DgM 088

LIEBEN GRUSS AN ALEXANDER, STUTTGART. Neben dem Grab von Carl Heinrich Huter, dem Sohn vom naturwissenschaftlichen Begründer der Original-Menschenkenntnis steht in Stuttgart-Leonberg die Huter-Büste. Bitte Sohn Heinrich und Vater Carl Huter (1861-1912) nicht verwechseln. Heinrich Huter prägte übrigens den Begriff „NEUES DEUTSCHLAND“ in seiner damals sehr auflagenstarken Astrologie-Zeitschrift in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm.

Was diese Inschrift aussagt ist, dass sich am Enddatum nicht nur eine kosmische Kraft manifestiert, sondern neun Kräfte und dass diese durch eine Neunstufige Pyramide symbolisiert werden, die Bolon Yookte darstellt – den Gott der Neun Stufen. Aus Jenkins´ Artikel geht klar hervor, dass Bolon Yookte mit dem Weltenbaum in Verbindung gebracht wurde, welcher in meinem demnächst erscheinendem Buch „The Purposeful Universe“ als die Quelle der Schöpfung dargestellt wird, nicht als ein Mythos, sondern als Realität. Angesichts des Tortuguero Denkmals kann nach meinem Empfinden das Modell der Neun Unterwelten und der Dreizehn Himmel nur von jemanden abgelehnt werden, der nicht nur die tatsächlichen Maya Inschriften ignoriert, sondern auch die gewaltigen empirischen Beweise wie das Kalendersystem der Maya mit der Realität verbunden ist. Wenn stattdessen die Beweismittel anerkannt werden ist es leicht nachzuvollziehen, wie die Maya in ihrer Mythologie die Gottheiten, Zeitraster und kosmischen Energien miteinander austauschten und zwar in einer Art und Weise, dass sie Sinn ergeben für die Evolution und deren Umsetzung in den biologischen und historischen Gegebenheiten.

Der gute Menschenkenner
nach Carl Huters Psycho-Physiognomik
© Mai 1940, Nr. 88

LIEBESGLÜCK
DURCH
IDEALKULTUR
nach neuen natürlichen Erkenntnissen

DIE SCHÖNHEIT ALS GLÜCKLICHSTES LEBENSZIEL


FORMENERKENNTNIS
Der Lebensgeist, der sich im Schönen offenbart
GOTTESERKENNTNIS
Die Pflege des Schönen als Vorschulung zur
Erfassung des Göttlichen in der Natur
MENSCHENKENNTNIS
Das natürliche Gefühl für die wahre ethische
Schönheit. Wie erkennt man sie?

GESCHLECHTSERKENNTNIS
Die richtige Erkenntnis und Behandlung der
Geschlechter ist eine so wichtige Aufgabe, daß
Sie jedermann kennen und üben sollte
CHARAKTERERKENNTNIS
Mehr Glück und Lebensfreude durch richtige
Erkennung und Ergänzung der verschiedenen
Charaktereigenschaften.

DIE ERHALTUNG DER GESUNDHEIT
Falsche Lebensweise


Junge Dame, Archiv
Zu Trägheit, Fettsucht und Blutentmischung disponiert

Die weichen Gewebsteile des menschlichen Antlitzes zeigen in ihrer besonderen Beschaffenheit die Spannkraft und Gesundheit der Gewebe und Muskeln und lassen wertvolle Rückschlüsse auf die Lebenstätigkeit der inneren Organe zu, mit denen sie in Verbindung stehen.
Energische körperliche und geistige Arbeit und Anspannung festigt, belebt, strafft und spannt die Gewebe und läßt das Blut leichter durch die Adern fließen. Daher sagt man mit Recht: Bewegung und Arbeit ist Leben.

