Schlagwort: Schönheit

Juni 1941 Letzte Ausgabe von „DgM“ 101. Juni 1991 Akademische Publikation zur Selbstverantwortung by Wolfgang Timm

20121230-224842.jpg Es folgte auf persönliche Anordnung vom damaligen
Reichslügenminister Goebbels die TOTALE VERNICHTUNG ALLER HUTER-WERKE im damaligen Nazi-Deutschland. Rettung jedoch über die Schweiz. Herausgeber von Der gute Menschenkenner, Amandus Kupfer, 1879-1952, entkam zum Ende des Krieges einem Verhaftungsbefehl mit KZ-Einlieferung, aufgrund von Glück und den damaligen Wirren
Frühjahr / Sommer 1945.

Neuherausgeber Diplom Psychologe Wolfgang Timm, Kreator von Gesamtschau-Digital: Carl Huter’s Original-Menschenkenntnis & Ethische Schönheitslehre.

Abschluss von DgM-Digital aller 101 großformatigen Zeitungsausgaben am 5. Februar 2010.

PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS,ZÜRICH, & CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV, HUSUM, KOOPERIEREN.

ZUR PERSON WOLFGANG TIMM, Neuherausgeber-Digital „DgM“:

DIPLOM 1990
UNIVERSITÄT HEIDELBERG. AKADEMISCHE PUBLIKATION JUNI 1991 HÖRPÄD,
HEIDELBERG.

1941 NAZI-VERBOT und Totalvernichtung aller Werke von CARL HUTER (1861-1912).

Genau 50 Jahre später, Akademische Publikation, Juni 1991, Heidelberg.

Februar 1995 Erwachen – aus der Matrix des Kollektivs. WISSENSCHAFTLER FU Berlin, Uni Flensburg.

DIPLOM PSYCHOLOGE, Reha-KLINIKEN.

2004 KREATION+PUBLIKATION GESAMTSCHAU-DIGITAL: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS& KALLISOPHIE. http://www.chza.de

Seit Oktober 2007 Kooperation CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV, CHZA, Husum, und PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS, Zürich.

Oktober 2005 VERTRIEB-DIGITAL (9 DVDs) 101 Ausgaben & Der gute Menschenkenner 1932-1941.

Kooperation CHZA & AU1979verus, WOLFGANG TIMM &;
ALEXANDER ALTHOVEN, 2009-2011.

Hauptsponsor Carl-Huter-Zentral-Archiv, http://www.chza.de: Mr. JingJing Zhu, Shanghai.

INHABER CHZA Herr JingJing ZHU, Kommissarischer Geschäftsführer CHZA ist
Medical-Manager Wolfgang Timm.

In der Jubilaeumsausgabe zum 150. Geburtstag vom Privatgelehrten CARL HUTER am 9. Oktober 2011, der Fachzeitschrift PHYSIOGNOMISCHE PSYCHOLOGIE, Oktober 2011, Nr. 72,
der PHYSIOGNOMISCHEN GESELLSCHAFT SCHWEIZ wurde die vom Autor
Medical-Manager Wolfgang Timm Ende Neunziger Jahre erstellte „LISTE DER PRIMAERLITERATUR VON CARL HUTER VON 1893 BIS 1952“ publiziert.

EDITED BY WOLFGANG TIMM, CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV. http://www.chza.de
!

20121230-231118.jpg

20121230-231339.jpg

20130101-143332.jpg

20130101-143417.jpg

20130101-143509.jpg

20130101-152424.jpg

20130101-152344.jpg

20130110-151933.jpg

20130110-152405.jpg

20130110-152524.jpg

2012 in review Helioda1’s Weblog RÜCKSCHAU – Statistik

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 15.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 3 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

20121230-230354.jpg

20121230-231512.jpg

20121230-231538.jpg

DgM 051

Der gute Menschenkenner 051 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

pgs-link-wwwchzade-redm.jpg 

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

 dgm59dgm_1937.jpg

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        

 

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© April 1937, Nr. 51

dgm051-titel_2

DIE GROSSEN

FRAUEN

dgm051-titel-b_2

An den großen, charaktervollen, idealen Frauennaturen sind die großen Männer und Völker emporgewachsen, an den charakterlosen, lieblosen, sittenlosen zugrunde gegangen.

dgm051-mellerke-ot_2

Unser Zeichner Erich Mellerke bei der Arbeit.

 

Es kann wohl keine schönere Aufgabe geben, als das Leben großer Frauen zu schildern und zu würdigen.

Wir lernen sie aber erst so recht verstehen, wenn das Bildnis vor uns liegt und die psycho-physiognomische Kunst der Menschenkenntnis dabei in Betracht gezogen wird.

Das soll hier geschehen. –

Daß es nun gerade Schweizer Frauen sind, die wir heute würdigen wollen, liegt nicht etwa daran, daß vielleicht andere Länder weniger große Frauen hatten, nein – das ist es nicht, sie sind überall vorhanden und oft gerade da, in kleinen Alltag des Lebens, wo wir sie am wenigsten vermuten.

Gerade die Schweiz, dieses schöne Land mit seinen urwüchsigen Bewohnern, und besonders die deutschsprachige Schweiz ist uns stamm- und artverwandt, und von jeher hat besonders zwischen Baden- und Würtemberg diesseits und den Schweizer Kantonen jenseits des Rheines ein reger Verkehr stattgefunden.

Wer wie ich im Laufe der letzten Jahrzehnte so viel Gutes durch die Schweiz erfahren hat und die Schweizer Gastfreundschaft kennenlernte, der kann gar nicht anders, als die Schweiz und die guten Schweizer Leute hochachten und wertschätzen.

schweiz-helioda-freunde

Vereinsgründung „Helioda“ in der Schweiz 1934  (Hinzugefügt)

 

Mit Staunen und Verwunderung haben viele Schweizer unsere Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] kennengelernt und sind mit Feuereifer, so recht mit dem urwüchsigen Geist des Schweizer Volkes, dafür eingetreten.

Groß, klar, sonnig und licht wie die Berge und Höhen des Schweizer Landes sind diese neu erkannten ewigen Wahrheiten der Natur, welche die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] erschließt.

Aber ich meine, ich habe das Schweizer Volk doch erst so recht in seinem Kern verstehen können, nachdem ich seine großen, edlen Frauen würdigen und verstehen lernte. Ich glaube, hier liegt ein Kernpunkt seiner Kraft, Treue und Rechtschaffenheit, den man nie übersehen sollte.

Betrachtet man das Leben der großen Schweizer Frau und besonders auch im psycho-physiognomischen Sinne, dann ist das Band zwischen der Tradition und dem Leben und Wirken des Schweizer Volkes gefunden. – Das ist der Sinn der nun folgenden Betrachtungen.

dgm051-frauen-bi1-ot_2

Bild 1. Anna Marty.

Freilich ist ihr Name nur ein Pseudonym, sozusagen ein Gleichnis für viele andere, die unerkannt und unbeachtet ein Heldentum ihres Frauendaseins lebten.

Aber Anna Mary hat wirklich gelebt, sie war freilich nur eine ganz einfache Fabrikarbeiterin, doch nichtsdestoweniger eine edle Frau, eine Heldin in ihrem Wirkungskreis.

Ihre Heimat war an der Grenze der Hochalpen, wo die Natur bereits ihre Bergespracht entfaltet und – im Gegensatz dazu – im Tale die Fabrikschlote der großen Webereien rauchen.

Dort verbrachte Anna Marty ihr Leben. Arm – bitterarm, sah sie ihr Los voraus. Zuerst diente sie mit ganzer Kraft ihren armen Eltern, dann, obwohl sie sah, was kommen würde, nahm sie den Mann ihrer Liebe und diente nun ihm und ihren Kindern.

10-12 Stunden in der Fabrik, weite Wege in Sturm, Wind und Sonnenschein, und in ihrem Häuschen am Berge wartete nun erst recht die Arbeit auf sie.

Nimmermüde trug sie ihr schweres Los, immer gut und hilfsbereit lebte sie ein Leben nicht für sich und nur für andere.

Als dann ihr Mann in den Bergen durch einen Unfall zu Tode kam, da verzagte sie nicht, nahm weiter alle nunmehr vermehrte Arbeit und die liebe Sorge auf sich um ihre Kinder zu rechtschaffenen Menschen zu erziehen.

Obwohl ihr Körper schon ausgemergelt war, ihr die Kraft versagte, sie raffte sich immer wieder auf, um bis zur letzten Stunde zu schaffen, zu arbeiten, Gutes zu tun.

Sie war ein edler Mensch, wie eine Edeltanne auf einsamer stürmischer Höh, fest verwurzelt mit ihrer Heimat, gerade und aufrecht durch das Leben gehend.

Wir betrachten dieses wunderbare, große, willensstarke Auge – wie man es gar oft in der Schweiz findet -, das sowohl tief nach innen aufnimmt, wie auch in die Ferne sieht, charakterfest, klar und rein wie ein Bergkristall.

Man betrachte die unerschütterliche Willenskraft und Pflichterfüllung, die aus dem Auge spricht, man beachte die Charakterfestigkeit, die Selbstbeherrschung und Selbstaufopferung, die Willensfestigkeit, die in der kraftvollen Nasenform und dem Stirnansatz zum Ausdruck kommt.

dgm051-frauen-bi1-mt_2

Man vergißt dabei ganz das einfache Kattunkleid, den abgezehrten Hals, die enge Brust, das Leid und die Entbehrung, die am Mund sich spiegeln, die harte, über ihre Kräfte gehende Arbeit, die das Kinn noch deutet, – man vergißt das alles ganz und glaubt es nicht mehr zu sehen, wenn man dieses herrliche Auge und die gerade Haltung des Kopfes betrachtet.

Anna Marty ist in Wirklichkeit eine königliche Frauennatur, sie liegt im Tat- und Bewegungs-Naturell mit Harmonie und Idealität.

Das ist des Rätsels Lösung! Wir wissen nach unserer Psycho-Physiognomik, daß dieses Naturell den höchstwertigsten Menschen eigen ist. Hier sehen wir es vor uns, wie es im Leben gekämpft, gelitten und aufrecht sich durchrungen hat und alle Pflichten auf das beste, nicht für sich, sondern für andere erfüllte!

Das ist es, was wir aus diesem Bildnis lernen wollen, die königliche Natur auch unter den Ärmsten des Volkes von vornherein zu erkennen, um sie dann nach Möglichkeit in einen solchen Wirkungskreis zu bringen, wo sie nicht nur in kleinem und engem Rahmen, sondern darüber hinaus zum größten Nutzen und Segen für die Allgemeinheit vorbildlich wirken kann.

Das ist es, was diese Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] als Weltkulturfaktor erreichen will. –

dgm051-mellerke-mt_2

Unser Zeichner, Herr Mellerke, schrieb: „Wenn man diese Frauenbilder zeichnet, dann merkt man so recht den großen Geist, der daraus spricht!“ Jawohl, wir wollen sie erkennen, die hochwertigen Edelmenschen auch unter den Frauen, und wir wollen sie schätzen als unser kostbarste Gut auf Erden!

 


Bild 2. Frau Katharina Sulzer-Neuffert.

Jetzt sehen wir im Geiste ein frisches Mädchen ihre Heimat im Schwabenland verlassen, wo ihre Eltern gestorben waren und sie nun ganz allein auf sich selbst angewiesen dastand.

Mit frischem Mut und frohem Sinn sehen wir sie über den Bodensee fahren, in die Postkutsche einsteigen in der Richtung nach Winterthur, wo sie ihre Stellung antritt.

Was hatte sie mit diesem Schritt in die Fremde für ein Leben vor sich? – Sie wußte es nicht, aber frisch und froh griff sie die Arbeit an, die sie begleitete, die sich steigerte und sie nicht mehr verließ. Wir wissen es heute, und wir wollen diese tüchtige und gute Frau ehren!

Bald hieß es in Winterthur, die Kathrine ist das sauberste Mädel, und als der Dreher Schaggi Sulzer ihre Hand begehrte, da hatte sie erst so Recht die neue Heimat dort gefunden.

In unentwegter Treue, Arbeit und Mithilfe stand sie ihrem tüchtigen Manne zur Seite, der mit aller Macht und Kraft sein Handwerk vorwärtszubringen strebte. So entstand aus den kleinsten Anfängen unter den größten Schwierigkeiten das heute weltberühmte Eisenwerk Gebr. Sulzer.

Bei aller Tüchtigkeit ihres Mannes und später ihrer Söhne, ist es doch diese hervorragende Frau und Mutter gewesen, die im stillen, immer wieder ausgleichend und versöhnend, den Grundstock für das Gedeihen des großen Werkes gegeben hat.

Wie Vertrauen erweckend, wie gut und lieb ist doch das Gesicht, das dieses Bildnis zeigt!

Es sind die treusorgenden Augen der Gattin und Mutter, die stets nach dem Rechten sehen muß, die stets und zu jeder Zeit hilfsbereit ist, die sparsam, wirtschaftlich, äußerst fleißig und umsichtig ist, die nicht ruhen und rasten darf.

Die Breite des Gesichtes in der Region des unteren Seitenhauptes zeigt die vorzüglichen wirtschaftlichen und ökonomischen Talente und die Breite der Nasenwurzel den außerordentlichen praktischen Sinn.

Dabei ist das Auge ganz warm, gut, weich und freundlich, wie auch das Mittelgesicht und die Züge um Mund und Wangen.

Das starke Kinn und der kräftige Unterkieferbogen zeigen die enorme körperliche Arbeits- und Schaffenskraft, wie auch die Tat- und Ausführungskraft.

Es ist nicht nötig, ihren wohltätigen Sinn hervorzuheben und viele andere Tugenden zu preisen, der Leser erkennt sie aus diesem wacker schaffenden, treuen und guten Angesicht.

So sieht die Frau aus, die mit beiden Füßen fest auf dem Boden des praktischen Lebens stehend, mithilft, daß ein angefangenes Werk blühen und gedeihen kann, die immer wieder im besten Sinne harmonisch ausgleicht als die stetig gute Impulskraft.

Es ist das harmonische Bewegungs- und Ernährungs-Naturell, das praktisch wirtschaftliche, man möchte fast sagen, soweit man davon bei der Frau sprechen kann, das Unternehmertalent.

Es ist im Gegensatz zu Anna Marty ein hochwertiges Naturell mit praktischen wirtschaftlichen Fähigkeiten. Es ist darüber hinaus die treusorgende und liebende Gattin und Mutter, die ihre Liebe und Hilfsbereitschaft auf alle ihre Mitmenschen überträgt.

Man sieht an diesem Bildnis zum zweiten Male, daß man den hochwertigen Menschen erkennen kann und was er nach seiner jeweiligen Naturellanlage zu leisten imstande ist, daß es darum gar kein höheres Gesetz geben kann, als solche Menschen, einerlei, ob es Männer oder Frauen sind, stets richtig zu erkennen und möglichst an einen solchen Platz zu stellen, wo sich ihre Kräfte und Anlagen voll auswirken und entfalten können.

Zum anderen erkennen wir, daß die Naturellanlage eines Menschen sozusagen sein eigenes Grundgesetz ist, in dessen Rahmen er einzig und allein gesund und glücklich sich auszuwirken imstande ist. Wenn dieses Naturgesetz einmal erkannt ist, dann wird die Zeit kommen, wo es in jeglicher Gemeinschaft nur noch gesunde, tat- und schaffensfrohe, glückliche Menschen gibt. Denn Katharina Sulzer ist das lebendige Beispiel dafür. Trotz späterer Krankheit, trotz ihres hohen Alters, sie war ein in sich harmonisch ausgeglichener, guter und glücklicher Mensch – eben, weil sie am rechten Platz stand und sich voll entfalten konnte.

 

dgm051-bild-3-morel-ot

Bild 3. Katharina Morel.

Ja, was diese Frau, ein Luzerner Kind, durchgemacht hat, das ist gar nicht zu glauben, man hat sie daher mit Recht als die tapfere Frau bezeichnet.

Es ist das Geschlechts- und Lebens-Naturell mit Harmonie.

Man betrachte die in älteren Jahren noch plastischen und vollen quellenden Formen, die von einem ungeheuren Vorrat an Kraft, Stoff und Lebensenergie zeugen.

Man betrachte die plastische Stirn, in der ein klarer Verstand wohnt, diese großen, dunklen, klugen Auge und die gerade, Willensstärke zeigende Nasenbildung, es ist die vorzügliche und angeborene praktische Menschenkenntnis, die diese Frau besaß und ohne die sie in ihrem bewegten Leben gar nicht durchgekommen wäre. Es ist die praktische Menschenkenntnis, die nunmehr lehrfähig geworden ist und die sich jeder aneignen kann und sollte.

Daher hat sie ihre Intelligenz und Klugheit so außerordentlich herausgeschult zu einer wirklichen praktischen Welt- und Lebenserkenntnis.

Sie war eine Wirtstochter, und so ist infolge ihrer Anlage gar nicht wunderzunehmen, daß sie schon mit 16 1/2 Jahren heiratete und daß sie dann ihren Manne, dem Sattler Heinrich Peyer vom 2. Schweizer Regiment, als dieser für Napoleon gegen Rußland in den Krieg zog, einfach folgte und mitzog.

Diese tapfere Frau mit ihrem starken Liebessinn konnte nicht anders, sie folgte dem Manne auf Leben und Tod.

Was der Zug nach Rußland bedeutete, braucht nicht gesagt zu werden. Nur 30 Soldaten von dem ganzen Regiment kamen mit ihr und ihrem Manne zurück, ja, ohne sie hätte ihr Mann ganz gewiß die Heimat nicht wieder gesehen.

Aber auch später, als ihren Mann im Bewegungs-Naturell die Ruhelosigkeit wieder gefaßt hatte, – das Bewegungs-Naturell haßt die Ruhe und Bequemlichkeit – ließ sie ihn nicht allein ziehen, sie begleitete ihn.

dgm051-bild-3-morel-mt

In allem bewegten Kriegsleben was sie die überlegene Menschenkennerin und gerade deswegen und aus Anlage die praktische Frau, die unverzagt eine verlorene Existenz nach der andern freudig wieder von neuem aufbaute.

Was kein Oberst des Regiments durchsetzte, das schaffte sie mit ihrer Energie, Klugheit und Menschenkenntnis.

Dabei entwickelte sie die tapfersten Eigenschaften, man betrachte die gespannte Energie an Augen, Stirn, Nase, Kinn, Mund und Haltung. Sie entfaltete Übersicht und Voraussicht.

Was ein Mensch bei solcher Anlage, wenn sie zum Harmonischen geht, dulden, ertragen, leiden und an Freude schaffen kann, darüber gibt dieses Bild Auskunft.

Sie heiratete später nochmals und war Besitzerin des „Schweizer Hofes“ in Luzern.

Im hohen Alter noch ging von ihr eine große moralische Kraft aus. Sie, die den Tod nicht gefürchtet hatte, erwartete ihn, als er sich ihr nahte, ruhig, ohne Ungeduld und ohne Angst. Das war Katharina Morel, die tapfere Frau!

 

dgm051-bild-4-dufour-ot

Bild 4. Anna Josefine Dufour.

Man kann ruhig sagen, es ist das ideale harmonische Naturell. Was das bedeutet, ist unsern Lesern bekannt. Edler Stolz, große Schweizer Vornehmheit, Tüchtigkeit und Idealität zeichneten sie aus.

Dieses Naturell ist materiell, geistig und moralisch zu Hächstleistungen befähigt – und das hat Frau Dufour bewiesen.

Über den Augen prägt sich der Sinn für Schönheit, Raum- und Ebenmaß aus, eine gewaltige geistige Kraft und Formerfassung zeigt die Nasenwurzel und die klassische Stirnform. Sie hat dabei den auserlesenen Geschmack, den großen Farben- und Ordnungssinn, die Berechnung und Übersicht, siehe die Stirnbildung seitlich und unmittelbar über den Augen, sie hat die große Tat- und Durchführungskraft und die wirtschaftlichen Talente, siehe Kinn und Unterkiefer und das starke Seitenhaupt.

Wunderbar ebenmäßig, klassisch schön und rein sind die Formen, hochgewölbt ist der Scheitel, und eine wunderbare Vornehmheit, Ruhe und Sicherheit spricht aus Haltung und Gesicht. Eitelkeit liegt ihr fern, alles an ihr ist echt und wahr.

Dieser lebhafte Geist entwickelte sich zu einem Verwaltungsgenie. Die ganze hohe Schweizer Kultur und Menschlichkeit ist in dieser Frau verkörpert.

Als ihr Mann starb, heiratete sie nicht mehr. Sie übernahm das große Geschäft, um es ihrem Sohn zu erhalten, mit einem treuen Teilhaber, Johannes Alispach, und leitete unter der Firma Dufour & Co 40 Jahre lang dieses große Unternehmen.

Man betrachte die großen, wirklichkeitsnahen – und doch fernblickenden Augen, die Feinheiten in diesen Zügen, hier offenbart sich wohl das große Geheimnis der Kulturhöhe des Schweizer Volkes, soweit das Gute zu Tat und Leben drängt.

Aber ein Kleinod hat diese Frau noch besessen, man beachte die Gespanntheit der Haltung, das geistig Rege an Augen und Gesicht, die klassische Nasenwurzel, den forschenden, ruhig beobachtenden Blick des warmen Auges, es ist die angeborene und erworbene Gabe der praktischen Menschenkenntnis, durch die sie befähigt wurde, das große Unternehmen so viele Jahre mit Erfolg zu leiten.

dgm051-bild-4-dufour-mt

Sie täuschte sich vermöge ihrer Menschenkenntnis nie in einem Menschen, sie hatte damit eine ungeheure Waffe in Aug und Hand, und wer in ihren Diensten erprobt war, dem hielt sie unentwegt ihr Vertrauen. Sie täuschte sich nicht und sah im Gesicht des Menschen, wie er dachte, handeln würde, liebte und lebte.

Was wäre diese Frau ohne ihre Menschenkenntnis? – Mit sicherer Hand konnte sie, was niemand geglaubt hätte, das Unternehmen ihres Mannes weiter- und aufwärts führen.

Das Erbe Lavaters scheint vielen Schweizern nahezuliegen. Vielleicht stellt dieses Volk bald solche ideal-harmonischen Naturen, die es tatsächlich gibt – Männer und Frauen -, an die ersten Stellen, vielleicht folgt es dieser Naturwahrheit – vielleicht aber folgt es disharmonischen Naturen -, man weiß es nicht. Ich will hier nur den echten Schweizer Geist dieser großen Frauen zeigen und erklären, wie man ihn erkennt!

Hier ist das Mittel, die hochwertigen und kernigen Naturen auszulesen.

 

dgm051-bild-5-colonna-ot

Bild 5. Herzogin Colonna.

Diese prachtvolle Büste zeigt die Dame der großen Welt, die gottbegnadete Künstlerin.

Der Anlage nach ist sie mit dem zarten, verfeinerten Körperbau, dem zarten Gesicht und der hohen, breiten Stirn ein Empfindungs-Naturell.

Sie strebte nach einem vollendeten Ideal, und in unermüdlichem Fleiß hat sie die herrlichsten Plastiken geschaffen.

