DgM 082

Am Morgen eines ungeheuren Schlafes!“

Friedrich Nietzsche
Mit der Wiederbegründung des Heiligen Deutschen Reichs findet die Wiedergeburt von Atlantis und seiner ganzheitlich-kosmo-philosophischen (kosmoterischen) Spiritualität statt – mit der Gründung des „vierten“ Deutschen Reichs beginnt auch der Aufstieg des vierten Atlantischen Reichs, des Heiligen Atlantischen Reichs Europäischer Völker .

Mit dem Zeitalter des Paradigmas deutscher Geistigkeit beginnt in wenigen Jahren das für das Wassermannzeitalter prophezeite „Goldene Zeitalter“.




Der gute Menschenkenner
nach Carl Huters Psycho-Physiognomik
© Nov. 1939, Nr. 82
Verlorene Illusionen
Eine Reaktion des bedeutsamsten Huter-Schülers und physiognomischen Schriftstellers Amandus Kupfer auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Amandus Kupfer (1879-1952) war der bedeutsamste Schüler von Carl Huter (1861-1912), unserem wunderbaren Menschen und naturwissenschaftlicher Begründer der Original-Menschenkenntnis. Amandus Kupfer entfaltete in der Zeit von 1920 bis 1952 die breiteste Wirkung von allen Schülern Carl Huters. Man kann ihn als den bedeutendsten Schüler Huters bezeichnen. Die von Carl Huter und seinem Werk ausgelöste Bewegung orientierte sich in dieser Zeit an Amandus Kupfer. Eine andere bedeutende Bezugsperson gab es nicht!
Es ist daher von einem besonderen Interesse, die Wirksamkeit von Amandus Kupfer während der Zeit von 1933 bis 1945 näher zu betrachten.



Es sei hiermit wiederholt auch darauf hingewiesen, daß vor der Staatsgründung Israels Chaim Weizmann und Amandus Kupfer sich persönlich begegnet sind. Weizmann wurde nach Gründung des Staates Israels erster Präsident. Weizmann besuchte in den 20er Jahren Amandus Kupfer bei Nürnberg und fragte um physiognomische-psychologische Beratung zu dem Vorhaben Gründung des Staates Israel.
Mit der weltersten Digital-Publikation von der gute Menschenkenner 82 von insgesamt 101 großformatigen Zeitungsausgaben wird hiermit versucht die Reaktion von Amandus Kupfer auf den Beginn des Zweiten Weltkrieges nachzuzeichnen. Hauptquelle sind die genannten 101 Ausgaben. Diese großformatigen Zeitungsausgaben wurden von Amandus Kupfer von August 1932 bis Juni 1941 herausgegeben.
Es ist wissenschaftshistorisch Tatsache, dass der Herausgeber Amandus Kupfer schon in den ersten beiden großformatigen Zeitungen, Der gute Menschenkenner Nummer eins und zwei, also bevor Adolf Hitler Reichskanzler Januar 1933 und Führer von Deutschland wurde, diesen in Nummer zwei im Jahr 1932 diplomatisch aber eindeutig als nicht geeignete oberste Führungskraft für Deutschland klar kennzeichnete.
Nummer eins stellte dem Leser sozusagen das naturwissenschaftliche „Führer-Prinzip“, also den tatsächlichen Bauplan der Natur, insbesondere die Naturell-Typenlehre Carl Huters und die darauf aufbauende Rangordnung der Persönlichkeiten vor. In Nummer zwei ebenfalls Jahr 1932 wurde Adolf Hitler in Bild und Text, diplomatisch, aber für den genau Lesenden und Kenner der Huterschen Menschenkenntnis klar und unmißverständlich als nicht geeignet für das höchste politische Amt Reichskanzler Deutschlands. Dies ist eine wissenschaftshistorische Sensation! Personen, die Adolf Hitler zu direkt und undiplomatisch kritisiert hatten, wurden schon im Jahr 1933 ermordet. Beispiel der Herausgeber von „Der Angriff“, aus München.

