Schlagwort: Deutschland

DgM 005

Der gute Menschenkenner 005 von 101 

Deutschland Crash Red S 

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Dezember 1932 Nr. 5

Gesicht und Charakter

Der Weltflieger Wolfgang v. Gronau.

Dort wo unsere obige Studienbüste am Stirn-Nasenübergang den Konzentrationssinn zeigt, Beobachtung und Orientierung, den Sinn für Raum, Gestalt, Form, Richtung und Tiefe im Raum, den Gewichts- und Lichtsinn, beobachten wir bei unserem Flieger Gronau gewaltige Formkraft und in der Faltenbildung die allerhöchste Anspannung des Gewebes.

Die ausgesprochene Plastik und Eckenkraft dieser stark und unmittelbar in die Stirn übergehenden Nasenwurzel zeigt die große Geistesruhe und Uebersicht, bei aller Schnelligkeit der Erfassung der Bewegung im Raum, der Schnelligkeit im Ueberlegen, Erfassen und Handeln.

Das Auge liegt zwischen den Lidern gedeckt und geschützt und doch äußerst lebhaft, klar, beweglich, fest und geistesgegenwärtig eingestellt, um im schnellsten Flug alles zu beachten, schnellstens innerlich zu verarbeiten und zu meistern.

Die wie Eisen so feste Nasenlinie zeigt die unbedingte Willensfestigkeit, Selbstbeherrschung und Durchführung.

Der gespannte Zug, – seitlich vom Nasendach über die Wangen bis zum Unterkiefer, wo das Mittelhirn sich spiegelt, das Empfinden und die Ausdauer, wo der Zug des Herzens und der Kraft liegt (vergl. obige Studienbüste), – zeigt, wie kraftvoll und ungehemmt diese Tätigkeiten hier das Auge unterstützen.

Die Wucht im Kinn und Unterkieferbogen, die Frische im gespannten Ohr zeigen die gesamte motorische und seelische Kraft in einheitlicher Leistung und Anspannung.

Dabei ist die Haut gespannt und erscheint wie gehärtet, an Hitze und Kälte gewöhnt, alles Empfinden nach innen auf die angeführten Punkte der Körper- und Geistestätigkeit konzentrierend. Das Wenige hier Gedeutete kann jeder erkennen. Wie klar spricht doch der Geist aus den Formen, in denen er lebt!

Die Schöne „Unbekannte“ aus der Seine.

Man könnte dem Bild auch die Bezeichnung geben:

„In seligem Todesschlummer“.

Die Geschichte ist kurz folgende: Eines Tages wurde die Unbekannte bei Paris tot aus dem Flusse gezogen. Seltsam ist, daß gleichzeitig – man spricht bei solchen Geschehnissen von Zufall– ein hervorragender bildender Künstler hinzukam. Von der Schönheit der Frau, von dem seligen Glück, das noch im Todesschlummer auf ihrem Gesichte lag, – der Leser betrachte das oben rechtsbefindliche Bildnis, – aufs Höchste überrascht, bat er um die Erlaubnis und erhielt dieselbe, einen Abguß machen zu dürfen und die Tote zu modellieren.

Das Bildnis ist meisterhaft ausgeführt und dank des Entgegenkommens des Verlags können wir die schöne Unbekannte hier wiedergeben.

Hals, Gesicht und Kopf ist von großer Schönheit. Um Augen, Mittelgesicht, Stirn, Wangen und Kinn liegt ein lieblicher, seliger Ausdruck.

Man fragt sich, wie ist das möglich, wie können die Formen noch im Tode eine so wunderbar edle, plastische Schönheit annehmen?

Es ist dies eine große Seltenheit, daß es wohl lohnt, die Erklärung dafür zu suchen und zu geben.

Wenn wir die edlen Linien des Halses betrachten, die Gesichtsbildung von der Nasenlinie bis zum Kinn, im Verhältnis hierzu das mittlere Gesicht, ferner die schöne Stirnform mit der hohen Scheitelwölbung, wo die Menschenliebe, die Herzensgüte, der Glaubens- und Idealsinn liegen, (man betrachte und vergleiche hiermit die Inschriften der Studienbüste am Kopfe dieser Zeitung) dann erkennen wir, daß diese „Unbekannte“ im

idealen Naturell liegt.

Sie gehört also zu den höchstwertigsten Menschennaturen, zu den kostbarsten Gütern, die es auf der Erde gibt.

Ist es nicht eine Tragik sondergleichen, daß dieser edle Mensch in der Jugendblüte den Tod in der Seine fand und wahrscheinlich selbst gesucht hat?

Was ist das für eine Welt, in welcher wir leben? Warum läßt man so edle Menschen, welche den Himmel der Liebe und Güte, des Glückes und der Schönheit in sich tragen, tragisch zugrunde gehen? – Man erkennt sie nicht und man wertet sie nicht!

Betrachten wir den Mund der „Unbekannten“. Er ist verformt und die Oberlippen- und Oberkieferpartie wie belastet. Etwas wie eine Vergiftung der Leiborgane spiegelt sich hier. Das ganze Leid, das dieses schöne Wesen erlebt hat, spricht aus dieser Mundregion.

Nun muß man bedenken, daß ein so edler Mensch allen Kummer viel, viel tiefer fühlt und empfindet wie der Durchschnittsmensch. Er leidet unsagbar darunter, für ihn kommt eher die Stunde, daß er das Leid einfach nicht mehr zu ertragen vermag – und dieser Fall scheint hier eingetreten zu sein.

Diese edle Frau im idealen Typus hatte die stärkste

Lebens-, Seelen- und Formkraft,

den stärksten Glauben an das Gute und an ein Weiterleben nach dem Tode.

Diese Lebenskraft, die gleichzeitig Beglückungs- und Liebeskraft ist und als geistige Strahlkraft alle Gewebe durchlebt, gibt diese Spannung, Plastik und edle Schönheit. Sie hält den Auflösungsprozeß auf und gibt selbst nach eingetretenem Tod noch das verklärte Aussehen.

So erklärt sich der glückselige Ausdruck im Gesicht. Sie ist ohne Schuldbewußtsein. Sie hat das Leid überwunden und im letzten Augenblick des Todes, bevor die feinstoffliche Seele und der Geist den Körper verließ, hat sie gefühlt und geahnt, nein – direkt wahrgenommen und empfunden, daß sie nun glücklicher wird, daß das Leid von ihr abfällt, daß ihr ein besseres Leben in anderer Form bevorsteht.

So lehrt dieses Bild, daß die Psyche

plastische Formkraft

besitzt, chemische und physikalische Wirkungen auslöst.

Die Natur ist viel großartiger, weit gerechter und weiser, wie wir ahnen. – Auch das lehrt uns dieses Bild, denn die glücklichsten Vorstellungen und Ahnungen eines neuen und besseren Lebens, das ihrer wartet, haben im letzten Augenblick diese Unbekannte erfüllt. Sonst wäre der glückselige Ausdruck im Gesicht undenkbar. Hier spricht die Form die letzte Wahrheit.

Sie symbolisiert in gewissem Sinne den Weihnachtsgedanken: „Durch hohe Liebe wird das Leid verklärt. – Die Liebe ist die stärkste Macht.“ Lerne man endlich die Symbolik der lebenden Formen richtig verstehen, damit

„Gerechtigkeit werde und Frieden auf Erden –

und den Menschen ein Wohlgefallen! -„

Huß vor dem Konstanzer Konzil 1414

nach dem Gemälde von K. Fr. Lessing 1842

Wie man mit Hilfe der Psycho-Physiognomik die Meisterwerke der bildenden Kunst versteht.

In der Mitte des Bildes, mit Nr.1 bezeichnet, sehen wir den böhmischen Reformator Johann Huß. Er hat sich freiwillig dem Konzil zu Konstanz 1414 gestellt, um sich wegen seiner angeblich ketzerischen Lehren zu verantworten. Er hat vorher die Zusicherung gegeben, daß er seine Lehren widerrufen wolle. sofern ihm das Konzil an Hand der Schrift nachweisen würde, daß er im Irrtum sei.

den Teilnehmern an diesem Konzil war es aber noch um etwas ganz anderes zu tun, nämlich um die Erhaltung ihrer Macht – und Huß überkommt es, wie das Gemälde mit zum Ausdruck bringt, wie eine innere Erleuchtung, daß er die hohen Herren ja gar nicht überzeugen kann. Sein guter Wille war verfehlt, er wurde mitsamt seinem Freunde, der ihm zu Hilfe geeilt war, zum Feuertod verurteilt und auf dem Schaffot verbrannt.

Unwillkürlich fragt man sich:

Wie ist das nur möglich?

Wie kann man nur einen Menschen, wenn er eine andere Überzeugung von der Wahrheit hat, darum verurteilen?

Sehen wir uns aber um, wie die großen Erfinder und Entdecker meist einen Leidensweg gingen und nicht verstanden wurden; – wie zur Jetztzeit viele rechtliche Menschen um ihrer politischen Überzeugung willen den Tod erlitten haben, – dann finden wir die Parallele.

Wir erkennen, daß die Wahrheit oder die Überzeugung von der Wahrheit und des besseren Weges sich nicht durch solche grausamen Mittel aus der Welt schaffen lassen, – denn der Kampf um dieselbe hat bis heute nicht aufgehört.

Wir erkennen, daß nur auf geistigem Wege, durch Aufklärung und Belehrung der Wahrheit und dem Guten in Wirklichkeit zum Siege verholfen wird.

Mit Hilfe der Menschenkenntnis wird man es in Zukunft vermeiden, daß Bringer neuer Wahrheiten um ihrer Überzeugung willen grausam leiden, Gut und Leben verlieren. Man wird von vornherein den richtigen Maßstab anlegen, den wir in folgendem zu finden suchen:

Bild 1. Huß steht ganz vergeistigt da, eine hohe, schlanke Gestalt. Wunderbar fein ist die edle Hand gezeichnet, die so viel Gutes schaffen wollte und niedergeschrieben hat.

Das Oberhaupt, wo der Sinn für die höchsten Ideale liegt, ist hoch und schön gewölbt, die Nase ist feinstens modelliert. Dieser edle Kopf erinnert an andere große Helden des Geistes. Huß beteuert, daß er aus Wahrheitsdrang, aus Liebe zum Guten und Besseren seine Lehren, die gut und nicht ketzerisch seien, zum Wohle aller Menschen aufgestellt habe.

Aber er dringt damit nicht durch. Warum?

Bild 2, dieser hohe Würdenträger, der zweifellos eine maßgebende Stimme in dieser Versammlung besitzt, hat grobe Gesichtsformen, eine grobe Nase, einen fetten Hals, die linke Hand liegt da, wo der Magen sitzt und deutet symbolisch, daß hier bei ihm der Sitz der Gefühle und Interessen in der Hauptsache zu suchen ist. Er ist mit seinem Urteil fertig und nimmt keinen Anteil mehr an den Vorgängen.

Bild 3 zeigt ein feineres, wenn auch im Kern hartes Gesicht. Das Auge geht ideal nach oben. Er möchte wohl einesteils dem Huß recht geben, aber die innere Wärme durchdringt nicht den strengen Zug des Mundes.

Bild 4, ist der Würdenträger, der sich zwischen den beiden Personen herniederbeugt. Er stützt mit der Hand das Kinn, wo die Tat und der Wille liegen, sodaß die Kraft mehr der Stirn und dem Oberhaupt zuströmt und er besser denken kann. Er ist ganz Ohr, ganz entspannt und daher sinkt auch das Haupt tief herab. Er denkt im guten menschlichen Sinne nach, er ist auf dem Wege der besseren Überzeugung. Sicher und gewiß, Huß würde nicht auf das Schaffot kommen, wenn auch seine anderen Richter die Fähigkeit der Wahrheitserkenntnis im gleichen Maße besäßen.

Bild 5. Dieser alte Mann dahinter, ein würdiges, freundliches Haupt, ein edler, guter Mann, würde Huß ganz gewiß auch nicht verurteilen. Und es ist, wie man genau hinsehend wahrnimmt, als wenn Huß selbst ganz gebannt wäre und nur noch zu diesen drei Personen, Bild 5, 4 und 3, spräche.

Bild 6. Der Patriarch mit dem langen Bart verfolgt aufmerksam den Huß. Aber die Gesichtszüge, die steife Kopfhaltung, die ganze Gestalt zeigen unerbittliche Strenge. Hier ist keine Milde zu erwarten, sondern ein Urteil nach vorgefaßter Meinung.

Bild 7. Dieser Mann wendet sich dem Patriarchen Bild 6 zu. Aus den dunklen Augen mit dem bezwingenden Blick spricht die Leidenschaft der Überzeugung. Er stimmt dem zu, dem er sich zuwendet.

Bild 8. Dieser Kopf betrachtet Huß kritisch, aber hart, etwas mitleidig und mit entwertenden Blicken, als wolle er sagen: Was will denn der Mann! Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns.

Bild 9. Dieser Mann mit dem Bart und der niederen Stirn sieht finster drein. Er begreift den tiefen Sinn der Bemühungen und den Eifer des Huß nicht. Er verurteilt.

Bild 10. Dieser Würdenträger, der uns und auch dem Huß den Rücken zuwendet, scheint der dritte im Bunde der Letztgenannten zu sein. Und dahinter die hohe Gestalt.

Bild 11, sieht wie ein Krieger aus, knochig und bestimmt, als könne er den Huß schon mit seinen Blicken und mit seinem Denken vernichten, das hinter der harten Stirn wirkt und das tiefe, milde Denken des Huß nicht erfaßt.

 

Nun zu der anderen Seite.

Der hohe Würdenträger mit den weißen Gewand, Bild 12, liegt im Ernährungs-Naturell. Alle Körperformen gehen in die Breite. Verstand und Gefühl dringt nicht in die Tiefe, ganz entgegengesetzt wie bei der schmalen, feinen Gestalt und der hohen Stirn des Huß, den er darum nicht verstehen und dem er nicht folgen kann. Er nimmt keinen Anteil mehr. Vielleicht enthält die mit dem großen Siegel versehene Pergamentrolle schon das Urteil über Huß. Er wendet sich um zu dem Manne, Bild 13, mit dem breiten Gesicht, der niederen Stirn und dem flachen Oberhaupt, den er besser versteht. Schon die Kutte, die dieser trägt, wirkt unheimlich wie das kalte Gesicht, – er erhält seine Weisung.

Der greise Würdenträger, der in dem Lehnstuhl sitzt, die Füße auf einem Kissen, Bild 14, zeigt harte Formen. Die Gestalt ist groß und hager, ganz anders wie die des Huß, der zierlich und fein ist. Er urteilt nach äußerlichem Recht und der Macht.

Dahinter die drei Gestalten, die ebenfalls sitzen, Bild 15, 16 und 17, haben harte, grobe Gesichter, große Nasen, den starken Unterkiefer, wo die Tatkraft liegt, die strengen Züge. Es sind Äußerlichkeitsmenschen und kein dem Innerlichkeitsmenschen gerecht werdendes Urteil ist zu erwarten.

Diese Äußerlichkeitsmenschen verstehen es wohl, Pracht und Glanz zu entfalten, die Macht auszuüben und rücksichtslos zu herrschen, aber auf den Platz, den sie hier ausfüllen, gehören sie nicht. In geistigen und religiösen Fragen soll der Innerlichkeits- und Edelmensch die Entscheidung haben, sonst triumphiert die Gewalt und das Edle und Hohe, der wahre Fortschritt und Forschergeist leidet Not und wird geknebelt.

Die beiden Gestalten an der Säule stehend, Bild 18 und 19, haben den finsteren und drohenden Ausdruck. Das Auge ist tief gestellt, die Mundwinkel sind herabgezogen und alle Energie liegt im Untergesicht. Die beiden sind furchtbar und schrecklich, sie sollten nie über gute Menschen richten. Sie verurteilen womöglich die arme Seele des Huß noch über den Tod hinaus, – wenn es ginge.

Bild 20 verfolgt aufmerksam die Verteidigung des Huß, wagt aber nicht eine eigene Meinung zu bilden oder gar zu äußern. Er hat gelernt zu lauschen, zu gehorchen und – zu schweigen.

Und das vorletzte Bild 21, der Mann mit der runden Kappe auf, stiert hervor, er macht Augen, Nase, Ohren und Mund auf, er staunt über den Mut des Huß, obwohl er kaum etwas recht begreifen kann und er weiß nicht, was er sagen und denken soll.

Der letzte, Bild 22, schaut aus seiner Kopfumhüllung finster heraus, wie das dunkle Mittelalter mit seiner Verirrung.

(Hinzugefügt)

Hier vor dieser Versammlung ist Huß rettungslos verloren. Huß starb für seine Idee, standhaft ertrug er den schrecklichen Feuertod. Wie anders hätte man diesen edlen Mann würdigen müssen!

Wäre Huß in ein anderes Land gegangen, vielleicht zu den Naturvölkern, er hätte mehr Verständnis finden können wie unter diesen Männern.

Aber dieser Geistesheld opferte sich.

So lernen wir dieses Kunstwerk auf Grund der Menschenkenntnis verstehen. Wir lernen weiter daraus, wie notwendig es ist, den guten und edlen Menschen mit aller Kraft energisch und unter allen Umständen zu unterstützen, ihm mit Tatkraft beizustehen, denn durch ihn allein kommt aller Fortschritt und alles Gute in die Welt.

Welche Bewandtnis hat es mit dieser

lebensgroßen Studienbüste zur Menschenkenntnis?

Die hier abgebildete Studienbüste wurde genau nach den Vorlagen und Zeichnungen aus Huters Werken, erstmalig vor mehr als 10 Jahren, von uns hergestellt und vervielfältigt.

Diese Büste hat sich seitdem als

plastisches Anschauungs- und Lehrmittel

gut bewährt und sich viele Freunde erworben.

Sie gelangte auch in das Institut für Menschenkunde des bekannten Physiologen Prof. Dr. Hans Friedenthal an der Universität Berlin, Kaiserin Friedrich Haus„.

In Nr. 39, Jhrg. 1930, des „Weltspiegels„, Beilage des „Berliner Tageblattes, erschien ein ill. Artikel über dieses Institut, welchem die Studienbüste in drei großen Abbildungen als interessierendes Hauptbild vorangesetzt war. Die Wiedergabe geschah aber so, daß die Herkunft der Büste nicht zu erkennen war.

Dann erschienen ähnliche Arbeiten über das genannte Berliner-Institut auch in der „Illustr. Republ. Zeitg.„, in Beilagen des „Vorwärts-Verlages„, in denen die Büste ganz abgebildet wurde.

Neuestens brachte die bekannte Zeitschrift „Wissen und Fortschritt“ Heft 10, Okt. 1932, die Abb. der Büste in einer entsprechenden Abhandlung in Verbindung mit Bildern aus dem Friedenthalschen Forschungs-Institut.

Man hat aber, den erwähnten Arbeiten nach zu urteilen, die 130 Jahre alte Gallsche Phrenologie zur Erklärung herangezogen, anstatt auf die viel wichtigeren neueren Forschungen Bezug zu nehmen, welche den Inschriften der Studienbüste zugrunde liegen.

Wie aus den beigefügten Abbildungen des Friedenthal-Instituts hervorging, wurde die Büste von den Studierenden der philosophischen und medizinischen Fakultät zu vergleichenden Forschungen mit daselbst vorhandenen plastischen Bildwerken benutzt.

Wir geben ein solches Bild, das die Verwendung der Büste zeigt, hier wieder. Was daran befremden muß, daß ist das auf dem Tisch liegende große Winkelmaß; ein weiteres Bild zeigte noch den Gebrauch des Zimmermannsinstrumentes, des sogenannten „Kalibers“, bei Messungen an den Bildwerken.

Auf diese Weise feststellen zu wollen, welche Bedeutung der äußeren Form für die Anlagen eines Menschen zukommt, mag zu Galls Zeiten, also vor Huter, üblich gewesen sein.

Nachdem aber Huter den Nachweis erbracht hat, daß es weniger auf die Form an sich und ihren Rauminhalt ankommt, daß vielmehr

die Qualität der Form

erfaßt werden muß, um den darin wohnenden Lebensgeist einwandfrei festzustellen, ist diese Meßmethode zur Feststellung der Anlagen als wissenschaftlicher Irrtum und Rückständigkeit abzulehnen.

An einem Beispiel seien diese wichtigen Qualitätsunterschiede der Form kurz illustriert:

An den Nasenflügeln zeigt sich z.B. die Kraft und Schwäche der Atmung und Lunge.

Sind die Nasenflügel von reiner, gesunder Form, Farbe und Konstanz, plastisch gut modelliert, in frischer Spannung und Strahlung, dann ist die Atmung kräftig und die Lunge gesund.

Sind aber die Nasenflügel matt, bleich, verschwollen, ungünstig verfärbt, von einer lockeren, brüchigen Konstanz, oder sind sie gar hart, unelastisch und wie leblos, fehlt die Kraft der Spannung, die lebenswarme Strahlung, dann ist die Atmung und Lunge krank.

Diese Unterschiede sind aber mit den angeführten Meßinstrumenten auch nicht im entferntesten festzustellen, sondern nur durch ein neues

klassisches Sehen,

wie es Huter besonders lehrte und ausbildete, das seinen Schülern geläufig war. Diese Grade der Qualität sind niemals zu messen und zu wägen. Sie können nur durch das geschulte Auge, das feinere Tönungen wahrnimmt als alle Instrumente der Welt, lebendig geistig erfaßt und gesehen werden. Ähnlich so verhält es sich mit den übrigen 250 Einzeichnungen der Studienbüste. Wer sich für die Büste interessiert, beachte die Anzeige der nächsten Seite.

Meines Lebens Leitgedanken!

von Carl Huter.

Zum 4. Dezember, seinem 20. Todestag.

1. Der wahre Wert des Menschen liegt nicht in materiellem Besitz und Eigentumswerten, sondern in seinem Charakter.

2. Du sollst nicht besitzen, bis Du des Besitzes wert bist!

3. Wer des Besitzes unwürdig ist und doch besitzt, der ist eine stehende Gefahr für die Güter, die er besitzt, und für die Menschen und Dinge, die er beherrscht.

4. Daher tut uns dringend eine neue Menschenkenntnis-Methode not, um den reinen, wahren Wert des einzelnen Menschen zu erkennen und es tut uns eine neue ideale Weltlehre not, um den Menschen zum höchsten Innenwert emporzubilden; die erstere habe ich geschaffen in der wissenschaftlich beweisbaren und lehrfähigen Psycho-Physiognomik, die zweite in der Kallisophie, der neuen Welt- und Lebensreligion.

5. Aber es muß auch eine Umformung der Gesellschaft nach diesen Lehren eingeleitet werden. Auch diese Wege bahnte ich in einer neuen Ethik an. Sie erstrebt:

a) wirtschaftliche Gerechtigkeit,

b) glückliche Ehen auf Grund der Entdeckungen über die komplementären Naturelle,

c) ein neues Liebes-Sittenrecht,

d) ein Familienrecht als Grundrecht aller Rechtsein-richtungen,

e) die Rangordnung der Persönlichkeiten, d.h.:

6. In Zukunft sollen nicht der verstandeskalte Scheingebildete neben Weisen und Guten, – nicht auch noch Verbrecher und Narren regieren, sondern es sollen die Weisen, die Besten und Tüchtigsten in der Natur-, Menschen- und Gotterkenntnis regieren, raten, leiten und Recht sprechen!

7. Es sollen nicht die außerhalb der kirchlichen oder staatlichen Formehe gezeugten Kinder außerhalb des Familien- oder Vaterrechtes stehen, sondern sie sollen innerhalb der Familie des Vaters stehen.

8. Es sollen die Männer nicht lediglich Alkohol-, Spiel-, Sport- und Parteimenschen oder Frauenjäger, sondern sie sollen an erster Stelle Gottergebene sein, die alles Nützliche, Ideale und Gute treiben, schaffen und erstreben und sich dadurch erst des Besitzes und der Beherrschung des Weibes und der irdischen Güter würdig erweisen.

9. Das Recht der Liebe anderer hat der, der die Pflicht der Liebe gegen andere erfüllt; die Liebe soll frei, der intime Verkehr aber gesperrt sein, wo nicht die reinste Liebe ihn begleitet und wo er nicht betätigt werden darf, allein schon nicht aus Menschenwürde!

10. Die Ehe soll nicht in einer, sie soll in vielen Formen bestehen, um allen freien Liebesneigungen, soweit sie sittlich berechtigt sind, gerecht zu werden, um durch die Liebe und Ehe alles erdenkliche Menschenglück entfalten lassen zu können.