Wir wissen, daß die Empfindungs-Naturelle, wenn sie ethisch, künstlerisch und wissenschaftlich durchgebildet sind, leicht in das Ideale und Geniale übergehen. Das war hier der Fall.

Das Auge hat den scharf beobachtenden Ausdruck, wie er großen bildenden Künstlern eigen ist.

In Reichtum geboren, umgeben von Kunst und Pracht, inmitten einer großen Natur, fern von allen Sorgen des Alltags, konnte sich dieses Naturell gerade so ausleben und entfalten, wie es seiner Anlage entsprach.

Sie wollte ihr Leben so gestalten, daß sie anderen damit nützlich sein könne, ganz in ihrer Art, ganz in ihrer Weise, und das hat sie auch vollbracht.

Sie stammte aus der Familie d`Affry, und als ihr Gatte, Herzog Colonna, nach drei Monaten glücklicher Ehe starb, heiratete sie nicht mehr.

Es ist immer dasselbe. Das Empfindungs-Naturell neigt zur Entsagung, auch inmitten von Reichtum und Pracht – man beachte den fein geschwungenen Mund -, in Armut opfert es sich, in Reichtum und Pracht lebt es dem Idealne und Schönen, Kunst, Religion und Wissenschaft.

Prachtvoll ist der Schwung des Halses und Nackens, edel Arm und Brust, Ohr und Wangen, den hohen Adel des Innenlebens kundgebend.

dgm051-bild-5-colonna-mt

Zur höchsten Höhe des Lebens führt uns das Empfindungs-Naturell, in die Welt des Geistes und der Kunst. Die Herzogin erstrebte das Ideal der Vollendung der Persönlichkeit – im Rahmen ihrer Naturellanlage. Sie wollte andere beglücken, erfreuen, Wohltaten erweisen. Leiden und Not lindern – und so wuchs sie selbst mit ihren Idealen zur moralischen Persönlichkeit empor.

Obwohl den Verlockungen des Reichtums und des Wohllebens preisgegeben, lebte sie doch ihrer sich selbst auferlegten Pflicht, alles in den Dienst des Idealen, Guten und Schönen zu stellen.

So finden wir sie, die hochwertigen Frauen, ob arm oder reich, ob in Not und Lebenskampf, ob ringend um die Existenz für Gatten und Kinder, sie bleiben sich selbst getreu. Ja, wir werden noch sehen, je mehr diese edlen Menschen behindert wurden, desto weiterbarmender und liebender wurden sie. Solle es angesichts dieser Tatsachen den guten Menschen nicht einleuchten, daß Menschenkenntnis nötig, gut und nützlich ist? –

 

dgm051-bild-6-calame-ot

Bild 6. Marie Anna Calame.

Meine Hand vermag das hohe Lied des Lebens dieser Frau nicht gebührend zu schildern.

Wenn man aber das Bild betrachtet, so hat man den Eindruck, als wenn sie viel Armut, Not und Elend gesehen und mitempfunden hätte. Betrachtet man das Auge so glaubt man, daß ihre Kraft zu helfen dabei immer größer geworden wäre.

Man merke sich dieses Auge, diese weichen, warmen Formen, es spricht daraus das Mitleid, der Wille zu helfen, Leid in Freude umzuwandeln. (Der Ausdruck ist ganz entgegengesetzt dem harten, kalten Auge des Menschen, der Freude in Leid und Wahrheit in Finsternis umwandelt.)

Es ist die Mutter der Armen und Waisen.

Sie schuf das erste Rappenliebeswerk. Es herrschte damals um 1800 nach den Kriegszeiten großes Elend, und ihre Hilfe kam zur rechten Zeit.

12 Bewerber schlug sie aus – und heiratete nicht, weil sie befürchtete, ein Mann könne womöglich das Werk, das sie vorhatte, hindern. Entsprechend reserviert und eigen ist auch der Mundausdruck.

Sie nahm zuerst 16 Waisen und Bettelkinder zu sich in Kost, Logis und Unterricht. Sie wollte den Ärmsten der Armen helfen.

Aber wenn man glaubt, die Behörden und Mitmenschen hätten sie dabei unterstützt, dann irrt man sich, sie wurde von den Behörden peinlich genau überwacht, alles, was sie jahrelang in unermüdlichem Fleiß geschaffen, Gutes und Liebes getan hatte, das wurde ihr übel ausgelegt und abfällig kritisiert.

Aber allmählich rang sie sich durch – sie lehrte ihren Pfleglingen den Glauben an Gott und Christus, aber doch in etwas anderem, wie üblichem Sinne, und bald begeisterte sie viele Menschen zu freudiger Mitarbeit.

Sie ließ ihre Zöglinge arbeiten, lehrte ihnen die Anfertigung von Spitzen, gründete eine Zeichenschule, fertigte und lehrte Porträtmalereien in Emaile, sie lehrte durch ihr Beispiel die Führung eines einfachen, wohlgeordneten Lebens und nahm sich des ganzen, von ihr betreuten Menschen an, um ihn zu ertüchtigen, den Kampf des Lebens führen zu können.

Wir sehen, wie praktisch sie vorging – ganz nach ihrem Naturell, Bewegung und Harmonie (Kennzeichnend ist das lange energische Gesicht und für das erzieherische Talent die lange, bestimmte, gerade Nasenform), brachte sie es fertig, tüchtige Menschen aus ihren Zöglingen zu machen. Der seitlich abfallende Augenbrauenzug zeigt, wie sie das Leid selbst miterlebte.

Das erste Kind, das sie aufnahm, lief bettelnd von Haus zu Haus und war nur in alte Lumpen gehüllt.

Der erste Knabe, der seinen Lehrzeit bei ihr beendet hatte, gab ihr sein ganzes erstes selbstverdientes Geld.

Als sie schon Weltruhm hatte, blieb sie ihrer Einfachheit treu! Das ist das Wunderbare bei diesen Naturen, sie bleiben wie sie sind, kein Reichtum und keine Ehre vermag sie zu erschüttern.

Aber noch haben wir die Hauptsache nicht gesagt, wodurch Anna Calame ihre besten Erfolge hatte.

Man beachte den forschenden, beobachtenden Ausdruck der Augen in Verbindung mit der plastischen Nasenwurzel und der langen, geraden, ausdrucksvollen Nasenform. Sie hatte die große Freude am Beobachten der Natur und menschlicher Gesichter. Sie war eine vollendete Menschenkennerin. Als sie schon 250 Zöglinge hatte, kannte sie jeden einzelnen dennoch ganz genau, kannte seinen Charakter, ging darauf ein und leitete den Schüler danach langsam vorwärts und aufwärts.

dgm051-bild-6-calame-mt

Sie besaß also auch noch die große Kunst der richtigen Menschenbehandlung.

Sie, die Mutter der Armen, starb mit den Worten: „Ich verzeih allen, die mich gekränkt haben, und bitte alle, die ich kränkte, um Vergebung.“

O, das Letztere zu sagen, hätte sie nicht nötig gehabt, wir bitten sie um Vergebung, daß heute noch, trotz ihrem Vorbild, es noch Armut, Not und Leiden in der Welt gibt!

Sie stammte aus dem Tal von Locle in der welschen Schweiz. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß sie Vorgänge erlebte, die an das Wunderbare grenzten.

 

dgm051-bild-7-mutterli-ot

Bild 7. ´s Mutterli. (Elise Rupp).

Das ist ´s Mutterli! Man kann sie wohl auch dem Bild nach gar nicht besser benennen, denn alles, was man unter dem Wort „Mutter“ versteht, erwacht in uns beim Anblick dieses Bildes.

Wer noch nicht weiß, wie der gute Mensch aussieht, hier ist er – hier kann man ihn studieren. Wenn erst das Lob des guten Menschen ertönt – heute wohl vielfach Gutheit mit Schwäche und Dummheit noch verwechselt -, dann wird selbst die Natur, die ja nicht tot ist, an solchem Erleben teilnehmen.

´s Mutterli wollte in ihrer Jugend Erzieherin werden. Sie stammte aus Zug, lebte später im Aargau und heiratete in ein Doktorhaus.

Da gab es viel zu tun. Ein Haus voller Kranker und Hilfsbedürftiger – das war schon ein rechtes Wirkungsfeld für sie.

Als dann aber ihr Gatte starb, da nahm sie unter schwersten Umständen ihren Jugendvorsatz auf und verwirklichte ihn.

Sie wurde wie ein guter Engel, wollte immer nur helfen, Gutes tun – alles für andere und nichts für sich selbst.

Sie begründete eine vorbildliche Erziehungsanstalt ganz in den Bahnen des von ihr hochverehrten Pestalozzi, und doch wieder ganz nach ihrer Ursprünglichkeit.

dgm051-bild-7-mutterli-mt

Sie paßte die Erziehung den praktischen Bedürfnissen an, sie übte einen magischen Einfluß aus, entfachte in ihrer ganzen Umgebung einen Wetteifer im Lernen und Arbeiten, im Wohltun, im Opfern und Helfen. Man sagt, über dem Schweizer Land wehte damals die Fahne der Humanität, der Liebe und Gemeinnützigkeit.

zurich-airport-1

Schweiz-Symbol (Hinzugefügt)

Vielleicht ist das scheinbar zu viel gesagt, aber man kann sicher sein, der Einfluß einzelner guter Menschen ist oftmals viel gewaltiger und größer wie man glaubt.

Man betrachte dieses Bild, es ist die vollendete Harmonie und Gutheit. Daß man noch sagen muß, wie der gute Mensch aussieht – hier ist doch sein Bild: Warme, strahlend gute weiche Augen – ein wunderbar mildes, weiches, reines und warmes Gewebe. Das ist schon im Prinzip alles, es ist nicht viel – so wenig, wie der gute Mensch für sich selbst beansprucht. Aber es will doch gelehrt, es will gesehen und verstanden werden. Alles andere sagt das Bildnis, mehr wie Worte es vermögen – man studiere es eingehend, und wo man ähnliches wieder findet, da erinnere man sich, daß man den guten Menschen nicht bekämpfen, sondern ihm helfen soll, denn durch ihn kommt das Glück in die Welt. Auch braucht man den guten Menschen nicht zu fürchten, er tut nichts Böses. Man gebe sich einmal Mühe, den guten Menschen zu verstehen, und man wird bald finden, daß es sich reichlich lohnt.

´s Mutterli starb mit 83 Jahren, ohne Kampf, ohne Schmerz, im festen Gottvertrauen. Wir legen ihr im Geiste die schönste Rose auf das Grab.

 

dgm051-bild-8-schlatter-ot

Bild 8. Anna Schlatter.

Anna Schlatter, geboren in St. Gallen, liegt, – das zeigen ihre großen, geistreichen Augen in Verbindung mit der kräftigen deutschen Nasenform – im harmonischen Tat- und Bewegungs-Naturell.

Mag ihre Zeit vergangen sein, mag sie in ihrer Tracht uns heute nicht mehr modern erscheinen – die Erinnerung an sie, ihre Charaktergröße und Einfachheit, ihre liebe, warme Frauennatur soll ein nie versiegelnder Quell ewiger Jugendkraft sein und bleiben.

Dieses wundersame Auge mit dem weichen und sanften und doch so festen Blick trifft man gar oft im Schweizer Land, als spiegele sich darin die Heimat mit ihrer felsigen Bergwelt, ihren lieblichen Tälern und klaren Seen.

Anna Schlatter war eine ausgeprägte Persönlichkeit, ein Charakter, ein lebhafter Geist von natürlicher Frömmigkeit und großer Menschenliebe. Sie war ihrem Gatten in treuer Liebe ergeben, sie hatte einen außerordentlichen Scharfblick und eine große Gewandtheit in allem, was ihre Hände anfaßten.

dgm051-bild-8-schlatter-mt

Sie war Gattin, Mutter, Hausfrau und Geschäftsfrau, und doch bewahrte sie sich die Freiheit und Beweglichkeit des Geistes und sammelte in ihrem Kreis die Besten ihrer Zeit. Lavater war ihr Seelenfreund. Ihre ganze Wesensart prägt sich deutlich in diesem durch die großen Augen so außerordentlich belebten Gesicht mit der ausdrucksvollen Nasenform und dem charakteristischen Mund, den bewegten und lebhaften Zügen aus.

Alles in diesem Gesicht ist Offenheit und Geradheit, ist Festigkeit und Zuverlässigkeit, Regsamkeit und Fleiß, Geist und Treue.

Sie sah in der Vervollkommnung des eigenen Selbst ihr höchstes Lebensziel. Im Charakter treu wie Gold, in der Seele von feinster Empfindlichkeit, in Kraft und Tätigkeit unermüdlich, von regsamem Geist, fromm und gottesfürchtig, so steht sie vor unseren Augen: Nicht ein unerreichbares Ideal, sondern ein wirkliches Vorbild echter Frauentugend.

 

dgm051-bild-9-spyri-ot

Bild 9. Johanna Spyri.

Das Bergdorf Hirzel an der Straße von Zug nach Zürich war ihre Heimat.

Man glaubt, in eine träumerische Märchenwelt zu sehen, wenn man das beschattete, geheimnisvolle und doch so freundliche Auge betrachtet und dazu den sprechenden Mund, als würde er gerade eine ihrer schönsten Geschichten erzählen.

Es ist ein Auge, das bis in die Feinheiten alles wunderbar lieblich beobachtet. Dabei sind die Gesichtsformen schärfer und sehr markant herausgeholt, ein wenig härter – aber doch sehr durchgeistigt, und im Mittelgesicht strahlt warm das allerfeinste Empfinden aus.

Das sind gewisse Kontraste, und so sah sie die Unterschiede des sich abspielenden Lebens ganz und gar mit eignem Sinn und eigner Gefühlstiefe. Alle Geschichten krönte sie mit größter Lieblichkeit, – wie sie symbolisch schön und eigenartig das Haar über das Haupt gelegt hat.

Sie schuf die herrlichsten Kindergeschichten, sie weckte die Lust und Freude am Leben – und dieses wird ja wohl die Erziehungskunst der Zukunft sein -, sie machte das einfachste und kleinste Leben des Alltags dennoch fesselnd, lebendig und wertvoll. Sie erzählte so natürlich, wahr und echt, daß ihre jungen Leser mit den Gestalten ihrer Erzählungen alles miterlebten, mitfühlten und sich mitfreuten.

Sie selbst verbarg ihre Schriftstellerei und merkte es nicht, daß sie bereits eine berühmte Frau geworden war. Sie hatte aber auch einen starken Eigenwillen, denn im Unterton erscheinen die Gesichtsformen etwas herb, sind aber dennoch von feinsten, warmen, lichten und nervenreichen Gewebe umspannt.

dgm051-bild-9-spyri-mt

Johanna Spyri  blieb bei einer einmal gefaßten Meinung, aber bei den Armen und Kranken, das schmolz alle vorgefaßte Meinung und löste sich in großes Mitleid, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.

Man beachte das sehr breite Oberhaupt, wo die Ansammlungssinne für Poesie und Dichtung und der Idealsinn unter der hohen und reichen Haarkrone liegen. – Wie ganz scharf erfassend die seitliche Augenlidbildung ist – Aus der freundlichen weißen Halskrause schaut sie uns wie die echte, liebe Märchenerzählerin an.

Sie blieb auch im Alter noch jung im Gemüt, wie die Gestalten ihrer Erzählungen, das Heidi, das Gritli und viele andere jung geblieben sind.

„Und so blau ist kein Himmel,

Keine Sonne so licht,

Wie die Sonne der Heimat,

Und die laß´ich auch nicht.“

 

dgm051-bild-10-pestalozz-ot

Bild 10. Anna Pestalozzi.

Leise verklingen mit diesem Bild unsere Zeilen über die große und edle Schweizer Frau.

Sie verklingen  so leise und bescheiden, wie das Leben von Frau Anna Pestalozzi war. 50 Jahre Liebe, Treue und Aufopferung für ihren Gatten, dessen gutes Omen, dessen lichte Hand sie war, die ihn in feiner und edler Weise schützte.

Das kann nur der verstehen, der weiß, was es heißt, an der Stelle eines genialen Empfindungs-Naturells, wie es Pestalozzi, ihr Gatte war, durch Leben zu schreiten.

Wie viel sie unter den äußeren Verhältnissen gelitten hat, das zeigt dieses liebe, leidvolle, dennoch sonnig freundliche Gesicht. Ihr Leben lang übte sie die vollendetste Selbstbeherrschung, das zeigt diese lange feine Nasenform.

Sie bewahrte ihren Gatten, wenn er in schlimmer Not war, vor Verzweiflung. Wie muß diese Frau mit den weichen, eindrucksvollen Zügen mitempfunden und mitgelitten haben, und dennoch verraten noch die Augen auch den Abglanz ihres Glückes.

dgm051-bild-10-pestalozz-mt

Die übermäßige Anstrengung und das harte Leben brachen schon frühzeitig ihre Kraft, aber in ihren Idealen, in ihrer großen Liebe blieb sie unerschütterlich fest und stark. Mochte auch der Körper brechen, der Geist brach nicht.

Was wäre aus Pestalozzi ohne diese Frau geworden?! Anna Pestalozzi lebte eine ideale Liebe. Sie wollte ihren Gatten lieben, solange er der Tugend treu sein würde. Was ist das für ein Wort!! Und was sagte Huter, der dieses Geständnis der edlen Frau gewiß nicht kannte? Pestalozzi liegt im Tugend-Naturell.

Wundersame Wege sind es, die das Schicksal manchmal den Menschen gehen läßt.

Wenn alle ihren Gatten verließen und verhöhnten, wenn die Landwächter ihn für einen Bettler hielten, – nie verlor sie ihren Glauben an ihn.

Sie wurde v on ihm geliebt, geehrt, bewundert, aber allen Kummer bis zum völligen äußeren Elend mußte sie auch mit ihm tragen. In ihrer stillen Liebe hat sie engelsgleich ihren empfindsamen Gatten behütet und geschützt.


Was war das für eine Welt, die das Genie nicht erkannte und die den guten Menschen nicht zu helfen wußte?

Das alles und noch viel mehr Leid, Tragik und Unvollkommenheit wird durch die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] einst überwunden werden können. Möge der gute Mensch sich ihr zuwenden, denn so wie Anna Pestalozzi nie den Glauben an ihren Gatten verlor, so verliert der Mensch durch die Erkenntnis der Wahrheit in der Natur nie den Glauben an den endlichen Sieg des Wahren, Guten und Schönen in der Welt! Solange es noch solche Menschen auf der Erde gibt, wie sie hier geschildert wurden, solange verlieren wir auch nicht den Glauben, daß der gute Mensch auch einstmals seine segensreiche Hand und Tatkraft dieser Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] zuwenden wird, und damit legen wir im Geiste all diesen großen Frauen die schönsten Blumen zu Füßen.

 

dgm051-titel-c_2

 

 

Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

dgm051-buecher

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

DgM 037

Der gute Menschenkenner 037 von 101

Deutschland Wappen Red S

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

pgs-link-wwwchzade-redm.jpg 

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

 dgm59dgm_1937.jpg

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

 CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                       

Der gute Menschenkenner

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Februar 1936, Nr. 37

 

Menschen mit bösem

und mit

Gutem Sinn

in Wort und Bild

Überwindung allen Leides

durch

MENSCHENKENNTNIS

 

Carl Huter

Begründer der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie]

Ein hier zum erstenmal veröffentlichtes Bild, das Huter in gereiftem Alter darstellt, aus jener Zeit, da er mit seinen Gegnern abrechnete und gegen ihre Angriffe seine Entdeckungen und Forschungen im Dienste des Wahren, Guten und Schönen ins Feld führte.

Daher ist auch die Körperhaltung in großer Spannung, der Gesichtsausdruck ist außerordentlich fest und bestimmt.

Die Augen sind durchgeistigt, unerschütterlich gleichsam wie auf eine sichere Naturerkenntnis gestützt -, ganz gerade, offen, groß und frei auf ein bestimmtes geistiges Ziel gerichtet.

Der Leser wolle einmal im Leben nachprüfen: die Haltung und Bewegung eines Menschen, der Ausdruck gibt die inneren Motive kund, aus denen heraus der Mensch handelt! –

Daß die Stirn außerordentlich hoch, breit und ganz fein ausgewölbt ist, kann wohl jeder sofort erkennen, ebenso, daß ein leichtes und freier,

heller und warmer Ton

über dem ganzen Gesicht, dem Haar und allen Formen liegt.

Die Stirn, das Oberhaupt, wie überhaupt der ganze Schädelbau zeigt auch nich die allerkleinste Unausgeglichenheit, sondern eine vollendete Plastik, verbunden mit größtmöglichster Feinheit und Schönheit.

Man betrachte die Breite und Höhe der Stirn, dazu die Höhe und Wölbung des Oberhauptes im Verhältnis zu Form und Länge des Nasenbaues, zu Form und Wölbung der Augen, die Ohren, wie überhaupt das ganze Gesicht, die Würde und Schönheit aller einzelnen Teile und diese in ihrem Verhältnis zur Gesamtbildung des Kopfes, so wird man feststellen müssen, daß der anatomische und architektonische Bau hinsichtlich seiner Vollendung wohl kaum noch übertroffen werden kann. Auch die Würde und Schönheit des Ausdrucks, dieses allerfeinste, empfindungsreiche Gewebe steht damit in Gleichklang.

Man beachte auch die Freundlichkeit am Mund, die Milde im mittleren Gesicht bei aller sonstigen Festigkeit des Augenausdrucks und des Formbaues. Männliche Schönheit und Klarheit liegt über dem Ganzen. Das Bild überrascht und stimmt feierlich.

Daher ist es auch wohl berechtigt, dasselbe zu veröffentlichen und damit gewissermaßen auch zu erhalten.

Aber das allein ist es nicht, was hier mit der Veröffentlichung des Bildes bezweckt werden soll, sondern es ist vielmehr der Gedanke,

xx das Bild selbst als einen Maßstab

xx ein Vorbild hinzunehmen, um darnach andere Bilder

xx einer vergleichenden Betrachtung

xxerziehen zu können xx

Das ist zweifellos berechtigt, denn viele Menschen betrachten den Augen-, Schädel-, Kopf- und Gesichtsbau eines anderen Menschen und wissen nicht recht, wie sie die Formen bewerten sollen, wo es fehlt, wo sie überentwickelt, stark oder schwach, mehr oder weniger vollendet sind.

Mit einem Wort, es fehlt der Maßstab, der Ruhepunkt in aller Erscheinungen Flucht, das Vorbild, die sichere Grundlage, nach der man sich in jedem Fall richten kann.

Prägt man sich nun dieses Bild im Geiste fest ein, so daß man es geistig stets gegenwärtig und im Sinn hat, dann kann man die Formen eines beliebigen Menschen damit vergleichen und zu sicheren Beobachtungs- und Schlußergebnissen kommen.

Was Huter geleistet hat, braucht hier nicht hervorgehoben zu werden, es ist zum Teil bekannt, und davon zeugen seine Werke, ebenso die Tatsache, daß die Forschungen an sich ohne Huters Namen zum Teil in das Geistesleben der Gegenwart übergegangen sind.

Die Leistungen stehen vollauf im Gleichlauf zu dieser Formbildung und dem Ausdruck dieses menschlichen Hauptes.

