Schlagwort: Helioda

Juni 1941 Letzte Ausgabe von „DgM“ 101. Juni 1991 Akademische Publikation zur Selbstverantwortung by Wolfgang Timm

20121230-224842.jpg Es folgte auf persönliche Anordnung vom damaligen
Reichslügenminister Goebbels die TOTALE VERNICHTUNG ALLER HUTER-WERKE im damaligen Nazi-Deutschland. Rettung jedoch über die Schweiz. Herausgeber von Der gute Menschenkenner, Amandus Kupfer, 1879-1952, entkam zum Ende des Krieges einem Verhaftungsbefehl mit KZ-Einlieferung, aufgrund von Glück und den damaligen Wirren
Frühjahr / Sommer 1945.

Neuherausgeber Diplom Psychologe Wolfgang Timm, Kreator von Gesamtschau-Digital: Carl Huter’s Original-Menschenkenntnis & Ethische Schönheitslehre.

Abschluss von DgM-Digital aller 101 großformatigen Zeitungsausgaben am 5. Februar 2010.

PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS,ZÜRICH, & CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV, HUSUM, KOOPERIEREN.

ZUR PERSON WOLFGANG TIMM, Neuherausgeber-Digital „DgM“:

DIPLOM 1990
UNIVERSITÄT HEIDELBERG. AKADEMISCHE PUBLIKATION JUNI 1991 HÖRPÄD,
HEIDELBERG.

1941 NAZI-VERBOT und Totalvernichtung aller Werke von CARL HUTER (1861-1912).

Genau 50 Jahre später, Akademische Publikation, Juni 1991, Heidelberg.

Februar 1995 Erwachen – aus der Matrix des Kollektivs. WISSENSCHAFTLER FU Berlin, Uni Flensburg.

DIPLOM PSYCHOLOGE, Reha-KLINIKEN.

2004 KREATION+PUBLIKATION GESAMTSCHAU-DIGITAL: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS& KALLISOPHIE. http://www.chza.de

Seit Oktober 2007 Kooperation CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV, CHZA, Husum, und PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS, Zürich.

Oktober 2005 VERTRIEB-DIGITAL (9 DVDs) 101 Ausgaben & Der gute Menschenkenner 1932-1941.

Kooperation CHZA & AU1979verus, WOLFGANG TIMM &;
ALEXANDER ALTHOVEN, 2009-2011.

Hauptsponsor Carl-Huter-Zentral-Archiv, http://www.chza.de: Mr. JingJing Zhu, Shanghai.

INHABER CHZA Herr JingJing ZHU, Kommissarischer Geschäftsführer CHZA ist
Medical-Manager Wolfgang Timm.

In der Jubilaeumsausgabe zum 150. Geburtstag vom Privatgelehrten CARL HUTER am 9. Oktober 2011, der Fachzeitschrift PHYSIOGNOMISCHE PSYCHOLOGIE, Oktober 2011, Nr. 72,
der PHYSIOGNOMISCHEN GESELLSCHAFT SCHWEIZ wurde die vom Autor
Medical-Manager Wolfgang Timm Ende Neunziger Jahre erstellte „LISTE DER PRIMAERLITERATUR VON CARL HUTER VON 1893 BIS 1952“ publiziert.

EDITED BY WOLFGANG TIMM, CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV. http://www.chza.de
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2012 in review Helioda1’s Weblog RÜCKSCHAU – Statistik

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 15.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 3 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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DgM 051

Der gute Menschenkenner 051 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        

 

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© April 1937, Nr. 51

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DIE GROSSEN

FRAUEN

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An den großen, charaktervollen, idealen Frauennaturen sind die großen Männer und Völker emporgewachsen, an den charakterlosen, lieblosen, sittenlosen zugrunde gegangen.

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Unser Zeichner Erich Mellerke bei der Arbeit.

 

Es kann wohl keine schönere Aufgabe geben, als das Leben großer Frauen zu schildern und zu würdigen.

Wir lernen sie aber erst so recht verstehen, wenn das Bildnis vor uns liegt und die psycho-physiognomische Kunst der Menschenkenntnis dabei in Betracht gezogen wird.

Das soll hier geschehen. –

Daß es nun gerade Schweizer Frauen sind, die wir heute würdigen wollen, liegt nicht etwa daran, daß vielleicht andere Länder weniger große Frauen hatten, nein – das ist es nicht, sie sind überall vorhanden und oft gerade da, in kleinen Alltag des Lebens, wo wir sie am wenigsten vermuten.

Gerade die Schweiz, dieses schöne Land mit seinen urwüchsigen Bewohnern, und besonders die deutschsprachige Schweiz ist uns stamm- und artverwandt, und von jeher hat besonders zwischen Baden- und Würtemberg diesseits und den Schweizer Kantonen jenseits des Rheines ein reger Verkehr stattgefunden.

Wer wie ich im Laufe der letzten Jahrzehnte so viel Gutes durch die Schweiz erfahren hat und die Schweizer Gastfreundschaft kennenlernte, der kann gar nicht anders, als die Schweiz und die guten Schweizer Leute hochachten und wertschätzen.

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Vereinsgründung „Helioda“ in der Schweiz 1934  (Hinzugefügt)

 

Mit Staunen und Verwunderung haben viele Schweizer unsere Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] kennengelernt und sind mit Feuereifer, so recht mit dem urwüchsigen Geist des Schweizer Volkes, dafür eingetreten.

Groß, klar, sonnig und licht wie die Berge und Höhen des Schweizer Landes sind diese neu erkannten ewigen Wahrheiten der Natur, welche die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] erschließt.

Aber ich meine, ich habe das Schweizer Volk doch erst so recht in seinem Kern verstehen können, nachdem ich seine großen, edlen Frauen würdigen und verstehen lernte. Ich glaube, hier liegt ein Kernpunkt seiner Kraft, Treue und Rechtschaffenheit, den man nie übersehen sollte.

Betrachtet man das Leben der großen Schweizer Frau und besonders auch im psycho-physiognomischen Sinne, dann ist das Band zwischen der Tradition und dem Leben und Wirken des Schweizer Volkes gefunden. – Das ist der Sinn der nun folgenden Betrachtungen.

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Bild 1. Anna Marty.

Freilich ist ihr Name nur ein Pseudonym, sozusagen ein Gleichnis für viele andere, die unerkannt und unbeachtet ein Heldentum ihres Frauendaseins lebten.

Aber Anna Mary hat wirklich gelebt, sie war freilich nur eine ganz einfache Fabrikarbeiterin, doch nichtsdestoweniger eine edle Frau, eine Heldin in ihrem Wirkungskreis.

Ihre Heimat war an der Grenze der Hochalpen, wo die Natur bereits ihre Bergespracht entfaltet und – im Gegensatz dazu – im Tale die Fabrikschlote der großen Webereien rauchen.

Dort verbrachte Anna Marty ihr Leben. Arm – bitterarm, sah sie ihr Los voraus. Zuerst diente sie mit ganzer Kraft ihren armen Eltern, dann, obwohl sie sah, was kommen würde, nahm sie den Mann ihrer Liebe und diente nun ihm und ihren Kindern.

10-12 Stunden in der Fabrik, weite Wege in Sturm, Wind und Sonnenschein, und in ihrem Häuschen am Berge wartete nun erst recht die Arbeit auf sie.

Nimmermüde trug sie ihr schweres Los, immer gut und hilfsbereit lebte sie ein Leben nicht für sich und nur für andere.

Als dann ihr Mann in den Bergen durch einen Unfall zu Tode kam, da verzagte sie nicht, nahm weiter alle nunmehr vermehrte Arbeit und die liebe Sorge auf sich um ihre Kinder zu rechtschaffenen Menschen zu erziehen.

Obwohl ihr Körper schon ausgemergelt war, ihr die Kraft versagte, sie raffte sich immer wieder auf, um bis zur letzten Stunde zu schaffen, zu arbeiten, Gutes zu tun.

Sie war ein edler Mensch, wie eine Edeltanne auf einsamer stürmischer Höh, fest verwurzelt mit ihrer Heimat, gerade und aufrecht durch das Leben gehend.

Wir betrachten dieses wunderbare, große, willensstarke Auge – wie man es gar oft in der Schweiz findet -, das sowohl tief nach innen aufnimmt, wie auch in die Ferne sieht, charakterfest, klar und rein wie ein Bergkristall.

Man betrachte die unerschütterliche Willenskraft und Pflichterfüllung, die aus dem Auge spricht, man beachte die Charakterfestigkeit, die Selbstbeherrschung und Selbstaufopferung, die Willensfestigkeit, die in der kraftvollen Nasenform und dem Stirnansatz zum Ausdruck kommt.

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Man vergißt dabei ganz das einfache Kattunkleid, den abgezehrten Hals, die enge Brust, das Leid und die Entbehrung, die am Mund sich spiegeln, die harte, über ihre Kräfte gehende Arbeit, die das Kinn noch deutet, – man vergißt das alles ganz und glaubt es nicht mehr zu sehen, wenn man dieses herrliche Auge und die gerade Haltung des Kopfes betrachtet.

Anna Marty ist in Wirklichkeit eine königliche Frauennatur, sie liegt im Tat- und Bewegungs-Naturell mit Harmonie und Idealität.

Das ist des Rätsels Lösung! Wir wissen nach unserer Psycho-Physiognomik, daß dieses Naturell den höchstwertigsten Menschen eigen ist. Hier sehen wir es vor uns, wie es im Leben gekämpft, gelitten und aufrecht sich durchrungen hat und alle Pflichten auf das beste, nicht für sich, sondern für andere erfüllte!

Das ist es, was wir aus diesem Bildnis lernen wollen, die königliche Natur auch unter den Ärmsten des Volkes von vornherein zu erkennen, um sie dann nach Möglichkeit in einen solchen Wirkungskreis zu bringen, wo sie nicht nur in kleinem und engem Rahmen, sondern darüber hinaus zum größten Nutzen und Segen für die Allgemeinheit vorbildlich wirken kann.

Das ist es, was diese Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] als Weltkulturfaktor erreichen will. –

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Unser Zeichner, Herr Mellerke, schrieb: „Wenn man diese Frauenbilder zeichnet, dann merkt man so recht den großen Geist, der daraus spricht!“ Jawohl, wir wollen sie erkennen, die hochwertigen Edelmenschen auch unter den Frauen, und wir wollen sie schätzen als unser kostbarste Gut auf Erden!

 


Bild 2. Frau Katharina Sulzer-Neuffert.

Jetzt sehen wir im Geiste ein frisches Mädchen ihre Heimat im Schwabenland verlassen, wo ihre Eltern gestorben waren und sie nun ganz allein auf sich selbst angewiesen dastand.

Mit frischem Mut und frohem Sinn sehen wir sie über den Bodensee fahren, in die Postkutsche einsteigen in der Richtung nach Winterthur, wo sie ihre Stellung antritt.

Was hatte sie mit diesem Schritt in die Fremde für ein Leben vor sich? – Sie wußte es nicht, aber frisch und froh griff sie die Arbeit an, die sie begleitete, die sich steigerte und sie nicht mehr verließ. Wir wissen es heute, und wir wollen diese tüchtige und gute Frau ehren!

Bald hieß es in Winterthur, die Kathrine ist das sauberste Mädel, und als der Dreher Schaggi Sulzer ihre Hand begehrte, da hatte sie erst so Recht die neue Heimat dort gefunden.

In unentwegter Treue, Arbeit und Mithilfe stand sie ihrem tüchtigen Manne zur Seite, der mit aller Macht und Kraft sein Handwerk vorwärtszubringen strebte. So entstand aus den kleinsten Anfängen unter den größten Schwierigkeiten das heute weltberühmte Eisenwerk Gebr. Sulzer.

Bei aller Tüchtigkeit ihres Mannes und später ihrer Söhne, ist es doch diese hervorragende Frau und Mutter gewesen, die im stillen, immer wieder ausgleichend und versöhnend, den Grundstock für das Gedeihen des großen Werkes gegeben hat.

Wie Vertrauen erweckend, wie gut und lieb ist doch das Gesicht, das dieses Bildnis zeigt!

Es sind die treusorgenden Augen der Gattin und Mutter, die stets nach dem Rechten sehen muß, die stets und zu jeder Zeit hilfsbereit ist, die sparsam, wirtschaftlich, äußerst fleißig und umsichtig ist, die nicht ruhen und rasten darf.

Die Breite des Gesichtes in der Region des unteren Seitenhauptes zeigt die vorzüglichen wirtschaftlichen und ökonomischen Talente und die Breite der Nasenwurzel den außerordentlichen praktischen Sinn.

Dabei ist das Auge ganz warm, gut, weich und freundlich, wie auch das Mittelgesicht und die Züge um Mund und Wangen.

Das starke Kinn und der kräftige Unterkieferbogen zeigen die enorme körperliche Arbeits- und Schaffenskraft, wie auch die Tat- und Ausführungskraft.

Es ist nicht nötig, ihren wohltätigen Sinn hervorzuheben und viele andere Tugenden zu preisen, der Leser erkennt sie aus diesem wacker schaffenden, treuen und guten Angesicht.

So sieht die Frau aus, die mit beiden Füßen fest auf dem Boden des praktischen Lebens stehend, mithilft, daß ein angefangenes Werk blühen und gedeihen kann, die immer wieder im besten Sinne harmonisch ausgleicht als die stetig gute Impulskraft.

Es ist das harmonische Bewegungs- und Ernährungs-Naturell, das praktisch wirtschaftliche, man möchte fast sagen, soweit man davon bei der Frau sprechen kann, das Unternehmertalent.

Es ist im Gegensatz zu Anna Marty ein hochwertiges Naturell mit praktischen wirtschaftlichen Fähigkeiten. Es ist darüber hinaus die treusorgende und liebende Gattin und Mutter, die ihre Liebe und Hilfsbereitschaft auf alle ihre Mitmenschen überträgt.

Man sieht an diesem Bildnis zum zweiten Male, daß man den hochwertigen Menschen erkennen kann und was er nach seiner jeweiligen Naturellanlage zu leisten imstande ist, daß es darum gar kein höheres Gesetz geben kann, als solche Menschen, einerlei, ob es Männer oder Frauen sind, stets richtig zu erkennen und möglichst an einen solchen Platz zu stellen, wo sich ihre Kräfte und Anlagen voll auswirken und entfalten können.

Zum anderen erkennen wir, daß die Naturellanlage eines Menschen sozusagen sein eigenes Grundgesetz ist, in dessen Rahmen er einzig und allein gesund und glücklich sich auszuwirken imstande ist. Wenn dieses Naturgesetz einmal erkannt ist, dann wird die Zeit kommen, wo es in jeglicher Gemeinschaft nur noch gesunde, tat- und schaffensfrohe, glückliche Menschen gibt. Denn Katharina Sulzer ist das lebendige Beispiel dafür. Trotz späterer Krankheit, trotz ihres hohen Alters, sie war ein in sich harmonisch ausgeglichener, guter und glücklicher Mensch – eben, weil sie am rechten Platz stand und sich voll entfalten konnte.

 

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Bild 3. Katharina Morel.

Ja, was diese Frau, ein Luzerner Kind, durchgemacht hat, das ist gar nicht zu glauben, man hat sie daher mit Recht als die tapfere Frau bezeichnet.

Es ist das Geschlechts- und Lebens-Naturell mit Harmonie.

Man betrachte die in älteren Jahren noch plastischen und vollen quellenden Formen, die von einem ungeheuren Vorrat an Kraft, Stoff und Lebensenergie zeugen.

Man betrachte die plastische Stirn, in der ein klarer Verstand wohnt, diese großen, dunklen, klugen Auge und die gerade, Willensstärke zeigende Nasenbildung, es ist die vorzügliche und angeborene praktische Menschenkenntnis, die diese Frau besaß und ohne die sie in ihrem bewegten Leben gar nicht durchgekommen wäre. Es ist die praktische Menschenkenntnis, die nunmehr lehrfähig geworden ist und die sich jeder aneignen kann und sollte.

Daher hat sie ihre Intelligenz und Klugheit so außerordentlich herausgeschult zu einer wirklichen praktischen Welt- und Lebenserkenntnis.

Sie war eine Wirtstochter, und so ist infolge ihrer Anlage gar nicht wunderzunehmen, daß sie schon mit 16 1/2 Jahren heiratete und daß sie dann ihren Manne, dem Sattler Heinrich Peyer vom 2. Schweizer Regiment, als dieser für Napoleon gegen Rußland in den Krieg zog, einfach folgte und mitzog.

Diese tapfere Frau mit ihrem starken Liebessinn konnte nicht anders, sie folgte dem Manne auf Leben und Tod.

Was der Zug nach Rußland bedeutete, braucht nicht gesagt zu werden. Nur 30 Soldaten von dem ganzen Regiment kamen mit ihr und ihrem Manne zurück, ja, ohne sie hätte ihr Mann ganz gewiß die Heimat nicht wieder gesehen.

Aber auch später, als ihren Mann im Bewegungs-Naturell die Ruhelosigkeit wieder gefaßt hatte, – das Bewegungs-Naturell haßt die Ruhe und Bequemlichkeit – ließ sie ihn nicht allein ziehen, sie begleitete ihn.

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In allem bewegten Kriegsleben was sie die überlegene Menschenkennerin und gerade deswegen und aus Anlage die praktische Frau, die unverzagt eine verlorene Existenz nach der andern freudig wieder von neuem aufbaute.

Was kein Oberst des Regiments durchsetzte, das schaffte sie mit ihrer Energie, Klugheit und Menschenkenntnis.

Dabei entwickelte sie die tapfersten Eigenschaften, man betrachte die gespannte Energie an Augen, Stirn, Nase, Kinn, Mund und Haltung. Sie entfaltete Übersicht und Voraussicht.

Was ein Mensch bei solcher Anlage, wenn sie zum Harmonischen geht, dulden, ertragen, leiden und an Freude schaffen kann, darüber gibt dieses Bild Auskunft.

Sie heiratete später nochmals und war Besitzerin des „Schweizer Hofes“ in Luzern.

Im hohen Alter noch ging von ihr eine große moralische Kraft aus. Sie, die den Tod nicht gefürchtet hatte, erwartete ihn, als er sich ihr nahte, ruhig, ohne Ungeduld und ohne Angst. Das war Katharina Morel, die tapfere Frau!

 

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Bild 4. Anna Josefine Dufour.

Man kann ruhig sagen, es ist das ideale harmonische Naturell. Was das bedeutet, ist unsern Lesern bekannt. Edler Stolz, große Schweizer Vornehmheit, Tüchtigkeit und Idealität zeichneten sie aus.

Dieses Naturell ist materiell, geistig und moralisch zu Hächstleistungen befähigt – und das hat Frau Dufour bewiesen.

Über den Augen prägt sich der Sinn für Schönheit, Raum- und Ebenmaß aus, eine gewaltige geistige Kraft und Formerfassung zeigt die Nasenwurzel und die klassische Stirnform. Sie hat dabei den auserlesenen Geschmack, den großen Farben- und Ordnungssinn, die Berechnung und Übersicht, siehe die Stirnbildung seitlich und unmittelbar über den Augen, sie hat die große Tat- und Durchführungskraft und die wirtschaftlichen Talente, siehe Kinn und Unterkiefer und das starke Seitenhaupt.

Wunderbar ebenmäßig, klassisch schön und rein sind die Formen, hochgewölbt ist der Scheitel, und eine wunderbare Vornehmheit, Ruhe und Sicherheit spricht aus Haltung und Gesicht. Eitelkeit liegt ihr fern, alles an ihr ist echt und wahr.

Dieser lebhafte Geist entwickelte sich zu einem Verwaltungsgenie. Die ganze hohe Schweizer Kultur und Menschlichkeit ist in dieser Frau verkörpert.

Als ihr Mann starb, heiratete sie nicht mehr. Sie übernahm das große Geschäft, um es ihrem Sohn zu erhalten, mit einem treuen Teilhaber, Johannes Alispach, und leitete unter der Firma Dufour & Co 40 Jahre lang dieses große Unternehmen.

Man betrachte die großen, wirklichkeitsnahen – und doch fernblickenden Augen, die Feinheiten in diesen Zügen, hier offenbart sich wohl das große Geheimnis der Kulturhöhe des Schweizer Volkes, soweit das Gute zu Tat und Leben drängt.

Aber ein Kleinod hat diese Frau noch besessen, man beachte die Gespanntheit der Haltung, das geistig Rege an Augen und Gesicht, die klassische Nasenwurzel, den forschenden, ruhig beobachtenden Blick des warmen Auges, es ist die angeborene und erworbene Gabe der praktischen Menschenkenntnis, durch die sie befähigt wurde, das große Unternehmen so viele Jahre mit Erfolg zu leiten.

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Sie täuschte sich vermöge ihrer Menschenkenntnis nie in einem Menschen, sie hatte damit eine ungeheure Waffe in Aug und Hand, und wer in ihren Diensten erprobt war, dem hielt sie unentwegt ihr Vertrauen. Sie täuschte sich nicht und sah im Gesicht des Menschen, wie er dachte, handeln würde, liebte und lebte.

Was wäre diese Frau ohne ihre Menschenkenntnis? – Mit sicherer Hand konnte sie, was niemand geglaubt hätte, das Unternehmen ihres Mannes weiter- und aufwärts führen.

Das Erbe Lavaters scheint vielen Schweizern nahezuliegen. Vielleicht stellt dieses Volk bald solche ideal-harmonischen Naturen, die es tatsächlich gibt – Männer und Frauen -, an die ersten Stellen, vielleicht folgt es dieser Naturwahrheit – vielleicht aber folgt es disharmonischen Naturen -, man weiß es nicht. Ich will hier nur den echten Schweizer Geist dieser großen Frauen zeigen und erklären, wie man ihn erkennt!

Hier ist das Mittel, die hochwertigen und kernigen Naturen auszulesen.

 

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Bild 5. Herzogin Colonna.

Diese prachtvolle Büste zeigt die Dame der großen Welt, die gottbegnadete Künstlerin.

Der Anlage nach ist sie mit dem zarten, verfeinerten Körperbau, dem zarten Gesicht und der hohen, breiten Stirn ein Empfindungs-Naturell.

Sie strebte nach einem vollendeten Ideal, und in unermüdlichem Fleiß hat sie die herrlichsten Plastiken geschaffen.

Wir wissen, daß die Empfindungs-Naturelle, wenn sie ethisch, künstlerisch und wissenschaftlich durchgebildet sind, leicht in das Ideale und Geniale übergehen. Das war hier der Fall.

Das Auge hat den scharf beobachtenden Ausdruck, wie er großen bildenden Künstlern eigen ist.

In Reichtum geboren, umgeben von Kunst und Pracht, inmitten einer großen Natur, fern von allen Sorgen des Alltags, konnte sich dieses Naturell gerade so ausleben und entfalten, wie es seiner Anlage entsprach.

Sie wollte ihr Leben so gestalten, daß sie anderen damit nützlich sein könne, ganz in ihrer Art, ganz in ihrer Weise, und das hat sie auch vollbracht.

Sie stammte aus der Familie d`Affry, und als ihr Gatte, Herzog Colonna, nach drei Monaten glücklicher Ehe starb, heiratete sie nicht mehr.

Es ist immer dasselbe. Das Empfindungs-Naturell neigt zur Entsagung, auch inmitten von Reichtum und Pracht – man beachte den fein geschwungenen Mund -, in Armut opfert es sich, in Reichtum und Pracht lebt es dem Idealne und Schönen, Kunst, Religion und Wissenschaft.

Prachtvoll ist der Schwung des Halses und Nackens, edel Arm und Brust, Ohr und Wangen, den hohen Adel des Innenlebens kundgebend.

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Zur höchsten Höhe des Lebens führt uns das Empfindungs-Naturell, in die Welt des Geistes und der Kunst. Die Herzogin erstrebte das Ideal der Vollendung der Persönlichkeit – im Rahmen ihrer Naturellanlage. Sie wollte andere beglücken, erfreuen, Wohltaten erweisen. Leiden und Not lindern – und so wuchs sie selbst mit ihren Idealen zur moralischen Persönlichkeit empor.

Obwohl den Verlockungen des Reichtums und des Wohllebens preisgegeben, lebte sie doch ihrer sich selbst auferlegten Pflicht, alles in den Dienst des Idealen, Guten und Schönen zu stellen.

So finden wir sie, die hochwertigen Frauen, ob arm oder reich, ob in Not und Lebenskampf, ob ringend um die Existenz für Gatten und Kinder, sie bleiben sich selbst getreu. Ja, wir werden noch sehen, je mehr diese edlen Menschen behindert wurden, desto weiterbarmender und liebender wurden sie. Solle es angesichts dieser Tatsachen den guten Menschen nicht einleuchten, daß Menschenkenntnis nötig, gut und nützlich ist? –

 

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Bild 6. Marie Anna Calame.

Meine Hand vermag das hohe Lied des Lebens dieser Frau nicht gebührend zu schildern.

Wenn man aber das Bild betrachtet, so hat man den Eindruck, als wenn sie viel Armut, Not und Elend gesehen und mitempfunden hätte. Betrachtet man das Auge so glaubt man, daß ihre Kraft zu helfen dabei immer größer geworden wäre.

Man merke sich dieses Auge, diese weichen, warmen Formen, es spricht daraus das Mitleid, der Wille zu helfen, Leid in Freude umzuwandeln. (Der Ausdruck ist ganz entgegengesetzt dem harten, kalten Auge des Menschen, der Freude in Leid und Wahrheit in Finsternis umwandelt.)

Es ist die Mutter der Armen und Waisen.

Sie schuf das erste Rappenliebeswerk. Es herrschte damals um 1800 nach den Kriegszeiten großes Elend, und ihre Hilfe kam zur rechten Zeit.

12 Bewerber schlug sie aus – und heiratete nicht, weil sie befürchtete, ein Mann könne womöglich das Werk, das sie vorhatte, hindern. Entsprechend reserviert und eigen ist auch der Mundausdruck.

Sie nahm zuerst 16 Waisen und Bettelkinder zu sich in Kost, Logis und Unterricht. Sie wollte den Ärmsten der Armen helfen.

Aber wenn man glaubt, die Behörden und Mitmenschen hätten sie dabei unterstützt, dann irrt man sich, sie wurde von den Behörden peinlich genau überwacht, alles, was sie jahrelang in unermüdlichem Fleiß geschaffen, Gutes und Liebes getan hatte, das wurde ihr übel ausgelegt und abfällig kritisiert.

Aber allmählich rang sie sich durch – sie lehrte ihren Pfleglingen den Glauben an Gott und Christus, aber doch in etwas anderem, wie üblichem Sinne, und bald begeisterte sie viele Menschen zu freudiger Mitarbeit.

Sie ließ ihre Zöglinge arbeiten, lehrte ihnen die Anfertigung von Spitzen, gründete eine Zeichenschule, fertigte und lehrte Porträtmalereien in Emaile, sie lehrte durch ihr Beispiel die Führung eines einfachen, wohlgeordneten Lebens und nahm sich des ganzen, von ihr betreuten Menschen an, um ihn zu ertüchtigen, den Kampf des Lebens führen zu können.

Wir sehen, wie praktisch sie vorging – ganz nach ihrem Naturell, Bewegung und Harmonie (Kennzeichnend ist das lange energische Gesicht und für das erzieherische Talent die lange, bestimmte, gerade Nasenform), brachte sie es fertig, tüchtige Menschen aus ihren Zöglingen zu machen. Der seitlich abfallende Augenbrauenzug zeigt, wie sie das Leid selbst miterlebte.

Das erste Kind, das sie aufnahm, lief bettelnd von Haus zu Haus und war nur in alte Lumpen gehüllt.

Der erste Knabe, der seinen Lehrzeit bei ihr beendet hatte, gab ihr sein ganzes erstes selbstverdientes Geld.

Als sie schon Weltruhm hatte, blieb sie ihrer Einfachheit treu! Das ist das Wunderbare bei diesen Naturen, sie bleiben wie sie sind, kein Reichtum und keine Ehre vermag sie zu erschüttern.

Aber noch haben wir die Hauptsache nicht gesagt, wodurch Anna Calame ihre besten Erfolge hatte.

Man beachte den forschenden, beobachtenden Ausdruck der Augen in Verbindung mit der plastischen Nasenwurzel und der langen, geraden, ausdrucksvollen Nasenform. Sie hatte die große Freude am Beobachten der Natur und menschlicher Gesichter. Sie war eine vollendete Menschenkennerin. Als sie schon 250 Zöglinge hatte, kannte sie jeden einzelnen dennoch ganz genau, kannte seinen Charakter, ging darauf ein und leitete den Schüler danach langsam vorwärts und aufwärts.

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Sie besaß also auch noch die große Kunst der richtigen Menschenbehandlung.

Sie, die Mutter der Armen, starb mit den Worten: „Ich verzeih allen, die mich gekränkt haben, und bitte alle, die ich kränkte, um Vergebung.“

O, das Letztere zu sagen, hätte sie nicht nötig gehabt, wir bitten sie um Vergebung, daß heute noch, trotz ihrem Vorbild, es noch Armut, Not und Leiden in der Welt gibt!

Sie stammte aus dem Tal von Locle in der welschen Schweiz. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß sie Vorgänge erlebte, die an das Wunderbare grenzten.

 

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Bild 7. ´s Mutterli. (Elise Rupp).

Das ist ´s Mutterli! Man kann sie wohl auch dem Bild nach gar nicht besser benennen, denn alles, was man unter dem Wort „Mutter“ versteht, erwacht in uns beim Anblick dieses Bildes.

Wer noch nicht weiß, wie der gute Mensch aussieht, hier ist er – hier kann man ihn studieren. Wenn erst das Lob des guten Menschen ertönt – heute wohl vielfach Gutheit mit Schwäche und Dummheit noch verwechselt -, dann wird selbst die Natur, die ja nicht tot ist, an solchem Erleben teilnehmen.

´s Mutterli wollte in ihrer Jugend Erzieherin werden. Sie stammte aus Zug, lebte später im Aargau und heiratete in ein Doktorhaus.

Da gab es viel zu tun. Ein Haus voller Kranker und Hilfsbedürftiger – das war schon ein rechtes Wirkungsfeld für sie.

Als dann aber ihr Gatte starb, da nahm sie unter schwersten Umständen ihren Jugendvorsatz auf und verwirklichte ihn.

Sie wurde wie ein guter Engel, wollte immer nur helfen, Gutes tun – alles für andere und nichts für sich selbst.

Sie begründete eine vorbildliche Erziehungsanstalt ganz in den Bahnen des von ihr hochverehrten Pestalozzi, und doch wieder ganz nach ihrer Ursprünglichkeit.

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Sie paßte die Erziehung den praktischen Bedürfnissen an, sie übte einen magischen Einfluß aus, entfachte in ihrer ganzen Umgebung einen Wetteifer im Lernen und Arbeiten, im Wohltun, im Opfern und Helfen. Man sagt, über dem Schweizer Land wehte damals die Fahne der Humanität, der Liebe und Gemeinnützigkeit.

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Schweiz-Symbol (Hinzugefügt)

Vielleicht ist das scheinbar zu viel gesagt, aber man kann sicher sein, der Einfluß einzelner guter Menschen ist oftmals viel gewaltiger und größer wie man glaubt.

Man betrachte dieses Bild, es ist die vollendete Harmonie und Gutheit. Daß man noch sagen muß, wie der gute Mensch aussieht – hier ist doch sein Bild: Warme, strahlend gute weiche Augen – ein wunderbar mildes, weiches, reines und warmes Gewebe. Das ist schon im Prinzip alles, es ist nicht viel – so wenig, wie der gute Mensch für sich selbst beansprucht. Aber es will doch gelehrt, es will gesehen und verstanden werden. Alles andere sagt das Bildnis, mehr wie Worte es vermögen – man studiere es eingehend, und wo man ähnliches wieder findet, da erinnere man sich, daß man den guten Menschen nicht bekämpfen, sondern ihm helfen soll, denn durch ihn kommt das Glück in die Welt. Auch braucht man den guten Menschen nicht zu fürchten, er tut nichts Böses. Man gebe sich einmal Mühe, den guten Menschen zu verstehen, und man wird bald finden, daß es sich reichlich lohnt.

´s Mutterli starb mit 83 Jahren, ohne Kampf, ohne Schmerz, im festen Gottvertrauen. Wir legen ihr im Geiste die schönste Rose auf das Grab.