11. Es soll die heilige Liebe und Ehe als Ideal gepflegt werden, aber es kann auch die weniger hohe, also die geringer gradige Liebe und Ehe gelebt werden. Es soll auf keinen Fall eine unliebsame, unharmonische Ehe mehr gelebt werden. Solange sich zu keiner besseren, höheren, annehmbaren Ehe Gelegenheit bietet, lebe man ehelos.

12. Allen Menschen soll das Recht auf Arbeit und Verdienst eingeräumt werden, damit kein ehrlich Wollender mehr Not leidet.

Aber jeder Arbeitsscheue soll die Not als Strafe leiden, denn die Not erzieht zur nützlichen Arbeit alle die, welche den Wert der Arbeit nicht kennen wollen, daher soll auch der Wohlhabende arbeiten.

13. Der edle Charakter adelt den Besitzer und dieser adelt seinen Besitz und alles das, was er beeinflußt.

14. Man fange mit allen Reformen bei dem Innern der Menschen und zuerst bei sich selber an, bei der Veredlung der Gesinnung, Bereicherung der Erkenntnis und Energieentfaltung im guten Streben und Arbeiten.

15. Dazu studiere man Menschen- und Seelenkenntnis und bilde die Ideale der Reinheit, Lauterkeit, Wahrhaftigkeit und die Kraft zu stetigem Schaffen, Vervollkommnen, Verbessern bei sich und andern Menschen aus.

16. Ursprünglich lag alles nebeneinander, Gutes und Böses, erst der Wille zum Guten sammelte und einigte das Gute.

So wie die Ethik und Moral erst aus der Weltanschauung entstanden ist, so ist die Religion und das Ideale und das Göttliche aus dem ethischen Heiligkeitsgefühl entstanden.

 

Mein neuer Gottesglaube und meine ideale

Welt- und Lebensreligion

17. Das Göttliche ist das gesammelte Gute, es ist etwas Geschaffenes und Gewordenes aus dem Willen, der das Gute liebt und das Böse verabscheut.

18. Der Wille, der das Böse liebt, wird sich am Bösen erfreuen, wird das Böse sammeln und Unschuldiges und Gutes böse zu machen suchen.

Dieser Wille ist ein sündiger Wille, er haßt und verfolgt das Gute, er sucht das Gute böse, das Böse gut hinzustellen.

19. Dieser böse Wille schafft Leid und Verderben, er wächst, wird er nicht im Keime erstickt, zur Satansmacht mit Lügen und Verbrechen und schweren Lastern heran und dieser böse Wille ist der Todfeind alles Guten und Göttlichen. –

20. Wende Dich ab von allem Bösen durch rechte Erkenntnis, höhere Bildung, festen Gegenwillen und durch Gebet und bleibe treu und fest dem Guten ergeben und vernichte alles Böse durch Verbesserung desselben, denn zerstören läßt sich nichts!

Meine Lebensmoral heißt: Dulden, leiden, verbessern in Liebe ohne Ende! Gehet hin und tuet das Gleiche!

(Fortsetzung folgt.)

 

 

Carl Huter heilt eine gelähmte Frau durch

Uebertragung der überschüssigen Lebenskraft.

Mit Nr.1 bezeichnet sehen wir in den Gruppen das Bildnis Huters und mit Nr.2 eine seit vier Jahren völlig an beiden Beinen gelähmte Frau.

Das Bild links (es stammt aus dem Jahre 1902) zeigt, wie Huter bestrebt ist, durch Uebertragung der Lebenskraft das Gewebe der Beine neu zu beleben und damit den stockenden Blutumlauf wieder in Gang zu bringen.

Huter ist bekanntlich der Entdecker der als Strahlkraft wirkenden Lebenskraft. Er hat den Nachweis erbracht, daß die Lebenskraft der Zellen gleichbedeutend mit Liebeskraft ist, daß sie in Form einer weichen, sehr mild und angenehm, meist kühl empfundenen Strahlung auftritt.

Die Lebenskraft tritt in dem anatomischen Strahlengebilde der Zelle, dem Zentrosoma, (letztere ist mikroskopisch sichtbar) auf und kann über die Zelle hinaus wirksam sein.

Damals – 1899 – stand Huter vollständig isoliert mit seiner Entdeckung – heute gibt es bereits eine medizinische Literatur über diese Lebensstrahlen und eine ganze Reihe hervorragender Forscher beschäftigt sich mit dem Problem, es seien nur erwähnt Prof. Gurwitsch, Stempell und Lakhowski.

Das Bild in der Mitte zeigt, wie Huter der kranken Frau, die bereits mit Unterstützung der anderen Personen wieder stehen kann, sehr wohlwollend entgegenkommt, sie anfaßt und streicht und durch gütigen Zuspruch die Hoffnung, das innere Glück, die Zuversicht weckt und stärkt.

Das Bild rechts zeigt, wie die Frau bereits allein wieder stehen kann. Das war der Fall nach vierwöchentlicher Behandlung und Kur. Huter selbst steht aufrecht und gespannt gebend da, er facht durch Bestreichungen und Willensstärke die Strahlkraft der Zellen und damit die gesunkenen Körperfunktionen zu energischer und anhaltender Tätigkeit an. Es ist das innere Lebenslicht der Zellen, das durch die Lebenskraft des Heilers gestärkt, gleichsam angefacht wird wie ein heiliges Feuer, resp. Lebenslicht.

Es gibt  nur wenige Menschen, welche die Lebenskraft, – Huter nannte sie Helioda, – so stark besitzen und abgeben können, daß dadurch Kranke zu heilen sind. Das geschieht natürlich aus unmittelbarer Nähe und nicht durch Fernbehandlung, die Huter nur zu Versuchszwecken, sonst aber nicht anwandte.

In den obigen Bildern sehen wir noch eine mit Nr.3 bezeichnete männliche Person Dieser junge Mann war ein Schüler Huters mit Namen

Karl Kotthaus,

der nun vor kurzem gestorben ist. Eine Frau Evers-Millner schreibt in der Berliner Zeitung „Der Tag“, Kotthaus Tod sei ein sehr schwerer gewesen, – er habe an Tuberkulose und Diabetes gelitten.

Seine letzten Worte auf die Frage, die er selbst stellte, ob sein Leben umsonst gewesen sei, sollen gelautet haben: Was für ein Ende….! – Welche Tragik….!

Da die genannte Frau M. schreibt, daß sie 20 Jahre mit Kotthaus zusammenarbeitete, mit ihm in Italien war und an seinem Sterbelager in einer Lungenheilstätte weilte, ist anzunehmen, daß sie Kotthaus gut kannte. Leider geht sie zu einigen Bemerkungen über, die man

im Interesse der Huterlehren

und der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet nicht unwidersprochen lassen kann.

Sie behauptet u.a., außer Lavater und Huter habe es keinen Physiognomiker von so hohem Rang gegeben wie Kotthaus, (Lavater und Huter haben große Werke hinterlassen, Kotthaus keines) er habe die Naturellehre Huters übernommen und ausgebaut.

Schon vor einigen Jahren hatte dieselbe Dame in den Münchner Neuesten Nachrichten behauptet, der geniale Kotthaus, ein Schüler Huters, habe die von Huter gefundenen Naturelltypen auf drei Grundtypen zurückgeführt.

Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Es genügt wohl an dieser Stelle die Erklärung, daß Zeitungsberichte und andere kleine Drucksachen aus den Jahren 1904-08 vorliegen, wonach Kotthaus selbst auf Carl Huters drei Grundnaturelltypen Bezug nahm.

Auch sonst ist uns nicht das allergeringste bekannt geworden, daß Kotthaus in irgend einer Weise die Huterlehren ausgebaut hätte. Wir halten das auch, der ganzen Sachlage nach zu urteilen, für gänzlich ausgeschlossen.

Fest steht folgendes: Carl Huter nahm den noch nicht 20 jährigen Kotthaus zu sich in seine Detmolder Anstalt, um ihn als Masseur und Bademeister auszubilden (wie es die obigen Bilder zeigen) und behielt ihn etwa 4 Jahre dort. Kotthaus hatte damals eben seine Lehrzeit in einem Handwerk beendet. Huter schreibt, daß Kotthaus schwindsüchtig war. Er habe ihn dann in die Grundelemente seiner Psycho-Physiognomik eingeführt, ihn als Redner und sogar als Elementarlehrer ausgebildet, ihn gesund und stark an Leib und Seele gemacht. Was Kotthaus ist, sei er durch Huter geworden.

Als Kotthaus später Vorträge über Huters Lehren hielt, damit Bewunderung erregte und Ansehen bekam, änderte sich das Bild bald und er ging eigenen Wege.

Uns ist in den letzten 20 Jahren kein einziger Fall bekannt geworden, daß Kotthaus irgend ein Huterwerk aus unserem Verlag verlangt oder sonstwie an eine dritte Person empfohlen hätte. Er nahm daran keinen Anteil.

Eine große deutsch-amerikanische Zeitung erließ vor etwa 5 Jahren einen Hilferuf für das Kulturwerk des Begründers der Gestalt-Psychologie, der Biologischen Physiognomik Karl Kotthaus„.

Es genügt wohl, wenn wir demgegenüber erwähnen, daß Carl Huters Psycho-Physiognomik, auf biologische und physiologische Grundlagen gestellt, fest begründet und in Werken niedergelegt ist, an denen Kotthaus keinen geistigen Anteil hat.

Kotthaus war unserer Ansicht nach ein guter Psycho-Physiognomiker. Wir halten aber dessen ungeachtet dafür, daß die Huterlehre andere Ziele verfolgt, als

dem Selbstzweck

des ausübenden Physiognomen zu dienen.

 

 

DgM Nr. 3 (Hinzugefügt)

Die Höhenstrahlen

In Nr.3 „Der Menschenkenner“ brachten wir eine Abhandlung über Prof. Piccard, wie derselbe nunmehr bekannt gibt, ist als Ergebnis seiner beiden Höhenflüge festgestellt, daß die sogenannten Höhenstrahlen nicht aus dem Weltall kommen, sondern von der Erde ausgehen.

Damit haben wir recht behalten.

An der Hand von Zeichnungen legten wir dar, daß es sich bei den sogenannten Höhenstrahlen jedenfalls um die von Huter gelehrten magnetischen Kraftspannungslinien der Erde handelt.

Damit ist aber natürlich nicht gesagt, daß es keine Strahlen gibt, die direkt aus dem Weltall kommen. Huter stellte auch die Elementarstrahlung der Weltenkörper fest und lehrte, daß der Lauf der Gestirne, die große Ordnung im All nicht nur auf der gegenseitigen Anziehung (Schwerkraft) beruhe, sondern daß die Himmelskörper im gleichen Maße oder noch stärker durch Strahlung aufeinander wirken.

 

Glück und Erfolg im Leben durch

Menschenkenntnis

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

      Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

DgM 004

Der gute Menschenkenner 004 von 101 

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Carl Huter (1861-1912)

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 BRD de jure erloschen

 The „German Empire“

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … „The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16, article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing“ (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not „successor in law“ of the German Empire, but identical as state with the state of the „German Empire“, — under reference to its territorial expanse only „partially identical“, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law „Germany“ (German Empire) … and a consistent state territory „Germany“ (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

„The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended„. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

 PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© November 1932 Nr. 4

 DgM 004 Carl Huter - Papen

Reichskanzler von Papen Ein Persönlichkeitsbild

Die Wahrheit über den Tod König Ludwigs II.

Die Erklärung des Hellsehens

Wie man Ghandi richtig versteht

Wann siegt Max Schmeling

Reichskanzler von Papen 

Es gibt heute viele Menschen, die sehr gerne nach einer zuverlässigen Grundlage wissen möchten, wie unser Reichskanzler von Papen

in Wirklichkeit ist,

denn von vornherein hatte Herr von Papen die großen Parteien gegen sich. Die Hitlerpartei wollte ans Ruder, Zentrum und Sozialdemokraten verloren ihren entscheidenden Einfluß und die

umstrittene Persönlichkeit

war der Reichskanzler.

Infolgedessen sind auch die Urteile über ihn sehr verschieden, ob gerecht, das ist eine andere Frage. Haben sie

einen Parteistandpunkt

zur Grundlage, dann fallen sie meist einseitig gefärbt aus.

Daher ist es für den Menschen, der ein wirklich objektives richtiges

Persönlichkeitsbild des Reichskanzlers 

wünscht, sehr schwer, ein solches zu erlangen.

Dem Irrtum ist und bleibt Tür und Tor geöffnet und auf einer irrtümlichen Grundlage kann man nicht klar sehen und richtig handeln.

Hier kommt uns nun die neue

Wissenschaft der Psycho-Physiognomik,

die Menschenkenntnis,

zur Hilfe. Wie ein Lichtstrahl erleuchtet sie das Dunkel und zeigt den kürzesten und geradesten Weg, indem sie lehrt:Der Geist lebt in den Formen, der Wille und das Wesen des Menschen ist an seine Organe gebunden, und die reine, lautere Wahrheit über seine Persönlichkeit ist am schnellsten und sichersten aus den

Körper-, Kopf und Gesichtsformen 

zu ersehen.

Der Leser hat dabei den großen Vorteil, die Formen selbst mit überprüfen zu können, auf der denkbar sichersten Grundlage sich eine eigene Überzeugung zu bilden, um danach richtig handeln zu können.

Das sei vorausgeschickt. Der Leser betrachte nun unvoreingenommen und mit dem aufrichtigen Wunsche recht zu sehen das

oben wiedergegebene Bildnis des Reichskanzlers.

DgM 004 Von Papen

1. Das Gesicht des Reichskanzlers hat eine gut durchgebildete längliche Form, ist nur mäßig breit, dabei markant gebaut, das ist das sichere Merkmal dafür, daß die Naturellanlage

der Tat und Bewegung

im Vordergrund liegt,

daß andererseits die Anlage für die Ruhe, Ernährung und Bequemlichkeit zurücksteht.

2. Das Längenverhältnis der drei Hauptabschnitte des Gesichts1. Stirn-, 2. Nasen- und 3. Oberkiefer-, Mund- und Kinnpartie – ist ungefähr gleich. –

Wir haben daher den in seinem Tat-, Gefühls- und Verstandesleben

normalen Menschen vor uns.

3. Da Stirn und Oberhaupt höher gebaut sind wie beim primären Tat- und Bewegungs-Naturell, da ferner die Haut sehr frisch und kernig, klar und nervenreich ist, das Auge mit seinen Lidern auf Gefühlswärme und Tiefe deutet, so geht die Anlage über die des Bewegungs-Naturells weit hinaus und nimmt die Richtung zur

Harmonie des Lebens.

Trotzdem bleibt die Tat- und Bewegungs-Anlage aber doch im Vordergrund liegend und stark betont.

4. Wer die

weltberühmte Dreitypenlehre

Huters kennt, der weiß sofort, daß mit diesen drei Punkten die

Hauptcharakterrichtung 

des Herrn Reichskanzlers bereits gekennzeichnet ist. Man studiere die Dreitypenlehre in den einschlägigen Originalwerken Huters und identifiziere sie nicht mit der

nach dem Tode Huters

heute an den Universitäten gelehrten

medizinischen Dreitypenlehre.

Diese kann die Originaltypenlehre des Entdeckers nicht ersetzen!

Die Dreitypenlehre sollte jedem Menschen so geläufig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen, da sie für das praktische Leben in mancher Beziehung noch wichtiger ist, als diese Elementarfächer des allgemeinen Wissens.

Obwohl es selbstverständlich ist, sei doch kurz betont, daß diese Lehre absolut nichts mit der modernen Art der Astrologie zu tun hat. Carl Huter hat nie ein Horoskop gestellt, obwohl er den Einfluß der Gestirne auf unsere Erdenentwicklung nicht in Frage zog. Seine Lehre führt die Menschen – um den Charakter zu erforschen, von den Sternen ab, zurück auf die Erde, zum lebendigen Menschen und seinen Formen, – zur Lebenswirklichkeit.)

5. Das Oberhaupt des Reichskanzlers, das schlicht und doch so bestimmt liegende Haar, die Stirn mit der feinst gespannten Haut, das Gesicht mit dem guten warmen Ausdruck, – in Verbindung mit dem klaren, reinen und durchaus offenen Blick der Augen zeigt, daß der Träger solcher Merkmale eine von gutem Wollen getragene ideale Lebensrichtung verfolgt.

6. Das Auge selbst hat dabei den Blick in die Ferne, der also nicht nur auf das Naheliegende des Lebens gerichtet ist, sondern der im Gegenteil die Menschen und Dinge zu umspannen versucht, in die Tiefe greift, um allen, nicht nur einer Partei, einer Kaste, einer Religion, einem Stand allein gerecht zu werden, sondern dem ganzen deutschen Volk mit seinen Lebensbedürfnissen und Idealen, der darüber hinaus auch eine gerechte Stellung und Würdigung gegenüber andern Völkern sucht, – und die gute Tradition und Vergangenheit berücksichtigt.

So erst kann man den Reichskanzler recht verstehen,

es ist ihm ernst, und er gibt sich die größte Mühe, in unserm Volke wieder das einige Deutschtum wachzurufen, damit alle das eine große Ziel der Volkswohlfahrt fördern.

7. Der ganze Gesichtsausdruck ist durchaus offen, die Bildung um beide Augen und an der Nasenwurzel, – der Leser überzeuge sich, –

ist wie abgezirkelt,

so offen, schnurgerade und grundehrlich meint es der Reichskanzler, – das ist wahrlich etwas, was jeder objektiv Denkende anerkennen sollte.

Das gute Wollen, die Arbeit und Aufopferung für ideale Ziele machen den Grundzug seines Wesens aus.

(Wohl vermag er, wie das breite Kinn und die Jochbeine zeigen, wenn er momentan keinen anderen Ausweg sieht, zuweilen hart in der Durchführung zu sein, aber das ist nicht seine Grundwesensart, es bricht die warme ideale wohlwollende Gesinnung wieder durch, wir können daher sicher sein, daß auch die Härten der Notverordnung, welche die Ärmsten belasteten, wieder aufgehoben werden.)

Wer mit Leib und Seele so bei der Sache ist, die er vertritt, dem sollte man auch zur Seite stehen und ihn nicht um Prinzipien willen bekämpfen. Zerstören ist leicht, – aufbauen schwer.

Würdigung und Gerechtigkeit ist das Ziel dieser Forschung. Die Menschenkenntnis bewertet jeden individuell, gleichviel welcher Rasse, Religion, Partei oder welchem Stand er auch angehören mag.

 

König Ludwig II.

Die wahre Ursache seines Todes und wie sein Ende sich wirklich abgespielt hat

Durch die Veröffentlichung der Aufzeichnungen eines Augenzeugen, des Freiherrn von Washington, in der Berliner Illustrierten Zeitung und die Darstellungen des Könglich Bayerischen Kammerherrn, Freiherrn von T., in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, sind die Vorgänge, die sich bei dem tragischen Tod des Königs abspielten, scheinbar vollkommen klargestellt.

Nach der ersten Darstellung ist das tragische Ende des Königs in erster Linie auf Selbstmord zurückzuführen, d.h. es ist geschildert, wie der König bereits an spontanen geistigen Störungen litt, aber doch nicht in der Weise, daß seine volle Willensbestimmung ausgeschaltet gewesen wäre. Ich glaube nun nicht an eine Selbstmordabsicht des Königs.  Wohl mag ein schwerer Albdruck auf ihm gelegen haben, der ihn ahnen ließ, daß es mit seiner geistigen Gesundheit noch weiter bergab gehe.

DgM 004 Nervenarzt Gulden 

Der König war unter Aufsicht des Nervenarztes Dr. von Gudden gestellt, Bild 1.

Diese Maßnahme gegen den König war verfehlt.

Man betrachte das Bildnis des Dr v. Gudden. Aus diesem Gesicht spricht Willensfestigkeit und Strenge, Kraft und auch wieder Wohlwollen. Er war zweifellos ein tüchtiger Fachmann, eine Kraftnatur, der man sich beugen und gehorchen mußte, – etwas, was dem König doch ganz und gar nicht lag. Der Gesichtsausdruck des Dr. Gudden ist aber auch der des ganz realen Wissenschaftlers, der nur mit den greifbaren Tatsachen rechnet.

DgM 004 König Ludwig Jugend 

Der König liegt im genialen und idealen Typus, voller Geist, Leben und Schönheitsgestalten.

Er war ein genialer Architekt. 

Er war aber auch ein ideal gesinnter Mensch, der Kunst und Wissenschaft förderte, der sein Volk nach jeder Richtung hin sittlich und geistig höherbringen wollte.

Kurz gesagt, der König wollte

sein Bayernvolk glücklich machen,

und zwar auf seine Weise, nach seiner künstlerischen Veranlagung.

DgM 004 Neuschwanstein 

Überall stieß er auf Widerstand, auf Verständnislosigkeit, Beschränktheit, Dogmatismus, Kurzsichtigkeit, sogar auf bösen Willen usw.

In der Anlage des Königs und in seiner Umgebung, der er weit an Geist und Gaben überlegen war, ist schon

der Grund zu der Tragik 

seines Lebens zu suchen.

Er zog sich immer mehr zurück, lebte in den prachtvollen bayerischen Bergen, baute seine Schlösser, entwarf selbst alle Pläne, arbeitete Tag und Nacht, das Volk dort liebte ihn und er glaubte, so doch noch sein Ziel zu erreichen, das Beste für sein Volk zu tun, durch den Bau seiner Schlösser, die Entfaltung höchster Pracht und Schönheit, in Verbindung mit einer herrlichen Natur die Herzen seines Volkes zu den höchsten Idealen zu erheben. Der König wußte, daß

ohne die erhabene große bildende Kunst 

das Leben Gefahr läuft, im blauen Alltag zu versimpeln. Das wollte der König verhüten. Er wurde nicht verstanden. Die Folge war für ihn, da er sich immer mehr abschloß, eine einseitige falsche Lebensweise führte, daß sich eine gefährliche Belastung des sympathischen Nervensystems einstellte.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Nach außen hin fanden diese Mißklänge ihren Niederschlag – in einem Schuldenkonto von 13 Millionen Mark -, diese wolle man nicht bezahlen – und dem König weiter kein Geld zum Bauen geben, obwohl doch das ganze Land den Nutzen davon gehabt hätte.

Heute hat allein die Stadt Nürnberg mehr als 14 Millionen Mark Schulden, und niemand macht ein großes Aufheben davon. Man nimmt die Tatsache einfach hin.

Hätte man sich nicht so verständnislos gegen den König gezeigt, ihn besser erkannt und gewürdigt, dann hätte er gesund bleiben können. Die feenhaften Schlösser, die der König noch bauen wollte, würde heute die Menschen aus der ganzen Welt anziehen, sich glänzend verzinsen, die Besucher ideal erheben und für das Große und Schöne begeistern, dem Bayernland aber den herrlichsten und kostbarsten Besitz geben.

Das war König Ludwig. 

Man betrachte dieses große, herrliche, schönheitsbegeisterte Auge, den feinplastischen Gehirnbau, die sehr breite hohe Stirn, das im Verhältnis dazu schmale und kleine Gesicht, den ganzen Ausdruck, die Haltung des Kopfes, das Haar usw., um zu erkennen, daß wir hier den

hochwertigen, idealen Menschentypus 

vor uns haben.

Man bedenke: der König, der in der märchenhaften Pracht seiner Schlösser lebte, der die wunderbaren Nächte der Berge, den Geist einer erhabenen Natur kannte wie kein anderer, königlich gesinnt im Denken und Fühlen, – der wird unter Kuratel des realen Naturwissenschaftlers Dr von Gudden gestellt, dessen Tätigkeit sich vorher in Nerven- und Irrenheilanstalten abspielte.

Beide Menschen lagen sich so fern wie nur möglich, allein in der Verbindung dieser beiden Menschen lag kein gutes Omen.

Der König bezwang sich, soweit er sich noch in der Gewalt hatte, und Dr. von Gudden zeigte Wohlwollen. Er gab nach – ging allein mit dem König am See spazieren – und bald darauf war das Unglück geschehen –, man fand beide tot im See.

Die Annahme lautet: Selbstmord des Königs – er zog Dr. von Gudden mit in die Fluten des Sees und beide ertranken.

Die andere Annahme geht dahin, daß der König fliehen wollte. Zu diesem Zweck mußte er in das Uferwasser, um den Zaun, der ihn von der Außenwelt trennte, zu umgehen.

Das gelang ihm nicht, Dr. von Gudden wollte den König im Wasser zurückhalten, es entspann sich ein kurzer Kampf und beide ertranken.

