DgM 064

Der gute Menschenkenner 064 von 101

MENSCHENKENNTNIS

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

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Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT

Der gute Menschenkenner
nach Carl Huters Psycho-Physiognomik



© Mai  1938, Nr. 64

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Mai 1938, Nr. 64

DgM064 TITEL Asep

GESICHTS- UND SEELEN-STUDIEN

Über Intelligenz, Energie

Und gutes Streben,

Genie, Talent,

Beschränktheit, Bosheit

und Indifferenz,

Adel der Seele, Heiligkeit,

Irrsinn und Verbrechen

DgM064 Titel Esep

Der Fortschritt in der Deutung

der Lebensformen

DgM064 Titel Fsep

Über 150 JAHRE MENSCHENKENNTNIS

LAVATERs PHYSIOGNOMISCHE KUNST

Man beobachte, vergleiche und übe das

Physiognomische Sehen und Fühlen

Lavater aus Zürich machte den ersten großen Versuch, die Physiognomik als Wissenschaft zu begründen.

Mit einer Begeisterung für dieses Gebiet erfüllt wie noch niemand vor ihm, wagte er sich an das Riesenwerk, der Physiognomik durch reiche Sammlungen und Erklärungen eine gewisse lehrfähige Unterlage zu geben.

Huter Hauptwerk Zwei Covers

Carl Huter brachte in seinem großen Lebenswerk „Menschenkenntnis durch Körperformen und Gesichtsausdruckskunde“, 1904-06, einige treffliche Bilder aus Lavaters Werk „PHYSIOGNOMISCHE FRAGMENTE zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe“, 1755-78, die wir hier mit Lavaters Beschreibungen, wiedergeben wollen, um daran nach Carl Huters Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] einige lehrreiche Erklärungen zu knüpfen.

Die Urteile Lavaters sind kurze Skizzen, das Wenige, was er sagt, ist jedoch meist zutreffend.

Von den näheren geschichtlichen und wissenschaftlichen Erklärungen wollen wir hier zugunsten dieser Studien absehen, damit der Leser vornehmlich einem praktischen Nutzen daraus entnehmen kann.

DgM064 TITEL B

Bevor wir aber mit diesen Studien beginnen, wollen wir das Bildnis Lavaters betrachten, um so diesen edlen Menschenfreund näher kennenzulernen. Das Bildnis zierte einst Huters Arbeitsraum.

DgM063 Lavater Porträt

Johann Caspar Lavater

Spricht nicht aus diesen durchgeistigten, reinen und belebten Zügen des Gesichts mit den edlen Formen der hohe geistige Adel des wahren Menschenfreundes?

Wie prüfend und feinfühlend blickt das Auge, sanft überdacht von den großen Augenlidern, die seine Bescheidenheit und Frömmigkeit kundtun.

Hoch, frei und licht ist die breite Stirn mit der plastischen ordnenden Eckenkraft, die sich zum Idealsinn mit dem Drang zu dichterischer Betätigung nach oben zieht.

DgM064 Text TITEL Csep

Wie fein modelliert ist der gütige, sprechende belebte Mund mit den feingeistigen Zügen, die sich zu den Wangen bis zu der edel gebildeten Nasenform fortpflanzen.

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Welcher Eifer, welche Tatkraft und Darstellungsgabe prägen sich allein in dem wohlgeformten Kinn und in der reinen Zeichnung der Nasenbildung aus.

So klug, gut und seelenvoll ist dieses Gesicht, daß man es sich sehr überlegen sollte, bevor man ein ungerechtes Urteil über Lavater fällt, was leider nur zu oft geschehen ist.

DgM064 Text TITEL Bsep

Man muß Lavaters Begeisterung für diese damals im Werden begriffene Wissenschaft verstehen und würdigen, wenn sie auch oft bis zur Schwärmerei ging.

Man halte sich die Tatsache vor Augen, daß ein Forscher, der auf ein neues Wissensgebiet stößt, das ungeahnte Werte für die Menschheit aufschließt, voller Freude darüber mit ganzer Hingabe in Begeisterung geraten kann. –

Doch lassen wir nun Lavater selbst sprechen und versuchen wir daraus zu lernen.

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Bild 12. Zeichnung von Albrecht Dürer.

Bild 12. Lavater schreibt:

„Ein keck gezeichnetes Bild von Albrecht Dürer, dem wohl kein einziger Mensch, dem es zu Gesichte kommen mag, männlichen Mut, tiefen Blick, feste Bestimmtheit des Charakters – und produktive Kraft absprechen -, in dem jeder sogleich alles das finden wird, sobald an es ihm vorgesprochen hat.“ –

DgM063 Lavater Fragmente

[Hinzugefügt]

Das Urteil Lavaters ist zweifellos richtig, denn das starke Kinn, das mit der motorischen Kraft des Kleinhirns in Verbindung steht und durch die Achsenrichtung der Kräfte liegt, – deutet auf Festigkeit und Tatkraft, Mut und Ausdauer.

Der kraftvoll geformte Mund, der den Denk- und Gemütszustand zeigt, deutet auf Bestimmtheit des Willens und Charakters.

Die starke, kraftvolle, wohlgebildete Nasenform kennzeichnet ebenfalls deutlich den starken, männlichen Charakter und Willen, die Kraft des Körpers und Geistes.

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Das offene, klare Auge deutet auf gute Beobachtung und Übersicht, eine bedeutende Geisteskraft und die offene klare Stirn auf ein helles Denken.

Es ist das Bewegungs-Naturell mit Harmonie. Auf diesen Mann kann man sich verlassen, er gehört zu den Führernaturen.

Huter sagt, es sei jener Bürgertypus, der im Mittelalter die starken Mauern, Burgen und Städte gebaut hat, die zum Teil ihre Zeit überdauerten und die man heute noch z.B. in Nürnberg findet.

XX

[Hinzugefügt]

Burgen, Mauern und Städte jener Zeit und dieser Mann, den das Bild Albrecht Dürers darstellt, gehören zusammen. –

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Bild 13.

Bild 13. Lavater schreibt:

„Es ist kein Mensch, kein Menschenbemerker, der dies Gesicht leicht in die Klasse der Dummköpfe verweisen wird.