Jeder Personenkultus liegt dabei absolut fern, lag Huter selbst fern, denn er war ein einfacher Mann aus dem Volk und ist es zeitlebens geblieben. Er opferte alles für seine Forschungen und Entdeckungen.

Das zeigt ja auch der ganze Ausdruck: alles Materielle des Lebens ist sozusagen überwunden, und es herrscht an erster Stelle der Wille, das als wahr, echt, gut und schön Erkannte unbedingt zu verfechten und zu verwirklichen. Mehr kann ein Mensch nicht.

Also lediglich die reale, objektive Wirklichkeit ist es, die das Bild zu dem Vergleich mit anderen – um daraus zu lernen, einen Maßstab für Beurteilungen und vergleichende Betrachtungen zu haben – bestens geeignet erscheinen läßt.

Bild Nr. 2.

Betrachten wir nun das Bild 2, so wird es auf einmal leicht, die Abweichungen, sagen wir von einer Ideal- oder besten Normalform des Menschen, festzustellen.

Denn irgendeinen Maßstab, nach welchem man sich  richtet, muß man zweifellos haben.

Zunächst fällt auf, daß hier bei Bild 2 unterhalb der Augen ganz schwere, grobfleischige, harte Gesichtsmassen liegen.

So grob, schwer und gefühlsarm diese Gesichtsmassen sind, so ist die Wesensart dieses Menschen. – Man betrachte dazu den sehr groben, rohen und übergroßen Mund, ferner den breiten, schweren Oberkiefer, die gewaltigen Kauwerkzeuge, die dahinterliegend zu denken sind, so hat man sofort nach dem hier mit Bild 1 gegebenen Maßstab die Abweichung vom besten Normaltypus.

Man darf also von vornherein bei Bild 2 kein Feinempfinden, kein tieferes moralisches Gefühl voraussetzen, sondern Roheit, Grobheit, Gefühlskälte und Härte. Das bestätigt auch sofort der stahlharte und kalte Blick der Augen, deren Lider seitlich in scharfen, spitzen Winkeln verlaufen.

Gegenüber den groben Schwermassen des Gesichts kommen im Verhältnis die schwachen oberen Gehirnmassen fast nicht mehr in Betracht. Nur über den Augen, wo die Beobachtung und Auffassung liegt, und an den Schläfen, wo das technische Geschick liegt, herrscht Spannung.

Der in das Gesicht gezogene Hut zeigt schon symbolisch an, bei Berücksichtigung dieser sonstigen Gesamtanlage, daß die oberen Gehirnmassen herabgedrückt sind und daß die Schwermassen der Kiefer, wo die Tat- und Gewaltenergie liegt, vorherrschen.

(Es läßt sich die Tatsache nicht ableugnen, daß die Tracht und Mode Einfluß auf die Psyche hat, und unbewußt vollführen dabei die Hände, welche den Hut aufsetzen, das, was die Seele wohl denkt und empfindet, insofern hat auch die Kleidung zweifellos mehr oder weniger eine individuelle Note und Bedeutung.)

Betrachtet man nun neben diesem kalten, harten, rohen Blick der Augen auch noch die Kopfhaltung, so fällt sofort auf, daß der Hals fast verschwindet. Derselbe ist eingezogen, die Schultern sind hochgezogen, der Kopf ist geduckt, ähnlich wie bei einer Katze, die zum Sprung auf ein Opfer bereit ist.

Diese Gesamtunterschiede werden durch einen Vergleich der Bilder sofort ganz objektiv und real offensichtlich. Ebenso weicht dieser Mensch in seinem ganzen Denkleben und in seinen Handlungen vom sehr guten Normaltypus ab, er ist der Gegenpol zu Bild 1.

Er ist ein Bandit,

ein Spezialist für Einbrüche, ein Straßenräuber und noch einiges mehr.

Jedenfalls muß auch der ungeübte Beobachter auf diese Weise zu ganz guten selbsteigenen Betrachtungen kommen, die natürlich tausendfach verschieden sein können, ebenso verschieden, wie es die Menschen sind.

Niemandem geschieht damit ein Unrecht, im Gegenteil, man lernt den Menschen nach seinen Augen, Schädel- und Gesichtsformen und nach dem Ausdruck genauer betrachten und bewerten.

Man hat für alle möglichen Dinge Maße, Gewichte und Wertungen, daß solches auf die Dauer auch für den Menschen nicht mehr zu vermeiden ist, lehrt offensichtlich die ganze gegenwärtige Entwicklung.

Damit kommen wir zu einem gänzlich neuen Faktor im menschlichen Gesellschaftsleben, zu einer Lehre, die bis in das Ungeahnte durch Huter bereits ausgebaut ist und die in Wissenschaft, Kunst und Leben immer mehr Eingang findet.

Nun zu anderen Vergleichen

Bild 3.

Ein Einbrecher, den man den „Maulwurf“ nennt.

Bild 3 zeigt einen schweren Geldschrankknacker, der, um zu diesen zu gelangen, unterirdische Stollengänge anlegt.

In der Tat, das kleine, sehr unebene Gesicht dieses Menschen ist so eingetrocknet, erdfarbig und grau, daß man sich recht gut vorstellen kann, daß er wie ein Maulwurf in der Erde gräbt und ein darauf gerichtetes Denkleben hat.

Die stumpfe, aber feste Nasenform, die vorspringenden Augenwülste, welche die starke Beobachtung zeigen, und das linksseitige starke Jochbein, das die Überwindungskraft zeigt und wie ein Hammerkeil wirkt, illustrieren noch diesen Vergleich.

Dabei sind die Augen ganz klein und liegen trübe lauernd in dicken, schlitzartigen Lidern, sie zeigen, daß er nur einen sehr beschränkten Gesichtskreis hat, aber Einzeldinge sehr scharf erspäht. Man könnte auch glauben, die engen Lider schützen vor dem hellen Tageslicht, er vermag aber im Dunkeln oder bei sehr trübem Licht noch scharf zu sehen.

Die Augen liegen auch ganz tief und geschützt, ähnlich wie bei manchen Hunden, die den Kopf voraus durch Strauchwerk und Gestrüpp jagen. Auch die Nasenwurzel ist tief eingedrückt, ein Merkmal, daß er ganz bedachtsam und mit großer Vorsicht zuwege geht.

Dabei ist die Kopfhaltung wie lauschend, das Ohr steht ganz frei, es ist so geformt, daß er die kleinsten Geräusche wahrnimmt und, wie der gespannte Gesichtsausdruck zeigt, auch noch vermeidet.

Man überzeuge sich auch, wie abgekanzelt der Hut aufgesetzt ist, der Kragen und Schlips ungebunden, wie genau er nur noch etwas vom Bart stehen läßt, wie er diese Dinge genau beachtet, sich also in Grenzen hält.

Dabei sind aber die Augenbrauen dicht, stark und buschig, die Unterlippe ist abnorm breit und fleischig, auch die Oberlippe wirkt schwer, das sind Gegensätze zu den zuerst gekennzeichneten Formen und Anlagen und deuten auf schwere und stark hervortretende Leidenschaften und momentane Zähigkeit und Ausdauer.

Selbst die Nasenflügel zeigen bei dem eingetrockneten Gewebe eine starke Spannung, er vermag noch in schlechtester Luft lange auszuhalten und zu arbeiten.

Von hohem, lichtem Geist ist im Gewebe keine Spur, man blicke auf Bild 1, um das sofort zu erkennen.

 

Bild 4 zeigt ein ziemlich dickes Gesicht mit sehr festem und hartem Gewebe, ausgefüllt mit harten elementaren Stoffen und Kräften bei kurzem Hals.

 

Bild 4. Spezialist, der schwere Schränke erbricht und andere Spezialarbeiten verrichtet.

 

In der Gedrungenheit liegt viel harte Spannkraft, das zeigt auch die Kopfhaltung und der Ausdruck.

Der Mund ist verkniffen bei sehr dünnen, scharfen Lippen und abnorm starkem Ober- und schwerem Unterkiefer, dabei ist die Nase kurz und plump, das sind Merkmale abnormer Tattriebe.

Wer solche Dinge nicht zu sehen und zu beobachten gewohnt ist, der könnte wohl den Mann im Moment für einen guten Onkel halten, der aber, wenn man näher hinsieht, die „schönsten“ Henkel- und Verbrecherohren hat.

Interessant ist, was man besonders bei dem mittleren Bild beobachten kann, daß die Spannkraft des Kopfes und des Gesichts in den seitlichen Partien liegt, als dort, wo die harte elektrische Energie wirkt.

In der Mitte des Gesichtes, wo die feinste Weichheit und Schönheit liegen sollte, ist Formverhärtung, Disharmonie und Unschönheit vorhanden. Das sind gefährliche Merkmale.

Das Auge mit den harten Lidern und spitzen Winkeln hat den verstellten, halbstarren Ausdruck, der Mund läßt sich gleichzeitig nicht verstellen und spricht durch seinen fast idiotenhaften Ausdruck die Wahrheit.

Man kann auch sehen, daß der Schädel im vorderen Teil oben flach ist, und bei dem Seitenbild, daß das hintere Oberhaupt, wo die „Icheinstellung“ liegt, gegenüber dem unteren Hinterhaupt aus der Proportion fällt.

Der zweite Ring unterm Kinn zeigt bei dieser Anlage das zu starke Vorherrschen chemischer Schwerstoffe.

Man vergleiche mit Bild 1, und die gewaltigen Abweichungen von der besten Normalform werden sofort offensichtlich.

 

Bild 5 zeigt einen ganzen Schlauberger xx Disharmonie.

Bild 5. Der eigentliche Organisator der Bande von Bild 2, 3 und 4.

Man könnte glauben, er hätte mehrere Brillen auf, obwohl er keine trägt, um das wahre Wesen zu verstecken.

Die Stirn ist frei und deutet auf Intelligenz und Organisation, sie soll auch Offenheit und Wohlwollen vortäuschen, was aber sofort als Täuschung offenbar wird, wenn man das Gesicht betrachtet, das ja bekanntlich den Ausschlag gibt.

Die Nase ist auch lang und ziemlich gerade und deutet auf Intelligenz und Vorberechnung.

Es ist der Anführer und Organisator – aber was für einer? –

Das erfährt man sofort, wenn man die Augen betrachtet, die lose und glasig im Kopfe hängen und von verformtem, unreinem Gewebe umgeben sind.

Das Gewebe um den Mund und an den Wangen ist pergamentartig, es ist wenig Gefühl und Lebensgeist darin, die Oberlippe ist lappig und zu groß, der Mund hat dünne, seitlich scharf und breit verlaufende Lippen.

Die Jochbeine treten seitlich tief und breit aus der Norm, der Kiefer holt breit aus, und die Ohren sind groß und abnorm häßlich.

Das sind in Verbindung mit diesem frechen verstellten Augenausdruck und dem zerknitterten Gewebe schwere abnorme Tatmerkmale.

Dabei hat er das Auge und den Mund mit dem Ausdruck des Sprechers, er kann Wunder war für schöne Dinge vorschmusen und Pläne darlegen, dabei ist alles nur eitel Dunst und endet im Verbrechen.

Es ist eine moderne, bewegte Gaunerphysiognomie. Den ganzen gegenständlichen realen Ernst, die Gefährlichkeit dieser Natur, erkennt man sofort, wenn man den Blick auf Bild 1, dem Gegenpol, ruhen läßt.

XX

Bild 1 und Bild 5

 

Bild 6 zeichnet ein schwammiges, teigiges, unreines und mattes Gewebe aus, stark verschleierte finstere Augen mit dem trüben Blick der moralischen Verblödung, mit einer unwilligen und böswilligen Mimik.

Bild 6. Ein Verbrecher und Ladendieb.                           Bild 1-12 Archiv.

 

Das ist gerade der Unterschied vom hellen, lichten, reinen, durchstrahlten und empfindungsreichen, offenen und edlen Gewebe des besten Normalmenschen.

Der Geist liegt im Gewebe, in den Peripherieorganen, und muß daraus erkannt werden, das ist erste Bedingung zur Menschenkenntnis.

Das Gewebe muß eine milde Leuchtkraft haben, diese fehlt bei Bild 2, 3, 4, 5 und 6 gänzlich.

Diese milde geistige Leuchtkraft der Gewebe ist aber nicht zu verwechseln mit der magnetischen, elektrischen und mediomischen Strahl- und Spannkraft derselben und dem Fettglanz der Haut.

Das ist der Kernpunkt aller physiognomischen Menschenkenntnis, daher muß ein neues klassisches Sehen gelehrt werden, für welches die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] die wissenschaftliche Unterlage gibt.

Betrachtet man das Seitenbild, so fällt der flache und schwache Hinterkopf auf, der Menschen eigen ist, die keine Lust und Liebe zur Arbeit haben.

Nichtsdestoweniger ist das Hinterhaupt oben hoch, dort, wo die Selbsttriebe liegen, und das Kinn ist unwillig ein- und breit gezogen.

Arbeiten will der Mensch nicht, aber auftreten und leben wie ein Gentleman, das letztere deutet der Hut an, die großspurige Kleidung und Kopfhaltung.

Dabei hat er weiche, sinnliche Gefühle, das zeigen die dicken vollen Lippen, der vorgeschobene Mund; daß diese bösartig sind zeigen die im rechten Bilde scharf herabgezogenen spitzen Mundwinkel.

Das Gewebe um beide Augen, seitlich der Nase, unter der Nase und an den Wangen ist verformt und unrein, das deutet auf Vergiftung und Entartung des Blutes, der Lymphe und der Säfte.

Man betrachte die Stirn des mittleren Bildes, diese ist dort, wo der Erwerbs- und Diebessinn liegt und weiter nach oben hin, wo der Sinn für den Besitz schöner Sachen liegt, erheblich ausgebuchtet und in Spannung.

Dabei ist er geschmeidig, gewandt im Auftreten, und er läßt in Läden geschickt die Sachen mitgehen.

Ein Blick auf das Ohr zeit die starke Disharmonie.

Das Ohr ist auch im oberen Teil hängend, wie es typisch bei dieser sittlichen Entartung ist.

Die Naturellanlage ist Bewegung und Empfindung mit Disharmonie. Die Erfahrung lehrt, daß Entartung eintritt, sobald die Naturellanlage nicht richtig betätigt wird.

Das ist Naturgesetz und zwingt jeden Menschen in eine bestimmte Bahn der normalen Tätigkeit, die er willkürlich ohne Schaden nicht einmal abändern darf.

 

Leitspruch

Zähme deine Leidenschaften,

Hebe deine Schwächen,

Pflege und vewende deine guten Anlagen und Talente!

Dann kannst du glücklich leben und nützlich wirken.

Carl Huter

 

 

Wir haben mit der vorhergehenden Bildnisreihe die Nachtseite und den Tiefstand des Lebens kennengelernt und wenden uns nun der Lichtseite desselben zu. – Das Bildnis Huters, das nicht nur die großartigsten Porportionsmaße zeigt, sondern auch im Gesicht die sehr xx Quellkraft der Gewebe, die feine lebenswarme PlaXX und Durchstrahlung der Stirn, selbst das Ohr und xx Haar, das ja auch am Leben teilnimmt, zeigt einen warmen, milden und schönen Ton xx

In dieser milden und starken Spannung, Strahlung, Feinplastik und Durchleuchtung der Gewebe zeigt sich

der geniale Lebensgeist.

In jeder Zelle ist der Lebensgeist lebendig wirksam und tätig und läßt sich auf diese Weise direkt sehen und erkennen.

Diese Feinheiten sieht und erkennt wohl nicht jeder sofort – es bedarf einiger Übung, vergleichender Studien am lebenden Menschen, eines neuen klassischen verfeinerten Sehens, das Huter lehrte und naturwissenschaftliche begründete.

Ohne dieses verfeinerte Sehen, läßt sich die praktische Menschenkenntnis einwandfrei nicht lehren.

Das ist der Kernpunkt.

Alle Formdeutung an sich versagt mehr oder weniger, wenn man nicht aus der Qualität und der Feinheit des Gewebes das Geistige direkt sehen lernt.

Denn der Geist lebt ja in der Form, ist allen Geweben, gegenüber dem Inhalt der Form kann diese selbst an Bedeutung zurücktreten, da ja die Form zunächst bleibt, wenn sich auch der Inhalt günstig oder ungünstig verändert.

Hier aber stimmt mit der hervorragenden Proportion, dem Ebenmaß und der Schönheit der Form auch der Inhalt, die geistige Qualität überein, das zeigen die Augen und der Gesichtsausdruck, das zeigt ferner die sehr feine, lichte und warme Spannung.

Das ist es, was an diesem Bilde gezeigt werden soll.

Am besten lassen sich diese Unterschiede natürlich am lebenden Menschen sehr deutlich zeigen und erklären, wozu mir aber die Möglichkeit fehlt, und daher müssen wir uns mit den Bildern behelfen.

Denn diese hier erwähnte Qualität im Gewebe findet man natürlich auch mehr oder weniger bei anderen Menschen wieder, und von ihrer richtigen Bewertung hängt die ganze feinere Beurteilungskunst ab.

Diese feingeistige Gewebsstrahlung ist grundverschieden von dem lebhaften Glanz und dem Farbton mancher Gewebe, ebenso von der elektrischen, magnetischen und mediomischen Spannung und Strahlung und noch von einigen anderen Dingen.

Ohne Kenntnis dieser Unterschiede und das darnach geschulte Sehen gibt es keine auch nur halbwegs vollendete Menschenkenntnis. Erst dergestalt wird der Lebensgeist direkt aus den Formen erkannt und jede Täuschung bis in alle Feinheiten hinein vermieden.

Erst auf diese Weise ist die größte und fast einzige Wahrheit in der Natur, die sie unmittelbar offenbart, zu erkennen.

Darüber hinaus gibt es hier auf Erden eine höhere Wahrheit wohl kaum mehr.

So unglaublich es auch klingen mag, ist es doch Tatsache, daß diese Erkenntnis und ihre naturwissenschaftliche Begründung vor Huter gänzlich fehlte.

 

Bild 8 [Walter Alispach (1908-1998), bedeutsamster Schweizer Huter-Referent]

 

In Bild 8 sehen wir eine breite und hohe Vorderstirn, die plastisch gut in Spannung und Strahlung ist. Das übrige Gesicht zeigt einen sehr warmen und gut durchstrahlten Gewebston.

Da nun in der oberen Vorderstirn das Wohlwollen und die Menschenliebe liegt, der psychologische Lebenserkenntnissinn und die innere Herzensgüte, so ist dieser Mann aus Liebe zur Wahrheit, zum Guten und Schönen rastlos in diesem Sinne tätig.

Wie energisch er sich bei seiner Arbeit anspannt, das zeigt die große Anspannung der Gewebe and den Schläfen.

Das sehr warme innere Gefühlsleben liegt auch im übrigen Gesicht.

Jede Schwierigkeit und Enttäuschung sucht er aus dieser inneren Liebe und Wärme heraus zu überwinden. Die Arbeit für das Rechte und Wahre löst neue Begeisterung aus und stärkt die innere Lebensfreudigkeit. Diese strahlt nach allen Seiten aus, teilt sich mit, ermuntert, erfreut, belebt, begeistert, hilft durch Humor die Sorgen überwinden, schwere Arbeit wird leicht, und der Erfolg bleibt nicht aus, selbst wenn er nur in der inneren Befriedigung und Freude liegen sollte, der Freude und dem Glück. Gutes getan und dem Fortschritt und der Wahrheitserkenntnis gedient zu haben. – Das ist das Geheimnis dieser Natur.

 

Bild 9 [Amandus Kupfer (1879-1952) bedeutsamster Huter-Schüler und Herausgeber von „Der gute Menschenkenner“ Nr. 1 bis 101, 1932 bis 1941].

Dieses Bild zu beurteilen fällt mir schwer, vielleicht weil ich den Abgebildeten genau kenne, und es geschieht auch nur, um daran etwas zu zeigen, damit andere daraus lernen.

Hier finden wir wieder die plastische, breite, offene und lichte hohe Vorderstirn. Das Gewebe im Gesicht ist leicht, empfindungsreich, gut durchstrahlt und durchleuchtet, von innerer Wärme und Festigkeit wie die Formen und von einer gewissen Abgeklärtheit.

So durchstrahlt, hell und licht wie das Gewebe ist, so licht und hell ist auch das Geistesleben in Verbindung mit einem Feingefühl im Sehen und Erkennen – man beachte die Anspannung am Auge und an der Nasenwurzel -, einer guten Voraussicht und Vorausberechnung.

Aus dieser Anlage heraus konnte der Abgebildete sich fast 30 Jahre Tag für Tag [Stand Jahr 1936] in den Dienst des Wahren, Guten und Schönen stellen. Gewiß haben die Stürme der Zeit das Gewebe durchfurcht, aber die Lebensfreude, der Glaube an das gute Kommende ist geblieben, weil die Kraft wiederum aus der guten Arbeit selbst gezogen wird. Daher war trotz allem Kampf, wenn auch der Erfolg noch nicht kommen konnte, da neue Erkenntnisse sich nur langsam Bahn brechen, – die Arbeit nicht umsonst –

 

Bild 10. Edle jugendliche, noch schlummernde Kraft, die aber aus sich selbst heraus dem Guten zu folgen vermag.

Reines, frisches, gesundes, unverdorbenes Blut – man beachte die reine natürliche Zeichnung der Form – , daher auch Reinheit und Heiligkeit in der Aufnahme und im Denken.

Die Formen wirken frisch und jugendlich natürlich, da jede Versteifung fehlt.

Offen, natürlich und frei sieht er in die schöne Welt. – Starker, aber nicht übereilter Drang, Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten anzusammeln, siehe die breite Stirn, das lichte Gewebe, die Spannung in der Kopfhaltung. Das Denken beherrscht das Gefühl.

Ist in voller Entwicklung. – So sollte jedes Kind erst die Natur beobachten lernen, Pflanzen und Tiere, um sich natürlich und xx zu entfalten, sonst kann man leicht das Gegenteil von dem xx, was man wünscht.

Bild 11. Homer, der große griechische Schriftsteller und Dichter, der die Iliade und Odysee geschrieben hat.

Hier prägt sich in der machtvollen Stirn, im langen vergeistigten Gesichtstypus die hohe Geisteskrft aus, bei welcher die körperliche Kraft zugleich stark geschwächt zurücktritt.

Der Körper mußte alles bis zur letzten Kraft im Dienste des Geistigen hergeben. Dieses Gesicht zeigt uns zum Unterschied von den Bildern auf Seite 2 nach Form und Ausdruck den hohen Geistesadel.

Einige tausend Jahre sind seit Homers Zeiten vergangen und man vergleiche damit das Bildnis Huters, um zu erkennen, was die Entwicklung in dieser Zeit zustande gebracht hat.

[Carl Huter (1861-1912) Begründer der wissenschaftlichen Menschenkenntnis].

 

Hier ist ein ganz gewaltiger Unterschied in den Proportionen von Gesicht, Stirn und Schädelbau, eine unendlich vergrößerte Umspannung aller nah- und fernliegenden Dinge.

Greifbar tritt der Unterschied zutage, sowohl in der Formbildung und Proportion, wie auch in der Feinheit und der umfassenden Fülle des Geistes bis in alle Tiefen und Schönheiten.