So die abschließenden Berichte. Beide enthalten

nicht die volle Wahrheit.

Auf Grund der Menschenkenntnis will ich sie hier dem Leser klar und handgreiflich vor Augen führen.

Der Leser betrachte das den König kurz vor seinem Tode zeigende Bildnis.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Unter dieses Bild schrieb Huter: Materielle Kopfbelastung, stierer Blick bei hochgestelltem Augapfel, hochgradige Disposition zu Geisteskrankheit.

Damit hat der Leser des Rätsels Lösung. Den stieren hochgestellten Blick kann man gut erkennen, und wer genauer hinsieht, erkennt auch, daß das ganze Gesicht und der vordere Hals

unnatürlich geschwollen ist.

Diese Überformung rührt von einer jahrelangen falschen Lebensweise her, wodurch das innere sympathische Nervensystem schwer belastet wurde. Die gesamten Weichteile des Gesichts, des Halses und der ganzen vorderen Körperseite waren mit Fremd- und Belastungsstoffen angefüllt.

Die Belastung wäre, frühzeitig erkannt, zu heilen gewesen.

Die Wahrheit über den Tod des Königs ist nun folgende: Er beging weder Selbstmord, noch verschuldete er den Tod des Dr. v. Gudden.  Im Gegenteil, dieser edle kunstsinnige König bot noch alle Kraft auf, um sich zu beherrschen, er fügte sich nach anfänglichem Weigern in sein schweres Schicksal, er zeigte guten Willen, den Anweisungen des Dr. v. Gudden nachzukommen.

Beide gingen zusammen in den Park.

Aber diese scheinbare Ruhe des Königs war die Ruhe vor dem Sturm, d.h. vor dem elementaren Ausbruch der durch die Belastung verursachten Geisteskrankheit.

Nach dem Grad der Gesichtsbelastung zu urteilen, konnte der plötzliche Ausbruch des vollen Wahnsinnes jederzeit erwartet werden.

Damit hatte Dr. v. Gudden wahrscheinlich nicht genügend gerechnet; denn sonst hätte er doch nicht allein mit dem kranken König den Spaziergang unternommen.

Nachdem nun alle Möglichkeiten, den Tod des Königs wahrheitsgemäß darzustellen, erschöpft sind, bleibt als letzte Wahrscheinlichkeit aller menschlichen Berechnung nach nur noch folgende Annahme übrig:

Auf diesem Spaziergang konnte der König sich nicht mehr beherrschen, es brach der volle Wahnsinn bei ihm aus.

Dr. v. Gudden erkannte die Schwierigkeit der Situation, er wollte den König in das Schloß zurückführen. Dazu war es aber zu spät, der König lief ihm davon und auf den schmalen Steg, der in den See führt. Dr. V. Gudden lief ihm nach, wollte ihn zurückführen, kämpfte mit dem seiner Sinne nicht mehr Mächtigen und beide fielen von dem schmalen Steg ins Wasser und ertranken.

Das wird aller menschlichen Berechnung nach die Wahrheit über das tragische Ende des unglücklichen Königs sein. Dr. v. Gudden wurde ein Opfer seines schweren Berufes.

Der König aber hat keinen Selbstmord begangen, er hat auch nicht seinen Arzt, Dr. v. gudden, ins Wasser werfen wollen. Das Unglück war die Folge des plötzlich mit elementarer Wucht herein gebrochenen Wahnsinnes. Der König war nicht mehr Herr seiner Sinne und was in solchem Zustand geschieht, dafür hört jede Verantwortlichkeit auf

Hat man den König im Leben viel verkannt, so soll ihm doch noch endlich Gerechtigkeit widerfahren.

Es lebe das Andenken des Königs im besten Sinne weiter, er war an dem Unglück ohne Schuld. Möge sein Lebensziel, das Bayernvolk glücklich zu sehen, in einem wirtschaftlichen und idealen Aufschwung seine Erfüllung finden.

Das Hellsehen

volkstümlich und wissenschaftlich erklärt

Um das Hellsehen, Hellfühlen und Hellhören völlig zu verstehen, beachte man folgende, etwas tiefer greifende Erklärung:

Ähnlich wie der Fisch im Wasser, der Mensch und andere Lebewesen auf unserer Erde sich in Licht und Luft entwickelten, bildete sich die Erde und das ganze Weltall

aus einem Urstoff, 

den wir Weltäther nennen.

DgM 004 Ur - Äther 

Derselbe besteht nach Carl Huters Forschungen aus Kleinstteilchen, die eine kugelige Gestalt haben und die er Illionen nennt.

Jedes Illion birgt in sich das dreieinige Schöpfungsprinzip, die Welturkräfte: Kraft, Stoff und Empfinden. Daraus hat sich

alles in der Welt entwickelt.

Siehe Fig. 1, 2, 3, 4, 5 und 6.

Im Empfinden liegt die Impulskraft, diese gab den Anstoß zur Differenzierung und damit zu allem Werden in der Welt. (Alles was lebt, empfindet, und im Empfinden des Weltenäthers liegt daher schon die erste Keimkraft des Lebens.)

Etwas absolut Totes gibt es in der Welt überhaupt nicht, alles um uns her ist mehr oder weniger beseelt, er hat Empfinden und wenn dieses auch noch so minimal ist.

Im Empfinden liegt die Gedächniskraft der Materie und das Rückerinnerungs-vermögen. Wer die Peterskirche in Rom betritt, den überkommt ein Schauer der Ehrfurcht. Warum? Weil die Steine die starken Lebenseindrücke vergangener Jahrhunderte festgehalten haben, die sie mit ihrer Elementarstrahlung auf die Schwingung des Äthers übertragen. Letztere wiederum wirken auf die Empfindungssphäre des Menschen, der in ihren Bereich tritt, ein und lösen ein bestimmtes Empfinden aus. Anders ist das Gefühl beim Betreten eines Gerichtssaales, einer Oper, einer Kneipe , einer Privatwohnung usw. usw.

Die Stimmung liegt sozusagen in der Atmosphäre. –

In günstigen chemischen Verbindungen, wie z.B. dem lebenden Eiweiß, sammelt sich das Empfinden sehr stark, so daß sich ein individuelles Gebilde nach außen von der übrigen Masse abschließt, dann fängt es, von außen her gereizt, an, sich zu bewegen und wir sagen – das Ding lebt!

DgM 004 Helioda 

Das kleinste Lebensgebilde ist die Zelle, Siehe Fig.7 und 8.

Unser Körepr besteht aus vielen Billionen von Zellen. Im Empfinden der Zellen liegt

der Grund- und Hellsinn,

man nennt ihn auch den sechsten oder

besser gesagt – Wurzel- oder Ursinn.

DgM 004 Helioda Sm 

Diesen Grundsinn oder Ursinn haben schon die niedersten Lebewesen. Er treibt die Entwicklung vom Niederen zum Höheren und zu wunderbarer Organisation. Wo die Lebens-Empfindungsstrahlen oft ihren Weg nehmen, bilden sich zuerst feine Fibern, dann Nerven, später Nervenknoten, Ganglionen, das Rückenmark und schließlich das Gehirn. In den Nerven wirkt also eine Kraft, es ist die Lebenskraft, die ihre Wurzeln, ihren Boden in der Strahlung der Körperzellen hat.

Es bilden sich aber weiterhin aus dem Empfinden, dem eigentlichen Grundsinn, auch noch Organe, mit denen wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können.

Es sind die bekannten fünf Sinne.

Die meisten Menschen nehmen nur mit diesen fünf Sinnen die Dinge der Welt wahr, den Hell- oder Grundsinn gebrauchen und üben sie nicht. Er ist verkümmert. Es kommt höchstens mal ab und zu vor, daß sie etwas erleben, was sie sich nicht erklären können. Sie reden sich aber das Erlebte schnell wieder aus, nennen es Unsinn, Spuk, Einbildung, Schwindel, Zufall oder Aberglauben.

Sobald aber ein Mensch imstande ist, die fünf äußeren Sinne ähnlich wie im Schlaf negativ zu gestalten und möglichst auszuschalten, sich ganz in sein Inneres zu versenken oder auf ein bestimmtes Gefühl außerhalb der fünf Sinne zu konzentrieren, dann stößt er

auf den inneren Grund- oder Hellsinn.

Wenn es ihm dann gelingt, die Gefühlseindrücke einigermaßen verständlich mit dem Bewußtsein zu erfassen, dann kann er hellsehend oder hellfühlend von Dingen berichten, die ganz und gar außerhalb der Wahrnehmung durch die fünf äußeren Sinne liegen.

Mit dem inneren Grundsinn kann der Mensch die feinsten Schwingungen wahrnehmen, die im magischen Empfinden des Äthers liegen, ebenso die Strahlungen der Materie, – und dann vermag er oft, zurückliegende Ereignisse oder fernliegende und in seltenen Fällen auch kommende Dinge, wenn auch meist nur nebelhaft, zu erkennen und zu schildern.

Man vergegenwärtige sich folgendes: Ich schreibe z.B. diese Worte mit dem Bleistift auf Papier. Die Elementarstrahlung des Bleistiftes und des Papiers kommt mit dem lebendigen und starken Empfinden der Hand in Berührung. Das Empfinden dieser sonst leblosen Gegenstände wird ebenfalls spontan geweckt, sie nehmen die starken Lebenseindrücke auf, halten sie fest und strahlen sie wieder zurück.

Wenn nun das beschriebene Blatt nach kurzer oder längerer Zeit an einem anderen Ort in die Hände eines Menschen gelangt, der sensibel bis zum Hellfühlen ist, so überträgt sich mit der Elementarstrahlung der Materie, der Schriftzeichen, etwas von dem, was durch die starken Lebenseindrücke festgehalten wurde, auf die feinsten Nervenstrahlungen der Hände des Hellfühlers.

Konzentriert sich nun dieser Mensch stark auf ein solches Gefühl, so kann er im Moment den Eindruck der Person haben, welche die Worte auf das Papier geschrieben hat. Er kann die Person schildern, womöglich noch sogar besondere Ereignisse derselben wiedergeben usw. usw.

Der Uneingeweihte steht dann vor einem Rätsel, es ist ihm unerklärlich, die Polizei hat vielfach solche Dinge verboten und im Mittelalter wurden viele Hellfühler der Hexerei angeklagt, der Okkultist sagt, – es seien Geister im Spiel.

Durch diese Strahlungsvorgänge lassen sich eine große Zahl aller okkulten Phänomene und Begebenheiten, der bekannte sechste Sinn der Blinden, das sogenannte „zweite Gesicht“ u.a. naturwissenschaftlich erklären.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Big 

Bild 9 zeigt den Propheten Jesias, wie ihn Michel-Angelo plastisch dargestellt hat. Der Prophet lauscht auf die innere Stimme, die ihm etwas verkündet. Das Auge ist leicht geöffnet wie im Halbschlaf, es sieht und fühlt nach innen zu, nach der inneren Tiefe, aus welcher die Offenbarung quillt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo sm 

Der Mund ist nur leicht geschlossen, gleichsam wie nach innen aufnehmend. Die ganze Muskulatur des Gesichts spiegelt, daß alles Gefühl nach innen zu angespannt ist. Jedes Haar des Hauptes scheint ähnlich wie ein Füllhorn zu arbeiten, um die feinsten Ätherschwingungen zu leiten. Auch die Finger der linken Hand scheinen wie feine Fühlorgane aufzunehmen und nach innen zu weisen, wo die Offenbarung die Nerven in Tätigkeit setzt, daß sie die feinsten Eindrücke weiterleiten, dem Gehirn zu, allwo sie in das Bewußtsein übergehen.

Diese ganze meisterhafte Darstellung macht den Eindruck, als habe Michel-Angelo sich das Gehirn und sympathische Nervensystem dieses Propheten gleichsam wie eine aufnehmende Antenne gedacht, die von außen kommende geheimnisvolle Strahlen empfängt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Engel sm 

Diesen Vorgang symbolisiert auch der Engel, der hinter dem Propheten ihm etwas in das Ohr zu flüstern scheint. Das Tuch, welches weit abweht, soll wohl andeuten, daß die raunende Stimme – ähnlich wie die Radiowellen – aus geheimnisvoller Tiefe des Raumes kommt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo 

Wahrlich das Bildwerk ist erhabene Kunst. Dieser große Meister der Bildnerei hat gewußt, daß der Raum nach dem Innern, nach der Tiefe zu genau so unendlich ist wie in die unermeßliche Ferne, die der Astronom nach Millionen Lichtjahren zu messen sucht. Das Gehirn vermag z.B. auf einer jahrelangen Reise unendlich viel aufzunehmen und festzuhalten, ohne daß es auch nur im geringsten größer wird. Das Geistige ist Innerlichkeit, ist gleichsam der Empfindungsextrakt der Materie und reicht in seiner Feinheit bis in die Tiefe des Raumes.

Dort liegt das Geheimnis des Lebens – und, was nur angedeutet werden soll -, die wissenschaftliche Möglichkeit eines individuellen Weiterlebens nach dem Tode. Wer im Geiste sich die Forschungen der modernen Astrophysik, Atom- und Ätherlehre vergegenwärtigt – wird hier den Anknüpfungspunkt finden. Kein Instrument der Welt vermag an Feinheit der Aufnahme ein menschliches Gehirn zu ersetzen.

Daher sollten auch die Phänomene des Hellsehens und Hellfühlens in dem hier bezeichneten Sinne studiert werden. Die Zeit, da man sie mit einer Handbewegung abtun konnte, ist vorüber.

Aber auch bei diesen Studien geht es nicht ohne MENSCHENKENNTNIS, da man das Echte vom Unechten unterscheiden muß. Ich glaube daher, daß man in Zukunft die okkulten Phänomene im Zusammenhang mit dieser Formenausdruckslehre behandeln wird, um sie naturwissenschaftlich einwandfrei zu erklären und im rechten Sinne zu bewerten.

 

Wie man Ghandhi richtig versteht

Bild 1 zeigt den großen indischen Freiheitsführer Mahatma Gandhi, der kürzlich aus ideellen Gründen sechst Tage lang fastete – und damit auch bei der englischen Regierung einen großen politischen Erfolg erzwang. Das klingt für uns seltsam, entspricht aber ganz dem indischen Volkscharakter.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Die Inder gehören in der Mehrzahl zu den Empfindungs-Naturellen; auch Gandhi zählt zu diesem Typus.

Das sind also jene Menschen, die klein, fein, zart und schlank gebaut sind, bei denen das Ruh- und Ernährungsleben, sowie das Tat- und Bewegungsleben zurücksteht. Dafür herrscht aber das Empfindungs- und Ideenleben vor.

Das Nahrungsbedürfnis ist bei diesen Menschen schon an und für sich gering, es sind natürliche Vegetarier und Abstinenzler.

So darf man sich über die magere und abgezehrte Gestalt Gandhis nicht wundern, sie beruht zum Teil auf der Naturellanlage und braucht deswegen durchaus nicht krankhaft zu sein.

Allerdings sind bei Gandhi die Schläfen sehr stark eingefallen, das deutet auf Schwächung der allgemeinen Kraft, auf eine gewisse Lebensverneinung, und auch wohl auf viel Sorgen und Kummer, die er sich gemacht hat.

Auch sind die Wangen eingefallen, ebenso die Gewebspartien des Halses, die den Ernährungszustand zeigen. Das ist auch nicht zu verwundern, denn Gandhi lebt sozusagen von wenig Obst, Datteln und etwas Milch.

Die Askese und Entsagung liegt, wie gesagt, in der Natur des Inders begründet. Diese Menschen leben vorzugsweise dem Religiösen und Okkulten, sie vermeiden die Anwendung offener Gewalt, und so ist es zu verstehen, daß diese großen Völker sich von einer kleinen Anzahl Engländer, die im Tat- und Bewegungs-Naturell liegen, politisch beherrschen lassen.

Wenn man weiß, daß die Bewohner Indiens hauptsächlich Empfindungs-Naturelle sind, dann kann man auch die Sitten und Gebräuche, sowie den Volkscharakter leichter verstehen.

Empfindungs-Naturelle werden allerdings auch in ihren Ideen leicht extrem, sie neigen dahin, alles zu opfern, nur ihre Ideale nicht.

Insofern ist auch Gandhi zu bewundern, aber es steckt hier doch auch in vielen Dingen ein gut Teil Einseitigkeit, wenn nicht gar Fanatismus.

Gewiß will Gandhi durch den Aufzug, in dem das Bild ihn zeigt, bekunden, daß er von sich aus auf alle persönlichen Vorteile verzichten kann, daß er allein von seinen Ideen und Idealen geleitet ist.

Wir müssen demgegenüber aber bedenken, daß unser Körper es ist, der die Seele und den Geist geherbergt, von dessen Gesundheit und Wohlergehen nicht nur unsere Arbeitskraft, sondern auch das Wohl unserer Nachkommen und schließlich alles Glück und alle Freude abhängt.

Daher ist es richtig, daß wir unserem Körper wohltun, ihn gesund, lebensfreudig und arbeitsfähig erhalten, anstatt ihn zu kasteien und seine Lebensfähigkeit herabzusetzen.

Gandhi selbst soll ja nach den Gerüchten oft tagelag kaum ein Wort sprechen und seine Wolle spinnen. Seine Leistung ist also in der Tat gering, und ein Angestellter bei uns könnte damit wohl schwerlich den beruflichen Anforderungen Genüge leisten.

Allerdings soll der Mensch, wenn er etwas wirklich Großes vollbringen kann, unter Umständen selbst Leben und Gesundheit opfern.

Das hat Gandhi durch sein freiwilliges Fasten getan, – und ja auch tatsächlich viel erreicht, – insofern kann ihm wohl niemand die Bewunderung und Hochachtung versagen.

In dem abgezehrten Körper des Gandhi wohnt ein willensstarker Geist und auch ein edler Geist, das zeigt bei genauem Zusehen die Feinheit der Haut, der Stirn, der Augen, die Modellierung des Ohres usw., was allerdings bei diesem Bilde weniger zu sehen ist.

Jedoch muß auch hervorgehoben werden, daß der Mahatma durchaus keine harmonische Natur ist, denn die Ohren stehen fast quer ab, die Nase ist im unteren Teil plump, die Unterlippe schiebt sich unschön vor usw.

DgM 004 Ghandi Change 

Daraus erklären sich die Extreme und Disharmonien im Leben Gandhis. Bei aller Seelengröße und bei allem Heroismus ist auch diese Seite seines Wesens vorhanden. Wer sich die Mühe gibt, das Leben Gandhis zu verfolgen, wird Disharmonien finden, die sich hätten vermeiden lassen. –

Der Herr, der hinter Gandhi zu sehen ist, betrachtet ihn und dreht verlegen an seinem Schnurrbart. Er scheint zu denken: „Das ist nicht mein Fall“, – was ihm sicher jeder glauben wird, denn er gehört mehr zu dem genußfreudigen Ernährungstypus. Das stört Gandhi aber nicht im geringsten, er geht unbeirrt seinen Weg und lebt so, wie er es will. Er kaufte sich z.B. in London eine Milchziege, – diese Tiere liegen ebenfalls im Empfindungs-Naturell, – die er mit sich nach Indien nahm.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Der Herr rechts hinter Gandhi liegt im typischen Bewegungs-Naturell, wie es in England vorherrscht. Er hat das lange, harte, knochige Gesicht, die hagere Gestalt usw. und sieht wie etwas mitleidig auf Gandhi herab.

Auch die alten Portugiesen und Spanier, die zu erobern und zu herrschen verstanden, lagen vorzugsweise im Tat- und Bewegungs-Typus, – sie trieben Welt- und Kolonialpolitik.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Wenn wir im Vergleich zu Gandhi das Bildnis des Boxmeisters Schmeling betrachten mit seiner gewaltigen Körperkraft, so haben wir so ziemlich das ausgesprochene Gegenstück vor uns. Schmeling würde nie das erreichen können, was Gandhi ihm vorlebte, er würde wahrscheinlich bei entsprechenden Versuchen bald die Schwindsucht und Abzehrung bekommen. Gandhi als Empfindungs-Naturell könnte in einem Menschenleben durch noch so großes Training sich doch nie zu einem Boxmeister ähnlich wie Schmeling umformen.

Daher sollte auch, wie es dieses krasse Beispiel deutlich macht, in Schule und Erziehung jede Schematisierung vermieden werden. Die Menschenkenntnis soll Platz greifen, um allen Illusionen rechtzeitig vorzubeugen.

Alles in allem macht uns dieses Bild deutlich: Erstrebenswert ist und bleibt für uns die Harmonie des Lebens, alles Extreme und Einseitige soll nach Möglichkeit vermieden werden, wir gehen den goldenen Mittelweg und die beste Führerin ist uns die wahre und echte Schönheit in allen Lebensdingen.

Damit will aber nicht gesagt sein, daß Gandhi für seinen Spezialfall nicht das Richtige getan hat.

Das Empfindungs-Naturell, in diesem Falle das indische Volk, kann eine unliebsame Zwangsherrschaft, wenn es ihm nicht möglich ist, durch die Waffen des Geistes, durch Intelligenz und weise Maßnahmen den Gegener zur Einsicht zu bringen, wohl nur durch das Mittel des passiven Widerstandes abschütteln, das Gandhi bis zur letzten Konsequenz anwandte, und verlorene Freiheiten wiedergewinnen.

MAX SCHMELING

der deutsche Meister-Boxer

Max Schmeling liegt im athletischen Naturell. Hier kann man so recht die enorme Stoßkraft in den Armen beobachten, ebenso zeigt die Brust und der Hals gewaltige Kraft.

Interessant ist auch die Körperhaltung, sie ist ganz dazu angetan, auch den schwersten Stoß und Schlag auszuhalten.

Der Mund ist breit gekniffen, um jeden Schmerz sofort zu überwinden, von vornherein abzuwehren und sich dadurch sozusagen empfindungslos zu machen.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Das Gesicht ist vorgebeugt, um besser beobachten zu können. Das Auge liegt tief, ganz in den Höhlen versteckt, aus denen es scharf beobachtet, um möglichst jede Bewegung des Gegners noch zu erspähen, bevor sie ausgeführt wird.

Durch die stark hervorragende Unterstirn wird das Auge sehr geschützt, das ist ein großer Vorteil für Schmeling, denn es kann so im Boxkampf nicht leicht verletzt werden.

Die Hauptkraft und Spannung liegt im Kinn, Ober- und Unterkiefer.

Hier ist die Knochenmasse mächtiger wie die Gesamtmasse an Stirn und Oberhaupt einschließlich des Gehirns. Stirn und Oberhaupt sind gegenüber der gewaltigen Kraft des Untergesichts schwach entwickelt.

Der Unterkieferbogen zeigt die gewaltige Durchführungs- und die breite Unterlippe, ähnlich wie beim Herkules, Bild 2, die gewaltige Körperkraft.

DgM 004 Herkules 

In dem starken Zug von der Nase über die Wangen abwärts, wo bei Schmeling die Vertiefung ähnlich wie ein Grübchen liegt, zeigt sich der Zug der Kraft, den alle Herkulesse haben.

Was uns an SCHMELING angenehm berührt, das ist außer der Kraft noch eine gewisse Schönheit im Körperbau, in der Proportion, in der Nacken- und Halsform, auch das Ohr ist gut geformt, daher ist Schmeling bei aller Gefühlsausschaltung – (die Haut scheint wie verhärtet zu sein) -, die sein Beruf erfordert, trotzdem noch von Ritterlichkeit gegenüber dem Gegner beseelt.

Der Leser wird unwillkürlich fragen, wo ist noch ferner eine starke oder schwache Seite des Schmeling zu erkennen?

Wie der Leser gut erkennen kann, ist die Nasenform bei Schmeling breit, aber doch nicht in der Weise geformt, wie es die klassischen griechischen Darstellungen der Kraftmenschen zeigen, siehe die Nasenform des Herkules, Bild 2. Hier ist der Übergang zwischen Stirn und Nase umittelbarer, er bildet eine gerade Linie.

Bei solchen Menschen ist Sehen und Handeln eins, sie erfassen blitzschnell und handeln fast augenblicklich.

Bei Schmeling liegt diese Partie, der Stirnnasenübergang tiefer, sie ist mehr breit und flach. Er beobachtet daher z.B. einen Punkt, konzentriert sich auf denselben und erst dann bricht er wuchtig hervor.

DgM 004 Schmeling Boxer 

In der Verbindung von Auffassung und Handlung ist er trotz größter Ruhe und gesammelter Überlegung nicht so blitzartig schnell, wie es z.B. ein Boxer sein würde, der die griechische Nasenform hat, ähnlich wie der Hekrules, den unser Bild 2 zeigt.