 

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Bild 8. Anna Schlatter.

Anna Schlatter, geboren in St. Gallen, liegt, – das zeigen ihre großen, geistreichen Augen in Verbindung mit der kräftigen deutschen Nasenform – im harmonischen Tat- und Bewegungs-Naturell.

Mag ihre Zeit vergangen sein, mag sie in ihrer Tracht uns heute nicht mehr modern erscheinen – die Erinnerung an sie, ihre Charaktergröße und Einfachheit, ihre liebe, warme Frauennatur soll ein nie versiegelnder Quell ewiger Jugendkraft sein und bleiben.

Dieses wundersame Auge mit dem weichen und sanften und doch so festen Blick trifft man gar oft im Schweizer Land, als spiegele sich darin die Heimat mit ihrer felsigen Bergwelt, ihren lieblichen Tälern und klaren Seen.

Anna Schlatter war eine ausgeprägte Persönlichkeit, ein Charakter, ein lebhafter Geist von natürlicher Frömmigkeit und großer Menschenliebe. Sie war ihrem Gatten in treuer Liebe ergeben, sie hatte einen außerordentlichen Scharfblick und eine große Gewandtheit in allem, was ihre Hände anfaßten.

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Sie war Gattin, Mutter, Hausfrau und Geschäftsfrau, und doch bewahrte sie sich die Freiheit und Beweglichkeit des Geistes und sammelte in ihrem Kreis die Besten ihrer Zeit. Lavater war ihr Seelenfreund. Ihre ganze Wesensart prägt sich deutlich in diesem durch die großen Augen so außerordentlich belebten Gesicht mit der ausdrucksvollen Nasenform und dem charakteristischen Mund, den bewegten und lebhaften Zügen aus.

Alles in diesem Gesicht ist Offenheit und Geradheit, ist Festigkeit und Zuverlässigkeit, Regsamkeit und Fleiß, Geist und Treue.

Sie sah in der Vervollkommnung des eigenen Selbst ihr höchstes Lebensziel. Im Charakter treu wie Gold, in der Seele von feinster Empfindlichkeit, in Kraft und Tätigkeit unermüdlich, von regsamem Geist, fromm und gottesfürchtig, so steht sie vor unseren Augen: Nicht ein unerreichbares Ideal, sondern ein wirkliches Vorbild echter Frauentugend.

 

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Bild 9. Johanna Spyri.

Das Bergdorf Hirzel an der Straße von Zug nach Zürich war ihre Heimat.

Man glaubt, in eine träumerische Märchenwelt zu sehen, wenn man das beschattete, geheimnisvolle und doch so freundliche Auge betrachtet und dazu den sprechenden Mund, als würde er gerade eine ihrer schönsten Geschichten erzählen.

Es ist ein Auge, das bis in die Feinheiten alles wunderbar lieblich beobachtet. Dabei sind die Gesichtsformen schärfer und sehr markant herausgeholt, ein wenig härter – aber doch sehr durchgeistigt, und im Mittelgesicht strahlt warm das allerfeinste Empfinden aus.

Das sind gewisse Kontraste, und so sah sie die Unterschiede des sich abspielenden Lebens ganz und gar mit eignem Sinn und eigner Gefühlstiefe. Alle Geschichten krönte sie mit größter Lieblichkeit, – wie sie symbolisch schön und eigenartig das Haar über das Haupt gelegt hat.

Sie schuf die herrlichsten Kindergeschichten, sie weckte die Lust und Freude am Leben – und dieses wird ja wohl die Erziehungskunst der Zukunft sein -, sie machte das einfachste und kleinste Leben des Alltags dennoch fesselnd, lebendig und wertvoll. Sie erzählte so natürlich, wahr und echt, daß ihre jungen Leser mit den Gestalten ihrer Erzählungen alles miterlebten, mitfühlten und sich mitfreuten.

Sie selbst verbarg ihre Schriftstellerei und merkte es nicht, daß sie bereits eine berühmte Frau geworden war. Sie hatte aber auch einen starken Eigenwillen, denn im Unterton erscheinen die Gesichtsformen etwas herb, sind aber dennoch von feinsten, warmen, lichten und nervenreichen Gewebe umspannt.

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Johanna Spyri  blieb bei einer einmal gefaßten Meinung, aber bei den Armen und Kranken, das schmolz alle vorgefaßte Meinung und löste sich in großes Mitleid, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.

Man beachte das sehr breite Oberhaupt, wo die Ansammlungssinne für Poesie und Dichtung und der Idealsinn unter der hohen und reichen Haarkrone liegen. – Wie ganz scharf erfassend die seitliche Augenlidbildung ist – Aus der freundlichen weißen Halskrause schaut sie uns wie die echte, liebe Märchenerzählerin an.

Sie blieb auch im Alter noch jung im Gemüt, wie die Gestalten ihrer Erzählungen, das Heidi, das Gritli und viele andere jung geblieben sind.

„Und so blau ist kein Himmel,

Keine Sonne so licht,

Wie die Sonne der Heimat,

Und die laß´ich auch nicht.“

 

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Bild 10. Anna Pestalozzi.

Leise verklingen mit diesem Bild unsere Zeilen über die große und edle Schweizer Frau.

Sie verklingen  so leise und bescheiden, wie das Leben von Frau Anna Pestalozzi war. 50 Jahre Liebe, Treue und Aufopferung für ihren Gatten, dessen gutes Omen, dessen lichte Hand sie war, die ihn in feiner und edler Weise schützte.

Das kann nur der verstehen, der weiß, was es heißt, an der Stelle eines genialen Empfindungs-Naturells, wie es Pestalozzi, ihr Gatte war, durch Leben zu schreiten.

Wie viel sie unter den äußeren Verhältnissen gelitten hat, das zeigt dieses liebe, leidvolle, dennoch sonnig freundliche Gesicht. Ihr Leben lang übte sie die vollendetste Selbstbeherrschung, das zeigt diese lange feine Nasenform.

Sie bewahrte ihren Gatten, wenn er in schlimmer Not war, vor Verzweiflung. Wie muß diese Frau mit den weichen, eindrucksvollen Zügen mitempfunden und mitgelitten haben, und dennoch verraten noch die Augen auch den Abglanz ihres Glückes.

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Die übermäßige Anstrengung und das harte Leben brachen schon frühzeitig ihre Kraft, aber in ihren Idealen, in ihrer großen Liebe blieb sie unerschütterlich fest und stark. Mochte auch der Körper brechen, der Geist brach nicht.

Was wäre aus Pestalozzi ohne diese Frau geworden?! Anna Pestalozzi lebte eine ideale Liebe. Sie wollte ihren Gatten lieben, solange er der Tugend treu sein würde. Was ist das für ein Wort!! Und was sagte Huter, der dieses Geständnis der edlen Frau gewiß nicht kannte? Pestalozzi liegt im Tugend-Naturell.

Wundersame Wege sind es, die das Schicksal manchmal den Menschen gehen läßt.

Wenn alle ihren Gatten verließen und verhöhnten, wenn die Landwächter ihn für einen Bettler hielten, – nie verlor sie ihren Glauben an ihn.

Sie wurde v on ihm geliebt, geehrt, bewundert, aber allen Kummer bis zum völligen äußeren Elend mußte sie auch mit ihm tragen. In ihrer stillen Liebe hat sie engelsgleich ihren empfindsamen Gatten behütet und geschützt.


Was war das für eine Welt, die das Genie nicht erkannte und die den guten Menschen nicht zu helfen wußte?

Das alles und noch viel mehr Leid, Tragik und Unvollkommenheit wird durch die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] einst überwunden werden können. Möge der gute Mensch sich ihr zuwenden, denn so wie Anna Pestalozzi nie den Glauben an ihren Gatten verlor, so verliert der Mensch durch die Erkenntnis der Wahrheit in der Natur nie den Glauben an den endlichen Sieg des Wahren, Guten und Schönen in der Welt! Solange es noch solche Menschen auf der Erde gibt, wie sie hier geschildert wurden, solange verlieren wir auch nicht den Glauben, daß der gute Mensch auch einstmals seine segensreiche Hand und Tatkraft dieser Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] zuwenden wird, und damit legen wir im Geiste all diesen großen Frauen die schönsten Blumen zu Füßen.

 

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Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

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Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

DgM 049

Der gute Menschenkenner 049 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Der gute Menschenkenner                                                          

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Februar 1937, Nr. 49

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Der architektonische

Aufbau der

S T I R N

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1. Beobachtung – Auffassung

2. Vorstellung – Gedächtnis

3. Praktisches – Denken

4. Logik – Urteil – Kritik

5. Höhere Vernunft

6. Weisheit – Ethik

7. Religiöse Erkenntnis

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Die vorliegende Arbeit behandelt ein neues, sehr nützliches Wissensgebiet, das schon wegen seiner naturwissenschaftlichen Grundlage Interesse finden dürfte.

Es ist der architektonische Aufbau der Stirn.

1. Alle Eindrücke, die wir Menschen vornehmlich mit den Augen und mit dem Gefühl, das ja jeder Sinnestätigkeit zugrunde liegt, – real sinnlich erfassen und verstandesmäßig verarbeiten können, sammeln sich organisch auf dem Wege der Strahlung direkt über beiden Augen an.

Dadurch entsteht die Basis des Vorderhirns und die entsprechende Stirnbildung.

Schon die vergleichende entwicklungsgeschichtliche Forschung bestätigt diese Tatsache, ganz davon abgesehen, daß auch die Erfahrung eindeutig dafür spricht und daß z.B. die ganze bildende und dichtende Kunst von Menschengedenken an nach dieser Richtung hin gearbeitet hat.

Man wolle beim Lesen die oben stehende Zeichnung mit betrachten, sie enthält symbolische Einzeichnungen, die den Text leichter verständlich machen sollen.

Außerdem betrachte man auch noch die unten stehende Zeichnung, da hier die Einteilung der Stirn nach sieben Regionen vorgenommen ist.

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Fig. 2 bringt den Aufbau der Stirn und des Vorderhauptes zur Darstellung. Zum Unterschied von der alten Phrenologie hat diese neue Schädellehre festgestellt, daß nicht nur in den Gehirn- und Schädelarealen, sondern noch weit mehr in der organischen Entwicklung, also im Formaufbau des Gehirns, ein wunderbares geistiges Formprinzip zum Ausdruck kommt.

Die zugrunde liegenden Forschungen sind von Carl Huter.

a) Die Dinge seiner Umgebung nimmt der Mensch zunächst wahr, er macht sich dabei seine Gedanken, sammelt Eindrücke, deren Reiz zuerst die Zellen und dann die Gehirnorgane zur Entwicklung bringt. Der Mensch lernt die Dinge der Welt nach Form, Gestalt und Bewegung erkennen und unterscheiden. Die Vorstellung, die er davon hat, sucht er wiederzugeben.

Das ist also das Erste, was der Mensch verstandesmäßig erfassen lernte und die dafür arbeitenden Organe konnten sich nirgends besser und folgerichtiger ansammeln als zwischen beiden Augen, – siehe die große Zeichnung.

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Die Innenwelt des Menschen, die Gehirnorgane und die äußere Formbildung stehen im Gleichlauf mit der Außenwelt.

Von der biologischen Begründung sehen wir zugunsten der praktischen Erläuterung ab.

b) Nach der Verarbeitung der ersten Eindrücke nehmen wir dann wahr, daß die Dinge der Außenwelt sich im Raum befinden, daß sie Entfernung und Richtung haben. Damit entwickelt sich der Raumsinn, das Augenmaß und die Orientierungsgabe, etwa einen schwachen Finger breit weiter nach den Seiten der Stirn zu.

Form, Plastik, Wölbung, Spannung und Strahlung dieser Stirnteile zeigen den Grad der Entstehung dieser Sinne.

c) Dann lernt der Mensch mit fortschreitender Entwicklung, Vererbung und Veränderung der Außenwelt die Dinge nach ihrer Schwere, ob gasig, flüssig, leicht, fest, dicht usw. unterscheiden. Es entstand, wieder etwas weiter seitlich, der Gewichtssinn.

d) Aber die Dinge der Außenwelt sind auch mehr oder weniger dem Wechsel unterworfen, besonders bezüglich der Helligkeit und Dunkelheit, der Zeit und Farbe, es entstanden, wieder etwas mehr seitlich, der Farben-, Zeit-, Licht- und Kontrastsinn.

Alles auf einmal konnte der Mensch nicht gleich gut und scharf erfassen lernen, daher ist auch keine menschliche Stirnbildung der anderen vollkommen gleich, – und ebenso konnte die Natur nicht dahin, wo eine Kraft vornehmlich wirkt, eine zweite, im gleichen Maße wirkende Kraft verlegen.

Es mußte eine planmäßige Ordnung auch im Gehirnbau entstehen und ein Organ sich nach, mit und aus dem anderen entwickeln und bilden, wobei dann gleichzeitig die äußere Tätigkeit des Menschen sich veränderte, bildete und vervollkommnete.

Diese Zweckmäßigkeit der Natur hat Huter – von der Kraft- und Stoffbildung und Entwicklung angefangen durch das ganze Reich der Natur bis zum vollendeten Gehirnbau des Menschen – systematisch nachgewiesen. – (Nebenbei gesagt war dies eine Riesenarbeit menschlichen Geistes, verbunden mit sehr vielen neuen Entdeckungen.)

e) Im Wechsel der Eindrücke von Form, Gestalt, Raum, Richtung, Orientierung, Gewicht, Zeit, Farbe und Kontrast mußte der Mensch seine geistige  Ruhe zu bewahren versuchen. Auch er konnte, ohne die Dinge in seiner geistigen Auffassungswelt zu ordnen, nicht auskommen, und so entstand, wieder einen schwachen Fingerbreit seitlich, der sogenannte Ordnungssinn, ein Sinn, – das weiß jeder, – der sehr verschiedenartig bei den Menschen ausgebildet ist.

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Studienkopf (Hinzugefügt)

Möge der Leser noch folgendes beachten: Ist die Gewebsbildung der Stirn im ganzen oder auch nur in einzelnen Teilen matt, von einem dunklen Ton, dann stimmt etwas nicht, aus irgendeinem Grund funktionieren die Organe nicht richtig.

Die Stirnform und Gewebsbildung muß stets kraftvoll, plastisch gewölbt und gespannt sein, die Haut muß frisch, straff gespannt, hell, rein und offen, von innen durchleuchtet und durchstrahlt sein.

Das ist Voraussetzung, wenn diese Formdeutung zutreffend sein soll. Die Abstufungen in dem Strahl- und Spannungscharakter der Gewebe sind natürlich verschieden, was man durch einen praktischen Anschauungsunterricht sehr leicht sehen und unterscheiden lernt.

Ohne die Beachtung der hier erwähnten Feinheiten ist diese reale und praktische Formenpsychologie gänzlich unmöglich.

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Es ist, kurz gesagt, ein neues, sehr scharfes, künslerisches Sehen nötig, das Huter lehrte, das vor ihm in dieser Feinheit unbekannt war.

Zur Erklärung sei noch kurz gesagt: Das menschliche Gehirn ist ein Entwicklungsprodukt, gewissermaßen als die Blume der Körperorgane zu betrachten.

Die Gehirnteile sind nur Organe der geistigen Kräfte, die aus den Lebens-Energie-Zentralen der Zellen zum Gehirn emporsteigen.

Wenn das Gehirn durch die Lymphgefäße des Blutes nicht richtig ernährt wird, oder es erhält nur mangelhafte Nervenkraft aus den Lebens-Energiezentralen des Körpers zugeführt, dann kann die beste Gehirnorganisation nicht normal gesund tätig sein und die Deutung nach der Schädel- oder Stirnform muß versagen.

Bis zu einem gewissen Grade kann man den augenblicklichen Zustand der Organe an der Stirn durch das schon erwähnte neue klassisches Sehen erkennen.

[Carl Huter (1861-1912) hat eine „Neu-Schädel-Lehre“ bzw. Neu-Phrenologie geschaffen. Sein bedeutsamster Schüler, Amandus Kupfer (1879-1952) betont Möglichkeiten und Grenzen dieser Neu-Lehre Huters und weist auf Ergänzungsnotwendigkeit für eine zuverlässige Beurteilung hin]

Aber den wirklichen Zustand der Gehirntätigkeit, also die wirklichen momentanen seelischen Zustände, den wirklichen Charakter, den Willen, die Gefühls- und Charakterrichtung zeigt die Schädel- und Stirnbildung nicht, sondern diese erkennt man am Körper und an den Bewegungen und an Augen, Mund und Gesicht. Es muß darum die Gesichts- und die Körperphysiognomik, die Kopf- und Stirnformenkunde ergänzen.

In Augen und Gesicht verlaufen die Nervenbahnen aus dem Körperinnern und Gerhirn außerordentlich reich und verleihen den beweglichen Weichteilen den stärksten Ausdruck und vermögen auch leichter die Formbildung zu beeinflussen.

Das ist alles klar einleuchtend und doch hat man diese physiognomischen Tatsachen vor Huter nicht unterschieden. Trotz allem Fortschritt in den Wissenschaften blieb dieses Gebiet in den ersten Anfängen stecken und wurde noch durch unwürdige Vertreter der physiognomischen Wissenschaft, die diese Unterscheidungen leicht nahmen oder überhaupt nicht erkannten, sondern nur schnell Ruhm ernten wollten, im Ansehen nicht gefördert.

Es ist lange nicht jedermanns Sache, in diesem nützlichsten und großartigsten menschlichen Wissensgebiet gleich auf den ersten Hieb als Meister hervortreten zu können, wo meist noch nicht einmal die Lehrlingszeit beendet ist.

Was also die Schädelform und der in unserem heutigen Thema speziell behandelt Stirnbau unter den zuerst angegebenen Voraussetzungen bestimmt zeigt, das sind die Verstandesanlagen.

Der menschliche Wille ist durchaus nicht so frei, wie man bisher gewöhnlich annahm, sondern sogar außerordentlich eingeschränkt, ja, er ist teilweise ausgeschaltet. Jeder Mensch steht unter Einfluß seiner Anlagen und Kräfte und unter Einfluß seiner äußeren Umgebung. (Wäre, nebenbei gesagt, der Wille des Menschen primär, so würde der Mensch wohl meist das Gute tun, allein schon aus der Erkenntnis heraus, daß das Gute die Folge des irdischen und seelischen Glückes nach sich zieht.)

Nach dieser kurzen Abschweifung, die unumgänglich zur Klärung nötig war, verfolgen wir nun den Aufbau der Stirn weiter.

f) Der Mensch lernte dann die Geräusche der Natur in sich aufnehmen, unterscheiden und teils auch nachahmen, es bildete sich der Sinn für den Rhythmus, Takt und Ton und schließlich für Musik. (Vergleiche das Titelbild.)

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Bei starker Musikalität, wie sie z.B. der Kapellmeister haben muß, zieht sich vom Musiksinn noch ein plastischer Zug nach oben, dadurch wird deutlich, daß in solchem Falle das höhere Geistesleben mit dem Musiksinn sozusagen verbunden ist und diesen verstärkt. Figur 2 zeigt die Korrespondenz der Sinne mit den Geistesanlagen. Selbstverständlich hat auch das innere und äußere Ohr bei einem Musiker stets eine charakteristische Formbildung.

g) Der Mensch lernte dann die Dinge der Welt der Zahl nach zu unterscheiden, zuerst an den eigenen Gliedern, Fingern, Zehen usw.; es bildete sich, wieder einen schwachen Finger breit seitlich, der Zahlensinn.

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Studienkopf in „Hörzu“, 2001 (Hinzugefügt)

h) Daraus entwickelte sich mit der Zeit, durch Vererbung, Übung und Betätigung dann weiterhin der Sinn für die Vielheit, für Berechnung und Mathematik.

Damit ist die Bildung der Unterstirn über den Augen von der Mitte nach der Seite zu – im völligen Gleichlauf mit der Natur und Außenwelt stehend – bis zur Schläfe abgeschlossen.

Daß innerhalb dieser vielseitigen Organbildung noch so viele Unterschiede bestehen, wie es Menschen gibt, liegt auf der Hand. Auch leuchtet ein, was für ein außerordentlich interessantes, vielseitiges und nützliches Wissensgebiet hier vor uns liegt.

Zunächst aber haben wir über die Entwicklung der Basis des Vorderhirns und der Stirn eine natürliche Erklärung, die – man sollte es kaum glauben – bisher noch fehlte.

Es scheint fast so, als wenn der Mensch auf das Einfachste und Naheliegendste oftmals zuletzt kommt.

Unmittelbar über den Augen liegt also die objektive Auffassung und Beobachtung. Die reale materielle, objektiv-sinnliche und naturwissenschaftliche Erfassung der Welt ist aber die Grundlage jeder niederen und höheren Verstandestätigkeit. Jede höhere Erkenntnis soll sich auf die niedere aufbauen.

Die Theologie ging den umgekehrten Weg, nahm als erstes den allmächtigen Gott an in der Welt und schlußfolgerte von da aus auf Mensch, Leben und die reale Welt.

Daher muß sich das Alte reformieren, es müssen gewaltige Umwälzungen kommen, damit die Menschen den von der Natur vorbezeichneten Weg beschreiten können und selbst die gelehrte Theologie sich gemäß der natürlichen Gehirnentwicklungslehre umstellt.

Die Natur zwingt. – Vernünftiger ist es daher, der Mensch entschließt sich freiwillig zu Reformen. Wer im Sturz des Alten nur etwas Schreckliches sieht, der verkennt die Natur und ihre Entwicklung.

Nun wollen wir die Stirnentwicklung weiter nach oben zu verfolgen und zwar immer unter dem Leitprinzip der hier gegebenen Einteilung der untersten Stirnbildung: Einheit, Zweiheit, Dreiheit, – Kontrast, – Vierheit, Fünfheit, Vielheit, entsprechend den Zahlen 1-10 und den sich steigernden höheren Werten.

 

Die zweite Stirnregion

Etwa einen schwachen Finger breit höher wie die unterste Stirnregion liegt in der ganzen Breie – lange nicht bei allen Menschen erreicht die Stirn die volle plastische Breite und die gesunde, energische Spann- und Strahlkraft – die Vorstellung des real-sinnlich Beobachteten und Aufgefaßten.

D.h. je nach der Entwicklung dieser Stirnregion vermag der Mensch die Dinge, die er unmittelbar beobachtet hat, sich auch noch im Geiste, wenn er sie also nicht mehr vor Augen hat, in die Erinnerung wieder zurückzurufen, sie sich vorzustellen und zu durchdenken.

Damit ist ein geistiges Behalten der Dinge verbunden, und daher liegt hier in der ganzen Breite der Stirn zugleich auch das Gedächtnis, und zwar in der Mitte der Stirn für die täglichen Begebenheiten, Namen, Personen, Gesichter usw. und für ferner liegende Dinge immer mehr nach der seitlichen Breite zu.

Es kann z.B. ein Mensch für Begebenheiten, Namen usw. ein sehr schlechtes Gedächtnis besitzen, für fernliegende Dinge, die sich auf Weltdasein, Zweck und Ziel des Lebens usw. beziehen, aber ein vorzügliches Erinnerungs- und Vorstellungsvermögen.

Es gibt Erfinder, die können sich eine Maschine, die es noch gar nicht gibt, bis in alle Einzelteile so genau und arbeitend vorstellen, als wäre sie wirklich da. Sie haben die entsprechende Stirnregion vorzüglich entwickelt.

 

Die dritte Region der Stirn

In der dritten Region der Stirn liegt die praktische Denkgabe, um das Aufgefaßte, Beobachtete und Vorgestellte praktisch zu durchdenken und irgendwie nutzbringend zu verwerten.

Je breiter und plastischer, gespannter, heller und durchleuchteter die Stirn in diesen drei Regionen ist, um so besser und leichter, intensiver, erfinderischer und anpassungsfähiger vermag der Mensch die realen Dinge des Lebens praktisch zu durchdenken und zu verwerten.

In diesen drei untersten Stirnregionen liegt also das objektive oder kalte Verstandesleben. Die Stirn zeigt auch die Richtung, welche diese Denkorgane nehmen, und zwar an feinen plastischen Zügen und noch anderen Besonderheiten, die hier im Moment nicht beschrieben werden können, das selbst die beste technische Wiedergabe der Bilder die in Frage kommenden Feinheiten nicht zeigt.

Wir wollen aber dennoch dem Leser, so gut wie es möglich ist, davon im Bilde eine praktische Vorstellung geben.

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Bild 3 zeigt die im untersten Drittel außerordentlich gut entwickelte Stirn. Dort wo die praktische Denkgabe liegt, fällt dieselbe allerdings ziemlich stark ab.

Betrachtet man bei dieser Stirnbildung die Kraft, Energie und Anspannung, die direkt über den Augen liegt und die Anspannung, die allein schon in dem vorgedrängten, alles wahrnehmen wollenden Auge liegt, so kann man in dem Träger dieser Stirn sich ganz gut den Vorläufer unseres technischen Zeitalters vorstellen.

Die Zeichnung ist 150 Jahre alt. [Stand 1937]

Dieser Mensch arbeitet sozusagen für die realen Dinge des Lebens. Er möchte immer mehr Formen und Farben sehen, nachahmen, das Gesehene vermehren, erfinden, ordnen, organisieren, berechnen, bauen, konstruieren, praktisch verwerten.

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Da der Stirnbau gegenüber dem unteren Drittel in der zweiten und dritten Region bedeutend abfällt, ist der Mann in real praktischen Dingen wohl ein Meister, für höhere Lebensfragen aber bedeutend schwächer veranlagt.

Die in der Zeichnung hervortretenden Stirnpartien machen das deutlich. Die weiteren, vergleichsweise angedeuteten Formen zeigen, wie der Stirnbau sein müßte, wenn er in allen Teilen vollendet entwickelt wäre.

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Figur 4 zeigt den im unteren Drittel schwach entwickelten Stirnbau, was man an den nicht gestrichelten Partien gut vergleichend betrachten kann.

Die Verstandestätigkeit für die reale Beobachtung und Naturwissenschaft, Anatomie, Bakteriologie, Physiologie, ist schwach, ebenso das Gedächtnis für tägliche Begebenheiten, Formen, Zeichnen, Bildhauen, Gestalten, Augenmaß, Gewicht, Farben, Orientierung, Zeit, Ort, Töne, Rhythmus, Zahlen, Namen, Begriffe, Konstruieren, Erfinden, Organisieren, Kalkulieren, – schwach also für die Dinge des praktischen Lebens.

Ein solcher Mensch bedarf in diesen Dingen der praktischen Unterweisung, der Anleitung, Führung und Aufsicht.

Wirklich produktiv und schöpferisch ist er auf diesen Gebieten nicht, er bedarf der Vorbilder, – und er wird auch leicht stark unruhig, wenn von außen viel auf einmal auf ihn eindringt.

Es ist daher auch eine undankbare Sache, etwas in einen Menschen hineinzudrillen, wozu er keine oder nur eine sehr schwache Veranlagung hat. Es führt leicht zum Bankrott der körperlichen und geistigen Kräfte. Solcher Mensch bleibt im besten Falle in diesen Dingen doch nur mittelmäßig, und das Talent überflügelt ihn schnell und mit leichter Mühe.

Daher sollte der Mensch sich einer Tätigkeit widmen, die seiner Veranlagung voll und ganz entspricht. Bei unserem Bilde ist z.B. die Stirn in der mittleren Region gut entwickelt. Solcher Mensch würde sich für eine untergeordnete kaufmännische Bürotätigkeit eignen, diese befriedigend ausfüllen und sich auch in solchem Beruf glücklich fühlen.

An dieser Stirnwissenschaft ist tatsächlich großer Nutzen zu ziehen und sie hat darum hohe Bedeutung.

 

Vierte Stirnregion

In der vierten Stirnregion kommt das neutrale, verbindende, logische, spekulative, kritische und philosophische Denkleben zum Ausdruck.

Wie immer entscheidet die freie, lichte und breite Auswölbung und Durchstrahlung der Stirn.

Wenn der Mensch die Dinge der Natur objektiv aufgefaßt, sich in das Gedächtnis zurückgerufen und praktisch durchdacht hat, so hat er schon viel vollbracht und geleistet, – aber lange noch nicht alles.

Will er in die Tiefe dringen, so sucht er zu erfahren, was hinter der Erscheinungen Flucht liegt, wie die Natur arbeitet und das, was er beobachtet hat, zustande bringt.

Er will also hinter das Wesen der Dinge, der Stoffe und Kräfte, des Entwicklungsgeschehens und der Zusammenhänge in der Natur kommen.

Um die objektive sichtbare Welt mit der unsichtbaren Welt, welche die Vernunft erschließt, zu verbinden, um sich ein selbständiges Urteil über die Dinge des Lebens und der Natur zu bilden, ist ein verbindendes, neutrales, kritisches und logische-schlußfolgerndes Denken nötig.

Dieses liegt hier in der ganzen Breite der mittleren Stirn.

Daher sind in unserem großen Titelbild als Symbole die Köpfe berühmter Männer eingezeichnet, die in unermüdlichem Forscherdrang uns das innere Wesen der Dinge tiefer erschlossen, Erfindungen und Entdeckungen machten und mit ihren Ideen teilweise der heutigen Welt Richtung und Farbe gaben: Schopenhauer, Darwin, Edison, Häckel und Kant.

In dieser Hirnbreite liegt das Vermögen, durch scharfe Vergleichungen und Analogieschlüsse Neues zu finden, z.B. von der Anatomie die Brücken zur Physiologie und Biologie zu bauen.

Wenn dabei allerdings der über dieser mittleren Region liegende obere Stirnteil schwach entwickelt ist, dann versagt der philosophische Tiefensinn und als logische Folge ergibt sich eine materialistische Naturphilosophie, die alle Metaphysik ablehnt und in das Reich der Betrachtung nicht miteinbezieht.

Was uns die materialistische Naturphilosophie gebracht hat, ist bekannt, eine bunte Fülle naturwissenschaftlicher Beobachtungstatsachen, teilweise verbunden mit einem gewissen Wissenschaftshochmutsdünkel, dabei aber einen allzu realen, nüchternen Realismus, ein ruh- und rastloses Leben, das schließlich in einen Kampf aller gegen alle auszulaufen drohte.

[Gerade heute Ende Jahr 2008, steht jedes Individuum und die Menschheit als Ganzes vor dem finalen Scheidepunkt und der finalen Selbst-Entscheidung, diese materialistische Einseitigkeit, zu transformieren, ansonsten droht für die meisten Menschen finale äußere und innere Versklavung und Ende von Privatheit zum lebensnotwendigen Selbstschutz seiner seelischen Unversehrtheit.

In der Vergangenheit wurde insbesondere durch die Religionskontrolle bzw. Glaubensunterdrückung (Stichwort „Globale City-Trinität“: Vatikan/Globale Glaubenskontrolle, City of London/Globale Finanz-Kontrolle und District of Columbia/Washington DC/Pentagon/Globale Menschen-Tötungs-Kontrolle) alle sensitiven Menschen durch grausamste Folter und Verbrennung des jeweils lebenden Opfers europaweit durch geführt.

Auf dem Territorium der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika wurden nahezu alle Eingeborenen Indianer getötet, und mit Washington District of Columbia die Globale Politische Kontrolle errichtet. Mit der Death-Management-Zentrale, genannt Pentagon in Washington DC war die äußere Tötungsmaschinerie gegen die Menschheit als Ganzes etabliert.

Mehr als diese drei ineinander verwobenen Kontroll-Instanzen (Rom, London und Washington) bedarf es nicht, die gesamte Menschheit von ihrer jeweils inneren individuellen höheren Lebenslichtleitstrahlkraft, HELIODA, und somit seiner individuellen Selbsterkenntnis, die zur Huterschen Menschenkenntnis führt, abzulenken.

Insbesondere die letzten 500 Jahre wurde alles unternommen, um mittels selbsterzeugter Angst-Induktion jeden Menschen in seiner jeweiligen großartigen individuellen Potentialität klein zu halten. Wer aufrichtig Carl Huters Menschenkenntnis sich durch aufrichtiges Selbststudium Schritt für Schritt hart erarbeitet (kann nicht einfach käuflich erworben werden, wie dies andere Menschenkenntnissysteme suggerieren), wird zunehmend immun gegen Angstinduktion, da längst aufgewacht und klar und klassisch sehend geworden.  Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm]

Wo diese Richtungen allzu nüchtern und real wurden, da hörte auch alle religiöse Kraft und Weihe auf.