 

XX

Bild 12. Man beachte das Gewebe und die Formbildung genau, das Bild ist unretuschiert.

Die Formen und Umrisse sind sehr bestimmt gezeichnet, so bestimmt und aufrecht ist auch die Denk- und Handlungsweise.

Dabei ist die Kopfhaltung und sind die Formen elastisch, leicht und elegant, jede körperliche und geistige Anstrengung wird leicht und mit Sicherheit überwunden.

Man beachte, wie das Auge scharf und bestimmt den Gegenstand ins Auge faßt, ebenso scharf und bestimmt ist das Denken. Die gespannte Plastik der Schläfe zeigt die sehr gute technische Befähigung.

Alle Formen sind gut abgerundet, das ganze Gewebe ist nicht nur leicht, sondern auch von feiner Qualität, Spannung und milden, warmen Durchstrahlung, daher der Sinn und Eifer für den guten Fortschritt auf allen Gebieten, die enorme vielseitige Arbeitskraft im Dienste des Wahren, Guten und Schönen bei frohem, natürlichem, heiterem Lebenssinn und gewaltiger Abneigung gegen alles Unnatürliche in Wissenschaft, Leben, Kunst und Religion.

Die Verstoßung Hagars. Gemälde von van der Werff.

Ein ergreifendes Gemälde und zugleich eine Tragödie von meisterhafter Darstellung, welche erst durch die wissenschaftliche Menschenkenntnis voll verstanden werden kann.

Eine junge Mutter von großer Reinheit und  Schönheit wird mit ihrem lieblichen edlen Kinde aus dem Hause in die Nacht und in die größten Gefahren hinein verstoßen.

Man sollte eine solche Grausamkeit nicht  für möglich halten, und doch liegt in dem Bild selbst die Lösung für dieses Rätsel.

Die verstoßene Mutter mit ihrem Kind hat weiche, lichte, helle und reine, schöne Formen.

Der alte Mann empfindet wohl Mitleid und segnet die Verstoßung, – aber er läßt auch das Unrecht geschehen. Er rafft sich nicht auf, die Schmach und das Unrecht energisch zu verhindern.

In der Haltung des Körpers hat ihn der Künstler als alten Schwächling gezeichnet und mit verdicktem, schwerem Hals, kraftlosen Händen, überdicken Lippen und einem Zug an Mund und Bart ähnlich dem des Judas von Holbein.

Aber die eigentliche Triebkraft dieser Tragödie der Verstoßung einer offensichtlich guten Mutter mit ihrem edlen Kind ist die Frau, die schadenfroh in der Türe des Hauses lehnt.

Von ihr geht der geheime Impuls zu dieser bösen Tat aus. Sie hat ein hartes, langes, böses und kaltes Gesicht, ohne Gefühl, ohne Mitleid, ohne Erbarmen.

Die Nase der Frau, die den Charakter zeigt, ist steinhart, tief nach unten und auswärts gebogen.

Der Mund hat den teuflischen, schadenfrohen, aufgeworfenen Zug. Am Oberkiefer, nach dem Zug des Herzens hin, liegt grausame Härte, Kinn und Oberkiefer ist wie von Stein, die Brust hart.

Man muß schon die wissenschaftliche Menschenkenntnis beherrschen, um den Künstler recht zu verstehen, der hier meisterhaft die Wahrheit in den Formen, Farben und Bewegungen lebendig und lebenswahr schilderte.

Die verstoßene Mutter mit ihrem Kind hat den hellen reinen Typus der edlen Rasse. (Dem biblischen Bericht nach war Hagar eine Ägypterin.) Der Mann und die Frau im Hintergrund sind unverkennbar Semiten.

Das Gemälde ist in Farben von großartiger Wirkung, die leider ja hier nicht wiedergegeben werden können, das Original befindet sich in der Dresdner Gemäldegalerie, wo man es bei Gelegenheit studieren wolle.

Das Gewand der Mutter ist hell, von goldig schimmernder Farbe, das des alten Mannes von einem neutralen, kalten und harten Blau, das der Frau von schmutziger unangenehmer Farbtönung.

Das Kind der verstoßenen Mutter hat einen unschuldigen, sehr edlen Ausdruck mit goldigem, lockigem Haar, – das zurückbleibende Kind zeigt harte Formen mit breitem Gesicht, dickem Mund und sehr kurzem Hals.

Zwischen der verstoßenen Mutter und ihrem Kind und zwischen dem alten Manne, der Frau und ihrem Kind ist keine Harmonie möglich, es sind entgegengesetzte Pole von Gut und Böse, daher geht die junge Mutter auch lieber in Nacht und Finsternis und Ungewißheit hinaus.

Der Künstler war ein vollendeter Beobachter des Lebens und der menschlichen Natur, er hat die Wahrheit – wenn auch nur für den Kenner voll ersichtlich – wunderbar dargelegt, daher ist das Gemälde heute noch von großem wissenschaftlichen Wert.

Der Künstler ist nicht nur ein Maler, sondern auch im vollsten Sinne des Wortes ein großer Natur- und Lebensforscher gewesen, der wissenschaftliche Wahrheiten, lange bevor sie bekannt waren und gelehrt wurden, bereits gesehen, lebendig wahr und richtig geschildert hat, so richtig, daß die Formen und Farben und die Bewegungen, durch die er den Sinn des Bildes deutlich machte, mit unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis noch übereinstimmen.

Die großen Meisterwerke der Kunst erhalten erst durch die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] Carl Huters ganz neue und lebendige Werte, die klar und deutlich lehren: Der gute Mensch soll nicht verstoßen werden und in Elend umkommen, sondern er soll den bösen Menschen erkennen und sich zum gemeinsamen Schutz und zu einer Macht des Guten mit gleichgesinnten Menschen in dem Geist der wissenschaftlichen Menschenkenntnis zusammenschließen und die Welt von allem Übel und Leid erlösen.

Einen anderen Weg der Lösung gibt es nicht, das lehrt die ganze menschliche Erfahrung und Geschichte, Kunst und Leben von Anbeginn der Zeit bis auf den heutigen Tag.

Machen Sie Ihre Freunde und Bekannten auf die

Zeitschrift „Der Menschenkenner“ aufmerksam,

dann fördern Sie echte deutsche Volksforschung!

 

 

 

 

 

Carl Huter:

„Der Wahrheit und der Schönheit

das ganze Sein“

 

 

                                                       

„Der Menschenkenner“ ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg, Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M. 1.- und 30 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4300. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

DgM 005

Der gute Menschenkenner 005 von 101 

Deutschland Crash Red S 

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

 dgm59dgm_1937.jpg

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

  pgs-link-wwwchzade-redm.jpg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Dezember 1932 Nr. 5

Gesicht und Charakter

Der Weltflieger Wolfgang v. Gronau.

Dort wo unsere obige Studienbüste am Stirn-Nasenübergang den Konzentrationssinn zeigt, Beobachtung und Orientierung, den Sinn für Raum, Gestalt, Form, Richtung und Tiefe im Raum, den Gewichts- und Lichtsinn, beobachten wir bei unserem Flieger Gronau gewaltige Formkraft und in der Faltenbildung die allerhöchste Anspannung des Gewebes.

Die ausgesprochene Plastik und Eckenkraft dieser stark und unmittelbar in die Stirn übergehenden Nasenwurzel zeigt die große Geistesruhe und Uebersicht, bei aller Schnelligkeit der Erfassung der Bewegung im Raum, der Schnelligkeit im Ueberlegen, Erfassen und Handeln.

Das Auge liegt zwischen den Lidern gedeckt und geschützt und doch äußerst lebhaft, klar, beweglich, fest und geistesgegenwärtig eingestellt, um im schnellsten Flug alles zu beachten, schnellstens innerlich zu verarbeiten und zu meistern.

Die wie Eisen so feste Nasenlinie zeigt die unbedingte Willensfestigkeit, Selbstbeherrschung und Durchführung.

Der gespannte Zug, – seitlich vom Nasendach über die Wangen bis zum Unterkiefer, wo das Mittelhirn sich spiegelt, das Empfinden und die Ausdauer, wo der Zug des Herzens und der Kraft liegt (vergl. obige Studienbüste), – zeigt, wie kraftvoll und ungehemmt diese Tätigkeiten hier das Auge unterstützen.

Die Wucht im Kinn und Unterkieferbogen, die Frische im gespannten Ohr zeigen die gesamte motorische und seelische Kraft in einheitlicher Leistung und Anspannung.

Dabei ist die Haut gespannt und erscheint wie gehärtet, an Hitze und Kälte gewöhnt, alles Empfinden nach innen auf die angeführten Punkte der Körper- und Geistestätigkeit konzentrierend. Das Wenige hier Gedeutete kann jeder erkennen. Wie klar spricht doch der Geist aus den Formen, in denen er lebt!

Die Schöne „Unbekannte“ aus der Seine.

Man könnte dem Bild auch die Bezeichnung geben:

„In seligem Todesschlummer“.

Die Geschichte ist kurz folgende: Eines Tages wurde die Unbekannte bei Paris tot aus dem Flusse gezogen. Seltsam ist, daß gleichzeitig – man spricht bei solchen Geschehnissen von Zufall– ein hervorragender bildender Künstler hinzukam. Von der Schönheit der Frau, von dem seligen Glück, das noch im Todesschlummer auf ihrem Gesichte lag, – der Leser betrachte das oben rechtsbefindliche Bildnis, – aufs Höchste überrascht, bat er um die Erlaubnis und erhielt dieselbe, einen Abguß machen zu dürfen und die Tote zu modellieren.

Das Bildnis ist meisterhaft ausgeführt und dank des Entgegenkommens des Verlags können wir die schöne Unbekannte hier wiedergeben.

Hals, Gesicht und Kopf ist von großer Schönheit. Um Augen, Mittelgesicht, Stirn, Wangen und Kinn liegt ein lieblicher, seliger Ausdruck.

Man fragt sich, wie ist das möglich, wie können die Formen noch im Tode eine so wunderbar edle, plastische Schönheit annehmen?

Es ist dies eine große Seltenheit, daß es wohl lohnt, die Erklärung dafür zu suchen und zu geben.

Wenn wir die edlen Linien des Halses betrachten, die Gesichtsbildung von der Nasenlinie bis zum Kinn, im Verhältnis hierzu das mittlere Gesicht, ferner die schöne Stirnform mit der hohen Scheitelwölbung, wo die Menschenliebe, die Herzensgüte, der Glaubens- und Idealsinn liegen, (man betrachte und vergleiche hiermit die Inschriften der Studienbüste am Kopfe dieser Zeitung) dann erkennen wir, daß diese „Unbekannte“ im

idealen Naturell liegt.

Sie gehört also zu den höchstwertigsten Menschennaturen, zu den kostbarsten Gütern, die es auf der Erde gibt.

Ist es nicht eine Tragik sondergleichen, daß dieser edle Mensch in der Jugendblüte den Tod in der Seine fand und wahrscheinlich selbst gesucht hat?

Was ist das für eine Welt, in welcher wir leben? Warum läßt man so edle Menschen, welche den Himmel der Liebe und Güte, des Glückes und der Schönheit in sich tragen, tragisch zugrunde gehen? – Man erkennt sie nicht und man wertet sie nicht!

Betrachten wir den Mund der „Unbekannten“. Er ist verformt und die Oberlippen- und Oberkieferpartie wie belastet. Etwas wie eine Vergiftung der Leiborgane spiegelt sich hier. Das ganze Leid, das dieses schöne Wesen erlebt hat, spricht aus dieser Mundregion.

Nun muß man bedenken, daß ein so edler Mensch allen Kummer viel, viel tiefer fühlt und empfindet wie der Durchschnittsmensch. Er leidet unsagbar darunter, für ihn kommt eher die Stunde, daß er das Leid einfach nicht mehr zu ertragen vermag – und dieser Fall scheint hier eingetreten zu sein.

Diese edle Frau im idealen Typus hatte die stärkste

Lebens-, Seelen- und Formkraft,

den stärksten Glauben an das Gute und an ein Weiterleben nach dem Tode.

Diese Lebenskraft, die gleichzeitig Beglückungs- und Liebeskraft ist und als geistige Strahlkraft alle Gewebe durchlebt, gibt diese Spannung, Plastik und edle Schönheit. Sie hält den Auflösungsprozeß auf und gibt selbst nach eingetretenem Tod noch das verklärte Aussehen.

So erklärt sich der glückselige Ausdruck im Gesicht. Sie ist ohne Schuldbewußtsein. Sie hat das Leid überwunden und im letzten Augenblick des Todes, bevor die feinstoffliche Seele und der Geist den Körper verließ, hat sie gefühlt und geahnt, nein – direkt wahrgenommen und empfunden, daß sie nun glücklicher wird, daß das Leid von ihr abfällt, daß ihr ein besseres Leben in anderer Form bevorsteht.

So lehrt dieses Bild, daß die Psyche

plastische Formkraft

besitzt, chemische und physikalische Wirkungen auslöst.

Die Natur ist viel großartiger, weit gerechter und weiser, wie wir ahnen. – Auch das lehrt uns dieses Bild, denn die glücklichsten Vorstellungen und Ahnungen eines neuen und besseren Lebens, das ihrer wartet, haben im letzten Augenblick diese Unbekannte erfüllt. Sonst wäre der glückselige Ausdruck im Gesicht undenkbar. Hier spricht die Form die letzte Wahrheit.

Sie symbolisiert in gewissem Sinne den Weihnachtsgedanken: „Durch hohe Liebe wird das Leid verklärt. – Die Liebe ist die stärkste Macht.“ Lerne man endlich die Symbolik der lebenden Formen richtig verstehen, damit

„Gerechtigkeit werde und Frieden auf Erden –

und den Menschen ein Wohlgefallen! -„

Huß vor dem Konstanzer Konzil 1414

nach dem Gemälde von K. Fr. Lessing 1842

Wie man mit Hilfe der Psycho-Physiognomik die Meisterwerke der bildenden Kunst versteht.

In der Mitte des Bildes, mit Nr.1 bezeichnet, sehen wir den böhmischen Reformator Johann Huß. Er hat sich freiwillig dem Konzil zu Konstanz 1414 gestellt, um sich wegen seiner angeblich ketzerischen Lehren zu verantworten. Er hat vorher die Zusicherung gegeben, daß er seine Lehren widerrufen wolle. sofern ihm das Konzil an Hand der Schrift nachweisen würde, daß er im Irrtum sei.

den Teilnehmern an diesem Konzil war es aber noch um etwas ganz anderes zu tun, nämlich um die Erhaltung ihrer Macht – und Huß überkommt es, wie das Gemälde mit zum Ausdruck bringt, wie eine innere Erleuchtung, daß er die hohen Herren ja gar nicht überzeugen kann. Sein guter Wille war verfehlt, er wurde mitsamt seinem Freunde, der ihm zu Hilfe geeilt war, zum Feuertod verurteilt und auf dem Schaffot verbrannt.

Unwillkürlich fragt man sich:

Wie ist das nur möglich?

Wie kann man nur einen Menschen, wenn er eine andere Überzeugung von der Wahrheit hat, darum verurteilen?

Sehen wir uns aber um, wie die großen Erfinder und Entdecker meist einen Leidensweg gingen und nicht verstanden wurden; – wie zur Jetztzeit viele rechtliche Menschen um ihrer politischen Überzeugung willen den Tod erlitten haben, – dann finden wir die Parallele.

Wir erkennen, daß die Wahrheit oder die Überzeugung von der Wahrheit und des besseren Weges sich nicht durch solche grausamen Mittel aus der Welt schaffen lassen, – denn der Kampf um dieselbe hat bis heute nicht aufgehört.

Wir erkennen, daß nur auf geistigem Wege, durch Aufklärung und Belehrung der Wahrheit und dem Guten in Wirklichkeit zum Siege verholfen wird.

Mit Hilfe der Menschenkenntnis wird man es in Zukunft vermeiden, daß Bringer neuer Wahrheiten um ihrer Überzeugung willen grausam leiden, Gut und Leben verlieren. Man wird von vornherein den richtigen Maßstab anlegen, den wir in folgendem zu finden suchen:

Bild 1. Huß steht ganz vergeistigt da, eine hohe, schlanke Gestalt. Wunderbar fein ist die edle Hand gezeichnet, die so viel Gutes schaffen wollte und niedergeschrieben hat.

Das Oberhaupt, wo der Sinn für die höchsten Ideale liegt, ist hoch und schön gewölbt, die Nase ist feinstens modelliert. Dieser edle Kopf erinnert an andere große Helden des Geistes. Huß beteuert, daß er aus Wahrheitsdrang, aus Liebe zum Guten und Besseren seine Lehren, die gut und nicht ketzerisch seien, zum Wohle aller Menschen aufgestellt habe.

Aber er dringt damit nicht durch. Warum?

Bild 2, dieser hohe Würdenträger, der zweifellos eine maßgebende Stimme in dieser Versammlung besitzt, hat grobe Gesichtsformen, eine grobe Nase, einen fetten Hals, die linke Hand liegt da, wo der Magen sitzt und deutet symbolisch, daß hier bei ihm der Sitz der Gefühle und Interessen in der Hauptsache zu suchen ist. Er ist mit seinem Urteil fertig und nimmt keinen Anteil mehr an den Vorgängen.

Bild 3 zeigt ein feineres, wenn auch im Kern hartes Gesicht. Das Auge geht ideal nach oben. Er möchte wohl einesteils dem Huß recht geben, aber die innere Wärme durchdringt nicht den strengen Zug des Mundes.

Bild 4, ist der Würdenträger, der sich zwischen den beiden Personen herniederbeugt. Er stützt mit der Hand das Kinn, wo die Tat und der Wille liegen, sodaß die Kraft mehr der Stirn und dem Oberhaupt zuströmt und er besser denken kann. Er ist ganz Ohr, ganz entspannt und daher sinkt auch das Haupt tief herab. Er denkt im guten menschlichen Sinne nach, er ist auf dem Wege der besseren Überzeugung. Sicher und gewiß, Huß würde nicht auf das Schaffot kommen, wenn auch seine anderen Richter die Fähigkeit der Wahrheitserkenntnis im gleichen Maße besäßen.

Bild 5. Dieser alte Mann dahinter, ein würdiges, freundliches Haupt, ein edler, guter Mann, würde Huß ganz gewiß auch nicht verurteilen. Und es ist, wie man genau hinsehend wahrnimmt, als wenn Huß selbst ganz gebannt wäre und nur noch zu diesen drei Personen, Bild 5, 4 und 3, spräche.

Bild 6. Der Patriarch mit dem langen Bart verfolgt aufmerksam den Huß. Aber die Gesichtszüge, die steife Kopfhaltung, die ganze Gestalt zeigen unerbittliche Strenge. Hier ist keine Milde zu erwarten, sondern ein Urteil nach vorgefaßter Meinung.

Bild 7. Dieser Mann wendet sich dem Patriarchen Bild 6 zu. Aus den dunklen Augen mit dem bezwingenden Blick spricht die Leidenschaft der Überzeugung. Er stimmt dem zu, dem er sich zuwendet.

Bild 8. Dieser Kopf betrachtet Huß kritisch, aber hart, etwas mitleidig und mit entwertenden Blicken, als wolle er sagen: Was will denn der Mann! Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns.

Bild 9. Dieser Mann mit dem Bart und der niederen Stirn sieht finster drein. Er begreift den tiefen Sinn der Bemühungen und den Eifer des Huß nicht. Er verurteilt.

Bild 10. Dieser Würdenträger, der uns und auch dem Huß den Rücken zuwendet, scheint der dritte im Bunde der Letztgenannten zu sein. Und dahinter die hohe Gestalt.

Bild 11, sieht wie ein Krieger aus, knochig und bestimmt, als könne er den Huß schon mit seinen Blicken und mit seinem Denken vernichten, das hinter der harten Stirn wirkt und das tiefe, milde Denken des Huß nicht erfaßt.

 

Nun zu der anderen Seite.

Der hohe Würdenträger mit den weißen Gewand, Bild 12, liegt im Ernährungs-Naturell. Alle Körperformen gehen in die Breite. Verstand und Gefühl dringt nicht in die Tiefe, ganz entgegengesetzt wie bei der schmalen, feinen Gestalt und der hohen Stirn des Huß, den er darum nicht verstehen und dem er nicht folgen kann. Er nimmt keinen Anteil mehr. Vielleicht enthält die mit dem großen Siegel versehene Pergamentrolle schon das Urteil über Huß. Er wendet sich um zu dem Manne, Bild 13, mit dem breiten Gesicht, der niederen Stirn und dem flachen Oberhaupt, den er besser versteht. Schon die Kutte, die dieser trägt, wirkt unheimlich wie das kalte Gesicht, – er erhält seine Weisung.

Der greise Würdenträger, der in dem Lehnstuhl sitzt, die Füße auf einem Kissen, Bild 14, zeigt harte Formen. Die Gestalt ist groß und hager, ganz anders wie die des Huß, der zierlich und fein ist. Er urteilt nach äußerlichem Recht und der Macht.

Dahinter die drei Gestalten, die ebenfalls sitzen, Bild 15, 16 und 17, haben harte, grobe Gesichter, große Nasen, den starken Unterkiefer, wo die Tatkraft liegt, die strengen Züge. Es sind Äußerlichkeitsmenschen und kein dem Innerlichkeitsmenschen gerecht werdendes Urteil ist zu erwarten.

Diese Äußerlichkeitsmenschen verstehen es wohl, Pracht und Glanz zu entfalten, die Macht auszuüben und rücksichtslos zu herrschen, aber auf den Platz, den sie hier ausfüllen, gehören sie nicht. In geistigen und religiösen Fragen soll der Innerlichkeits- und Edelmensch die Entscheidung haben, sonst triumphiert die Gewalt und das Edle und Hohe, der wahre Fortschritt und Forschergeist leidet Not und wird geknebelt.

Die beiden Gestalten an der Säule stehend, Bild 18 und 19, haben den finsteren und drohenden Ausdruck. Das Auge ist tief gestellt, die Mundwinkel sind herabgezogen und alle Energie liegt im Untergesicht. Die beiden sind furchtbar und schrecklich, sie sollten nie über gute Menschen richten. Sie verurteilen womöglich die arme Seele des Huß noch über den Tod hinaus, – wenn es ginge.

Bild 20 verfolgt aufmerksam die Verteidigung des Huß, wagt aber nicht eine eigene Meinung zu bilden oder gar zu äußern. Er hat gelernt zu lauschen, zu gehorchen und – zu schweigen.

Und das vorletzte Bild 21, der Mann mit der runden Kappe auf, stiert hervor, er macht Augen, Nase, Ohren und Mund auf, er staunt über den Mut des Huß, obwohl er kaum etwas recht begreifen kann und er weiß nicht, was er sagen und denken soll.

Der letzte, Bild 22, schaut aus seiner Kopfumhüllung finster heraus, wie das dunkle Mittelalter mit seiner Verirrung.

(Hinzugefügt)

Hier vor dieser Versammlung ist Huß rettungslos verloren. Huß starb für seine Idee, standhaft ertrug er den schrecklichen Feuertod. Wie anders hätte man diesen edlen Mann würdigen müssen!