Schmelings Kampfesweise ist darum die sicherste, wenn er zuerst sich mehr auf die Abwehr konzentriert und erst zum Angriff übergeht, wenn die Stoßkraft des Gegners bereits nachläßt. Wenn Schmeling also zunächst den Gegner austoben lassen kann, dann bleibt er um so eher Sieger.

Wenn aber der Gegner, der ihm an Kraft und technischer Gewandtheit gleich ist, die griechische Nasenform hat, also die stärker herausgeholte Nasenwurzel, wenn jener überdies die starke Seite Schmelings kennt und beachtet und im Boxkampf gleichmäßig mit ihm durchhält, dann würde er vermöge seiner schneller und richtiger ausgeführten Stöße, Schläge und Abwehr am Ende der Sieger bleiben.

Es wäre interessant, erstmalig auf Grund der Menschenkenntnis die Chancen des nächsten Boxkampfes für Schmeling und seinen Gegner zu berechnen.

DgM 004 Bücher Carl Huter sm 

Wer diese Zeitung liest, sollte auch die

grundlegenden

Bücher über Menschenkenntnis besitzen:

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

 Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

DgM 003. DER GUTE MENSCHENKENNER. (HELIODA1)

Der gute Menschenkenner 003 von 101

Deutschland Crash Red S

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007


Knights Templar Z

700th anniversary of the Knights Templar

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

Head 4

BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.


“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Oktober 1932 Nr.  3

Reichspräsident Hindenburg

Ein klares Charakterbild seiner Persönlichkeit. – Wichtige Moment im Leben v. Hindenburgs – u. ihr tiefer Sinn.Warum Herr v. Papen Reichskanzler wurde? – Hochinteress. Studien an 3 Gruppenbildern.

Prof. Piccard u.d. Problem d. Höhenstrahlen. Kontraste unter Menschen

 

I. Gedanken und Erinnerungen.

Ein Teil Geschichte, – unerhörten Erlebens des deutschen Volkes, – knüpft sich an den Namen Hindenburg. Man könnte, wenn man sich die Gestalt von Hindenburgs im Geiste vorstellt, fast glauben, die ganze Volksseele vergangener großer Zeit habe in ihm ihren lebendigen Niederschlag gefunden.

Es ist ferner seit dem Kriege ein gewisser Umschwung im Geistesleben des Volkes bemerkbar, – in Naturwissenschaft und Psychologie dämmert langsam ein neues Morgenrot.

Vor genau 18 Jahren fesselte uns zum ersten Mal das Bildnis von Hindenburgs, sodaß wir Gelegenheit nahmen, es nach neuen naturwissenschaftlichen Grundsätzen zu beurteilen.

Damals im September 1914, lag ein besonderer Anlaß vor, (es wird noch darauf Bezug genommen), und bei genauer Überlegung ist dies heute wieder der Fall.

Reichspräsident v. Hindenburg ist jetzt 85 Jahre alt, (auch Carl Huter, geb. am 9. Oktober 1861, gestorb. 1912, dessen Lehren ins Volk zu tragen, Aufgabe dieser Blätter ist, hat seinen 71. Geburtstag in diesem Monat).

Wenn auch die politischen Wogen noch hochgehen, so hat doch in gewissem Sinne unter Führung des Reichspräsidenten eine ruhige Zuversicht für die nächsten Jahre Platz gegriffen. Auch darauf kommen wir weiterhin noch zurück.

Wir fragen: Wie wird wohl einst der Mensch der Zukunft in 50, 100, 200 und noch mehr Jahren über Hindenburg und heutige deutsche Volk urteilen? Soviel ist gewiß, die Erkenntnis, daß der Geist in den Formen lebt, und daraus erkannt werden kann,“ wird dann bei der Beurteilung vergangener Geschehnisse eine Hauptrolle spielen.

II. Das heutige Bild des Reichspräsidenten.

Der Leser betrachte das oben rechts befindliche Bildnis. Man hat den Eindruck, wenn man die Person nicht kennen würde, zu sagen: „Dieser alte Herr hat viel erlebt und durchgemacht!“

Die Faltenbildung oberhalb beider Augen zeigt die momentane Aufmerksamkeit und das Auge hat den beobachtenden Blick. Der Mund hat den Ausdruck der Genügsamkeit, er spiegelt vergangene Erlebnisse und die noch schwere gegenwärtige Verantwortung.

Im mittleren Gesicht liegt im Gewebe viel eindrucksvolle Weichheit. Auch die Nasenform hat den weichen und doch wiederum sehr bestimmten Charakter.

Zu beiden Seiten der Nase quillt das Gewebe weich und stark hervor. Das ist ein gutes Zeichen: Hier kommt das Leben des Mittelhirns zum Ausdruck, die große Kraft und Ausdauer im Gefühlsnerven- und Empfindungsleben. In dem weichen und warmen Gewebe des Gesichts liegt ein gutes Wollen. Das weiche Gewebe und die weiche Formbildung des Ohres läßt auf Empfänglichkeit für Suggestionen schließen. Ist aber solche überwunden, handelt dann der Mensch unbeeinflußt aus eigener innerer Wahrheitserkenntnis, – dann kann dieses sehr gut und sehr richtig sein!

Man beachte auch den starken Muskelzug von den Nasenflügeln abwärts, – hier wirkt sich die Herz- und Lebenskraft aus. Diesen Zug kann man in ähnlicher Weise bei allen 90- und 100 jährigen beobachten.

Auge und Mund haben nicht den glücklichen, frohen, lebensheiteren Ausdruck. Das ist auch weiter nicht zu verwundern, denn das eindrucksvolle Gemütsleben, das sich in dem weichen Gewebe des mittleren Gesichts kennzeichnet, mußte ja durch die Zersplitterung, die in den letzten Jahren im deutschen Volke hervortrat, stark mitgenommen werden, insbesondere da der Sinn des Reichspräsidenten auf Einigkeit und glückliches Zusammenleben gerichtet ist.

 

III. Ein Profilbild des Reichspräsidenten.

Wer das Profilbild betrachtet und die dargestellte Person nicht kennt, muß doch den Eindruck haben, daß hier ein Charakterkopf in die Erscheinung tritt, der eine starke individuelle Eigenart, eine enorme Durchhaltekraft, Lebens- und Widerstandsenergie besitzt.

DgM 003 Hindenburg Profil

Das zeigt schon der starke Hals und Nacken, die noch vorhandene Festigkeit im Gewebe, das große Ohr, die starken Jochbeine, die wuchtige Unterstirn, die Fülle und Breite im Gesicht.

Obwohl der Herr Reichspräsident schon so alt ist, hat doch noch das Auge den scharfen, durchdringenden Blick, – und um Stirn, Nase und Mund liegt ein fester, entschlossener und fast trutziger Zug.

Der Herr Reichspräsident, der hier abgebildet ist, weiß was er will, – das ist das Urbild des Siegers von Tannenberg.

Man beachte nur die Faltenbildung der Stirn, die Plastik im Seitenhaupt, wie hier jedes einzelne Haar und auch das obere Ohr einen bestimmten Zug zum Hinterhaupt hat, dorthin wo die Schutzsinne liegen, der Heim- und Familiensinn.

Man könnte sagen, der Herr Reichspräsident denkt sich das deutsche Volk wie eine große Familie, – die er als solche schützen möchte vor Zersplitterung und Zerstörung. Daher macht auch das ganze Oberhaupt, wo die Triebe für die höchsten Ideale und Gefühle arbeiten, einen ehrwürdigen Eindruck.

Der  noch immer volle Haarwuchs zeigt die urwüchsige Kraft der Gedanken und auch, daß die inneren Organe ohne Belastung arbeiten.

Das Ohr ist groß und klar gebildet und deutet noch auf Mut und Tatkraft.

Die Stirn, welche das Denkleben zeigt, ist besonders im unteren Teil von wuchtiger Kraft (und im Oberhaupt liegt sanfte Rundung). Sie ist geschützt durch die starke, wie gemeißelte Nasenwurzel, welche die geistige Erfassung zeigt, und ruht auf dieser wie auf einer Säule.

In der ganzen Stirn und im plastischen Seitenhaupt liegt die Hoheit menschlichen Geistes, die Weisheit des Alters, – in dem Jochbein enorme Überwindungskraft, in der Nasenform herber entschlossener Wille.

So kann man es sich ganz gut denken, daß der Reichspräsident noch im hohen Alter die Kraft fand, seinen Willen in einer Weise und unvermittelt zum Ausdruck zu bringen, – die uns nochmals

den alten Sieger von Tannenberg

neu erstehen und erleben läßt. Vielleicht wird eine spätere Zeit diese jetzigen Ereignisse als von großer Zukunftsbedeutung verzeichnen.

Die seitlich hängende Wange steht mit dem hohen Alter in Beziehung und läßt noch die im starken Unterkiefer liegende unweigerliche Durchführungskraft erkennen.

Der starke Hals und Nacken, dem sich, wie wir wissen, ein ebensolcher Körperbau zugesellt, lehrt, daß das proportional mäßig große Gehirn leicht ernährt und durchblutet wird. So ist es zu verstehen, daß der Reichspräsident noch heute, – und besonders was es in früheren Jahren der Fall, sich nach Anstrengungen und Ermüdungen sehr leicht und schnell wieder erholte, daher sehr großen Anstrengungen gewachsen war.

DgM003 Hindenburg

Der Reichspräsident, wie ihn dieses Bild zeigt, hält innerlich treu am einmal erkannten Guten fest.

 

IV. Ein sehr lehrreiches Gruppenbild.

Als die zweite große Marneschlacht vorbei und das unglückliche Resultat im deutschen Volke noch nicht bekannt war, lag es wie eine Gewitterschwüle über unserem Land. Kurz darauf wurde zur Beruhigung der Gemüter aus dem Hauptquartier das obige Gruppenbild veröffentlicht.

Aber der Menschenkenner war damit nicht zu täuschen, für ihn war das Bild der lebendige Ausdruck einer schweren Katastrophe, die hereingebrochen sein mußte. Von dieser Wahrheit soll sich der Leser mit Hilfe der folgenden Erklärungen überzeugen.

DgM 003 Hindenburg Offiziere Gruppenbild 1918

Nr. 1. Der Offizier hat die sonst gewohnte soldatisch straffe Haltung aufgegeben und der Kopf ist ihm kummervoll auf die Brust gesunken. Es ist der Ausdruck eines Mannes, der verbergen möchte, was ihn innerlich tief bewegt. Darüber kann selbst die Zigarre in der rechten Hand, die ihn vielleicht beruhigen soll, nicht hinwegtäuschen.

Nr. 2. Der Offizier im Korbsessel ist wie unter einem schweren äußeren Druck förmlich in sich zusammengesunken. Die gesenkte Kopfhaltung und der Ausdruck des Gesichts zeigt tiefe innere Depression.

Nr. 3. Die Gestalt ist aufrecht und gerade. Der Blick des seitlich gewendeten Kopfes ist geradeaus gerichtet. Abgekehrt von den andern wie mit eigenen Gedanken beschäftigt, liegt im Ausdruck: Ich habe das ja kommen sehen.

Nr. 4. Ein Herr im Empfindungs-Naturell (kleine Gestalt, kleines Gesicht, großes Gehirn). Er denkt in sich hinein. Die Mundwinkel sind vor Enttäuschung zurückgezogen, er überlegt, was zu tun ist. Das Lächeln mißglückt. Es ist durchaus nicht süß, sondern hat die salzige, bittere und sauere Tönung, welche die Folge ebensolcher innerer Gefühle ist. Die erlebte Tragik, die verborgen werden soll, wird dadurch noch deutlicher.

Nr. 5. Dieser Offizier  sieht aus wie ein Riese nach einem Zweikampf, bei dem ihm fast der Atem vergangen ist. Die Gestalt beugt sich, als wolle sie schwere Last auf ihre Schultern nehmen. Auch hier ein unglücklicher Versuch zu lächeln.

Nr. 6. Der darunter (sitzend) sich befindende Offizier wendet sich unwillkürlich nach rechts, als müsse von dort in schwerer Not die Hilfe kommen. Der Ausdruck des Gesichts ist ratlos, verzweifelt, – aber doch zur äußersten Tat entschlossen und bereit.

Nr. 7. Das ist der Generalfeldmarschall. Er allein blickt den Beschauer an, als fasse er dennoch die Ereignisse fest ins Auge. Mund und Kinn zeigt stärkste Anspannung, aber ganz im Gegensatz dazu ist der Körper kraftlos und weich, wie unter einem schweren Schicksalsschlag zusammengesunken. – Es liegt nur ein weißes Tuch auf dem Tisch und Wassergläser stehen darauf, gleichwie als Vorbedeutung schwerer Zeiten.

Die ganze Gruppe macht den Eindruck, als habe schweres Unglück und das Schicksal sie alle gebeugt.

Das Bild sollte, wie gesagt, im Lande eine beruhigende Wirkung ausüben, aber wer etwas Kenntnis von dieser Formensprache besaß, der wußte, was die Glocke geschlagen hat. Diese einfachen Beobachtungen sind gerade wegen ihrer Wahrheit so ergreifend und künden, daß Gestalt und Ausdruck ein Spiegelbild der äußeren Ereignisse und inneren Erlebnisse sind.“ – Wenn solche und andere Bilder einer fernen Nachwelt erhalten bleiben, so wird man daraus die innern Zusammenhänge der Geschehnisse weitgehendst erklären

V. Eine zutreffende Beurteilung.

Es war im September 1914, als ich das Bild des damaligen Generalobersten v. Hindenburg im oberschlesischen Grenzland zum ersten Mal zu Gesicht bekam. Die Schlacht von Tannenberg war geschlagen und die Siegesnachrichten wurden allmählich in ihrem ganzen Umfang bekannt.

Von dem Bild Hindenburgs wurde sofort eine Beurteilung angefertigt. Diese brachte der „Oberschlesische Kurier“ als Leitartikel in seiner Sonntagsnummer vom 27. September 1914.

Die hervorragenden Gaben Hindenburgs als Feldherr und Mensch wurden phrenologisch und physiognomisch dargelegt. Die Ausführungen sollen hier nicht wiederholt werden, weil es nicht im Rahmen dieser Arbeit liegt.

DgM003 Hindenburg

Nur der Schluß der Beurteilung sei wörtlich wiedergegeben. Er lautete:

„Dieser Feldherr ist wohl befähigt, die Oberleitung über die gesamte verbündete Ostarmee zu übernehmen, zum Schrecken des Gegners und zum Ruhme des Vaterlandes.

Wir Deutsche können stolz sein auf einen solchen Feldherrn sein und auf unsere oberste Leitung, die es verstanden hat, gerade diesen Mann an den richtigen Platz zu stellen.

Fürwahr, das ist die höchste Kriegskunst!“

Von Hindenburg erhielt dann auch bald die Oberleitung über die gesamte Ostarmee.

 

VI. Wie das Volk Hindenburg sah.

Dieser Feldherr wurde nach der siegreichen Schlacht von Tannenberg bald im ganzen Volk bekannt und hochverehrt, – weitere Siege steigerten noch die Sympathie.

Jeder kannte das Bildnis Hindenburgs, die markanten Formen mit dem Namenszug darunter in seiner festen kernigen Handschrift genügten, um bei jung und alt Glauben und Vertrauen zu sichern.

Ganz instinktiv und gefühlsmäßig sah man z.B. in der gerade und hochansteigenden Stirn des Feldherrn das väterliche Wohlwollen, – in dem festen Blick den Willen zur Tat, – in dem breiten Untergesicht die gewaltige Durchführungs-Energie.

Man sah ferner in der großen, mächtigen Körpergestalt mit der enormen Brust- und Armkraft die beste Schutzkraft für alle materiellen und ideellen Güter. In seiner ruhigen Gelassenheit erschien er dem Volk als der Mann, auf den man sich felsenfest verlassen konnte.

Bald steigerte der Verehrungssinn des Volkes alle hervorragenden Gaben des Feldherrn, und auch die bildende Kunst idealisierte ihn. Er wurde der Heros der Nation, der unbesiegbare Recke, gewaltig an äußerer Gestalt und Kraft, an geistiger Überlegenheit und Kriegskunst.

Man glaubte schließlich unbewußt, Hindenburg könne Unmögliches vollbringen, aber

das kann kein Mensch.

Und doch hatte unser Volk ein Recht, den großen Feldherrn zu idealisieren, denn es brauchte einen festen Halt, – sozusagen einen Ruhepunkt in den sich jagenden und überstürzenden Ereignissen.

VII. Grenzen des Feldherrngenies.

Wir sahen in der damaligen Zeit in Hindenburg ganz den Typus, der zum Sieger über die Russen wie geschaffen war.

DgM 002 Napoleon III

Hindenburg sah ganz anders aus wie Napoleon I., der im Osten, als er gegen Rußland zog und sich die große Niederlage holte, trotz seines gewaltigen Feldherrngenies nicht mehr am rechten Platz stand; denn im brennenden Moskau und in der eisigen Kälte der Steppe mußte sein Genie versagen.

Etwas Ähnliches war bei Hindenburg nicht zu befürchten, er stand seiner Naturveranlagung nach

im Osten am rechten Platz.

Man stelle sich Hindenburg doch vor, seine mächtige breitschultrige Gestalt, das gewaltige Haupt mit den entschlossenen Zügen, den starken, durch den Backenbart verstärkten Schnurrbart, – der die Wucht der Persönlichkeit symbolisiert, die mächtige Arm- und Faustkraft, wie er fest mit beiden Füßen auf seiner Heimaterde steht und – ruhig abwartend der Gefahr ins Auge blickt; – das war ganz der Feldherr, wie geschaffen, glänzend mit den Russen fertig zu werden und unsere Kultur zu schützen.

Im Westen.

Als aber der Feldherr noch dazu das Oberkommando über alle Fronten erhielt, also auch über die Westfront, da schien uns dieses eine Zersplitterung seiner Aufgabe zu sein, ohne dabei seiner Größe als Feldherr irgendwie Abbruch tun zu wollen.

Franzosen und Engländer waren z.B. in ihrer Eigenart ganz andere Menschen wie die Russen, und diese allesamt zu besiegen, war von vornherein für einen Menschen eine unmögliche Aufgabe, die hätte von Anfang an lange vorbereitet sein müssen.

Die Franzosen waren leicht und beweglich, klug und geschmeidig, im Kriege mit Mitteln arbeitend, die man nicht übersehen und vorausberechnen konnte. Hier mußte neben dem Feldherrngenie auch noch ein geniales diplomatisches Geschick, eine große Menschenkenntnis, Voraussicht usw. mit Platz greifen. Die Engländer aber sind großzügig, schnell von Entschluß und Handlung, planmäßig und weit vorausberechnend, – und Unmögliches konnte, wie gesagt, ein Mensch gegen sie nicht vollbringen.


VIII. Der Reichspräsident handelt mit alter Entschlußkraft.

Zu dem ersten Bildnis wurde bereits gesagt, daß der Ausdruck im Gesicht nicht ganz der glückliche sei, folglich wird auch die Ursache in den Erlebnissen der letzten Jahre zu suchen sein.

Der Reichspräsident als alter Soldat und Feldherr kennt doch am Ende am besten die Macht, die ein großes Volk besitzt, das sich einig ist. Die Zersplitterung des Volkes in Parteien, die sich wie Feinde bekämpfen, mußte auf die Dauer

den Frieden seines Alters stören.

Da ist es kein Wunder, daß der hochbetagte Reichspräsident mit Hilfe der ihm verliehenen Rechte nach seiner besten Erkenntnis handelte und einen Mann zu seinem Kanzler berief, der mit ihm in Bezug auf den Willen zur Einigung des Volkes eines Sinnes war.

DgM 004 Von Papen

Der Reichskanzler v. Papen aber verkündet immer wieder als oberste Richtlinie für alle seine Maßnahmen:

„Wir sind alle Deutsche und bewohnen eine Heimaterde … Wir lassen uns von niemandem in der sozialen Gesinnung übertreffen.“

(Carl Huter fand, nebenbei gesagt, den besten sozialen Ausgleich darin, daß er 50% vom Reingewinn dem Unternehmertum und 50% der Beamten- und Arbeiterschaft zuerkannt wissen wollte, und er glaubte, daß es darüber hinaus einen besseren sozialen Ausgleich nicht mehr gäbe. Dadurch bleibe das Unternehmertum lebensfähig und der Beamten- und Arbeiterschaft werde die Arbeitsfreudigkeit erhalten).

Im Sinne dieses großen Einigungsgedankens ist es auch zu verstehen, daß der Reichspräsident, als von ihm kürzlich verlangt wurde, die Machtergreifung durch den Parteiführer Adolf Hitler zu dulden, die Rechte seines Amtes, die Rechte seines Amtes energisch wahrte und durch einen Schlag auf den Tisch diese Bestrebungen zurückwies.

Hindenburg muß im Grund als alter Soldat, – man wolle ihn recht verstehen, – das deutsche Volk in seiner Gesamtheit über einzelne Parteien stellen.

Man wolle daher die jüngsten Handlungen des Reichspräsidenten gerecht würdigen und zu verstehen versuchen, – die Zeit, die einst gerecht richtet, wird dieses Gebot sicher erfüllen.

IX. Warum der Reichspräsident sich Herrn v. Papen zum Kanzler wählte. –

Doch darum, weil der Reichspräsident in ihm die bestgeeignetete Persönlichkeit für dieses hohe Amt erblickte.

DgM 004 Von Papen

Er erkannte bei Herrn v. Papen z.B. das große internationale diplomatische Geschick, die Voraussicht, den feinen Takt, die Selbstbeherrschung und den großen Glauben an das Gute.

Die Konferenz von Lausanne stand damals unmittelbar bevor und in dieser ist

das System der Reparationen und der Young-Plan

gefallen.

Das war ein großes Ereignis, – mag man darüber denken wie man will. – die Tatsache selbst läßt sich nicht bestreiten und ist letzten Endes auf die Initiative des Reichspräsidenten zurückzuführen.

Das muß für den Reichspräsidenten eine große Genugtuung gewesen sein, auch gegenüber den Franzosen und Engländern, mit Hilfe des Reichskanzlers diesen Albdruck vom deutschen Volk zu nehmen, sodaß wieder ein etwas freieres Aufatmen möglich ist.

So greifen die Geschehnisse ineinander und alles, was sich seitdem ereignete, und vielfach vom Standpunkt der Parteien nicht mit Zustimmung aufgefaßt wurde, gipfelt in dem Streben Hindenburgs, vergangene Schäden so gut es möglich ist, wieder wettzumachen und die Bahn für einen neuen Aufstieg frei zu bekommen.

Möge mit Gottes Hilfe das Werk gelingen. Aber

ohne Menschenkenntnis,

das lehrt die Geschichte vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende, bleibt jede noch so gute Reform mehr oder weniger in ihren Anfängen stecken oder dem Zufall überlassen. Denn der disharmonische Mensch, dessen Einfluß stets Leid, Zersplitterung, Tragik und Elend nach sich zieht, macht sich, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und daran verhindert wird, tatkräftig und auf die geschickteste Weise mit beiden Ellenbogen Platz, drängt sich vor und rücksichtslos zur Macht, und – wenn er diese hat, dann erlebt man seine Wunder. Das alte Lied geht wieder von vorne an, gute Eigenschaften werden langsam aber sicher illusorisch gemacht und Eigennutz geht vor Gemeinwohl.

 

X. Zwei freundliche Bilder aus dem Leben des Reichspräsidenten.

Das Gruppenbild Nr. 2 zeigt den Reichspräsidenten beim Verlassen des Wahllokales, in welchem er zur Reichs- und Landtagswahl gewählt hat.

DgM 003 Hindenburg Gruppe Wahllokal

Wir wollen die Personen, die das Bild zufällig festgehalten hat, kurz skizzieren.

Nr. 1. Die Dame ist sehr überrascht und erfreut, den Reichspräsidenten zu sehen. Das Auge blickt gespannt von unten nach oben, um ja recht deutlich den Eindruck aufzunehmen.

Nr. 2. Der Herr steht ganz frei und freudig da, er hat den Hut in der Hand und das Gesicht offen und begeistert dem Reichspräsidenten gerade zugewandt, die Mundwinkel gehen freundlich hoch, das Auge zeigt Liebe und Sympathie, – ein freies Wollen liegt im Gesicht und der klaren Stirn.