Trotzdem müssen wir aber diesen mutigen Männern der realen Naturwissenschaften Dank wissen, denn sie suchten uns aus den alten Dogmen einen neuen Weg zu bahnen.

Wo aber dieser mittlere Stirnteil voll und breit, in voller Feinheit entwickelt und durchstrahlt ist, und wo auch oberhalb desselben die Stirn noch Kraft hat, da ist der Mensch zu scharfen systematischen Prüfungen, Experimenten und Vergleichungen befähigt, zum folgerichtigen Denken, Zergliedern, Ordnen und Berechnen, er vermag sich ein scharfes, kritisches, eigenes Urteil zu bilden.

Er vermag die Vorgänge in der Natur logisch zu zerlegen und scharfsinnig in ihrem Zusammenhang zu erklären, Ursache und Wirkung zu erkennen, durch Erfindungen und Verbesserungen das Leben zu erleichtern und zu verschönern, was über die real-sinnliche Naturerkenntnis bereits hinausgeht.

Ohne diese scharfe, logisch-philosophische, spekulative  und neutrale Denken ist die Wahrheit in der Natur nicht zu erfassen. Alles Unglück, das durch naives Denken in die Welt kommt, ist erst durch diese höhere geistige Fähigkeit zu vermeiden.

Wo blinde, leichtsinnige Vertrauensseligkeit und Kritiklosigkeit herrscht, da muß der Mensch durch Schaden klug werden, das Schicksal bringt ihn dann meist erst zu tieferem Nachdenken.

Man möchte aber nicht immer wieder Schaden leiden, sondern alles Unglückliche und Schädliche von vornherein durch scharfsinnige Voraussicht und Logik vermeiden.

Dieser Stirnteil bildet also das verbindende Glied zwischen Realismus und Idealismus zwischen der objektiv sichtbaren und der unsichtbaren Natur.

Die Philosophie, das logisch-kritische, schlußfolgernde Denkvermögen ist daher die Königin aller Wissenschaften.

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Bild 5 zeigt die gut entwickelte mittlere und auch untere Stirnregion. – Alles, was einer natürlichen Denk- und Lebensrichtung widerspricht, hindert die gute Entwicklung dieser Stirnregion.

Die Natur ist also mal wieder unsere beste Lehrmeisterin, sie setzt ein gesundes und natürlich reines Leben voraus, damit sich die edlen Organe der mittleren Stirn entfalten können.

Dieser Mensch, Bild 5, ist befähigt, bei entsprechender Lebensweise und Bildung sich ein selbständiges Urteil durch verbindendes und ausgleichendes Denken zu bilden, tiefer in das Wesen der Natur und des Lebens einzudringen, das reale Denken auf eine höhere Bildungs- und Erkenntnisstufe zu erheben.

Es ist die Stirnbildung der großen Denker, Philosophen und Erfinder. Ist die Stirn des Menschen hier breit, so gibt ihm das auch eine wunderbare Ruhe und Sicherheit im Denkleben.

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Bild 6 zeigt in dem schattierten Teil eine in der mittleren und unteren Region schwach entwickelte Stirn.

Man vergleiche damit die vollendete Stirnbildung, welche durch die punktierten Linien angedeutet ist.

Dieser Mensch vermag aus sich selbst nicht logisch, kritisch und folgerichtig scharf zu denken. Er ist daher nicht zur freien praktischen und selbständigen Unternehmung befähigt. (Man rechne zur mittleren Stirn [4] einen Teil der 3. und 5. Stirnregion hinzu.)

Er macht leicht Fehler im spekulativen Denken, rechnet nicht mit genügend vielen Faktoren oder läßt wichtige Dinge außer acht, überschätzt nebensächliche Dinge usw. Kurz, er bedarf der Führung und Leitung, sonst wird er leicht ein Opfer starker äußerer und innerer Einwirkungen.

Ebenso ist es, wenn bei sonst guter Formbildung die Stirn hier flach ist, dunkel und dumpf ohne Strahlung und Spannung, oder wenn Auge und Gesicht auf eine Charakterrichtung deuten, die den Weg der Natürlichkeit verlassen hat.

Man sieht, die Natur zwingt den Menschen, alle geistige Kraft energisch anzuspannen, um folgerichtig denken zu lernen. Erst dadurch entsteht eine gewisse Statik, ein sicherer Ruhepol im Leben, denn sonst ist der Mensch wie ein schwankes Rohr, das hin und her geweht wird.

Gesetzt den Fall, ein Mensch vermöchte aus irgendeiner Ursache, weder an einen Gott, noch an eine Vorsehung, Gebet und Unsterblichkeit zu glauben; – es gäbe diese Dinge aber doch, was ja gar nicht ausgeschlossen ist, – dann hätte er am Ende seines Lebens wie ein schlechter Kaufmann gehandelt, der die Bilanz zu frühzeitig abschloß.

Jede wahre Gotteserkenntnis aber schließt die Natur-, Welt- und Menschenkenntnis nicht aus, sondern ein. Der Mensch hat nicht nur Pflichten gegen sich selbst, seine Mitmenschen und alle Dinge, sondern auch gegenüber dem All, das ihn geschaffen hat, das ihn trägt und leitet, zu erfüllen.

 

Betrachten wir nun im Zusammenhang mit dem Vorangegangenen die Stirnbildung Bild 7.

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Hier fällt die starke Entwicklung der Unterstirn auf und besonders die monumentale Kraft derselben im Übergang zur Nasenwurzel. Man kann die wuchtige Kraft dieser Stirnbildung gut beobachten. Dadurch zeigt sich die Qualität im Stirnbau, denn auch in den übrigen Teilen der Stirn tritt die kraftvolle Spannung, verbunden mit einer warmen Abtönung, hervor.

Die punktierten Linien zeigen, wie die in allen Teilen voll entwickelte Stirn zu denken wäre.

Besondere Kraft liegt hier in der Beobachtung und Wiedergabe von Form, Gestalt, Entfernung, Richtung usw., aber ebenso auch noch in der Übersicht, Ordnung und Berechnung.

Wenn auch in der 2., 3. und 4. Region die Stirn noch lange nicht voll entwickelt ist, so ist doch schon eine starke Denkkraft auch in den übrigen Teilen der Stirn vorhanden, denn man sieht, wie dieselbe mit Kraft von innen heraus gespannt und ausgewölbt ist.

Besonders geht eine plastische Auswölbung von der Nasenwurzel in der Mitte der Stirn – im zweiten Feld von links nach oben hin bis über die Haargrenze hinaus. Das ist ein Zeichen, daß im Denkleben die Humanität und Ethik erstrebt wird, wodurch dem unteren Stirnbau sozusagen Richtung und Tönung verliehen ist.

Überhaupt ist das Oberhaupt von der Haargrenze an wirklich plastisch, sehr gut und hoch ausgewölbt und offen durchstrahlt, dadurch zeigt sich das hohe Feingefühl und starke ethische Empfinden dieses Mannes, – was sich auch durch das große, sanft liegende obere Augenlid schon ausprägt.

Es ist ein hervorragender Mann, außerordentlich leistungsfähig in allen realen, praktischen Dingen des Lebens und dennoch wiederum wie ein gütiger Vater – möchte man sagen, – der mit großer Kraft schützt und bewahrt und alles zum Guten und Höheren leiten möchte.

Wenn auch die Stirnbildung noch lange nicht die höchste Vollendung zeigt, so ist dennoch schon eine hervorragende Entwicklung vorhanden.

Vor allen Dingen ist der Unterbau der Stirn gewaltig, die Erkenntnis baut sich daher auf sichere, fundamentale, aller Phantasterei abgeneigte Grundlagen auf, wobei dennoch das ethische humane Innenleben stärkste Berücksichtigung findet und ein starker Zug zum Religiösen vorhanden ist, Es wäre noch viel mehr über diesen Stirnbau zu sagen, aber das Wenige möge genügen.



Das obere Stirndrittel

In der fünften Stirnregion liegt das qualitative oder weise Denken.

Es befähigt den Menschen, aus allem durch die unteren vier Stirnregionen bisher Erkanntem nunmehr das Wertvolle und Beste aus aller Erfahrung und allem Wissen folgerichtig herauszuholen.

Das weise Denken geht also noch über das philosophische Denkleben hinaus und setzt bereits eine sehr gute qualitative Gesamtorganisation des Körpers und besonders der Stirnbildung voraus.

Es beginnt damit im Gegensatz zum realen und neutralen Denkleben das bewußte, höhere warme Denken und Fühlen, die höhere Vernunft.

 

Die sechste Stirnregion.

Das weise Denken wiederum führt konsequent nochmals eine Stufe höher, und zwar zum ethischen Denkleben.

Was nutzt am Ende alle reale Naturerkenntnis, Kritik, Philosophie und Weisheit, wenn nicht alles in den Dienst der Moral und Pflicht, des Menschenglückes, also der Ethik gestellt wird?

Unter Ethik verstehen wir die Beglückung alles dessen, was lebt, insbesondere aller Menschen. Kann es etwas Schöneres geben?

Es kann also nur der die höchste Ethik aufstellen, der die Stirn bis zu dieser Region und darüber hinaus voll entwickelt hat.

Die Grundlage bildet ein verfeinertes Empfindungsvermögen, die Steigerung des Mitfühlens, das Studium der theoretischen und praktischen Lebenspsychologie einschließlich der Metaphysik.

Daß hier ein Fortschritt wiederum ohne Welt- und Menschenkenntnis nicht möglich ist, liegt auf der Hand.

Mit der Tätigkeit dieser Stirnorgane erwacht das bewußte Wohlwollen und die Menschenliebe, der unermüdliche Forschungsdrang, das Leben zu erleichtern, zu verbessern und zu verschönern. Es wächst daraus der geistige Tief- und Weitblick hervor, um auch mit dem Gefühl die verborgensten Wahrheiten der Natur zu erfassen. Dies führt zur Moralphilosophie, Ästhetik und idealen Kunst – und schließlich zur Religion, die also mit dem Verstand und dem Gefühl zugleich erfaßt sein will.


Die siebente Stirnregion.

Bei allem Sein und Werden umflutet uns das All, das Licht der Sonne, und wir erheben den Blick über uns zu den Sternen, denn dort oben und in der Tiefe des Weltalls liegt auch noch etwas, das wir erfassen möchten, es ist das große Unbekannte in der Natur.

Alle Menschenliebe und Ethik führt zur Verbundenheit mit dem All, zu einem Abschluß, zur Ethik gegenüber dem Höchsten in der Natur.

Schluß aller Weisheit ist daher die Religion. Aber welche?

Es ist die Religion, die sich so aufbaut, wie das Nervensystem, das Gehirn und die Stirn des Menschen.

Auf naturwissenschaftlicher Grundlage mit Einschluß der Logik, Philosophie und Ethik wird die Erkennung des Höchsten und die Verbindung damit erstrebt und zwar bei strenger Vermeidung aller kirchlichen Dogmen, aber unter Berücksichtigung aller brauchbaren Symbole, Sitten und Gesetze der alten Religionen und ihrer ethischen und ästhetischen Werte.

Schalten wir die Entdeckung der dritten primären Weltenergie in unsere Naturerkenntnis ein, das Empfindungsvermögen der Materie, das allen Dingen anhaftet, den Anstoß zum Werden und Entwickeln gibt, im Atom und Molekül, sowohl wie in der lebenden Zelle die Stoffe und Kräfte ordnet und richtet, so wird die Naturwissenschaft zunächst vergeistigt, die Religion aber auf naturwissenschaftliche Grundlage gestellt.

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Der Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft ist überwunden: Eine Natur, eine Wissenschaft, eine Weltreligion oder wissenschaftliche Weltweisheits- und Schönheitslehre. So baute Carl Huter seine Weltanschauung auf.

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Wenn der große englische Physiker Rutherford uns das planetarische Atom erschlossen hat, was man als eine hochwichtige Tat verzeichnet, die das Weltbild auf neue Grundlagen stellt, so steht demgegenüber, daß Huter in seiner Atomphysik zwei Jahrzehnte früher bereits dieser Erkenntnis vorgegriffen hat. –

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Titel

Wir sehen auf Seite 1 in unserer großen Zeichnung als Symbole die Bildnisse großer Männer in der obersten Stirnregion eingezeichnet.

Sie alle hatten neben einer hervorragenden organischen Gesamtqualität, siehe Auge und Gesicht, diese oberste Stirnregion in vorzüglicher Weise entwickelt.

Henri Dunant ist der edle Schweizer, der das humane Hilfswerk des Roten Kreuzes begründete, das von allen Kulturvölkern der Erde aufgebaut wurde und der Menschheit zum größten Segen gereichte.

Daneben sehen wir das Bildnis des großen deutschen ev. Theologen, Philosophen und Dichters Joh. Gottfr. Von Herder, des Zeitgenossen Goethes, der eine harmonische, ideale Philosophie und Dichtung geschaffen hat.

Daneben erkennen wir das Bildnis Carl Huters, des Begründers der Psycho-Physiognomik [Physiognomischen Psychologie], Kallisophie [Schönheitslehre] und einer neuen Ethik. Die Ethik Huters hat die Physik, Chemie und Biologie zur Grundlage. Sie führt von der Erkenntnis, daß das Gehirn durch das Rückenmark aus dem Geschlechtsnervensystem hervor wächst, zu der Forderung einer Heiligung des Liebeslebens. Da alles Leben aus Liebe entsteht, setzt jede Höherentwicklung und Entfaltung eine entsprechende ethische Kultur des Liebes-, Ehe- und Sittenlebens voraus. Erst dadurch kann alles zur höchsten Entfaltung, Schönheit, Lebens-, Geisteskraft und Gesundheit emporwachsen.

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Ferner sehen wir das Bildnis des griechischen Weltweisen Plato, der die wahre und echte Schönheit als das erstrebenswerte Lebensziel erkannte und lehrte. –

Ist bei einem Menschen das obere Stirndrittel noch schwach und schmal, dann beginnt erst ganz langsam die eigene bewußte Ethik gegenüber Mensch, Gott und Natur zu erwachen. Die geistige Reife beginnt erst, langsam erst wird der Mensch fähig, alle reale und objektive Naturerkenntnis einem höheren Zweck dienstbar zu machen, daher muß sich ein solcher Mensch vernünftigerweise dem Menschen mit einer vollendeteren Stirnentwicklung unterordnen.

Die Fülle, Plastik, Hoheit und Schönheit der oberen Stirn entscheidet also über das Wohlwollen, das der Mensch besitzt. Es ist zu unterscheiden, ob das Wohlwollen groß und qualitativ ist, ob beständig, ob es aus Anlage oder Weisheit oder aus Dankbarkeit betätigt wird, ob es geübt ist, ob dabei auch die reale Denkkraft und die Urteilsfähigkeit vorhanden ist.

 

Wir erinnern uns der seitlichen Einteilung des unteren Stirnbaues von der Einheit bis zur Vielheit.

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Diese Einteilung gilt im Prinzip für den gesamten Stirnbau, also auch für den oberen Teil. An der Breite und Auswölbung der Stirn ist zu erkennen, ob das Wohlwollen sich nur auf die Nächststehenden richtet, die Familie, Freunde, oder ob es auch die Menschen der weiteren Umgebung umfaßt bis zum ganzen Volk, bis zur ganzen menschlichen Gesellschaft, einschließlich Natur und Welt. –

Wir haben hier nur die Grundzüge dieser neuen Stirnwissenschaft darlegen können und wollen nun den vollendeten Stirnbau in Wort und Bild kurz betrachten.

Die schwarze Linie in Figur 8 zeigt die Wölbung und den Bau der Stirn des griechischen Weisen Plato, des größten Philosophen der alten Welt.

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Figur 8. Stirnstudie Plato.

Gemäß dem Hochstand der damaligen griechischen Kultur gibt sich in dieser Stirnform die vollendetste Genialität aller Geistesanlagen kund. Die Stirn ist in allen ihren Teilen von 1-12 nach Qualität und Quantität vollendet harmonisch.

Plato lehrte als Ergebnis seiner Philosophie in der wahren und echten Schönheit das erstrebenswerte Lebensideal, – was zweifellos heute noch genau so als berechtigt erscheint wie vor 2000 Jahren.

Der deutsche Forscher Carl Huter zog aus seinen Forschungen, welche sich auf die moderne Naturwissenschaft stützen, den Schluß, daß der Mensch der Wahrheit, der Schönheit und dem Guten dienen soll.

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Er vereinte mit seinen neuen Entdeckungen das gesamte gesicherte Wissen seiner Zeit und konnte damit Platos Ideal naturwissenschaftlich begründen und den praktischen Weg zur Verwirklichung zeigen.

Interessant ist, daß der Stirnbau Huters insgesamt noch weiter ausgebaut ist wie der Stirnaufbau Platos. Man betrachte Figur 9 und Figur 10.

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Figur 9  Carl Huter

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Figur 10 ist eine natürliche Photographie nach dem Leben, wobei allerdings zu beachten ist, daß die drucktechnische Wiedergabe nicht so deutlich sein kann wie das Lichtbild selbst.

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Figur 8 Plato

An der Stirnformlinie Huters, Figur 9, ist deutlich zu erkennen, daß dieselbe besonders im unteren Teil bedeutend weiter vorgebaut ist wie bei Figur 8. Hier liegen die Organe für die reale naturwissenschaftliche Erkenntnis, – welche ja die Grundlage für die Schaffung aller höheren Werte bildet.

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Figur 10 Carl Huter

Figur 10 läßt deutlich erkennen, daß die Stirn tatsächlich bis in alle Teile und Feinheiten von innen heraus außerordentlich durchspannt und durchleuchtet und feinplastisch ausgewölbt ist.

Außerdem liegt eine ganz besondere Hoheit und einheitliche Geistesenergie im Augenausdruck und in den gesamten Formen. Das ist keine willkürliche Annahme, sondern offenbar eine Naturtatsache, – und diese Art der vergleichenden Betrachtung der lebendigen Formen gehört zweifellos ebenso mit zur Naturwissenschaft, wie jeder andere Zweig derselben.

Nach dem Stand unserer heutigen Physik und Biologie ist die naturwissenschaftliche Erkenntnis außerordentlich fortgeschritten, aber trotzdem gilt das eigentliche Lebensrätsel in der offiziellen Wissenschaft noch als ungelöst. Es hat den Anschein, als ob die Verfeinerung der wissenschaftlichen Hilfsinstrumente eine Grenze finde.

Faßt man nun heute [Stand 1937] die Erkenntnis der Naturwissenschaft zusammen, so ergibt sich in allen Hauptpunkten das überraschende Resultat der Übereinstimmung mit den von Huter seinerzeit bereits gelehrten Theorien. Huters Endergebnisse allerdings weisen darüber noch hinaus.

Die Erklärung liegt darin, daß Huter auf Grund seiner überlegenen allseitigen Denkkraft schon erkannte, daß er zur restlosen Erforschung der Wahrheit in der Natur einen anderen als den üblichen Weg einschlagen müsse, nämlich den der Verfeinerung der sinnes-sinnlichen Erkenntnis. Denn an Feinheit und Qualität übertrifft das menschliche Gehirn und die Geistesorganisation alle Instrumente der Welt.

Die reale Naturerkenntnis kann infolge der Unvollkommenheit der wissenschaftlichen Hilfsinstrumente an Grenzen gelangen, die zu mehr oder weniger richtigen oder auch falschen Schlußfolgerungen führen können. Aus dieser Sackgasse heraus gelangt Huter durch den oben bezeichneten Weg.

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Die lebendige Formbildung, insbesondere die Verschiedenheit der Gehirnorganisation und des Stirnbaues, ist eine unbestreitbare Naturtatsache. Es ist zweifellos berechtigt, nach einer Begründung derselben zu streben. Hier ist eine aus Theorie und Praxis gewonnene Unterlage dafür geboten. Erweist sie sich als richtig, was durch die Erfahrung jederzeit zu prüfen ist, dann haben wir in der lebendigen Formbildung das sicherste Kontrollmittel der Welt, um festzustellen, wo die Kraft des Denkens und damit der Wahrheitserkenntnis bei einem Menschen am stärksten ist, wo sie unzulänglich ist oder versagt.

Selbstverständlich sind dabei alle neueren Erkenntnisse der Formbetrachtung, wie sie hier angedeutet wurden, mit heranzuziehen.

Gewiß kann der Mensch bei der Bewertung einer Form sich irren. Es fragt sich aber, ob die Natur in ihrem lebendigen Formaufbau sich auch irren kann, was aller Erkenntnis nach nicht der Fall ist.

Darum bleibt diese neue Naturwissenschaft des lebendigen Formenausdrucks das A und O jeder tieferen und wahren Lebenserkenntnis und ein unerschöpfliches Forschungsgebiet.

 

In diesem Sinne wolle der Leser selbst vergleichende Betrachtungen über den Stirnbau und alles, was damit zusammenhängt, anstellen, weil dadurch am besten in jedem Menschen selbst langsam eine natürliche Erkenntnis über Wahrheit und Irrtum geweckt wird. 


Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

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Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

DgM 048

Der gute Menschenkenner 048 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

pgs-link-wwwchzade-redm.jpg 

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Der gute Menschenkenner                      

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Januar 1937, Nr. 48

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Ernährungs-

Bewegungs- und

Empfindungs-

KRÄFTE

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Die aufbauende gute und

die abbauende böse Kraft

 

Ernährungs-, Bewegungs- und Empfindungskräfte liegen den drei Organsystemen des Körperbaues für die Ernährung, Bewegung und Empfindung zugrunde.

Sie bauen und formen den menschlichen Körper, organisieren, beleben und bewegen ihn.

Die von Huter entdeckten drei Haupttypen des Lebens, – Bild 1, 2 und 4 – ferner die polaren, sekundären und Mischformtypen in der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt sind weit über die Grenzen unseres Landes bekannt geworden und – da auf Schritt und Tritt nachweisbar – auch als richtig erkannt.

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Kretschmer vs. Huter (Hinzugefügt)

Die Ursache des so verschiedenartigen Körperbaues liegt zunächst in dem wechselreichen Spiel der Vererbung und den vielseitigen Einflüssen einer bunten, stets sich verändernden Umwelt.

Damit sind aber die inneren und letzten Ursachen von Form und Gestalt noch nicht erklärt!

Schon die Samen- und Eizelle, aus welcher der Mensch entsteht, sind winzig kleine Lebensgebilde, die dennoch bereits alle Stoffe und Kräfte, den ganzen Grundplan des werdenden Menschen in sich tragen.

Infolgedessen sind die bauenden, formenden und organisierenden Natur- und Lebenskräfte im Menschen unsichtbar, aber dennoch von urgewaltiger Energie.

Diese kleinsten Lebensgebilde bestehen wiederum aus ungezählten Billionen von Atomen und Molekülen, die ihrerseits, nur unendlich konzentrierter, die Energien in sich tragen, aus denen die Samenzelle entstehen konnte.

Wir sind also unversehens mit diesen Betrachtungen in eine Welt des Kleinen hineingeraten, welche einer früheren Zeit noch vollständig verschlossen war und daher herrschten auch bisher die dunkelsten Vorstellungen über die Energien, die Leben hervorbringen und organische Formen bilden.

Die Größenverhältnisse in einem einzigen Atom sind trotz der Kleinheit ganz unvorstellbar.

Um den Atomkern kreisen Elektronen und Jonen in solchen Abständen, daß die Größenunterschiede, Bewegungen und Entfernungen nur zu vergleichen sind mit denen der Himmelskörper unseres Sonnensystems.

Das klingt zwar phantastisch, aber es sind Forschungsergebnisse der modernen, sehr realen Physik und Biologie.

Der moderne Mensch ist aber schon auf dem Wege, sich an die Vorstellung dieser neu entdeckten Welt des Kleinen zu gewöhnen, die so unendlich nach der Kleinheit und Innerlichkeit des Raumes ist, wie der Kosmos in seiner unendlichen Größe.

Und aus dieser Welt des Kleinen steigen die Stoffe und Kräfte auf, die unser Leben, die Formen und Gestalten bilden. Ja, in dieser Welt des Kleinen, der Innerlichkeit, wurzelt schon bei Lebzeiten unser eigenes körperliches, seelisches und geistiges Sein.

Damit erklärt es sich auch, daß wir unausgesetzt, unser ganzes Leben lang Tag für Tag neue Eindrücke aufnehmen und festhalten können, ohne daß ein ausgewachsenes Gehirn auch nur um ein Geringes größer wird.

Die Innerlichkeit in uns weitet sich bis in eine unbekannte Tiefe und Unendlichkeit.

Es ist klar, daß damit nicht nur die Anschauungen vom Leben, sondern auch vom Tod, von Geist und Seele, von Kraft und Stoff aus einer dunklen Vorstellung in ein helleres Licht der wissenschaftlichen Erkenntnis gerückt werden.

Die Energien, welche die Samenzelle bilden, die Körperform und Gestalt zum Wachsen, Reifen und Sterben bringen, sind unendlich fein, sie liegen in der Feinheit weit, weit hinter dem Atom, das ja noch eine stoffliche Beschaffenheit hat, und keine Macht, nichts in der Welt vermag sie zu zerstören.

Verfällt der Körper, ereilt ihn der Tod, oder werden Teile durch Operationen z.B. entfernt, die Lebensenergien bleiben, sie sind unzerstörbar und ziehen sich nur in die Welt der unendlichen Kleinheit zurück, aus der sie zur Lebens- und Formbildung aufstiegen.

Das sind die aller einfachsten Folgerungen aus den modernen, gesicherten Lehren der Physik und Biologie, die sich seit Huters Tode ganz in dem Rahmen bewegte, wie er sie vorgezeichnet hat.

Damit änderte sich unser altes Weltbild grundsätzlich und es ist nur eine Frage der Zeit, daß man die Folgerungen aus den neuen Erkenntnissen ziehen wird.

Die Wissenschaft wird dann vergeistigt, die Religion auf naturwissenschaftliche Grundlagen gestellt, und damit kündet der Großhirnkulturmensch sein erstes Nahen an.

[Comment by Medical-Manager W. Timm: Carl Huter selbst als Mensch ist sozusagen der Prototyp des nahenden Großhirnkulturmenschen – seiner Zeit ca. 200 Jahre voraus.]

Anstelle einer dunklen Mystik in den Vorstellungen über Leben und Tod tritt sonnenhelle und lichte, naturwissenschaftliche Erkenntnis.

Das sei vorausgeschickt, und nun können wir, auf dem Boden der modernsten Physik und Biologie fußend, uns die Frage nach den Kräften und Energien stellen, die Leben, Form und Gestalt bilden.

Dabei lassen wir die alte kindliche Vorstellung, daß der Körper des Menschen dort, wo die Haut ihn abschließt, sein absolutes Ende hat, gänzlich fallen.

Der lebendige Körper besteht aus Zellen, Atomen und Molekülen, in denen der Magnetismus, die Wärme und andere Kräfte spielen, deren Wirksamkeit über die Grenzen des Gebildes hinausreicht. Die Atmosphäre, welche die Körper umgibt, besteht ebenso aus Atomen und Molekülen, und folglich stehen die Kräfte und Stoffe der Innenwelt und Außenwelt in einem Austausch ihrer Energien.

Bis zu einem gewissen Grade vermögen wir diese Energien sinnessinnlich zu erfassen oder durch Instrumente nachzuweisen, ganz abgesehen davon, daß wir sie in der lebendigen Formbildung in ihrer Auswirkung zu erkennen vermögen.

Der Leser betrachte Bild 1.

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Bild 1. Schematische Darstellung des typischen Ernährungs-Naturells mit der dieser Körperform besonders stark anhaftenden Energie.

Es ist natürlich nur eine primitive bildliche Darstellung der Energie, die diesem Körperbau zugrunde liegt.

Huter forschte der Ursache der Form- und Lebensbildung nach, und als er erkannte, mit den alten Forschungsmethoden nicht weiterzukommen, schlug er neue Wege ein.

Er stellte zunächst fest, daß der menschliche Körper von einer emanierenden Substanz durchdrungen ist, die besonders den Leiborganen und übrigen Weichteilen stark anhaftet.

Diese Substanz durchdringt nicht nur die inneren Organe, sondern sie umgibt den Körper in bestimmter Weise – siehe Bild 1 – noch auf nahe Entfernung, etwa 1/2 bis 1 m mit einem odischen, wolken- oder lohenartigen Hauch.

Diese Energie ist im Dunkeln unter günstigen Umständen als schwach leuchtende Substanz sichtbar.

Es ist das von Freiherrn Karl von Reichenbach zu Anfang des vorigen Jahrhunderts [19. Jahrhundert] entdeckte Od.

(Reichenbach errichtete die ersten Holzverkohlungsöfen, ferner große Eisenwerke, entdeckte das Kreosot und Parafin.)

Huter stellte bald fest, daß das Od die Substanz ist, welche die Ernährung und Verdauung vermittelt, die ferner besonders die inneren Organe, die weichen und vollen, sowie die konkaven Hohlformen bildet.

Damit hatte er die Energie gefunden, welche besonders stark dem typischen Ernährungs-Naturell mit seinen vollen, korpulenten, weichen und breitfleischigen Körperformen eigen ist.

Das Od durchdringt die aufgenommenen Speisen und Getränke, löst die Stoffe, welche im Magen und Darm auf uns bekanntem chemischem Wege schon zersetzt sind, weiter auf bis unter die Grenze des Atoms, so daß ein Neuaufbau, die Neubildung anderer Stoffe möglich wird. Den Beweis gibt u.a. die Tatsache, daß in unserem Körper Elemente nachweisbar sind, welche die aufgenommene Nahrung nicht enthält.

Menschen, die mager und hager sind, haben im Verhältnis zum Ernährungs- und Verdauungsmenschen nur ein schwaches Od und ein geringes Vermögen, die Nahrung dem Neuaufbau des Organismus dienstbar zu machen.

Das Od tritt nach Quantität und Qualität sehr verschiedenartig auf. Es unterscheidet sich streng von den Dunst-, Duft- und Stoffwechselemanationen. Reichenbach erkannte es bereits am Menschen und auch an Kristallen. Letzteres nannte Huter Hart-Od oder Medioma. Diese ist der Mutterstoff der chemischen Materie, der, dem Körperleben dienstbar gemacht, vornehmlich die festeren, derbfleischigen Formteile bildet, z.B. am Rücken und an der Außenseite der Glieder gelagert ist.

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Rücken eines Mannes (Hinzugefügt)

An der besonderen härteren oder weicheren Beschaffenheit der Gewebe ist das Od, sowie die Medioma deutlich zu erkennen und damit ein gut Teil der Veranlagung eines Menschen.

Menschen mit starker Medioma und grobem Od können die schwersten Speisen und Getränke noch gut verdauen. Das weiche Od hat als physiologisch abgewandelte Energie und Substanz den Charakter einer gewissen Gutmütigkeit und Gemütlichkeit.

Das Od durchdringt die Kleider, die Atmosphäre, Gegenstände und Einrichtungen, und daher haben alle Räume, in denen volle, wohlbeleibte, weichfleischige Menschen wohnen und verkehren, wo noch möglichst gegessen und getrunken wird, die anheimelnde, warme, gemütliche und teils gutmütige Atmosphäre.

Daher haben Menschen oft Kleider, Gegenstände und ihre Wohnräume so gern, als seien sie gewissermaßen ein Stück ihres eigenen Selbst, sie sind ja auch tatsächlich mit ihrem Lebensod durchdrungen, das sich nur schwach polarisiert. Daher haben durch Vermittelung des Odes viele Menschen, meist schwach oder halb unbewußt, in der Nähe eine andern Menschen zuerst einen bestimmten Eindruck, der sich erfahrungsgemäß oft als richtig erweist.

Man glaube nicht, daß diese und noch viele andere Dinge, die durch das Od zu erklären sind, von selbst oder von ungefähr kommen, das ist nicht der Fall.

Bei den Pflanzen ist die Medioma in den Holzteilen am stärksten, an den Blättern und Blüten das Od, es bildet die zartesten Formen, Knospen usw.

Bei noch jungen Tieren ist das Od sehr stark, besonders an der Brust des säugenden Tieres, es bildet die zartesten flaumigen, odisch durchhauchten Gewebe, die zartesten Haare und das sehr feine, flaumige Gefieder.