Den feinen Weltmann, den Mann von Geschmack wird niemand im Blick, in der Nase besonders, auch mit in dem Munde verkennen.“

Auch dieses kurze Urteil ist richtig, denn der konzentrierte Blick, das forschende Auge verrät den feinen Geistmenschen, den Wissenschaftler, der wahrscheinlich ein Sterndeuter und Astronom ist.

Die breit gespannte plastische, etwas zurückgehende Stirn mit dem vorzüglichen Nasenansatz, dem gut geschnittenen Mund und den belebten Gesichtszügen läßt diese Deutung zu.

DgM064 Bi12, 13

Bild 12 zum Vergleich.

Verglichen mit Bild 12 ist das Kinn mit den weichen Falten des Unterkiefers nur schwach, es fehlt die Tatkraft, die Kraft, gefaßte Beschlüsse energisch durchzusetzen; dafür liegt mehr Feinheit in Form und Gewebe von Augen, Stirn, Nasenform und Gesicht.

Dieses Kinn deutet auf Beherrschung, Zurückhaltung und Feinheit, wie sie dem Weltmann, dem Diplomaten frommt.

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Daher eignet sich dieser Mann als Berater, er paßt in eine Beamtenstellung als Rat und Mitarbeiter.

Wir sehen im Ausdruck von Augen und Gesicht und an ganz bestimmten Formen die sehr großen Unterschiede zwischen Bild 12 und 13. Gerade die vergleichende Betrachtung und Gegenüberstellung der Bilder, die Huter vornahm, ist äußerst lehr- und aufschlußreich.

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Bild 14. Ein Umriß nach Sturz.

Bild 14. Lavater schreibt:

„So wenig sagen als ein Umriß sagen kann, gar nicht in der Lage gezeichnet, wie ein Gesicht entscheidend zum Vorschein kommt, so entblößt von allen Nuancen, die oft von so erstaunlicher Bedeutung sind, und dennoch (galt irgendeinmal ein dennoch, so galt es jetzt) gewiß nach den physiognomischen wenigstens ein fähiger, leicht-begreifender, das sinnlich Schöne feinfühlender Kopf.“

Gewiß, das Gesicht zeigt etwas weichliche Formen, besonders am Kinn, was eine Hang zum Wohlleben erkennen läßt, mäßiger Anspannung – und doch sind die Gesichtsorgane gut belebt und deuten auf rege sinnliche Anteilnahme.

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Die länglich geformten Augen mit den starken Augenbrauen zeigen Aufmerksamkeit und Festigkeit, – es wird ein guter Beamter sein mit guten auffassenden Verstandeskräften, wie die Bildung der Unterstirn zeigt, mit gutem Können und Streben.

Die Partien des Seitenhauptes sind nur mäßig stark entwickelt, das kaufmännische Denk- und Erwerbsleben nimmt ihn daher nicht zu sehr in Anspruch, läßt ihm Zeit und Muße, sich im Kreis seiner Pflichten nach der Richtung des bürgerlich Angenehmen und Schönen zu betätigen.

Es ist im Prinzip das Bewegungs-Naturell mit dem Einschlag in Ernährung und Empfindung mit seinem sanguinisch-phlegmatischen und teils cholerischen Temperament.

Bild 15

Bild 15. Lavater führt an:

„Es ist kein Mensch, der beim Anblick dieses Gesichtes nicht einen mehr als gemeinen Menschen, nicht einen feinen und scharfen Beurteiler, nicht den Mann von Geschmack erkennt.

Wird der leicht betrogen? Nein! Werdet ihr sagen. Liebt er dunkle und verworrene Begriffe? Gewiß nicht. –

Wird er mit Würde und Klugheit handeln? Gewiß, wenn er seinem Gesichte gemäß handelt.“

Wir erkennen nach Carl Huters Psycho-Phsiognomik [Physiognomische Psychologie] in diesem Typus, in den breiteren Gesichtsformen und der kräftig breit und gut hoch ausgewölbten Stirn die Richtung zum harmonischen Typus und damit schon die Grundwesensart, so daß Weiteres nur kurz ausgeführt zu werden braucht.

In der hochgehenden breiten Stirn liegt offenes Bekennen und starkes Wohlwollen, – im kraftvollen Seitenhaupt zeigt sich das ökonomische  Talent.

XX

Die starke Anspannung an Mund, Nase und den hervortretenden Augen mit dem energischen Blick zeigt den eifrigen Mannes des Wortes und der Belehrung. Das cholerische Temperament tritt stärker hervor.

Er ist ein guter Theologe, der mit Energie und Anspannung, siehe die Anspannung an Mund, Augen und Nasenwurzel, seine Pflichten erfüllt und dabei noch eine harmonische Lebensrichtung innehält. Er meint es gut und will das Beste.

Es ist in seiner Art ein Prachtmensch, nicht zimperlich, kleinlich und zaghaft, sondern eifrig strebend, ein Vorbild treuer Pflichterfüllung.

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Bild 16.

Bild 16. Lavater schreibt:

„Wie die Form, so das Profil. Und wieviel mehr kann man nicht aus diesem sehen?

Wem bürgt nicht diese Stirn und Nase für gesunden, forschenden Menschenverstand, dieser Mund, dieses Kinn für Gutmütigkeit, für Adel der Seele? Für Treuherzigkeit und Liebe?“

Lavater urteilt nach seinem Formgefühl, und wohl jeder, der ein Gleiches versucht, wird zustimmen können.

Huter Geist Formen

In den Formen lebt der Geist [Hinzugefügt]

Man beachte die durchaus natürliche freie, edle, ungezwungene Form der Profillinie von Nase, Oberlippe, Mund, Unterlippe und Kinn, dann das offene, vorgedrängte Auge mit dem etwas hochgerichteten Blick; – es ist der natürliche Adel des Blutes, der Gesundheit und jugendlichen Kraft, die aus sich selbst das Gute schafft, aus natürlichem Sehen heraus dem Guten folgt und auch dem Schönen.

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Die an der gewölbten Stirn im kraftvollen Übergang anschließende Nasenlinie zeigt den gesunden forschenden Verstand.

Das proportional sehr gut und kräftig ausgewölbte untere und mittlere Hinterhaupt zeigt den starken Liebes- und Freundschaftssinn, Hand-, Arm-, Schulter- und Körpergeschick, verbunden mit Feingefühl.