Nr. 3. Dieser ältere einfache Mann tritt bescheiden zurück. Sein Leben war harte Arbeit. Im Gesicht und dem hohen Oberhaupt liegt Ergebenheit und Ehrfurcht vor dem Reichspräsidenten.

Nr. 4. Der Reichspräsident ist voller Wohlwollen in der Gesinnung, das liegt deutlich im Gesichtsausdruck, daher senkt sich auch das Haupt, – er grüßt, – und schreitet, als ob er noch jung an Jahren wäre, kraftvoll aus.

DgM 003 Hindenburg Gruppe Wahllokal

Nr. 5. Eine Dame mit bescheidenem und freundlichem Gesichtsausdruck. Es liegt viel Empfinden in diesem Gesicht und in der langen geraden Nase kommt Klugheit, Erfahrung und Selbstbeherrschung zum Ausdruck. (Man sollte die feinempfindende Frau vielmehr wie bisher im öffentlichen Leben mitwirken lassen.)

Nr. 6. Hier liegt Würde und hoher Stand im Ausdruck, daher ist auch die Haltung des Kopfes entgegengesetzt wie beim Reichspräsidenten, sodaß die Energie in die Achse vom Kinn zum Hinterhaupt verlegt ist.

Nr. 7. Hier erkennt man ein sehr schönes, fast klassisches Profil. Es ist das ideal betonte Bewegungs-Naturell. Das Gesicht ist ernst und zeigt viel Geneigtheit, als stimme die Person dem Reichspräsidenten in Gedanken wohlwollend zu.

Nr. 8. Das Gesicht und die Haltung ist wundervoll charakteristisch. Eine große momentane Gutheit und Herzlichkeit liegt im Gesicht. Er grüßt militärisch und um den Mund liegt der süße Ausdruck, wie man ihn bei guten und warmen, freundlich zugeneigten inneren Gedanken und Gefühlen findet.

Nr. 9. Der Herr schaut anders wohin. Er hat die Hand in der Tasche, den Hut auf und den Mund reserviert geschlossen. Er ist in Gedanken mit sich selbst und seinen persönlichen Vorhaben beschäftigt.

So zeigt uns diese ungezwungene Gruppe in lebendiger Sprache der Formen, des Ausdrucks und der Bewegungen einen freundlichen, friedlichen und schönen Moment im Leben des Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident mit seinen Enkelkindern Hubertus, Gertrud und Helga.

Man sagt, das Alter wird erst glücklich, wenn Kinder den Sonnenschein hinein bringen.

Das trifft auch hier zu. Denn die Sonne des Glücks und der Freude liegt über dem ganzen Gesicht des Reichspräsidenten. Was wäre sein Alter ohne diese Kinder? Nun versteht man auch den weichen Ausdruck im mittleren Gesicht Hindenburgs, – wo das ganze innere Gefühls- und Mittelhirnleben sich spiegelt, worauf eingangs aufmerksam gemacht wurde. Alles Unfrohe ist aus seinem Gesicht gewichen, der Mund ist freundlich und das Auge glücklich beobachtend. (Möchte das deutsche Volk sich mehr seiner Kinder annehmen, denn viele müssen heute sehr leiden – und doch liegt in ihnen unser ganzes Glück und unsere Zukunft.)

Die Dame ganz links der Gruppe hat an der Stirn die Aufmerksamkeitsfalten. Sie hat etwas beobachtet, zeigt mit dem Finger in dieser Richtung, macht darauf aufmerksam und ist besorgt fragend, kritisch.

Der kleine Hubertus aber an ihrer Hand ist sehr gespannt und will das Neue, das da ist, sehen. Er hat ein liebes weiches Kindergesicht, ein hohes volles Oberhaupt und ein gut geformtes Ohr, das auf innere Seelenharmonie deutet.

Das dahinter stehende Mädchen hat den langen Scheitel und ein starkes hinteres Oberhaupt, sie ist schon selbstbewußt, – hat Kraft und Geschick in Füßen und Beinen. Der Ohrrand zeigt, daß sie stark aus sich herausgehen kann und daher ist viel Liebe und auch Strenge zu ihrer Erziehung nötig.

Das liebe Mädchen im Vordergrund ist im Unklaren über das, was es sieht. Sie hat ein weiches Gemüt, den Ausdruck des sehr glücklichen Kindes und ein tiefes Gemütsleben.

Es ist eine sehr schöne lebendige Gruppe, die aber erst deutlich förmlich zu sprechen anfängt, wenn man den Geist der Formen psycho-physiognomisch erfaßt.

Möge dem Reichspräsidenten das Kinderglück immer neue Kraft zu seiner schweren Aufgabe verleihen – wir aber haben ihn auf Grund der Formensprache der Natur, wenn auch nur kurz, so doch gerecht nach unserem besten Wissen gewürdigt.

Ein Beitrag zu dem aktuellen Problem der „Höhenstrahlen“.

Der kürzlich ausgeführte zweite Stratosphärenflug Prof. Piccards soll weitere Ereignisse zeitigen über die von der jüngsten Wissenschaft entdeckten  sogenannten „Höhenstrahlen“, die aus unbekannten Fernen des Weltalls auf unsere Erde gelangen.

Diese Höhenstrahlen sind als äußerst kurzwellige Strahlen mit so starker Durchdringungskraft nachgewiesen, daß selbst Bleiplatten von 180 cm Dicke ihnen kein Hindernis bieten. Sie sollen, wenn es gelingt, sie in der ursprünglichen, in großen Höhen festgestellten Kurzwelligkeit aufzufangen, organisches Leben augenblicklich zerstören.

Die Kleinstteile unserer Atmosphäre bieten diesen Strahlen Hindernisse, sodaß ihre schädliche Wirkung, bis sie auf die Erde kommen, stark abgeschwächt, ja beseitigt ist. Die Gelehrten sind heute der Ansicht, daß unsere Lufthülle uns diesen Schutz vermittelt.

DGM 003 Magnetstab

Abbild 1 Magnetstab mit Kraftlinien

Allen Physikern ist bekannt, daß ein Mangel, ob Stab- oder Hufeisenmagnet, (siehe Abbild 1) sich mit magnetischen Kraftlinien umgibt, die am Nordpol ausströmen und am Südpol aufgesaugt werden.

Unsere Erde müssen wir, nach allen bekannten Tatsachen, als einen Magneten riesiger Dimensionen ansehen. Selbstverständlich umgibt auch dieser unser Erdmagnet sich mit magnetischen Kraftspannungslinien, die am Nordpol ausstrahlen, die Erde umkreisen, um am Südpol wieder aufgesaugt zu werden. (Siehe Abbild 2. Die beiden Zeichnungen sind dem Hauptwerk entnommen.)

DGM 003 KRO

Abbild 2 (Aus Carl Huters Kraftrichtungs- und Entwicklungsordnung)

Der 1912 verstorbene Natur- und Lebensforscher Carl Huter maß diesen die Erde umgebenden magnetischen Kraftspannungslinien die größte Bedeutung zu. Er lehrte, daß erst in ihrem Schutze auf unserer Mutter Erde sich organisches Leben entfalten könne.

1. Halten diese sehr starken Kraftspannungslinien, die von den Weltkörpern wie von jeder Materie ausstrahlenden harten, teils lebensfeindlichen Elementarstrahlen ab, lenken sie ab, schwächen diese, sodaß sie nicht unmittelbar auf die Erdoberfläche gelangen können.

2. Halten diese magnetischen Kraftspannungslinien die Luftschicht der Erde zusammen, sodaß diese uns nicht ins Weltall entfliehen oder von andern Himmelskörpern durch deren stärkere magnetische Anziehung abgesaugt werden kann.

3. Diese magnetischen Kraftspannungslinien geben uns also Schutz und sind für uns von ungeheurer Bedeutung. Sie hindern uns aber wahrscheinlich auch, über eine gewisse Entfernung von der Erdoberfläche hinaus ins Weltall vorzu dringen.

In dem magnetischen Feld, das den Magneten „Erde“ umgibt, ist unsere Atmosphäre, die Luft, unser Lebensodem, eingeschlossen. Nicht nur unsere Erde hat diesen Dunstkreis, sondern, da jeder materielle Körper einen gewissen Magnetismus (Molekularmagnetismus) besitzt, hat auch jeder ein magnetisches Feld, in welchem sein Dunstkreis, sein Fluidum, eingeschlossen ist. Hier berühren sich die vielfach als Mystizismus angesehenen Lehren über das von sensitiven Personen wahrnehmbare Od der Körper und die realsten Tatsachen, welche die neue Astrophysik bestätigt.

Bei Erforschung der sogenannten „Höhenstrahlen“ wäre es aber wichtig festzustellen, ob man es tatsächlich mit Strahlen zu tun hat, die von fernen Weltkörpern zu uns gelangen, oder ob man dabei etwa erst auf die bisher gänzlich unbeachteten, für uns so bedeutungsvollen magnetischen Kraftspannungslinien der Erde gestoßen ist.

Daß mit diesen magnetischen Kraftlinien feinste Stoffteile aus dem Erdinnern, Elektronen oder Protonen, Huter lehrte noch Isionen, ausstrahlen, ist als selbstverständlich anzunehmen, und auch weitere interessante Folgerungen über das Werden und Wandeln der Stoffe und Kräfte und die freie, bewundernswerte Ordnung im All ergeben sich aus uns zugänglichen Beobachtungen.

Der berühmte Stratosphären-Forscher Prof. Piccard.

Bild 1 zeigt Prof. Piccard und Ing. Kipfer in einer Ballon-Werkstatt. Hier ist Prof. Piccard ganz in seinem Element, und er sieht recht zuversichtlich und zufrieden aus. Mit der linken Hand sichert er die Tasche, in der sich jedenfalls die Papiere mit den wichtigen Berechnungen befinden.

DGM 003 Piccard Gruppe

Prof. Piccard fällt durch den Hochwuchs seiner Gestalt auf, – es ist das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell. – die Arme und Beine sind lang, kein dicker Leibumfang beschwert ihn, im Gegenteil, er ist schlank und leicht gebaut. Man könnte denken, wie zum Fliegen geschaffen, auch kann er leicht in das kleine Loch der Gondel hineinschlüpfen.

Allerdings bringt die große Gestalt auch Nachteile, er stößt leichter in der Gondel an, dagegen hat er sich aber in der Gestalt eines gepolsterten Korbes, der auf den Kopf gestülpt wird, eine sinnreiche Vorrichtung geschaffen. Er litt auch in der großen Höhe sehr unter der Kälte von 20 Grad unter Null. Besonders die Füße froren stark. Das ist auch kein Wunder, denn bei einer so großen schlanken Gestalt ist der Blutumlauf in den äußersten Gliedmaßen leicht behindert und diese Teile der Abkühlung übermäßig ausgesetzt.

Erst in der Bewegung, die Prof. Piccard ebenso nötig hat wie seine Studierfähigkeit, – die Anlage zu letzterer erkennt man an dem sehr hohen, großen und breiten Schädelbau, – gleicht sich dann der Blutumlauf schnell wieder wohltätig aus.

Vielleicht hat Prof. Piccard überhaupt wohl entsprechend seiner Anlage, für seine langen schlanken Glieder zu wenig Bewegungstätigkeit gehabt, denn der Mundausdruck ist gar nicht so freundlich zu nennen.

Sehr auffallend ist bei dem Gelehrten das, wie gesagt, große Gehirn mit dem durchgeistigten schmalen Gesicht. Man könnte die Kopfform, oben breit und unten schmal, tatsächlich mit der Form eines Ballons vergleichen.

Der untere Seitenkopf, wo die Sorge für das Wohl und den materiellen Besitzstand der eigenen Person liegt, ist im Verhältnis zu der Höhe des Kopfes schwach. – das findet man oft bei Gelehrten.

Aber der  Ideenreichtum und das hohe Idealstreben, das Opfern für Ideale, das ist außerordentlich stark, das lehrt das hohe und breite Oberhaupt.

Bei beiden Personen, Prof. Piccard und Ing. Kipfer ist das Oberhaupt hoch und dort sehr breit, wo der Begeisterungs- und Fortschrittssinn liegt, (siehe den kleinen Pfeilstrich bei Ing. Kipfer) und im unteren Teil, wo der Selbstschutz liegt, schwach.

Bei beiden ist auch der Unterkieferbogen lang, ein Zeichen der starken Aus- und Durchführungskraft.

Bei Prof. Piccard liegt Feinheit in der dünnen, nervenreichen und doch gespannten Haut, dem breiten Hirnbau mit dem weichen, vollgelockten, dünnen Haar.

Die mageren Wangen erklären sich durch die Naturellanlage, dann aber auch dadurch, daß das große Gehirn – der Geist, der Ideenreichtum – die Reservekräfte des Körpers stark in Anspruch nimmt.

Das Gruppenbild 2 zeigt Prof. Piccard in Paris ankommend, nachdem ihm auch der zweite Höhenflug geglückt war.

DGM 003 Piccard Gruppe

Die Situation, in der er sich hier befindet, behagt ihm durchaus nicht, er macht eine ganz sauersüße Miene, in die sich noch ein bitterböser Ausdruck mischt. Man kann das auch verstehen, er, der ernste Gelehrte, umgeben von so vielen neugierigen Menschen und photographischen Apparaten, soll jetzt in das Mikrophon hineinsprechen. – wo er an ganz andere Dinge denken will, die weit ab liegen, in der Stratosphäre, allwo auch die obersten Haarenden hinzuweben scheinen.

Für dieses momentane Unbehagen des Gelehrten hat aber wohl die jugendliche Dame rechts von ihm nicht das Verständnis, denn sie lacht mit dem ganzen Gesicht und hell heraus.

Man sehe sich doch den Gegensatz dieser beiden Gesichter an, bei Prof. Piccard lieg sozusagen die ernste Wissenschaft, und bei der Dame tritt so recht die frohe Lebenswirklichkeit der weiblichen Psyche hervor und der wissenschaftliche Ernst der Situation ist Nebensache.

Interessant ist auch der Herr, der hinter beiden Personen steht, er hat das wohlgenährte volle Gesicht, und die angenehmen leiblichen Gefühle zeigt der zu etwas zwar sarkastischem Lachen verzogene Mund.

Bei diesem Herrn sind die Anlagen gerade umgekehrt wie bei Prof. Piccard. Letzterer hat im Gesicht oberhalb der Augen die größte Formmasse liegen und jener Herr unterhalb der Augen, es ist das lebenspraktische, geschäftstüchtige Ernährungs- und Bewegungs-Naturell.

Bei seinen wissenschaftlichen Forschungen wendet sich Prof. Piccard ab von der praktischen Lebenswirklichkeit, darauf deutet der hochstrebende Gerhirnbau; seine Gedanken sind anderswo, dort, wo sie gerne verweilen. Daher gibt er auch auf das Äußere seiner Erscheinung wenig, die Brille ist wie die Gesichtsmimik ganz verschoben, der Rockkragen ist noch halb hochgeschlagen – kurz, es zeigt sich hier bei Piccard die bekannte Tatsache, daß der Gelehrte, tief in Gedanken, mit seinen Problemen beschäftigt, leicht die Umwelt und sich selbst zu wenig beachtet.

Prof. Piccard soll wahrscheinlich vor dem Mikrophon über seinen Höhenflug berichten. Er muß sich von der Außenwelt stark abkonzentrieren, um in seinen Gedankengängen nicht gestört zu werden. Daher schließt er die Augen, und das Konzentrationszentrum am Stirnnasenübergang zeigt deutlich die starke Anspannung.

Die übrigen Personen der Gruppe suche der Leser selbst zu beurteilen, es ließe sich noch Interessantes sagen.

Soviel vermag aber sicher der natürliche Beobachter zu erkennen: Prof. Piccard befindet sich hier in einer Situation, die nicht sein eigentliches Element ist und die ihn weniger geneigt macht.

Kontraste Menschlicher Naturen.

 

I. Irrwahn und Verbrechen. Der Fall Gorguloff.

Bild 1 ist eine Aufnahme des Mörders Gorguloff, kurz nachdem er den Präsidenten der französischen Republik erschossen hatte.

DGM 003 Mörder Gorguloff

Die dunklen Flecken im Gesicht rühren von Verletzungen her, die ihm nach seiner irrsinnigen Tat von aufgebrachten Anwesenden zugefügt worden waren.

Schon in der Juni-Nummer des „Sehers“, haben wir sofort nach dem Erscheinen des obigen Bildes darauf hingewiesen, daß der Attentäter die Merkmale des Wahnsinnes und der Verbrecheranlage deutlich im Gesichte trägt.

Der Mörder wurde aber seitens der französischen Behörden nicht für geisteskrank gehalten, sondern angeklagt und als voll verantwortlich zum Tode verurteilt.

Später berichteten die Blätter, daß bei ihm der volle religiöse Wahnsinn ausgebrochen ist. Er predigte den Gefängniswärtern, den Spinnen an der Wand und den Vögeln vor dem Gitterfenster, daß er der „neue Heiland“ sei.

(Er ist inzwischen hingerichtet, und die Umstände, die sich dabei abspielten, scheinen zu bestätigen, daß es sich um einen Irren handelte.)

Es ist nun zweifellos wichtig, die Merkmale an dem Bild zu zeigen, aus denen seinerzeit auf den Wahnsinn des Attentäters geschlossen wurde.

DGM 003 Mörder Gorguloff

1. Normalerweise müßte der Mörder infolge der erheblichen Verletzungen Schmerz empfinden und diesen im Ausdruck kundgeben. Das ist aber nicht der Fall, sondern um den schief liegenden Mund spielt ein irres, kaltes und grausames Lachen, das eine innere Befriedigung und ein gehobenes Gefühl widerspiegelt.

2. Die Kopfhaltung geht nach oben, himmelwärts, als erwarte er von dort Lob und Lohn für seine Tat.

3. Entsprechend ist auch der Augapfel nach oben gerichtet. Dieses ist der verzückte, irre Blick, der auf wahnsinnige Ideen schließen läßt.

4. Die Stirn macht einen kalten und kranken Eindruck, der durch das wirr liegende Haar verstärkt wird. Diese Merkmale zusammen betrachtet geben sicheren Aufschluß darüber, daß das Gehirn erkrankt ist.

DGM 003 Opfer Paul Doumer

Der Präsident Doumer war ein durchaus guter und harmonischer Mensch. Es lag absolut nichts gegen ihn vor, was eine normale Person hätte auf den Gedanken bringen können, durch den Tod dieses Präsidenten die Welt irgendwie vor einem Übel zu erlösen.

Das Unlogische seiner Tat kommt dem Mörder Gorguloff ebensowenig zum Bewußtein wie der Schmerz der ihm zugefügten Verletzungen. Er schwebt in irrer Verzückung, daher der in sich konzentrierte, furchtbare Gesichtsausdruck, die Freude des Irren, der gegenüber den Tatsachen der Umwelt blind ist, für den nur seine irre Ideenwelt existiert.

Ein solcher Mensch gehört in eine Irrenanstalt, man muß sich wundern, daß man ihn ernst nahm und aburteilte!

Es fehlt ebenan allen Ecken und Enden in unserm privaten und öffentlichen Leben an Menschenkenntnis.

Außer diesen untrüglichen Zeichen des Irrsinns zeigt aber das Gesicht des Gorguloff auch noch schwere Verbrechermerkmale, die nach der Psycho-Physiognomik genügen, um einem solchen Menschen von vornherein nicht die volle Freiheit zu lassen.

1. Man betrachte die harte, brutale Spannung in dem schwer-breiten  Unterkiefer, den schiefen Mund mit den schiefen Zähnen und dem großen Oberkiefer, die Gesichtssymmetrie und die breiten Hochbeine, um zu erkennen, daß hier eine schwere angeborene Disharmonie vorherrscht.

Gorguloff, ein russischer Arzt, soll schon im Weltkrieg russische Soldaten grausam geqüält haben.

2. Die Gesichts- und Kopfumrahmung ist fast viereckig. Gerade französische Kriminal-Forscher haben festgestellt, daß die meisten Mörder diese Eigentümlichkeit aufweisen.

Die Breite des Kopfes in der Achse von Ohr zu Ohr ist abnorm. Wer diese Lehre kennt, weiß, daß auf Grund der Kraftrichtungsordnung in den Breitenformen des Kopfes vornehmlich die elektrische Energie wirkt, die den Charakter der Verneinung und Zerstörung trägt.

3. Außerdem sind die tiefsitzenden Ohren von schwerem, hartem Formcharakter und infolge der starken elektrischen Energie im Mittelhirn quer vom Kopfe abstehend. Der Kopf selbst sitzt auf dem Hals ähnlich so steif wie ein Hammer auf dem Stiel.

Diese Hinweise mögen genügen, um dem Leser zu zeigen, daß wir es hier mit einem irren, schwer verbrecherisch veranlagten Menschen zu tun haben.

Man wundert sich nur, daß dieser Gorguloff zu der Veranstaltung der Schriftsteller, die der Präsident besuchte, eine Einlaßkarte erhielt. Man hatte sich auch hier, wie so oft, wohl durch den Dr.-Titel und ein elegantes Auftreten täuschen lassen.

Solange keine Menschenkenntnis herrscht und schwere Verbrechernaturen, halbirre und irre Menschen nicht früh genug erkannt werden und volle Freiheit genießen, darf man sich über solche Geschehnisse nicht wundern. Schwere Verbrechernaturen sollen frühzeitig erkannt werden, kein Wahlrecht haben, und sie sollten zu ihrem eigenen und der Mitmenschen Wohl in Gewahrsam genommen werden. Das allein sollte uns schon der Fall Gorguloff lehren.

II. Eine religiöse Frau mit hochgerichtetem Blick.

Noch mit der Abfassung dieser Arbeit beschäftigt, erreicht uns ein Brief von Frau Frieda H. aus Leipzig.

Dem Brief lag das hier wiedergegebene Bildnis bei.

Frau H. hatte ein Buch Huters gelesen, „Die innere Erschließung einer höheren geistigen Welt auf Grund eigener Erlebnisse.“

Anmerkung Timm: Diesbezüglich vollständige digitale Wiedergabe: http://www.chza.de.

In diesem Buch sind ausschließlich okkulte Erlebnisse Huters wiedergegeben, die man in der Hauptsache weniger mit dem objektiven Verstand als vielmehr mit dem innern Gefühl, ihrem wahren Wesen nach erfassen kann. (Gefühl und Verstand weisen auf zwei grundverschiedene Wege in der Wahrheitsforschung, beide haben ihre Berechtigung.)

Frau H. schreibt nun folgendes: „Ich habe das Buch mit Ehrfurcht durchgelesen und wieder durchgelesen und werde es immer wieder durchlesen. Es ist eine Heiligkeit in dem Buche, daß man nur den einen Wunsch hat, sich zu veredeln.

Es ist nun hochinteressant zu fragen, wie kommt Frau H. zu diesem ihrem Urteil und Vorsatz?

Die Antwort ist folgende: (Man betrachte das Bildnis.) Die obere Stirn der Frau H. ist wie der Kopfbau in seinem oberen Teil mächtig ausgewölbt, hoch, breit und plastisch.

DGM 003 Bild Talent für Okkult

Wenn man nun weiß, daß hier im Oberhaupt und in der Oberstirn die Organe für das ethische und religiöse Innenleben liegen, für das tiefste innerste Gefühlsleben, so liegt es auf der Hand, da ja auf Grund der Formen Frau H. in diesen Dingen ein Talent zu nennen ist, daß sie den okkulten Inhalt der Schrift außerordentlich lebhaft und wahr erfaßte und daraus das Streben ableitete, sich zu veredeln.

Wenn ein Mensch für irgendein Gebiet eine sehr gute Veranlagung hat, wie z.B. Frau H. für das Religiöse, Ethische und Okkulte, so braucht es nur eines Anstoßes um das Interesse wachzurufen, auch wenn die Sache ganz neu ist und schwer zu verstehen. Das Talent hilft sich dann von selbst weiter, muß aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

An dem Bilde der Frau H. ist nun weiterhin zu beachten, daß sie ein weiches, eindrucksvolles Gewebe hat, sowie eine weiche anliegende Ohrform. Diese Weichheit macht sie ebenfalls für alle Gefühlseindrücke sehr empfänglich.

Was sie schrieb, ist daher ihre tiefste innerste Überzeugung, für die sie in dem Brief eintritt. So ist zu verstehen, wie die Handlungen des Menschen aus seiner Veranlagung entspringen und den Einflüssen der Umwelt (das Buch hat hier stärkste Wirkung ausgelöst) mit unterliegen.

Was uns aber noch ganz besonders an dieser Frau interessiert, (da wir durch das Bild Gorguloffs zu dem Vergleich angeregt wurden) das ist der hochstehende Augapfel und der in die Ferne gerichtete Blick.