Wäre Huß in ein anderes Land gegangen, vielleicht zu den Naturvölkern, er hätte mehr Verständnis finden können wie unter diesen Männern.

Aber dieser Geistesheld opferte sich.

So lernen wir dieses Kunstwerk auf Grund der Menschenkenntnis verstehen. Wir lernen weiter daraus, wie notwendig es ist, den guten und edlen Menschen mit aller Kraft energisch und unter allen Umständen zu unterstützen, ihm mit Tatkraft beizustehen, denn durch ihn allein kommt aller Fortschritt und alles Gute in die Welt.

Welche Bewandtnis hat es mit dieser

lebensgroßen Studienbüste zur Menschenkenntnis?

Die hier abgebildete Studienbüste wurde genau nach den Vorlagen und Zeichnungen aus Huters Werken, erstmalig vor mehr als 10 Jahren, von uns hergestellt und vervielfältigt.

Diese Büste hat sich seitdem als

plastisches Anschauungs- und Lehrmittel

gut bewährt und sich viele Freunde erworben.

Sie gelangte auch in das Institut für Menschenkunde des bekannten Physiologen Prof. Dr. Hans Friedenthal an der Universität Berlin, Kaiserin Friedrich Haus„.

In Nr. 39, Jhrg. 1930, des „Weltspiegels„, Beilage des „Berliner Tageblattes, erschien ein ill. Artikel über dieses Institut, welchem die Studienbüste in drei großen Abbildungen als interessierendes Hauptbild vorangesetzt war. Die Wiedergabe geschah aber so, daß die Herkunft der Büste nicht zu erkennen war.

Dann erschienen ähnliche Arbeiten über das genannte Berliner-Institut auch in der „Illustr. Republ. Zeitg.„, in Beilagen des „Vorwärts-Verlages„, in denen die Büste ganz abgebildet wurde.

Neuestens brachte die bekannte Zeitschrift „Wissen und Fortschritt“ Heft 10, Okt. 1932, die Abb. der Büste in einer entsprechenden Abhandlung in Verbindung mit Bildern aus dem Friedenthalschen Forschungs-Institut.

Man hat aber, den erwähnten Arbeiten nach zu urteilen, die 130 Jahre alte Gallsche Phrenologie zur Erklärung herangezogen, anstatt auf die viel wichtigeren neueren Forschungen Bezug zu nehmen, welche den Inschriften der Studienbüste zugrunde liegen.

Wie aus den beigefügten Abbildungen des Friedenthal-Instituts hervorging, wurde die Büste von den Studierenden der philosophischen und medizinischen Fakultät zu vergleichenden Forschungen mit daselbst vorhandenen plastischen Bildwerken benutzt.

Wir geben ein solches Bild, das die Verwendung der Büste zeigt, hier wieder. Was daran befremden muß, daß ist das auf dem Tisch liegende große Winkelmaß; ein weiteres Bild zeigte noch den Gebrauch des Zimmermannsinstrumentes, des sogenannten „Kalibers“, bei Messungen an den Bildwerken.

Auf diese Weise feststellen zu wollen, welche Bedeutung der äußeren Form für die Anlagen eines Menschen zukommt, mag zu Galls Zeiten, also vor Huter, üblich gewesen sein.

Nachdem aber Huter den Nachweis erbracht hat, daß es weniger auf die Form an sich und ihren Rauminhalt ankommt, daß vielmehr

die Qualität der Form

erfaßt werden muß, um den darin wohnenden Lebensgeist einwandfrei festzustellen, ist diese Meßmethode zur Feststellung der Anlagen als wissenschaftlicher Irrtum und Rückständigkeit abzulehnen.

An einem Beispiel seien diese wichtigen Qualitätsunterschiede der Form kurz illustriert:

An den Nasenflügeln zeigt sich z.B. die Kraft und Schwäche der Atmung und Lunge.

Sind die Nasenflügel von reiner, gesunder Form, Farbe und Konstanz, plastisch gut modelliert, in frischer Spannung und Strahlung, dann ist die Atmung kräftig und die Lunge gesund.

Sind aber die Nasenflügel matt, bleich, verschwollen, ungünstig verfärbt, von einer lockeren, brüchigen Konstanz, oder sind sie gar hart, unelastisch und wie leblos, fehlt die Kraft der Spannung, die lebenswarme Strahlung, dann ist die Atmung und Lunge krank.

Diese Unterschiede sind aber mit den angeführten Meßinstrumenten auch nicht im entferntesten festzustellen, sondern nur durch ein neues

klassisches Sehen,

wie es Huter besonders lehrte und ausbildete, das seinen Schülern geläufig war. Diese Grade der Qualität sind niemals zu messen und zu wägen. Sie können nur durch das geschulte Auge, das feinere Tönungen wahrnimmt als alle Instrumente der Welt, lebendig geistig erfaßt und gesehen werden. Ähnlich so verhält es sich mit den übrigen 250 Einzeichnungen der Studienbüste. Wer sich für die Büste interessiert, beachte die Anzeige der nächsten Seite.

Meines Lebens Leitgedanken!

von Carl Huter.

Zum 4. Dezember, seinem 20. Todestag.

1. Der wahre Wert des Menschen liegt nicht in materiellem Besitz und Eigentumswerten, sondern in seinem Charakter.

2. Du sollst nicht besitzen, bis Du des Besitzes wert bist!

3. Wer des Besitzes unwürdig ist und doch besitzt, der ist eine stehende Gefahr für die Güter, die er besitzt, und für die Menschen und Dinge, die er beherrscht.

4. Daher tut uns dringend eine neue Menschenkenntnis-Methode not, um den reinen, wahren Wert des einzelnen Menschen zu erkennen und es tut uns eine neue ideale Weltlehre not, um den Menschen zum höchsten Innenwert emporzubilden; die erstere habe ich geschaffen in der wissenschaftlich beweisbaren und lehrfähigen Psycho-Physiognomik, die zweite in der Kallisophie, der neuen Welt- und Lebensreligion.

5. Aber es muß auch eine Umformung der Gesellschaft nach diesen Lehren eingeleitet werden. Auch diese Wege bahnte ich in einer neuen Ethik an. Sie erstrebt:

a) wirtschaftliche Gerechtigkeit,

b) glückliche Ehen auf Grund der Entdeckungen über die komplementären Naturelle,

c) ein neues Liebes-Sittenrecht,

d) ein Familienrecht als Grundrecht aller Rechtsein-richtungen,

e) die Rangordnung der Persönlichkeiten, d.h.:

6. In Zukunft sollen nicht der verstandeskalte Scheingebildete neben Weisen und Guten, – nicht auch noch Verbrecher und Narren regieren, sondern es sollen die Weisen, die Besten und Tüchtigsten in der Natur-, Menschen- und Gotterkenntnis regieren, raten, leiten und Recht sprechen!

7. Es sollen nicht die außerhalb der kirchlichen oder staatlichen Formehe gezeugten Kinder außerhalb des Familien- oder Vaterrechtes stehen, sondern sie sollen innerhalb der Familie des Vaters stehen.

8. Es sollen die Männer nicht lediglich Alkohol-, Spiel-, Sport- und Parteimenschen oder Frauenjäger, sondern sie sollen an erster Stelle Gottergebene sein, die alles Nützliche, Ideale und Gute treiben, schaffen und erstreben und sich dadurch erst des Besitzes und der Beherrschung des Weibes und der irdischen Güter würdig erweisen.

9. Das Recht der Liebe anderer hat der, der die Pflicht der Liebe gegen andere erfüllt; die Liebe soll frei, der intime Verkehr aber gesperrt sein, wo nicht die reinste Liebe ihn begleitet und wo er nicht betätigt werden darf, allein schon nicht aus Menschenwürde!

10. Die Ehe soll nicht in einer, sie soll in vielen Formen bestehen, um allen freien Liebesneigungen, soweit sie sittlich berechtigt sind, gerecht zu werden, um durch die Liebe und Ehe alles erdenkliche Menschenglück entfalten lassen zu können.

11. Es soll die heilige Liebe und Ehe als Ideal gepflegt werden, aber es kann auch die weniger hohe, also die geringer gradige Liebe und Ehe gelebt werden. Es soll auf keinen Fall eine unliebsame, unharmonische Ehe mehr gelebt werden. Solange sich zu keiner besseren, höheren, annehmbaren Ehe Gelegenheit bietet, lebe man ehelos.

12. Allen Menschen soll das Recht auf Arbeit und Verdienst eingeräumt werden, damit kein ehrlich Wollender mehr Not leidet.

Aber jeder Arbeitsscheue soll die Not als Strafe leiden, denn die Not erzieht zur nützlichen Arbeit alle die, welche den Wert der Arbeit nicht kennen wollen, daher soll auch der Wohlhabende arbeiten.

13. Der edle Charakter adelt den Besitzer und dieser adelt seinen Besitz und alles das, was er beeinflußt.

14. Man fange mit allen Reformen bei dem Innern der Menschen und zuerst bei sich selber an, bei der Veredlung der Gesinnung, Bereicherung der Erkenntnis und Energieentfaltung im guten Streben und Arbeiten.

15. Dazu studiere man Menschen- und Seelenkenntnis und bilde die Ideale der Reinheit, Lauterkeit, Wahrhaftigkeit und die Kraft zu stetigem Schaffen, Vervollkommnen, Verbessern bei sich und andern Menschen aus.

16. Ursprünglich lag alles nebeneinander, Gutes und Böses, erst der Wille zum Guten sammelte und einigte das Gute.

So wie die Ethik und Moral erst aus der Weltanschauung entstanden ist, so ist die Religion und das Ideale und das Göttliche aus dem ethischen Heiligkeitsgefühl entstanden.

 

Mein neuer Gottesglaube und meine ideale

Welt- und Lebensreligion

17. Das Göttliche ist das gesammelte Gute, es ist etwas Geschaffenes und Gewordenes aus dem Willen, der das Gute liebt und das Böse verabscheut.

18. Der Wille, der das Böse liebt, wird sich am Bösen erfreuen, wird das Böse sammeln und Unschuldiges und Gutes böse zu machen suchen.

Dieser Wille ist ein sündiger Wille, er haßt und verfolgt das Gute, er sucht das Gute böse, das Böse gut hinzustellen.

19. Dieser böse Wille schafft Leid und Verderben, er wächst, wird er nicht im Keime erstickt, zur Satansmacht mit Lügen und Verbrechen und schweren Lastern heran und dieser böse Wille ist der Todfeind alles Guten und Göttlichen. –

20. Wende Dich ab von allem Bösen durch rechte Erkenntnis, höhere Bildung, festen Gegenwillen und durch Gebet und bleibe treu und fest dem Guten ergeben und vernichte alles Böse durch Verbesserung desselben, denn zerstören läßt sich nichts!

Meine Lebensmoral heißt: Dulden, leiden, verbessern in Liebe ohne Ende! Gehet hin und tuet das Gleiche!

(Fortsetzung folgt.)

 

 

Carl Huter heilt eine gelähmte Frau durch

Uebertragung der überschüssigen Lebenskraft.

Mit Nr.1 bezeichnet sehen wir in den Gruppen das Bildnis Huters und mit Nr.2 eine seit vier Jahren völlig an beiden Beinen gelähmte Frau.

Das Bild links (es stammt aus dem Jahre 1902) zeigt, wie Huter bestrebt ist, durch Uebertragung der Lebenskraft das Gewebe der Beine neu zu beleben und damit den stockenden Blutumlauf wieder in Gang zu bringen.

Huter ist bekanntlich der Entdecker der als Strahlkraft wirkenden Lebenskraft. Er hat den Nachweis erbracht, daß die Lebenskraft der Zellen gleichbedeutend mit Liebeskraft ist, daß sie in Form einer weichen, sehr mild und angenehm, meist kühl empfundenen Strahlung auftritt.

Die Lebenskraft tritt in dem anatomischen Strahlengebilde der Zelle, dem Zentrosoma, (letztere ist mikroskopisch sichtbar) auf und kann über die Zelle hinaus wirksam sein.

Damals – 1899 – stand Huter vollständig isoliert mit seiner Entdeckung – heute gibt es bereits eine medizinische Literatur über diese Lebensstrahlen und eine ganze Reihe hervorragender Forscher beschäftigt sich mit dem Problem, es seien nur erwähnt Prof. Gurwitsch, Stempell und Lakhowski.

Das Bild in der Mitte zeigt, wie Huter der kranken Frau, die bereits mit Unterstützung der anderen Personen wieder stehen kann, sehr wohlwollend entgegenkommt, sie anfaßt und streicht und durch gütigen Zuspruch die Hoffnung, das innere Glück, die Zuversicht weckt und stärkt.

Das Bild rechts zeigt, wie die Frau bereits allein wieder stehen kann. Das war der Fall nach vierwöchentlicher Behandlung und Kur. Huter selbst steht aufrecht und gespannt gebend da, er facht durch Bestreichungen und Willensstärke die Strahlkraft der Zellen und damit die gesunkenen Körperfunktionen zu energischer und anhaltender Tätigkeit an. Es ist das innere Lebenslicht der Zellen, das durch die Lebenskraft des Heilers gestärkt, gleichsam angefacht wird wie ein heiliges Feuer, resp. Lebenslicht.

Es gibt  nur wenige Menschen, welche die Lebenskraft, – Huter nannte sie Helioda, – so stark besitzen und abgeben können, daß dadurch Kranke zu heilen sind. Das geschieht natürlich aus unmittelbarer Nähe und nicht durch Fernbehandlung, die Huter nur zu Versuchszwecken, sonst aber nicht anwandte.

In den obigen Bildern sehen wir noch eine mit Nr.3 bezeichnete männliche Person Dieser junge Mann war ein Schüler Huters mit Namen

Karl Kotthaus,

der nun vor kurzem gestorben ist. Eine Frau Evers-Millner schreibt in der Berliner Zeitung „Der Tag“, Kotthaus Tod sei ein sehr schwerer gewesen, – er habe an Tuberkulose und Diabetes gelitten.

Seine letzten Worte auf die Frage, die er selbst stellte, ob sein Leben umsonst gewesen sei, sollen gelautet haben: Was für ein Ende….! – Welche Tragik….!

Da die genannte Frau M. schreibt, daß sie 20 Jahre mit Kotthaus zusammenarbeitete, mit ihm in Italien war und an seinem Sterbelager in einer Lungenheilstätte weilte, ist anzunehmen, daß sie Kotthaus gut kannte. Leider geht sie zu einigen Bemerkungen über, die man

im Interesse der Huterlehren

und der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet nicht unwidersprochen lassen kann.

Sie behauptet u.a., außer Lavater und Huter habe es keinen Physiognomiker von so hohem Rang gegeben wie Kotthaus, (Lavater und Huter haben große Werke hinterlassen, Kotthaus keines) er habe die Naturellehre Huters übernommen und ausgebaut.

Schon vor einigen Jahren hatte dieselbe Dame in den Münchner Neuesten Nachrichten behauptet, der geniale Kotthaus, ein Schüler Huters, habe die von Huter gefundenen Naturelltypen auf drei Grundtypen zurückgeführt.

Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Es genügt wohl an dieser Stelle die Erklärung, daß Zeitungsberichte und andere kleine Drucksachen aus den Jahren 1904-08 vorliegen, wonach Kotthaus selbst auf Carl Huters drei Grundnaturelltypen Bezug nahm.

Auch sonst ist uns nicht das allergeringste bekannt geworden, daß Kotthaus in irgend einer Weise die Huterlehren ausgebaut hätte. Wir halten das auch, der ganzen Sachlage nach zu urteilen, für gänzlich ausgeschlossen.

Fest steht folgendes: Carl Huter nahm den noch nicht 20 jährigen Kotthaus zu sich in seine Detmolder Anstalt, um ihn als Masseur und Bademeister auszubilden (wie es die obigen Bilder zeigen) und behielt ihn etwa 4 Jahre dort. Kotthaus hatte damals eben seine Lehrzeit in einem Handwerk beendet. Huter schreibt, daß Kotthaus schwindsüchtig war. Er habe ihn dann in die Grundelemente seiner Psycho-Physiognomik eingeführt, ihn als Redner und sogar als Elementarlehrer ausgebildet, ihn gesund und stark an Leib und Seele gemacht. Was Kotthaus ist, sei er durch Huter geworden.

Als Kotthaus später Vorträge über Huters Lehren hielt, damit Bewunderung erregte und Ansehen bekam, änderte sich das Bild bald und er ging eigenen Wege.

Uns ist in den letzten 20 Jahren kein einziger Fall bekannt geworden, daß Kotthaus irgend ein Huterwerk aus unserem Verlag verlangt oder sonstwie an eine dritte Person empfohlen hätte. Er nahm daran keinen Anteil.

Eine große deutsch-amerikanische Zeitung erließ vor etwa 5 Jahren einen Hilferuf für das Kulturwerk des Begründers der Gestalt-Psychologie, der Biologischen Physiognomik Karl Kotthaus„.

Es genügt wohl, wenn wir demgegenüber erwähnen, daß Carl Huters Psycho-Physiognomik, auf biologische und physiologische Grundlagen gestellt, fest begründet und in Werken niedergelegt ist, an denen Kotthaus keinen geistigen Anteil hat.

Kotthaus war unserer Ansicht nach ein guter Psycho-Physiognomiker. Wir halten aber dessen ungeachtet dafür, daß die Huterlehre andere Ziele verfolgt, als

dem Selbstzweck

des ausübenden Physiognomen zu dienen.

 

 

DgM Nr. 3 (Hinzugefügt)

Die Höhenstrahlen

In Nr.3 „Der Menschenkenner“ brachten wir eine Abhandlung über Prof. Piccard, wie derselbe nunmehr bekannt gibt, ist als Ergebnis seiner beiden Höhenflüge festgestellt, daß die sogenannten Höhenstrahlen nicht aus dem Weltall kommen, sondern von der Erde ausgehen.

Damit haben wir recht behalten.

An der Hand von Zeichnungen legten wir dar, daß es sich bei den sogenannten Höhenstrahlen jedenfalls um die von Huter gelehrten magnetischen Kraftspannungslinien der Erde handelt.

Damit ist aber natürlich nicht gesagt, daß es keine Strahlen gibt, die direkt aus dem Weltall kommen. Huter stellte auch die Elementarstrahlung der Weltenkörper fest und lehrte, daß der Lauf der Gestirne, die große Ordnung im All nicht nur auf der gegenseitigen Anziehung (Schwerkraft) beruhe, sondern daß die Himmelskörper im gleichen Maße oder noch stärker durch Strahlung aufeinander wirken.

 

Glück und Erfolg im Leben durch

Menschenkenntnis

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

      Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

DgM 004

Der gute Menschenkenner 004 von 101 

Deutschland Wappen Red S

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

 dgm59dgm_1937.jpg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

 pgs-link-wwwchzade-redm.jpg

http://www.chza.de

 BRD de jure erloschen

 The „German Empire“

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … „The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16, article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing“ (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not „successor in law“ of the German Empire, but identical as state with the state of the „German Empire“, — under reference to its territorial expanse only „partially identical“, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law „Germany“ (German Empire) … and a consistent state territory „Germany“ (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

„The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended„. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

 Form Geist

 EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

 PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© November 1932 Nr. 4

 DgM 004 Carl Huter - Papen

Reichskanzler von Papen Ein Persönlichkeitsbild

Die Wahrheit über den Tod König Ludwigs II.

Die Erklärung des Hellsehens

Wie man Ghandi richtig versteht

Wann siegt Max Schmeling

Reichskanzler von Papen 

Es gibt heute viele Menschen, die sehr gerne nach einer zuverlässigen Grundlage wissen möchten, wie unser Reichskanzler von Papen

in Wirklichkeit ist,

denn von vornherein hatte Herr von Papen die großen Parteien gegen sich. Die Hitlerpartei wollte ans Ruder, Zentrum und Sozialdemokraten verloren ihren entscheidenden Einfluß und die

umstrittene Persönlichkeit

war der Reichskanzler.

Infolgedessen sind auch die Urteile über ihn sehr verschieden, ob gerecht, das ist eine andere Frage. Haben sie

einen Parteistandpunkt

zur Grundlage, dann fallen sie meist einseitig gefärbt aus.

Daher ist es für den Menschen, der ein wirklich objektives richtiges

Persönlichkeitsbild des Reichskanzlers 

wünscht, sehr schwer, ein solches zu erlangen.

Dem Irrtum ist und bleibt Tür und Tor geöffnet und auf einer irrtümlichen Grundlage kann man nicht klar sehen und richtig handeln.

Hier kommt uns nun die neue

Wissenschaft der Psycho-Physiognomik,

die Menschenkenntnis,

zur Hilfe. Wie ein Lichtstrahl erleuchtet sie das Dunkel und zeigt den kürzesten und geradesten Weg, indem sie lehrt:Der Geist lebt in den Formen, der Wille und das Wesen des Menschen ist an seine Organe gebunden, und die reine, lautere Wahrheit über seine Persönlichkeit ist am schnellsten und sichersten aus den

Körper-, Kopf und Gesichtsformen 

zu ersehen.

Der Leser hat dabei den großen Vorteil, die Formen selbst mit überprüfen zu können, auf der denkbar sichersten Grundlage sich eine eigene Überzeugung zu bilden, um danach richtig handeln zu können.

Das sei vorausgeschickt. Der Leser betrachte nun unvoreingenommen und mit dem aufrichtigen Wunsche recht zu sehen das

oben wiedergegebene Bildnis des Reichskanzlers.

DgM 004 Von Papen

1. Das Gesicht des Reichskanzlers hat eine gut durchgebildete längliche Form, ist nur mäßig breit, dabei markant gebaut, das ist das sichere Merkmal dafür, daß die Naturellanlage

der Tat und Bewegung

im Vordergrund liegt,

daß andererseits die Anlage für die Ruhe, Ernährung und Bequemlichkeit zurücksteht.

2. Das Längenverhältnis der drei Hauptabschnitte des Gesichts1. Stirn-, 2. Nasen- und 3. Oberkiefer-, Mund- und Kinnpartie – ist ungefähr gleich. –

Wir haben daher den in seinem Tat-, Gefühls- und Verstandesleben

normalen Menschen vor uns.

3. Da Stirn und Oberhaupt höher gebaut sind wie beim primären Tat- und Bewegungs-Naturell, da ferner die Haut sehr frisch und kernig, klar und nervenreich ist, das Auge mit seinen Lidern auf Gefühlswärme und Tiefe deutet, so geht die Anlage über die des Bewegungs-Naturells weit hinaus und nimmt die Richtung zur

Harmonie des Lebens.

Trotzdem bleibt die Tat- und Bewegungs-Anlage aber doch im Vordergrund liegend und stark betont.

4. Wer die

weltberühmte Dreitypenlehre

Huters kennt, der weiß sofort, daß mit diesen drei Punkten die

Hauptcharakterrichtung 

des Herrn Reichskanzlers bereits gekennzeichnet ist. Man studiere die Dreitypenlehre in den einschlägigen Originalwerken Huters und identifiziere sie nicht mit der

nach dem Tode Huters

heute an den Universitäten gelehrten

medizinischen Dreitypenlehre.

Diese kann die Originaltypenlehre des Entdeckers nicht ersetzen!