Da das Od eine emanierende Substanz ist, so haben ganz besonders stark odische Menschen in besonderen Fällen einen nicht zu unterschätzenden, stark heilenden und das Wohlbefinden steigernden Einfluß auf andere Menschen.

Umgekehrt, wenn sich ein Mensch in Gegenwart bestimmter anderer Menschen wiederholt geschwächt fühlt, so spielt der Austausch bzw. die Entziehung des Odes dabei oftmals eine Rolle.

Da das Od leicht aus den Geweben erkannt werden kann, so unterliegt es der Berechnung.

Das kleine Kindchen an der Brust oder im Schoße der Mutter liegt sozusagen in einer nährenden, wohltuenden und wärmenden Odhülle oder Atmosphäre, die es zu seinem Wohlbefinden fast nicht entbehren kann.

Nun kommen wir zur Beschreibung der zweiten großen Energie des Lebens, dem Magnetismus, siehe Bild 2.

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Bild 2. Schematische Darstellung des Tat- und Bewegungs-Naturells mit dem ihm besonders stark eigenen Magnetismus und den magnetischen Kraftspannungslinien.

Kein Atom und Molekül ist ohne Magnetismus denkbar. Also schon in der Welt der fast unvorstellbar kleinsten Teile der Materie wurzelt die magnetische Energie.

Daß dieselbe unsichtbar ist, liegt auf der Hand, denn wir sehen z.B. auch den Magnetismus des Magneten nicht (wohl seine Wirkung) und haben uns längst seit Entdeckung des Radiums und anderer strahlender Elemente, mehr noch seit Bekanntwerden der Radiowellen usw. an die Vorstellung der unsichtbaren Energien gewöhnt.

Der Magnetismus im lebenden Körper ist ähnlicher Natur wie der Magnetismus der Materie, nur ist derselbe physiologisch abgewandelt.

Der Magnetismus hält alle Atome, Moleküle und Zellen unseres Körpers zusammen, ist also Eigenkraft der Materie. Darüber hinaus stärkt derselbe unausgesetzt das eigene Ich, die Selbsterhaltung und Machtentfaltung, er ist die egoistische Kraft im Leben.

Im einheitlichen Zug durchströmt der Magnetismus alle Atome und Moleküle des lebenden Körpers, bildet aber vorzugsweise das harte Knochengerüst und findet in den Beinknochen, der Wirbelsäule und dem harten Schädelknochen die magnetische Richtachse. Durch den Magnetismus wird die Spannkraft des Körpers bestimmt, die Höhen- und Längsrichtung. Derselbe strahlt am Kopf-, Strahl- oder Nordpol aus, umgibt den Körper mit Kraftspannungslinien und wird vom Fuß-, Süd- oder Saugpol stets wieder aufgenommen, wodurch das eigene Ich gestärkt wird.

Das ist die Hauptsache das Wesen des Magnetismus, maßgeblich für alle aus der Natur gewordenen belebten und unbelebten Formen.

Ohne den Schutz der magnetischen Kraftspannungslinien, welche die Erde umgeben, könnte sie nicht bestehen, und kein ruhiges Leben auf ihrer Oberfläche wäre möglich. Erst dort, wo die magnetischen Kraftspannungslinien aufhören, beginnt der freie Weltenraum mit seinen Einflüssen.

Mit den saugenden magnetischen Wurzeln hält die Pflanze, der Baum, sich in der Erde fest, der harte Stamm bildet die magnetische Richtachse, die Krone den Strahl- oder Nordpol. Dazwischen liegen die magnetischen Kraftspannungslinien und Kraftfelder.

Daher gibt der Wald mit seinen starken Bäumen dem Wanderer die Ruhe und Erholung und stärkt dessen eigene magnetische Lebensenergie. Daher stärken weite Wege und Märsche die Bein- und Knochenkraft, den Magnetismus, die Energie, Ausdauer und Willenskraft, wodurch nachher, in der Ruhe um so stärker das Empfinden wach wird.

Daher haben auch Menschen, die auf Fels- und Granitboden mit dem stärksten Magnetismus leben, eine stärkere Urwüchsigkeit, Festigkeit, Knochen- und magnetische Spannkraft wie Menschen, die auf Sumpf-, Sand-, Ton- oder Lehmboden wohnen.

Durch den vorherrschenden Magnetismus erklärt sich der typische Körperbau des Tat- und Bewegungsmenschen, siehe Bild 2. Er hat die starke Willensenergie, Bewegungs- und Tatkraft.

Aber nicht nur die Körperform und Gestalt zeigt den starken Magnetismus, sondern auch schon das straffe, feste, gespannte und harte Gewebe, die gestrafften Züge des Gesichts, das klar und real blickende Auge lassen die vorzugsweise stark entwickelte magnetische Energie eindeutig und klar erkennen.

Mit Vorliebe unternehmen diese Menschen weite Wege. Anstrengender Sport, energische Arbeit, Wind und Wetter, ja selbst Strapazen werden mit Lust und Wohlbefinden ertragen, es ist ihr Lebenselement.

Ihr Sinn richtet sich in die Weite, auf das Äußerliche, sie wollen hinaus aus den vier Wänden, die sie bedrücken, sie wollen Taten vollbringen, es ruft sie die Freiheit, und sie streben nach harter Herrschaft über andere.

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Schon die Haltung und Spannkraft des Körpers verrät die vorherrschende oder zur Geltung drängende magnetische Energie. Nichts kann diesem Einfluß widerstehen. Der Magnetismus beeinflußt die Atome und Ätherilionen, er wirkt bannend, zwingend, herrschend, suggestiv beeinflussend, Ja, selbst den Menschen mit schwachem Magnetismus überträgt sich unter Umständen die magnetische Energie der starken Naturen, so daß sie z.B. in Marschkolonnen Strapazen ertragen und Leistungen vollbringen, die sie sonst wohl kaum durchführen könnten.

Die magnetischen Kraftspannungslinien wirken bis auf einige Meter Entfernung vom Körper und verursachen indirekt eine gewisse Ätherspannung.

Wer also in der Nähe eines magnetische starken Menschen tritt, steht in dessen magnetischem Kraftspannungskreis, der unter Umständen sehr zwingend und bannend wirken kann. Darauf beruht z.B. auch die gewaltige Kraftübertragung, die große Menschenansammlungen auslösen können.

Auch die Sympathie zwischen dem Bewegungs-Naturell und der schwach magnetischen Empfindungs-Natur ist dadurch zu erklären, die Antipathie gegen das disharmonische Naturell und die sonst fast unmögliche Beeinflussung des Ernährungs-Naturells.

Das alte Wort „In das innere Wesen der Natur dringt kein erschaffener Geist“ verliert mit den Fortschritten der modernen Biologie und Physik allmählich bis zu einem gewissen Grade seine Gültigkeit.

Der Magnetismus als Heilkraft ist bekannte, und durch die neueren Erkenntnisse der Physik ist das Wie und Warum verständlich.

Durch die magnetisch starke Energie eines Menschen kann die magnetisch schwache Kraft eines kranken Menschen gestärkt werden, wodurch die Lebens- und Heilkraft günstig beeinflußt wird.

Allerdings sollte der Heiler in solchen Fällen außer einem wirklich starken Lebensmagnetismus auch noch ein starkes Od besitzen, denn sonst kann er z.B. bei einem odisch schwachen Menschen diese Substanz bannend und lähmend beeinflussen, wodurch keine Stärkung der Lebenskraft und auch keine Besserung entsteht. Also auch hier ist die Kenntnis der Natur- und Lebenskräfte Voraussetzung.

Wenn der Magnetismus eines Menschen gebrochen ist, dann sieht es um seine Lebensfähigkeit schlecht aus. Die Haltung des Menschen, die Spannung des Körpers, aller Gewebe und inneren Organe ist dann wie gebrochen. Das Aussehen ist in solchen Fällen typisch, siehe Bild 3.

 

Gebrochene Lebenskraft
Gebrochene Lebenskraft

 

Bild 3. Briand, französischer Staatsmann. Die gebrochene Lebenskraft. Photo Vogel-Sandau

Das Bild zeigt diesen Staatsmann, als er 1931 zur Konferenz in Berlin weilte. Er starb einige Monate später im Alter von 70 Jahren infolge eines Herzleidens.

An der stark eingesunkenen Haltung des Körpers, an den hängenden Wangen und Gesichtszügen, an den unsicheren Händen, sowie an vielen anderen Merkmalen, die schwerer zu sehen sind, ist zu erkennen, daß die magnetische Spann- und Lebensenergie gebrochen ist.

Wenn der geistige Wille auch noch so stark ist, der Zustand selbst wird dadurch nicht geändert.

Bereits bei Erscheinen des Bildes erkannten wir: Es ist die gebrochene Lebenskraft, die nur noch Monate vorhält, und ich bewahrte deshalb das Bild zu Studienzwecken auf.

Solange der Magnetismus noch ungebrochen ist, vermag der Körper selbst inneren Leiden gegenüber noch vielfach standzuhalten. –

Ein einfaches Beispiel von der Wirkung des Magnetismus liegt in folgendem: Wenn der Mensch spricht und dabei aufrecht und gespannt steht, so ist der Einfluß auf andere Menschen stärker, als wenn er in einem Stuhl sitzt und spricht, wobei der Magnetismus entspannt ist.

Der Magnetismus der Lebewesen unterscheidet sich selbstverständlich von der mechanischen Energie der Materie. Auch bezüglich der letzteren schreitet die Erkenntnis mächtig fort. Ungeahnte Möglichkeiten eröffnen sich, wenn es gelingt, die Atom-Energien frei und nutzbar zu machen, die in den Bergen von Granit aufgespeichert sind, dann braucht kein Bergmann mehr Kohle aus der Tiefe der Erde zu fördern.

Hier wie dort, – die Kenntnis von der Natur- und Lebenskräften macht den Menschen geistig frei und gibt ihm die Herrschaft über die Natur.

 

Nun kommen wir zur höchsten Kraft, die es im Weltall gibt.

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Es ist die von Huter entwicklungsgeschichtlich und experimentell nachgewiesene Lebenslichtstrahlkraft im Zentrosoma der lebenden Zelle, die er Helioda nannte.

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Bild 4. Das Empfindungs-Naturell mit der verfeinerten Form und der ihm besonders stark eigenen schöpferischen Liebes-Lebensstrahlkraft Helioda.

In Bild 4 sehen wir die verfeinerte, zarte Lebensform, den empfindungsreichen und oft auch schöpferischen Geistmenschen. Der Magnetismus und die Medioma treten in dieser Gestalt stark zurück, aber die Nerven- und Lebenskraft Helioda tritt hervor und das feine Weichod, das mit derselben sympathisiert.

Die Helioda ist heute mikroskopisch, biologisch und experimentell erforscht, sie ist gleichbedeutend mit jener Liebeskraft, die Jesus einst als das Höchste lehrte, die er selbst so stark in sich trug, daß er sie heilend übertragen konnte.

Diese Liebes-Lebenskraft wurzelt in der Empfindungsenergie der nur scheinbar toten Materie. Dieses Urempfinden konzentriert sich mit der fortschreitenden Umbildung und Entwicklung so stark, daß es in der Zelle zu Leben erwacht.

Aus den Einzellern entwickeln sich mehrzellige Organismen. Es bilden sich mit Hilfe und auf den Bahnen der Strahlung fein Fibern, dann Nerven, Ganglionen, bei fortschreitender Höherbildung das Rückenmark, die Sinnesorgane und das Gehirn.

Die empfindende Strahlkraft ist im Spiel der Kräfte die oberste Leit- und Richtkraft, die mehr oder weniger die untergeordneten Kräfte beherrscht, die selbst die starke magnetische Richtachse biegt und den Magnetismus zur Formung des harten Schädelknochens benutzt.

Im Gehirn sammelt sie sich so stark, daß sie aus dem bloßen Reizempfinden und Unterbewußtsein zum Geist und Tagesbewußtsein erwacht und die Triebe mit Bewußtsein leitet.

Sie wurzelt in jedem Ätherkleinstteilchen, – in der jetzt von der Physik uns enthüllten und bisher unbekannten inneren Raumwelt, in der Zelle, in den Atomen, Molekülen, Elektronen und Jonen als die bisher unbekannte Impulskraft zu allem Werden und Entwickeln in der Welt.

Sie ist die schöpferische Liebeskraft, die man früher aus Unkenntnis einem unbekannten Gott zusprach, durch die alles Leben entsteht. Nun ist bewiesen, daß auch der Mensch die Schöpferkraft in sich selbst trägt. –

Die Zelle, die sich ohne genügende Mitwirkung der im Strahlengebilde des Zentrosomas liegenden Schöpferkraft teilt, ist stets dem Tode geweiht, – wie es alle Zellforscher und Histologen übereinstimmend beobachtet haben.

Die Helioda schwingt zwischen den Stoffen und Kräften des lebendigen Körpers als eine wunderbar milde und angenehme Strahlung, die nah- und fernwirkend ist, das sie durch die Empfindungsenergie der Atome und Moleküle und des Äthers geleitet wird. Daher sind auch Gedanken Kräfte, ganz besonders, wenn sie stark von Liebe getragen sind, nicht nur innerhalb des Körpers, sondern auch über diesen hinaus wirkend.

Haß und böse Gedanken verkürzen die Strahlung und heben die Fernwirkung mehr und mehr auf, das Wohlwollen und der gute Gedanke verstärkt sie.

Huter mußte sieben Jahre über diese seine größte Entdeckung schweigen, da er sich der Verhöhnung aussetzte, wenn er nur erwähnte, daß das Leben auf Strahlung beruhe. Erst als das strahlende Radium entdeckt wurde, durfte er es eher wagen, diese seine Entdeckung darzulegen und experimentell zu beweisen.

Heute gibt es über die biogenetischen, das sind diese Lebensstrahlen, schon eine Literatur und man schreibt die Entdeckung derselben dem Russen Gurwitsch zu, der sie zuerst nach Huters Tode bei Zwiebelwurzeln feststellte.

Aber das änderte nichts an der Sache, denn die Helioda ist ewig und die mit ihrer Entdeckung verbundenen weiteren Forschungen Huters werden mit der Zeit die richtige Quelle finden lassen, – wir haben Zeit, wir säen nur, ohne schon die Ernte zu erwarten.

[Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm: In der Tat ist die richtige Quelle Carl Huters Helioda, seine Kraftrichtungsordnung. Alle diesbezüglichen Forschungen Gurwitsch mit seinen Zwiebelwurzeln, oder heute unter dem Begriff „Biophotonen“, beispielsweise Forschungen von Popp, beginnen mit dem Vater dieser „Lichtstrahlungsforschungen“ in Lebewesen – nämlich Carl Huter (1861-1912). Carl Huter war Nichtakademiker und Privatgelehrter, der nie eine staatlich beschützte Einrichtung besucht hatte, da einem Universalgenie, wie Carl Huter, solche staatlich beschränkten und beschützten Einrichtungen mit mehr oder weniger konformistischen Gruppendruck für seine freie Forschungen eher hinderlich gewesen wären. LINK: http://www.chza.de%5D

Die Helioda, die Liebeskraft, ist unser höchstes Gut, sie trägt unser Leben und Sein, sie trägt es in diesem Leben, sie trägt es nach dem Tode weiter.

Wenn mit dem Tode die Zellen und Gewebe in ihre Urbestandteile, in Atome und Moleküle verfallen, also Erde zu Erde und Asche zu Asche wird, wie man so schön sagt, so ist daran die Helioda gar nicht mehr beteiligt.

Sie spaltet sich individuell ab und geht dorthin, woher sie kam, in jene Welt der unendlichen Tiefe und Kleinheit, die uns jetzt erst die Physik nach Huters vorangegangenen Lehren erschlossen hat, – um sich ewig fortzuentwickeln bis zur höchsten Kleinheit, Feinheit, Vollkommenheit, Macht und Schönheit.

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(Hinzugefügt)

Die innere Helioda ist negativ aufnehmend und gestaltend, die nach außen wirkende Helioda ist positiv schöpferisch und strahlend. Damit ist nicht nur das Leben selbst, sondern auch jedwede Organ-, Form- und Gestaltbildung zu erklären, die Sprache der Natur und des Lebens in den lebendigen Formen.

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(Hinzugefügt)

Die Helioda durchleuchtet, belebt und durchstrahlt die Gewebe, sie ist Schwell- und plastisch schöpferische Formkraft, in ihrer negativen und positiven Wirkung neben allen andern Stoffen und Kräften in der lebendigen Körperform leicht zu erkennen und nach allen erdenklichen Graden zu bewerten. Wie, – das lehrt die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie].

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PGS Link www.chza.de

Heute ist die Erklärung leider nur noch meist theoretisch zu geben. Wie Huter durch Experimente diese Strahlung bewies, ist nur noch durch Erklärungen seiner Schüler zu überliefern, daran wird die Nachwelt anknüpfen müssen. Alles ist Entwicklung und Erkenntnisentwicklung, aber ewig strahlt die Helioda aus allen lebenden Formen.

Wenn das Kind sich gestoßen hat, streicht die Mutter aus ihrem natürlichen Gefühl heraus die wehe Stelle, man würde das nach Huter „heliodisieren“ nennen.

Wenn alle Heilmittel versagen, hat die Heliodabehandlung oder Lebenskraftübertragung auf einzelne Organe oft noch helfen können.

Wenn das erst erkannt wird und wenn man weiß, daß die höchste Heilkraft im Menschen selbst liegt, wenn die Gesetze der strahlenden Lebenskraft bekannt sind, dann kommt eine Zeit, die man eine neue Götterdämmerung im modernden Völkerleben nennen kann, die kein Fürst, kein Krieger und Theologe herbeiführt, sondern welche die moderne wissenschaftliche Forschung in ihrer Entwicklung langsam erschließt. „Suche daher die Wissenschaft, als würdest Du ewig hier sein – und die Tugend, als hielte der Tod Dich schon am sträubenden Haar.“ –

Alles hat der Mensch selbst in der Hand. Am Ende wird man die heliodisch-starken Naturen erkennen und sie am höchsten bewerten.

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(Hinzugefügt)

Aus dem Empfinden steigt das Leben empor, aus Traum und Tiefe der Geist in den Formen, der sich mit keinem Instrument messen, wohl aber mit dem Wunderbau des Auges sehen und erkennen läßt. Aber auch das erfordert Übung, Kenntnis, Wissen und einen liebenden Sinn, denn das Leben ist gleich einem großen Kunstwerk. –

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Klassisches Sehen (Hinzugefügt)

 

Zwischen den magnetischen Kraftspannungslinien und der Oberfläche des Körpers entsteht ein Ätherdruck, der Oberflächenspannung oder Elektrizität erzeugt.

Atome und Moleküle werden in den Körper hineingetrieben und durch die Attraktions- und Konzentrationsenergie dem Kreislauf der Stoffe und Kräfte dienstbar gemacht.

Die elektrische Energie richtet sich stets quer zur magnetischen Richtachse, – das ist Gesetz. Sie entladet sich an irgendeiner Stelle und ihre Strahlen kehren nicht zum Körper zurück.

Die elektrische Energie ist Entäußerungs-, Flieh-, Trennungs-, Zerstreuungs-, Verneinungs- und Zerstörungskraft, entsprechend ist ihr Charakter.

Sie strömt nach einer Stelle hin und treibt und bildet somit die Breitformen, die Breiten-Gliederung der Lebewesen, beim Fisch die Seitenflossen, bei der Pflanze die Äste und Zweige.

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Bild 5. Das disharmonische Naturell mit der ihm eigenen starken elektrischen Energie.

Wir sehen in Bild 5 das disharmonische Naturell. Hier übertönt die elektrische Energie die übrigen Kräfte und entsprechend ihrem Charakter wirkt sie sich schon in der Körperform aus. Von einem Adel der Gestalt wird man hier wenig mehr finden, sondern breite, teils harte, grobe und eckige Formen treten hervor.

Der Hals ist z.B. sehr kurz und breit, der Kopf geht in die Breite, die Ohren stehen im Winkel von 45° ab.

Man kann aber auch schon aus dem Gewebe selbst die zu starke elektrische Energie durch eine kühle, zerfahrene, harte Spannung und Unruhe erkennen. Es wetterleuchtet sozusagen in dem Gewebe des Gesichts wie von verhaltener Zerstreuung und Entäußerung.

Wenn die elektrische Spannung sich auslöst in Aufregung und Erregung, in Zersplitterung und Bewegung, in Zorn und Wut, in zu starke ungerechte Kritik und Opposition, dann hat die Helioda und damit die ruhige Vernunft die Herrschaft über diese Energie verloren und man kann kein ruhiges und liebevolles Handeln erwarten, sondern muß harte elektrische Spannungen und Entladungen, Streit und Kampf gegenwärtigen.

Die elektrische Hochspannung verpufft sich zum Glück mehr oder weniger schnell wieder, aber stets bleibt eine Störung im friedlichen und harmonischen Ablauf des Lebens zurück.

In allen zu stark von der guten Proportion abweichenden Breitformen wirkt vornehmlich die elektrische Energie.

Wenn mehrere stark elektrische Menschen beisammen sind und es kommt noch ein Tat-Naturell hinzu, dann ist der Friede vorbei, die Disharmonie treibt und bald ist ein Streit oder ein böses Komplott fertig. Aber die elektrische Energie ist nicht nutzlos, sie erfüllt auch ihren Naturzweck. Die Disharmonie rüttelt den guten Menschen wach und zwingt ihn, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um die Harmonie und das Gute zu erhalten. Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da herrscht statt der Liebe und Weisheit das Spielt der Naturgewalten.

Der Magnetismus festigt, das Od und die Helioda lockern, verfeinern und veredeln die Formen und Gewebe, die zu starke elektrische Energie durchbricht die Harmonie des Lebens.

Im ewigen Spiel der formenden und gestaltenden Natur- und Lebenskräfte soll die höchste Leit- und Richtkraft, die Lebens-Liebeskraft, allein führend sein. Wenn auch ungewollt trägt letzten Endes auch die elektrische Energie zur Erreichung dieses Zieles bei.

Wer aber weiß, wie die Kräfte im Menschen auf das Äußere gestaltend wirken, der lernt sie mit der Zeit auch auf Schritt und Tritt aus den Formen erkennen. Die Frage nach dem Woher und Wohin dieser Kräfte, nach ihrer Wirkung im allgemeinen und im Formbau der Natur, wird man auf die Dauer nicht abweisen können, denn ewiges Gesetz ist die Kraftrichtungs- und –entwicklungsordnung.

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Die Wärmem veranschaulicht durch Bild 6, welche dem Körper mehr oder weniger stark anhaftet, ist wohl im Spiel und Austausch der Energien am sinnfälligsten.

Die strahlende Wärme, die sich stärker veräußert, ist bei unserem Bilde durch die kleinen Flammengebilde an der Körperperipherie dargestellt. Die Körperwärme ist auf nahe Entfernung wahrzunehmen.

Die gebundene Wärme, die stärker den inneren Organen anhaftet, ist bei unserer Figur durch die Flockengebilde am Körper versinnbildlicht.

Wenn bei einem Menschen die strahlende Wärme stärker in den Vordergrund tritt, dann ist die Haut und das Gewebe lebhafter durchblutet, wärmer durchstrahlt und offener, gut reaktionsfähig für Temperaturwechsel. Oft hat dabei die Haut den warmen Ton, die Ausdünstung und der gasförmige Stoffwechsel ist lebhafter.

Daher entlastet sich der Körper bei Menschen mit starker strahlender Wärme leichter und nur selten treten ernstere Erkrankungen auf.

Ist dagegen die gebundene Wärme stärker, dann ist die Haut und das Gewebe weniger offen, weniger locker und porös, sondern in sich fester und geschlossener. Es kommt leichter zu Ansammlungen von Fremdstoffen und ernstere Erkrankungen können eher auftreten.

Auch diese Zustände sehen zu lernen, ist bei einem Anschauungsunterricht an lebenden Personen nicht schwer.

Die Wärme ist ebensowenig als die Lebenskraft anzusprechen wie das Od, die Elektrizitiät oder der Magnetismus.

 

Das Bild am Kopfe dieser Zeitschrift

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stellt das harmonische Naturell dar, das alle Natur- und Lebenskräfte voll, stark und in harmonischem Gesamtfluß entwickelt hat. Die elektrische Energie ist stark gebunden und großartig sind alle anderen Stoffe und Kräfte von der obersten Leit- und Richtkraft Helioda beherrscht, gelagert und gerichtet, daher die starke, schöne und edle Körperform und die vorbildliche, ausgleichende und edle Wesensart dieser glücklichen Menschen. –

Durch diese sinnfälligen Darstellungen gewinnt der Leser eine gute Übersicht über die verschiedenen Kräfte, ihren Charakter und ihre das Leben begleitende Wirkungsweise, und so sind die Grund- und Haupttypen des Lebens, die Naturelle, in natürlicher Weise zu erklären.

Aber zugleich eröffnet sich ein Verständnis, warum alle Menschen so sehr verschiedenfach in Sympathie und Antipathie zueinander stehen.

Ja, es läßt sich nunmehr nach Körperform und Gesicht berechnen, wie die Sympathien und Antipathien zwischen zwei oder auch mehreren Personen sind.

Das aber ist von unendlich großer Bedeutung, denn das größte Glück auf Erden liegt im Zusammenschluß von Menschen, die voll und ganz harmonieren.

Wo das nicht der Fall ist, das bleiben, mögen die äußeren Verhältnisse noch so gut sein, Leid und Bitterkeit, oft unglückliche und tragische Folgen nicht aus.

Es ist also ein großes neues Wissensgebiet, das hier in den Grundzügen gestreift werden konnte, denn so wichtig wie die Menschenkenntnis ist, – so wichtig ist es zu berechnen, wie die Sympathieverhältnisse und die Beeinflußbarkeit der Menschen sind.

Dieses neue Gebiet ist außerordentlich bedeutungsvoll, die Freude und die Genugtuung, die dasselbe bereiten kann, ist große, es ist wohl das interessanteste und schönste Studiengebiet.

Ohne viel Mühe, Liebe und Geduld ist in das inner Wesen der Natur, der Gestalten, der Formen und Farben nicht einzudringen. In großen Zügen wird uns der Zusammenhang von Leib und Seele, von Körperform und innerer Wesensart durch die hier gegebenen Unterlagen verständlich.

Der Kopf des Menschen wächst aus dem Körper hervor und hat daher das innere und äußere Gepräge dieses Körpers.

Unter den Darstellungen der Kräfte zeigt das große Bild 1 das Ernährungs-, Bild 2 das Bewegungs-, Bild 4 das Empfindungs-Naturell.

Es sind die Haupt- und Grundtypen des Lebens.

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Das Bild am Kopfe dieser Zeitschrift zeigt das harmonische und Bild 5 das disharmonische Naturell, die beiden polaren Lebenstypen.

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Die kleine hier wiedergegebene Bildreihe zeigt nochmals den genauen und typischen Kopfbau dieser Naturelle, sowie die drei sekundären Zwischentypen.

Es ist unmöglich, sich den Kopf des einen Naturells auf dem Körperbau eines anderen Naturells zu denken, weil der Körperbau die Grundlage für den Kopfbau ist und die hier dargestellten Kräfte nicht nur äußerlich, sondern vornehmlich innerlich im ganzen Körperbau wirken.

Der Körper sendet seine Lebenssäfte zu Kopf und Gehirn empor, spannt, richtet und formt diese entsprechend.

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Danach ergibt sich kurz folgendes:

1. Das Ernährungs-Naturell hat das viele Od und die starke Medioma, daher die vollen, weichen Leiborgane und die breitfleischigen Körperformen.

Entsprechend ist der Kopf- und Gehirnbau und auch das Denkleben, d.h. dieser Mensch sinnt vorzugsweise nach, wie er am besten für Ruhe, Ernährung, Gleichmaß, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit und für die praktischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse des Lebens sorgt, also das zu tun, was die Ernährungsorgane wollen.

Die Helioda und die körperliche Spannkraft, der Magnetismus, sind bei diesem Typus schwächer.

2. Das Bewegungs-Naturell hat den sehr starken Magnetismus im bevorzugten Knochen- und Muskelsystem.

Daher sind auch die Züge des Gesichts lang, knochig, hart, fest, gespannt und voller robuster Energie.

Daher ist das Denkleben real und nüchtern und vorzugsweise auf das eingestellt, was die Bewegungsorgane des Körpers wollen, die Arme und Beine, die Knochen und Muskeln. Sport, Arbeit, Spiel, Anstrengung, Strapazen zu ertragen, große Taten zu vollbringen und ähnliches wird hier erstrebt.

Das Empfinden und die Ernährung mit ihren Energien und Stoffen stehen zurück.

3. Das Empfindungs-Naturell hat den zarten Körperbau, die starke Helioda, die vorzugsweise Nerven, Gehirn und Sinnesorgane bildet.

Daher ist das Gesicht zart, durchgeistigt, die Augen sind groß und, wenn das Interesse wach ist, leuchtend und seelenvoll, der Schädelbau ist begünstigt.

Daher richtet sich das Gedankenleben vorzugsweise auf das, was die Empfindungsorgane wollen. Daher die Liebe zu schönen Ideen und Gefühlen, zu Poesie, Musik, Kunst, Dichtung, die Neigung in religiösen und ethischen Dingen sich auszuleben, eine verfeinerte Kultur und Lebensart zu pflegen.

Die Ernährung und die energievolle Spannkraft des Körpers stehen demgegenüber zurück, da das Od, die Medioma, der Magnetismus und die elektrische Energie schwach sind.

4. Das harmonische Naturell hat alle Kräfte, Energien und Stoffe gut entwickelt, daher die volle harmonische Gestalt, Kopf-, Gesichts- und Augenbildung.

Entsprechend ist die harmonische Denk-, Gefühls- und Lebensweise, die Leistungsfähigkeit nach jeder Richtung, die stete Wahrung der Harmonie des Lebens, da der goldene Mittelweg eingehalten wird.

5. Das disharmonische Naturell hat die Stoffe und Kräfte nicht harmonisch vereinigt, vornehmlich ist es die starke elektrische Energie, welche die Harmonie der Kräfte durchbricht.

Daher zeigt der Kopf- und Körperbau nicht das ruhige Ebenmaß, ist zu hart oder zu weich, wobei einzelne Formen mehr oder weniger aus der Harmonie des Ganzen treten.

Je runder und feiner, je edler; je eckiger, je disharmonischer kann als Regel gelten.

Daher ist dieses Naturell wohl oft im einzelnen leistungsfähig, durchbricht aber stark wieder die ruhig und heiter dahin fließende Harmonie des Lebens durch Disharmonien, wodurch es vielerlei Leid verursacht, letzten Endes aber zur Entwicklung energisch antreibt.

Zwischen den geschilderten Typen liegen alle erdenklichen Mischformen, bedingt durch Spiel und Kreislauf der Stoffe und Kräfte und durch die Entwicklung.

Neuland ist immer von stark eigenartigen Naturen, die originale Wege gingen, erschlossen worden.

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Wir stehen in Hochachtung vor der wissenschaftlichen Forschung, aber Erfahrung und Geschichte lehren, daß gute Anregungen und bahnbrechende Erkenntnisse gar oft aus dem Volke gekommen sind. Unsere bescheidene Bitte an die wissenschaftlichen Zweifler und Kritiker ist daher, bezüglich dieser Neulehren, die für das praktische Leben nur Segen bringen können, auch das Naturtalent zu Worte kommen zu lassen. 

 

Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

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Der gute Menschenkenner 005 von 101 

Deutschland Crash Red S 

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Dezember 1932 Nr. 5

Gesicht und Charakter

Der Weltflieger Wolfgang v. Gronau.

Dort wo unsere obige Studienbüste am Stirn-Nasenübergang den Konzentrationssinn zeigt, Beobachtung und Orientierung, den Sinn für Raum, Gestalt, Form, Richtung und Tiefe im Raum, den Gewichts- und Lichtsinn, beobachten wir bei unserem Flieger Gronau gewaltige Formkraft und in der Faltenbildung die allerhöchste Anspannung des Gewebes.

Die ausgesprochene Plastik und Eckenkraft dieser stark und unmittelbar in die Stirn übergehenden Nasenwurzel zeigt die große Geistesruhe und Uebersicht, bei aller Schnelligkeit der Erfassung der Bewegung im Raum, der Schnelligkeit im Ueberlegen, Erfassen und Handeln.