Zu dieser Augenstellung und Blickrichtung ist ja eigentlich während des Photographierens gar kein Anlaß vorhanden. Wie ist nun diese Besonderheit zu verstehen?

DGM 003 Bild Talent für Okkult

Die Antwort ist folgende: Nach dem Teil des Gehirns, wo das Blut mit Hochdruck pulsiert, wo die Gedankenbilder entstehen, die den Menschen momentan beschäftigen, richtet sich das Auge. Es besteht ein vollendeter Gleichlauf zwischen Gehirntätigkeit und Augenausdruck. (Daher gibt es eine Augensprache und ein Gedankenlesen auf wissenschaftlicher Grundlage.)

Das Gehirn arbeitet bei Frau H. im obersten Teil mit solcher Kraft, daß sich selbst in einem Augenblick der Ruhe, wie ihn die Vorbereitung auf das Photographieren ergibt, das Auge nach dorthin einstellt.

Der Vergleich dieser beiden Bilder zeigt uns, daß bei

dem Mörder Gorguloff. –

Der ja ebenfalls das hochgerichtete Auge hat, und zwar in einem ganz kritischen Moment, der absolut keinen Anlaß dazu gibt, – die Wahnidee Fuß gefaßt hat, was ja auch an dem zum Auge in Kontrast stehenden Ausdruck des Mundes kontrolliert werden kann.

DGM 003 Mörder GorguloffDGM 003 Bild Talent für Okkult

Bei Frau H. aber zeigen die Züge des Gesichts, zeigt der Ausdruck des Mundes dieselbe ernste, ruhige Innerlichkeit und Zuversicht wie das Auge. Daher ist dieser zwanglose Ausdruck der natürliche, echte und gesunde; bei dem Gorguloff aber ist er ein Merkmal der Wahnidee, verbrecherischen Anlage und Gehirnbelastung.

Lebensstudie.

Vervollkommnung durch geistige Erkenntnis.

Der Leser betrachte die vier Bilder der Herrn Karl B. aus Hamburg, der vor längerer Zeit darum gebeten, gerade jetzt dieselben einsandte.

Bild 1 stellt ihn während seiner militärischen Dienstjahre dar, etwa um das Jahr 1910. Man kann wirklich nicht sagen, daß es einen glücklichen, oder sonst irgendwie idealen Eindruck des Menschen macht, der geistig auf einem höheren Niveau steht.

DGM 003 Huterfreund Jung

Im Gegenteil, es ist alltäglich real und im Gesicht liegt der Ausdruck eines herben Pessimisten.

Die Lippen sind gepreßt und die Mundwinkel hart nach unten gezogen, als wolle der junge Mann sagen: „Obwohl es mir schwer fällt, ich muß hart sein und darf kein Gefühl haben“.

Der allem Wind und Wetter ausgesetzte Hals ist infolge harter körperlicher Überanstrengung nach beiden Seiten hin ziemlich stark überformt. Die Tätigkeit, die er ausübt, entspricht nicht seiner Empfindungsanlage. Die Nase ist hart nach unten gebogen, jede Verfeinerung und alles Ideale und edel Männliche ist unterdrückt.

Auch mit Bild 2, das denselben Herrn etwa 12 Jahre später zeigt, ist nicht viel gewonnen. Er sieht ziemlich alltäglich aus, er ist zwar älter geworden und manches hat sich geändert, aber geistig an Leib und Seele höher gekommen ist er nicht.

DgM 003 Huterfreund Bild 2

Er ist unzufrieden, mißtrauisch, verbittert, geistig negativ, geht in den kleinlichsten Dingen des Alltags auf, obwohl er sich das Leben noch anders gedacht hatte. Man beachte den lebensunfrohen und unfreundlichen Ausdruck an Augen, Nase und Mund.

Allmählich setzt kurz nach der Aufnahme dieser Bilder

eine starke Veränderung

An Leib, Seele und Geist ein, denn Herr B. lernt diese Psycho-Physiognomik Carl Huters kennen. Er beschäftigt sich eifrig damit, kommt der Wahrheit immer mehr auf den Grund, er wird froh und zufrieden, die glücklichste Veränderung geht innerlich und äußerlich mit ihm vor.

Das erkennt der Leser an den Bildern 3 und 4. Diese sind erst kürzlich aufgenommen. Also wiederum etwa 10 Jahre später.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Man erkennt ihn kaum wieder. Ein großes Ideal und eine tiefe Wahrheitserkenntnis hat den Menschen gehoben, ihm eine glückliche und lebensbejahende Weltanschauung und Charakterrichtung gegeben.

Alle Formen sind stark von Geist und Leben durchstrahlt, sie sind aber auch verfeinert, und ein inneres, wirkliches Glück strahlt auf dem Gesicht.

Man betrachte die feine Linie des Mundes. Sonnig-heiter spielt es um die freundlich hochgehenden Mundwinkel.

Markant durchformt sind die Gesichtszüge hervorgehoben, das Auge drängt lebhaft, geistig klar sehend und gut wollend hervor.

Selbst das Haar nimmt an dem glücklichen Innenleben teil, es ist gleichwie bei einem innerlich freundlich sich abspielenden Menschenleben schön gehoben und gewellt. Das Ohr zeigt inneren Seelenadel und freudige Hilfsbereitschaft.

Diese Umwandlung lieber Leser, ist in wenigen Jahren erfolgt. Dabei hat Herr B. nicht etwas weniger Lebenskampf gehabt, im Gegenteil, er muß sich wie jeder werktätige Mensch um sein tägliches Brot kümmern und in seinen freien Stunden gibt er noch Unterricht in dieser Lehre.

Aber er überwindet den Lebenskampf leichter mit Hilfe der Menschenkenntnis, er weiß, warum die Verhältnisse so und nicht anders sind, er findet sich eher im Leben zurecht und hat dabei das große, geistige Innenglück, das die Wahrheitserkenntnis gibt.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Das muß fürwahr eine gute Lehre sein, die solch günstige Veränderung an Körper, Aug´ und Angesicht in verhältnismäßig kurzer Zeit hervorzubringen imstande ist.

Man sieht, wie der Geist die Form verändert.

Dafür geben diese vier Bilder jedem ein überzeugendes Beispiel.

DGM 003 Huterfreund JungDgM 003 Huterfreund Bild 2 DgM 003 Huterfreund Veredelt

Sie geben auch gleichsam ein Bild der von uns erstrebten Lebensführung.

Wenn Hitler z.B. kundgab: „Das deutsche Volk muß gehärtet werden“, so sagen wir, das deutsche Volk soll im Sehen und Erkennen erst einmal geschult werden, um zu tiefer lebendiger Wahrheitserkenntnis zu gelangen, sich dann durch Lebensweisheit und Menschenkenntnis bessere Lebensbedingungen schaffen, gesund, froh, glücklich und geistig stark werden und lebenstüchtige, edle und gesunde Nachkommen haben.“

Den Beweis aber, daß diese Lehre auch geistig frei machen kann, über alle Dogmen und Suggestionen hinweg einem Menschen innerliche Festigkeit, Ruhe und Frieden zu verleihen vermag, zu größter geistiger Regsamkeit und Anspannung führen kann, hat der Leser, wenn er an Bild 4 die Stirn betrachtet, die allseitige Strahlung und Spannung, die hier liegt, und auch den Blick auf dem Seitenhaupt ruhen läßt.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Die Stirn zeigt das geistige Wachstum. Man überzeuge sich, die Form und Lebhaftigkeit derselben bei Herrn B. bringt Kraft und Fülle, etwas Schnittiges und doch dabei menschlich Hoheitsvolles und Gutes zum Ausdruck.

Wenn man das Huterbild am Kopfe dieser Zeitung auf sich wirken läßt, so hat man den Eindruck des Erhabenen, aller Alltag des Lebens entschwindet.

DgM 003 Huter

Fragt man aber: Wer war Carl Huter? so lautet die Antwort: Ein einfacher deutscher Mann, der durch Fleiß und gute Begabung mehr Wahrheiten fand als andere vor ihm.

Der Menschenkenner ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg. Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M.1. – und 20 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm


Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

D The Gate MK

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Deutschland Wappen Red S

MENSCHENKENNTNIS

CARL HUTER (1861-1912)

PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007

 Knights Templar Y

700th anniversary of the Knights Templar

 

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307 

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

Head 4 

BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© September 1932 Nr. 2

 

Das Bild Hitlers beurteilt!

Ist Hitler eine Cromwell-Natur?

Wie der Formenseher die Menschen sieht.

 

Wir wollen das oben rechts befindliche Bildnis Hitlers nach dem Stand der neuesten Forschungen über Augen-, Gesichts-, Kopf- und Gehirnbau nach wissenschaftlichen Grundsätzen betrachten.

Hat die nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Würdigung suchende Wissenschaft das Wort, dann tritt jedes Partei- oder sonstige Interesse zurück. Dafür kommt dann die scharfe Beobachtung und die logische Schlußfolgerung zu ihrem Recht!

Jeder vermag auf Grund des obigen Bildes von Hitler dieses Urteil nachzuprüfen, zu durchdenken, nachzufühlen und zu vergleichen.

Ist das geschehen, dann kann der Leser zur selbsteigenen Überzeugung von der Wahrheit dessen kommen, was naturwissenschaftlich die Form zum Ausdruck bringt, – frei von jeder Beeinflussung und

irgendwelcher Suggestion.

Das aber macht erst den Menschen wirklich innerlich frei, und zwar so, daß er sich schließlich von niemandem mehr die Wahrheit, die er mit eigenen Sinnen erkannt hat, verdunkeln oder ausreden läßt. Man steht schließlich wie ein Fels im Meer, mit ureigener Überzeugung da und wundert sich, daß man diese wichtigsten Wahrheiten des Lebens bisher nicht gesehen und beachtet hat!

Die Gesichtsform Hitlers und sein Typus.

Wenn man sich an dem obigen Bilde Hitlers – den Augendurchmesser schneidend – eine wagerechte Linie gezogen denkt, so liegt an Formmasse unterhalb derselben im Gesicht mehr wie oberhalb.

Auch erkennt man sofort, daß das Gesicht länglich ist, markant geschnitten, fest und bestimmt.

Man sieht auch, daß die Stirn direkt über den Augen die stärkste Kraft und Plastik hat, dann fällt sie in den oberen Teilen nach hinten zu ab.

Das sind ausgesprochene Merkmale des Tat- und Bewegungs-Naturells, bei welchem im ganzen Körperbau das Knochen- und Muskelsystem vorherrscht. An zweiter Stelle steht dann bei Hitler nach obigem Bilde das Ruh-, Ernährungs-, Lymph- und Drüsensystem, das zeigt der immerhin gute Ernährungszustand des Gesichts und des Halses, und in dritter Linie ist das Empfindungssystem entwickelt, welchem wir Nerven, Gehirn, Haut und Sinnesorgane zurechnen.

Würde Hitler die Lebensweise aufgeben, die seinem durch obiges Bild gekennzeichneten Typus entspricht, würde er z.B. zu schnell korpulent werden, dann könnten sich Belastungen mit ihren Folgen einstellen.

Was aber unserem Bilde auffällt, – sei hier kurz eingeschaltet -, das ist die frische, reine, schöne und glatte Spannung im Gewebe, das ist die frische und lebendige Haut, das volle glatt anliegende und gutgefügige Haar, was auf Gesundheit, Natürlichkeit und Herzensfrische deutet.

Der Ausdruck fesselt, erhebt, macht frei, als wolle er mit sich fortreißen, unentwegt einem Ziel zu, das erstrebt wird. Ganz unwillkürlich kann man so das tausenfache „Heil Hitler“ verstehen, besonders auch die Begeisterung der Jugend und daß Millionen Menschen ihm folgen. Man bekommt durch scharfe Beobachtung des Bildes eine naturwissenschaftliche Begründung für diese Tatsache. Es geht etwas von der Person Hitlers aus, das diesen Einfluß ausübt, ihm Gefolgschaft zu leisten.

Aber nicht alle Menschen in Deutschland folgen Hitler, vielleicht weil sie grundsätzlich anders eingestellt sind, andere weil sie unter irgend einer Suggestion und Beeinflussung stehen, andere aber sind nachdenklich und fragen sich prüfend,

„wohin soll das führen?“

Auch über diese Tatsache, warum nicht alle Menschen Hitler bedingungslos folgen, gibt uns – naturwissen-schaftlich gedacht – der architektonische Gesichts- und Gehirnbau nach dem Bilde Hitlers näheren Aufschluß.

 

Besondere Wesenszüge.

Hitler ist also in erster Linie ein Tat- und Bewegungs-Naturell mit starker körperlicher Energie-, Willens-, Tat- und Kraftentfaltung.

Demgegenüber stellt er die Ruhe, Essen und Trinken, Bequemlichkeit und Annehmlichkeit und das damit verbundene Empfindungsleben zurück.

So ist es zu verstehen, daß Hitler bei aller inneren Wärme auch Worte finden kann, wie z.B. „das deutsche Volk muß gehärtet werden … es werden Köpfe rollen …“

Die Gesichtszüge sind nach dem Bilde wie gemeißelt, fest und bestimmt gezeichnet. Daraus spricht Energie- und Kraftentfaltung, teils auch Strenge und Härte. Man betrachte den Mund, der wohl gebildet ist, dessen Winkel aber bitter, strenge, fest und hart nach unten gezogen sind.

Man betrachte den Ausdruck an Mund, Oberkiefer und Kinn, er zeigt harte Lebenserfahrung.

 

Das Auge Hitlers.

Das energisch vorgedrängte Auge mit dem festen Blick spricht teils das cholerische Temperament, unentwegtes, zielsicheres Streben, den starken Wort- und den großen Begeisterungssinn.

Ja, das ganze Gesicht drängt impulsiv vor, energisch ist der Kopf zur Seite gewandt, man beachte die gespannte Halslinie, so energisch, – symbolisch gedacht -, zieht er andere mit sich im Vorwärtsstreben.

Der feste Blick, – gerade auf der Augenachse eingestellt, zeigt, daß er die Realitäten des Lebens gespanant, real, weitsichtig und willensfest ins Auge faßt.

Dabei ist das untere Augenlid nach dem Bilde, – es zeigt die physische Nervenkraft -, sehr stark vorgedrängt, stärker wie das obere Augenlid und bringt damit die große physische Ausdauer, die starke Reserve-Nervenkraft zum Ausdruck.

 

Der Bart und die Hitlertracht.

Den Schnurrbart hat Hitler in Anlehnung an die von den Amerikanern übernommene Mode bis auf einen ganz kleinen Rest entfernt. So ähnlich hat er, symbolisch gedeutet, seine Persönlichkeit nach einer Richtung eingestellt, die er konsequent verwirklichen will. Dabei geht er eigene Wege.

Die typische Hitlertracht symbolisiert, daß Freiheit erstrebt wird aber unter einem bestimmten Zwang.

 

Das Ohr Hitlers.

Das Ohr ist nach dem obigen Bild ziemlich groß, wohlgeformt und anliegend. Das letztere allein lehrt schon, daß die elektrische oder zerstörende Energie zurücksteht. Hitler liebt nicht die Zerstörung, auch nicht den Streit, Zersplitterung und Disharmonie, sondern eher den Frieden und die ruhige Entwicklung, denn sonst würde das Ohr abstehen oder verformt sein.

Bismarck hatte ähnlich wie Hitler das tiefer sitzende Ohr, dabei das kräftige Kinn. Bei solchen Männern herrscht das nüchterne, reale Denkleben vor, sie entfalten ungewöhnlich große Tatkraft, Beharrlichkeit und oft auch Uebereifer in der Verfolgung bestimmter Ziele.

Auf Grund einer erweiterten Anatomie, Physiologie und Biologie, sowie Kraftrichtungsordnung, hat man in der äußeren Form des Ohres (das natürlich auch nach innen zu entsprechend gebaut ist) den Ausdruck des Mittelhirnlebens zu suchen, das aller Erfahrung und Berechnung nach als Hauptsitz der Seele anzusprechen ist.

Nun betrachte man das Ohr Hitlers lange und lasse den Eindruck auf sich wirken, – denn es ist so charakteristisch, daß man ganz erstaunt ist. Es spricht daraus, daß Hitler aus dem Innersten seiner Seele und Anlage heraus vorwärtsstrebt, sammelt, zu idealen und nationalen Zielen.

Im Ohr liegt hier Hoheit und Idealität des Seelenlebens.

 

Das Oberhaupt mit dem Idealsinn.

Hat man das Ohr betrachtet und recht gedeutet, dann versteht man die Feinheit und Straffheit, den Schmiß, wenn ich so sagen darf, – in den Gesichtszügen, die Wärme, die im Gewebe liegt und das lebendige, etwas größere Auge. Ganz damit im Gleichklang stehend (die naturwissenschaftliche Erklärung würde hier zu weit führen) ist die

gute Plastik und Wölbung

des mittleren und hinteren Oberhauptes, die das Bild zeigt. Hier liegt der Ideal-, Glaubens- und Festigkeitssinn, daher kann hitler so unentwegt seinem Ideal nachstreben, an die Verwirklichung glauben und dafür arbeiten.

 

Der persönliche Einfluß.

Im Gesicht des Menschen erkennt man seine unbewußte Ethik. Das Gesicht Hitlers hat nach dem Bilde einen wirklich

menschlichen guten Ausdruck,

dabei sehen wir von dem streng-harten Zug der Mundwinkel, der ein wenig hochliegenden Nasenlinie, dem im Vergleich zum untern schwächer gebildeten oberen Augenlid, der herben Linie unter der Unterlippe, welche die Lebensart zeigt, ab.

Hitler ist da, wo er unmittelbar aus innerer Liebe, Wärme und Gefühl handelt, ganz der Führer großer Volksteile, voller Wärme, Herzlichkeit, Aufrichtigkeit, Mitgefühl, Anteilnahme, da ist er urwüchsig, wahr, groß und echt. (Ich selbst habe Hitler im Leben nie gesehen und beurteile nur das Bild).

Das ist es auch, was ihm wahre Freunde und Anhänger zuführt, sowie große Sympathie erweckt, besonders, wenn er die ganze Macht seiner Person entfaltet, mit Begeisterung redet und handelt.

Dazu kommt, daß Hitler als Bewegungs-Naturell einen sehr starken

physiologischen Magnetismus

besitzt und damit einhergehend den starken persönlichen, unbewußten Einfluß auf Menschen.

 

Der Stirnbau Hitlers.

Aus dem unbewußten, instinktiven inneren Gefühl geht das Verstandesleben, die bewußte Ethik und die warme, höhere Vernunft hervor.

Diese zeigt sich im vorderen Großhirn und damit im Stirnbau des Menschen.

Betrachten wir nun den Stirnbau Hitlers an unserem Bilde, so sehen wir recht deutlich, daß im unteren Teil desselben, wo das rein objektive, reale Verstandesleben liegt, die Beobachtung, Auffassung und Vorstellung der sicht- und greifbaren Dinge der Umwelt, die weitaus größte Kraft, Plastik und Spannung zu finden ist.

Dann wird die Stirn im mittleren Teil, wo das praktische Denkleben liegt, etwas schwächer und von da ab, wo das philosophische und höhere Denkleben beginnt, noch etwas mehr abfallend. Trotzdem zieht sich die Stirn noch kraftvoll hoch nach oben hin.

Von dieser Formbildung überzeuge sich jeder an dem Bilde, damit niemand sagen kann, daß diese Angaben hier nicht stimmen.

Bei Menschen mit der im oberen Teil zurückfallenden Stirnbildung findet man ein schwankendes Wohlwollen, d.h. dieses kann spontan stark auftreten und zu anderer Zeit auch ausgeschaltet werden. Ferner neigen Menschen mit dieser Stirnbildung, besonders wenn ein kräftiges Kinn starken körperlichen Impuls anzeigt, dazu, mitunter zu handeln, wo es besser wäre noch abzuwarten.

Die etwas eingebuchtete Nasenwurzel zeigt aber wiederum, daß Hitler länger überlegt, bevor er handelt. So ist es zu verstehen, daß er mit Ruhe und Ueberlegung doch so handeln kann, daß es manchmal besser wäre, erst den Rat eines Menschen einzuholen, der diesen obersten Teil der Stirn möglichst vollendet entwickelt hat.

Gerade da, wo die höheren und höchsten Denkorgane liegen, die spekulative Philosophie, das höchste ethische und weise Denken, die höchste menschliche Vernunft, das ureigene religiöse Denken, der psychologische Lebens- und Erkenntnissinn, hat die Stirn Hitlers, wie das Bild zeigt, lange nicht die Kraft wie im unteren Teil.

Nun darf man diese Erklärung natürlich nicht so verstehen, als wäre die erwähnte höhere Denkanlage der Oberstirn bei Hitler nicht vorhanden, – das ist nicht der Fall. Sie ist nur lange nicht so stark und vollendet entwickelt wie die Denkorgane in der unteren Stirn.

 

Oberhaupt und Hinterhaupt Hitlers.

Vergleicht man an dem Bilde vom mittleren Oberhaupt (Scheitelpunkt über dem Ohr) ausgehend die Entfernung zum Hinterhaupt und Vorderhaupt, so liegt nach hinten zu an Formmasse, Kraft und Plastik mehr wie nach vorne zu.

Im hinteren Oberhaupt liegt das Ideenhochgefühl und die Triebe für Erhöhung der eigenen Person.

So wird verständlich, daß Hitler beispielsweise spontan zum Ausdruck bringen konnte: Die Partei bin ich.“

Das Hinterhaupt selbst ist gut geformt. „Vom Hinterhaupt kommt das Gute“, lehrte Carl Huter, daher überwindet er – trotz einer großen Gegnerschaft und disharmonischen Einflüssen – Hindernisse siegreich durch innern Adel und Glauben an das Gute.

Hitler ist der große Anführer und Führer einer Partei. Hitler ist deswegen auch innerhalb seines Typus durchaus hochwertig.

 

Der vollendete Gehirnbau.

Gäbe es nur den Tat- und Bewegungs-Typus in der Welt, dann wäre Hitler der beste Anführer und Führer, der sich denken läßt.

Aber es gibt menschliche Typen, die noch viel universeller und damit hochwertiger sind.

Das ist vor allem das vollständig

harmonische Naturell

und darüber stehend das

ideale Naturell

mit dem vollendeten Gehirnbau und der vollendeten Weisheitsanlage.

Damit ist gleichzeitig die Frage beantwortet: „Ist Hitler befähigt, das deutsche Volk zur höchsten Entfaltung aller seiner Kräfte zu führen? Eine allen Deutschen gerecht werdende Staatsform aufzurichten?“

Die Antwort ist nicht schwer zu geben. Er ist es, wenn er mehrere harmonische Vollnaturen ständig um sich hat und ihrem Rate folgt.

Nach Möglichkeit sollte aber diese oberste Staatsleitung noch unter Führung eines

Menschen im idealen und genialen Typus stehen.

Diese harmonische und ideale Regierung würde aber nicht nur Hitler benötigen, sondern alle Kräfte und Führer des Volkes, – ganz gleich, welcher Partei, Religion und Rasse sie angehören, – die dem ganzen Volke zu dienen bereit und fähig sind, bei Ausschaltung der Disharmonie von verantwortungsvollen Ämtern. Damit wäre dann allerdings eine Staatsleitung nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen geschaffen, die in kurzer Zeit dem ganzen Volk Glück und Segen von bisher nicht gekannten Ausmaßen bringen würde.

Nehmen wir das Gegenteil an. Hitler käme zur höchsten Macht in Deutschland und unter den Einfluß disharmonischer Menschen, denen er Folge leisten würde, dann könnte ebensoviel Unglück für das deutsche Volk entstehen, wie Segen der erst gezeigten vernunft- und naturgemäßen Entwicklung folgen würde.

Dann wäre unter Umständen auch der Terror zu fürchten, von dem die Gegner Hitlers behaupten, daß er durch ihn kommen würde.

Daher sollte Menschenkenntnis in Zukunft erstes Staatsgesetz sein.

 

Das obere Vorderhaupt Hitlers im Vergleich zu dem vollendetern Bau bei Plato und Jahn.

Damit der Leser sich voll und ganz überzeugen kann, daß die diesen Ausführungen zugrunde liegende Formenausdruckslehre Carl Huters Hand und Fuß hat, daß sie wahr und echt ist, daß keine Täuschung vorliegt, betrachte man das Bildnis des Plato, der im idealen Typus liegt mit vollendetem Stirn-, Schädel- und Gesichtsbau und vergleiche den Bau des oberen Vorderhauptes bei dem Bilde Hitlers.