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit der Beschießung und der Eroberung Polens durch Nazi-Deutschland, worauf Frankreich und England am 3. September 1939 Nazi-Deutschland den Krieg erklärten. Die erste nach Kriegsbeginn erschienene Ausgabe der Zeitschrift «Der gute Menschenkenner» (Nr. 81, Oktober 1939) enthielt eine Studie über den Ausdruck von Liebe und Hass.
Sie war die letzte Nummer, die redaktionell vor Kriegsbeginn abgeschlossen worden war. Die Ausgabe Nr. 82 vom November 1939 war dann dem Thema «Verlorene Illusionen» gewidmet. Kupfer verwendete als Aufhänger das Bild von Charles Gleyre «Les illusions perdues»

Dem Hauptartikel stellte Kupfer einen kurzen Artikel zum 180. Geburtstag von Friedrich von Schiller am 10. November 1939 voran mit dem hier gebrachten Bild.
Im Dritten Reich wurde Schillers «Wilhelm Tell», den Amandus Kupfer als Hauptwerk Schillers bezeichnet, nicht aufgeführt, da man befürchtete, es könnte dadurch der Widerstand gegen das diktatorische Regime beflügelt werden.
Schiller war, was mindestens jedem Gebildeten auch damals bekannt war, der Dichter eines idealistischen und individuellen Freiheits- und Schönheitsideals, das absolut nicht in den Rahmen des Dritten Reiches passte.
Als Nationaldichter konnte ihn das Dritte Reich zwar vereinnahmen; Kupfer jedoch wies daraufhin, dass sich Schiller weniger um Nationalismus, als um Freiheitskämpfe und deren idealen Werte kümmerte, wie das der Inhalt des «Wilhelm Tell» ist. Im «Wilhelm Tell» wird die Ermordung tyrannischer Herrscher als eine mit einer sonstigen Mordtat nicht vergleichbare, gerechtfertigte und moralische Tat dargestellt.
Man kann wohl nicht sagen, dass Kupfer damit direkt zur Ermordung Hitlers aufgerufen habe; man kann aber auch nicht sagen, dass er, der durch die Gestapo sorgfältig kontrolliert wurde, sich den Mund hat verbinden lassen. In der Tat steckt in diesem Text eine Wertung der damaligen Zeit, die Hitler und den Behörden des Dritten Reiches nicht geschmeichelt hat.

Wer das Dritte Reich physisch überleben wollte, der konnte das, was hier diskret, jedoch unmissverständlich ausgedrückt wird, im Jahre 1939 nicht offen drucken.
Der Hauptartikel in «Der gute Menschenkenner», Nr. 82, November 1939, ist jedoch nicht Schiller und seinem «Wilhelm Tell» gewidmet, sondern dem Bild von Charles Gleyre «Les illusions perdues».
Seiner Abhandlung stellt Kupfer das folgende Gedicht voran:
Die süßen Bilder, wie weit, wie weit –
Wie schwer das Leben, wie trübe;
Fahr wohl, fahr wohl, du selige Zeit, –
Fahrt wohl, ihr Träume der Liebe.

Charles Gleyre wurde 1806 in Chevilly im Waadtland geboren. Die künstlerische Ausbildung erhielt er ab 1825 in Paris und Rom. 1834 bis 1837 war er zeichnender Reisebegleiter auf einer Orientreise. Von 1838 an lebte er in Paris, wo er besonders als Lehrer eine besondere Attraktion genoss. Er unterrichtete Künstler wie Anker, Monet, Renoir und Piloty.
Den künstlerischen Durchbruch erlebt Gleyre im Jahre 1843 mit dem Bild «Le Soir», das später «Les Illusions perdues» genannt wird.
In feinfühliger Weise drückte Gleyre mit diesem Bild eine damals allgemein vorhandene Stimmung aus, eine Stimmung, die auch von einer ganzen Reihe anderer Künstler, Musiker, Dichter und Maler, dargestellt wurde, nämlich den Abstieg von den großen Idealen hin zu einer nüchternen Realität. Die Musen im griechischen Kahn werden durch den Abendwind vom Ufer weggetrieben. Schon bald werden sie verschwunden sein. Der Sänger am Ufer verliert seine anregenden lieblichen ethisch-ästhetischen Musen und sinkt müde in sich zusammen. Es nachtet.
Dieses Bild, so kann man es heute feststellen, ist sinnbildlich nicht nur für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern für die ganze Zeitepoche nach 1843 bis heute.
Gleyre hat diesem Bild ein Gegenstück zugedacht, das er «Le Matin» (Der Morgen) oder auch «Le Paradis terrestre» (Das irdische Paradies) nannte. Dieses Werk ist in gewisser Weise das künstlerische Testament Gleyres. Es blieb jedoch unvollendet.
Das Motiv und der Ausdruck dieses Bild erinnert sehr an einen Text von Carl Huter über das ideale Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Dieser Text lautet: «Mann und Frau sollen sich zueinander verhalten wie der Goldene Schnitt.
Der kleinere Teil soll im gleichen Verhältnis zu dem größeren stehen wie der größere zum Ganzen.
Das heißt: Die Frau liebe den Mann so stark wie der Mann die Frau und sich zusammengenommen liebt. Dies geschieht bei normalem ethischem Empfinden in der geschlechtlichen Vereinigung. Die Frau soll also auch außerhalb dieses Liebesvorganges den Mann ebenso gleich stark heilig lieben. Dann erst löst sie ihre Aufgabe als Gattin.
Der Mann aber liebe 1. das Ideale, 2. das Ich und 3. die Frau in gleich starkem Verhältnis wie das Verhältnis des Goldenen Schnittes ist.
Im Übrigen, also in der Beziehung der Geschlechter zur übrigen Umwelt, vertrat Huter die Ansicht, dass in allen Bereichen volle Gleichberechtigung und Gleichstellung die Regel sein solle. Gleyre schuf neben vielen Portraits auch eine Anzahl von Historienbildern, so das Bild «Major Davel».