Das Auge liegt zwischen den Lidern gedeckt und geschützt und doch äußerst lebhaft, klar, beweglich, fest und geistesgegenwärtig eingestellt, um im schnellsten Flug alles zu beachten, schnellstens innerlich zu verarbeiten und zu meistern.

Die wie Eisen so feste Nasenlinie zeigt die unbedingte Willensfestigkeit, Selbstbeherrschung und Durchführung.

Der gespannte Zug, – seitlich vom Nasendach über die Wangen bis zum Unterkiefer, wo das Mittelhirn sich spiegelt, das Empfinden und die Ausdauer, wo der Zug des Herzens und der Kraft liegt (vergl. obige Studienbüste), – zeigt, wie kraftvoll und ungehemmt diese Tätigkeiten hier das Auge unterstützen.

Die Wucht im Kinn und Unterkieferbogen, die Frische im gespannten Ohr zeigen die gesamte motorische und seelische Kraft in einheitlicher Leistung und Anspannung.

Dabei ist die Haut gespannt und erscheint wie gehärtet, an Hitze und Kälte gewöhnt, alles Empfinden nach innen auf die angeführten Punkte der Körper- und Geistestätigkeit konzentrierend. Das Wenige hier Gedeutete kann jeder erkennen. Wie klar spricht doch der Geist aus den Formen, in denen er lebt!

Die Schöne „Unbekannte“ aus der Seine.

Man könnte dem Bild auch die Bezeichnung geben:

„In seligem Todesschlummer“.

Die Geschichte ist kurz folgende: Eines Tages wurde die Unbekannte bei Paris tot aus dem Flusse gezogen. Seltsam ist, daß gleichzeitig – man spricht bei solchen Geschehnissen von Zufall– ein hervorragender bildender Künstler hinzukam. Von der Schönheit der Frau, von dem seligen Glück, das noch im Todesschlummer auf ihrem Gesichte lag, – der Leser betrachte das oben rechtsbefindliche Bildnis, – aufs Höchste überrascht, bat er um die Erlaubnis und erhielt dieselbe, einen Abguß machen zu dürfen und die Tote zu modellieren.

Das Bildnis ist meisterhaft ausgeführt und dank des Entgegenkommens des Verlags können wir die schöne Unbekannte hier wiedergeben.

Hals, Gesicht und Kopf ist von großer Schönheit. Um Augen, Mittelgesicht, Stirn, Wangen und Kinn liegt ein lieblicher, seliger Ausdruck.

Man fragt sich, wie ist das möglich, wie können die Formen noch im Tode eine so wunderbar edle, plastische Schönheit annehmen?

Es ist dies eine große Seltenheit, daß es wohl lohnt, die Erklärung dafür zu suchen und zu geben.

Wenn wir die edlen Linien des Halses betrachten, die Gesichtsbildung von der Nasenlinie bis zum Kinn, im Verhältnis hierzu das mittlere Gesicht, ferner die schöne Stirnform mit der hohen Scheitelwölbung, wo die Menschenliebe, die Herzensgüte, der Glaubens- und Idealsinn liegen, (man betrachte und vergleiche hiermit die Inschriften der Studienbüste am Kopfe dieser Zeitung) dann erkennen wir, daß diese „Unbekannte“ im

idealen Naturell liegt.

Sie gehört also zu den höchstwertigsten Menschennaturen, zu den kostbarsten Gütern, die es auf der Erde gibt.

Ist es nicht eine Tragik sondergleichen, daß dieser edle Mensch in der Jugendblüte den Tod in der Seine fand und wahrscheinlich selbst gesucht hat?

Was ist das für eine Welt, in welcher wir leben? Warum läßt man so edle Menschen, welche den Himmel der Liebe und Güte, des Glückes und der Schönheit in sich tragen, tragisch zugrunde gehen? – Man erkennt sie nicht und man wertet sie nicht!

Betrachten wir den Mund der „Unbekannten“. Er ist verformt und die Oberlippen- und Oberkieferpartie wie belastet. Etwas wie eine Vergiftung der Leiborgane spiegelt sich hier. Das ganze Leid, das dieses schöne Wesen erlebt hat, spricht aus dieser Mundregion.

Nun muß man bedenken, daß ein so edler Mensch allen Kummer viel, viel tiefer fühlt und empfindet wie der Durchschnittsmensch. Er leidet unsagbar darunter, für ihn kommt eher die Stunde, daß er das Leid einfach nicht mehr zu ertragen vermag – und dieser Fall scheint hier eingetreten zu sein.

Diese edle Frau im idealen Typus hatte die stärkste

Lebens-, Seelen- und Formkraft,

den stärksten Glauben an das Gute und an ein Weiterleben nach dem Tode.

Diese Lebenskraft, die gleichzeitig Beglückungs- und Liebeskraft ist und als geistige Strahlkraft alle Gewebe durchlebt, gibt diese Spannung, Plastik und edle Schönheit. Sie hält den Auflösungsprozeß auf und gibt selbst nach eingetretenem Tod noch das verklärte Aussehen.

So erklärt sich der glückselige Ausdruck im Gesicht. Sie ist ohne Schuldbewußtsein. Sie hat das Leid überwunden und im letzten Augenblick des Todes, bevor die feinstoffliche Seele und der Geist den Körper verließ, hat sie gefühlt und geahnt, nein – direkt wahrgenommen und empfunden, daß sie nun glücklicher wird, daß das Leid von ihr abfällt, daß ihr ein besseres Leben in anderer Form bevorsteht.

So lehrt dieses Bild, daß die Psyche

plastische Formkraft

besitzt, chemische und physikalische Wirkungen auslöst.

Die Natur ist viel großartiger, weit gerechter und weiser, wie wir ahnen. – Auch das lehrt uns dieses Bild, denn die glücklichsten Vorstellungen und Ahnungen eines neuen und besseren Lebens, das ihrer wartet, haben im letzten Augenblick diese Unbekannte erfüllt. Sonst wäre der glückselige Ausdruck im Gesicht undenkbar. Hier spricht die Form die letzte Wahrheit.

Sie symbolisiert in gewissem Sinne den Weihnachtsgedanken: „Durch hohe Liebe wird das Leid verklärt. – Die Liebe ist die stärkste Macht.“ Lerne man endlich die Symbolik der lebenden Formen richtig verstehen, damit

„Gerechtigkeit werde und Frieden auf Erden –

und den Menschen ein Wohlgefallen! -„

Huß vor dem Konstanzer Konzil 1414

nach dem Gemälde von K. Fr. Lessing 1842

Wie man mit Hilfe der Psycho-Physiognomik die Meisterwerke der bildenden Kunst versteht.

In der Mitte des Bildes, mit Nr.1 bezeichnet, sehen wir den böhmischen Reformator Johann Huß. Er hat sich freiwillig dem Konzil zu Konstanz 1414 gestellt, um sich wegen seiner angeblich ketzerischen Lehren zu verantworten. Er hat vorher die Zusicherung gegeben, daß er seine Lehren widerrufen wolle. sofern ihm das Konzil an Hand der Schrift nachweisen würde, daß er im Irrtum sei.

den Teilnehmern an diesem Konzil war es aber noch um etwas ganz anderes zu tun, nämlich um die Erhaltung ihrer Macht – und Huß überkommt es, wie das Gemälde mit zum Ausdruck bringt, wie eine innere Erleuchtung, daß er die hohen Herren ja gar nicht überzeugen kann. Sein guter Wille war verfehlt, er wurde mitsamt seinem Freunde, der ihm zu Hilfe geeilt war, zum Feuertod verurteilt und auf dem Schaffot verbrannt.

Unwillkürlich fragt man sich:

Wie ist das nur möglich?

Wie kann man nur einen Menschen, wenn er eine andere Überzeugung von der Wahrheit hat, darum verurteilen?

Sehen wir uns aber um, wie die großen Erfinder und Entdecker meist einen Leidensweg gingen und nicht verstanden wurden; – wie zur Jetztzeit viele rechtliche Menschen um ihrer politischen Überzeugung willen den Tod erlitten haben, – dann finden wir die Parallele.

Wir erkennen, daß die Wahrheit oder die Überzeugung von der Wahrheit und des besseren Weges sich nicht durch solche grausamen Mittel aus der Welt schaffen lassen, – denn der Kampf um dieselbe hat bis heute nicht aufgehört.

Wir erkennen, daß nur auf geistigem Wege, durch Aufklärung und Belehrung der Wahrheit und dem Guten in Wirklichkeit zum Siege verholfen wird.

Mit Hilfe der Menschenkenntnis wird man es in Zukunft vermeiden, daß Bringer neuer Wahrheiten um ihrer Überzeugung willen grausam leiden, Gut und Leben verlieren. Man wird von vornherein den richtigen Maßstab anlegen, den wir in folgendem zu finden suchen:

Bild 1. Huß steht ganz vergeistigt da, eine hohe, schlanke Gestalt. Wunderbar fein ist die edle Hand gezeichnet, die so viel Gutes schaffen wollte und niedergeschrieben hat.

Das Oberhaupt, wo der Sinn für die höchsten Ideale liegt, ist hoch und schön gewölbt, die Nase ist feinstens modelliert. Dieser edle Kopf erinnert an andere große Helden des Geistes. Huß beteuert, daß er aus Wahrheitsdrang, aus Liebe zum Guten und Besseren seine Lehren, die gut und nicht ketzerisch seien, zum Wohle aller Menschen aufgestellt habe.

Aber er dringt damit nicht durch. Warum?

Bild 2, dieser hohe Würdenträger, der zweifellos eine maßgebende Stimme in dieser Versammlung besitzt, hat grobe Gesichtsformen, eine grobe Nase, einen fetten Hals, die linke Hand liegt da, wo der Magen sitzt und deutet symbolisch, daß hier bei ihm der Sitz der Gefühle und Interessen in der Hauptsache zu suchen ist. Er ist mit seinem Urteil fertig und nimmt keinen Anteil mehr an den Vorgängen.

Bild 3 zeigt ein feineres, wenn auch im Kern hartes Gesicht. Das Auge geht ideal nach oben. Er möchte wohl einesteils dem Huß recht geben, aber die innere Wärme durchdringt nicht den strengen Zug des Mundes.

Bild 4, ist der Würdenträger, der sich zwischen den beiden Personen herniederbeugt. Er stützt mit der Hand das Kinn, wo die Tat und der Wille liegen, sodaß die Kraft mehr der Stirn und dem Oberhaupt zuströmt und er besser denken kann. Er ist ganz Ohr, ganz entspannt und daher sinkt auch das Haupt tief herab. Er denkt im guten menschlichen Sinne nach, er ist auf dem Wege der besseren Überzeugung. Sicher und gewiß, Huß würde nicht auf das Schaffot kommen, wenn auch seine anderen Richter die Fähigkeit der Wahrheitserkenntnis im gleichen Maße besäßen.

Bild 5. Dieser alte Mann dahinter, ein würdiges, freundliches Haupt, ein edler, guter Mann, würde Huß ganz gewiß auch nicht verurteilen. Und es ist, wie man genau hinsehend wahrnimmt, als wenn Huß selbst ganz gebannt wäre und nur noch zu diesen drei Personen, Bild 5, 4 und 3, spräche.

Bild 6. Der Patriarch mit dem langen Bart verfolgt aufmerksam den Huß. Aber die Gesichtszüge, die steife Kopfhaltung, die ganze Gestalt zeigen unerbittliche Strenge. Hier ist keine Milde zu erwarten, sondern ein Urteil nach vorgefaßter Meinung.

Bild 7. Dieser Mann wendet sich dem Patriarchen Bild 6 zu. Aus den dunklen Augen mit dem bezwingenden Blick spricht die Leidenschaft der Überzeugung. Er stimmt dem zu, dem er sich zuwendet.

Bild 8. Dieser Kopf betrachtet Huß kritisch, aber hart, etwas mitleidig und mit entwertenden Blicken, als wolle er sagen: Was will denn der Mann! Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns.

Bild 9. Dieser Mann mit dem Bart und der niederen Stirn sieht finster drein. Er begreift den tiefen Sinn der Bemühungen und den Eifer des Huß nicht. Er verurteilt.

Bild 10. Dieser Würdenträger, der uns und auch dem Huß den Rücken zuwendet, scheint der dritte im Bunde der Letztgenannten zu sein. Und dahinter die hohe Gestalt.

Bild 11, sieht wie ein Krieger aus, knochig und bestimmt, als könne er den Huß schon mit seinen Blicken und mit seinem Denken vernichten, das hinter der harten Stirn wirkt und das tiefe, milde Denken des Huß nicht erfaßt.

 

Nun zu der anderen Seite.

Der hohe Würdenträger mit den weißen Gewand, Bild 12, liegt im Ernährungs-Naturell. Alle Körperformen gehen in die Breite. Verstand und Gefühl dringt nicht in die Tiefe, ganz entgegengesetzt wie bei der schmalen, feinen Gestalt und der hohen Stirn des Huß, den er darum nicht verstehen und dem er nicht folgen kann. Er nimmt keinen Anteil mehr. Vielleicht enthält die mit dem großen Siegel versehene Pergamentrolle schon das Urteil über Huß. Er wendet sich um zu dem Manne, Bild 13, mit dem breiten Gesicht, der niederen Stirn und dem flachen Oberhaupt, den er besser versteht. Schon die Kutte, die dieser trägt, wirkt unheimlich wie das kalte Gesicht, – er erhält seine Weisung.

Der greise Würdenträger, der in dem Lehnstuhl sitzt, die Füße auf einem Kissen, Bild 14, zeigt harte Formen. Die Gestalt ist groß und hager, ganz anders wie die des Huß, der zierlich und fein ist. Er urteilt nach äußerlichem Recht und der Macht.

Dahinter die drei Gestalten, die ebenfalls sitzen, Bild 15, 16 und 17, haben harte, grobe Gesichter, große Nasen, den starken Unterkiefer, wo die Tatkraft liegt, die strengen Züge. Es sind Äußerlichkeitsmenschen und kein dem Innerlichkeitsmenschen gerecht werdendes Urteil ist zu erwarten.

Diese Äußerlichkeitsmenschen verstehen es wohl, Pracht und Glanz zu entfalten, die Macht auszuüben und rücksichtslos zu herrschen, aber auf den Platz, den sie hier ausfüllen, gehören sie nicht. In geistigen und religiösen Fragen soll der Innerlichkeits- und Edelmensch die Entscheidung haben, sonst triumphiert die Gewalt und das Edle und Hohe, der wahre Fortschritt und Forschergeist leidet Not und wird geknebelt.

Die beiden Gestalten an der Säule stehend, Bild 18 und 19, haben den finsteren und drohenden Ausdruck. Das Auge ist tief gestellt, die Mundwinkel sind herabgezogen und alle Energie liegt im Untergesicht. Die beiden sind furchtbar und schrecklich, sie sollten nie über gute Menschen richten. Sie verurteilen womöglich die arme Seele des Huß noch über den Tod hinaus, – wenn es ginge.

Bild 20 verfolgt aufmerksam die Verteidigung des Huß, wagt aber nicht eine eigene Meinung zu bilden oder gar zu äußern. Er hat gelernt zu lauschen, zu gehorchen und – zu schweigen.

Und das vorletzte Bild 21, der Mann mit der runden Kappe auf, stiert hervor, er macht Augen, Nase, Ohren und Mund auf, er staunt über den Mut des Huß, obwohl er kaum etwas recht begreifen kann und er weiß nicht, was er sagen und denken soll.

Der letzte, Bild 22, schaut aus seiner Kopfumhüllung finster heraus, wie das dunkle Mittelalter mit seiner Verirrung.

(Hinzugefügt)

Hier vor dieser Versammlung ist Huß rettungslos verloren. Huß starb für seine Idee, standhaft ertrug er den schrecklichen Feuertod. Wie anders hätte man diesen edlen Mann würdigen müssen!

Wäre Huß in ein anderes Land gegangen, vielleicht zu den Naturvölkern, er hätte mehr Verständnis finden können wie unter diesen Männern.

Aber dieser Geistesheld opferte sich.

So lernen wir dieses Kunstwerk auf Grund der Menschenkenntnis verstehen. Wir lernen weiter daraus, wie notwendig es ist, den guten und edlen Menschen mit aller Kraft energisch und unter allen Umständen zu unterstützen, ihm mit Tatkraft beizustehen, denn durch ihn allein kommt aller Fortschritt und alles Gute in die Welt.

Welche Bewandtnis hat es mit dieser

lebensgroßen Studienbüste zur Menschenkenntnis?

Die hier abgebildete Studienbüste wurde genau nach den Vorlagen und Zeichnungen aus Huters Werken, erstmalig vor mehr als 10 Jahren, von uns hergestellt und vervielfältigt.

Diese Büste hat sich seitdem als

plastisches Anschauungs- und Lehrmittel

gut bewährt und sich viele Freunde erworben.

Sie gelangte auch in das Institut für Menschenkunde des bekannten Physiologen Prof. Dr. Hans Friedenthal an der Universität Berlin, Kaiserin Friedrich Haus„.

In Nr. 39, Jhrg. 1930, des „Weltspiegels„, Beilage des „Berliner Tageblattes, erschien ein ill. Artikel über dieses Institut, welchem die Studienbüste in drei großen Abbildungen als interessierendes Hauptbild vorangesetzt war. Die Wiedergabe geschah aber so, daß die Herkunft der Büste nicht zu erkennen war.

Dann erschienen ähnliche Arbeiten über das genannte Berliner-Institut auch in der „Illustr. Republ. Zeitg.„, in Beilagen des „Vorwärts-Verlages„, in denen die Büste ganz abgebildet wurde.

Neuestens brachte die bekannte Zeitschrift „Wissen und Fortschritt“ Heft 10, Okt. 1932, die Abb. der Büste in einer entsprechenden Abhandlung in Verbindung mit Bildern aus dem Friedenthalschen Forschungs-Institut.

Man hat aber, den erwähnten Arbeiten nach zu urteilen, die 130 Jahre alte Gallsche Phrenologie zur Erklärung herangezogen, anstatt auf die viel wichtigeren neueren Forschungen Bezug zu nehmen, welche den Inschriften der Studienbüste zugrunde liegen.

Wie aus den beigefügten Abbildungen des Friedenthal-Instituts hervorging, wurde die Büste von den Studierenden der philosophischen und medizinischen Fakultät zu vergleichenden Forschungen mit daselbst vorhandenen plastischen Bildwerken benutzt.

Wir geben ein solches Bild, das die Verwendung der Büste zeigt, hier wieder. Was daran befremden muß, daß ist das auf dem Tisch liegende große Winkelmaß; ein weiteres Bild zeigte noch den Gebrauch des Zimmermannsinstrumentes, des sogenannten „Kalibers“, bei Messungen an den Bildwerken.

Auf diese Weise feststellen zu wollen, welche Bedeutung der äußeren Form für die Anlagen eines Menschen zukommt, mag zu Galls Zeiten, also vor Huter, üblich gewesen sein.

Nachdem aber Huter den Nachweis erbracht hat, daß es weniger auf die Form an sich und ihren Rauminhalt ankommt, daß vielmehr

die Qualität der Form

erfaßt werden muß, um den darin wohnenden Lebensgeist einwandfrei festzustellen, ist diese Meßmethode zur Feststellung der Anlagen als wissenschaftlicher Irrtum und Rückständigkeit abzulehnen.

An einem Beispiel seien diese wichtigen Qualitätsunterschiede der Form kurz illustriert:

An den Nasenflügeln zeigt sich z.B. die Kraft und Schwäche der Atmung und Lunge.

Sind die Nasenflügel von reiner, gesunder Form, Farbe und Konstanz, plastisch gut modelliert, in frischer Spannung und Strahlung, dann ist die Atmung kräftig und die Lunge gesund.

Sind aber die Nasenflügel matt, bleich, verschwollen, ungünstig verfärbt, von einer lockeren, brüchigen Konstanz, oder sind sie gar hart, unelastisch und wie leblos, fehlt die Kraft der Spannung, die lebenswarme Strahlung, dann ist die Atmung und Lunge krank.

Diese Unterschiede sind aber mit den angeführten Meßinstrumenten auch nicht im entferntesten festzustellen, sondern nur durch ein neues

klassisches Sehen,

wie es Huter besonders lehrte und ausbildete, das seinen Schülern geläufig war. Diese Grade der Qualität sind niemals zu messen und zu wägen. Sie können nur durch das geschulte Auge, das feinere Tönungen wahrnimmt als alle Instrumente der Welt, lebendig geistig erfaßt und gesehen werden. Ähnlich so verhält es sich mit den übrigen 250 Einzeichnungen der Studienbüste. Wer sich für die Büste interessiert, beachte die Anzeige der nächsten Seite.

Meines Lebens Leitgedanken!

von Carl Huter.

Zum 4. Dezember, seinem 20. Todestag.

1. Der wahre Wert des Menschen liegt nicht in materiellem Besitz und Eigentumswerten, sondern in seinem Charakter.

2. Du sollst nicht besitzen, bis Du des Besitzes wert bist!

3. Wer des Besitzes unwürdig ist und doch besitzt, der ist eine stehende Gefahr für die Güter, die er besitzt, und für die Menschen und Dinge, die er beherrscht.

4. Daher tut uns dringend eine neue Menschenkenntnis-Methode not, um den reinen, wahren Wert des einzelnen Menschen zu erkennen und es tut uns eine neue ideale Weltlehre not, um den Menschen zum höchsten Innenwert emporzubilden; die erstere habe ich geschaffen in der wissenschaftlich beweisbaren und lehrfähigen Psycho-Physiognomik, die zweite in der Kallisophie, der neuen Welt- und Lebensreligion.

5. Aber es muß auch eine Umformung der Gesellschaft nach diesen Lehren eingeleitet werden. Auch diese Wege bahnte ich in einer neuen Ethik an. Sie erstrebt:

a) wirtschaftliche Gerechtigkeit,

b) glückliche Ehen auf Grund der Entdeckungen über die komplementären Naturelle,

c) ein neues Liebes-Sittenrecht,

d) ein Familienrecht als Grundrecht aller Rechtsein-richtungen,

e) die Rangordnung der Persönlichkeiten, d.h.:

6. In Zukunft sollen nicht der verstandeskalte Scheingebildete neben Weisen und Guten, – nicht auch noch Verbrecher und Narren regieren, sondern es sollen die Weisen, die Besten und Tüchtigsten in der Natur-, Menschen- und Gotterkenntnis regieren, raten, leiten und Recht sprechen!

7. Es sollen nicht die außerhalb der kirchlichen oder staatlichen Formehe gezeugten Kinder außerhalb des Familien- oder Vaterrechtes stehen, sondern sie sollen innerhalb der Familie des Vaters stehen.

8. Es sollen die Männer nicht lediglich Alkohol-, Spiel-, Sport- und Parteimenschen oder Frauenjäger, sondern sie sollen an erster Stelle Gottergebene sein, die alles Nützliche, Ideale und Gute treiben, schaffen und erstreben und sich dadurch erst des Besitzes und der Beherrschung des Weibes und der irdischen Güter würdig erweisen.

9. Das Recht der Liebe anderer hat der, der die Pflicht der Liebe gegen andere erfüllt; die Liebe soll frei, der intime Verkehr aber gesperrt sein, wo nicht die reinste Liebe ihn begleitet und wo er nicht betätigt werden darf, allein schon nicht aus Menschenwürde!

10. Die Ehe soll nicht in einer, sie soll in vielen Formen bestehen, um allen freien Liebesneigungen, soweit sie sittlich berechtigt sind, gerecht zu werden, um durch die Liebe und Ehe alles erdenkliche Menschenglück entfalten lassen zu können.

11. Es soll die heilige Liebe und Ehe als Ideal gepflegt werden, aber es kann auch die weniger hohe, also die geringer gradige Liebe und Ehe gelebt werden. Es soll auf keinen Fall eine unliebsame, unharmonische Ehe mehr gelebt werden. Solange sich zu keiner besseren, höheren, annehmbaren Ehe Gelegenheit bietet, lebe man ehelos.

12. Allen Menschen soll das Recht auf Arbeit und Verdienst eingeräumt werden, damit kein ehrlich Wollender mehr Not leidet.

Aber jeder Arbeitsscheue soll die Not als Strafe leiden, denn die Not erzieht zur nützlichen Arbeit alle die, welche den Wert der Arbeit nicht kennen wollen, daher soll auch der Wohlhabende arbeiten.

13. Der edle Charakter adelt den Besitzer und dieser adelt seinen Besitz und alles das, was er beeinflußt.

14. Man fange mit allen Reformen bei dem Innern der Menschen und zuerst bei sich selber an, bei der Veredlung der Gesinnung, Bereicherung der Erkenntnis und Energieentfaltung im guten Streben und Arbeiten.

15. Dazu studiere man Menschen- und Seelenkenntnis und bilde die Ideale der Reinheit, Lauterkeit, Wahrhaftigkeit und die Kraft zu stetigem Schaffen, Vervollkommnen, Verbessern bei sich und andern Menschen aus.

16. Ursprünglich lag alles nebeneinander, Gutes und Böses, erst der Wille zum Guten sammelte und einigte das Gute.

So wie die Ethik und Moral erst aus der Weltanschauung entstanden ist, so ist die Religion und das Ideale und das Göttliche aus dem ethischen Heiligkeitsgefühl entstanden.

 

Mein neuer Gottesglaube und meine ideale

Welt- und Lebensreligion

17. Das Göttliche ist das gesammelte Gute, es ist etwas Geschaffenes und Gewordenes aus dem Willen, der das Gute liebt und das Böse verabscheut.

18. Der Wille, der das Böse liebt, wird sich am Bösen erfreuen, wird das Böse sammeln und Unschuldiges und Gutes böse zu machen suchen.

Dieser Wille ist ein sündiger Wille, er haßt und verfolgt das Gute, er sucht das Gute böse, das Böse gut hinzustellen.

19. Dieser böse Wille schafft Leid und Verderben, er wächst, wird er nicht im Keime erstickt, zur Satansmacht mit Lügen und Verbrechen und schweren Lastern heran und dieser böse Wille ist der Todfeind alles Guten und Göttlichen. –

20. Wende Dich ab von allem Bösen durch rechte Erkenntnis, höhere Bildung, festen Gegenwillen und durch Gebet und bleibe treu und fest dem Guten ergeben und vernichte alles Böse durch Verbesserung desselben, denn zerstören läßt sich nichts!

Meine Lebensmoral heißt: Dulden, leiden, verbessern in Liebe ohne Ende! Gehet hin und tuet das Gleiche!

(Fortsetzung folgt.)

 

 

Carl Huter heilt eine gelähmte Frau durch

Uebertragung der überschüssigen Lebenskraft.

Mit Nr.1 bezeichnet sehen wir in den Gruppen das Bildnis Huters und mit Nr.2 eine seit vier Jahren völlig an beiden Beinen gelähmte Frau.

Das Bild links (es stammt aus dem Jahre 1902) zeigt, wie Huter bestrebt ist, durch Uebertragung der Lebenskraft das Gewebe der Beine neu zu beleben und damit den stockenden Blutumlauf wieder in Gang zu bringen.

Huter ist bekanntlich der Entdecker der als Strahlkraft wirkenden Lebenskraft. Er hat den Nachweis erbracht, daß die Lebenskraft der Zellen gleichbedeutend mit Liebeskraft ist, daß sie in Form einer weichen, sehr mild und angenehm, meist kühl empfundenen Strahlung auftritt.

Die Lebenskraft tritt in dem anatomischen Strahlengebilde der Zelle, dem Zentrosoma, (letztere ist mikroskopisch sichtbar) auf und kann über die Zelle hinaus wirksam sein.

Damals – 1899 – stand Huter vollständig isoliert mit seiner Entdeckung – heute gibt es bereits eine medizinische Literatur über diese Lebensstrahlen und eine ganze Reihe hervorragender Forscher beschäftigt sich mit dem Problem, es seien nur erwähnt Prof. Gurwitsch, Stempell und Lakhowski.

Das Bild in der Mitte zeigt, wie Huter der kranken Frau, die bereits mit Unterstützung der anderen Personen wieder stehen kann, sehr wohlwollend entgegenkommt, sie anfaßt und streicht und durch gütigen Zuspruch die Hoffnung, das innere Glück, die Zuversicht weckt und stärkt.

Das Bild rechts zeigt, wie die Frau bereits allein wieder stehen kann. Das war der Fall nach vierwöchentlicher Behandlung und Kur. Huter selbst steht aufrecht und gespannt gebend da, er facht durch Bestreichungen und Willensstärke die Strahlkraft der Zellen und damit die gesunkenen Körperfunktionen zu energischer und anhaltender Tätigkeit an. Es ist das innere Lebenslicht der Zellen, das durch die Lebenskraft des Heilers gestärkt, gleichsam angefacht wird wie ein heiliges Feuer, resp. Lebenslicht.

Es gibt  nur wenige Menschen, welche die Lebenskraft, – Huter nannte sie Helioda, – so stark besitzen und abgeben können, daß dadurch Kranke zu heilen sind. Das geschieht natürlich aus unmittelbarer Nähe und nicht durch Fernbehandlung, die Huter nur zu Versuchszwecken, sonst aber nicht anwandte.

In den obigen Bildern sehen wir noch eine mit Nr.3 bezeichnete männliche Person Dieser junge Mann war ein Schüler Huters mit Namen

Karl Kotthaus,

der nun vor kurzem gestorben ist. Eine Frau Evers-Millner schreibt in der Berliner Zeitung „Der Tag“, Kotthaus Tod sei ein sehr schwerer gewesen, – er habe an Tuberkulose und Diabetes gelitten.

Seine letzten Worte auf die Frage, die er selbst stellte, ob sein Leben umsonst gewesen sei, sollen gelautet haben: Was für ein Ende….! – Welche Tragik….!

Da die genannte Frau M. schreibt, daß sie 20 Jahre mit Kotthaus zusammenarbeitete, mit ihm in Italien war und an seinem Sterbelager in einer Lungenheilstätte weilte, ist anzunehmen, daß sie Kotthaus gut kannte. Leider geht sie zu einigen Bemerkungen über, die man

im Interesse der Huterlehren

und der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet nicht unwidersprochen lassen kann.

Sie behauptet u.a., außer Lavater und Huter habe es keinen Physiognomiker von so hohem Rang gegeben wie Kotthaus, (Lavater und Huter haben große Werke hinterlassen, Kotthaus keines) er habe die Naturellehre Huters übernommen und ausgebaut.

Schon vor einigen Jahren hatte dieselbe Dame in den Münchner Neuesten Nachrichten behauptet, der geniale Kotthaus, ein Schüler Huters, habe die von Huter gefundenen Naturelltypen auf drei Grundtypen zurückgeführt.

Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Es genügt wohl an dieser Stelle die Erklärung, daß Zeitungsberichte und andere kleine Drucksachen aus den Jahren 1904-08 vorliegen, wonach Kotthaus selbst auf Carl Huters drei Grundnaturelltypen Bezug nahm.

Auch sonst ist uns nicht das allergeringste bekannt geworden, daß Kotthaus in irgend einer Weise die Huterlehren ausgebaut hätte. Wir halten das auch, der ganzen Sachlage nach zu urteilen, für gänzlich ausgeschlossen.

Fest steht folgendes: Carl Huter nahm den noch nicht 20 jährigen Kotthaus zu sich in seine Detmolder Anstalt, um ihn als Masseur und Bademeister auszubilden (wie es die obigen Bilder zeigen) und behielt ihn etwa 4 Jahre dort. Kotthaus hatte damals eben seine Lehrzeit in einem Handwerk beendet. Huter schreibt, daß Kotthaus schwindsüchtig war. Er habe ihn dann in die Grundelemente seiner Psycho-Physiognomik eingeführt, ihn als Redner und sogar als Elementarlehrer ausgebildet, ihn gesund und stark an Leib und Seele gemacht. Was Kotthaus ist, sei er durch Huter geworden.

Als Kotthaus später Vorträge über Huters Lehren hielt, damit Bewunderung erregte und Ansehen bekam, änderte sich das Bild bald und er ging eigenen Wege.

Uns ist in den letzten 20 Jahren kein einziger Fall bekannt geworden, daß Kotthaus irgend ein Huterwerk aus unserem Verlag verlangt oder sonstwie an eine dritte Person empfohlen hätte. Er nahm daran keinen Anteil.

Eine große deutsch-amerikanische Zeitung erließ vor etwa 5 Jahren einen Hilferuf für das Kulturwerk des Begründers der Gestalt-Psychologie, der Biologischen Physiognomik Karl Kotthaus„.