Die junge Dame, welche das obige Bild zeigt, ließ sich gehen, sie nahm sich nicht zusammen und strengte sich weder körperlich, noch geistig an. Daher ist der obere Teil der Nasenform, – wo der Fleiß und die Tätigkeit, die Spannkraft der Knochen und Muskeln zum Ausdruck kommt, – eingebogen und dabei von einer weichen spannungs- und energielosen Gewebsart. Diese ganze Region bis zu den Augen hin ist wie gedunsen und bringt typisch die Trägheit des Lebensflusses zum Ausdruck.
Die junge Dame pflegte allzusehr sich selbst, genoß Ruhe und Bequemlichkeit, huldigte allzuoft sehr gutem und reichlichem Essen und Trinken. Daher liegt ein Zug der Schwere und der Verdickung der Gewebe, der Spannungslosigkeit und Mattigkeit and er unteren Nasenform, der sich über Oberlippe und Mund zum Kinn und Hals hinzieht. Die träge arbeitenden inneren Organe begünstigen die Neigung zu Fettsucht und Blutentmischung.
Die Dame ist trotz behaglichen Lebens mit sich selbst nicht zufrieden, das zeigt deutlich der Ausdruck des Mundes. Es liegt keine Lebendigkeit und Frische im Augenausdruck und in den Geweben.
Betrachtet man die längliche Gesichtsform, die starken Jochbeinregion, das große Kinn und den starken Unterkiefer, so ist deutlich die bevorzugte Bewegungsanlage zu erkennen, die zu einfacher Lebensweise bei energischer Bewegung und Arbeit hätte Anlaß geben sollen. Die Nahrungs-, Schlaf- und Ruhanlage aber ist ebenfalls stark entwickelt, das zeigt die breite und plastische Rundung seitlich des Auges, die sich an der Schläfe bis zum Ohr hinzieht. Diese Anlage erhielt das Übergewicht.

Die Gewebe zeigen eine starke innere Ruhe und Steifheit, die sich fast wie eine krankhafte Verdickung und Belastung auswirkt, was man auch an den dicken oberen Augenlidern und den träge darüberliegenden Geweben erkennen kann. Die eigentümliche Ruhe und Schwere liegt im ganzen Augen- und Gesichtsausdruck.
Das Bild kann uns daher darüber belehren, daß Arbeit, Bewegung, energische und freudige körperliche und geistige Anspannung die Lebens- und Schaffenskraft steigert, die Lust und Freude am Leben erhöht, Lebensspannkraft, Frische und Schönheit verleiht. Jeder Mensch hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich gesund und leistungsfähig zu erhalten.

VI. DIE NEUEN LEBENSIDEALE
DER WISSENSCHAFTLICHEN PSYCHO-PHYSIOGNOMIK
(Fortsetzung des Originaltextes von Carl Huter, 1910)

4. DIE FORMENERKENNTNIS gibt uns durch das Gesetz der Kraftrichtungsordnung Aufschluß über alle Naturgebilde und ihr inneres, geistiges Wesen.


Die Physiognomik muß daher unser vornehmlichstes Studium sein, um zur Erkenntnis der einzelnen Charaktergrundlagen der Individuen zu gelangen. Sie ist eine interessante und zugleich sehr notwendige Studienarbeit, die wir ständig zu pflegen und zu üben haben, die sich reichlich lohnt und die zu hohen materiellen und idealen Genüssen und Lebensgütern führt.
Fig. 1. Die Kraftrichtungsordnung in den Lebensformen
Fig. 1 zeigt nach Huter in schematischer Darstellung die lebende Zelle, die in der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt das Grundorgan des Lebens ist, mit den Form und Richtung gebenden Kräften, sowie den Zonen und Sphären, wodurch die Zelle mit der Umwelt in Verbindung tritt und sich lebendig betätigen kann.

Fig. 2, eine schematische Darstellung, zeigt die formbauenden Natur- und Lebenskräfte im Menschen, die chemischen und ätherischen Substanzen mit ihren Strahlen und Spannungsrichtungen.
Die naturwissenschaftliche Erklärung und Begründung ist aus dem Haupt- und Lebenswerk Huters zu ersehen und im Prinzip bekannt.


Hauptwerk „Menschenkenntnis“ – Das Original von Carl Huter [Hinzugefügt]
An einem weiteren Beispiel wollen wir die Bedeutung der Kraftrichtungsordnung für die Formenerkenntnis vor Augen führen.
Betrachtet man das hervorragende Gemälde „Die Venus mit dem Lautenspieler“ von Tizian, so fallen die ideal-schönen, kraftvollen und doch so weichen, hell durchleuchteten lebenswarmen Formen auf.