Der Künstler Gleyre war vertraut mit der Gallschen Phrenologie und mit der Lavaterschen Physiognomik. Beide, Gall und Lavater, beeinflussten sein Schaffen.

Als im Jahre 1870 der deutsch-französische Krieg ausbrach, meldete sich Gleyre als Freiwilliger zur französischen Armee. Er wurde jedoch wegen seines vorgerückten Alters zurückgewiesen. Er reiste daraufhin nach Lausanne, um dort den Gang der Dinge abzuwarten. Später kehrte er wieder nach Paris zurück. Am 5. Mai 1874 starb er nach langer Krankheit. Beigesetzt wurde er in seiner Heimatgemeinde Chevilly im Waadtland. Die Bevölkerung und die politischen Behörden in Frankreich und in der Schweiz nahmen einen seltenen Anteil an den Trauerfeierlichkeiten. Bei der Überführung der Leiche von Paris in die Schweiz läuteten die Glocken überall, wo der Leichenzug vorbeifuhr, und die Landbevölkerung entblößte in Ehrfurcht und Anteilnahme das Haupt. Man trug ihn zu Grabe mit dem Bewusstsein, einen der Großen der Zeit verloren zu haben.
XX
Die natürliche Rangordnung der Persönlichkeiten im Sinne Carl Huters, die hier angesprochen wird, steht in vollständigem Gegensatz zu der im Dritten Reich und in den sozialistischen Diktaturen praktizierten oder zu der von Friedrich Nietzsche (Gewaltübermensch-Theorie) propagierten. Feinheit, Idealität und Verinnerlichung, das was die griechischen Musen inspirierten und was ihr göttlicher Meister Apollo verkörperten galt und gilt ihnen als Verweichlichung und als Entartung. Von Verbrechen begleitetes Entfalten des Tatlebens, etwa wie es dem Ausdruck der Farben Braun, Rot und Schwarz entspricht, war dahingegen angesagt. Dieses beherrschte weitgehend das 20. Jahrhundert.

Carl Huter lehrte eine andere Gesellschaftsordnung als die, die im 20. Jahrhundert unter den Fahnen verschiedener gegensätzlicher Ideologien herrschte. Amandus Kupfer lehnte sich gegen diese Art der Gesellschaftsordnung und Machtausübung auf. Kupfers Reaktion auf den Kriegsbeginn ist jedenfalls unmißverständlich.

VERLORENE ILLUSIONEN
Fahr wohl, du selige Zeit –
Fahrt wohl, ihr Träume der Liebe! –
Sind alle Vorstellungen und Wünsche
DAS EWIGE SEHNEN NACH GLÜCK
UND IDEALEM LEBEN
Nur Träume, nur Illusionen,
die über kurz oder lang an
der rauhen Wirklichkeit des
Alltags zunichte werden –
Oder ist es möglich,
trotz hartem Daseinskampf
einen Idealzustand des
Lebens zu erreichen? –

NICHTS GEHT VERLOREN,
WAS DER MENSCH IN LIEBE
AN GUTEM UND SCHÖNEM
GETAN HAT.
CARL HUTERs
GRUNDLEGENDE ENTDECKUNGEN
Über Welt, Gott, Leben, Dasein und
Entwicklung zu höherem Leben