Es ist der Typus, der für feinere kunstgewerbliche Arbeiten wie geschaffen ist.

Mund, Kinn und Ohr zeigen Gutmütigkeit, Treuherzigkeit und Liebe, Menschenfreundlichkeit, Aufmerksamkeit, Gastfreundlichkeit, edle reine Lebensart und gutes Benehmen. –

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Bild 17.

Bild 17. Lavater schreibt:

„Auch dem Unwissenden wird Stirn, Auge und Miene von einem denkenden und eleganten Kopf zu sein scheinen.“

Gewiß, diese stark vorgebaute hohe Stirn – siehe die weite Entfernung vom Ohrloch zur Stirnlinie – zeigt große Intelligenz und Klugheit, was durch den forschenden Blick des Auges und den klugen Gesichtsausdruck bestätigt wird.

Das Kinn zeigt Würde, wie auch das hochgebaute hintere Oberhaupt die Eleganz des Auftretens; jedoch liegt in der etwas vortretenden Unterlippe lange nicht der treuherzige Ausdruck und die Menschenfreundlichkeit wie bei Bild 16.

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Bild 16 zum Vergleich

Die im Prinzip guten Proportionen in der Gesamtbildung von Hals und Kopfbau, das gut gebaute mittlere Hinterhaupt, das Gewandtheit zeigt, und vornehmlich die starke Vorder- und Oberhirnbildung geben eine harmonische Richtung zu erkennen.

Auge und Gesicht haben einen sehr klugen und sprechenden Ausdruck, das groß ausgeformte Ohr zeigt Tat- und Unternehmungslust.

Das Auge drängt energisch beobachtend vor, der Mann ist sehr begabt und könnte ein Jurist und Regierungsbeamter sein.

Durch die Schattierung des unteren Seitenhauptes ist die hier liegende Kraft desselben angedeutet, die starke Wirtschaftlichkeit.

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Die Fülle unter den Wangen deutet auf Körperfülle und auf Wohlleben. Mund und Kinn zeigen neben Würde auch die Anpassung des Gemütslebens an den zu erreichenden Zweck, wobei dann die Menschenfreundlichkeit erst in zweiter Linie in Frage kommt.

Diese sechs Bilder sind von Huter aus Lavaters Werken vorzüglich zusammengestellt, sie zeigen die verschiedensten Lebensrichtungen. Mag die Zeit, da diese Männer lebten, längst vergangen sein, diese Köpfe führen sie uns wieder lebendig herauf.

Ewig jung führt uns die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] die Wirklichkeit des Lebens vor Augen.

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Nun betrachten wir 6 weitere Lavatersche Bilder, wiederum sehr instruktiv von Huter angeordnet.

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Bild 18. William Shakespeare.

Bild 18. Lavater schreibt:

„Kopie von Kopie – leerer geistiger Umriß?

Unter Zehntausenden, welcher ist ganz wahr? Welcher von einem großen Kopf erreicht sein Urbild? –

Und dennoch – wer sieht nicht bloß nach dem allgemeinen physiognomischen Gefühl in diesem Umriß den offenen, hellen, schnell und leicht auffassenden, schnell und leicht verwandelnden und umschaffenden Kopf?“

So urteilt Lavater und Huter urteilt nach dem wahrscheinlichen Originalbild dieser Zeichnung wie folgt:

Shakespeare

Wahrscheinliches Originalbild [Hinzugefügt]

„Dieses kernige, sprechende Auge verrät den Meister der Sprache und Darstellungskunst durch Rede und Handlung.

Letztere prägt sich in der Nase und in dem länglichen Gesichtstypus aus.

Diese sehr hohe Stirn mit der ordnenden Eckenkraft, prachtvoll glatt und vollendet gesund und kernig, in der alle Regionen harmonisch vertreten sind, gibt uns Kunde davon, daß dieser Geist in seinem Fache das Höchste erreicht hat; es ist der größte Dramatiker der Welt.

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Der Fortschritt gegenüber Lavater ist in dieser kurzen Beurteilung unverkennbar. Huter sagt ganz genau, was die einzelnen Formen bedeuten und wie diese mit dem Ganzen im Zusammenhang stehen. Es liegt dieser Beurteilung Huters das System der Psycho-Physiognomik [Phyiognomische Psychologie] zugrunde, eine ganze große weltumspannende Wissenschaft aus dem Volke.

PP Naturell Sprache Natur

Es ist eine hohe Aufgabe, das Genie unter Millionen Menschen herauszufinden. Da es von Huter in seiner Naturellehre genau gekennzeichnet ist, eine seltene organische Qualität in der Gesamtveranlagung, die Feinplastik in der Formbildung in Verbindung mit einem Gewebe von gesunder, seltener Kernkraft und einer außerordentlichen Durchspannung, Durchstrahlung und Durchleuchtung besitzt, wird es uns leichter, es zu erkennen.

Huter Memory

In der Feinheit der Augen mit dem ruhigen Blick in Verbindung mit dem harmonischen Stirnbau und dem quellenden Mittelgesicht kommt bei Shakespeares Bildnis tiefe psychologische Kunstliebe zum Ausdruck.

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Diese wenigen Hinweise mögen hier genügen. –

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Bild 19. Lawrence Sterne (Yorick), engl. Schriftsteller und Humorist.

Bild 19. Lavater schreibt:

„Von allen Lesern auch nicht einer, auch der Ungeübteste nicht, wird diesem Gesicht tief einschneidenden Witz, die originellste Laune voll Feuer und Kraft absprechen. Wer in diesem Gesicht nichts von Yoricks Geiste sieht, der hat ein stumpfes physiognomisches Gefühl.“

XX

Naturell-Schema in Farbe, Frauen [Hinzugefügt]

Nach Huters Naturellehre zeigt uns dieses Bild das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell mit einem hellen Ausdruck und sehr starker Anspannung an Augen, Stirn, Nase und Mund.

HUTER-head4 Kopie

Studienkopf – Frontal, Seite [Hinzugefügt]

Typisch ist die Haltung der Hand, der Finger liegt dort an der Stirn, wo die Vielheit im logischen Denken zu suchen ist und der Kontrastsinn, der Sinn des Witzes.

