische Temperament, dann wirkt sie in diesem Falle positiv. Der Mann ist in diesem Falle teils fröhlich und auch wieder traurig. In letzterem Zustand heitert sie ihn auf und er darf die Tiefsinnigkeit nur nicht soweit gehen lassen, daß sie dadurch positiv beeinflußt wird, er muß sich also negativ anpassen.

Ein wenig Verständnis des einen für den andern und die gute Harmonie ist da.

Ebenso kann das Verhältnis auch umgekehrt liegen.

 

 

Vorwiegende Harmonie und wenig Disharmonie

XX

[Zeichnung Le Brun]

Eine vorwiegende Harmonie und wenig Disharmonie besteht zwischen einem phlegmatischen und einem sanguinisch-phlegmatischen Temperament.

Hier herrscht teils die doppelte Ruhe vor, durchbrochen durch die Bewegung und Heiterkeit des einen Teiles, was durchaus von beiden wohltuend empfunden wird.

Setzt natürlich die Heiterkeit und Beweglichkeit im unrichtigen Moment ein, dann ist die Disharmonie da, die aber bald wieder durch die doppelte Ruhe und Gleichgültigkeit sich von selbst ausgleicht und die Harmonie ist wieder gegeben.

 

 

Harmonie und Disharmonie

XX

[Zeichnung Le Brun]

Harmonie und Disharmonie besteht zwischen einem cholerischen und sanguinisch-melancholischen Temperament.

Wille, Heiterkeit und Gefühl kann gut zusammenklingen, z.B. in der Ruhe, in der Tätigkeit sich aber auch ebenso abstoßen, wodurch dann Streit entsteht.

Z.B. der junge Mann ist cholerisch und mit Heftigkeit bei einer Arbeit. Das junge Mädchen steht dabei und ist melancholisch. Sie äußert sich mißmutig über seine Tätigkeit, – er wird dadurch gereizt und ausfällig, – sie wird sanguinisch, beweglich, fröhlich und lacht. Dem kann er nicht widerstehen und er lacht mit. Die Harmonie ist wieder da, bis sie wieder durchbrochen wird. Es besteht Harmonie und Disharmonie.

 

 

Mittlere Disharmonie

XX

[Zeichnung Le Brun]

Der Choleriker und der Melancholiker, also der aufbrausend-heftige und der verdrießlich-traurige Mensch stehen in Reibung zueinander.

Der eine verträgt die Heftigkeit des andern und dieser wiederum die Verdrießlichkeit und Traurigkeit seines Partners nicht.

Der Melancholiker ist grüblerisch und nachdenklich, er wird durch das laute und energische Wesen und die Bewegung darin gestört, und der feurige Mensch kann das Verdrießliche und Langsame nicht recht vertragen.

So entsteht ohne Zutun des einen und des anderen ein gespannter Zustand, der keine rechte Freude und Harmonie aufkommen läßt.

 

 

Indifferenz

XX

[Zeichnung Le Brun]

Teilnahmslos und gleichgültig stehen das melancholische und das phlegmatische Temperament zueinander.

Der eine ist voller Gefühl, der andere voller Ruhe, die Gleichheit und der Mangel an Bewegtheit sind zu groß und daher stoßen sich diese beiden Menschen ab. Sie unterscheiden sich zu wenig, die Gefühle finden mit der Ruhe keine Zusammenhang.

 

 

Starke Harmonie

XX

[Zeichnung Le Brun]

Eine starke Harmonie ist auch noch möglich zwischen zwei sekundären Temperamenten.

Hat z.B. der eine Mensch das cholerische und melancholische Temperament, also ein willensstarkes und gefühlvolles Tempo, und der andere Mensch das sanguinische und phlegmatische Tempo, also Heiterkeit – wechselnd mit Ruhe, so treffen Wille, Gefühl, Beweglichkeit und Ruhe zusammen, was eine gute Harmonie ergibt.

 

XX

[Zeichnung Le Brun]

Ähnlich liegt die Harmonie bei den beiden sekundären Temperamenten Cholerik-Melancholik und Sanguinik-Cholerik.

Hier ist der eine heftig-reizbar und nachdenklich-verdrießlich, der andere heftig-reizbar und fröhlich-heiter, was zusammengefaßt eine gute Harmonie ergibt.

 

 

Eine mittelstarke Harmonie besteht noch zwischen dem sanguinisch-phlegmatischen Temperament einerseits und dem phlegmatisch-melancholischen Temperament andererseits, da hier starke Ruhe, schwache Heiterkeit und Ernst zusammentreffen.

Eine mittelstarke Harmonie besteht ferner zwischen dem sanguinisch-cholerischen und dem sanguinisch-phlegmatischen Tempo.

Hier steht die stürmische Heiterkeit der schwächeren Ruhe und der schwächeren Willenstätigkeit gegenüber. Wenn die Fröhlichkeit vorherrscht, stört die demgegenüber abfallende Ruhe der einen Seite und starke Willenstätigkeit der anderen Seite nicht.

So ist das Temperament des Menschen ein Faktor, der für die Harmonie und Disharmonie im Zusammenleben von großer Bedeutung sein kann, denn nichts kommt von selbst, auch Streit, Reibung, Disharmonie und Unfrieden haben tiefere Ursachen, ebenso wie Harmonie, Frieden und Glück durch innere und äußere Umstände bedingt sind.

Wenn es auch am besten ist, daß sich das, was nicht von vornherein harmonieren kann, gar nicht zusammenschließt und verbindet, so ist doch andererseits die Kenntnis der Temperamente imstande, die Ursachen von Streit, Zank und Unfrieden aufzudecken, so daß helfend und bessernd, der gute Wille vorausgesetzt, eingegriffen werden kann.

 

 

 

 

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Kraft, Stoff und Empfinden (Hinzugefügt)

Huter hat erkannt, daß die Empfindungsenergie neben Stoff und Kraft im ganzen Weltall vorhanden ist, es ist die dritte große primäre, wir können sagen göttliche Energie.

Kein Atom und kein Molekül der scheinbar toten und der lebenden Materie ist ohne Empfinden. 
 

Der Gesichtsausdruck, die Wechselwirkung von Innen- und Außenwelt, läßt sich so mit wenigen Worten erklären. Der Dichter hat also recht:

„In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte, –

Sein Hassen und Lieben deutlich geschrieben –

Sein innerstes Wesen, es tritt hier ans Licht,

Doch nicht jeder kann´s lesen, verstehn jeder nicht!“

 

Darum weisen wir auf diese lehrfähige Menschenkenntnis hin. 

 

Des Körpers Form ist

Seines Wesens Spiegel.

Enthüllst du sie, so löst

Sich dir des Rätsels Siegel. 

 

 

Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

dgm057-buecher57

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

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