EIN DICHTER, DENKER UND KÄMPFER,
Zum 180. [Stand 1939, also Jahr 2009 zum 250.]
Geburtstag FRIEDRICH VON SCHILLERS
Am 10. November 1939 [2009]
Schiller liegt im idealen Bewegungs- und Empfindungs-Naturell.
Diese gewaltige breite Stirn, an deren Seiten bis zur Scheitelwölbung sich die schöpferische Phantasie mit dem hohen Idealsinn ausprägt, dieses schönheitstrunkene, sprechende Auge, diese enorme Darstellungskraft mit eisernem Fleiß gepaart, welche in der Nase zum Ausdruck kommt, lassen den gewaltigen Geistesfürsten erkennen, der uns die herrlichsten Dichtungen geschenkt hat.
Dieses hoheitsvolle Bild zeigt uns den Freiheitskämpfer. – Dort, wo zu beiden Seiten des Scheitels sich das Haar auf dem Vorderhaupt wellt, liegt der National- und Sozialsinn.

Die nationale Begeisterung Schillers, dessen Geist sich entzündete an den Helden der großen europäischen Völker, die im Glauben an ihre Ideale und im Kampf für dieselben vor keinem Opfer, auch nicht dem schwersten, zurückschreckten, ist uns gerade in unserer Zeit ein Vorbild des Opfermutes und der Pflichterfüllung.

Gerade das Hauptwerk Schillers, Wilhelm Tell, in welchem er den Nationalhelden des tapferen Schweizer Volkes eine unvergänglichen Ruhmeskranz geflochten hat, zeigt diesen Dichter der Deutschen in seiner weit über der Heimat Grenzen hinausreichenden volkserzieherischen Bedeutung, der selbst die besten Tugenden seines Volkes verkörperte.
An Schillers Dichtung begeistert sich die stürmische Jugend, – er hat uns die wahren Volksführer als die hochwertigsten Menschen vor Augen gestellt, denen sich freiwillig und freudig jeder Einsichtige und Gutwollende unterordnet und ihnen folgt.



Die süßen Bilder, wie weit, wie weit –
Wie schwer das Leben, wie trübe;
Fahr wohl, fahr wohl, du selige Zeit, –
Fahrt wohl, ihr Träume der Liebe.
VERLORENE ILLUSIONEN, –
Das ist der Sinn, der dem obigen Bildwerk zugrunde liegt.
Ein Schiff mit ideal schönen Frauengestalten, die für Musik, Gesang und Poesie begeistert sind, schwimmt mit leicht geblähtem Segel im lauen Abendwind an einem Wandersmann vorbei, der sich am Ufer des Sees niedergelassen hat und dessen Hand Wunderstab und Leier entfallen sind, – der in tiefen Träumen versunken ist.
Ein ideal schöner Engelsjüngling führt das Ruder und Steuer – und streut Blumen in das Kielwasser des Schiffes.
Vorbei rauscht an den Augen des Wanderers, – dessen Brust breit und tief gebaut ist, dessen Rücken gebeugt ist von der Last und Schwere des Lebens und der Jahre, – der müde geworden ist, – das Ideal des Lebens, das er in seiner Seele gesucht und nicht gefunden hat.


Wer kennt sie nicht, die Träume der Erinnerung, – die verlorenen Träume des Lebens, – die nie Wirklichkeit geworden – und dennoch von der Seele ersehnt und erhofft wurden.
Aus Traum und Tiefe steigt die Erinnerung auf. Was hat nun wohl der Künstler mit seinem Bildwerk sagen wollen?
Hier die idealen Frauengestalten voller Geist, Licht und Schönheit, Kunst, Poesie, Dichtung und idealem Leben, – dort die dunkle, reckenhafte Gestalt des Wanderers, dessen Rücken gebeugt, – dessen Arm, Fuß und Sinn müde geworden ist von des Lebens rauher Wirklichkeit.
Der Friede, der über der Natur und dem See lagert, – der Mond, der am Himmel erscheint, – sind ganz dazu angetan, die schönsten Träume, Erinnerungen und Hoffnungen in der Seele aufsteigen zu lassen.
Der Künstler hat dargestellt, wie das Leben so schön sein könnte. Eine großartige Erdennatur, – Frauengestalten im idealen Typus, erfüllt von den schönsten und herrlichsten Empfindungen, – ein Schiff, das wie im schönsten Spiel des Lebens Wirklichkeit mit seinen verlorenen Illusionen, – eine kräftige, aber müde und gebeugte Mannesgestalt.
Illusion und Wirklichkeit zeigt der Künstler hier in Formen und Farben der Natur.
Muß das Leben sich nun so kontrastreich abspielen? – Muß es so sein?! Offenbar nicht, denn der Künstler wird in seiner Darstellung sehr deutlich. Man betrachte alle Frauengestalten, – sie liegen ausnahmslos im idealen Typus. Man betrachte die Augen, die Stirnen, die Gesichter, die Gestalte, – die Idealität, die aus Gebärde und Ausdruck spricht, – alle sind sie für das Schöne und Ideale begeistert. Die Gestalten sind verfeinert sowohl in der Form, wie auch nach Ausdruck und Bewegung und voll der schönsten Empfindungen