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Der Mann will und kann sich anstrengen, um die Gegensätze, die das menschliche Leben oft begleiten, geistvoll und witzig darzustellen und eine tiefere moralische Belehrung daran zu knüpfen.

Er hat die Geisteskraft dazu, siehe die breite Nasenwurzel, die plastisch breite, ausgewölbte Stirn, das stark konzentrierte Auge, unterstützt durch den tatkräftigen Ausdruck von Nase, Mund und Kinn. Der Ausdruck zeigt, daß er das Geplante durch scharfe Überlegung schaffen muß und will. Dem Naturell und Ausdruck nach ist es das Talent!

Wie ganz anders ist der Ausdruck des Genies, voll natürlicher Spannkraft und Ruhe. Was dem Geiste nur so zufällt, – muß das Talent schwer erringen und kann sich meist auch nur jeweilig auf etwas Einzelnes schöpferisch konzentrieren. Das Genie gibt die Anregung, zeigt den neuen Weg, den das Talent in mühsamster Arbeit beschreiten muß.

Huter DgM 100

Das Genie am Beispiel von Carl Huter, Schöpfer der naturwissenschaftlichen Menschenkenntnis [Hinzugefügt]

Aber der Mann, den das Bild [19] zeigt, ist sich seines Wertes auch voll bewußt, – das Genie ist oft unbewußt voll geistiger Schöpferkraft.

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Bild 20.

Bild 20. „Von diesen kleinen Augen, den Falten im unteren offenen Mund, besonders im ganzen Unterteil des Gesichtes, des oberen, wird kein Mensch, wer es immer sein mag, Scharfsinn, Überlegung, Weisheit erwarten“, so schreibt ganz richtig Lavater.

Es ist ein Kaffer und Idiot; weit und blöde reißt er Augen und Mund auf, und doch kommt nichts Vernünftiges hinein und heraus.

Wie einfältig die Nase liegt, – es ist die Dummheit. Man beachte das Ohr, es ist inwendig verhärtet und verkrüppelt und vermag nichts Gutes und Edles, sondern nur das Allergröbste und Banalste aufzunehmen.

Das ist gewiß traurig, aber nicht zu ändern, die Form ist Gesetz für den Geist, der sie belebt. Und nun erst er grobe und klotzige Mund, er ist entmenschlicht; gefährlich kann dieser Geselle nicht nur aus sich selbst werden, sondern erst recht, wenn er unter dem Einfluß eines energischen, bösen Willens kommt.

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Das sind im Mittelalter oft jene gewesen, die im fanatischen Eifer die vermeintlichen Hexen anklagten, folgern und verbrennen halfen, – es sind die Totfeinde des Genies und des Talentes.

Die verknöcherte, harte Kropfbildung am Vorderhals zeigt bei diesem Gesichtsausdruck die stark fortgeschrittene Zerstörung der chemischen Werkstätte des Gehirns.

Niemand wird wünschen, daß dieser Mensch sich durch Zeugung fortpflanzt, oder daß er sich in voller Freiheit betätigen darf oder etwa gar das Wahlrecht erhält.

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Bild 21.

Bild 21. Lavater schreibt:

„Wer erblickt nicht in diesem Gesichte zerrüttete Vernunft, Dummheit beinahe bis zur Tierheit herabgesunken.

Dieses Auge, diese Falten der vorhangenden Stirn, dieser aufgeworfene Mund, die ganze Stellung des Kopfes – spricht sie nicht deutlich für Schlappheit und Schwäche?“

Das Gesicht ist tatsächlich noch dümmer wie das vorhin beschriebene. Das Haar sieht aus, als wenn der Sturmwind allen Geist weggefegt hätte.

Das sehr kleine Auge ist wie erloschen, und gerade damit in Verbindung zeigt das außerordentlich schlaffe, faltige Gewebe an Stirn, Augen und Gesicht mit dem blöde offenstehenden Mund, der grob wie aus Holz geschnitzt ist, den fortgeschrittenen Zustand der Dekadenz.

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Man muß sich das Gewebe, die Haut, das Fleisch in einem matten, blassen, schwammig fahlen und leeren Ton, an den Augen mit bläulicher Untertönung vorstellen, bei  strohig brüchigem Haar, um zu erkennen, daß der Forminhalt chemisch wie auch physikalisch wie erloschen ist.

Schwadronieren und Blödigkeit, die Nahrung in sich hineinschlingen, ist das, was übrigblieb, wenn man davon absieht, daß der Mensch in diesem Zustand völlig unberechenbar ist und verbrecherische Handlungen begehen kann.

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Bild 22.

Bild 22. Lavater schreibt:

„Wie unentscheidend allenfalls ist das physiognomisch Gefühl der obere Teil des Gesichtes sei, der untere ist von aller Zweideutigkeit frei. Tausende wie Einer, und Einer wie Tausende, werden von diesem offenen Mund, diesem Kinn, diesen faltigen Wangen keine wahre Besonnenheit und Überlegung erwarten können.“

Das Bild zeigt einen Zyniker, eine Bauern, der alles Gute umkehrt und das Gegenteil daraus macht, der sich freut, wenn er Unheil stiften und seine Begierden befriedigen kann.

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Typisch ist der Wirbel des Haares auf der Vorderstirn, wo die ethische Region zu suchen ist. Typisch ist das kleine Auge mit den sinnlich stark heraufgezogenen Unterlidern, der große Mund, die übergroße, tiefgehende Nase, die so stark aus der Formproportion fällt wie der Charakter, den sie versinnbildlicht. Böses Einfangen, Ausbeuten und Verächtlichmachen, Verunglimpfen und Verunzieren ist es, was diese Nasenform deutet. Der offene, gespannt verzogene Mund, der lange scharfe Zähne zeigt und aus dem die böse Gier und Schadenfreude sprechen, sowie das hart vorgedrängte Kinn (Jakobinerkinn), das die Tat- und Impulskräfte zur Zerstörung des Edlen und Guten zeigt, vervollständigen diese Physiognomie.

Lavater hat recht. Dieses Gesicht läßt keine wahre Besonnenheit mehr erwarten, dafür aber eine schamlose, hündische und unanständige Gesinnung.