Die Dreitypenlehre sollte jedem Menschen so geläufig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen, da sie für das praktische Leben in mancher Beziehung noch wichtiger ist, als diese Elementarfächer des allgemeinen Wissens.

Obwohl es selbstverständlich ist, sei doch kurz betont, daß diese Lehre absolut nichts mit der modernen Art der Astrologie zu tun hat. Carl Huter hat nie ein Horoskop gestellt, obwohl er den Einfluß der Gestirne auf unsere Erdenentwicklung nicht in Frage zog. Seine Lehre führt die Menschen – um den Charakter zu erforschen, von den Sternen ab, zurück auf die Erde, zum lebendigen Menschen und seinen Formen, – zur Lebenswirklichkeit.)

5. Das Oberhaupt des Reichskanzlers, das schlicht und doch so bestimmt liegende Haar, die Stirn mit der feinst gespannten Haut, das Gesicht mit dem guten warmen Ausdruck, – in Verbindung mit dem klaren, reinen und durchaus offenen Blick der Augen zeigt, daß der Träger solcher Merkmale eine von gutem Wollen getragene ideale Lebensrichtung verfolgt.

6. Das Auge selbst hat dabei den Blick in die Ferne, der also nicht nur auf das Naheliegende des Lebens gerichtet ist, sondern der im Gegenteil die Menschen und Dinge zu umspannen versucht, in die Tiefe greift, um allen, nicht nur einer Partei, einer Kaste, einer Religion, einem Stand allein gerecht zu werden, sondern dem ganzen deutschen Volk mit seinen Lebensbedürfnissen und Idealen, der darüber hinaus auch eine gerechte Stellung und Würdigung gegenüber andern Völkern sucht, – und die gute Tradition und Vergangenheit berücksichtigt.

So erst kann man den Reichskanzler recht verstehen,

es ist ihm ernst, und er gibt sich die größte Mühe, in unserm Volke wieder das einige Deutschtum wachzurufen, damit alle das eine große Ziel der Volkswohlfahrt fördern.

7. Der ganze Gesichtsausdruck ist durchaus offen, die Bildung um beide Augen und an der Nasenwurzel, – der Leser überzeuge sich, –

ist wie abgezirkelt,

so offen, schnurgerade und grundehrlich meint es der Reichskanzler, – das ist wahrlich etwas, was jeder objektiv Denkende anerkennen sollte.

Das gute Wollen, die Arbeit und Aufopferung für ideale Ziele machen den Grundzug seines Wesens aus.

(Wohl vermag er, wie das breite Kinn und die Jochbeine zeigen, wenn er momentan keinen anderen Ausweg sieht, zuweilen hart in der Durchführung zu sein, aber das ist nicht seine Grundwesensart, es bricht die warme ideale wohlwollende Gesinnung wieder durch, wir können daher sicher sein, daß auch die Härten der Notverordnung, welche die Ärmsten belasteten, wieder aufgehoben werden.)

Wer mit Leib und Seele so bei der Sache ist, die er vertritt, dem sollte man auch zur Seite stehen und ihn nicht um Prinzipien willen bekämpfen. Zerstören ist leicht, – aufbauen schwer.

Würdigung und Gerechtigkeit ist das Ziel dieser Forschung. Die Menschenkenntnis bewertet jeden individuell, gleichviel welcher Rasse, Religion, Partei oder welchem Stand er auch angehören mag.

 

König Ludwig II.

Die wahre Ursache seines Todes und wie sein Ende sich wirklich abgespielt hat

Durch die Veröffentlichung der Aufzeichnungen eines Augenzeugen, des Freiherrn von Washington, in der Berliner Illustrierten Zeitung und die Darstellungen des Könglich Bayerischen Kammerherrn, Freiherrn von T., in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, sind die Vorgänge, die sich bei dem tragischen Tod des Königs abspielten, scheinbar vollkommen klargestellt.

Nach der ersten Darstellung ist das tragische Ende des Königs in erster Linie auf Selbstmord zurückzuführen, d.h. es ist geschildert, wie der König bereits an spontanen geistigen Störungen litt, aber doch nicht in der Weise, daß seine volle Willensbestimmung ausgeschaltet gewesen wäre. Ich glaube nun nicht an eine Selbstmordabsicht des Königs.  Wohl mag ein schwerer Albdruck auf ihm gelegen haben, der ihn ahnen ließ, daß es mit seiner geistigen Gesundheit noch weiter bergab gehe.

DgM 004 Nervenarzt Gulden 

Der König war unter Aufsicht des Nervenarztes Dr. von Gudden gestellt, Bild 1.

Diese Maßnahme gegen den König war verfehlt.

Man betrachte das Bildnis des Dr v. Gudden. Aus diesem Gesicht spricht Willensfestigkeit und Strenge, Kraft und auch wieder Wohlwollen. Er war zweifellos ein tüchtiger Fachmann, eine Kraftnatur, der man sich beugen und gehorchen mußte, – etwas, was dem König doch ganz und gar nicht lag. Der Gesichtsausdruck des Dr. Gudden ist aber auch der des ganz realen Wissenschaftlers, der nur mit den greifbaren Tatsachen rechnet.

DgM 004 König Ludwig Jugend 

Der König liegt im genialen und idealen Typus, voller Geist, Leben und Schönheitsgestalten.

Er war ein genialer Architekt. 

Er war aber auch ein ideal gesinnter Mensch, der Kunst und Wissenschaft förderte, der sein Volk nach jeder Richtung hin sittlich und geistig höherbringen wollte.

Kurz gesagt, der König wollte

sein Bayernvolk glücklich machen,

und zwar auf seine Weise, nach seiner künstlerischen Veranlagung.

DgM 004 Neuschwanstein 

Überall stieß er auf Widerstand, auf Verständnislosigkeit, Beschränktheit, Dogmatismus, Kurzsichtigkeit, sogar auf bösen Willen usw.

In der Anlage des Königs und in seiner Umgebung, der er weit an Geist und Gaben überlegen war, ist schon

der Grund zu der Tragik 

seines Lebens zu suchen.

Er zog sich immer mehr zurück, lebte in den prachtvollen bayerischen Bergen, baute seine Schlösser, entwarf selbst alle Pläne, arbeitete Tag und Nacht, das Volk dort liebte ihn und er glaubte, so doch noch sein Ziel zu erreichen, das Beste für sein Volk zu tun, durch den Bau seiner Schlösser, die Entfaltung höchster Pracht und Schönheit, in Verbindung mit einer herrlichen Natur die Herzen seines Volkes zu den höchsten Idealen zu erheben. Der König wußte, daß

ohne die erhabene große bildende Kunst 

das Leben Gefahr läuft, im blauen Alltag zu versimpeln. Das wollte der König verhüten. Er wurde nicht verstanden. Die Folge war für ihn, da er sich immer mehr abschloß, eine einseitige falsche Lebensweise führte, daß sich eine gefährliche Belastung des sympathischen Nervensystems einstellte.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Nach außen hin fanden diese Mißklänge ihren Niederschlag – in einem Schuldenkonto von 13 Millionen Mark -, diese wolle man nicht bezahlen – und dem König weiter kein Geld zum Bauen geben, obwohl doch das ganze Land den Nutzen davon gehabt hätte.

Heute hat allein die Stadt Nürnberg mehr als 14 Millionen Mark Schulden, und niemand macht ein großes Aufheben davon. Man nimmt die Tatsache einfach hin.

Hätte man sich nicht so verständnislos gegen den König gezeigt, ihn besser erkannt und gewürdigt, dann hätte er gesund bleiben können. Die feenhaften Schlösser, die der König noch bauen wollte, würde heute die Menschen aus der ganzen Welt anziehen, sich glänzend verzinsen, die Besucher ideal erheben und für das Große und Schöne begeistern, dem Bayernland aber den herrlichsten und kostbarsten Besitz geben.

Das war König Ludwig. 

Man betrachte dieses große, herrliche, schönheitsbegeisterte Auge, den feinplastischen Gehirnbau, die sehr breite hohe Stirn, das im Verhältnis dazu schmale und kleine Gesicht, den ganzen Ausdruck, die Haltung des Kopfes, das Haar usw., um zu erkennen, daß wir hier den

hochwertigen, idealen Menschentypus 

vor uns haben.

Man bedenke: der König, der in der märchenhaften Pracht seiner Schlösser lebte, der die wunderbaren Nächte der Berge, den Geist einer erhabenen Natur kannte wie kein anderer, königlich gesinnt im Denken und Fühlen, – der wird unter Kuratel des realen Naturwissenschaftlers Dr von Gudden gestellt, dessen Tätigkeit sich vorher in Nerven- und Irrenheilanstalten abspielte.

Beide Menschen lagen sich so fern wie nur möglich, allein in der Verbindung dieser beiden Menschen lag kein gutes Omen.

Der König bezwang sich, soweit er sich noch in der Gewalt hatte, und Dr. von Gudden zeigte Wohlwollen. Er gab nach – ging allein mit dem König am See spazieren – und bald darauf war das Unglück geschehen –, man fand beide tot im See.

Die Annahme lautet: Selbstmord des Königs – er zog Dr. von Gudden mit in die Fluten des Sees und beide ertranken.

Die andere Annahme geht dahin, daß der König fliehen wollte. Zu diesem Zweck mußte er in das Uferwasser, um den Zaun, der ihn von der Außenwelt trennte, zu umgehen.

Das gelang ihm nicht, Dr. von Gudden wollte den König im Wasser zurückhalten, es entspann sich ein kurzer Kampf und beide ertranken.

So die abschließenden Berichte. Beide enthalten

nicht die volle Wahrheit.

Auf Grund der Menschenkenntnis will ich sie hier dem Leser klar und handgreiflich vor Augen führen.

Der Leser betrachte das den König kurz vor seinem Tode zeigende Bildnis.

DgM 004 König Ludwig Krank 

Unter dieses Bild schrieb Huter: Materielle Kopfbelastung, stierer Blick bei hochgestelltem Augapfel, hochgradige Disposition zu Geisteskrankheit.

Damit hat der Leser des Rätsels Lösung. Den stieren hochgestellten Blick kann man gut erkennen, und wer genauer hinsieht, erkennt auch, daß das ganze Gesicht und der vordere Hals

unnatürlich geschwollen ist.

Diese Überformung rührt von einer jahrelangen falschen Lebensweise her, wodurch das innere sympathische Nervensystem schwer belastet wurde. Die gesamten Weichteile des Gesichts, des Halses und der ganzen vorderen Körperseite waren mit Fremd- und Belastungsstoffen angefüllt.

Die Belastung wäre, frühzeitig erkannt, zu heilen gewesen.

Die Wahrheit über den Tod des Königs ist nun folgende: Er beging weder Selbstmord, noch verschuldete er den Tod des Dr. v. Gudden.  Im Gegenteil, dieser edle kunstsinnige König bot noch alle Kraft auf, um sich zu beherrschen, er fügte sich nach anfänglichem Weigern in sein schweres Schicksal, er zeigte guten Willen, den Anweisungen des Dr. v. Gudden nachzukommen.

Beide gingen zusammen in den Park.

Aber diese scheinbare Ruhe des Königs war die Ruhe vor dem Sturm, d.h. vor dem elementaren Ausbruch der durch die Belastung verursachten Geisteskrankheit.

Nach dem Grad der Gesichtsbelastung zu urteilen, konnte der plötzliche Ausbruch des vollen Wahnsinnes jederzeit erwartet werden.

Damit hatte Dr. v. Gudden wahrscheinlich nicht genügend gerechnet; denn sonst hätte er doch nicht allein mit dem kranken König den Spaziergang unternommen.

Nachdem nun alle Möglichkeiten, den Tod des Königs wahrheitsgemäß darzustellen, erschöpft sind, bleibt als letzte Wahrscheinlichkeit aller menschlichen Berechnung nach nur noch folgende Annahme übrig:

Auf diesem Spaziergang konnte der König sich nicht mehr beherrschen, es brach der volle Wahnsinn bei ihm aus.

Dr. v. Gudden erkannte die Schwierigkeit der Situation, er wollte den König in das Schloß zurückführen. Dazu war es aber zu spät, der König lief ihm davon und auf den schmalen Steg, der in den See führt. Dr. V. Gudden lief ihm nach, wollte ihn zurückführen, kämpfte mit dem seiner Sinne nicht mehr Mächtigen und beide fielen von dem schmalen Steg ins Wasser und ertranken.

Das wird aller menschlichen Berechnung nach die Wahrheit über das tragische Ende des unglücklichen Königs sein. Dr. v. Gudden wurde ein Opfer seines schweren Berufes.

Der König aber hat keinen Selbstmord begangen, er hat auch nicht seinen Arzt, Dr. v. gudden, ins Wasser werfen wollen. Das Unglück war die Folge des plötzlich mit elementarer Wucht herein gebrochenen Wahnsinnes. Der König war nicht mehr Herr seiner Sinne und was in solchem Zustand geschieht, dafür hört jede Verantwortlichkeit auf

Hat man den König im Leben viel verkannt, so soll ihm doch noch endlich Gerechtigkeit widerfahren.

Es lebe das Andenken des Königs im besten Sinne weiter, er war an dem Unglück ohne Schuld. Möge sein Lebensziel, das Bayernvolk glücklich zu sehen, in einem wirtschaftlichen und idealen Aufschwung seine Erfüllung finden.

Das Hellsehen

volkstümlich und wissenschaftlich erklärt

Um das Hellsehen, Hellfühlen und Hellhören völlig zu verstehen, beachte man folgende, etwas tiefer greifende Erklärung:

Ähnlich wie der Fisch im Wasser, der Mensch und andere Lebewesen auf unserer Erde sich in Licht und Luft entwickelten, bildete sich die Erde und das ganze Weltall

aus einem Urstoff, 

den wir Weltäther nennen.

DgM 004 Ur - Äther 

Derselbe besteht nach Carl Huters Forschungen aus Kleinstteilchen, die eine kugelige Gestalt haben und die er Illionen nennt.

Jedes Illion birgt in sich das dreieinige Schöpfungsprinzip, die Welturkräfte: Kraft, Stoff und Empfinden. Daraus hat sich

alles in der Welt entwickelt.

Siehe Fig. 1, 2, 3, 4, 5 und 6.

Im Empfinden liegt die Impulskraft, diese gab den Anstoß zur Differenzierung und damit zu allem Werden in der Welt. (Alles was lebt, empfindet, und im Empfinden des Weltenäthers liegt daher schon die erste Keimkraft des Lebens.)

Etwas absolut Totes gibt es in der Welt überhaupt nicht, alles um uns her ist mehr oder weniger beseelt, er hat Empfinden und wenn dieses auch noch so minimal ist.

Im Empfinden liegt die Gedächniskraft der Materie und das Rückerinnerungs-vermögen. Wer die Peterskirche in Rom betritt, den überkommt ein Schauer der Ehrfurcht. Warum? Weil die Steine die starken Lebenseindrücke vergangener Jahrhunderte festgehalten haben, die sie mit ihrer Elementarstrahlung auf die Schwingung des Äthers übertragen. Letztere wiederum wirken auf die Empfindungssphäre des Menschen, der in ihren Bereich tritt, ein und lösen ein bestimmtes Empfinden aus. Anders ist das Gefühl beim Betreten eines Gerichtssaales, einer Oper, einer Kneipe , einer Privatwohnung usw. usw.

Die Stimmung liegt sozusagen in der Atmosphäre. –

In günstigen chemischen Verbindungen, wie z.B. dem lebenden Eiweiß, sammelt sich das Empfinden sehr stark, so daß sich ein individuelles Gebilde nach außen von der übrigen Masse abschließt, dann fängt es, von außen her gereizt, an, sich zu bewegen und wir sagen – das Ding lebt!

DgM 004 Helioda 

Das kleinste Lebensgebilde ist die Zelle, Siehe Fig.7 und 8.

Unser Körepr besteht aus vielen Billionen von Zellen. Im Empfinden der Zellen liegt

der Grund- und Hellsinn,

man nennt ihn auch den sechsten oder

besser gesagt – Wurzel- oder Ursinn.

DgM 004 Helioda Sm 

Diesen Grundsinn oder Ursinn haben schon die niedersten Lebewesen. Er treibt die Entwicklung vom Niederen zum Höheren und zu wunderbarer Organisation. Wo die Lebens-Empfindungsstrahlen oft ihren Weg nehmen, bilden sich zuerst feine Fibern, dann Nerven, später Nervenknoten, Ganglionen, das Rückenmark und schließlich das Gehirn. In den Nerven wirkt also eine Kraft, es ist die Lebenskraft, die ihre Wurzeln, ihren Boden in der Strahlung der Körperzellen hat.

Es bilden sich aber weiterhin aus dem Empfinden, dem eigentlichen Grundsinn, auch noch Organe, mit denen wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können.

Es sind die bekannten fünf Sinne.

Die meisten Menschen nehmen nur mit diesen fünf Sinnen die Dinge der Welt wahr, den Hell- oder Grundsinn gebrauchen und üben sie nicht. Er ist verkümmert. Es kommt höchstens mal ab und zu vor, daß sie etwas erleben, was sie sich nicht erklären können. Sie reden sich aber das Erlebte schnell wieder aus, nennen es Unsinn, Spuk, Einbildung, Schwindel, Zufall oder Aberglauben.

Sobald aber ein Mensch imstande ist, die fünf äußeren Sinne ähnlich wie im Schlaf negativ zu gestalten und möglichst auszuschalten, sich ganz in sein Inneres zu versenken oder auf ein bestimmtes Gefühl außerhalb der fünf Sinne zu konzentrieren, dann stößt er

auf den inneren Grund- oder Hellsinn.

Wenn es ihm dann gelingt, die Gefühlseindrücke einigermaßen verständlich mit dem Bewußtsein zu erfassen, dann kann er hellsehend oder hellfühlend von Dingen berichten, die ganz und gar außerhalb der Wahrnehmung durch die fünf äußeren Sinne liegen.

Mit dem inneren Grundsinn kann der Mensch die feinsten Schwingungen wahrnehmen, die im magischen Empfinden des Äthers liegen, ebenso die Strahlungen der Materie, – und dann vermag er oft, zurückliegende Ereignisse oder fernliegende und in seltenen Fällen auch kommende Dinge, wenn auch meist nur nebelhaft, zu erkennen und zu schildern.

Man vergegenwärtige sich folgendes: Ich schreibe z.B. diese Worte mit dem Bleistift auf Papier. Die Elementarstrahlung des Bleistiftes und des Papiers kommt mit dem lebendigen und starken Empfinden der Hand in Berührung. Das Empfinden dieser sonst leblosen Gegenstände wird ebenfalls spontan geweckt, sie nehmen die starken Lebenseindrücke auf, halten sie fest und strahlen sie wieder zurück.

Wenn nun das beschriebene Blatt nach kurzer oder längerer Zeit an einem anderen Ort in die Hände eines Menschen gelangt, der sensibel bis zum Hellfühlen ist, so überträgt sich mit der Elementarstrahlung der Materie, der Schriftzeichen, etwas von dem, was durch die starken Lebenseindrücke festgehalten wurde, auf die feinsten Nervenstrahlungen der Hände des Hellfühlers.

Konzentriert sich nun dieser Mensch stark auf ein solches Gefühl, so kann er im Moment den Eindruck der Person haben, welche die Worte auf das Papier geschrieben hat. Er kann die Person schildern, womöglich noch sogar besondere Ereignisse derselben wiedergeben usw. usw.

Der Uneingeweihte steht dann vor einem Rätsel, es ist ihm unerklärlich, die Polizei hat vielfach solche Dinge verboten und im Mittelalter wurden viele Hellfühler der Hexerei angeklagt, der Okkultist sagt, – es seien Geister im Spiel.

Durch diese Strahlungsvorgänge lassen sich eine große Zahl aller okkulten Phänomene und Begebenheiten, der bekannte sechste Sinn der Blinden, das sogenannte „zweite Gesicht“ u.a. naturwissenschaftlich erklären.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Big 

Bild 9 zeigt den Propheten Jesias, wie ihn Michel-Angelo plastisch dargestellt hat. Der Prophet lauscht auf die innere Stimme, die ihm etwas verkündet. Das Auge ist leicht geöffnet wie im Halbschlaf, es sieht und fühlt nach innen zu, nach der inneren Tiefe, aus welcher die Offenbarung quillt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo sm 

Der Mund ist nur leicht geschlossen, gleichsam wie nach innen aufnehmend. Die ganze Muskulatur des Gesichts spiegelt, daß alles Gefühl nach innen zu angespannt ist. Jedes Haar des Hauptes scheint ähnlich wie ein Füllhorn zu arbeiten, um die feinsten Ätherschwingungen zu leiten. Auch die Finger der linken Hand scheinen wie feine Fühlorgane aufzunehmen und nach innen zu weisen, wo die Offenbarung die Nerven in Tätigkeit setzt, daß sie die feinsten Eindrücke weiterleiten, dem Gehirn zu, allwo sie in das Bewußtsein übergehen.

Diese ganze meisterhafte Darstellung macht den Eindruck, als habe Michel-Angelo sich das Gehirn und sympathische Nervensystem dieses Propheten gleichsam wie eine aufnehmende Antenne gedacht, die von außen kommende geheimnisvolle Strahlen empfängt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo Engel sm 

Diesen Vorgang symbolisiert auch der Engel, der hinter dem Propheten ihm etwas in das Ohr zu flüstern scheint. Das Tuch, welches weit abweht, soll wohl andeuten, daß die raunende Stimme – ähnlich wie die Radiowellen – aus geheimnisvoller Tiefe des Raumes kommt.

DgM 004 Isaiah Michelangelo 

Wahrlich das Bildwerk ist erhabene Kunst. Dieser große Meister der Bildnerei hat gewußt, daß der Raum nach dem Innern, nach der Tiefe zu genau so unendlich ist wie in die unermeßliche Ferne, die der Astronom nach Millionen Lichtjahren zu messen sucht. Das Gehirn vermag z.B. auf einer jahrelangen Reise unendlich viel aufzunehmen und festzuhalten, ohne daß es auch nur im geringsten größer wird. Das Geistige ist Innerlichkeit, ist gleichsam der Empfindungsextrakt der Materie und reicht in seiner Feinheit bis in die Tiefe des Raumes.

Dort liegt das Geheimnis des Lebens – und, was nur angedeutet werden soll -, die wissenschaftliche Möglichkeit eines individuellen Weiterlebens nach dem Tode. Wer im Geiste sich die Forschungen der modernen Astrophysik, Atom- und Ätherlehre vergegenwärtigt – wird hier den Anknüpfungspunkt finden. Kein Instrument der Welt vermag an Feinheit der Aufnahme ein menschliches Gehirn zu ersetzen.

Daher sollten auch die Phänomene des Hellsehens und Hellfühlens in dem hier bezeichneten Sinne studiert werden. Die Zeit, da man sie mit einer Handbewegung abtun konnte, ist vorüber.

Aber auch bei diesen Studien geht es nicht ohne MENSCHENKENNTNIS, da man das Echte vom Unechten unterscheiden muß. Ich glaube daher, daß man in Zukunft die okkulten Phänomene im Zusammenhang mit dieser Formenausdruckslehre behandeln wird, um sie naturwissenschaftlich einwandfrei zu erklären und im rechten Sinne zu bewerten.