Venus mit dem Lautenspieler – von Tizian Dresdner Galerie
Wir wissen nach Huters Kraftrichtung- und Entwicklungsordnung, daß diese Art der Formbildung nur möglich ist durch die sehr stark lebendig tätige positive und negative Lebensstrahlkraft Helioda in Verbindung mit dem reichlichen Feinod, das die zarteste und feinste Weichheit der inneren und äußeren Formbildung vermittelt.
Das Od geht mit allen Natur- und Lebenskräften im Menschen einher, vornehmlich aber mit der Lebensstrahlung und vermittelt die Aufnahme der feinsten inneren und äußeren Empfindungen.
Die Lebenskraft selber aber trägt in sich den Charakter der schöpferischen Liebe, der Freude und des Glückes.
Das ist das Geheimnis dieser ideal-schönen Körper- und Gesichtsbildung der „Venus mit dem Lautenspieler“, vom Künstler der Natur und dem Leben abgelauscht.
Das Glück der Liebe, der allerfeinsten und edelsten Empfindungen spricht aus Körperform, Augen- und Gesichtsausdruck.

Iris von und nach Carl Huter, 33 jährige Lebensforschung [Hinzugefügt]
Das hat der Künstler so stark empfunden, daß er gar nicht anders konnte, als zu Häupten der Venus ein Engelskind zu malen, das der Venus den schönsten Blumenkranz auf das edle Haupt mit dem goldigen Haar hinlegt.
Purpurrot in schweren Falten erhebt sich im Hintergrunde der Vorhang, vor welchem die Venus wie in einem wunderbar milden eigenen Lebenslicht erscheint.
Das ist es, was der Künstler gezeigt hat, daß die Liebe die edle Formkraft der Seele ist, die Schöpferin des Lebens und Geistes, daß sie die göttliche Kraft des Lebens und des Glückes ist, die auch der äußeren Schönheit, der Ruhe, der Freude, Verehrung und des Lebensglückes bedarf.
Daher malte der Künstler auch, um einem Gedankengang Ausdruck zu geben, im Mittelgrund den Lautenspieler, der mit edlen Tönen, die feinsten und glücklichsten Empfindungen erweckt, die nachklingen, gleichwie die Töne in einer herrlichen, warmen Abendlandschaft, die wir im Hintergrunde sehen, – verklingen.

Doch der Lautenspieler soll ja wohl nur im oben erwähnten Sinne symbolisch sein, denn sein Gesicht ist knabenhaft und dunkel getönt und verrät bei weitem weder diese seelische und körperliche Reife und Schönheit, noch eine so vollendete Kraftrichtungsordnung und Formentwicklung wie die Venus.
Bei dieser treten die roheren Natur- und Lebenskräfte, welche den Körper mit organisieren und formen – wie der Magnetismus, die elektrische Energie, die Medioma und die gebundene Wärme, – völlig gegenüber der Liebes-Lebensstrahl- und obersten Formkraft zurück.
Der Künstler hat gezeigt, was nunmehr erst durch die von Huter aufgefundene Kraftrichtungsordnung zu verstehen ist, daß Kräfte den Körper des Menschen und die Formen in der Natur bilden, formen und mehr oder weniger stark beleben, verfeinern und veredeln.

Ja, der Künstler ist noch einen Schritt weitergegangen, indem er den Engelsknaben zu Häupten der Venus malte, um anzudeuten, daß die Lebenskräfte in der Natur aus dem Unsichtbaren aufsteigen, – ähnlich wie die schwingenden Töne im Raum, – und ewiges, stets in Jugendkraft sich erneuerndes Leben hervorbringen. Das ist der Sinn dieses prachtvollen Bildes, das natürlich erst in Farben, wie sie das Original hat, so recht zur Geltung kommt.
Eine wunderbare Ruhe und Abgekehrtheit von allem Alltag des Lebens- eine stille Verinnerlichung liegt über dem ganzen Bild, – einem Meisterwerk der bildenden Kunst. –