Allein in der anschaulichen Zusammenstellung dieser Bilder aus dem Riesenwerk Lavaters zeigt sich das große Geschick Huters, mit dieser Materie umzugehen und sie trefflich darzustellen.

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Bild 23. Judas nach Holbein.

Bild 23. Lavater:

„Welcher Mensch wird sich bereden können, daß ein Apostel des Herrn so ausgesehen haben könne:

Daß Christus ein solches Gesicht berufen haben könne?

Und welches Gefühl wird es nicht wahr finden, wenn man so ein Gesicht ein filziges, niedriges Gesicht nennt? Wer wird sich einem solchen Gesicht gern anvertrauen?“

Ja, müßte man den Worten Lavaters hinzufügen, dieser Mensch mit der querfaltigen, zurückfallenden unteren Stirn, der in sich hinein sinnt und spinnt, der dabei das Kinn vorschiebt und mit der Hand stützt, wobei sich durch die Finger der Ziegenbart windet, hat Böses im Sinn.

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Das Auge zeigt Reserviertheit; die gurkenartige Nase einen Charakter, der trotz des besten Beispiels dennoch tut, was er will; der Mund mit den umgewölbten Lippen und den herabgezogenen faltigen Winkeln spricht die reine Mißliebigkeit.

Das verfilzte, pelzartige Haar auf dem eingezogenen Kopf und den hochgezogenen Schultern ist das reine böse Omen, zeigt die Dunkelheit, die im Gehirn dieses Kopfes wirkt, zeigt den Menschen, der um 30 Silberlinge den Jesus verraten kann.

Gewiß, niemand mag sich solchen Judas als Jünger Jesu denken, der doch das Licht, die Liebe und die Offenheit selbst war.

Aber solche Naturen wie der Judas, der hier dargestellt ist, sinnen und spinnen Verrat und eigennützige Gedanken und Handlungen aus, die sie auch ausführen, – und was das Schlimme ist, sie heften sich wie Kletten, die nicht mehr abzuschütteln sind, an die Fersen des guten, reinen und edlen Menschen, der in seiner Reinheit, Liebe und Güte selbst den Bösewicht noch duldet und ihn belehrt.

Aber Jesus hat ganz richtig es dem Judas vom Gesichte abgelesen: Einer von Euch wird mich verraten – du bist es – du hast es gesagt.

Hätten aber die anderen Jünger Jesus nicht besser wachen sollen? –

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Sie hätten dem Judas vom Gesicht ablesen müssen, was für eine Natur er ist. Sie hätten ihn rechtzeitig entfernen müssen, um Jesus, den guten Menschen, zu schützen, den Verräter von vornherein abweisen und den Jesus frei machen sollen von den Ketten, die sich ihm an die Fersen hefteten.

Daher lehrte Huter: Heraus mit dem Schwert aus der Scheide, Petrus, und rauf auf die Verbrecher, was das Zeug hält, denn ein Jesus soll leben und nicht zugrunde gerichtet werden.

Das ist die neue und gesündere Moral der Lebenswirklichkeit, welche diese Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] eindringlichst erkennen lehrt.

DgM064 Bi24 oT

Bild 24.

Bild 24. Aus diesem faltigen Gesicht mit den erschlafften Geweben und den schweren Kiefern, – dem matten Licht des Auges ist Kraft und Saft gewichen.

Das illustriert der offene Mund und das strähnige Haar, es zeigt die Dummheit, die Teilnahmslosigkeit und Unfähigkeit.

Könnte man dieses faltige, schwere, matte, form- und farblose Gewebe im Leben sehen, man würde sofort erkenne, wie auch aus den wenigen Strichen des Bildes, daß hier die Geisteskraft, der Adel, die Energie und Hoheit gänzlich fehlen.

Der Mund scheint nur noch auf Essen und Trinken eingestellt zu sein.

Gerade in der Spannung und Helligkeit der Haut kommt die gesunde und lebhafte Körper- und Geistestätigkeit und –kraft zum Ausdruck; blöde Kraftlosigkeit liegt hier in den verfallenen Geweben und Formen. Man kann wirklich sagen: die Hallen sind verfallen.

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Bild 25.

Bild 25. Ganz entgegengesetzt dem Bild 24 ist dieses Gesicht, energisch vorgespannt sind Nase, Mund, Kinn und Stirn. Tätig und voller Leben ist diese Stirn und in der plastischen Wölbung des Hinterhauptes liegt Feinheit. Impuls, Energie und Willenskraft liegen in der langen Achse vom hinteren Oberhaupt zum Kinn; Fleiß und Tätigkeit im oberen Teile der Nase; Durchführungskraft im langen Unterkieferbogen.

XX

Achsen im Kopf nach Carl Huter [Hinzugefügt]

Es ist der Verstandesadel, – der energische Willensantrieb, die Intelligenz.

Aber betrachtet man dazu das kleine Auge, das gekniffen in länglichen Lidfalten liegt, so weiß man sofort, daß hier neben aller Verstandesklugheit auch Verschmitztheit, Impertinenz und Neigung zu Ausfälligkeiten bestehen.

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Der große Mund kann große Worte sprechen, hinter denen aber nicht der ehrliche Wille steht, und das kleine Auge kennzeichnet einen Geist, der einer Idee zuliebe das Edle herabziehen, auf Dogmen und Schlagworte sich versteifen und aggressiv vorgehen kann.

Hier fehlt die Offenheit, die große Wärme der edlen menschlichen Natur, die man so gerne sieht.

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Bild 26.

Bild 26. Lavater schreibt:

„Nachstehende Vignette ist von einem Thoren, der in seiner Jugend ein sehr verständiger, sehr trefflicher, herzguter Mensch war – durch harte Begegnung seines wilden Vaters aber wegen seiner vermutlichen Verliebtheit – so mißhandelt wurde, daß er den Verstand verlor; – wenn einmal der Mund, wo vornehmlich der Sitz der Tollheit zu sein scheint, – sich im Tode schließen wird, – ich wollte wetten, der vorige Ausdruck des Verstandes wird größtenteils wieder zum Vorschein kommen.

Dieser vorige Verstand ist noch sichtbar genug, besonders in der Stirn, und im Umrisse; nicht im Blick des Auges.“

Huter schreibt: „Dieser junge Mann ist durch grausame Schläge seines Vaters irrsinnig geworden.