Es genügt wohl, wenn wir demgegenüber erwähnen, daß Carl Huters Psycho-Physiognomik, auf biologische und physiologische Grundlagen gestellt, fest begründet und in Werken niedergelegt ist, an denen Kotthaus keinen geistigen Anteil hat.

Kotthaus war unserer Ansicht nach ein guter Psycho-Physiognomiker. Wir halten aber dessen ungeachtet dafür, daß die Huterlehre andere Ziele verfolgt, als

dem Selbstzweck

des ausübenden Physiognomen zu dienen.

 

 

DgM Nr. 3 (Hinzugefügt)

Die Höhenstrahlen

In Nr.3 „Der Menschenkenner“ brachten wir eine Abhandlung über Prof. Piccard, wie derselbe nunmehr bekannt gibt, ist als Ergebnis seiner beiden Höhenflüge festgestellt, daß die sogenannten Höhenstrahlen nicht aus dem Weltall kommen, sondern von der Erde ausgehen.

Damit haben wir recht behalten.

An der Hand von Zeichnungen legten wir dar, daß es sich bei den sogenannten Höhenstrahlen jedenfalls um die von Huter gelehrten magnetischen Kraftspannungslinien der Erde handelt.

Damit ist aber natürlich nicht gesagt, daß es keine Strahlen gibt, die direkt aus dem Weltall kommen. Huter stellte auch die Elementarstrahlung der Weltenkörper fest und lehrte, daß der Lauf der Gestirne, die große Ordnung im All nicht nur auf der gegenseitigen Anziehung (Schwerkraft) beruhe, sondern daß die Himmelskörper im gleichen Maße oder noch stärker durch Strahlung aufeinander wirken.

 

Glück und Erfolg im Leben durch

Menschenkenntnis

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

      Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

DgM 004

Der gute Menschenkenner 004 von 101 

Deutschland Wappen Red S

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

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http://www.chza.de

 BRD de jure erloschen

 The „German Empire“

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … „The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16, article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing“ (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not „successor in law“ of the German Empire, but identical as state with the state of the „German Empire“, — under reference to its territorial expanse only „partially identical“, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law „Germany“ (German Empire) … and a consistent state territory „Germany“ (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

„The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended„. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

 PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© November 1932 Nr. 4

 DgM 004 Carl Huter - Papen

Reichskanzler von Papen Ein Persönlichkeitsbild

Die Wahrheit über den Tod König Ludwigs II.

Die Erklärung des Hellsehens

Wie man Ghandi richtig versteht

Wann siegt Max Schmeling

Reichskanzler von Papen 

Es gibt heute viele Menschen, die sehr gerne nach einer zuverlässigen Grundlage wissen möchten, wie unser Reichskanzler von Papen

in Wirklichkeit ist,

denn von vornherein hatte Herr von Papen die großen Parteien gegen sich. Die Hitlerpartei wollte ans Ruder, Zentrum und Sozialdemokraten verloren ihren entscheidenden Einfluß und die

umstrittene Persönlichkeit

war der Reichskanzler.

Infolgedessen sind auch die Urteile über ihn sehr verschieden, ob gerecht, das ist eine andere Frage. Haben sie

einen Parteistandpunkt

zur Grundlage, dann fallen sie meist einseitig gefärbt aus.

Daher ist es für den Menschen, der ein wirklich objektives richtiges

Persönlichkeitsbild des Reichskanzlers 

wünscht, sehr schwer, ein solches zu erlangen.

Dem Irrtum ist und bleibt Tür und Tor geöffnet und auf einer irrtümlichen Grundlage kann man nicht klar sehen und richtig handeln.

Hier kommt uns nun die neue

Wissenschaft der Psycho-Physiognomik,

die Menschenkenntnis,

zur Hilfe. Wie ein Lichtstrahl erleuchtet sie das Dunkel und zeigt den kürzesten und geradesten Weg, indem sie lehrt:Der Geist lebt in den Formen, der Wille und das Wesen des Menschen ist an seine Organe gebunden, und die reine, lautere Wahrheit über seine Persönlichkeit ist am schnellsten und sichersten aus den

Körper-, Kopf und Gesichtsformen 

zu ersehen.

Der Leser hat dabei den großen Vorteil, die Formen selbst mit überprüfen zu können, auf der denkbar sichersten Grundlage sich eine eigene Überzeugung zu bilden, um danach richtig handeln zu können.

Das sei vorausgeschickt. Der Leser betrachte nun unvoreingenommen und mit dem aufrichtigen Wunsche recht zu sehen das

oben wiedergegebene Bildnis des Reichskanzlers.

DgM 004 Von Papen

1. Das Gesicht des Reichskanzlers hat eine gut durchgebildete längliche Form, ist nur mäßig breit, dabei markant gebaut, das ist das sichere Merkmal dafür, daß die Naturellanlage

der Tat und Bewegung

im Vordergrund liegt,

daß andererseits die Anlage für die Ruhe, Ernährung und Bequemlichkeit zurücksteht.

2. Das Längenverhältnis der drei Hauptabschnitte des Gesichts1. Stirn-, 2. Nasen- und 3. Oberkiefer-, Mund- und Kinnpartie – ist ungefähr gleich. –

Wir haben daher den in seinem Tat-, Gefühls- und Verstandesleben

normalen Menschen vor uns.

3. Da Stirn und Oberhaupt höher gebaut sind wie beim primären Tat- und Bewegungs-Naturell, da ferner die Haut sehr frisch und kernig, klar und nervenreich ist, das Auge mit seinen Lidern auf Gefühlswärme und Tiefe deutet, so geht die Anlage über die des Bewegungs-Naturells weit hinaus und nimmt die Richtung zur

Harmonie des Lebens.

Trotzdem bleibt die Tat- und Bewegungs-Anlage aber doch im Vordergrund liegend und stark betont.

4. Wer die

weltberühmte Dreitypenlehre

Huters kennt, der weiß sofort, daß mit diesen drei Punkten die

Hauptcharakterrichtung 

des Herrn Reichskanzlers bereits gekennzeichnet ist. Man studiere die Dreitypenlehre in den einschlägigen Originalwerken Huters und identifiziere sie nicht mit der

nach dem Tode Huters

heute an den Universitäten gelehrten

medizinischen Dreitypenlehre.

Diese kann die Originaltypenlehre des Entdeckers nicht ersetzen!

Die Dreitypenlehre sollte jedem Menschen so geläufig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen, da sie für das praktische Leben in mancher Beziehung noch wichtiger ist, als diese Elementarfächer des allgemeinen Wissens.

Obwohl es selbstverständlich ist, sei doch kurz betont, daß diese Lehre absolut nichts mit der modernen Art der Astrologie zu tun hat. Carl Huter hat nie ein Horoskop gestellt, obwohl er den Einfluß der Gestirne auf unsere Erdenentwicklung nicht in Frage zog. Seine Lehre führt die Menschen – um den Charakter zu erforschen, von den Sternen ab, zurück auf die Erde, zum lebendigen Menschen und seinen Formen, – zur Lebenswirklichkeit.)

5. Das Oberhaupt des Reichskanzlers, das schlicht und doch so bestimmt liegende Haar, die Stirn mit der feinst gespannten Haut, das Gesicht mit dem guten warmen Ausdruck, – in Verbindung mit dem klaren, reinen und durchaus offenen Blick der Augen zeigt, daß der Träger solcher Merkmale eine von gutem Wollen getragene ideale Lebensrichtung verfolgt.

6. Das Auge selbst hat dabei den Blick in die Ferne, der also nicht nur auf das Naheliegende des Lebens gerichtet ist, sondern der im Gegenteil die Menschen und Dinge zu umspannen versucht, in die Tiefe greift, um allen, nicht nur einer Partei, einer Kaste, einer Religion, einem Stand allein gerecht zu werden, sondern dem ganzen deutschen Volk mit seinen Lebensbedürfnissen und Idealen, der darüber hinaus auch eine gerechte Stellung und Würdigung gegenüber andern Völkern sucht, – und die gute Tradition und Vergangenheit berücksichtigt.

So erst kann man den Reichskanzler recht verstehen,

es ist ihm ernst, und er gibt sich die größte Mühe, in unserm Volke wieder das einige Deutschtum wachzurufen, damit alle das eine große Ziel der Volkswohlfahrt fördern.

7. Der ganze Gesichtsausdruck ist durchaus offen, die Bildung um beide Augen und an der Nasenwurzel, – der Leser überzeuge sich, –

ist wie abgezirkelt,

so offen, schnurgerade und grundehrlich meint es der Reichskanzler, – das ist wahrlich etwas, was jeder objektiv Denkende anerkennen sollte.

Das gute Wollen, die Arbeit und Aufopferung für ideale Ziele machen den Grundzug seines Wesens aus.

(Wohl vermag er, wie das breite Kinn und die Jochbeine zeigen, wenn er momentan keinen anderen Ausweg sieht, zuweilen hart in der Durchführung zu sein, aber das ist nicht seine Grundwesensart, es bricht die warme ideale wohlwollende Gesinnung wieder durch, wir können daher sicher sein, daß auch die Härten der Notverordnung, welche die Ärmsten belasteten, wieder aufgehoben werden.)

Wer mit Leib und Seele so bei der Sache ist, die er vertritt, dem sollte man auch zur Seite stehen und ihn nicht um Prinzipien willen bekämpfen. Zerstören ist leicht, – aufbauen schwer.

Würdigung und Gerechtigkeit ist das Ziel dieser Forschung. Die Menschenkenntnis bewertet jeden individuell, gleichviel welcher Rasse, Religion, Partei oder welchem Stand er auch angehören mag.

 

König Ludwig II.

Die wahre Ursache seines Todes und wie sein Ende sich wirklich abgespielt hat

Durch die Veröffentlichung der Aufzeichnungen eines Augenzeugen, des Freiherrn von Washington, in der Berliner Illustrierten Zeitung und die Darstellungen des Könglich Bayerischen Kammerherrn, Freiherrn von T., in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, sind die Vorgänge, die sich bei dem tragischen Tod des Königs abspielten, scheinbar vollkommen klargestellt.

Nach der ersten Darstellung ist das tragische Ende des Königs in erster Linie auf Selbstmord zurückzuführen, d.h. es ist geschildert, wie der König bereits an spontanen geistigen Störungen litt, aber doch nicht in der Weise, daß seine volle Willensbestimmung ausgeschaltet gewesen wäre. Ich glaube nun nicht an eine Selbstmordabsicht des Königs.  Wohl mag ein schwerer Albdruck auf ihm gelegen haben, der ihn ahnen ließ, daß es mit seiner geistigen Gesundheit noch weiter bergab gehe.

DgM 004 Nervenarzt Gulden 

Der König war unter Aufsicht des Nervenarztes Dr. von Gudden gestellt, Bild 1.

Diese Maßnahme gegen den König war verfehlt.

Man betrachte das Bildnis des Dr v. Gudden. Aus diesem Gesicht spricht Willensfestigkeit und Strenge, Kraft und auch wieder Wohlwollen. Er war zweifellos ein tüchtiger Fachmann, eine Kraftnatur, der man sich beugen und gehorchen mußte, – etwas, was dem König doch ganz und gar nicht lag. Der Gesichtsausdruck des Dr. Gudden ist aber auch der des ganz realen Wissenschaftlers, der nur mit den greifbaren Tatsachen rechnet.

DgM 004 König Ludwig Jugend 

Der König liegt im genialen und idealen Typus, voller Geist, Leben und Schönheitsgestalten.

Er war ein genialer Architekt. 

Er war aber auch ein ideal gesinnter Mensch, der Kunst und Wissenschaft förderte, der sein Volk nach jeder Richtung hin sittlich und geistig höherbringen wollte.

Kurz gesagt, der König wollte

sein Bayernvolk glücklich machen,

und zwar auf seine Weise, nach seiner künstlerischen Veranlagung.

DgM 004 Neuschwanstein 

Überall stieß er auf Widerstand, auf Verständnislosigkeit, Beschränktheit, Dogmatismus, Kurzsichtigkeit, sogar auf bösen Willen usw.

In der Anlage des Königs und in seiner Umgebung, der er weit an Geist und Gaben überlegen war, ist schon

der Grund zu der Tragik 

seines Lebens zu suchen.

Er zog sich immer mehr zurück, lebte in den prachtvollen bayerischen Bergen, baute seine Schlösser, entwarf selbst alle Pläne, arbeitete Tag und Nacht, das Volk dort liebte ihn und er glaubte, so doch noch sein Ziel zu erreichen, das Beste für sein Volk zu tun, durch den Bau seiner Schlösser, die Entfaltung höchster Pracht und Schönheit, in Verbindung mit einer herrlichen Natur die Herzen seines Volkes zu den höchsten Idealen zu erheben. Der König wußte, daß

ohne die erhabene große bildende Kunst 

das Leben Gefahr läuft, im blauen Alltag zu versimpeln. Das wollte der König verhüten. Er wurde nicht verstanden. Die Folge war für ihn, da er sich immer mehr abschloß, eine einseitige falsche Lebensweise führte, daß sich eine gefährliche Belastung des sympathischen Nervensystems einstellte.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Nach außen hin fanden diese Mißklänge ihren Niederschlag – in einem Schuldenkonto von 13 Millionen Mark -, diese wolle man nicht bezahlen – und dem König weiter kein Geld zum Bauen geben, obwohl doch das ganze Land den Nutzen davon gehabt hätte.

Heute hat allein die Stadt Nürnberg mehr als 14 Millionen Mark Schulden, und niemand macht ein großes Aufheben davon. Man nimmt die Tatsache einfach hin.

Hätte man sich nicht so verständnislos gegen den König gezeigt, ihn besser erkannt und gewürdigt, dann hätte er gesund bleiben können. Die feenhaften Schlösser, die der König noch bauen wollte, würde heute die Menschen aus der ganzen Welt anziehen, sich glänzend verzinsen, die Besucher ideal erheben und für das Große und Schöne begeistern, dem Bayernland aber den herrlichsten und kostbarsten Besitz geben.

Das war König Ludwig. 

Man betrachte dieses große, herrliche, schönheitsbegeisterte Auge, den feinplastischen Gehirnbau, die sehr breite hohe Stirn, das im Verhältnis dazu schmale und kleine Gesicht, den ganzen Ausdruck, die Haltung des Kopfes, das Haar usw., um zu erkennen, daß wir hier den

hochwertigen, idealen Menschentypus 

vor uns haben.

Man bedenke: der König, der in der märchenhaften Pracht seiner Schlösser lebte, der die wunderbaren Nächte der Berge, den Geist einer erhabenen Natur kannte wie kein anderer, königlich gesinnt im Denken und Fühlen, – der wird unter Kuratel des realen Naturwissenschaftlers Dr von Gudden gestellt, dessen Tätigkeit sich vorher in Nerven- und Irrenheilanstalten abspielte.

Beide Menschen lagen sich so fern wie nur möglich, allein in der Verbindung dieser beiden Menschen lag kein gutes Omen.

Der König bezwang sich, soweit er sich noch in der Gewalt hatte, und Dr. von Gudden zeigte Wohlwollen. Er gab nach – ging allein mit dem König am See spazieren – und bald darauf war das Unglück geschehen –, man fand beide tot im See.

Die Annahme lautet: Selbstmord des Königs – er zog Dr. von Gudden mit in die Fluten des Sees und beide ertranken.

Die andere Annahme geht dahin, daß der König fliehen wollte. Zu diesem Zweck mußte er in das Uferwasser, um den Zaun, der ihn von der Außenwelt trennte, zu umgehen.

Das gelang ihm nicht, Dr. von Gudden wollte den König im Wasser zurückhalten, es entspann sich ein kurzer Kampf und beide ertranken.

So die abschließenden Berichte. Beide enthalten

nicht die volle Wahrheit.

Auf Grund der Menschenkenntnis will ich sie hier dem Leser klar und handgreiflich vor Augen führen.

Der Leser betrachte das den König kurz vor seinem Tode zeigende Bildnis.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Unter dieses Bild schrieb Huter: Materielle Kopfbelastung, stierer Blick bei hochgestelltem Augapfel, hochgradige Disposition zu Geisteskrankheit.

Damit hat der Leser des Rätsels Lösung. Den stieren hochgestellten Blick kann man gut erkennen, und wer genauer hinsieht, erkennt auch, daß das ganze Gesicht und der vordere Hals

unnatürlich geschwollen ist.

Diese Überformung rührt von einer jahrelangen falschen Lebensweise her, wodurch das innere sympathische Nervensystem schwer belastet wurde. Die gesamten Weichteile des Gesichts, des Halses und der ganzen vorderen Körperseite waren mit Fremd- und Belastungsstoffen angefüllt.

Die Belastung wäre, frühzeitig erkannt, zu heilen gewesen.

Die Wahrheit über den Tod des Königs ist nun folgende: Er beging weder Selbstmord, noch verschuldete er den Tod des Dr. v. Gudden.  Im Gegenteil, dieser edle kunstsinnige König bot noch alle Kraft auf, um sich zu beherrschen, er fügte sich nach anfänglichem Weigern in sein schweres Schicksal, er zeigte guten Willen, den Anweisungen des Dr. v. Gudden nachzukommen.

Beide gingen zusammen in den Park.

Aber diese scheinbare Ruhe des Königs war die Ruhe vor dem Sturm, d.h. vor dem elementaren Ausbruch der durch die Belastung verursachten Geisteskrankheit.

Nach dem Grad der Gesichtsbelastung zu urteilen, konnte der plötzliche Ausbruch des vollen Wahnsinnes jederzeit erwartet werden.

Damit hatte Dr. v. Gudden wahrscheinlich nicht genügend gerechnet; denn sonst hätte er doch nicht allein mit dem kranken König den Spaziergang unternommen.

Nachdem nun alle Möglichkeiten, den Tod des Königs wahrheitsgemäß darzustellen, erschöpft sind, bleibt als letzte Wahrscheinlichkeit aller menschlichen Berechnung nach nur noch folgende Annahme übrig:

Auf diesem Spaziergang konnte der König sich nicht mehr beherrschen, es brach der volle Wahnsinn bei ihm aus.

Dr. v. Gudden erkannte die Schwierigkeit der Situation, er wollte den König in das Schloß zurückführen. Dazu war es aber zu spät, der König lief ihm davon und auf den schmalen Steg, der in den See führt. Dr. V. Gudden lief ihm nach, wollte ihn zurückführen, kämpfte mit dem seiner Sinne nicht mehr Mächtigen und beide fielen von dem schmalen Steg ins Wasser und ertranken.

Das wird aller menschlichen Berechnung nach die Wahrheit über das tragische Ende des unglücklichen Königs sein. Dr. v. Gudden wurde ein Opfer seines schweren Berufes.

Der König aber hat keinen Selbstmord begangen, er hat auch nicht seinen Arzt, Dr. v. gudden, ins Wasser werfen wollen. Das Unglück war die Folge des plötzlich mit elementarer Wucht herein gebrochenen Wahnsinnes. Der König war nicht mehr Herr seiner Sinne und was in solchem Zustand geschieht, dafür hört jede Verantwortlichkeit auf

Hat man den König im Leben viel verkannt, so soll ihm doch noch endlich Gerechtigkeit widerfahren.

Es lebe das Andenken des Königs im besten Sinne weiter, er war an dem Unglück ohne Schuld. Möge sein Lebensziel, das Bayernvolk glücklich zu sehen, in einem wirtschaftlichen und idealen Aufschwung seine Erfüllung finden.

Das Hellsehen

volkstümlich und wissenschaftlich erklärt

Um das Hellsehen, Hellfühlen und Hellhören völlig zu verstehen, beachte man folgende, etwas tiefer greifende Erklärung:

Ähnlich wie der Fisch im Wasser, der Mensch und andere Lebewesen auf unserer Erde sich in Licht und Luft entwickelten, bildete sich die Erde und das ganze Weltall

aus einem Urstoff, 

den wir Weltäther nennen.

DgM 004 Ur - Äther 

Derselbe besteht nach Carl Huters Forschungen aus Kleinstteilchen, die eine kugelige Gestalt haben und die er Illionen nennt.

Jedes Illion birgt in sich das dreieinige Schöpfungsprinzip, die Welturkräfte: Kraft, Stoff und Empfinden. Daraus hat sich

alles in der Welt entwickelt.

Siehe Fig. 1, 2, 3, 4, 5 und 6.

Im Empfinden liegt die Impulskraft, diese gab den Anstoß zur Differenzierung und damit zu allem Werden in der Welt. (Alles was lebt, empfindet, und im Empfinden des Weltenäthers liegt daher schon die erste Keimkraft des Lebens.)

Etwas absolut Totes gibt es in der Welt überhaupt nicht, alles um uns her ist mehr oder weniger beseelt, er hat Empfinden und wenn dieses auch noch so minimal ist.

Im Empfinden liegt die Gedächniskraft der Materie und das Rückerinnerungs-vermögen. Wer die Peterskirche in Rom betritt, den überkommt ein Schauer der Ehrfurcht. Warum? Weil die Steine die starken Lebenseindrücke vergangener Jahrhunderte festgehalten haben, die sie mit ihrer Elementarstrahlung auf die Schwingung des Äthers übertragen. Letztere wiederum wirken auf die Empfindungssphäre des Menschen, der in ihren Bereich tritt, ein und lösen ein bestimmtes Empfinden aus. Anders ist das Gefühl beim Betreten eines Gerichtssaales, einer Oper, einer Kneipe , einer Privatwohnung usw. usw.

Die Stimmung liegt sozusagen in der Atmosphäre. –

In günstigen chemischen Verbindungen, wie z.B. dem lebenden Eiweiß, sammelt sich das Empfinden sehr stark, so daß sich ein individuelles Gebilde nach außen von der übrigen Masse abschließt, dann fängt es, von außen her gereizt, an, sich zu bewegen und wir sagen – das Ding lebt!

DgM 004 Helioda 

Das kleinste Lebensgebilde ist die Zelle, Siehe Fig.7 und 8.

Unser Körepr besteht aus vielen Billionen von Zellen. Im Empfinden der Zellen liegt

der Grund- und Hellsinn,

man nennt ihn auch den sechsten oder

besser gesagt – Wurzel- oder Ursinn.

DgM 004 Helioda Sm 

Diesen Grundsinn oder Ursinn haben schon die niedersten Lebewesen. Er treibt die Entwicklung vom Niederen zum Höheren und zu wunderbarer Organisation. Wo die Lebens-Empfindungsstrahlen oft ihren Weg nehmen, bilden sich zuerst feine Fibern, dann Nerven, später Nervenknoten, Ganglionen, das Rückenmark und schließlich das Gehirn. In den Nerven wirkt also eine Kraft, es ist die Lebenskraft, die ihre Wurzeln, ihren Boden in der Strahlung der Körperzellen hat.

Es bilden sich aber weiterhin aus dem Empfinden, dem eigentlichen Grundsinn, auch noch Organe, mit denen wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können.

Es sind die bekannten fünf Sinne.

Die meisten Menschen nehmen nur mit diesen fünf Sinnen die Dinge der Welt wahr, den Hell- oder Grundsinn gebrauchen und üben sie nicht. Er ist verkümmert. Es kommt höchstens mal ab und zu vor, daß sie etwas erleben, was sie sich nicht erklären können. Sie reden sich aber das Erlebte schnell wieder aus, nennen es Unsinn, Spuk, Einbildung, Schwindel, Zufall oder Aberglauben.

Sobald aber ein Mensch imstande ist, die fünf äußeren Sinne ähnlich wie im Schlaf negativ zu gestalten und möglichst auszuschalten, sich ganz in sein Inneres zu versenken oder auf ein bestimmtes Gefühl außerhalb der fünf Sinne zu konzentrieren, dann stößt er

auf den inneren Grund- oder Hellsinn.

Wenn es ihm dann gelingt, die Gefühlseindrücke einigermaßen verständlich mit dem Bewußtsein zu erfassen, dann kann er hellsehend oder hellfühlend von Dingen berichten, die ganz und gar außerhalb der Wahrnehmung durch die fünf äußeren Sinne liegen.

Mit dem inneren Grundsinn kann der Mensch die feinsten Schwingungen wahrnehmen, die im magischen Empfinden des Äthers liegen, ebenso die Strahlungen der Materie, – und dann vermag er oft, zurückliegende Ereignisse oder fernliegende und in seltenen Fällen auch kommende Dinge, wenn auch meist nur nebelhaft, zu erkennen und zu schildern.

Man vergegenwärtige sich folgendes: Ich schreibe z.B. diese Worte mit dem Bleistift auf Papier. Die Elementarstrahlung des Bleistiftes und des Papiers kommt mit dem lebendigen und starken Empfinden der Hand in Berührung. Das Empfinden dieser sonst leblosen Gegenstände wird ebenfalls spontan geweckt, sie nehmen die starken Lebenseindrücke auf, halten sie fest und strahlen sie wieder zurück.

Wenn nun das beschriebene Blatt nach kurzer oder längerer Zeit an einem anderen Ort in die Hände eines Menschen gelangt, der sensibel bis zum Hellfühlen ist, so überträgt sich mit der Elementarstrahlung der Materie, der Schriftzeichen, etwas von dem, was durch die starken Lebenseindrücke festgehalten wurde, auf die feinsten Nervenstrahlungen der Hände des Hellfühlers.

Konzentriert sich nun dieser Mensch stark auf ein solches Gefühl, so kann er im Moment den Eindruck der Person haben, welche die Worte auf das Papier geschrieben hat. Er kann die Person schildern, womöglich noch sogar besondere Ereignisse derselben wiedergeben usw. usw.

Der Uneingeweihte steht dann vor einem Rätsel, es ist ihm unerklärlich, die Polizei hat vielfach solche Dinge verboten und im Mittelalter wurden viele Hellfühler der Hexerei angeklagt, der Okkultist sagt, – es seien Geister im Spiel.

Durch diese Strahlungsvorgänge lassen sich eine große Zahl aller okkulten Phänomene und Begebenheiten, der bekannte sechste Sinn der Blinden, das sogenannte „zweite Gesicht“ u.a. naturwissenschaftlich erklären.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Big 

Bild 9 zeigt den Propheten Jesias, wie ihn Michel-Angelo plastisch dargestellt hat. Der Prophet lauscht auf die innere Stimme, die ihm etwas verkündet. Das Auge ist leicht geöffnet wie im Halbschlaf, es sieht und fühlt nach innen zu, nach der inneren Tiefe, aus welcher die Offenbarung quillt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo sm 

Der Mund ist nur leicht geschlossen, gleichsam wie nach innen aufnehmend. Die ganze Muskulatur des Gesichts spiegelt, daß alles Gefühl nach innen zu angespannt ist. Jedes Haar des Hauptes scheint ähnlich wie ein Füllhorn zu arbeiten, um die feinsten Ätherschwingungen zu leiten. Auch die Finger der linken Hand scheinen wie feine Fühlorgane aufzunehmen und nach innen zu weisen, wo die Offenbarung die Nerven in Tätigkeit setzt, daß sie die feinsten Eindrücke weiterleiten, dem Gehirn zu, allwo sie in das Bewußtsein übergehen.

Diese ganze meisterhafte Darstellung macht den Eindruck, als habe Michel-Angelo sich das Gehirn und sympathische Nervensystem dieses Propheten gleichsam wie eine aufnehmende Antenne gedacht, die von außen kommende geheimnisvolle Strahlen empfängt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Engel sm 

Diesen Vorgang symbolisiert auch der Engel, der hinter dem Propheten ihm etwas in das Ohr zu flüstern scheint. Das Tuch, welches weit abweht, soll wohl andeuten, daß die raunende Stimme – ähnlich wie die Radiowellen – aus geheimnisvoller Tiefe des Raumes kommt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo 

Wahrlich das Bildwerk ist erhabene Kunst. Dieser große Meister der Bildnerei hat gewußt, daß der Raum nach dem Innern, nach der Tiefe zu genau so unendlich ist wie in die unermeßliche Ferne, die der Astronom nach Millionen Lichtjahren zu messen sucht. Das Gehirn vermag z.B. auf einer jahrelangen Reise unendlich viel aufzunehmen und festzuhalten, ohne daß es auch nur im geringsten größer wird. Das Geistige ist Innerlichkeit, ist gleichsam der Empfindungsextrakt der Materie und reicht in seiner Feinheit bis in die Tiefe des Raumes.

Dort liegt das Geheimnis des Lebens – und, was nur angedeutet werden soll -, die wissenschaftliche Möglichkeit eines individuellen Weiterlebens nach dem Tode. Wer im Geiste sich die Forschungen der modernen Astrophysik, Atom- und Ätherlehre vergegenwärtigt – wird hier den Anknüpfungspunkt finden. Kein Instrument der Welt vermag an Feinheit der Aufnahme ein menschliches Gehirn zu ersetzen.

Daher sollten auch die Phänomene des Hellsehens und Hellfühlens in dem hier bezeichneten Sinne studiert werden. Die Zeit, da man sie mit einer Handbewegung abtun konnte, ist vorüber.

Aber auch bei diesen Studien geht es nicht ohne MENSCHENKENNTNIS, da man das Echte vom Unechten unterscheiden muß. Ich glaube daher, daß man in Zukunft die okkulten Phänomene im Zusammenhang mit dieser Formenausdruckslehre behandeln wird, um sie naturwissenschaftlich einwandfrei zu erklären und im rechten Sinne zu bewerten.

 

Wie man Ghandhi richtig versteht

Bild 1 zeigt den großen indischen Freiheitsführer Mahatma Gandhi, der kürzlich aus ideellen Gründen sechst Tage lang fastete – und damit auch bei der englischen Regierung einen großen politischen Erfolg erzwang. Das klingt für uns seltsam, entspricht aber ganz dem indischen Volkscharakter.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Die Inder gehören in der Mehrzahl zu den Empfindungs-Naturellen; auch Gandhi zählt zu diesem Typus.

Das sind also jene Menschen, die klein, fein, zart und schlank gebaut sind, bei denen das Ruh- und Ernährungsleben, sowie das Tat- und Bewegungsleben zurücksteht. Dafür herrscht aber das Empfindungs- und Ideenleben vor.

Das Nahrungsbedürfnis ist bei diesen Menschen schon an und für sich gering, es sind natürliche Vegetarier und Abstinenzler.

So darf man sich über die magere und abgezehrte Gestalt Gandhis nicht wundern, sie beruht zum Teil auf der Naturellanlage und braucht deswegen durchaus nicht krankhaft zu sein.

Allerdings sind bei Gandhi die Schläfen sehr stark eingefallen, das deutet auf Schwächung der allgemeinen Kraft, auf eine gewisse Lebensverneinung, und auch wohl auf viel Sorgen und Kummer, die er sich gemacht hat.

Auch sind die Wangen eingefallen, ebenso die Gewebspartien des Halses, die den Ernährungszustand zeigen. Das ist auch nicht zu verwundern, denn Gandhi lebt sozusagen von wenig Obst, Datteln und etwas Milch.

Die Askese und Entsagung liegt, wie gesagt, in der Natur des Inders begründet. Diese Menschen leben vorzugsweise dem Religiösen und Okkulten, sie vermeiden die Anwendung offener Gewalt, und so ist es zu verstehen, daß diese großen Völker sich von einer kleinen Anzahl Engländer, die im Tat- und Bewegungs-Naturell liegen, politisch beherrschen lassen.

Wenn man weiß, daß die Bewohner Indiens hauptsächlich Empfindungs-Naturelle sind, dann kann man auch die Sitten und Gebräuche, sowie den Volkscharakter leichter verstehen.

Empfindungs-Naturelle werden allerdings auch in ihren Ideen leicht extrem, sie neigen dahin, alles zu opfern, nur ihre Ideale nicht.

Insofern ist auch Gandhi zu bewundern, aber es steckt hier doch auch in vielen Dingen ein gut Teil Einseitigkeit, wenn nicht gar Fanatismus.

Gewiß will Gandhi durch den Aufzug, in dem das Bild ihn zeigt, bekunden, daß er von sich aus auf alle persönlichen Vorteile verzichten kann, daß er allein von seinen Ideen und Idealen geleitet ist.

Wir müssen demgegenüber aber bedenken, daß unser Körper es ist, der die Seele und den Geist geherbergt, von dessen Gesundheit und Wohlergehen nicht nur unsere Arbeitskraft, sondern auch das Wohl unserer Nachkommen und schließlich alles Glück und alle Freude abhängt.