Ideales Naturell [Hinzugefügt]
Der bärtige Mann an Ufer aber ist dunkel getönt und schwer dargestellt. In seinem Gesicht liegt nur ein Abglanz des momentan empfundenen schönen Phantasiegebildes. Sonst aber ist die Stirn niedrig und außerordentlich klein und eng im Verhältnis zum sehr starken Hinterhaupt und Körperbau, was bedeuten soll, daß hier das Ideale nur in der vorübergehenden Vorstellung, in der Erinnerung, aber nicht so stark im Tat-, Denk- und Empfindungsleben verkörpert ist.
Wie leicht, frei, licht und schön ist dahingegen das Gesicht, die Stirn, der Schädel- und Körperbau des Engelsjünglings, der das Schiff wie im Spiel führt und noch Blumen auf den Weg desselben streut. Wie licht, sonnig und glücklich sind die Augen und Gesichter der edlen Frauengestalten dieses Schiffes. Das sind starke Kontraste.
Will der Künstler vielleicht mit seinem Werk, einer allegorischen Darstellung, sagen, daß hier noch etwas im Leben des Mannes fehlt, – daß er versäumte, was plötzlich in seinen Träumen als edles Spiegelbild erwacht?! – Hat der Künstler vielleicht sein Bildwerk an die griechische Sage von dem Fährmann angelehnt, der die Toten in seinem Schiff gegen ein Entgelt hinüberfährt in das Land der Seligkeit, von wo sie nie wieder zurückkehren? –

Dann ist der Sinn des Bildes unschwer zu verstehen: In der Idealität, Verfeinerung und ethischen Schönheit ist der wahre Wert des Lebens zu suchen, der über allem harten Kampf als leuchtendes Bild, – als das zu erstrebende Ziel stehen sollte.
Der Künstler hat sagen wollen: Was nutzt aller harter Kampf des Lebens, wenn nicht die Kunst, die Dichtung, die Wissenschaft, Schönheit und Idealität richtungsgebend sind? – Dann bleibt alles, was der Mensch erhofft, Traum und Illusion.
Die Glocken aus dem Cheruskerwalt [Hinzugefügt]
Der Künstler hat aber auch sagen wollen, daß das Ideal des Lebens nicht nur ein Traum ist, sondern auch Wirklichkeit werden kann.
Ohne diese Ideale der Erhabenheit und Schönheit bleiben die süßesten Träume unerfüllt. Alle Ideale des Lebens aber finden ihre Erfüllung, wenn Kunst und Wissenschaft, das Streben nach Höherem und Schönerem das Leitmotiv des Lebens sind, das auch in Einklang mit der großen Natur und ihrer Entwicklung steht.
Wie das aber zu erfüllen ist, – auch das hat der Künstler sehr eindringlich zum Ausdruck gebracht.
Der Wahrheit und der Schönheit das ganze Sein [Hinzugefügt]
Das Gute und Große, die ganze Herrlichkeit des Lebens findet im ideal schönen Menschen Ausdruck und lebendig wirksame Verkörperung. Wenn der starke Mensch der Herr der Erde ist, so ist der schöne und ideale Mensch hier vom Künstler als der Halbgott derselben dargestellt.

Es ist der Mensch, der das Ideale des Lebens, die Verinnerlichung und Veredelung über alles stellt, der die ideale Kunst und Wissenschaft in sich trägt, der alles Schwere überwindet, hinter sich gelassen hat und das Leben leicht, glücklich, gesund, freudig und ideal schön gestaltet und verfeinert.
Ohne dieses sind alle Hoffnungen „Verlorene Illusionen“, Träume, die nie zu verwirklichen sind.
Der Künstler hat dargestellt, daß in einer großartigen Erdennatur der ideale Mensch das Glück bringt, – das er hier an den Augen des realen Wirklichkeitsmenschen, des Wanderers, wie eine Vision vorbeiziehen läßt.
In den Formen lebt der Geist [Hinzugefügt]
Heute aber wissen wir, daß der Lebensgeist die Formen baut, daraus spricht und mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit zu erkennen ist, – daß daher alle Ideale eine naturwissenschaftliche und praktische Unterlage haben müssen; – daß der Plan einer großen und allmächtigen Natur, die offenbar das Glück des Lebens erstrebt, der ist, dem idealen, hochbegabten und edlen Menschen überall den Preis des Lebens zu sichern, weil mit ihm die Schönheit, die Gesundheit, die Kunst und Wissenschaft und das große Glück des Lebens Erfüllung wird.