V. GOTTESERKENNTNIS wird uns dann durch das Gefühl für die Schönheiten der Farben, Formen und Harmonien in der Natur immer mehr aufgehen.
Wir lernen den Geist, der sich im Schönen offenbart, erkennen, lieben und verehren und lernen ihn als guten und göttlichen Geist erkennen.
Wir lernen dieses Schöne fördern und alles Häßliche vermeiden, beseitigen, vermindern und ausrotten.
Die Schönheit ist der Führer unserer Lebenskultur; gehen wir ihr nach, so befinden wir uns auf dem geradesten und besten Wege zur Vergöttlichung unserer Natur und alles Irdischen und Menschlichen.
Ähnliches erkannte im Altertum schon Plato, er sagte:
„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Wird fortan in ihrem Licht nur leben,
Willenlos ist er dahingegeben,
Wird zu nichts als ihrem Dienste taugen,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!“
Wir lernen durch diese neue Psycho-Physiognomik und Lebenslehre erkennen, daß es nur eine echte Schönheit gibt, das ist die ethische Schönheit, alle andern Schönheiten sind falsche und unechte, und der Ethik gegenüber gleichgültig oder ihr feindlich und abgeneigt.
Daher bekämpfen wir die falsche, egoistische, sündhafte Koketten- oder Schminkeschönheit.
Wir wollen Wahrheit in der Schönheit und Natürlichkeit und Lauterkeit und eine durch heilige Liebe wirkende Lebensstrahlung; wo die ist, da wohnt der Geist unserers Gottes, den wir lieben, verehren und anbeten wollen, solange wir leben und atmen können.

VI. MENSCHENKENNTNIS. Nach dieser Vorschulung fällt es leicht, sich zum Menschenkenner auszubilden.

Wer diese Grundlagen wahrer Welt- und Lebenserkenntnis hat, der wird schon durch sein richtiges Gefühl ein guter Menschenkenner.
Aber meine Schule und mein Lehrwerk der Psycho-Physiognomik [Physigonomische Psychologie] führt ihn auch in alle Feinheiten der Seelenanalysen über Menschen ein.

Wer nur sehen und hören will, der höre und sehe und vergleiche und urteile. Er wird ein sicherer Beurteiler menschlicher Schwächen und Leidenschaften, Neigungen und Charaktergrundzüge.

Bild 1 und 2. Man urteile nach dem Gefühl.
Der Ausdruck an Augen und Gesicht ist finster, versteckt, verschlagen, unehrlich, als wenn kein lichter Gedanke mehr die Oberhand gewinnen könne.
Auf dieses Gefühl kann man sich verlassen, es sagt die Wahrheit. Bild 1 zeigt einen unverbesserlichen Dieb, einen Ein- und Ausbrecher, Bild 2 einen Hausdieb und Einbrecher.
Man urteile objektiv durch scharfes Sehen der Formen nach dem Verstand.
Das Auge liegt in den Ecken, der Blick ist bohrend und sticht von unten hervor, was bedeutet, daß der Sinn und Gedanke sich nicht offen und ehrlich zeigt, sondern in einer fixen und üblen, unglücklichen und verschlagenen Richtung sich bewegt.
Die Züge an Augen, Stirn und Nase, besonders seitlich des Nasendaches, sind bei Bild 1 wie erstarrt, erkaltet und verhärtet, bei Bild 2 roh-hart, ein Zeichen, daß das Gefühl des Mittelhirnlebens wie erstarrt, die Seele in unglücklichen Trieben festgelegt ist.
Die Wangen sind bei Bild 1 glasig-hart, bei Bild 2 von rohem Stoff, was auf Säfteverderbnis und Gefühlsverrohung deutet. Man beachte dabei auch die brutale eigenwillige Widerstandskraft der Jochbeinregion.
Der Unterkiefer ist bei beiden Bildern unsymmetrisch gebaut, so unberechenbar ist das Tatleben. Bei Bild 1 läuft der Unterkiefer rechtsseitig vom Beschauer breiteckig aus, bei Bild 2 ist er von schwerer Kontur und wirkt allein so schon durch die mechanisch ausgelöste Spannung, die sich auf den Gehirnbalken und von da auf die Tatimpulse des Kleinhirns fortpflanzt und reizt zu hartmechanischen, disharmonischen Tatimpulsen an.
Der rohe und harte Mundschnitt bei beiden Bildern zeigt die Lüsternheit, die Gefährlichkeit und eigensinnige Verstocktheit im Begehren und Erleben.
Die Stirn ist bei beiden Bildern hochgebaut, bei dem ersteren wohl hell, aber wie verhärtet und verkrampft, und bei dem zweiten wie dumpf-brütend, wobei das Haar stupide und spitzig in die Stirn fällt. Bei Bild 1 ist das Haar von schlechter Qualität, ein Zeichen, daß die darunterliegenden Bewußtseinszentren in der grauen Hirnrinde, die durch Strahlung mit der Knochensubstanz des Schädels und dem Haar in Verbindung stehen, – verhärtet sind und die Moral entsprechend entartete.
Man beachte bei Bild 1 die stark ausgeprägte rohharte Ohrenform, die zeigt, daß die feinen Nerven aus den inneren Organen und Zellen, aus denen die Gehörorgane hervorwachsen, unter hart-mechanischer und elektrischer Spannung stehen. Bei Bild 2 ist das Ohr ebenfalls von harter und unschöner Kontur.
Man beachte die Kopfhaltung, sie ist beim ersten Bild wie geduckt, als wäre der Körper zum Sprunge bereit, beim zweiten Bild schwer und verstellt, ein Zeichen, daß die lebendigen Spannungen und Entspannungen im Körper- und Gehirnbau in Unordnung und Disharmonie geraten sind und leicht aus der Norm schlagen.
Bei beiden Bildern zeigt die Nasenform harte Willensenergie, die eigene Wege und zwar Abwege geht.
Der Erstere verkrampft sich im Verstandes- und Gemütsleben, er verzehrt sich selbst und hat viel mitgemacht und kann von dem einmal beschrittenen Weg nicht mehr ablassen. Der Zweite ist bei aller Verschlagenheit auf blöde Abwege geraten und dummdreist.
Das sind neben manchen andern Zeichen Dinge, die jeder sehen kann und die in ähnlicher, wenn auch stets modifizierter Weise tausendfach bei ähnlich gearteten Individuen wiederaufzufinden sind. Sollte man daher die Anthropologie nicht auch auf die so klar in die Erscheinung tretenden physiognomischen Tatsachen, auf den Lebensausdruck ausdehnen?! –