Das nächste Bild zeigt den Jesusknaben im Empfindungsadel.

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Welche Helligkeit des Empfindens gibt sich in diesem Gesicht kund, welch grausam harte Erfahrung spiegelt sich in dem vorigen Bild.

Leider muß auch ein Jesus noch Grausameres erdulden.“

Man kann nur sagen: Liebe Menschen, habt Erbarmen, wenn Strafe sein muß, so sollte sie das Ziel der Besserung verfolgen und niemals unnötig grausam sein.

Lavater hat recht, Stirn, Ober- und Hinterkopf des Bildes 26 zeigen eine ursprünglich gute Veranlagung.

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An Nase und Mund zeigt sich die grausame und harte Erfahrung, die Gewebe sind wie verhärtet und wie von Blei geworden – und alle Schönheit ist hier gewichen.

Wenn Lavater meint, der Tod würde die Züge um den Mund wieder veredeln, so kann er recht haben; aber wenn erst der Tod kommen soll, um den Menschen von der Vorstellung des Grauens zu erlösen, dann ist durch Menschen allerdings kein Unrecht mehr an ihm gutzumachen.

Daß dennoch das Unrecht wieder gut gemacht werden muß durch den, der es begangen hat, daran ist nach unserer heutigen fortgeschrittenen Lebens- und Naturerkenntnis kein Zweifel mehr. Denn das Böse ist eine Energie, die sich fortpflanzt und früher oder später auf den Urheber zurückfällt.

Aus Klugheit schon allein sollte der Mensch das Gute tun.

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Bild 27.

Bild 27. Im Anschluß an eine Abhandlung über das Genie, deren Ende durch dieses Bild illustriert ist, schreibt Lavater:

„Genie der Tugend und Religion – die Tugend und Gottheit ahnen, wo niemand sie ahndet – wirken und leiten, wo niemand gelehrt und geschult werden kann; die in sich und außer sich Kräfte, Anlagen, Wirkungen entdecken, die in keinem Wörterbuche Namen haben – Dinge empfinden, sehen, wirken, die kein Auge sah, kein Ohr hört, und die in keines Menschen Herz kamen, die nur von dem herrühren, der alle Tiefen der Gottheit ergründet und weiß, was in Gott ist:

Genien – der Religion! Auserwählte des Vaters! Denen bereitet ist das ewige Reich von Grundlegung der Welt an – eueren Namen und das Siegel Gottes auf eurer Stirne kennt niemand, als der eures Namens und eures Siegels ist.“

Huter sagt: „Es ist ein Jesusknabe im Empfindungsadel – welche Heiligkeit gibt sich in diesem Gesicht kund.“

Das Bild ist nur eine Skizze nach dem Original in Lavaters Fragmenten, mit ein paar Strichen ist die ganze Weichheit und Feinheit der Formen angedeutet.

Hier hat das Gewebe einen ganz und gar warmen, sehr edlen Ton – und zeigt die tiefe innere Wärme, das  feinste Gefühl.

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Bild 25 zum Vergleich

Bei Bild 25 dagegen sehen wir die Haut glatt gespannt, straff, kühl, im kalten Gewebe und Farbton, – auf innere Kühle im Gefühl – und auf Verstand deutend.

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Bild 27

Hier bei Bild 27 sind die zarten Formen voll innerer Wärme, voll allerfeinstem Gefühl und Empfinden.

Das Oberhaupt ist schön und hoch gewölbt, das Gehirn ist in seiner Blüte des Oberhauptes, das die Verbundenheit mit der Gottheit zeigt, vollendet entwickelt. Diese Tönung teilt sich den Augen, den Zügen, den Geweben, der Haut, dem ganzen Körper mit, – wie auch umgekehrt bei Bild 25 die Kühle.

Huter SEHEN AUGE M

Klassisches Sehen [Hinzugefügt]

Das ist ein kleines Beispiel für das neue Sehen nach der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie], es ist durchaus real und objektiv, nur sehr fein, ein Sehen, das die wissenschaftliche Erkenntnis durch den Verstand berücksichtigt und damit das Fühlen vereint.

Es ist ein Sehen, wie es ähnlich den großen bildenden Künstlern eigen war, womit hier aber gleichzeitig eine naturwissenschaftliche Grundlage verbunden ist.

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Die größte Irrlehre [Hinzugefügt]

Huter Innere Erschließung

Das Gefühl und Empfinden ist das Beste im Menschen, das er hat. Wird das Gefühl erstickt, verhärtet, dann bleibt nur noch die rohe Tat und Kraft, dann hört jede Vertiefung und Verfeinerung auf. Nie aber darf man glauben, das Gefühl sei Schwäche oder Dummheit oder minderwertig; nein, das ist es nicht. Aus dem Gefühl und Empfinden sind menschliche Größe und Tapferkeit, treue Tugend und der Heroismus hervorgegangen.

DgM064 Bi28 Harm Natur oT

Bild 28. Volle harmonische Natur.

Bild 28. Dieses Bildnis ist von Lavater nicht näher beurteilt, sondern nur unter vielen anderen in einem Anhang seines Werkes gebracht. Huter übernahm aber dieses Bild in sein Werk, weil es die nach Körperbau, Kopfform, Augen und Gesichtsausdruck immerhin seltene, volle harmonische Natur darstellt.

Die von Huter neu entdeckte und überaus groß ausgebaute Naturellehre gibt allein schon durch die obige Bezeichnung volle Auskunft über die Charakter- und Wesensart dieses Mannes.

DgM006-1933KretX

Naturellehre, Original = Huter – Plagiat = Kretschmer [Hinzugefügt]

Die Naturellehre Huters ist bekannt und wir brauchen die einzelnen Formbildungen dieses großartigen Kopfes nicht näher zu erklären.

Er ist der geborene Leiter und Führer, vollendet harmonisch, großartig und vielseitig nach Tat, Gefühl und Arbeitsrichtung veranlagt. Er wird nach keiner Richtung hin extrem und geht stets und in allen Dingen des Lebens aus innerer Veranlagung den goldenen Mittelweg.