Der Bauplan der Natur [Hinzugefügt]
Das aber führt uns zur wissenschaftlichen Menschenkenntnis und natürlichen Rangordnung der Persönlichkeiten nach Carl Huters Naturellehre und Psycho-Phyisognomik. Die Sprache und Symbolik der Formen führt uns hier der Künstler in seinem Werk [], in Natur, Aug und Angesicht vor Augen.
Original-Menschenkenntnis = Carl Huter; Plagiat = Kretschmer [Hinzugefügt]
Der Künstler konnte in seiner schöpferischen Phantasie das Ideal des Lebens nur in Formen und Farben darstellen, – aber er hat die Wahrheit getroffen: Der Geist der Schönheit, des Lichtes und des Lebens, der Gesundheit und Lebensverfeinerung in den Gestalten des Schiffes führt das Glück, die Liebe und Freude, die Kunst, die Dichtung und Idealität mit sich.




NEID UND MISSGUNST
Bild 14. Wie die Augen gierig hervorstechen, um zu sehen, was der andere hat, was er kann und was er besitzt; – wie die Stirn sich an der Nasenwurzel zusammenzieht und förmlich verkrampft und die Augenbrauen wie Flammen sich legen, – das ist typisch.
Bild 14. Neid und Mißgunst.
Die Darstellerin Madeleine scheint förmlich vor Neid und Mißgunst zu vergehen; sie verrenkt den Körper, schiebt Hals und Kopf vor, verrenkt den Ellenbogen eckig nach rückwärts und drängt den andern Arm und die Hand vor, wobei der Zeigefinger dorthin deutet, von wo aus der Neid erregt wird.
Man beacht nur den üblen, neidisch häßlichen Zug der Gefühle an der Nasenspitze und um den Mund. Das ist finstere Eigensucht, das ist der häßliche Neid.
Die Madeleine möchte schier platzen vor Neid und Mißgunst. Man betrachte die oberste Vorderstirn, in der alles Wohlwollen, alle Herzensgüte und Menschenliebe wie erloschen ist. Die Stirn erscheint wie eingeklemmt, das Vorderhirn befindet sich in einem verkrampften Zustand.
Unsere bildliche Darstellung des Neides und der Mißgunst ist sehr treffend und dabei so sehr natürlich, weil die Madeleine sich in einem Traumzustand befindet, in welchem sie stärkstens auf das regiert, was ihr gesagt wird, während alles andere Erleben aber ausgeschaltet ist. Diese Darstellung ist ein Beweis für die Formkraft der Psyche. Der Gemüts-, Geistes- und Seelenzustand wirkt auf die Sinnesorgane ein, beeinflußt vornehmlich Augen und Gesicht, aber auch alle Gewebe, den Ausdruck und die Gebärden. Das ist eine Wahrheit, von welcher sich jeder durch scharfes und genaues Sehen überzeugen kann.




Der Neid kann eine verzehrende Wirkung ausüben und aus richtiger Beobachtung entstand wohl auch das Wort „schwarz vor Neid“. Tatsächlich verdunkelt sich das innere Lebenslicht, wenn Geist und Seele nicht von Liebe, Mitgefühl, Wohlwollen und Mitfreude geleitet werden. Es zieht sich dann die Lebensstrahlkraft in den Geweben zurück und rohere Kräfte entfalten die Vorherrschaft. So ist zu verstehen, daß sich das Auge und auch das Gewebe verdunkelt. Es werden aber auch ungünstige chemische Veränderungen im Innern des Körpers hervorgerufen, die sich äußerlich in einer Verfärbung der Haut kundtun.

Der Ausdruck „gelb vor Neid“ will andeuten, daß der Neid wie ein Gift ist, das nicht nur auf Gemüt und Seele, sondern auch auf den Körperzustand einwirkt.