VII. GESCHLECHTERERKENNTNIS. Durch die Sprache der Formen lernen wir die verschiedene Eigengesetzlichkeit und Bestimmung des Geschlechts erkennen, – lernen wir, daß der Mann das positive, das Weib das negative unter den Geschlechtern ist, was Tatkraft, Willen, Sinnlichkeit und sexuelle Abgegrenztheit anbetrifft.

In bezug der Liebe selber aber und des Geiste der Liebe als Ganzes, als das alle Körperteile vom Sexuellen aus durchflutende Element, da lernen wir das Weib als das positiv liebesehende, liebebedürftige und auch liebegebende Geschlecht erkennen.
Die Differenzen der meisten unglücklichen Ehen beruhen in der völlig unzureichenden Erkenntnis der Geschlechter und des Geschlechtlichen und der Liebeerweckung durch kräftigen Liebesaustausch und Liebekultur.
Das Weib ist vom Manne meist enttäuscht, weil er mehr Kraftnatur und nicht Liebesnatur ist, daher nur in der kurzen Zeitperiode, wo er geschlechtliche erregt ist, zeitlich liebend wird und sich liebend erschließt, sonst aber meist hart, kalt und oft brutal auftritt. Es ist das in der Natur der männlichen Kraft begründet.
Daher braucht der Mann das Weib als Lehrmeisterin der seelischen Liebe, damit er harmonischer wird und Kraft und Liebe in ihm zur Verschmelzung gelangen.
Das Weib aber soll ohne Koketterie, ohne Raffinesse, ohne Selbstsucht und Eitelkeit lieben, es soll treu, selbstlos, hingebend, liebenswürdig, aufrichtig sein, aber sich jeden Tag, jede Stunde von neuem in schönen Reizen zeigen, und so den Mann gewinnen und beherrschen lernen.
Der Mann bemühe sich, das Weib zu fesseln, beschäftige sich mit ihr, vernachlässige sie nicht, ziehe sie, wo es möglich ist, zur Mithilfe bei seiner Berufsarbeit heran.