DgM064 Bi28 Harm Natur mT

Er verwirft nichts vom alten Guten und fördert dennoch das gute Neue, ohne das Eine zu verneinen oder das andere zu sehr zu loben. Es ist die Natur, die das bestehende Gute läßt, wie es ist, die nicht davon zerstört, sondern nur in allen Dingen zu bessern und auszubauen sucht.

Es ist der Mann, der auch persönlich entsprechend seiner inneren Harmonie lebt, eine lebensfrohe und glücklich-heitere Natur, die normalerweise wenig oder gar nicht krank ist und auch ein hohes Alter erreicht.

Die Einsicht und Voraussicht dieses Mannes ist so groß, so hell und klar, so in sich gefestigt wie sein Auge und Gesichtsausdruck ist, daß er wie eine Eiche fest in allen Stürmen des Lebens steht.

Es ist der natürliche menschliche körperliche und geistige Adel, wie geschaffen, Führer und Leiter der elementaren Menschheit zu sein, um den goldenen, harmonischen Mittelweg des Lebens in allen Dingen zu wahren.

Große Liebe der Eltern, bestes Zusammenpasse der selben, glückliche Zeugung, Vererbung und Entwicklung sind die Hauptursachen dieser harmonischen Geist-, Seelen- und Körperbildung.

DgM064 Bi29 oT

Bild 29.

Bild 29. Lavater schreibt:

„Auch gewalttätige Fälle von Quetschungen haben oft die Wirkung, verständige Köpfe von halt und ganz Erwachsenen zu Narren oder Halbnarren zu machen.

Aber bei weitem nicht alle Thoren sind es durch Verwahrlosung der Wehmütter – oder durch gewaltsame Zufälle, Nachstehender gewiß nicht.“

Bei diesem Menschen liegt die erste Ursache der Verkommenheit zweifellos in ungesunder Zeugung, Vererbung und Entwicklung.

DgM064 Bi28 Harm Natur mT

Bild 28 zum Vergleich.

Huter schreibt: „Welcher Adel kommt in Bild 28, in dem vollen, ganz harmonischen Gesicht zum Ausdruck, und welche Gemeinheit in den zwei Gesichtern von ein und derselben Person!

Wer noch im Zweifel darüber ist, daß sich der Charakter nicht nur in der Mimik, sondern auch in dem konstanten Gesichtstypus bekundet, der mag heir mit überzeugt sein.“

Wer auch nur einigermaßen aufmerksam die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrachtet, wer die gesamte bildende Kunst von Anbeginn der Zeit an bis auf den heutigen Tag verfolgt, der muß einsehen, daß die Idee, der Charakter der Menschen gäbe sich nur in der bewegten Mimik des Gesichtes kund, auf einem sehr großen Irrtum beruht.

Das Bild zeigt die typische Gemeinheit und Verkommenheit nicht nur in der Mimik der Augen, des Mundes und des Gesichts, sondern auch in den festen Körper- und Gesichtsformen.

DgM064 Bi29 mT

Z.B. ist die Augenstellung stark ungleich, ein Zeichen, daß die beiden Gehirnhälften nicht in Harmonie arbeiten.

Die Nasenform und der Mund ist sehr stark typisch verbildet, und die Formbildung der Partie unter der Unterlippe im Verhältnis zum Kinn gibt uns Aufschluß über die fortgeschrittene Entartung.

Ferner betrachte man den vollkommen verbildeten Unterkiefer, der allein schon mechanisch durch seine Schwere, Spannung, Strahlung, Wärme, Elektrizität usw. auf das damit in Verbindung stehende Kleinhirn ungünstig einwirkt und zu abnormen Handlungen reizt.

DgM064 Bi29 mT

Man beachte die schwere Verformung am Hals und die völlig verbildeten und verkrüppelten Ohren; entsprechend ist der innere Zustand der damit in Verbindung stehenden Organe. –

So haben uns diese Vergleiche der Beurteilungskunst von einst und jetzt in die wunderbare Welt der Sprache der Lebensformen des Menschen geführt.

Mögen sie jedem Leser die Überzeugung geben, daß die lebendige Form ein Ausdruck des Geistes ist, der darin lebt und webt. –

Huter Geist Formen

In den Formen lebt der Geist [Hinzugefügt]


Ostergedanken in Erinnerung an Lavater [Hinzugefügt aus Nr. 63]

Der edle Schweizer Theologe Johann Caspar Lavater, der Schöpfer der zu Weltruhm gelangten „Physiognomischen Fragmente zu Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe“, fand vor 137 Jahren [Stand 1938] seinen Tod in Erfüllung der christlichen Gebote von der uneingeschränkten Nächsten- und Feindesliebe.

Lavater war ein Bahnbrecher der Menschenkenntnis, die berufen ist, der Menschheit noch einmal einen gewaltigen Auftrieb zur Vollendung ihrer Höherentwicklung zu geben.

Er fand begeisterte Verehrung und tatkräftige Förderung durch fürstliche Gönner, er fand aber auch Spott und entwertende Kritik da, wo realer Sinn seiner überschwenglichen Gefühlsschwärmerei nicht zu folgen vermochte.

Was Lavater unmöglich war, – seine Erkenntnisse über den Geist- und Seelenausdruck des menschlichen Antlitzes naturwissenschaftlich und real sinnlich zu untermauern, weil einfach Naturwissenschaft und reale Forschung die nötigen Bausteine noch nicht geliefert hatten, das ersetzte er durch begeisterte Lobpreisungen auf den Schöpfer aller Dinge, der im menschlichen Angesicht das Ebenbild seiner Größe und göttlichen Erhabenheit geschaffen hat.

Dieses Ebenbild sah Lavater wunderbar erhebend im wohlgestalteten und durchgeistigten Angesicht edler Tugendmenschen, er sah es verdunkelt, verdorben, verkümmert, verschleiert, entartet in den Gesichtern verbrecherischer Bösewichter und verneinender Zyniker.

Was zu Lavaters Zeit die Geisteswissenschaft in hoher Blüte und die naturwissenschaftliche Tatsachenforschung noch unvollkommen und teils vernachlässigt, so erleben wir heute die Blüte der Technik auf Grund naturwissenschaftlicher Tatsachenforschung, während eine Geringerschätzung der Geisteswissenschaften zweifellos Platz ergreift.