NEID UND MISSGUNST [Hinzugefügt]

Neid und Mißgunst sind Leidenschaften, die wie Unkraut überall wuchern können, – man gönnt dem andern nichts – und stört damit den freudigen Lebensablauf, so daß kein rechtes neidloses Glück sich entfalten kann. Aus Neid und Mißgunst entstehen die meisten üblen Handlungen.





GRUNDLEGENDE ENTDECKUNGEN
für die wissenschaftliche Psycho-Physiognomik und ethische Schönheits-Religion und mein Kampf um die Wahrheit und um die höchsten Menschheits-Ideale
von Carl Huter (1910) Fortsetzung
I. Der Kampf um die neue Weltanschauung, die dritte Weltenergie, das Empfindungsvermögen der Materie.
In jedem Kreise guter, offener Menschen, denen ich meine neuen Entdeckungen und Forschungsresultate über die oben benanntenGebiete bekannt gab, sei es durch kurze, erläuternde Erklärungen, sei es durch beweisführende Experimente oder durch Unterricht und Vorträge, das wurde bei den Anwesenden eine Begeisterung, ein Erzittern der letzten und tiefsten Seiten des innern Seelenlebens wachgerufen, das bei dem einen mehr, bei dem andern weniger einen heiligen Glauben an eine neue, frohe Botschaft wachrief.
Erwachen / Awakening [Hinzugefügt]
Hätte man doch das eine gefunden, daß der Materialismus, der eine tote Welt lehrt ohne besondere Lebenskraft, ohne Gefühl und geistige Energie, ein Irrtum ist; denn ich wies das Empfindungsvermögen der Materie, das nicht auf Wellenbewegung und Äthervibration allein beruht, als primäre Weltenergie nach.

Irrlehre – Empfindung als primäre Dritte Weltenergie [Hinzugefügt]
Ich wies nach, daß Leben nicht nur in der organischen, sondern spurenweise auch in der anorganischen Materie vorhanden ist und daß die geistige Lebensenergie nicht nur in der Zelle, sondern als Lebenskeim auch in jedem Molekül, Atom und Ätherillion, kurz in jeder auch noch so sicher tot erscheinenden Substanz existiert. „ES GIBT NICHTS UNBESEELTES IN DER NATUR. ES GIBT EWIGES, ALLÜBERALL SCHLUMMERNDES ODER TÄTIGES LEBEN!“
Das war der durch Experiment und vergleichende Forschung über Gedächtnis, Empfindungsfähigkeit und Zweckmäßigkeit im Anordnen und Aufbauen der Einzelteile jeder Materie nachgewiesene Grundsatz.
Ich stand mit meiner Anschauung unter den Naturforschern auch nicht isoliert da, denn der bekannte Zellenforscher und berühmte Biologe Oskar Hartwig, ein Anhänger der Entwicklungslehre, sowie der namhafte Anatom und Physiologe Stöhr, Direktor des anatomischen Instituts in Würzburg, erkannten eine noch nicht näher erforschte Lebenskraft an.

STÖHR UND Helioda in der lebenden Zelle [Hinzugefügt]
Auch der berühmte Leipziger Philosoph Fechner setzte einen geistigen Parallelismus wenigstens theoretisch voraus. Was ich aber Neues brachte, waren die unwiderlegbaren Beweise durch experimentelle Tatsachen, zu denen unser bedeutender Physiker William Crookes auch einige Beiträge geliefert hat, zu denen sich ebenfalls der hervorragende Physiologe Richet an der Pariser Sorbonne, sowie der Psychologe Rochas, und der kürzlich verstorbene Turiner Gelehrte Lombroso und andere bekannten.


Lombroso [Hinzugefügt]
Ich wies wiederholt durch Hellfühlexperimente das Gedächtnis der anorganischen Materie für psychische Eindrücke und Begebenheiten auf Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende nach. Damit war die Theorie, daß solche Eindrücke durch Atom- und Ätherschwingungen ihre Erklärung fänden, hinfällig geworden. Denn alle nachfolgenden stärkeren physikalischen Eindrücke auf einen bestimmten Gegenstand müssen die vorhergehenden nach den Gesetzen der Mechanik infolge durchkreuzender Wellenbewegungen aufheben.
Das Gedächtnis der anorganischen Materie ist daher nicht auf mechanische Ätherschwingungen, sondern auf eine besondere selbständige Empfindungsenergie zurückzuführen.
ICH NANNTE DIESE ENERGIE DER MATERIE DIE DRITTE WELTENERGIE.
Daß diese Annahme richtig war, haben alle weiteren Nachforschungen und Prüfungen ergeben.
Masaru Emoto, Japan, hat dies mit der Visualisierung und dem Nachweis der Gedächtniskraft von Wasser voll bestätigt [Hinzugefügt]
Das gab natürlich der rohen, materialistischen Weltanschauung einen gewaltigen Stoß und die Anhänger derselben, denen ihr Dogma von der unbeseelten und geistlosen Materie eine einsuggerierte Lieblingsidee geworden war, hatte ich plötzlich zu einem großen Teile als Gegner.