Man beachte bei Plato die Vollkraft der Stirn in ihrem oberen und vorderen Teil, die Vollendung im Gesichtsbau, das proportionale Verhältnis des Gesichts zum Schädel. (Mit diesen Formvergleichen und der Erkennung des Geistes, der in den Formen lebt, ist der Leser am Quell der Wahrheit in der Natur angelangt, – und er vermag mit Sicherheit zu sagen, wohin der Weg führt!-).

Plato war der gewaltige Geistesfürst, der die Philosophie von der Ideenwelt begründete und im alten Griechenland den Boden für die spätere Aufnahme der Jesulehre vorbereitete.

Plato war ein großer, heiliger Mann, ein Gottes- und Wahrheitsforscher erster Größe.

Sein Angesicht spricht tiefinnerste Erkenntnis aus, das Haupt einen hohen Seelenadel, und Haupt und Gesicht, Hals und Büste verkörpern die Charakterstärke mit der Weisheit und dem Seelenadel gepaart.

Er war der bedeutendste Philosoph des Altertums von der geistigen Welt und der Tugend.

Wenn wir aus der neueren Zeit ein Beispiel eines sehr hochwertigen Vollmenschen suchen, so finden wir es in dem allerorts verehrten

 

Turnvater Jahn

Es ist der Typus des Herrschers über ein Weltreich.

Jahn hat eine prachtvolle gewölbte, breite,

allseitig kraftvoll ausgebaute Stirn,

sein voll entwickeltes Ober- und Seitenhaupt zeigt uns den Mann, der alle Gaben in sich vereinigt,

den höchsten Platz,

den eines Volks-, ja eines Weltregenten auszufüllen.

Mit diesem Urbild des Volksherrscher vergleiche man den Stirn-, Schädel- und Gesichtsbau an dem Bilde Hitlers.

Jahn wird von den höchsten Idealen geleitet. Dabei besitzt er den klaren Verstand, den Stolz, den Mut, Festigkeit und Tatkraft, seinen Willen durchzusetzen und seine Menschheitsideale zu verwirklichen.

Huter schrieb in seinem Handbuch, daß er einem Manne wie Jahn das Schicksal des ganzen Menschengeschlechts freudig und vertrauensvoll in die Hände legen würde.

Jahn war ein Volkserzieher und Charakterbildner.

Er lag im Bewegungs-, Tat- und harmonischen Naturell.

 

Hitler hat nach diesem Bilde im Blick und in den Gesichtszügen etwas von der Jahnnatur, auch liegt in der Anlage eine Richtung zum harmonischen Typus, aber die gewaltige Vollkraft der gesamten Anlagen, der Gehirnbildung, der Stirn, des oberen Seitenhauptes ist nicht da.

Können wir daher nicht mit Fug und Recht sagen, wenn Hitler zur Macht über unser 60 Millionenvolk kommen sollte, daß ihm dann auf Grund aller naturwissenschaftlichen Berechnung einige harmonische Naturen, eine Weisheits- und womöglich eine Jahn-Natur zur Seite stehend und übergeordnet sein sollten!

Ist das nicht folgerichtig und zum Besten aller Volksteile wünschenswert?

Wen sollen wir denn in solchen Dingen anders befragen, als den Geist, der in den Formen lebt und lebendig aus diesen zu uns spricht?! Wenn eine große Anzahl unserer Volksbrüder in diesem psycho-physiognomischen Sinne richtig sehen und unbeeinflußt urteilen lernt, wird das Staatswesen bald eine bisher nicht gekannte glückliche Entwicklung und Vollendung erreichen!-

 

Ist Hitler eine Cromwell-Natur?

Der „JII. Beobachter„, Beilage zum „Völkischen Beobachter“ vom 13. Aug. brachte ein großes, von Strahlen umgebenes Bild des „Oliver Cromwell“ unter der Parole:Deutschland braucht heute einen Cromwell, Adolf Hitler„.

Der Leser betrachte das Bild des Cromwell, er liegt im

disharmonischen Naturell.

Seine Gestalt war massig und schwer, sein Kopf groß und breit, die Gehirnmasse, die oberhalb der Augen liegt, ist im proportionalen Verhältnis zu den schweren breiten Gesichtsmassen viel zu schwach, besonders in den oberen Gehirnpartien.

Nach unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis mangelt es demnach dem Manne stark an höherer Vernunft – und Weisheitsanlage.

Der Schädel ist dafür in den Partien um beide Ohren, wo die Anspannungs-, Gewalt- und Zerstörungstriebe liegen, sehr breit, ebenso ist die Jochbeinpartie übergroß.

Die Nase ist zwar lang, aber derb und grob, der Schnurrbart hängt streng nach unten, die Lippen sind hart geschlossen, und anstatt daß die Oberlippe die Unterlippe harmonisch beherrscht, steht letztere vor.

Der dicke Hals zeigt Belastung.

Der Ausdruck von Augen und Gesicht ist zwiespältig, die Augen zeigen die eigenartige Frömmigkeit, die übrigen Formen aber lassen den grausamen Tatmenschen erkennen.

Es ist eine unverständliche Verirrung, angesichts der Fortschritte der Anatomie, Physiologie, Biologie und Psychologie, einen englischen Cromwell-Typus nach fast 300 Jahren dem deutschen Volk als verehrungswürdig und vorbildlich hinzustellen.

Wer nur einigermaßen einen Einblick in die moderne Psychologie und Menschenkenntnis hat, weiß, daß

harmonische Vollmenschen

für die Leitung und Führung eines Volkes gewählt werden müssen, die erhalten und ausbauen, die alle vorhandenen realen und idealen Güter schützen und die Freiheit in Wissenschaft, Kunst und Religion fördern, die der Wahrheit und Schönheit dienen.

Disharmonisch, der wahren Herrschernatur also gerade entgegengesetzt, ist der Typus des Cromwell, der unter keinen Umständen die Macht über unser 60 Millionen Volk, das doch schon eine höhere Kultur kennt, haben dürfte.

Cromwell war ein unerbittlicher und selbst grausamer Verfolger.

Er war ein Freund und Verehrer seines Königs und doch dessen Mörder.

Er war völlig anspruchslos – und doch strebte er nach der höchsten Stellung.

Er war ein „inbrünstiger Beter“, – streng bibelfest“ – und doch ein grausamer Verfolger.

Er war streng sittlich, rechtlich – und doch voller Ungerechtigkeit, ein Mann des Blutes, der glaubte mit diesen Greueln Gott zu dienen.

Er vergiftete noch die politische Leidenschaft durch die religiöse.

Er löste das Parlament auf und brachte sich zur Herrschaft. Unterstützt von einer kleinen Zahl Soldaten und Generälen verstand er überall zu predigen, zu beten, zu singen und zu siegen.

Nebenbei war er es aber auch, der durch Verträge und energisches Handeln den Grundstein schuf für das spätere britische Weltreich und Englands Vormachtstellung zur See.- Die Begleitumstände, unter denen das geschah, wird heute kein einsichtsvoller Mensch wieder heraufbeschwören wollen.

Cromwell starb auf dem Gipfel seiner Macht, einsam und düster, von Verschwörern und Meuchelmördern nicht sicher, von Gicht und Fieber geplagt, am Jahrestage seines größten Sieges, – man beachte die Kontraste – zu einem „guten“ Gott betend, während ein furchtbarer Sturm über London fegte.

Man sieht an diesem einen Beispiel, daß unsere großen Parteien auf dem besten Wege sind, ohne diese Menschenkenntnis wieder vollständig irre zu gehen.

Diese Menschenkenntnis lehrt die harmonischen, genialen und idealen Typen als Vorbilder und damit eine höhere menschliche Vernunft, Einsicht und Weisheit.

 

Wie der Formseher die Menschen sieht nach der besten Typenlehre der Welt.

1. Wirtschaftliche Talente

Es ist gewiß ein glücklicher Zufall gewesen, daß in dem Dorf Heinde [heute Stadtteil von Bad-Salzdetfurth] bei Hannover, wo Carl Huter seine erste Jugend verlebte, gerade die Menschen wohnten, die nötig waren, damit der aufmerksame Knabe mit seiner natürlichen Beobachtung und psychologischen Begabung die ersten Grundlagen zur Menschenkenntnis finden konnte.

Es lebte nicht weit von seinem väterlichen Hause eine Familie von Bauersleuten, die alle einen großen Hang zur Schäferei zeigten; diese Personen, auch die Söhne und Töchter, waren wohlbeleibt, behäbig, also korpulent, voll und dick.

Sie hatten ein breitbackiges, volles Gesicht, eine mittelhohe, breitrunde Stirn, den kurzen dicken Hals und den gedrungenen Körperbau.

Bild 1 und 2 stellt einen Mann aus der damaligen Zeit und Huters Heimat dar, der diesem Typus entspricht.

Das ist der beleibte, gewichtige Mann, der sein materielles Wohl zuerst im Auge hat. Er spricht nicht viel, denkt ruhig nach und was er sagt, hat Hand und Fuß

Zu ihm von Theater, Kunst und Philosophie zu sprechen, hat keinen Zweck, er richtet seinen Sinn auf die naheliegenden Dinge des praktischen Lebens. Ihn zum Fußballspiel verleiten zu wollen, wenn er etwa auf dem kurzen Wege zu seiner Stammkneipe ist, wäre Frevel und von seiner Seite keines Wortes der Beachtung wert.

Er stärkt seine Lebenskraft durch Ruhe und reichliche, gute Ernährung. –

Verfolgen wir nun ganz kurz weiter, was der Knabe Huter zuerst beobachtete.

Diese Art Menschen waren gute Viehzüchter, aber zum Ackerbau zeigten sie weniger Neigung, da hiermit viel Bewegung und Anstrengung verbunden ist, was sie tunlichst vermeiden.

Sie mästeten aber mit Vorliebe Gänse, Schweine, Rinder und Schafe und hatten, damit viel mehr Erfolg wie andere Viehzüchter im Dorfe, und sie wurden mit der Zeit wohlhabend.

Einer der Söhne wog in mittleren Jahren an die drei Zentner, er fühlte sich aber trotzdem bombenwohl, konnte sogar gut marschieren und unter Umständen auf Dorffesten andauernd und ohne jede Beschwerden tanzen, er aß und trank und war dabei kreuzfidel.

Daraus folgerte Huter, daß diese Menschen trotz ihrer Körperfülle durchaus

nichts Krankhaftes

an sich haben. Ja, diese Ruh- und Ernährungs-Naturelle, wie Huter sie später nannte, wurden bei ihrer Beleibtheit alt, hatten nie Beschwerden, waren also gesund zu nennen.

(Es geschieht aber nicht selten, daß Menschen, die ihrer Gesamtanlage nach nicht zu diesem Typus gehören, infolge unrichtiger Lebensweise korpulent werden. Diese sterben meist an Belastungskrankheiten schon bei mässigem Dicksein nach wenigen Jahren.)

Auf dem Hofe dieser Bauersfamilie sah alles ziemlich gleichgültig aus, und besondere Ordnung und Schönheit war nicht zu finden.

Auch ließ es sie gleichgültig, wenn jemandem Unrecht geschah, sie lachten dann ncoh kaltherzig, zeigten eine gleichgültige Gemütskälte und waren starke Egoisten.

Wenn sie aber glaubten, es greife jemand in ihre Rechte ein, dann hatte dieser bald einen Prozeß am Halse, den sie stets zu ihren Gunsten auszuschlachten verstanden.

Mit den Rechten anderer nahmen sie es nicht so genau. Sie eignen sich am besten für das Kleingewerbe und den Handel, für Landwirtschaft und Viehzucht, das Gasthausgewerbe, einschlägige Lebensmittelbranchen, schließlich auch für den Büro- und Beamtendienst.

So waren Carl Huters allererste Beobachtungen bezüglich dieser Menschenart. Damit hatte er den ersten von den drei Haupttypen des Lebens gefunden und den Anfang zu einer ganz neuen Naturbeobachtung und Bewertung.

Betrachten wir nun noch an einigen Bildern diesen Grundtypus, so wie er im modernen Leben zu finden ist.

Der Herr, Bild Nr. 3, ist wie die Haltung und der Gesichtsausdruck zeigt, fidel und gut gelaunt. Er hat keine Kümmernisse, braucht sich nicht anzustrengen und für Essen und Trinken ist reichlich gesorgt.

Es ist so recht der selbstzufriedene und gesunde Typus dieser Art. Der Leser beachte die volle Wangen- und Halspartie, den derbfleischigen Bau von Brust, Schulter, Armen und Händen.

Auch Fritz Reuter, der humorvolle mecklenburgische Dialektdichter, lag seinem Grundtypus nach im Ernährungs-Naturell.

Das Gesicht zeigt die breitfleischigen Formen. Es ist aber noch eine besondere künstlerische Seite und Richtung ausgeprägt, daher ist auch das Auge und Gesicht so hell durchleuchtet, der Mund, das Haar und ganze Aussehen freundlich ernst, wie humorvoll abgetönt.

Von allen Charaktergestalten, die er schilderte, ist der OnkelBräsig die gelungenste. Diese liegt gleichfalls im Ernährungs-Naturell. In der Schilderung seines eigenen Typus ist ein Künstler meist am erfolgreichsten, in diesem schafft er seine Ideale.

Uebrigens wandte sich Fritz Reuter auch zeitweise der Landwirtschaft zu.

Daß die Ernährungs-Naturelle keine besonderen Tatnaturen sind, läßt das Bild Napoleon III., der 1870 den Feldzug verlor, recht gut erkennen.

Die Gesichtsformen sind fleischig und voll, die Haltung ist weich, halb apathisch und energielos. Schon die energielose Gleichgültigkeit in der ganzen Vorbereitung des Krieges wurde sein Schicksal.

Das Ernährungs-Naturell neigt zur Ruhe und Bequemlichkeit, es ist starken Veränderungen abgeneigt. Staatsmänner und Diplomaten in diesem Typus füllen ihre Aufgabe besser aus, man denke an Kiderlen-Wächter und Reichspräsident Fritz Ebert. Ersterer starb an Herzschlag, was häufig bei dieser Naturellanlage eintritt, letzterer an den Folgen einer Operation. Die Massigkeit und Weichheit der Gewebe besonders an den Leiborganen ist von vornherein für einen operativen Eingriff am wenigsten geeignet.

Bild 6 zeigt den Begründer der bekannten Kneipp-Kur, die der Hauptsache nach in der Verabreichung von Tees und Schwitzkuren besteht, kalten Güssen, Pakkungen, Barfußgehen im nassen Grase usw.

Kneipp liegt, wie das Bild zeigt, der Hauptsache nach im Ernährungs-Naturell. Das erkennt man an den breiten, fleischigen und massigen unteren Gesichtsformen.

Erfahrungsgemäß hat gerade bei Ernährungs-Naturellen oder bei Typen mit entsprechendem Einschlag die Kneipp-Kur die besten Erfolge aufzuweisen. Auch heute noch trifft man unter den Kurgästen in Wörishofen recht viele Ernährungs-Naturelle.

Bild Nr. 7 läßt auf den ersten Blick erkennen, daß dieser Herr ebenfalls zum Ernährungs-Typus gehört.

Hier treten die weichen, dicken, fleischigen Gewebe an Hals und Wangen recht deutlich hervor. Aber auch die kurze, oben schwache und unten dicke Nase ist typisch, ebenso der im unteren Teil starke und nach oben zu schwächere Gehirnbau, das fleischige untere Ohr, das volle runde Kinn usw.

Er war Hausbesitzer und Handelsmann.

Der Herr im Ernährungs-Naturell Bild 8 war nicht ganz zufrieden, was besonders am Nasen-Mundzug zum Ausdruck kommt. Er hatte ein Zigarrengeschäft, sein Wunsch und Wille ging aber nach einer guten Gastwirtschaft.

Hier kann der Leser so recht die breiten, vollen, feisten Gesichtsformen erkennen.

Der Ausdruck ist, durchaus real und materiell. Das Gewebe ist etwas schoppig, das rührt daher, daß er sich halt gar zu wenig Bewegung machte.

Die Dame, Bild 9, liegt ebenfalls im Ernährungs-Naturell.

Sie zeigt die grobfleischigen, vollen Gesichtsformen. Diese Frauen stellen etwas vor, sie imponieren allein schon durch ihre volle Erscheinung. Der Sinn für das Wohlergehen der eigenen Person steht im Vordergrunde. Der Mund hat den Ausdruck des Wohlgeschmacks, das Auge den der Eigenliebe.

Die Frau im Ernährungs-Typus, Bild 10, ist aus unserer Nürnberger Gegend.

Wie man sieht, ist sie frisch, gesund und lebensfroh. Ihre Körperfülle ist gleichbedeutend mit Gesundheit und macht durchaus keine Beschwerden. Sie ißt und trinkt verhältnismäßig nicht viel, aber mit einer gewissen Kunst, mit Ruhe und Verständnis.

Ganz ihrer Anlage gemäß ist der Knochenbau schwächer, daher sind auch die Fuß- und Handgelenke durchaus grazil, fast zierlich gebaut.

Gerade dadurch, daß hier viele gleiche Typen aus den verschiedensten Lebensverhältnissen u. Gegenden nebeneinander gestellt sind, erhält der Leser unmittelbar ein wahres Bild von diesem Grundtypus des Lebens.

Alle diese Personen haben im Grunde genommen nach Körper- und Gesichtsbau eine große Aehnlichkeit, man könnte oft glauben, es wären Schwestern und Brüder, was aber natürlich durchaus nicht der Fall ist. Der Typus ist es vielmehr, der diese Ähnlichkeit verursacht. Das ist, nebenbei gesagt, der beste Beweis dafür, daß man aus Millionen Menschen diesen Typus herausnehmen kann, um ihn nach einer ganz bestimmten Richtung hin zu klassifizieren.

Wer Lust, der suche den parallelen Typus in der Pflanzen- und Tierwelt. Er findet dieses Naturprinzip der Ruhe und Schwere, der Stoffansammlung aber auch unter den Mineralien, in der Welt der scheinbar toten Materie und schließlich in der ganzen Natur.

(Der nächste „Menschenkenner“ behandelt den 2. Grundtypus des Lebens „Tat- und Energienaturen.“)

Ivar Kreuger von Standpunkt der modernen Menschenkenntnis

Angesichts der Tatsache, daß dieser Trustgewaltige durch viele Jahre die ersten Finanzgrößen der Welt, die hohe Diplomatie und viele Wirtschaftsführer täuschte, ist es wohl angebracht zu fragen:

Was sagt der Formenseher zu diesem ungewöhnlichen Fall?

Bild 1 zeigt Kreuger auf der Höhe seiner Welt-Geld-Macht.

1. Das Auge ist verschleiert, nicht offen und klar. Das verrät eine Gedankenwelt, in die niemand Einblick haben soll: man sehe sich in Gegenwart solcher Personen vor, sei schweigsam und offenbare nicht. In hohe Vertrauensstellungen berufen, bringen sie Unheil und Zerstörung, Unglück, Leid und vielfach Elend ohne Ende. (Deutung aus Bd.II Grundlagen der Menschenkenntnis, Seite 127). Diese eine Tatsache hätte hinreichende Warnung sein müssen. Also die allerprimitivste Menschenkenntnis und eine ganze Welt maßgebender Männer hätte sich nicht irreführen lassen.

2. Die Stirn zeigt die berühmten Diebesecken, (siehe etwa in mittlerer Höhe nach den Seiten zu.) Hier liegt – nebenbei gesagt, – die gewaltigste Plastik.

3. Bei I zeigen die starken Jochbeine enorme Eigengesetzlichkeit und Widerstandskraft.

4. Bei II, III und IV finden wir einen ähnlichen berüchtigten Bau des Unterkiefers, wie ihn schon Lombroso bei Verbrechern als typisches Merkmal erkannte.

5. Die starre Ruhe und Abgeschliffenheit im Gesicht in Verbindung mit dem hypnotischen Dauerblick und den abnormen Merkmalen zeigt den zwar vornehm auftretenden, aber dennoch höchstgefährlichen Typus, dem nicht eine Minute zu trauen ist.

6. Die lange gerade Nase, die breite Nasenwurzel mit der Eckenkraft, die breite Plastik über den Augen, die Rundung des ganzen Schädels verraten außerordentliche Intelligenz, Vorausberechnung, Planmäßigkeit, großes natürliches Schauspielertalent, vorzügliches Personengedächnis, Selbstbeherrschung usw.

Das 2. Bild zeigt Kreuger zu der Zeit, da er schon unsicher war und sich bald darauf in Paris erschoß.

7. Das ist eine Galgenphysiognomie. Das Auge lauert in den Ecken und deutet Neigung zu Körperverletzung und Selbstmord.

8. Das Ohr richtet sich in der Mitte hart quer ab und zieht sich bei langer Unterkieferlinie nach hinten hoch, wo die Verheimlichung und der Gewaltsinn liegt.

9. Die beide Augen verbindende Linie zieht sich nach rechts vom Beschauer hoch und die Mundlinie liegt umgekehrt schief. Ganz abnorme Gefühle und stärkste Disharmonie im Geistes-, Gefühls-, Seelen- und Tatleben geben sich darin kund.

10. Der Mund lacht halb verbindlich, aber das Lachen wirkt unwahr, denn das Auge lauert. Das Gesicht zeigt starke Asymmetrie. Der Ausdruck dieser Physiognomie deutet auf inneres Schuldbewußtsein, der Mann weiß bereits, daß er verspielt hat.

Das mag genügen, um darzutun, wie bitter nötig in den hohen Finanz-, Diplomaten- und Wirtschaftsführerkreisen die Menschenkenntnis ist. Aus Mangel an Menschenkenntnis sind gerade in der Finanzwelt mehr Kapitalien verloren gegangen als durch irgend eine andere Ursache.

Alles ist Entwicklung. In absehbarer Zeit, wenn sich in den Gehirnen vieler Menschen die Zellen für die Aufnahme dieser neuen Lehren gebildet haben, wird man den heutigen Mangel der Welt an Formen- und Menschenkenntnis nicht mehr begreifen können. Solche Fälle, wie sie die heutige Welt mit Kreuger erlebte, werden in einer späteren, sehend gewordenen Zeit unmöglich sein.

DgM 002 MK Unterricht

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

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MENSCHENKENNTNIS

CARL HUTER (1861-1912)

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

PGS Link www.chza.de

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

 PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007

 Knights Templar X

700th anniversary of the Knights Templar

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307.

 

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The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT

MK Leiste gespiegelt Red S

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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© August 1932

Naturelle Rangordnung (DgM 12)

Die neue Staatsform!

Wir leben in einer sehr unruhigen Zeit. Alle Welt sehnt sich heraus und jeder möchte wieder in ruhige, gute und glückliche Lebensverhältnisse.

Vor jeder Wahl, wenn das Beste versprochen wird, schöpft man neue Hoffnung – und nach der Wahl ist man enttäuscht, es bleibt meist alles beim Alten oder wird noch schlechter.

Wie ist das zu ändern, – und wann kann man mit Bestimmtheit damit rechnen, daß es nach einer Wahl besser wird?

Wenn man endlich lernt, eine naturgemäße und vernünftige Ordnung im Staate walten zu lassen.

Welches ist die vernünftige Ordnung? Wer soll Führer sein?

Als einst im alten römischen Staat das Volk, die Plebejer sich empörten, da sandten die Patrizier den Volksfreund

Meneneius Agrippa

zu ihnen. Er führte sie auf einen Berg und legte ihnen folgendes Gleichnis dar:

„Die Glieder des Leibes wollten den Magen nicht mehr dienen,

die Beine wollten nicht mehr laufen,

die Hände nicht mehr arbeiten,

der Kopf nicht mehr denken usw.,

weil sie glaubten, nur der Magen lasse es sich auf ihre Kosten wohl sein.

Aber siehe da, – als sie ihren Dienst einstellten, wurde nicht nur der Magen welk und schlaff, sondern auch sie selbst, der ganze Körper wurde kraft-, saftlos und lebensunfähig“.

Die Plebejer erkannten, daß sie, um selbst leben zu können, wie die Glieder dem Magen, den höheren Ständen dienen mußten und kehrten in die Stadt und an ihre Arbeit zurück. –

Nun ist freilich heute keine Rede mehr von diesem halben oder ganzen Sklaventum, sondern die Frage muß heute so gestellt werden:

„Welche Führer hat eine Partei und ein Volk nötig, damit trotz vieler Parteien alle Menschen im Staate Arbeit haben und gut leben können?“

Wir werden sehen, daß dieses uralte Gleichnis noch einen tieferen naturwissenschaftlichen Sinn hat, von dem allerdings Menenius Agrippa und die Menschen vergangener Zeiten noch nichts wußten.