Die fortgeschrittene Naturwissenschaft hat inzwischen aber einem genialen einfachen Mann des Volkes unserer Zeit die Bausteine geliefert, das, was Lavater gefühlsmäßig und mit seherischer Begeisterung niederlegte, exakt und real, in lehrfähiger und systematischer Form zu begründen und zu einer neuen Wissenschaft auszubauen.

Carl Huter (gest. 1912) schuf seine Psycho-Phyisognomik [Physiognomische Psychologie], die Lebensformen- und Seelenausdruckskund, auf naturwissenschaftlicher Grundlage.

Die Naturellehre, das A B C der praktischen Menschenkenntnis, bildet den Mittel- und lehrfähigen Ausgangspunkt dieser vervollkommneten biologischen Physiognomik.

Wenn nun Menschenkenntnis als sichere Charaktererkennungskunst lehrfähig ist, wird sie dann mit der Zeit die Möglichkeit geben, daß die edelsten und besten Menschen aus Charakterstärke und Opfermut nicht mehr einen Leidensweg gehen? –

Lavater hat damals vor 137 Jahren [Stand 1938] ohne Zweifel den bösen Willen und den gefährlichen Charakter seines Mörders durch seine Menschenkenntnis erkannt. Er handelte aber gemäß dem christlichen Grundsatz: „Liebe Deinen Nächsten, – liebet Eure Feinde, – tuet Gutes Euren Verfolgern –„ und der betrunkene Soldat, ein Bösewicht, der alles Gute aus Naturanlage mit Undank lohnt, stach den Edlen und Weisen, der ihm mit Geld, Brot, Wein und gütigen Worten wohlgetan hatte, erbarmungslos nieder.

Ja, – es ist eine falsch verstandene Nächsten- und Feindesliebe, welche die Besten geradezu veranlaßt, dem Verbrecher, der sich schon selbst rücksichtslose durchsetzt, erst recht die Wege zu ebnen, ihm noch bereitwilligst Platz zu machen, ihn zu segnen, ihm wohlzutun, ja ihn mit allen Mitteln zu fördern – und selbst stets bescheiden im Hintergrunde zu bleiben, ja nicht hervorzutreten und ja nicht zu Mitteln und Einfluß zu gelangen. –

Dem Minderwertigen und Verbrecher Freiheit zu lassen, Platz zu machen, ihn zu fördern, ihm den Weg frei zu lassen zur Beherrschung andere, – heißt nicht ihn lieben, – sondern ist der Angelpunkt menschlicher Irrungen und der Grund und die Ursache unendlichen Unglücks.

Den Verbrecher als Nächsten lieben heißt, – ihn davor bewahren, daß er seine unseligen Anlagen und krankhaften Triebe in Freiheit entfaltet. Er muß erkannt, bewacht und bewahrt werden, er muß bei angemessener Arbeit, wo es nötig ist, mit Zwang angehalten werden, der Menschheit nach Maßgabe seines Könnens zu dienen.

Anderseits muß auch der gute Mensch ebenso erkannt werden. Ihm muß der Weg frei gemacht werden, seine guten und schöpferischen Anlagen entfalten zu können. Er wird aus Naturveranlagung stets zum Segen aller Menschen wirken und so das Erlösungswerk von Übel und Sünde vollbringen.

Käthe Kupfer.

XX

Physiognomische Psychologie [Hinzugefügt]

Die meisten Menschen haben die Durchleuchtungen, Strahlungen, Spannungen und chemischen Farbveränderungen der Gewebe überhaupt noch nicht im Sinne Huters wahrgenommen. Zeigt man ihnen die Unterschiede an lebenden Personen, dann ist meist das Erstaunen groß, so etwas zum erstenmal zu sehen.

Was ich von Huter einst erlernte und getreulich bewahrte – möchte ich als einer seiner letzten noch lebenden Schüler gerne der Nachwelt erhalten, da es sehr schwer ist, das, was man im Leben leicht sehen lernen kann, durch Worte klar zu machen.

XX

Amandus Kupfer, Bewahrer und Retter mit Hilfe der Schweiz und seinen großartigen Menschen von Carl Huters Menschenkenntnis [Hinzugefügt]

Es hängt letzten Endes vom Fortschritt der Technik, Optik und Wissenschaft ab, die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie], ein neues klassisches Sehen, allgemein verständlich lehren zu können.

XX

KLASSISCHES SEHEN [Hinzugefügt]

XX

Ich bitte meine lieben Leser, die vorliegende Arbeit unvoreingenommen zu durchdenken. Ich will niemandem den Blick trüben, sondern habe hier nur Resultate der Volksforschung nach Carl Huter dargelegt. Was hier nur kurz erwähnt werden konnte, ist in den angeführten Werken Huters genauer erklärt.

Die Wahrheit ist eine unbesiegbare Macht, sie läßt sich nicht aus der Welt schaffen.

Die Vervielfältigung und Vergrößerung der Original-Zeichnungen und Bilder ist nicht gestattet. Man wende sich an den Verlag.

Der große Band

„Menschenkenner“ Nr. 1-50

Herausgeber von 1932-37, etwa 600 Bildbesprechungen. Zahlreiche Illustrationen. Hervorragender Inhalt.

In Leinen gebunden RM. 25,-

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Kraft, Stoff und Empfinden (Hinzugefügt)

Huter hat erkannt, daß die Empfindungsenergie neben Stoff und Kraft im ganzen Weltall vorhanden ist, es ist die dritte große primäre, wir können sagen göttliche Energie.

Kein Atom und kein Molekül der scheinbar toten und der lebenden Materie ist ohne Empfinden.

Der Gesichtsausdruck, die Wechselwirkung von Innen- und Außenwelt, läßt sich so mit wenigen Worten erklären. Der Dichter hat also recht:

„In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte, –

Sein Hassen und Lieben deutlich geschrieben –

Sein innerstes Wesen, es tritt hier ans Licht,

Doch nicht jeder kann´s lesen, verstehn jeder nicht!“

Darum weisen wir auf diese lehrfähige Menschenkenntnis hin.

Des Körpers Form ist

Seines Wesens Spiegel.

Enthüllst du sie, so löst

Sich dir des Rätsels Siegel.

Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini (Hinzugefügt)

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

DgM064 BUECHER64

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

D The Gate MK

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