Daher ist es richtig, daß wir unserem Körper wohltun, ihn gesund, lebensfreudig und arbeitsfähig erhalten, anstatt ihn zu kasteien und seine Lebensfähigkeit herabzusetzen.

Gandhi selbst soll ja nach den Gerüchten oft tagelag kaum ein Wort sprechen und seine Wolle spinnen. Seine Leistung ist also in der Tat gering, und ein Angestellter bei uns könnte damit wohl schwerlich den beruflichen Anforderungen Genüge leisten.

Allerdings soll der Mensch, wenn er etwas wirklich Großes vollbringen kann, unter Umständen selbst Leben und Gesundheit opfern.

Das hat Gandhi durch sein freiwilliges Fasten getan, – und ja auch tatsächlich viel erreicht, – insofern kann ihm wohl niemand die Bewunderung und Hochachtung versagen.

In dem abgezehrten Körper des Gandhi wohnt ein willensstarker Geist und auch ein edler Geist, das zeigt bei genauem Zusehen die Feinheit der Haut, der Stirn, der Augen, die Modellierung des Ohres usw., was allerdings bei diesem Bilde weniger zu sehen ist.

Jedoch muß auch hervorgehoben werden, daß der Mahatma durchaus keine harmonische Natur ist, denn die Ohren stehen fast quer ab, die Nase ist im unteren Teil plump, die Unterlippe schiebt sich unschön vor usw.

DgM 004 Ghandi Change 

Daraus erklären sich die Extreme und Disharmonien im Leben Gandhis. Bei aller Seelengröße und bei allem Heroismus ist auch diese Seite seines Wesens vorhanden. Wer sich die Mühe gibt, das Leben Gandhis zu verfolgen, wird Disharmonien finden, die sich hätten vermeiden lassen. –

Der Herr, der hinter Gandhi zu sehen ist, betrachtet ihn und dreht verlegen an seinem Schnurrbart. Er scheint zu denken: „Das ist nicht mein Fall“, – was ihm sicher jeder glauben wird, denn er gehört mehr zu dem genußfreudigen Ernährungstypus. Das stört Gandhi aber nicht im geringsten, er geht unbeirrt seinen Weg und lebt so, wie er es will. Er kaufte sich z.B. in London eine Milchziege, – diese Tiere liegen ebenfalls im Empfindungs-Naturell, – die er mit sich nach Indien nahm.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Der Herr rechts hinter Gandhi liegt im typischen Bewegungs-Naturell, wie es in England vorherrscht. Er hat das lange, harte, knochige Gesicht, die hagere Gestalt usw. und sieht wie etwas mitleidig auf Gandhi herab.

Auch die alten Portugiesen und Spanier, die zu erobern und zu herrschen verstanden, lagen vorzugsweise im Tat- und Bewegungs-Typus, – sie trieben Welt- und Kolonialpolitik.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Wenn wir im Vergleich zu Gandhi das Bildnis des Boxmeisters Schmeling betrachten mit seiner gewaltigen Körperkraft, so haben wir so ziemlich das ausgesprochene Gegenstück vor uns. Schmeling würde nie das erreichen können, was Gandhi ihm vorlebte, er würde wahrscheinlich bei entsprechenden Versuchen bald die Schwindsucht und Abzehrung bekommen. Gandhi als Empfindungs-Naturell könnte in einem Menschenleben durch noch so großes Training sich doch nie zu einem Boxmeister ähnlich wie Schmeling umformen.

Daher sollte auch, wie es dieses krasse Beispiel deutlich macht, in Schule und Erziehung jede Schematisierung vermieden werden. Die Menschenkenntnis soll Platz greifen, um allen Illusionen rechtzeitig vorzubeugen.

Alles in allem macht uns dieses Bild deutlich: Erstrebenswert ist und bleibt für uns die Harmonie des Lebens, alles Extreme und Einseitige soll nach Möglichkeit vermieden werden, wir gehen den goldenen Mittelweg und die beste Führerin ist uns die wahre und echte Schönheit in allen Lebensdingen.

Damit will aber nicht gesagt sein, daß Gandhi für seinen Spezialfall nicht das Richtige getan hat.

Das Empfindungs-Naturell, in diesem Falle das indische Volk, kann eine unliebsame Zwangsherrschaft, wenn es ihm nicht möglich ist, durch die Waffen des Geistes, durch Intelligenz und weise Maßnahmen den Gegener zur Einsicht zu bringen, wohl nur durch das Mittel des passiven Widerstandes abschütteln, das Gandhi bis zur letzten Konsequenz anwandte, und verlorene Freiheiten wiedergewinnen.

MAX SCHMELING

der deutsche Meister-Boxer

Max Schmeling liegt im athletischen Naturell. Hier kann man so recht die enorme Stoßkraft in den Armen beobachten, ebenso zeigt die Brust und der Hals gewaltige Kraft.

Interessant ist auch die Körperhaltung, sie ist ganz dazu angetan, auch den schwersten Stoß und Schlag auszuhalten.

Der Mund ist breit gekniffen, um jeden Schmerz sofort zu überwinden, von vornherein abzuwehren und sich dadurch sozusagen empfindungslos zu machen.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Das Gesicht ist vorgebeugt, um besser beobachten zu können. Das Auge liegt tief, ganz in den Höhlen versteckt, aus denen es scharf beobachtet, um möglichst jede Bewegung des Gegners noch zu erspähen, bevor sie ausgeführt wird.

Durch die stark hervorragende Unterstirn wird das Auge sehr geschützt, das ist ein großer Vorteil für Schmeling, denn es kann so im Boxkampf nicht leicht verletzt werden.

Die Hauptkraft und Spannung liegt im Kinn, Ober- und Unterkiefer.

Hier ist die Knochenmasse mächtiger wie die Gesamtmasse an Stirn und Oberhaupt einschließlich des Gehirns. Stirn und Oberhaupt sind gegenüber der gewaltigen Kraft des Untergesichts schwach entwickelt.

Der Unterkieferbogen zeigt die gewaltige Durchführungs- und die breite Unterlippe, ähnlich wie beim Herkules, Bild 2, die gewaltige Körperkraft.

DgM 004 Herkules 

In dem starken Zug von der Nase über die Wangen abwärts, wo bei Schmeling die Vertiefung ähnlich wie ein Grübchen liegt, zeigt sich der Zug der Kraft, den alle Herkulesse haben.

Was uns an SCHMELING angenehm berührt, das ist außer der Kraft noch eine gewisse Schönheit im Körperbau, in der Proportion, in der Nacken- und Halsform, auch das Ohr ist gut geformt, daher ist Schmeling bei aller Gefühlsausschaltung – (die Haut scheint wie verhärtet zu sein) -, die sein Beruf erfordert, trotzdem noch von Ritterlichkeit gegenüber dem Gegner beseelt.

Der Leser wird unwillkürlich fragen, wo ist noch ferner eine starke oder schwache Seite des Schmeling zu erkennen?

Wie der Leser gut erkennen kann, ist die Nasenform bei Schmeling breit, aber doch nicht in der Weise geformt, wie es die klassischen griechischen Darstellungen der Kraftmenschen zeigen, siehe die Nasenform des Herkules, Bild 2. Hier ist der Übergang zwischen Stirn und Nase umittelbarer, er bildet eine gerade Linie.

Bei solchen Menschen ist Sehen und Handeln eins, sie erfassen blitzschnell und handeln fast augenblicklich.

Bei Schmeling liegt diese Partie, der Stirnnasenübergang tiefer, sie ist mehr breit und flach. Er beobachtet daher z.B. einen Punkt, konzentriert sich auf denselben und erst dann bricht er wuchtig hervor.

DgM 004 Schmeling Boxer 

In der Verbindung von Auffassung und Handlung ist er trotz größter Ruhe und gesammelter Überlegung nicht so blitzartig schnell, wie es z.B. ein Boxer sein würde, der die griechische Nasenform hat, ähnlich wie der Hekrules, den unser Bild 2 zeigt.

Schmelings Kampfesweise ist darum die sicherste, wenn er zuerst sich mehr auf die Abwehr konzentriert und erst zum Angriff übergeht, wenn die Stoßkraft des Gegners bereits nachläßt. Wenn Schmeling also zunächst den Gegner austoben lassen kann, dann bleibt er um so eher Sieger.

Wenn aber der Gegner, der ihm an Kraft und technischer Gewandtheit gleich ist, die griechische Nasenform hat, also die stärker herausgeholte Nasenwurzel, wenn jener überdies die starke Seite Schmelings kennt und beachtet und im Boxkampf gleichmäßig mit ihm durchhält, dann würde er vermöge seiner schneller und richtiger ausgeführten Stöße, Schläge und Abwehr am Ende der Sieger bleiben.

Es wäre interessant, erstmalig auf Grund der Menschenkenntnis die Chancen des nächsten Boxkampfes für Schmeling und seinen Gegner zu berechnen.

DgM 004 Bücher Carl Huter sm 

Wer diese Zeitung liest, sollte auch die

grundlegenden

Bücher über Menschenkenntnis besitzen:

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

 Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

DgM 003. DER GUTE MENSCHENKENNER. (HELIODA1)

Der gute Menschenkenner 003 von 101

Deutschland Crash Red S

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007


Knights Templar Z

700th anniversary of the Knights Templar

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

Head 4

BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.


“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Oktober 1932 Nr.  3

Reichspräsident Hindenburg

Ein klares Charakterbild seiner Persönlichkeit. – Wichtige Moment im Leben v. Hindenburgs – u. ihr tiefer Sinn.Warum Herr v. Papen Reichskanzler wurde? – Hochinteress. Studien an 3 Gruppenbildern.

Prof. Piccard u.d. Problem d. Höhenstrahlen. Kontraste unter Menschen

 

I. Gedanken und Erinnerungen.

Ein Teil Geschichte, – unerhörten Erlebens des deutschen Volkes, – knüpft sich an den Namen Hindenburg. Man könnte, wenn man sich die Gestalt von Hindenburgs im Geiste vorstellt, fast glauben, die ganze Volksseele vergangener großer Zeit habe in ihm ihren lebendigen Niederschlag gefunden.

Es ist ferner seit dem Kriege ein gewisser Umschwung im Geistesleben des Volkes bemerkbar, – in Naturwissenschaft und Psychologie dämmert langsam ein neues Morgenrot.

Vor genau 18 Jahren fesselte uns zum ersten Mal das Bildnis von Hindenburgs, sodaß wir Gelegenheit nahmen, es nach neuen naturwissenschaftlichen Grundsätzen zu beurteilen.

Damals im September 1914, lag ein besonderer Anlaß vor, (es wird noch darauf Bezug genommen), und bei genauer Überlegung ist dies heute wieder der Fall.

Reichspräsident v. Hindenburg ist jetzt 85 Jahre alt, (auch Carl Huter, geb. am 9. Oktober 1861, gestorb. 1912, dessen Lehren ins Volk zu tragen, Aufgabe dieser Blätter ist, hat seinen 71. Geburtstag in diesem Monat).

Wenn auch die politischen Wogen noch hochgehen, so hat doch in gewissem Sinne unter Führung des Reichspräsidenten eine ruhige Zuversicht für die nächsten Jahre Platz gegriffen. Auch darauf kommen wir weiterhin noch zurück.

Wir fragen: Wie wird wohl einst der Mensch der Zukunft in 50, 100, 200 und noch mehr Jahren über Hindenburg und heutige deutsche Volk urteilen? Soviel ist gewiß, die Erkenntnis, daß der Geist in den Formen lebt, und daraus erkannt werden kann,“ wird dann bei der Beurteilung vergangener Geschehnisse eine Hauptrolle spielen.

II. Das heutige Bild des Reichspräsidenten.

Der Leser betrachte das oben rechts befindliche Bildnis. Man hat den Eindruck, wenn man die Person nicht kennen würde, zu sagen: „Dieser alte Herr hat viel erlebt und durchgemacht!“

Die Faltenbildung oberhalb beider Augen zeigt die momentane Aufmerksamkeit und das Auge hat den beobachtenden Blick. Der Mund hat den Ausdruck der Genügsamkeit, er spiegelt vergangene Erlebnisse und die noch schwere gegenwärtige Verantwortung.

Im mittleren Gesicht liegt im Gewebe viel eindrucksvolle Weichheit. Auch die Nasenform hat den weichen und doch wiederum sehr bestimmten Charakter.

Zu beiden Seiten der Nase quillt das Gewebe weich und stark hervor. Das ist ein gutes Zeichen: Hier kommt das Leben des Mittelhirns zum Ausdruck, die große Kraft und Ausdauer im Gefühlsnerven- und Empfindungsleben. In dem weichen und warmen Gewebe des Gesichts liegt ein gutes Wollen. Das weiche Gewebe und die weiche Formbildung des Ohres läßt auf Empfänglichkeit für Suggestionen schließen. Ist aber solche überwunden, handelt dann der Mensch unbeeinflußt aus eigener innerer Wahrheitserkenntnis, – dann kann dieses sehr gut und sehr richtig sein!

Man beachte auch den starken Muskelzug von den Nasenflügeln abwärts, – hier wirkt sich die Herz- und Lebenskraft aus. Diesen Zug kann man in ähnlicher Weise bei allen 90- und 100 jährigen beobachten.

Auge und Mund haben nicht den glücklichen, frohen, lebensheiteren Ausdruck. Das ist auch weiter nicht zu verwundern, denn das eindrucksvolle Gemütsleben, das sich in dem weichen Gewebe des mittleren Gesichts kennzeichnet, mußte ja durch die Zersplitterung, die in den letzten Jahren im deutschen Volke hervortrat, stark mitgenommen werden, insbesondere da der Sinn des Reichspräsidenten auf Einigkeit und glückliches Zusammenleben gerichtet ist.

 

III. Ein Profilbild des Reichspräsidenten.

Wer das Profilbild betrachtet und die dargestellte Person nicht kennt, muß doch den Eindruck haben, daß hier ein Charakterkopf in die Erscheinung tritt, der eine starke individuelle Eigenart, eine enorme Durchhaltekraft, Lebens- und Widerstandsenergie besitzt.

DgM 003 Hindenburg Profil

Das zeigt schon der starke Hals und Nacken, die noch vorhandene Festigkeit im Gewebe, das große Ohr, die starken Jochbeine, die wuchtige Unterstirn, die Fülle und Breite im Gesicht.

Obwohl der Herr Reichspräsident schon so alt ist, hat doch noch das Auge den scharfen, durchdringenden Blick, – und um Stirn, Nase und Mund liegt ein fester, entschlossener und fast trutziger Zug.

Der Herr Reichspräsident, der hier abgebildet ist, weiß was er will, – das ist das Urbild des Siegers von Tannenberg.

Man beachte nur die Faltenbildung der Stirn, die Plastik im Seitenhaupt, wie hier jedes einzelne Haar und auch das obere Ohr einen bestimmten Zug zum Hinterhaupt hat, dorthin wo die Schutzsinne liegen, der Heim- und Familiensinn.

Man könnte sagen, der Herr Reichspräsident denkt sich das deutsche Volk wie eine große Familie, – die er als solche schützen möchte vor Zersplitterung und Zerstörung. Daher macht auch das ganze Oberhaupt, wo die Triebe für die höchsten Ideale und Gefühle arbeiten, einen ehrwürdigen Eindruck.

Der  noch immer volle Haarwuchs zeigt die urwüchsige Kraft der Gedanken und auch, daß die inneren Organe ohne Belastung arbeiten.

Das Ohr ist groß und klar gebildet und deutet noch auf Mut und Tatkraft.

Die Stirn, welche das Denkleben zeigt, ist besonders im unteren Teil von wuchtiger Kraft (und im Oberhaupt liegt sanfte Rundung). Sie ist geschützt durch die starke, wie gemeißelte Nasenwurzel, welche die geistige Erfassung zeigt, und ruht auf dieser wie auf einer Säule.

In der ganzen Stirn und im plastischen Seitenhaupt liegt die Hoheit menschlichen Geistes, die Weisheit des Alters, – in dem Jochbein enorme Überwindungskraft, in der Nasenform herber entschlossener Wille.

So kann man es sich ganz gut denken, daß der Reichspräsident noch im hohen Alter die Kraft fand, seinen Willen in einer Weise und unvermittelt zum Ausdruck zu bringen, – die uns nochmals

den alten Sieger von Tannenberg

neu erstehen und erleben läßt. Vielleicht wird eine spätere Zeit diese jetzigen Ereignisse als von großer Zukunftsbedeutung verzeichnen.

Die seitlich hängende Wange steht mit dem hohen Alter in Beziehung und läßt noch die im starken Unterkiefer liegende unweigerliche Durchführungskraft erkennen.

Der starke Hals und Nacken, dem sich, wie wir wissen, ein ebensolcher Körperbau zugesellt, lehrt, daß das proportional mäßig große Gehirn leicht ernährt und durchblutet wird. So ist es zu verstehen, daß der Reichspräsident noch heute, – und besonders was es in früheren Jahren der Fall, sich nach Anstrengungen und Ermüdungen sehr leicht und schnell wieder erholte, daher sehr großen Anstrengungen gewachsen war.

DgM003 Hindenburg

Der Reichspräsident, wie ihn dieses Bild zeigt, hält innerlich treu am einmal erkannten Guten fest.

 

IV. Ein sehr lehrreiches Gruppenbild.

Als die zweite große Marneschlacht vorbei und das unglückliche Resultat im deutschen Volke noch nicht bekannt war, lag es wie eine Gewitterschwüle über unserem Land. Kurz darauf wurde zur Beruhigung der Gemüter aus dem Hauptquartier das obige Gruppenbild veröffentlicht.

Aber der Menschenkenner war damit nicht zu täuschen, für ihn war das Bild der lebendige Ausdruck einer schweren Katastrophe, die hereingebrochen sein mußte. Von dieser Wahrheit soll sich der Leser mit Hilfe der folgenden Erklärungen überzeugen.

DgM 003 Hindenburg Offiziere Gruppenbild 1918

Nr. 1. Der Offizier hat die sonst gewohnte soldatisch straffe Haltung aufgegeben und der Kopf ist ihm kummervoll auf die Brust gesunken. Es ist der Ausdruck eines Mannes, der verbergen möchte, was ihn innerlich tief bewegt. Darüber kann selbst die Zigarre in der rechten Hand, die ihn vielleicht beruhigen soll, nicht hinwegtäuschen.

Nr. 2. Der Offizier im Korbsessel ist wie unter einem schweren äußeren Druck förmlich in sich zusammengesunken. Die gesenkte Kopfhaltung und der Ausdruck des Gesichts zeigt tiefe innere Depression.

Nr. 3. Die Gestalt ist aufrecht und gerade. Der Blick des seitlich gewendeten Kopfes ist geradeaus gerichtet. Abgekehrt von den andern wie mit eigenen Gedanken beschäftigt, liegt im Ausdruck: Ich habe das ja kommen sehen.

Nr. 4. Ein Herr im Empfindungs-Naturell (kleine Gestalt, kleines Gesicht, großes Gehirn). Er denkt in sich hinein. Die Mundwinkel sind vor Enttäuschung zurückgezogen, er überlegt, was zu tun ist. Das Lächeln mißglückt. Es ist durchaus nicht süß, sondern hat die salzige, bittere und sauere Tönung, welche die Folge ebensolcher innerer Gefühle ist. Die erlebte Tragik, die verborgen werden soll, wird dadurch noch deutlicher.

Nr. 5. Dieser Offizier  sieht aus wie ein Riese nach einem Zweikampf, bei dem ihm fast der Atem vergangen ist. Die Gestalt beugt sich, als wolle sie schwere Last auf ihre Schultern nehmen. Auch hier ein unglücklicher Versuch zu lächeln.

Nr. 6. Der darunter (sitzend) sich befindende Offizier wendet sich unwillkürlich nach rechts, als müsse von dort in schwerer Not die Hilfe kommen. Der Ausdruck des Gesichts ist ratlos, verzweifelt, – aber doch zur äußersten Tat entschlossen und bereit.

Nr. 7. Das ist der Generalfeldmarschall. Er allein blickt den Beschauer an, als fasse er dennoch die Ereignisse fest ins Auge. Mund und Kinn zeigt stärkste Anspannung, aber ganz im Gegensatz dazu ist der Körper kraftlos und weich, wie unter einem schweren Schicksalsschlag zusammengesunken. – Es liegt nur ein weißes Tuch auf dem Tisch und Wassergläser stehen darauf, gleichwie als Vorbedeutung schwerer Zeiten.

Die ganze Gruppe macht den Eindruck, als habe schweres Unglück und das Schicksal sie alle gebeugt.

Das Bild sollte, wie gesagt, im Lande eine beruhigende Wirkung ausüben, aber wer etwas Kenntnis von dieser Formensprache besaß, der wußte, was die Glocke geschlagen hat. Diese einfachen Beobachtungen sind gerade wegen ihrer Wahrheit so ergreifend und künden, daß Gestalt und Ausdruck ein Spiegelbild der äußeren Ereignisse und inneren Erlebnisse sind.“ – Wenn solche und andere Bilder einer fernen Nachwelt erhalten bleiben, so wird man daraus die innern Zusammenhänge der Geschehnisse weitgehendst erklären

V. Eine zutreffende Beurteilung.

Es war im September 1914, als ich das Bild des damaligen Generalobersten v. Hindenburg im oberschlesischen Grenzland zum ersten Mal zu Gesicht bekam. Die Schlacht von Tannenberg war geschlagen und die Siegesnachrichten wurden allmählich in ihrem ganzen Umfang bekannt.

Von dem Bild Hindenburgs wurde sofort eine Beurteilung angefertigt. Diese brachte der „Oberschlesische Kurier“ als Leitartikel in seiner Sonntagsnummer vom 27. September 1914.

Die hervorragenden Gaben Hindenburgs als Feldherr und Mensch wurden phrenologisch und physiognomisch dargelegt. Die Ausführungen sollen hier nicht wiederholt werden, weil es nicht im Rahmen dieser Arbeit liegt.

DgM003 Hindenburg

Nur der Schluß der Beurteilung sei wörtlich wiedergegeben. Er lautete:

„Dieser Feldherr ist wohl befähigt, die Oberleitung über die gesamte verbündete Ostarmee zu übernehmen, zum Schrecken des Gegners und zum Ruhme des Vaterlandes.

Wir Deutsche können stolz sein auf einen solchen Feldherrn sein und auf unsere oberste Leitung, die es verstanden hat, gerade diesen Mann an den richtigen Platz zu stellen.

Fürwahr, das ist die höchste Kriegskunst!“

Von Hindenburg erhielt dann auch bald die Oberleitung über die gesamte Ostarmee.

 

VI. Wie das Volk Hindenburg sah.

Dieser Feldherr wurde nach der siegreichen Schlacht von Tannenberg bald im ganzen Volk bekannt und hochverehrt, – weitere Siege steigerten noch die Sympathie.

Jeder kannte das Bildnis Hindenburgs, die markanten Formen mit dem Namenszug darunter in seiner festen kernigen Handschrift genügten, um bei jung und alt Glauben und Vertrauen zu sichern.

Ganz instinktiv und gefühlsmäßig sah man z.B. in der gerade und hochansteigenden Stirn des Feldherrn das väterliche Wohlwollen, – in dem festen Blick den Willen zur Tat, – in dem breiten Untergesicht die gewaltige Durchführungs-Energie.

Man sah ferner in der großen, mächtigen Körpergestalt mit der enormen Brust- und Armkraft die beste Schutzkraft für alle materiellen und ideellen Güter. In seiner ruhigen Gelassenheit erschien er dem Volk als der Mann, auf den man sich felsenfest verlassen konnte.

Bald steigerte der Verehrungssinn des Volkes alle hervorragenden Gaben des Feldherrn, und auch die bildende Kunst idealisierte ihn. Er wurde der Heros der Nation, der unbesiegbare Recke, gewaltig an äußerer Gestalt und Kraft, an geistiger Überlegenheit und Kriegskunst.

Man glaubte schließlich unbewußt, Hindenburg könne Unmögliches vollbringen, aber

das kann kein Mensch.

Und doch hatte unser Volk ein Recht, den großen Feldherrn zu idealisieren, denn es brauchte einen festen Halt, – sozusagen einen Ruhepunkt in den sich jagenden und überstürzenden Ereignissen.

VII. Grenzen des Feldherrngenies.

Wir sahen in der damaligen Zeit in Hindenburg ganz den Typus, der zum Sieger über die Russen wie geschaffen war.

DgM 002 Napoleon III

Hindenburg sah ganz anders aus wie Napoleon I., der im Osten, als er gegen Rußland zog und sich die große Niederlage holte, trotz seines gewaltigen Feldherrngenies nicht mehr am rechten Platz stand; denn im brennenden Moskau und in der eisigen Kälte der Steppe mußte sein Genie versagen.

Etwas Ähnliches war bei Hindenburg nicht zu befürchten, er stand seiner Naturveranlagung nach

im Osten am rechten Platz.

Man stelle sich Hindenburg doch vor, seine mächtige breitschultrige Gestalt, das gewaltige Haupt mit den entschlossenen Zügen, den starken, durch den Backenbart verstärkten Schnurrbart, – der die Wucht der Persönlichkeit symbolisiert, die mächtige Arm- und Faustkraft, wie er fest mit beiden Füßen auf seiner Heimaterde steht und – ruhig abwartend der Gefahr ins Auge blickt; – das war ganz der Feldherr, wie geschaffen, glänzend mit den Russen fertig zu werden und unsere Kultur zu schützen.

Im Westen.

Als aber der Feldherr noch dazu das Oberkommando über alle Fronten erhielt, also auch über die Westfront, da schien uns dieses eine Zersplitterung seiner Aufgabe zu sein, ohne dabei seiner Größe als Feldherr irgendwie Abbruch tun zu wollen.

Franzosen und Engländer waren z.B. in ihrer Eigenart ganz andere Menschen wie die Russen, und diese allesamt zu besiegen, war von vornherein für einen Menschen eine unmögliche Aufgabe, die hätte von Anfang an lange vorbereitet sein müssen.

Die Franzosen waren leicht und beweglich, klug und geschmeidig, im Kriege mit Mitteln arbeitend, die man nicht übersehen und vorausberechnen konnte. Hier mußte neben dem Feldherrngenie auch noch ein geniales diplomatisches Geschick, eine große Menschenkenntnis, Voraussicht usw. mit Platz greifen. Die Engländer aber sind großzügig, schnell von Entschluß und Handlung, planmäßig und weit vorausberechnend, – und Unmögliches konnte, wie gesagt, ein Mensch gegen sie nicht vollbringen.


VIII. Der Reichspräsident handelt mit alter Entschlußkraft.

Zu dem ersten Bildnis wurde bereits gesagt, daß der Ausdruck im Gesicht nicht ganz der glückliche sei, folglich wird auch die Ursache in den Erlebnissen der letzten Jahre zu suchen sein.

Der Reichspräsident als alter Soldat und Feldherr kennt doch am Ende am besten die Macht, die ein großes Volk besitzt, das sich einig ist. Die Zersplitterung des Volkes in Parteien, die sich wie Feinde bekämpfen, mußte auf die Dauer

den Frieden seines Alters stören.

Da ist es kein Wunder, daß der hochbetagte Reichspräsident mit Hilfe der ihm verliehenen Rechte nach seiner besten Erkenntnis handelte und einen Mann zu seinem Kanzler berief, der mit ihm in Bezug auf den Willen zur Einigung des Volkes eines Sinnes war.

DgM 004 Von Papen

Der Reichskanzler v. Papen aber verkündet immer wieder als oberste Richtlinie für alle seine Maßnahmen:

„Wir sind alle Deutsche und bewohnen eine Heimaterde … Wir lassen uns von niemandem in der sozialen Gesinnung übertreffen.“

(Carl Huter fand, nebenbei gesagt, den besten sozialen Ausgleich darin, daß er 50% vom Reingewinn dem Unternehmertum und 50% der Beamten- und Arbeiterschaft zuerkannt wissen wollte, und er glaubte, daß es darüber hinaus einen besseren sozialen Ausgleich nicht mehr gäbe. Dadurch bleibe das Unternehmertum lebensfähig und der Beamten- und Arbeiterschaft werde die Arbeitsfreudigkeit erhalten).

Im Sinne dieses großen Einigungsgedankens ist es auch zu verstehen, daß der Reichspräsident, als von ihm kürzlich verlangt wurde, die Machtergreifung durch den Parteiführer Adolf Hitler zu dulden, die Rechte seines Amtes, die Rechte seines Amtes energisch wahrte und durch einen Schlag auf den Tisch diese Bestrebungen zurückwies.

Hindenburg muß im Grund als alter Soldat, – man wolle ihn recht verstehen, – das deutsche Volk in seiner Gesamtheit über einzelne Parteien stellen.

Man wolle daher die jüngsten Handlungen des Reichspräsidenten gerecht würdigen und zu verstehen versuchen, – die Zeit, die einst gerecht richtet, wird dieses Gebot sicher erfüllen.

IX. Warum der Reichspräsident sich Herrn v. Papen zum Kanzler wählte. –

Doch darum, weil der Reichspräsident in ihm die bestgeeignetete Persönlichkeit für dieses hohe Amt erblickte.

DgM 004 Von Papen

Er erkannte bei Herrn v. Papen z.B. das große internationale diplomatische Geschick, die Voraussicht, den feinen Takt, die Selbstbeherrschung und den großen Glauben an das Gute.

Die Konferenz von Lausanne stand damals unmittelbar bevor und in dieser ist

das System der Reparationen und der Young-Plan

gefallen.

Das war ein großes Ereignis, – mag man darüber denken wie man will. – die Tatsache selbst läßt sich nicht bestreiten und ist letzten Endes auf die Initiative des Reichspräsidenten zurückzuführen.

Das muß für den Reichspräsidenten eine große Genugtuung gewesen sein, auch gegenüber den Franzosen und Engländern, mit Hilfe des Reichskanzlers diesen Albdruck vom deutschen Volk zu nehmen, sodaß wieder ein etwas freieres Aufatmen möglich ist.

So greifen die Geschehnisse ineinander und alles, was sich seitdem ereignete, und vielfach vom Standpunkt der Parteien nicht mit Zustimmung aufgefaßt wurde, gipfelt in dem Streben Hindenburgs, vergangene Schäden so gut es möglich ist, wieder wettzumachen und die Bahn für einen neuen Aufstieg frei zu bekommen.

Möge mit Gottes Hilfe das Werk gelingen. Aber

ohne Menschenkenntnis,

das lehrt die Geschichte vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende, bleibt jede noch so gute Reform mehr oder weniger in ihren Anfängen stecken oder dem Zufall überlassen. Denn der disharmonische Mensch, dessen Einfluß stets Leid, Zersplitterung, Tragik und Elend nach sich zieht, macht sich, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und daran verhindert wird, tatkräftig und auf die geschickteste Weise mit beiden Ellenbogen Platz, drängt sich vor und rücksichtslos zur Macht, und – wenn er diese hat, dann erlebt man seine Wunder. Das alte Lied geht wieder von vorne an, gute Eigenschaften werden langsam aber sicher illusorisch gemacht und Eigennutz geht vor Gemeinwohl.

 

X. Zwei freundliche Bilder aus dem Leben des Reichspräsidenten.

Das Gruppenbild Nr. 2 zeigt den Reichspräsidenten beim Verlassen des Wahllokales, in welchem er zur Reichs- und Landtagswahl gewählt hat.

DgM 003 Hindenburg Gruppe Wahllokal

Wir wollen die Personen, die das Bild zufällig festgehalten hat, kurz skizzieren.

Nr. 1. Die Dame ist sehr überrascht und erfreut, den Reichspräsidenten zu sehen. Das Auge blickt gespannt von unten nach oben, um ja recht deutlich den Eindruck aufzunehmen.

Nr. 2. Der Herr steht ganz frei und freudig da, er hat den Hut in der Hand und das Gesicht offen und begeistert dem Reichspräsidenten gerade zugewandt, die Mundwinkel gehen freundlich hoch, das Auge zeigt Liebe und Sympathie, – ein freies Wollen liegt im Gesicht und der klaren Stirn.

Nr. 3. Dieser ältere einfache Mann tritt bescheiden zurück. Sein Leben war harte Arbeit. Im Gesicht und dem hohen Oberhaupt liegt Ergebenheit und Ehrfurcht vor dem Reichspräsidenten.