Wie die Einzelteile des Leibes nach höchster Naturweisheit organisiert sind, daß sie sich gegenseitig ergänzen und einer ohne den anderen nicht lebensfähig ist, ähnlich so bildet auch die menschliche Gesellschaft eine innige Lebensgemeinschaft, deren Einzelglieder grundverschieden sind und die sich doch zur höchsten Harmonie zusammenschließen können, wenn sie die natürlichen Gesetze der Volks- und Gesellschaftsordnung erkennen und danach die Verhältnisse gestalten.

Die Hauptteile unseres Leibes, die sich so wunderbar ergänzen, daß alle wohl dabei fahren, sind der Kopf, der Rumpf und die Glieder, – ein Staatswesen im Kleinen.

Was wollten die Glieder ohne die leitende Kraft des Geistes, die im Kopf ihr Organ hat?

Was wollte der Rumpf, wenn die von ihm bereiteten Lebensstoffe nicht von Kopf und Gliedern in lebendige Werte umgesetzt würden? –

Die Glieder des Staates, die Menschen um uns her können wir nun tatsächlich auch in Kopf-, Rumpf- und Gliedertypen scheiden, und – wenn das geschehen ist – zu einer großartigen Arbeits- und Lebensgemeinschaft nach naturgemäßer Ordnung zusammenschließen.

Carl Huter (gest. 1912) der bahnbrechende Natur- und Lebensforscher, hat uns diese im Grunde höchst einfache und doch so wichtige, weittragende klare Erkenntnis dieser Haupttypen unter den Menschen vermittelt. Er unterscheidet:

1. das Ruh- und Ernährungs-Naturell (Bild 3), den Rumpftypus,

2. das Tat- und Bewegungs-Naturell (Bild 4), den Gliedertypus, und

3. das Denk- und Empfindungs-Naturell (Bild 5), den Kopftypus, Nerven- und Gehirnmenschen.

Jeder dieser Typen ist gemäß seiner bevorzugten Körperanlage auch stark einseitig in seiner Lebensbetätigung und seinen Neigungen.

Das Ruh- und Ernährungs-Naturell ist der dicke, volle, breite, runde, gewichtige und korpulente Typus. Es ist das wirtschaftliche Talent.

Unter seiner Leitung und Führung tritt Sparsamkeit, Ruhe und Vernunft im praktischen Wirtschaftsleben ein. Er sorgt zuerst für sich und dann für andere, aber er huldigt dem Grundsatz: „wer arbeitet, soll auch essen und ein halbwegs gutes Leben haben.“ Er ist seßhaft, konservativ und sucht das Bestehende zu erhalten.

Alle höheren Lebensfragen treten unter seiner Führung zurück. Er vermeidet Aufregung, – Krieg, Revolution und starke Veränderung, – er will seine Ruhe haben, alles muß beim Alten bleiben.

Das Tat- und Bewegungs-Naturell hat das lange, hagere Gesicht, den kräftigen, muskulösen Körperbau. Der Blick ist fest, real und nüchtern und bekundet die auf die Realitäten eingestellte Geistesrichtung und eine unbeugsame Willensanspannung. Es hat eine Natur wie von Eisen, die nicht biegt und nicht bricht.

Diese Tatmenschen neigen zu Freiheit und Unabhängigkeit, zu Entschlossenheit und kühler nüchterner Berechnung. Sie führen große Pläne und Ideen durch, gehen aktiv vor und verschaffen sich und ihrer Sache Geltung. Sie sind konservativ herrschend, aber fortschrittlich revolutionär.

Das Denk- und Empfindungs-Naturell, (Bild 5), gehört zu den idealen Menschennaturen. Es ist der verfeinerte, zarte Formtypus.

Es ist leistungsfähig in geistiger Arbeit, religiöser Hingabe oder verfeinerter gewerblicher Tätigkeit. Es ist schutzbedürftig, hat die schwache Tatkraft und den mangelnden praktischen Sinn. Es nimmt die materiellen Interessen zu wenig wahr.

Als Volksführer überwiegen bei ihm die Ideen zu stark, die sich oft nicht verwirklichen lassen. Aber er hat Mitleid und große Hilfsbereitschaft für alles was lebt. Er opfert sich auf für seine Ideale.

Das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell (Bild 6) ist ein sekundärer Zwischentypus. Die Organsysteme der Bewegung und Empfindung sind gleich stark entwickelt, die Ernährung tritt mit geschwächter Kraft und Neigungsanlage zurück.

Es sind die großen und schlanken Menschen. Sie sind für Fortschritt und Wissenschaft, Technik und Verkehr, Heer, und Flugwesen, Kunst, Pädagogik, Theater, Film, Literatur usw.

In ihrem jeweiligen Fach sind sie äußerst tüchtig, sie sollen aber unter harmonischer Oberleitung stehen, – denn sie schwanken wie die beiden folgenden sekundären Mischtypen zwischen den Polen der Harmonie und Disharmonie.

Das Empfindungs- und Ernährungs-Naturell (Bild 7) ist ähnlich wie das Ernährungs-Naturell. Aber sein Dicksein ist anders als das des Grundtypus. Es hat die vollen, weichen Formen, aber das Gewebe ist zarter, heller, weicher, lichter, von Geist und Empfinden stärker durchstrahlt. Es verbindet das Sozial-Ethische mit dem Wirtschaftlich-Praktischen. Tüchtig in Büro und Verwaltung, dort, wo kommunale, fürsorgliche, kulturelle und staatliche Interessen vertreten werden. Auch dieser Typus soll unter harmonischer Leitung beratende Stimme im Staatswesen haben.

Das Bewegungs- und Ernährungs-Naturell (Bild 8) ist der erfolgreiche praktische Geschäftsmann, Handwerker, Unternehmer, Landwirt, Parteiführer, Fabrikant, erfolgreich in Genossenschaften, Aktien-Gesellschaften, Trusten, politischen, wirtschaftlichen und technischen Vereinigungen. Es ist der Typus unserer Zeit.

Die Empfindungsanlage tritt geschwächt zurück; er macht sich darum wenig Skrupel, dreht die Fahne nach dem Wind, setzt seine Sonderinteressen durch, ohne Rücksicht darauf, wie es den andern Menschen, die er in seinen Dienst spannt, ergeht. Unter seiner Herrschaft nimmt die Staatsform leicht eine dem Menschenglück feindliche Richtung an.

Das disharmonische Naturell (Bild 9) hat die ungünstige organische Veranlagung, unschöne, eckige, plumpe, zu harte oder zu weiche oder unregelmäßige Körper-, Kopf-, Gesichtsformen und Proportionen.

Im Charakter und Seelenleben unausgeglichen, zerfahren, zu hart oder zu weich, die gute Harmonie störend, Zersplitterung (die Nationaltugend unserer Nation) herbeiführend.

Neigung zu Spott, ungerechter Kritik, Herabsetzung alles Guten.

Es ist überall zu finden, macht sich rücksichtslos mit beiden Ellenbogen Platz, verspricht goldene Berge… um Gottes willen – wählt nicht diesen Typus! Unter seiner Leitung wird das ganze Staatswesen disharmonisch.

Das Verbrecher-Naturell, Bild 10 kommt zeitweise zur Herrschaft. Erinnert sei an den grausamen Tyrannen Nero, dem Blutzaren Ivan den Schrecklichen, die Inquisitoren und Hexenrichter, den Vokstribun Marat, usw.

Kann wie ein Fürst und Heiliger, Wohltäter und Volksfreund auftreten. Bringt Not, Elend und Tragik ohne Ende. –

Nun betrachte der Leser auf der ersten Seite Bild 1 und 2. Es ist

das ideale und das harmonische Naturell.

Das ideale Naturell hat eine wunderbare Körper-, Nerven-, Gehirn- und Geistes-Organisation.

In die Augen fällt der vollendete Gehirnbau, das kleine und doch außerordentlich fein proportionierte Gesicht.

Dieser Mensch kann nicht anders als weise, edel, groß, gerecht und gütig handeln.

In ihm sind alle menschlichen Tugenden lebendig verkörpert.

Es kann kein Unrecht tun.

Diese idealen Naturelle, die es im Volke gibt, wenn sie auch heute noch selten sind, zu obersten Führern der Völker erwählt, würden in kurzer Zeit die Erde zu einem freundlichen Arbeitsfeld für alle Menschen gestalten.

Das polare harmonische Naturell trägt in sich die harmonische Vereinigung der unter 3, 4 und 5 beschriebenen drei primären Grundformen.

Dieser Mensch ist von vielseitiger Leistungsfähigkeit. Alle Körper-, Kopf- und Gesichtsformen sind sehr schön und wohl proportioniert.

Er hat das ausgeglichene Tat-, Geistes- und Gemütsleben.

Er ist der geborene Volksführer

der Typus,

in dessen Hände die Leitung

und Führung all überall zu legen ist.

 

Zufall, Schicksal oder Vorsehung.

Die Konferenz in Lausanne.

Betrachten wir das untenstehende Bildnis des Reichskanzlers, Herrn v. Papen, so haben wir den Eindruck, daß in der Grundanlage das

Tat- und Bewegungs-Naturell

vorherrscht. Das gibt die schlanke und doch kräftige, muskulöse, starke und doch sehnig, elastisch und leicht gebaute Körpergestalt zu erkennen. Der Leibumfang ist nur ganz mäßig stark, stärker jedoch ist der Brust- und Schulterumfang. Seiner Anlage nach hat daher der Reichskanzler die Neigung, die Ruhe und Bequemlichkeit, Essen und Trinken, die Lebensannehmlichkeit, die Wahrnehmung der materiellen, persönlichen Interessen zurückzustellen, und dafür die Tat- und Bewegung, die Arbeit, die Kraft- und Energieentfaltung in erster Linie zu betätigen.

Wie ein einfacher Mann, der gewohnt ist weite Wege zu machen, hat er den Stock über den Arm gehängt, ganz frei und ohne Zier sitzt der Hut bei schlichter, obwohl eleganter Kleidung.

Das sagt uns, daß der Reichskanzler wohl bestens die äußere Form wahrt, aber daneben mindestens ebenso stark die individuelle Freiheit der Persönlichkeit und die Entschlußfähigkeit nach eigener innerer Erkenntnis. Er ist seinem innern Wesen nach einfach und schlicht. Er ist elastisch und anpassungsfähig, er nimmt im Moment viel auf seine Schulter, – geistig symbolisch gedacht -, die Schulter ist leicht gebeugt.

Über seinen Grundtypus hinaus hat der Reichskanzler ein starkes und vertieftes Empfindungsleben, ein inneres Wahrheits- und Gerechtigkeitsstreben, das dem Bewegungs-Naturell sonst selten eigen ist.

Damit verbindet sich ein warmes, offenes und ehrliches Wesen, ein wunderbares Sprachgefühl, das die Sicherheit im Gebrauch fremder Sprachen gibt, was unbedingt bei jedem hochgebildeten Franzosen und Engländer die größte Sympathie im persönlichen Umgang erwecken muß.

Bei dieser objektiven Betrachtung scheidet alle Parteipolitik aus und nur die wissenschaftlichen Tatsachen haben das Wort.

Betrachten wir die Gestalt des französischen Ministerpräsidenten Herriot, so sehen wir, daß die Grundanlage die des

Ruh- und Ernährungs-Naturells

ist. Daher ist Herriot seiner Anlage nach durchaus bestrebt, das Bestehende zu erhalten, kurz gesagt ein Friedensfreund. Er ist in wirtschaftlichen Dingen ein Talent, mit einer in entsprechenden Entscheidungen angeborenen praktischen Vernunft.

Wir sehen recht deutlich, daß die Gestalt, der Körperbau, korpulent und gedrungen ist. Das Ruh- und Ernährungsleben ist also sehr stark betont, das Tat- und Bewegungsleben tritt demgegenüber zurück.

Daher ist auch der Leibumfang stark, größer wie der Brustumfang. Der Hals ist kurz und dick, die Arme, Beine, Hände und Finger sind kurz und dick, der Rumpf herrscht vor, das Gesicht zeigt volle, weiche, fleischige Formen.

Betrachten wir, wie Herriot ganz ungezwungen und bequem, leger steht, eine große Tasche in der rechten Hand hält und mit der linken die weichen Gewebe unter dem Kinn stützt, wo das Tat- und teils Ernährungsleben seine Pole hat, dabei nachdenklich und aufmerksam beobachtet, so haben wir ganz die charakteristischen Haltung des beschriebenen Typus.

Das Bild erinnert etwas an den guten Onkel Bräsig, der im Ernährungsnaturell lag, den der humorvolle Dichter Fritz Reuter, im gleichen Naturell liegend, so vorzüglich schilderte.

Ueber diese Grundanlage des Ruh- und Ernährungs-Naturells hinaus hat Herriot eine sehr gute Proportion in den Körper- und Gesichtsformen, ebenfalls den warmen Gewebs- und Formton.

Außerdem besitzt er einen ausgesprochenen Sinn für die Harmonie in der Sprache usw.

Die dritte Hauptperson der Konferenz war Mac Donald. Die Leser werden seine Gestalt kennen, er liegt ebenfalls dem Grundtypus nach im Bewegungs-Naturell.

Allerdings besteht daneben eine wiederum noch anders liegende Hauptrichtung. Davon abgesehen hat auch dieser hervorragende Staatsmann den warmen Gewebston. (Wie es scheint tritt jedoch das cholerische Temperament stärker hervor.)

Alle drei Staatsmänner sind im Prinzip neben ihrer Grundanlage warme menschliche Naturen.

Was aber am meisten verdutzt, ja geradezu fesselt und in Erstaunen setzt, das ist der Dreiklang, in welchem diese drei Personen nach der Naturell-Harmonielehre stehen, daß sie sich naturgesetzlich gegenseitig so beeinflussen, daß die Konferenz so enden mußte, wie sie endete. Daß durch sie der Grundstock gelegt ist, daß ein vernünftiger Wiederaufbau des Wirtschaftslebens der Völker danach tatsächlich erfolgen könnte.

Das wäre aller menschlichen Berechnung nach möglich, wenn diese drei Staatsmänner weiter im angefangenen Sinne zusammenarbeiten könnten.

Die ganze große Weltpresse hat das Ende der Konferenz im guten Sinne ausgelegt und als einen großen Erfolg Deutschlands und der Welt betrachtet.

Der Papst in Rom hat zum Ausdruck gebracht, daß sie der erste Sonnenstrahl sei, der durch dunkle Wolken bricht und das Morgenrot eines Wiederaufbaues ankündigen kann, wofür wir Gott danken sollen.

Selbst der „Vorwärts“, Berlin, schrieb, daß er objektiv das Ergebnis der Konferenz würdigen wolle, d.h. gerecht, ohne Rücksicht auf den Parteistandpunkt.

Sehen wir also davon ab, wie im Streit der Meinungen das Ergebnis beurteilt wird, so bleibt die Tatsache bestehen, daß sowohl Herr v. Papen wie auch Herriot

erst kurz vor der Konferenz

ihre hohen Aemter erhielten.

Wären die vorhergehenden Staatsmänner noch am Ruder gewesen, Brüning und Laval, so wäre es aller menschlichen Berechnung nach eine Unmöglichkeit gewesen (unbeschadet der Tüchtigkeit der Personen), daß die Konferenz das gleiche Ende genommen hätte.

Ist nun die Zusammenstellung der Personen im rechten Augenblick ein Zufall gewesen? Dann braucht man weiter nicht mehr darüber zu reden und die Sache ist abgetan.

Stellt man sich aber auf den Standpunkt, es gibt keinen Zufall und alles spielt sich mehr oder weniger gesetzmäßig in der Natur ab, oder glaubt man an unbekannte Energien in der Natur, beispielsweise an eine göttliche Vorsehung, welche die Geschicke der Völker leitet, dann ergibt sich die

erstaunliche Tatsache,

daß nach uns bekannten Naturprinzipien, (d.h. nach den Gesetzen der Harmonie und Ergänzung unter den menschlichen Haupttypen) zur rechten Zeit die Personen an maßgeblichen Stellen erscheinen, daß das kommen konnte, was eingetreten ist.

Danach erscheint Lausanne wie ein

„Menetekel“,

auf daß Vernunft nun mehr noch die Oberhand gewinnen könne. Entweder so oder so, als würden sich hier die Wege trennen, von denen der eine bergauf führt zu sonnigen Höhen, der andere bergab durch ein finsteres Tal, d.h. durch Leid und Tragik hindurch, ehe er wieder aufwärts strebt.

Der Eisenbahnattentäter Matuschka.

Dieser Mensch hat den Juristen und Psychologen das größte Rätsel aufgegeben, und bis heute kann man sein Wesen noch nicht klar übersehen.

Das ist auch nur letzten Endes auf Grund der Menschenkenntnis möglich.

Die Tatsache steht fest, Matuschka ist ein furchtbarer Verbrecher, anderseits aber auch ein zärtlich besorgter Gatte und Vater, ein beliebter, freundlicher Mensch, der viel betet und kirchlich religiös ist, der heimlich sexuell ausschweifend lebt, der Erfindungen und Arbeiten machen möchte, die gute Zwecke erfüllen, usw.

Kein Wunder, diese Gegensätze einer menschlichen Natur sind nach den Grundsätzen der heute maßgebenden Kriminalistik und Psychologie nicht restlos zu erklären und zu verstehen.

Vom Standpunkt der Menschenkenntnis ist das Rätsel dieses Menschen gelöst und vollkommen klar zu übersehen. Das wäre dem Leser noch viel leichter zu zeigen, wenn wir technisch erstklassige Bilder zur Verfügung hätten. So müssen wir uns mit dem hier wiedergegebenen Bild behelfen. Aber trotzdem, an der Hand desselben erkennen wir den Menschen.

1. Betrachtet man die Entfernung des Schädels vom Ohrloch bis zum mittleren Oberhaupt, so sieht man sofort, daß der Schädel- und Gehirnbau sehr hoch ist, aber oben von der oberen Stirn zum oberen Hinterhaupt zu kurz und unten an der Gehirnbasis (die Horizontale von der Nasenwuzel zum mittleren Hinterhaupt) lang.

Das ist das sichere Merkmal, daß der Mensch sehr starke religiöse, gefühl- und moralbetonte Anlagen besitzt.

Diese Tatsache steht durch die Form des Kopfes fest und so versteht man, daß dieser Mensch die erwähnten guten menschlichen Eigenschaften äußert und betätigte.

2. Das Ohr (welches physiognomisch den innersten Adel der Seele zeigt) ist hier teils (im oberen Rand) gut geformt, teils im inneren Bau verformt, (wohl weich, daher war er freundlich) aber doch in der Gesamtform wie ein Verbrecherohr. Es ist zu groß und schräg dem Kinn zu, – also dem Tatleben zu – angesetzt.

Das gibt natürlich sofort zu denken und zeigt, daß im Untergrund ein abnormes Seelenleben vorliegt.

(Nun beachte man, die Frau des Matuschka ist hochstehend, sie ist eine gute Frau, sie hat in ihm jahrelang alles Gute geweckt. – Trotzdem kommt der Verbrecher zum Durchbruch, als den ihn das Bild auch vollständig zu erkennen gibt.)

3. Dort, etwas vor und oberhalb des Ohres, wo der Gelderwerbssinn liegt, ist eine schwere abnorme konvexe Plastik, und gleich darunter fällt die Schläfe konkav ein, ein Zeichen, daß die Gehirnsäfte teils eingetrocknet sind und nicht genügen, das große Gehirn richtig zu ernähren. Infolgedessen stockt die normale Gehirnstätigkeit und ist dem starken Wechsel unterworfen. Daher das halb wahnsinnige, kaum zu verstehende Gebahren dieses Menschen.

4. Die Kinnbackenpartie ist übergroß. Darin kommt eine furchtbare geheime Brutalität zum Ausdruck, die Eisen und Brücken zerreißt und keine größere Freude kennt, als die Stücke fliegen zu sehen.

5. Dabei hebt sich spitz etwas nach oben gehend die Nase hervor. Der unterste Teil derselben, wo das Geschlechtsleben sich zeigt, ist im Gewebe verschwollen, (Geschlechtskrankheit), die Entfernung von der Nasenspitze bis zum Kinn, das hart vorspringt, ist proportional zu groß, auf Härte und Kälte deutend und vielfach Verbrechern eigen, und dazwischen liegt ein hart geschnittener Mund, schauerlich im Ausdruck, wie gefühlsirre, idiotenhaft, teils an einen alten, verlebten Mann erinnernd. Das zeigt deutlich die sexuelle Entartung und schwerste Disharmonie. (Ein normal guter, weicher Mundschnitt zeigt normal gute menschliche Gefühle).

6. Der Zug des mittleren Nasendaches, wo das Empfinden sich zeigt, ist stark, fast schön, aber hart. Er lebt also bei schwerster Disharmonie und sexueller Entartung in schönen Gefühlen, hochfliegenden Ideen und Vorspiegelungen, die Welt zu erlösen, berühmt zu werden, Gutes zu tun usw. Das ist das Rätsel Matuschka.

7. Betrachtet man im Verhältnis zu den schweren Formen des Unter-gesichts das Auge und die Größe des Auges, so bleibt fast nur ein Punkt mit schwachen, halb verkümmerten Augenlidern. Dieses Merkmal gibt Aufschluß darüber, daß die Geisteskraft halb wie erloschen ist, moralisch verkümmert, sich aber eisenhart auf einen Punkt verlegen kann.

8. Für den Leser schwerer zu erkennen ist die Verhärtung des Seiten-halsgewebes und die schwere Belastung unter dem Kinn. Aehnliches zeigt der unschöne Nacken.

Diese ungünstige Veränderung des Halsgewebes deutet auf schwere Belastung im sympathischen Nervensystem, was in Verbindung mit allen anderen Merkmalen zu Wahnvorstellungen und Verbrechen treibt.

Auch die Umrißlinie des Hinterhauptes, die das Tatleben zeigt, (man muß das vollentwickelte, in allen Teilen normal gut gebaute Hinterhaupt vergleichsweise sich vorstellen, um die Mängel zu erkennen) deutet auf Anlage zu schwerer Disharmonie.

Der Dauereindruck des Gesichts und Kopfes ist schauerlich, der des moralisch irren Verbrechers.

So löst sich das Rätsel dieses Menschen, aus der Form lernt man ihn erkennen, sein Wesen und seine Handlungen verstehen.

Nun wäre ja das Drama im ersten Teil zu Ende, Matuschka ist festgelegt und zu Kerker verurteilt, obwohl die Irrenanstalt der bessere Ort für ihn wäre, denn dorthin gehört er und nicht ins Zuchthaus.-

 

Die Frau des Matuschka

hat von dem Verbrechen ihres Manes nichts gewußt. Sie versuchte, als sie davon erfuhr, sich das Leben zu nehmen.

Man sollte nun annehmen, da alle Welt Matuschka verurteilt, sie, die Frau würde dasselbe tun und sich ebenfalls von ihm abwenden.

Das ist nicht der Fall.

Obwohl der Mann über sie und ihr Kind das größte Leid gebracht hat, ist die Frau überzeugt, daß Matuschka im irren Wahn die Verbrechen beging, worin sie zweifellos, wie wir gesehen haben, recht hat und sie will alles tun und opfern, damit er aus dem Kerker heraus in die Irrenanstalt kommt.

Hier offenbart sich eine große Frauennatur.

Obwohl alle den Stab über Matuschka gebrochen haben und das erste Urteil besprochen ist, will sie, die Frau, ihm helfen, seine Lage verbessern und ihn womöglich vor einer späteren Hinrichtung bewahren.

Die Frau hat schwer gelitten und schweres durchgemacht. Die Tragik steht ihr im Gesicht geschrieben, – und doch ist ihr Erbarmen und ihr Mitleid mit dem Manne, der das alles verschuldet hat, riesengroß. Sie ist durch das Leid zu einer großen Selbstüberwindung gekommen und innerlich zu einer Heldin emporgewachsen.

Um ihretwillen wäre zu wünschen, daß Matuschka, der ja ein moralisch Irrer und im Nervensystem und Gehirn schwer belasteter Mensch ist, dauernd in einer Irrenanstalt Aufnahme fände. So liegen auch hier die schroffsten Gegensätze, die Höhen und Tiefen dicht beieinander.

 

 

DgM 002 MK Kopf

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

DgM 002 MK Unterricht

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

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