Frau und Kräfte [Hinzugefügt]
Dadurch wächst das Weib an Kraft, Lebenserfahrung und Festigkeit und wird auch bei ihr die Kraft mit der Liebe zur harmonischen Verschmelzung kommen.
Die richtige Erkenntnis und Behandlung der Geschlechter ist eine sehr wichtige Aufgabe, die Mann und Weib lernen, üben und zu erfüllen suchen müssen, denn beide Geschlechter hat die Natur füreinander zur Ergänzung geschaffen.

VIII. CHARAKTERERKENNTNIS. Wenn wir zur richtigen Erkenntnis der Geschlechter und ihrer Bestimmung gelangt sind, daß die Natur damit Harmonie, Liebe und Schönheit vermehren will, dann werden wir auch inne, daß die Natur darum die Menschen mit verschiedenen Charakteranlagen geschaffen hat, damit sie sich darin erkennen und ergänzen sollen.
Es sollten daher niemals zwei Menschen in eine Ehe treten oder sich als Fremde verbinden oder im Beruf, im Amt, in der Erreichung großer oder kleiner Lebensziele miteinander arbeiten, die sich nicht in ihrem innern geistigen Wesen erkannt haben und gut miteinander harmonieren, sonst führt eine solche Ehe oder Verbindung zur Tragik, zur Disharmonie.
Wir sollen aber auch ferner darum die Charaktereigenschaften anderer, uns ferner stehenden Personen erkennen lernen, um uns vor unangenehmen zu schützen und um gute in unsern Kreis heranzuziehen.
Wir sollen schließlich Charakterstudien bei uns selbst treiben, um uns richtig zu erkennen, um schlechte Gewohnheiten, Neigungen usw. uns abzugewöhnen, niedere Instinkte und Begierden niederzukämpfen und die höheren geistigen Triebe und Eigenschaften zur vorherrschenden Entwicklung zu bringen; kurz, wir wollen mit Hilfe dieser neuen Methode der Selbst- und Menschenkenntnis auch Selbsterziehung, richtige Erziehung der Jugend und Erziehung unserer Mitmenschen üben.
Um die Charakterzüge eines Menschen zu erkennen, blicken wir im Rahmen unserer Arbeit mit besonderem Interesse auf das Bildnis des großen deutschen Natuforschers Prof. Klaatsch.


Prof. Dr. med. Herrn Klaatsch Archiv
WENN GOTT DER INBEGRIFF DER WAHRHEIT
IST, SO MUSS AUCH JEDE ERFORSCHUNG DER
WAHRHEIT ALS EIN GOTTESDIENST GELTEN
Das Bildnis, das die eigenständige Unterschrift von Prof. Klaatsch trägt, überreichte dieser Carl Huter anläßlich eines Besuches im Jahre 1907.
Huter äußerte sich über diesen Besuch sehr erfreut, denn Prof. Klaatsch hatte ihn mit den Endresultaten seiner Forschungen bezüglich der Stammesgeschichte des Menschen bekannt gemacht.


Wer bin ich – Who am I?
In dieser Hinsicht, der vergleichenden Beobachtung von Skelett und Körperbau bei Mensch und Tier, hatte Klaatsch eine Genialität bewiesen, die alles Dagewesene übertrag und einzig in der Welt dastand.

Huter hatte bereits vor Klaatsch in seinem Hauptwerk 1904-06 dargelegt, daß er die Abzweigung des Menschen nicht von den höchsten Affenarten, sondern von früheren Zwischenarten zu verschiedenen Zeiten annahm. Er fand durch die genialen Forschungen Klaatschs seine Annahmen bestätigt. Huter nahm aber auch Zwischenschöpfungsakte an und er dehnte das Schwergewicht seiner Entwicklungsgeschichte auf die formbildenden Stoffe und Kräfte in der Natur aus, vervollständigte die Entwicklungslehre von dort ausgehend, wo Klaatsch und andere aufhörten.
Das gut erhaltene Bildnis von Klaatsch ist uns von ganz außerordentlicher Bedeutung.
1. Diese ausdrucksvollen belebten Gesichtszüge mit dem beredten und offenen Auge, diese ausgebildete, kernige, große Ohrenform in Verbindung mit dem großartig aufsteigenden hohen und breiten hinteren Oberhaupt lassen die absolute Rechtschaffenheit und Gewissenhaftigkeit dieses hervorragenden Naturforschers erkennen.
Klaatsch wurde von den Berufsgelehrten stark angefeindet und in seiner Arbeit behindert, – aber er ließ sich von der einmal erkannten Wahrheit nicht abbringen und ging unbeirrt und selbstbewußt darin seinen eigenen Weg weiter.
2. Alle Kraft des Geistes in der Formbildung scheint sich in der Zwischenaugenbreite und direkt über den Augen und noch ein wenig höher zu konzentrieren. Hier liegen entwicklungsgemäß die Organe für die Beobachtung, Auffassung, Vorstellung und für das gegenständliche Gedächtnis. Diese Region, wie auch der Blick des Auges ist so scharf und lebendig tätig ausgebildet, daß gerade die größten, wie auch die allerfeinsten Dinge noch so scharf gesehen und vergleichend aufgefaßt werden wie sie in Wirklichkeit sind.