 

Wie man Ghandhi richtig versteht

Bild 1 zeigt den großen indischen Freiheitsführer Mahatma Gandhi, der kürzlich aus ideellen Gründen sechst Tage lang fastete – und damit auch bei der englischen Regierung einen großen politischen Erfolg erzwang. Das klingt für uns seltsam, entspricht aber ganz dem indischen Volkscharakter.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Die Inder gehören in der Mehrzahl zu den Empfindungs-Naturellen; auch Gandhi zählt zu diesem Typus.

Das sind also jene Menschen, die klein, fein, zart und schlank gebaut sind, bei denen das Ruh- und Ernährungsleben, sowie das Tat- und Bewegungsleben zurücksteht. Dafür herrscht aber das Empfindungs- und Ideenleben vor.

Das Nahrungsbedürfnis ist bei diesen Menschen schon an und für sich gering, es sind natürliche Vegetarier und Abstinenzler.

So darf man sich über die magere und abgezehrte Gestalt Gandhis nicht wundern, sie beruht zum Teil auf der Naturellanlage und braucht deswegen durchaus nicht krankhaft zu sein.

Allerdings sind bei Gandhi die Schläfen sehr stark eingefallen, das deutet auf Schwächung der allgemeinen Kraft, auf eine gewisse Lebensverneinung, und auch wohl auf viel Sorgen und Kummer, die er sich gemacht hat.

Auch sind die Wangen eingefallen, ebenso die Gewebspartien des Halses, die den Ernährungszustand zeigen. Das ist auch nicht zu verwundern, denn Gandhi lebt sozusagen von wenig Obst, Datteln und etwas Milch.

Die Askese und Entsagung liegt, wie gesagt, in der Natur des Inders begründet. Diese Menschen leben vorzugsweise dem Religiösen und Okkulten, sie vermeiden die Anwendung offener Gewalt, und so ist es zu verstehen, daß diese großen Völker sich von einer kleinen Anzahl Engländer, die im Tat- und Bewegungs-Naturell liegen, politisch beherrschen lassen.

Wenn man weiß, daß die Bewohner Indiens hauptsächlich Empfindungs-Naturelle sind, dann kann man auch die Sitten und Gebräuche, sowie den Volkscharakter leichter verstehen.

Empfindungs-Naturelle werden allerdings auch in ihren Ideen leicht extrem, sie neigen dahin, alles zu opfern, nur ihre Ideale nicht.

Insofern ist auch Gandhi zu bewundern, aber es steckt hier doch auch in vielen Dingen ein gut Teil Einseitigkeit, wenn nicht gar Fanatismus.

Gewiß will Gandhi durch den Aufzug, in dem das Bild ihn zeigt, bekunden, daß er von sich aus auf alle persönlichen Vorteile verzichten kann, daß er allein von seinen Ideen und Idealen geleitet ist.

Wir müssen demgegenüber aber bedenken, daß unser Körper es ist, der die Seele und den Geist geherbergt, von dessen Gesundheit und Wohlergehen nicht nur unsere Arbeitskraft, sondern auch das Wohl unserer Nachkommen und schließlich alles Glück und alle Freude abhängt.

Daher ist es richtig, daß wir unserem Körper wohltun, ihn gesund, lebensfreudig und arbeitsfähig erhalten, anstatt ihn zu kasteien und seine Lebensfähigkeit herabzusetzen.

Gandhi selbst soll ja nach den Gerüchten oft tagelag kaum ein Wort sprechen und seine Wolle spinnen. Seine Leistung ist also in der Tat gering, und ein Angestellter bei uns könnte damit wohl schwerlich den beruflichen Anforderungen Genüge leisten.

Allerdings soll der Mensch, wenn er etwas wirklich Großes vollbringen kann, unter Umständen selbst Leben und Gesundheit opfern.

Das hat Gandhi durch sein freiwilliges Fasten getan, – und ja auch tatsächlich viel erreicht, – insofern kann ihm wohl niemand die Bewunderung und Hochachtung versagen.

In dem abgezehrten Körper des Gandhi wohnt ein willensstarker Geist und auch ein edler Geist, das zeigt bei genauem Zusehen die Feinheit der Haut, der Stirn, der Augen, die Modellierung des Ohres usw., was allerdings bei diesem Bilde weniger zu sehen ist.

Jedoch muß auch hervorgehoben werden, daß der Mahatma durchaus keine harmonische Natur ist, denn die Ohren stehen fast quer ab, die Nase ist im unteren Teil plump, die Unterlippe schiebt sich unschön vor usw.

DgM 004 Ghandi Change 

Daraus erklären sich die Extreme und Disharmonien im Leben Gandhis. Bei aller Seelengröße und bei allem Heroismus ist auch diese Seite seines Wesens vorhanden. Wer sich die Mühe gibt, das Leben Gandhis zu verfolgen, wird Disharmonien finden, die sich hätten vermeiden lassen. –

Der Herr, der hinter Gandhi zu sehen ist, betrachtet ihn und dreht verlegen an seinem Schnurrbart. Er scheint zu denken: „Das ist nicht mein Fall“, – was ihm sicher jeder glauben wird, denn er gehört mehr zu dem genußfreudigen Ernährungstypus. Das stört Gandhi aber nicht im geringsten, er geht unbeirrt seinen Weg und lebt so, wie er es will. Er kaufte sich z.B. in London eine Milchziege, – diese Tiere liegen ebenfalls im Empfindungs-Naturell, – die er mit sich nach Indien nahm.

DgM 004 Ghandi England Ankunft 

Der Herr rechts hinter Gandhi liegt im typischen Bewegungs-Naturell, wie es in England vorherrscht. Er hat das lange, harte, knochige Gesicht, die hagere Gestalt usw. und sieht wie etwas mitleidig auf Gandhi herab.

Auch die alten Portugiesen und Spanier, die zu erobern und zu herrschen verstanden, lagen vorzugsweise im Tat- und Bewegungs-Typus, – sie trieben Welt- und Kolonialpolitik.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Wenn wir im Vergleich zu Gandhi das Bildnis des Boxmeisters Schmeling betrachten mit seiner gewaltigen Körperkraft, so haben wir so ziemlich das ausgesprochene Gegenstück vor uns. Schmeling würde nie das erreichen können, was Gandhi ihm vorlebte, er würde wahrscheinlich bei entsprechenden Versuchen bald die Schwindsucht und Abzehrung bekommen. Gandhi als Empfindungs-Naturell könnte in einem Menschenleben durch noch so großes Training sich doch nie zu einem Boxmeister ähnlich wie Schmeling umformen.

Daher sollte auch, wie es dieses krasse Beispiel deutlich macht, in Schule und Erziehung jede Schematisierung vermieden werden. Die Menschenkenntnis soll Platz greifen, um allen Illusionen rechtzeitig vorzubeugen.

Alles in allem macht uns dieses Bild deutlich: Erstrebenswert ist und bleibt für uns die Harmonie des Lebens, alles Extreme und Einseitige soll nach Möglichkeit vermieden werden, wir gehen den goldenen Mittelweg und die beste Führerin ist uns die wahre und echte Schönheit in allen Lebensdingen.

Damit will aber nicht gesagt sein, daß Gandhi für seinen Spezialfall nicht das Richtige getan hat.

Das Empfindungs-Naturell, in diesem Falle das indische Volk, kann eine unliebsame Zwangsherrschaft, wenn es ihm nicht möglich ist, durch die Waffen des Geistes, durch Intelligenz und weise Maßnahmen den Gegener zur Einsicht zu bringen, wohl nur durch das Mittel des passiven Widerstandes abschütteln, das Gandhi bis zur letzten Konsequenz anwandte, und verlorene Freiheiten wiedergewinnen.

MAX SCHMELING

der deutsche Meister-Boxer

Max Schmeling liegt im athletischen Naturell. Hier kann man so recht die enorme Stoßkraft in den Armen beobachten, ebenso zeigt die Brust und der Hals gewaltige Kraft.

Interessant ist auch die Körperhaltung, sie ist ganz dazu angetan, auch den schwersten Stoß und Schlag auszuhalten.

Der Mund ist breit gekniffen, um jeden Schmerz sofort zu überwinden, von vornherein abzuwehren und sich dadurch sozusagen empfindungslos zu machen.

DgM 004 Schmeling Boxer 

Das Gesicht ist vorgebeugt, um besser beobachten zu können. Das Auge liegt tief, ganz in den Höhlen versteckt, aus denen es scharf beobachtet, um möglichst jede Bewegung des Gegners noch zu erspähen, bevor sie ausgeführt wird.

Durch die stark hervorragende Unterstirn wird das Auge sehr geschützt, das ist ein großer Vorteil für Schmeling, denn es kann so im Boxkampf nicht leicht verletzt werden.

Die Hauptkraft und Spannung liegt im Kinn, Ober- und Unterkiefer.

Hier ist die Knochenmasse mächtiger wie die Gesamtmasse an Stirn und Oberhaupt einschließlich des Gehirns. Stirn und Oberhaupt sind gegenüber der gewaltigen Kraft des Untergesichts schwach entwickelt.

Der Unterkieferbogen zeigt die gewaltige Durchführungs- und die breite Unterlippe, ähnlich wie beim Herkules, Bild 2, die gewaltige Körperkraft.

DgM 004 Herkules 

In dem starken Zug von der Nase über die Wangen abwärts, wo bei Schmeling die Vertiefung ähnlich wie ein Grübchen liegt, zeigt sich der Zug der Kraft, den alle Herkulesse haben.

Was uns an SCHMELING angenehm berührt, das ist außer der Kraft noch eine gewisse Schönheit im Körperbau, in der Proportion, in der Nacken- und Halsform, auch das Ohr ist gut geformt, daher ist Schmeling bei aller Gefühlsausschaltung – (die Haut scheint wie verhärtet zu sein) -, die sein Beruf erfordert, trotzdem noch von Ritterlichkeit gegenüber dem Gegner beseelt.

Der Leser wird unwillkürlich fragen, wo ist noch ferner eine starke oder schwache Seite des Schmeling zu erkennen?

Wie der Leser gut erkennen kann, ist die Nasenform bei Schmeling breit, aber doch nicht in der Weise geformt, wie es die klassischen griechischen Darstellungen der Kraftmenschen zeigen, siehe die Nasenform des Herkules, Bild 2. Hier ist der Übergang zwischen Stirn und Nase umittelbarer, er bildet eine gerade Linie.

Bei solchen Menschen ist Sehen und Handeln eins, sie erfassen blitzschnell und handeln fast augenblicklich.

Bei Schmeling liegt diese Partie, der Stirnnasenübergang tiefer, sie ist mehr breit und flach. Er beobachtet daher z.B. einen Punkt, konzentriert sich auf denselben und erst dann bricht er wuchtig hervor.

DgM 004 Schmeling Boxer 

In der Verbindung von Auffassung und Handlung ist er trotz größter Ruhe und gesammelter Überlegung nicht so blitzartig schnell, wie es z.B. ein Boxer sein würde, der die griechische Nasenform hat, ähnlich wie der Hekrules, den unser Bild 2 zeigt.

Schmelings Kampfesweise ist darum die sicherste, wenn er zuerst sich mehr auf die Abwehr konzentriert und erst zum Angriff übergeht, wenn die Stoßkraft des Gegners bereits nachläßt. Wenn Schmeling also zunächst den Gegner austoben lassen kann, dann bleibt er um so eher Sieger.

Wenn aber der Gegner, der ihm an Kraft und technischer Gewandtheit gleich ist, die griechische Nasenform hat, also die stärker herausgeholte Nasenwurzel, wenn jener überdies die starke Seite Schmelings kennt und beachtet und im Boxkampf gleichmäßig mit ihm durchhält, dann würde er vermöge seiner schneller und richtiger ausgeführten Stöße, Schläge und Abwehr am Ende der Sieger bleiben.

Es wäre interessant, erstmalig auf Grund der Menschenkenntnis die Chancen des nächsten Boxkampfes für Schmeling und seinen Gegner zu berechnen.

DgM 004 Bücher Carl Huter sm 

Wer diese Zeitung liest, sollte auch die

grundlegenden

Bücher über Menschenkenntnis besitzen:

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

 Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

DgM 003. DER GUTE MENSCHENKENNER. (HELIODA1)

Der gute Menschenkenner 003 von 101

Deutschland Crash Red S

SEELENKENNTNIS

Carl Huter (1861-1912)

PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007


Knights Templar Z

700th anniversary of the Knights Templar

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307

dgm59dgm_1937.jpg

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

pgs-link-wwwchzade-redm.jpg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

Head 4

BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.


“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© Oktober 1932 Nr.  3

Reichspräsident Hindenburg

Ein klares Charakterbild seiner Persönlichkeit. – Wichtige Moment im Leben v. Hindenburgs – u. ihr tiefer Sinn.Warum Herr v. Papen Reichskanzler wurde? – Hochinteress. Studien an 3 Gruppenbildern.

Prof. Piccard u.d. Problem d. Höhenstrahlen. Kontraste unter Menschen

 

I. Gedanken und Erinnerungen.

Ein Teil Geschichte, – unerhörten Erlebens des deutschen Volkes, – knüpft sich an den Namen Hindenburg. Man könnte, wenn man sich die Gestalt von Hindenburgs im Geiste vorstellt, fast glauben, die ganze Volksseele vergangener großer Zeit habe in ihm ihren lebendigen Niederschlag gefunden.

Es ist ferner seit dem Kriege ein gewisser Umschwung im Geistesleben des Volkes bemerkbar, – in Naturwissenschaft und Psychologie dämmert langsam ein neues Morgenrot.

Vor genau 18 Jahren fesselte uns zum ersten Mal das Bildnis von Hindenburgs, sodaß wir Gelegenheit nahmen, es nach neuen naturwissenschaftlichen Grundsätzen zu beurteilen.

Damals im September 1914, lag ein besonderer Anlaß vor, (es wird noch darauf Bezug genommen), und bei genauer Überlegung ist dies heute wieder der Fall.

Reichspräsident v. Hindenburg ist jetzt 85 Jahre alt, (auch Carl Huter, geb. am 9. Oktober 1861, gestorb. 1912, dessen Lehren ins Volk zu tragen, Aufgabe dieser Blätter ist, hat seinen 71. Geburtstag in diesem Monat).

Wenn auch die politischen Wogen noch hochgehen, so hat doch in gewissem Sinne unter Führung des Reichspräsidenten eine ruhige Zuversicht für die nächsten Jahre Platz gegriffen. Auch darauf kommen wir weiterhin noch zurück.

Wir fragen: Wie wird wohl einst der Mensch der Zukunft in 50, 100, 200 und noch mehr Jahren über Hindenburg und heutige deutsche Volk urteilen? Soviel ist gewiß, die Erkenntnis, daß der Geist in den Formen lebt, und daraus erkannt werden kann,“ wird dann bei der Beurteilung vergangener Geschehnisse eine Hauptrolle spielen.

II. Das heutige Bild des Reichspräsidenten.

Der Leser betrachte das oben rechts befindliche Bildnis. Man hat den Eindruck, wenn man die Person nicht kennen würde, zu sagen: „Dieser alte Herr hat viel erlebt und durchgemacht!“

Die Faltenbildung oberhalb beider Augen zeigt die momentane Aufmerksamkeit und das Auge hat den beobachtenden Blick. Der Mund hat den Ausdruck der Genügsamkeit, er spiegelt vergangene Erlebnisse und die noch schwere gegenwärtige Verantwortung.

Im mittleren Gesicht liegt im Gewebe viel eindrucksvolle Weichheit. Auch die Nasenform hat den weichen und doch wiederum sehr bestimmten Charakter.

Zu beiden Seiten der Nase quillt das Gewebe weich und stark hervor. Das ist ein gutes Zeichen: Hier kommt das Leben des Mittelhirns zum Ausdruck, die große Kraft und Ausdauer im Gefühlsnerven- und Empfindungsleben. In dem weichen und warmen Gewebe des Gesichts liegt ein gutes Wollen. Das weiche Gewebe und die weiche Formbildung des Ohres läßt auf Empfänglichkeit für Suggestionen schließen. Ist aber solche überwunden, handelt dann der Mensch unbeeinflußt aus eigener innerer Wahrheitserkenntnis, – dann kann dieses sehr gut und sehr richtig sein!

Man beachte auch den starken Muskelzug von den Nasenflügeln abwärts, – hier wirkt sich die Herz- und Lebenskraft aus. Diesen Zug kann man in ähnlicher Weise bei allen 90- und 100 jährigen beobachten.

Auge und Mund haben nicht den glücklichen, frohen, lebensheiteren Ausdruck. Das ist auch weiter nicht zu verwundern, denn das eindrucksvolle Gemütsleben, das sich in dem weichen Gewebe des mittleren Gesichts kennzeichnet, mußte ja durch die Zersplitterung, die in den letzten Jahren im deutschen Volke hervortrat, stark mitgenommen werden, insbesondere da der Sinn des Reichspräsidenten auf Einigkeit und glückliches Zusammenleben gerichtet ist.

 

III. Ein Profilbild des Reichspräsidenten.

Wer das Profilbild betrachtet und die dargestellte Person nicht kennt, muß doch den Eindruck haben, daß hier ein Charakterkopf in die Erscheinung tritt, der eine starke individuelle Eigenart, eine enorme Durchhaltekraft, Lebens- und Widerstandsenergie besitzt.

DgM 003 Hindenburg Profil

Das zeigt schon der starke Hals und Nacken, die noch vorhandene Festigkeit im Gewebe, das große Ohr, die starken Jochbeine, die wuchtige Unterstirn, die Fülle und Breite im Gesicht.

Obwohl der Herr Reichspräsident schon so alt ist, hat doch noch das Auge den scharfen, durchdringenden Blick, – und um Stirn, Nase und Mund liegt ein fester, entschlossener und fast trutziger Zug.

Der Herr Reichspräsident, der hier abgebildet ist, weiß was er will, – das ist das Urbild des Siegers von Tannenberg.

Man beachte nur die Faltenbildung der Stirn, die Plastik im Seitenhaupt, wie hier jedes einzelne Haar und auch das obere Ohr einen bestimmten Zug zum Hinterhaupt hat, dorthin wo die Schutzsinne liegen, der Heim- und Familiensinn.

Man könnte sagen, der Herr Reichspräsident denkt sich das deutsche Volk wie eine große Familie, – die er als solche schützen möchte vor Zersplitterung und Zerstörung. Daher macht auch das ganze Oberhaupt, wo die Triebe für die höchsten Ideale und Gefühle arbeiten, einen ehrwürdigen Eindruck.

Der  noch immer volle Haarwuchs zeigt die urwüchsige Kraft der Gedanken und auch, daß die inneren Organe ohne Belastung arbeiten.

Das Ohr ist groß und klar gebildet und deutet noch auf Mut und Tatkraft.

Die Stirn, welche das Denkleben zeigt, ist besonders im unteren Teil von wuchtiger Kraft (und im Oberhaupt liegt sanfte Rundung). Sie ist geschützt durch die starke, wie gemeißelte Nasenwurzel, welche die geistige Erfassung zeigt, und ruht auf dieser wie auf einer Säule.

In der ganzen Stirn und im plastischen Seitenhaupt liegt die Hoheit menschlichen Geistes, die Weisheit des Alters, – in dem Jochbein enorme Überwindungskraft, in der Nasenform herber entschlossener Wille.

So kann man es sich ganz gut denken, daß der Reichspräsident noch im hohen Alter die Kraft fand, seinen Willen in einer Weise und unvermittelt zum Ausdruck zu bringen, – die uns nochmals

den alten Sieger von Tannenberg

neu erstehen und erleben läßt. Vielleicht wird eine spätere Zeit diese jetzigen Ereignisse als von großer Zukunftsbedeutung verzeichnen.

Die seitlich hängende Wange steht mit dem hohen Alter in Beziehung und läßt noch die im starken Unterkiefer liegende unweigerliche Durchführungskraft erkennen.

Der starke Hals und Nacken, dem sich, wie wir wissen, ein ebensolcher Körperbau zugesellt, lehrt, daß das proportional mäßig große Gehirn leicht ernährt und durchblutet wird. So ist es zu verstehen, daß der Reichspräsident noch heute, – und besonders was es in früheren Jahren der Fall, sich nach Anstrengungen und Ermüdungen sehr leicht und schnell wieder erholte, daher sehr großen Anstrengungen gewachsen war.

DgM003 Hindenburg

Der Reichspräsident, wie ihn dieses Bild zeigt, hält innerlich treu am einmal erkannten Guten fest.

 

IV. Ein sehr lehrreiches Gruppenbild.

Als die zweite große Marneschlacht vorbei und das unglückliche Resultat im deutschen Volke noch nicht bekannt war, lag es wie eine Gewitterschwüle über unserem Land. Kurz darauf wurde zur Beruhigung der Gemüter aus dem Hauptquartier das obige Gruppenbild veröffentlicht.

Aber der Menschenkenner war damit nicht zu täuschen, für ihn war das Bild der lebendige Ausdruck einer schweren Katastrophe, die hereingebrochen sein mußte. Von dieser Wahrheit soll sich der Leser mit Hilfe der folgenden Erklärungen überzeugen.

DgM 003 Hindenburg Offiziere Gruppenbild 1918

Nr. 1. Der Offizier hat die sonst gewohnte soldatisch straffe Haltung aufgegeben und der Kopf ist ihm kummervoll auf die Brust gesunken. Es ist der Ausdruck eines Mannes, der verbergen möchte, was ihn innerlich tief bewegt. Darüber kann selbst die Zigarre in der rechten Hand, die ihn vielleicht beruhigen soll, nicht hinwegtäuschen.

Nr. 2. Der Offizier im Korbsessel ist wie unter einem schweren äußeren Druck förmlich in sich zusammengesunken. Die gesenkte Kopfhaltung und der Ausdruck des Gesichts zeigt tiefe innere Depression.

Nr. 3. Die Gestalt ist aufrecht und gerade. Der Blick des seitlich gewendeten Kopfes ist geradeaus gerichtet. Abgekehrt von den andern wie mit eigenen Gedanken beschäftigt, liegt im Ausdruck: Ich habe das ja kommen sehen.

Nr. 4. Ein Herr im Empfindungs-Naturell (kleine Gestalt, kleines Gesicht, großes Gehirn). Er denkt in sich hinein. Die Mundwinkel sind vor Enttäuschung zurückgezogen, er überlegt, was zu tun ist. Das Lächeln mißglückt. Es ist durchaus nicht süß, sondern hat die salzige, bittere und sauere Tönung, welche die Folge ebensolcher innerer Gefühle ist. Die erlebte Tragik, die verborgen werden soll, wird dadurch noch deutlicher.

Nr. 5. Dieser Offizier  sieht aus wie ein Riese nach einem Zweikampf, bei dem ihm fast der Atem vergangen ist. Die Gestalt beugt sich, als wolle sie schwere Last auf ihre Schultern nehmen. Auch hier ein unglücklicher Versuch zu lächeln.

Nr. 6. Der darunter (sitzend) sich befindende Offizier wendet sich unwillkürlich nach rechts, als müsse von dort in schwerer Not die Hilfe kommen. Der Ausdruck des Gesichts ist ratlos, verzweifelt, – aber doch zur äußersten Tat entschlossen und bereit.