Dogma [Hinzugefügt]
Die tiefer Denkenden hielten sich zuerst vornehm zurück, aber viele prüften auch nach und fanden meine Angaben bestätigt. Sie erkannten an, daß durch mich der Nachweis für die dritte Weltenergie, die Eigenbeseeltheit und Allbeseeltheit der Materie, erbracht worden war.
Aber ich befand mich damit plötzlich inmitten von Kämpfen und Angriffen gebildeter und nichtgebildeter Materialisten, die wie sich bald herausstellte, Feinde der Kirche und der Religionslehren, sowie des Okkultismus und verwandeter Gebiete waren und die sich einbildeten, die Kirche könne durch meine Entdeckungen vielleicht neue Stützpunkte für ihre Gottes-, Geist- und Glaubensanschauungen gewinnen. Aus diesem Grunde glaubten manche von ihnen, sie müßten mich und die an das Licht gezogenen, neuen Tatsachen geheim halten, ableugnen, verschleiern und bekämpfen.
Dieser Wahn ist aber ebenso unehrlich als auch unhaltbar, denn die Wahrheit ist eine Macht, und niemand vermag sie zu hemmen und zu unterdrücken. Hat sich die materialistische Weltanschauung in manchen Punkten geirrt, nun, so mögen die Anhänger derselben das doch ruhig eingestehen und sich nicht neuen und tieferen Forschungen verschließen.



Kampf um Macht [Hinzugefügt]
Die eifersüchtige Bewachung und die Verharrung auf alten Irrtümern ist kein Beweis von hervorragender Intelligenz. Die Wissenschaftlichkeit hängt in letzter Linie nicht vom Beibehalten irriger Anschauungen ab, sondern vom Fortschreiten in der Erkenntnis der Wahrheit. Jede echte Wissenschaft und ihre Anhänger sind verpflichtet, neue Tatsachen zu prüfen und den Wahrheitsbringer zu fördern und zu schützen. Solche tüchtigen Vertreter echter Naturforschung fand ich viele, aber die Fanatiker der Gegenpartei ereiferten sich darüber um so mehr, und so kam ich ohne Schuld in den Kampf wissenschaftlicher Meinungen und Irrungen und damit in den Kampf um die Weltanschauung – nur weil ich einige Tatsachen nachgewiesen hatte.
Der Wahrheit und der Schönheit das ganze Sein
Die Annahme der Materialisten, ich würde den Vertretern der Kirche ein willkommener Naturforscher sein, weil meine Entdeckungen verschiedene Dogmen der Kirche als Stützpunkt diesen könnten, ist eine unnötige Besorgnis, denn ich gehe vollständig unabhängig und unbeeinflußt von der Kirche meine eigenen Wege.
Wohl habe ich erkannt, daß in dem alten Glauben gottesfürchtiger, guter und frommer Menschen vieles vorhanden ist, was mir erhaltungs- und verehrungswürdig gilt, wie beispielsweise der Glaube an die Liebe, die Übung der Tugend und die Verabscheuung des Lasters, – so erkenne ich damit noch nicht die mancherlei Widersprüche in den Dogmen der alten Religions-Anschauungen dieser Gläubigen an.
(Fortsetzung folgt.)


Dieser Kampf Huters ist ein Beispiel dafür, daß es zwischen dem harmonisch guten und dem bösen Prinzip keine Versöhnung gibt. Es gibt nur einen Kampf für das Gute, die Wahrheit und Schönheit bis zur völligen Überwindung alles Häßlichen und Bösen.

KAMPF MK HU KUPFER

Daher wird auch der gute Mensch lernen müssen aus seiner Reserve und Tatenlosigkeit herauszutreten, d.h. er wird durch immer neues Ungemach und Unglück dazu veranlaßt, er wird zum Kämpfer für Wahrheit, Recht und Schönheit werden müssen, weil es keinen andern Weg der Höherentwicklung und zur endlichen Erreichung des Menschenglückes gibt.


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