Dabei zieht sich vom oberen Teil des Seitenhauptes über die ganze Breite der Schläfe bis nach unten zum seitlichen Unterkiefer, wo die Durchführungskraft liegt, ein außerordentlich plastischer Zug, der im oberen Teil die vornehmliche Ausprägung des Kunst- und Bausinnes, des Konstruktions- und Kombinationssinns kennzeichnet.
Klaatsch lebte sich mit ganzer Kraft in den Bau und die Konstruktion der Naturformen ein, vornehmlich des Skeletts und seiner Verrichtungen.
3. Nun betrachte man das lebhafte, plastische und empfindungsreiche Gewebe im Gesicht, die impulsive nervenreiche Haut, und vor allen Dingen das bewegte, nach unten zu tief und etwas spitz auslaufende Kinn, – um den grenzenlosen Forschungseifer, den regsten Impuls und den restlosen Fleiß zu verstehen, – der Klaatsch beseelte.
Wie aus dem Formbau von Gesicht, Hals und Brust des Bildes leicht zu ersehen ist, lag Klaatsch keineswegs im Bewegungs-, sondern im Ernährungstypus, – und daher wird es ihm bei dieser Konstitution nicht leicht gewesen sein, lange Jahre in den entlegensten Gegenden von Australien zuzubringen, ganz abgesehen von anderen weiten Forschungsreisen. Die damit verbundenen Mühseligkeiten und eine schwere Malaria, die er sich auf Java zuzog, sind denn auch die Ursachen seines raschen und frühen Todes gewesen. Es ist ganz außerordentlich zu bedauern, daß Klaatsch seine Lebensarbeit nicht zu Ende führen konnte. Um so mehr ist aber das Werk zu schätzen, das Dr. med. Adolf Heilborn nach seinem Tode aus der Hinterlassenschaft Klaatschs herausgab.
4. Klaatsch war Philiantrop, siehe die hoch aufsteigende Vorderstirn. – Unvergeßlich ist sein Eifer, den er bei seinem großen Volksvorträgen entfaltete, weil er hier das Verständnis fand, das ihm seine gelehrten Berufskollegen verweigerten.
Mag auch die Stirn in ihrem Aufsteigen an Kraft verlieren, – was schadet es, – wenn hier die Höhen- und Tiefenkraft der Forschung versagte. – Ein anderer, – Huger, – hat ihn nach dieser Richtung ergänzt. So ist und bleibt es eine Freude, diesen hervorragenden Naturforscher in seiner besten Leistung, da, wo seine starke Seite lag, – zu verstehen und zu würdigen!

IX. PERSÖNLICHKEITSKULTUR ist die weitere vornehmlichste Aufgabe des gebildeten und erfahrenen Psycho-Physiognomikers.
Aus eigener Kraft heraus sich körperlich und geistig vervollkommnen, um als vorbildlicher Charakter dazustehen, um zu imponieren, niedere Menschen zu beeinflussen, große und edle zu gewinnen, ein Vollmensch, ein kraftvoll wirkender Mensch zu werden, vollendet an Körper und Geist, im Beruf und in der Gesellschaft, das ist unser Ziel.

Uneinnehmbar, unnahbar, unzugänglich soll sich jeder dem Niedrigen und Gemeinen gegenüber verhalten und würdig mit allem Guten in Sympathie treten und es gemeinsam mit andern Gleichgesinnten pflegen und wo diese Gleichfühlenden fehlen, da soll man sie zu sich heranbilden und sie für das Gute und Ideale erziehen.











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