Nr. 4. Der Reichspräsident ist voller Wohlwollen in der Gesinnung, das liegt deutlich im Gesichtsausdruck, daher senkt sich auch das Haupt, – er grüßt, – und schreitet, als ob er noch jung an Jahren wäre, kraftvoll aus.

DgM 003 Hindenburg Gruppe Wahllokal

Nr. 5. Eine Dame mit bescheidenem und freundlichem Gesichtsausdruck. Es liegt viel Empfinden in diesem Gesicht und in der langen geraden Nase kommt Klugheit, Erfahrung und Selbstbeherrschung zum Ausdruck. (Man sollte die feinempfindende Frau vielmehr wie bisher im öffentlichen Leben mitwirken lassen.)

Nr. 6. Hier liegt Würde und hoher Stand im Ausdruck, daher ist auch die Haltung des Kopfes entgegengesetzt wie beim Reichspräsidenten, sodaß die Energie in die Achse vom Kinn zum Hinterhaupt verlegt ist.

Nr. 7. Hier erkennt man ein sehr schönes, fast klassisches Profil. Es ist das ideal betonte Bewegungs-Naturell. Das Gesicht ist ernst und zeigt viel Geneigtheit, als stimme die Person dem Reichspräsidenten in Gedanken wohlwollend zu.

Nr. 8. Das Gesicht und die Haltung ist wundervoll charakteristisch. Eine große momentane Gutheit und Herzlichkeit liegt im Gesicht. Er grüßt militärisch und um den Mund liegt der süße Ausdruck, wie man ihn bei guten und warmen, freundlich zugeneigten inneren Gedanken und Gefühlen findet.

Nr. 9. Der Herr schaut anders wohin. Er hat die Hand in der Tasche, den Hut auf und den Mund reserviert geschlossen. Er ist in Gedanken mit sich selbst und seinen persönlichen Vorhaben beschäftigt.

So zeigt uns diese ungezwungene Gruppe in lebendiger Sprache der Formen, des Ausdrucks und der Bewegungen einen freundlichen, friedlichen und schönen Moment im Leben des Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident mit seinen Enkelkindern Hubertus, Gertrud und Helga.

Man sagt, das Alter wird erst glücklich, wenn Kinder den Sonnenschein hinein bringen.

Das trifft auch hier zu. Denn die Sonne des Glücks und der Freude liegt über dem ganzen Gesicht des Reichspräsidenten. Was wäre sein Alter ohne diese Kinder? Nun versteht man auch den weichen Ausdruck im mittleren Gesicht Hindenburgs, – wo das ganze innere Gefühls- und Mittelhirnleben sich spiegelt, worauf eingangs aufmerksam gemacht wurde. Alles Unfrohe ist aus seinem Gesicht gewichen, der Mund ist freundlich und das Auge glücklich beobachtend. (Möchte das deutsche Volk sich mehr seiner Kinder annehmen, denn viele müssen heute sehr leiden – und doch liegt in ihnen unser ganzes Glück und unsere Zukunft.)

Die Dame ganz links der Gruppe hat an der Stirn die Aufmerksamkeitsfalten. Sie hat etwas beobachtet, zeigt mit dem Finger in dieser Richtung, macht darauf aufmerksam und ist besorgt fragend, kritisch.

Der kleine Hubertus aber an ihrer Hand ist sehr gespannt und will das Neue, das da ist, sehen. Er hat ein liebes weiches Kindergesicht, ein hohes volles Oberhaupt und ein gut geformtes Ohr, das auf innere Seelenharmonie deutet.

Das dahinter stehende Mädchen hat den langen Scheitel und ein starkes hinteres Oberhaupt, sie ist schon selbstbewußt, – hat Kraft und Geschick in Füßen und Beinen. Der Ohrrand zeigt, daß sie stark aus sich herausgehen kann und daher ist viel Liebe und auch Strenge zu ihrer Erziehung nötig.

Das liebe Mädchen im Vordergrund ist im Unklaren über das, was es sieht. Sie hat ein weiches Gemüt, den Ausdruck des sehr glücklichen Kindes und ein tiefes Gemütsleben.

Es ist eine sehr schöne lebendige Gruppe, die aber erst deutlich förmlich zu sprechen anfängt, wenn man den Geist der Formen psycho-physiognomisch erfaßt.

Möge dem Reichspräsidenten das Kinderglück immer neue Kraft zu seiner schweren Aufgabe verleihen – wir aber haben ihn auf Grund der Formensprache der Natur, wenn auch nur kurz, so doch gerecht nach unserem besten Wissen gewürdigt.

Ein Beitrag zu dem aktuellen Problem der „Höhenstrahlen“.

Der kürzlich ausgeführte zweite Stratosphärenflug Prof. Piccards soll weitere Ereignisse zeitigen über die von der jüngsten Wissenschaft entdeckten  sogenannten „Höhenstrahlen“, die aus unbekannten Fernen des Weltalls auf unsere Erde gelangen.

Diese Höhenstrahlen sind als äußerst kurzwellige Strahlen mit so starker Durchdringungskraft nachgewiesen, daß selbst Bleiplatten von 180 cm Dicke ihnen kein Hindernis bieten. Sie sollen, wenn es gelingt, sie in der ursprünglichen, in großen Höhen festgestellten Kurzwelligkeit aufzufangen, organisches Leben augenblicklich zerstören.

Die Kleinstteile unserer Atmosphäre bieten diesen Strahlen Hindernisse, sodaß ihre schädliche Wirkung, bis sie auf die Erde kommen, stark abgeschwächt, ja beseitigt ist. Die Gelehrten sind heute der Ansicht, daß unsere Lufthülle uns diesen Schutz vermittelt.

DGM 003 Magnetstab

Abbild 1 Magnetstab mit Kraftlinien

Allen Physikern ist bekannt, daß ein Mangel, ob Stab- oder Hufeisenmagnet, (siehe Abbild 1) sich mit magnetischen Kraftlinien umgibt, die am Nordpol ausströmen und am Südpol aufgesaugt werden.

Unsere Erde müssen wir, nach allen bekannten Tatsachen, als einen Magneten riesiger Dimensionen ansehen. Selbstverständlich umgibt auch dieser unser Erdmagnet sich mit magnetischen Kraftspannungslinien, die am Nordpol ausstrahlen, die Erde umkreisen, um am Südpol wieder aufgesaugt zu werden. (Siehe Abbild 2. Die beiden Zeichnungen sind dem Hauptwerk entnommen.)

DGM 003 KRO

Abbild 2 (Aus Carl Huters Kraftrichtungs- und Entwicklungsordnung)

Der 1912 verstorbene Natur- und Lebensforscher Carl Huter maß diesen die Erde umgebenden magnetischen Kraftspannungslinien die größte Bedeutung zu. Er lehrte, daß erst in ihrem Schutze auf unserer Mutter Erde sich organisches Leben entfalten könne.

1. Halten diese sehr starken Kraftspannungslinien, die von den Weltkörpern wie von jeder Materie ausstrahlenden harten, teils lebensfeindlichen Elementarstrahlen ab, lenken sie ab, schwächen diese, sodaß sie nicht unmittelbar auf die Erdoberfläche gelangen können.

2. Halten diese magnetischen Kraftspannungslinien die Luftschicht der Erde zusammen, sodaß diese uns nicht ins Weltall entfliehen oder von andern Himmelskörpern durch deren stärkere magnetische Anziehung abgesaugt werden kann.

3. Diese magnetischen Kraftspannungslinien geben uns also Schutz und sind für uns von ungeheurer Bedeutung. Sie hindern uns aber wahrscheinlich auch, über eine gewisse Entfernung von der Erdoberfläche hinaus ins Weltall vorzu dringen.

In dem magnetischen Feld, das den Magneten „Erde“ umgibt, ist unsere Atmosphäre, die Luft, unser Lebensodem, eingeschlossen. Nicht nur unsere Erde hat diesen Dunstkreis, sondern, da jeder materielle Körper einen gewissen Magnetismus (Molekularmagnetismus) besitzt, hat auch jeder ein magnetisches Feld, in welchem sein Dunstkreis, sein Fluidum, eingeschlossen ist. Hier berühren sich die vielfach als Mystizismus angesehenen Lehren über das von sensitiven Personen wahrnehmbare Od der Körper und die realsten Tatsachen, welche die neue Astrophysik bestätigt.

Bei Erforschung der sogenannten „Höhenstrahlen“ wäre es aber wichtig festzustellen, ob man es tatsächlich mit Strahlen zu tun hat, die von fernen Weltkörpern zu uns gelangen, oder ob man dabei etwa erst auf die bisher gänzlich unbeachteten, für uns so bedeutungsvollen magnetischen Kraftspannungslinien der Erde gestoßen ist.

Daß mit diesen magnetischen Kraftlinien feinste Stoffteile aus dem Erdinnern, Elektronen oder Protonen, Huter lehrte noch Isionen, ausstrahlen, ist als selbstverständlich anzunehmen, und auch weitere interessante Folgerungen über das Werden und Wandeln der Stoffe und Kräfte und die freie, bewundernswerte Ordnung im All ergeben sich aus uns zugänglichen Beobachtungen.

Der berühmte Stratosphären-Forscher Prof. Piccard.

Bild 1 zeigt Prof. Piccard und Ing. Kipfer in einer Ballon-Werkstatt. Hier ist Prof. Piccard ganz in seinem Element, und er sieht recht zuversichtlich und zufrieden aus. Mit der linken Hand sichert er die Tasche, in der sich jedenfalls die Papiere mit den wichtigen Berechnungen befinden.

DGM 003 Piccard Gruppe

Prof. Piccard fällt durch den Hochwuchs seiner Gestalt auf, – es ist das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell. – die Arme und Beine sind lang, kein dicker Leibumfang beschwert ihn, im Gegenteil, er ist schlank und leicht gebaut. Man könnte denken, wie zum Fliegen geschaffen, auch kann er leicht in das kleine Loch der Gondel hineinschlüpfen.

Allerdings bringt die große Gestalt auch Nachteile, er stößt leichter in der Gondel an, dagegen hat er sich aber in der Gestalt eines gepolsterten Korbes, der auf den Kopf gestülpt wird, eine sinnreiche Vorrichtung geschaffen. Er litt auch in der großen Höhe sehr unter der Kälte von 20 Grad unter Null. Besonders die Füße froren stark. Das ist auch kein Wunder, denn bei einer so großen schlanken Gestalt ist der Blutumlauf in den äußersten Gliedmaßen leicht behindert und diese Teile der Abkühlung übermäßig ausgesetzt.

Erst in der Bewegung, die Prof. Piccard ebenso nötig hat wie seine Studierfähigkeit, – die Anlage zu letzterer erkennt man an dem sehr hohen, großen und breiten Schädelbau, – gleicht sich dann der Blutumlauf schnell wieder wohltätig aus.

Vielleicht hat Prof. Piccard überhaupt wohl entsprechend seiner Anlage, für seine langen schlanken Glieder zu wenig Bewegungstätigkeit gehabt, denn der Mundausdruck ist gar nicht so freundlich zu nennen.

Sehr auffallend ist bei dem Gelehrten das, wie gesagt, große Gehirn mit dem durchgeistigten schmalen Gesicht. Man könnte die Kopfform, oben breit und unten schmal, tatsächlich mit der Form eines Ballons vergleichen.

Der untere Seitenkopf, wo die Sorge für das Wohl und den materiellen Besitzstand der eigenen Person liegt, ist im Verhältnis zu der Höhe des Kopfes schwach. – das findet man oft bei Gelehrten.

Aber der  Ideenreichtum und das hohe Idealstreben, das Opfern für Ideale, das ist außerordentlich stark, das lehrt das hohe und breite Oberhaupt.

Bei beiden Personen, Prof. Piccard und Ing. Kipfer ist das Oberhaupt hoch und dort sehr breit, wo der Begeisterungs- und Fortschrittssinn liegt, (siehe den kleinen Pfeilstrich bei Ing. Kipfer) und im unteren Teil, wo der Selbstschutz liegt, schwach.

Bei beiden ist auch der Unterkieferbogen lang, ein Zeichen der starken Aus- und Durchführungskraft.

Bei Prof. Piccard liegt Feinheit in der dünnen, nervenreichen und doch gespannten Haut, dem breiten Hirnbau mit dem weichen, vollgelockten, dünnen Haar.

Die mageren Wangen erklären sich durch die Naturellanlage, dann aber auch dadurch, daß das große Gehirn – der Geist, der Ideenreichtum – die Reservekräfte des Körpers stark in Anspruch nimmt.

Das Gruppenbild 2 zeigt Prof. Piccard in Paris ankommend, nachdem ihm auch der zweite Höhenflug geglückt war.

DGM 003 Piccard Gruppe

Die Situation, in der er sich hier befindet, behagt ihm durchaus nicht, er macht eine ganz sauersüße Miene, in die sich noch ein bitterböser Ausdruck mischt. Man kann das auch verstehen, er, der ernste Gelehrte, umgeben von so vielen neugierigen Menschen und photographischen Apparaten, soll jetzt in das Mikrophon hineinsprechen. – wo er an ganz andere Dinge denken will, die weit ab liegen, in der Stratosphäre, allwo auch die obersten Haarenden hinzuweben scheinen.

Für dieses momentane Unbehagen des Gelehrten hat aber wohl die jugendliche Dame rechts von ihm nicht das Verständnis, denn sie lacht mit dem ganzen Gesicht und hell heraus.

Man sehe sich doch den Gegensatz dieser beiden Gesichter an, bei Prof. Piccard lieg sozusagen die ernste Wissenschaft, und bei der Dame tritt so recht die frohe Lebenswirklichkeit der weiblichen Psyche hervor und der wissenschaftliche Ernst der Situation ist Nebensache.

Interessant ist auch der Herr, der hinter beiden Personen steht, er hat das wohlgenährte volle Gesicht, und die angenehmen leiblichen Gefühle zeigt der zu etwas zwar sarkastischem Lachen verzogene Mund.

Bei diesem Herrn sind die Anlagen gerade umgekehrt wie bei Prof. Piccard. Letzterer hat im Gesicht oberhalb der Augen die größte Formmasse liegen und jener Herr unterhalb der Augen, es ist das lebenspraktische, geschäftstüchtige Ernährungs- und Bewegungs-Naturell.

Bei seinen wissenschaftlichen Forschungen wendet sich Prof. Piccard ab von der praktischen Lebenswirklichkeit, darauf deutet der hochstrebende Gerhirnbau; seine Gedanken sind anderswo, dort, wo sie gerne verweilen. Daher gibt er auch auf das Äußere seiner Erscheinung wenig, die Brille ist wie die Gesichtsmimik ganz verschoben, der Rockkragen ist noch halb hochgeschlagen – kurz, es zeigt sich hier bei Piccard die bekannte Tatsache, daß der Gelehrte, tief in Gedanken, mit seinen Problemen beschäftigt, leicht die Umwelt und sich selbst zu wenig beachtet.

Prof. Piccard soll wahrscheinlich vor dem Mikrophon über seinen Höhenflug berichten. Er muß sich von der Außenwelt stark abkonzentrieren, um in seinen Gedankengängen nicht gestört zu werden. Daher schließt er die Augen, und das Konzentrationszentrum am Stirnnasenübergang zeigt deutlich die starke Anspannung.

Die übrigen Personen der Gruppe suche der Leser selbst zu beurteilen, es ließe sich noch Interessantes sagen.

Soviel vermag aber sicher der natürliche Beobachter zu erkennen: Prof. Piccard befindet sich hier in einer Situation, die nicht sein eigentliches Element ist und die ihn weniger geneigt macht.

Kontraste Menschlicher Naturen.

 

I. Irrwahn und Verbrechen. Der Fall Gorguloff.

Bild 1 ist eine Aufnahme des Mörders Gorguloff, kurz nachdem er den Präsidenten der französischen Republik erschossen hatte.

DGM 003 Mörder Gorguloff

Die dunklen Flecken im Gesicht rühren von Verletzungen her, die ihm nach seiner irrsinnigen Tat von aufgebrachten Anwesenden zugefügt worden waren.

Schon in der Juni-Nummer des „Sehers“, haben wir sofort nach dem Erscheinen des obigen Bildes darauf hingewiesen, daß der Attentäter die Merkmale des Wahnsinnes und der Verbrecheranlage deutlich im Gesichte trägt.

Der Mörder wurde aber seitens der französischen Behörden nicht für geisteskrank gehalten, sondern angeklagt und als voll verantwortlich zum Tode verurteilt.

Später berichteten die Blätter, daß bei ihm der volle religiöse Wahnsinn ausgebrochen ist. Er predigte den Gefängniswärtern, den Spinnen an der Wand und den Vögeln vor dem Gitterfenster, daß er der „neue Heiland“ sei.

(Er ist inzwischen hingerichtet, und die Umstände, die sich dabei abspielten, scheinen zu bestätigen, daß es sich um einen Irren handelte.)

Es ist nun zweifellos wichtig, die Merkmale an dem Bild zu zeigen, aus denen seinerzeit auf den Wahnsinn des Attentäters geschlossen wurde.

DGM 003 Mörder Gorguloff

1. Normalerweise müßte der Mörder infolge der erheblichen Verletzungen Schmerz empfinden und diesen im Ausdruck kundgeben. Das ist aber nicht der Fall, sondern um den schief liegenden Mund spielt ein irres, kaltes und grausames Lachen, das eine innere Befriedigung und ein gehobenes Gefühl widerspiegelt.

2. Die Kopfhaltung geht nach oben, himmelwärts, als erwarte er von dort Lob und Lohn für seine Tat.

3. Entsprechend ist auch der Augapfel nach oben gerichtet. Dieses ist der verzückte, irre Blick, der auf wahnsinnige Ideen schließen läßt.

4. Die Stirn macht einen kalten und kranken Eindruck, der durch das wirr liegende Haar verstärkt wird. Diese Merkmale zusammen betrachtet geben sicheren Aufschluß darüber, daß das Gehirn erkrankt ist.

DGM 003 Opfer Paul Doumer

Der Präsident Doumer war ein durchaus guter und harmonischer Mensch. Es lag absolut nichts gegen ihn vor, was eine normale Person hätte auf den Gedanken bringen können, durch den Tod dieses Präsidenten die Welt irgendwie vor einem Übel zu erlösen.

Das Unlogische seiner Tat kommt dem Mörder Gorguloff ebensowenig zum Bewußtein wie der Schmerz der ihm zugefügten Verletzungen. Er schwebt in irrer Verzückung, daher der in sich konzentrierte, furchtbare Gesichtsausdruck, die Freude des Irren, der gegenüber den Tatsachen der Umwelt blind ist, für den nur seine irre Ideenwelt existiert.

Ein solcher Mensch gehört in eine Irrenanstalt, man muß sich wundern, daß man ihn ernst nahm und aburteilte!

Es fehlt ebenan allen Ecken und Enden in unserm privaten und öffentlichen Leben an Menschenkenntnis.

Außer diesen untrüglichen Zeichen des Irrsinns zeigt aber das Gesicht des Gorguloff auch noch schwere Verbrechermerkmale, die nach der Psycho-Physiognomik genügen, um einem solchen Menschen von vornherein nicht die volle Freiheit zu lassen.

1. Man betrachte die harte, brutale Spannung in dem schwer-breiten  Unterkiefer, den schiefen Mund mit den schiefen Zähnen und dem großen Oberkiefer, die Gesichtssymmetrie und die breiten Hochbeine, um zu erkennen, daß hier eine schwere angeborene Disharmonie vorherrscht.

Gorguloff, ein russischer Arzt, soll schon im Weltkrieg russische Soldaten grausam geqüält haben.

2. Die Gesichts- und Kopfumrahmung ist fast viereckig. Gerade französische Kriminal-Forscher haben festgestellt, daß die meisten Mörder diese Eigentümlichkeit aufweisen.

Die Breite des Kopfes in der Achse von Ohr zu Ohr ist abnorm. Wer diese Lehre kennt, weiß, daß auf Grund der Kraftrichtungsordnung in den Breitenformen des Kopfes vornehmlich die elektrische Energie wirkt, die den Charakter der Verneinung und Zerstörung trägt.

3. Außerdem sind die tiefsitzenden Ohren von schwerem, hartem Formcharakter und infolge der starken elektrischen Energie im Mittelhirn quer vom Kopfe abstehend. Der Kopf selbst sitzt auf dem Hals ähnlich so steif wie ein Hammer auf dem Stiel.

Diese Hinweise mögen genügen, um dem Leser zu zeigen, daß wir es hier mit einem irren, schwer verbrecherisch veranlagten Menschen zu tun haben.

Man wundert sich nur, daß dieser Gorguloff zu der Veranstaltung der Schriftsteller, die der Präsident besuchte, eine Einlaßkarte erhielt. Man hatte sich auch hier, wie so oft, wohl durch den Dr.-Titel und ein elegantes Auftreten täuschen lassen.

Solange keine Menschenkenntnis herrscht und schwere Verbrechernaturen, halbirre und irre Menschen nicht früh genug erkannt werden und volle Freiheit genießen, darf man sich über solche Geschehnisse nicht wundern. Schwere Verbrechernaturen sollen frühzeitig erkannt werden, kein Wahlrecht haben, und sie sollten zu ihrem eigenen und der Mitmenschen Wohl in Gewahrsam genommen werden. Das allein sollte uns schon der Fall Gorguloff lehren.

II. Eine religiöse Frau mit hochgerichtetem Blick.

Noch mit der Abfassung dieser Arbeit beschäftigt, erreicht uns ein Brief von Frau Frieda H. aus Leipzig.

Dem Brief lag das hier wiedergegebene Bildnis bei.

Frau H. hatte ein Buch Huters gelesen, „Die innere Erschließung einer höheren geistigen Welt auf Grund eigener Erlebnisse.“

Anmerkung Timm: Diesbezüglich vollständige digitale Wiedergabe: http://www.chza.de.

In diesem Buch sind ausschließlich okkulte Erlebnisse Huters wiedergegeben, die man in der Hauptsache weniger mit dem objektiven Verstand als vielmehr mit dem innern Gefühl, ihrem wahren Wesen nach erfassen kann. (Gefühl und Verstand weisen auf zwei grundverschiedene Wege in der Wahrheitsforschung, beide haben ihre Berechtigung.)

Frau H. schreibt nun folgendes: „Ich habe das Buch mit Ehrfurcht durchgelesen und wieder durchgelesen und werde es immer wieder durchlesen. Es ist eine Heiligkeit in dem Buche, daß man nur den einen Wunsch hat, sich zu veredeln.

Es ist nun hochinteressant zu fragen, wie kommt Frau H. zu diesem ihrem Urteil und Vorsatz?

Die Antwort ist folgende: (Man betrachte das Bildnis.) Die obere Stirn der Frau H. ist wie der Kopfbau in seinem oberen Teil mächtig ausgewölbt, hoch, breit und plastisch.

DGM 003 Bild Talent für Okkult

Wenn man nun weiß, daß hier im Oberhaupt und in der Oberstirn die Organe für das ethische und religiöse Innenleben liegen, für das tiefste innerste Gefühlsleben, so liegt es auf der Hand, da ja auf Grund der Formen Frau H. in diesen Dingen ein Talent zu nennen ist, daß sie den okkulten Inhalt der Schrift außerordentlich lebhaft und wahr erfaßte und daraus das Streben ableitete, sich zu veredeln.

Wenn ein Mensch für irgendein Gebiet eine sehr gute Veranlagung hat, wie z.B. Frau H. für das Religiöse, Ethische und Okkulte, so braucht es nur eines Anstoßes um das Interesse wachzurufen, auch wenn die Sache ganz neu ist und schwer zu verstehen. Das Talent hilft sich dann von selbst weiter, muß aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

An dem Bilde der Frau H. ist nun weiterhin zu beachten, daß sie ein weiches, eindrucksvolles Gewebe hat, sowie eine weiche anliegende Ohrform. Diese Weichheit macht sie ebenfalls für alle Gefühlseindrücke sehr empfänglich.

Was sie schrieb, ist daher ihre tiefste innerste Überzeugung, für die sie in dem Brief eintritt. So ist zu verstehen, wie die Handlungen des Menschen aus seiner Veranlagung entspringen und den Einflüssen der Umwelt (das Buch hat hier stärkste Wirkung ausgelöst) mit unterliegen.

Was uns aber noch ganz besonders an dieser Frau interessiert, (da wir durch das Bild Gorguloffs zu dem Vergleich angeregt wurden) das ist der hochstehende Augapfel und der in die Ferne gerichtete Blick.

Zu dieser Augenstellung und Blickrichtung ist ja eigentlich während des Photographierens gar kein Anlaß vorhanden. Wie ist nun diese Besonderheit zu verstehen?

DGM 003 Bild Talent für Okkult

Die Antwort ist folgende: Nach dem Teil des Gehirns, wo das Blut mit Hochdruck pulsiert, wo die Gedankenbilder entstehen, die den Menschen momentan beschäftigen, richtet sich das Auge. Es besteht ein vollendeter Gleichlauf zwischen Gehirntätigkeit und Augenausdruck. (Daher gibt es eine Augensprache und ein Gedankenlesen auf wissenschaftlicher Grundlage.)

Das Gehirn arbeitet bei Frau H. im obersten Teil mit solcher Kraft, daß sich selbst in einem Augenblick der Ruhe, wie ihn die Vorbereitung auf das Photographieren ergibt, das Auge nach dorthin einstellt.

Der Vergleich dieser beiden Bilder zeigt uns, daß bei

dem Mörder Gorguloff. –

Der ja ebenfalls das hochgerichtete Auge hat, und zwar in einem ganz kritischen Moment, der absolut keinen Anlaß dazu gibt, – die Wahnidee Fuß gefaßt hat, was ja auch an dem zum Auge in Kontrast stehenden Ausdruck des Mundes kontrolliert werden kann.

DGM 003 Mörder GorguloffDGM 003 Bild Talent für Okkult

Bei Frau H. aber zeigen die Züge des Gesichts, zeigt der Ausdruck des Mundes dieselbe ernste, ruhige Innerlichkeit und Zuversicht wie das Auge. Daher ist dieser zwanglose Ausdruck der natürliche, echte und gesunde; bei dem Gorguloff aber ist er ein Merkmal der Wahnidee, verbrecherischen Anlage und Gehirnbelastung.

Lebensstudie.

Vervollkommnung durch geistige Erkenntnis.

Der Leser betrachte die vier Bilder der Herrn Karl B. aus Hamburg, der vor längerer Zeit darum gebeten, gerade jetzt dieselben einsandte.

Bild 1 stellt ihn während seiner militärischen Dienstjahre dar, etwa um das Jahr 1910. Man kann wirklich nicht sagen, daß es einen glücklichen, oder sonst irgendwie idealen Eindruck des Menschen macht, der geistig auf einem höheren Niveau steht.

DGM 003 Huterfreund Jung

Im Gegenteil, es ist alltäglich real und im Gesicht liegt der Ausdruck eines herben Pessimisten.

Die Lippen sind gepreßt und die Mundwinkel hart nach unten gezogen, als wolle der junge Mann sagen: „Obwohl es mir schwer fällt, ich muß hart sein und darf kein Gefühl haben“.

Der allem Wind und Wetter ausgesetzte Hals ist infolge harter körperlicher Überanstrengung nach beiden Seiten hin ziemlich stark überformt. Die Tätigkeit, die er ausübt, entspricht nicht seiner Empfindungsanlage. Die Nase ist hart nach unten gebogen, jede Verfeinerung und alles Ideale und edel Männliche ist unterdrückt.

Auch mit Bild 2, das denselben Herrn etwa 12 Jahre später zeigt, ist nicht viel gewonnen. Er sieht ziemlich alltäglich aus, er ist zwar älter geworden und manches hat sich geändert, aber geistig an Leib und Seele höher gekommen ist er nicht.

DgM 003 Huterfreund Bild 2

Er ist unzufrieden, mißtrauisch, verbittert, geistig negativ, geht in den kleinlichsten Dingen des Alltags auf, obwohl er sich das Leben noch anders gedacht hatte. Man beachte den lebensunfrohen und unfreundlichen Ausdruck an Augen, Nase und Mund.

Allmählich setzt kurz nach der Aufnahme dieser Bilder

eine starke Veränderung

An Leib, Seele und Geist ein, denn Herr B. lernt diese Psycho-Physiognomik Carl Huters kennen. Er beschäftigt sich eifrig damit, kommt der Wahrheit immer mehr auf den Grund, er wird froh und zufrieden, die glücklichste Veränderung geht innerlich und äußerlich mit ihm vor.

Das erkennt der Leser an den Bildern 3 und 4. Diese sind erst kürzlich aufgenommen. Also wiederum etwa 10 Jahre später.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Man erkennt ihn kaum wieder. Ein großes Ideal und eine tiefe Wahrheitserkenntnis hat den Menschen gehoben, ihm eine glückliche und lebensbejahende Weltanschauung und Charakterrichtung gegeben.

Alle Formen sind stark von Geist und Leben durchstrahlt, sie sind aber auch verfeinert, und ein inneres, wirkliches Glück strahlt auf dem Gesicht.

Man betrachte die feine Linie des Mundes. Sonnig-heiter spielt es um die freundlich hochgehenden Mundwinkel.

Markant durchformt sind die Gesichtszüge hervorgehoben, das Auge drängt lebhaft, geistig klar sehend und gut wollend hervor.

Selbst das Haar nimmt an dem glücklichen Innenleben teil, es ist gleichwie bei einem innerlich freundlich sich abspielenden Menschenleben schön gehoben und gewellt. Das Ohr zeigt inneren Seelenadel und freudige Hilfsbereitschaft.

Diese Umwandlung lieber Leser, ist in wenigen Jahren erfolgt. Dabei hat Herr B. nicht etwas weniger Lebenskampf gehabt, im Gegenteil, er muß sich wie jeder werktätige Mensch um sein tägliches Brot kümmern und in seinen freien Stunden gibt er noch Unterricht in dieser Lehre.

Aber er überwindet den Lebenskampf leichter mit Hilfe der Menschenkenntnis, er weiß, warum die Verhältnisse so und nicht anders sind, er findet sich eher im Leben zurecht und hat dabei das große, geistige Innenglück, das die Wahrheitserkenntnis gibt.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Das muß fürwahr eine gute Lehre sein, die solch günstige Veränderung an Körper, Aug´ und Angesicht in verhältnismäßig kurzer Zeit hervorzubringen imstande ist.

Man sieht, wie der Geist die Form verändert.

Dafür geben diese vier Bilder jedem ein überzeugendes Beispiel.

DGM 003 Huterfreund JungDgM 003 Huterfreund Bild 2 DgM 003 Huterfreund Veredelt

Sie geben auch gleichsam ein Bild der von uns erstrebten Lebensführung.

Wenn Hitler z.B. kundgab: „Das deutsche Volk muß gehärtet werden“, so sagen wir, das deutsche Volk soll im Sehen und Erkennen erst einmal geschult werden, um zu tiefer lebendiger Wahrheitserkenntnis zu gelangen, sich dann durch Lebensweisheit und Menschenkenntnis bessere Lebensbedingungen schaffen, gesund, froh, glücklich und geistig stark werden und lebenstüchtige, edle und gesunde Nachkommen haben.“

Den Beweis aber, daß diese Lehre auch geistig frei machen kann, über alle Dogmen und Suggestionen hinweg einem Menschen innerliche Festigkeit, Ruhe und Frieden zu verleihen vermag, zu größter geistiger Regsamkeit und Anspannung führen kann, hat der Leser, wenn er an Bild 4 die Stirn betrachtet, die allseitige Strahlung und Spannung, die hier liegt, und auch den Blick auf dem Seitenhaupt ruhen läßt.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Die Stirn zeigt das geistige Wachstum. Man überzeuge sich, die Form und Lebhaftigkeit derselben bei Herrn B. bringt Kraft und Fülle, etwas Schnittiges und doch dabei menschlich Hoheitsvolles und Gutes zum Ausdruck.

Wenn man das Huterbild am Kopfe dieser Zeitung auf sich wirken läßt, so hat man den Eindruck des Erhabenen, aller Alltag des Lebens entschwindet.

DgM 003 Huter

Fragt man aber: Wer war Carl Huter? so lautet die Antwort: Ein einfacher deutscher Mann, der durch Fleiß und gute Begabung mehr Wahrheiten fand als andere vor ihm.

Der Menschenkenner ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg. Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M.1. – und 20 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm


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