Nr. 7. Das ist der Generalfeldmarschall. Er allein blickt den Beschauer an, als fasse er dennoch die Ereignisse fest ins Auge. Mund und Kinn zeigt stärkste Anspannung, aber ganz im Gegensatz dazu ist der Körper kraftlos und weich, wie unter einem schweren Schicksalsschlag zusammengesunken. – Es liegt nur ein weißes Tuch auf dem Tisch und Wassergläser stehen darauf, gleichwie als Vorbedeutung schwerer Zeiten.

Die ganze Gruppe macht den Eindruck, als habe schweres Unglück und das Schicksal sie alle gebeugt.

Das Bild sollte, wie gesagt, im Lande eine beruhigende Wirkung ausüben, aber wer etwas Kenntnis von dieser Formensprache besaß, der wußte, was die Glocke geschlagen hat. Diese einfachen Beobachtungen sind gerade wegen ihrer Wahrheit so ergreifend und künden, daß Gestalt und Ausdruck ein Spiegelbild der äußeren Ereignisse und inneren Erlebnisse sind.“ – Wenn solche und andere Bilder einer fernen Nachwelt erhalten bleiben, so wird man daraus die innern Zusammenhänge der Geschehnisse weitgehendst erklären

V. Eine zutreffende Beurteilung.

Es war im September 1914, als ich das Bild des damaligen Generalobersten v. Hindenburg im oberschlesischen Grenzland zum ersten Mal zu Gesicht bekam. Die Schlacht von Tannenberg war geschlagen und die Siegesnachrichten wurden allmählich in ihrem ganzen Umfang bekannt.

Von dem Bild Hindenburgs wurde sofort eine Beurteilung angefertigt. Diese brachte der „Oberschlesische Kurier“ als Leitartikel in seiner Sonntagsnummer vom 27. September 1914.

Die hervorragenden Gaben Hindenburgs als Feldherr und Mensch wurden phrenologisch und physiognomisch dargelegt. Die Ausführungen sollen hier nicht wiederholt werden, weil es nicht im Rahmen dieser Arbeit liegt.

DgM003 Hindenburg

Nur der Schluß der Beurteilung sei wörtlich wiedergegeben. Er lautete:

„Dieser Feldherr ist wohl befähigt, die Oberleitung über die gesamte verbündete Ostarmee zu übernehmen, zum Schrecken des Gegners und zum Ruhme des Vaterlandes.

Wir Deutsche können stolz sein auf einen solchen Feldherrn sein und auf unsere oberste Leitung, die es verstanden hat, gerade diesen Mann an den richtigen Platz zu stellen.

Fürwahr, das ist die höchste Kriegskunst!“

Von Hindenburg erhielt dann auch bald die Oberleitung über die gesamte Ostarmee.

 

VI. Wie das Volk Hindenburg sah.

Dieser Feldherr wurde nach der siegreichen Schlacht von Tannenberg bald im ganzen Volk bekannt und hochverehrt, – weitere Siege steigerten noch die Sympathie.

Jeder kannte das Bildnis Hindenburgs, die markanten Formen mit dem Namenszug darunter in seiner festen kernigen Handschrift genügten, um bei jung und alt Glauben und Vertrauen zu sichern.

Ganz instinktiv und gefühlsmäßig sah man z.B. in der gerade und hochansteigenden Stirn des Feldherrn das väterliche Wohlwollen, – in dem festen Blick den Willen zur Tat, – in dem breiten Untergesicht die gewaltige Durchführungs-Energie.

Man sah ferner in der großen, mächtigen Körpergestalt mit der enormen Brust- und Armkraft die beste Schutzkraft für alle materiellen und ideellen Güter. In seiner ruhigen Gelassenheit erschien er dem Volk als der Mann, auf den man sich felsenfest verlassen konnte.

Bald steigerte der Verehrungssinn des Volkes alle hervorragenden Gaben des Feldherrn, und auch die bildende Kunst idealisierte ihn. Er wurde der Heros der Nation, der unbesiegbare Recke, gewaltig an äußerer Gestalt und Kraft, an geistiger Überlegenheit und Kriegskunst.

Man glaubte schließlich unbewußt, Hindenburg könne Unmögliches vollbringen, aber

das kann kein Mensch.

Und doch hatte unser Volk ein Recht, den großen Feldherrn zu idealisieren, denn es brauchte einen festen Halt, – sozusagen einen Ruhepunkt in den sich jagenden und überstürzenden Ereignissen.

VII. Grenzen des Feldherrngenies.

Wir sahen in der damaligen Zeit in Hindenburg ganz den Typus, der zum Sieger über die Russen wie geschaffen war.

DgM 002 Napoleon III

Hindenburg sah ganz anders aus wie Napoleon I., der im Osten, als er gegen Rußland zog und sich die große Niederlage holte, trotz seines gewaltigen Feldherrngenies nicht mehr am rechten Platz stand; denn im brennenden Moskau und in der eisigen Kälte der Steppe mußte sein Genie versagen.

Etwas Ähnliches war bei Hindenburg nicht zu befürchten, er stand seiner Naturveranlagung nach

im Osten am rechten Platz.

Man stelle sich Hindenburg doch vor, seine mächtige breitschultrige Gestalt, das gewaltige Haupt mit den entschlossenen Zügen, den starken, durch den Backenbart verstärkten Schnurrbart, – der die Wucht der Persönlichkeit symbolisiert, die mächtige Arm- und Faustkraft, wie er fest mit beiden Füßen auf seiner Heimaterde steht und – ruhig abwartend der Gefahr ins Auge blickt; – das war ganz der Feldherr, wie geschaffen, glänzend mit den Russen fertig zu werden und unsere Kultur zu schützen.

Im Westen.

Als aber der Feldherr noch dazu das Oberkommando über alle Fronten erhielt, also auch über die Westfront, da schien uns dieses eine Zersplitterung seiner Aufgabe zu sein, ohne dabei seiner Größe als Feldherr irgendwie Abbruch tun zu wollen.

Franzosen und Engländer waren z.B. in ihrer Eigenart ganz andere Menschen wie die Russen, und diese allesamt zu besiegen, war von vornherein für einen Menschen eine unmögliche Aufgabe, die hätte von Anfang an lange vorbereitet sein müssen.

Die Franzosen waren leicht und beweglich, klug und geschmeidig, im Kriege mit Mitteln arbeitend, die man nicht übersehen und vorausberechnen konnte. Hier mußte neben dem Feldherrngenie auch noch ein geniales diplomatisches Geschick, eine große Menschenkenntnis, Voraussicht usw. mit Platz greifen. Die Engländer aber sind großzügig, schnell von Entschluß und Handlung, planmäßig und weit vorausberechnend, – und Unmögliches konnte, wie gesagt, ein Mensch gegen sie nicht vollbringen.


VIII. Der Reichspräsident handelt mit alter Entschlußkraft.

Zu dem ersten Bildnis wurde bereits gesagt, daß der Ausdruck im Gesicht nicht ganz der glückliche sei, folglich wird auch die Ursache in den Erlebnissen der letzten Jahre zu suchen sein.

Der Reichspräsident als alter Soldat und Feldherr kennt doch am Ende am besten die Macht, die ein großes Volk besitzt, das sich einig ist. Die Zersplitterung des Volkes in Parteien, die sich wie Feinde bekämpfen, mußte auf die Dauer

den Frieden seines Alters stören.

Da ist es kein Wunder, daß der hochbetagte Reichspräsident mit Hilfe der ihm verliehenen Rechte nach seiner besten Erkenntnis handelte und einen Mann zu seinem Kanzler berief, der mit ihm in Bezug auf den Willen zur Einigung des Volkes eines Sinnes war.

DgM 004 Von Papen

Der Reichskanzler v. Papen aber verkündet immer wieder als oberste Richtlinie für alle seine Maßnahmen:

„Wir sind alle Deutsche und bewohnen eine Heimaterde … Wir lassen uns von niemandem in der sozialen Gesinnung übertreffen.“

(Carl Huter fand, nebenbei gesagt, den besten sozialen Ausgleich darin, daß er 50% vom Reingewinn dem Unternehmertum und 50% der Beamten- und Arbeiterschaft zuerkannt wissen wollte, und er glaubte, daß es darüber hinaus einen besseren sozialen Ausgleich nicht mehr gäbe. Dadurch bleibe das Unternehmertum lebensfähig und der Beamten- und Arbeiterschaft werde die Arbeitsfreudigkeit erhalten).

Im Sinne dieses großen Einigungsgedankens ist es auch zu verstehen, daß der Reichspräsident, als von ihm kürzlich verlangt wurde, die Machtergreifung durch den Parteiführer Adolf Hitler zu dulden, die Rechte seines Amtes, die Rechte seines Amtes energisch wahrte und durch einen Schlag auf den Tisch diese Bestrebungen zurückwies.

Hindenburg muß im Grund als alter Soldat, – man wolle ihn recht verstehen, – das deutsche Volk in seiner Gesamtheit über einzelne Parteien stellen.

Man wolle daher die jüngsten Handlungen des Reichspräsidenten gerecht würdigen und zu verstehen versuchen, – die Zeit, die einst gerecht richtet, wird dieses Gebot sicher erfüllen.

IX. Warum der Reichspräsident sich Herrn v. Papen zum Kanzler wählte. –

Doch darum, weil der Reichspräsident in ihm die bestgeeignetete Persönlichkeit für dieses hohe Amt erblickte.

DgM 004 Von Papen

Er erkannte bei Herrn v. Papen z.B. das große internationale diplomatische Geschick, die Voraussicht, den feinen Takt, die Selbstbeherrschung und den großen Glauben an das Gute.

Die Konferenz von Lausanne stand damals unmittelbar bevor und in dieser ist

das System der Reparationen und der Young-Plan

gefallen.

Das war ein großes Ereignis, – mag man darüber denken wie man will. – die Tatsache selbst läßt sich nicht bestreiten und ist letzten Endes auf die Initiative des Reichspräsidenten zurückzuführen.

Das muß für den Reichspräsidenten eine große Genugtuung gewesen sein, auch gegenüber den Franzosen und Engländern, mit Hilfe des Reichskanzlers diesen Albdruck vom deutschen Volk zu nehmen, sodaß wieder ein etwas freieres Aufatmen möglich ist.

So greifen die Geschehnisse ineinander und alles, was sich seitdem ereignete, und vielfach vom Standpunkt der Parteien nicht mit Zustimmung aufgefaßt wurde, gipfelt in dem Streben Hindenburgs, vergangene Schäden so gut es möglich ist, wieder wettzumachen und die Bahn für einen neuen Aufstieg frei zu bekommen.

Möge mit Gottes Hilfe das Werk gelingen. Aber

ohne Menschenkenntnis,

das lehrt die Geschichte vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende, bleibt jede noch so gute Reform mehr oder weniger in ihren Anfängen stecken oder dem Zufall überlassen. Denn der disharmonische Mensch, dessen Einfluß stets Leid, Zersplitterung, Tragik und Elend nach sich zieht, macht sich, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und daran verhindert wird, tatkräftig und auf die geschickteste Weise mit beiden Ellenbogen Platz, drängt sich vor und rücksichtslos zur Macht, und – wenn er diese hat, dann erlebt man seine Wunder. Das alte Lied geht wieder von vorne an, gute Eigenschaften werden langsam aber sicher illusorisch gemacht und Eigennutz geht vor Gemeinwohl.

 

X. Zwei freundliche Bilder aus dem Leben des Reichspräsidenten.

Das Gruppenbild Nr. 2 zeigt den Reichspräsidenten beim Verlassen des Wahllokales, in welchem er zur Reichs- und Landtagswahl gewählt hat.

DgM 003 Hindenburg Gruppe Wahllokal

Wir wollen die Personen, die das Bild zufällig festgehalten hat, kurz skizzieren.

Nr. 1. Die Dame ist sehr überrascht und erfreut, den Reichspräsidenten zu sehen. Das Auge blickt gespannt von unten nach oben, um ja recht deutlich den Eindruck aufzunehmen.

Nr. 2. Der Herr steht ganz frei und freudig da, er hat den Hut in der Hand und das Gesicht offen und begeistert dem Reichspräsidenten gerade zugewandt, die Mundwinkel gehen freundlich hoch, das Auge zeigt Liebe und Sympathie, – ein freies Wollen liegt im Gesicht und der klaren Stirn.

Nr. 3. Dieser ältere einfache Mann tritt bescheiden zurück. Sein Leben war harte Arbeit. Im Gesicht und dem hohen Oberhaupt liegt Ergebenheit und Ehrfurcht vor dem Reichspräsidenten.

Nr. 4. Der Reichspräsident ist voller Wohlwollen in der Gesinnung, das liegt deutlich im Gesichtsausdruck, daher senkt sich auch das Haupt, – er grüßt, – und schreitet, als ob er noch jung an Jahren wäre, kraftvoll aus.

DgM 003 Hindenburg Gruppe Wahllokal

Nr. 5. Eine Dame mit bescheidenem und freundlichem Gesichtsausdruck. Es liegt viel Empfinden in diesem Gesicht und in der langen geraden Nase kommt Klugheit, Erfahrung und Selbstbeherrschung zum Ausdruck. (Man sollte die feinempfindende Frau vielmehr wie bisher im öffentlichen Leben mitwirken lassen.)

Nr. 6. Hier liegt Würde und hoher Stand im Ausdruck, daher ist auch die Haltung des Kopfes entgegengesetzt wie beim Reichspräsidenten, sodaß die Energie in die Achse vom Kinn zum Hinterhaupt verlegt ist.

Nr. 7. Hier erkennt man ein sehr schönes, fast klassisches Profil. Es ist das ideal betonte Bewegungs-Naturell. Das Gesicht ist ernst und zeigt viel Geneigtheit, als stimme die Person dem Reichspräsidenten in Gedanken wohlwollend zu.

Nr. 8. Das Gesicht und die Haltung ist wundervoll charakteristisch. Eine große momentane Gutheit und Herzlichkeit liegt im Gesicht. Er grüßt militärisch und um den Mund liegt der süße Ausdruck, wie man ihn bei guten und warmen, freundlich zugeneigten inneren Gedanken und Gefühlen findet.

Nr. 9. Der Herr schaut anders wohin. Er hat die Hand in der Tasche, den Hut auf und den Mund reserviert geschlossen. Er ist in Gedanken mit sich selbst und seinen persönlichen Vorhaben beschäftigt.

So zeigt uns diese ungezwungene Gruppe in lebendiger Sprache der Formen, des Ausdrucks und der Bewegungen einen freundlichen, friedlichen und schönen Moment im Leben des Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident mit seinen Enkelkindern Hubertus, Gertrud und Helga.

Man sagt, das Alter wird erst glücklich, wenn Kinder den Sonnenschein hinein bringen.

Das trifft auch hier zu. Denn die Sonne des Glücks und der Freude liegt über dem ganzen Gesicht des Reichspräsidenten. Was wäre sein Alter ohne diese Kinder? Nun versteht man auch den weichen Ausdruck im mittleren Gesicht Hindenburgs, – wo das ganze innere Gefühls- und Mittelhirnleben sich spiegelt, worauf eingangs aufmerksam gemacht wurde. Alles Unfrohe ist aus seinem Gesicht gewichen, der Mund ist freundlich und das Auge glücklich beobachtend. (Möchte das deutsche Volk sich mehr seiner Kinder annehmen, denn viele müssen heute sehr leiden – und doch liegt in ihnen unser ganzes Glück und unsere Zukunft.)

Die Dame ganz links der Gruppe hat an der Stirn die Aufmerksamkeitsfalten. Sie hat etwas beobachtet, zeigt mit dem Finger in dieser Richtung, macht darauf aufmerksam und ist besorgt fragend, kritisch.

Der kleine Hubertus aber an ihrer Hand ist sehr gespannt und will das Neue, das da ist, sehen. Er hat ein liebes weiches Kindergesicht, ein hohes volles Oberhaupt und ein gut geformtes Ohr, das auf innere Seelenharmonie deutet.

Das dahinter stehende Mädchen hat den langen Scheitel und ein starkes hinteres Oberhaupt, sie ist schon selbstbewußt, – hat Kraft und Geschick in Füßen und Beinen. Der Ohrrand zeigt, daß sie stark aus sich herausgehen kann und daher ist viel Liebe und auch Strenge zu ihrer Erziehung nötig.

Das liebe Mädchen im Vordergrund ist im Unklaren über das, was es sieht. Sie hat ein weiches Gemüt, den Ausdruck des sehr glücklichen Kindes und ein tiefes Gemütsleben.

Es ist eine sehr schöne lebendige Gruppe, die aber erst deutlich förmlich zu sprechen anfängt, wenn man den Geist der Formen psycho-physiognomisch erfaßt.

Möge dem Reichspräsidenten das Kinderglück immer neue Kraft zu seiner schweren Aufgabe verleihen – wir aber haben ihn auf Grund der Formensprache der Natur, wenn auch nur kurz, so doch gerecht nach unserem besten Wissen gewürdigt.

Ein Beitrag zu dem aktuellen Problem der „Höhenstrahlen“.

Der kürzlich ausgeführte zweite Stratosphärenflug Prof. Piccards soll weitere Ereignisse zeitigen über die von der jüngsten Wissenschaft entdeckten  sogenannten „Höhenstrahlen“, die aus unbekannten Fernen des Weltalls auf unsere Erde gelangen.

Diese Höhenstrahlen sind als äußerst kurzwellige Strahlen mit so starker Durchdringungskraft nachgewiesen, daß selbst Bleiplatten von 180 cm Dicke ihnen kein Hindernis bieten. Sie sollen, wenn es gelingt, sie in der ursprünglichen, in großen Höhen festgestellten Kurzwelligkeit aufzufangen, organisches Leben augenblicklich zerstören.

Die Kleinstteile unserer Atmosphäre bieten diesen Strahlen Hindernisse, sodaß ihre schädliche Wirkung, bis sie auf die Erde kommen, stark abgeschwächt, ja beseitigt ist. Die Gelehrten sind heute der Ansicht, daß unsere Lufthülle uns diesen Schutz vermittelt.

DGM 003 Magnetstab

Abbild 1 Magnetstab mit Kraftlinien

Allen Physikern ist bekannt, daß ein Mangel, ob Stab- oder Hufeisenmagnet, (siehe Abbild 1) sich mit magnetischen Kraftlinien umgibt, die am Nordpol ausströmen und am Südpol aufgesaugt werden.

Unsere Erde müssen wir, nach allen bekannten Tatsachen, als einen Magneten riesiger Dimensionen ansehen. Selbstverständlich umgibt auch dieser unser Erdmagnet sich mit magnetischen Kraftspannungslinien, die am Nordpol ausstrahlen, die Erde umkreisen, um am Südpol wieder aufgesaugt zu werden. (Siehe Abbild 2. Die beiden Zeichnungen sind dem Hauptwerk entnommen.)

DGM 003 KRO

Abbild 2 (Aus Carl Huters Kraftrichtungs- und Entwicklungsordnung)

Der 1912 verstorbene Natur- und Lebensforscher Carl Huter maß diesen die Erde umgebenden magnetischen Kraftspannungslinien die größte Bedeutung zu. Er lehrte, daß erst in ihrem Schutze auf unserer Mutter Erde sich organisches Leben entfalten könne.

1. Halten diese sehr starken Kraftspannungslinien, die von den Weltkörpern wie von jeder Materie ausstrahlenden harten, teils lebensfeindlichen Elementarstrahlen ab, lenken sie ab, schwächen diese, sodaß sie nicht unmittelbar auf die Erdoberfläche gelangen können.

2. Halten diese magnetischen Kraftspannungslinien die Luftschicht der Erde zusammen, sodaß diese uns nicht ins Weltall entfliehen oder von andern Himmelskörpern durch deren stärkere magnetische Anziehung abgesaugt werden kann.

3. Diese magnetischen Kraftspannungslinien geben uns also Schutz und sind für uns von ungeheurer Bedeutung. Sie hindern uns aber wahrscheinlich auch, über eine gewisse Entfernung von der Erdoberfläche hinaus ins Weltall vorzu dringen.

In dem magnetischen Feld, das den Magneten „Erde“ umgibt, ist unsere Atmosphäre, die Luft, unser Lebensodem, eingeschlossen. Nicht nur unsere Erde hat diesen Dunstkreis, sondern, da jeder materielle Körper einen gewissen Magnetismus (Molekularmagnetismus) besitzt, hat auch jeder ein magnetisches Feld, in welchem sein Dunstkreis, sein Fluidum, eingeschlossen ist. Hier berühren sich die vielfach als Mystizismus angesehenen Lehren über das von sensitiven Personen wahrnehmbare Od der Körper und die realsten Tatsachen, welche die neue Astrophysik bestätigt.

Bei Erforschung der sogenannten „Höhenstrahlen“ wäre es aber wichtig festzustellen, ob man es tatsächlich mit Strahlen zu tun hat, die von fernen Weltkörpern zu uns gelangen, oder ob man dabei etwa erst auf die bisher gänzlich unbeachteten, für uns so bedeutungsvollen magnetischen Kraftspannungslinien der Erde gestoßen ist.

Daß mit diesen magnetischen Kraftlinien feinste Stoffteile aus dem Erdinnern, Elektronen oder Protonen, Huter lehrte noch Isionen, ausstrahlen, ist als selbstverständlich anzunehmen, und auch weitere interessante Folgerungen über das Werden und Wandeln der Stoffe und Kräfte und die freie, bewundernswerte Ordnung im All ergeben sich aus uns zugänglichen Beobachtungen.

Der berühmte Stratosphären-Forscher Prof. Piccard.

Bild 1 zeigt Prof. Piccard und Ing. Kipfer in einer Ballon-Werkstatt. Hier ist Prof. Piccard ganz in seinem Element, und er sieht recht zuversichtlich und zufrieden aus. Mit der linken Hand sichert er die Tasche, in der sich jedenfalls die Papiere mit den wichtigen Berechnungen befinden.

DGM 003 Piccard Gruppe

Prof. Piccard fällt durch den Hochwuchs seiner Gestalt auf, – es ist das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell. – die Arme und Beine sind lang, kein dicker Leibumfang beschwert ihn, im Gegenteil, er ist schlank und leicht gebaut. Man könnte denken, wie zum Fliegen geschaffen, auch kann er leicht in das kleine Loch der Gondel hineinschlüpfen.

Allerdings bringt die große Gestalt auch Nachteile, er stößt leichter in der Gondel an, dagegen hat er sich aber in der Gestalt eines gepolsterten Korbes, der auf den Kopf gestülpt wird, eine sinnreiche Vorrichtung geschaffen. Er litt auch in der großen Höhe sehr unter der Kälte von 20 Grad unter Null. Besonders die Füße froren stark. Das ist auch kein Wunder, denn bei einer so großen schlanken Gestalt ist der Blutumlauf in den äußersten Gliedmaßen leicht behindert und diese Teile der Abkühlung übermäßig ausgesetzt.

Erst in der Bewegung, die Prof. Piccard ebenso nötig hat wie seine Studierfähigkeit, – die Anlage zu letzterer erkennt man an dem sehr hohen, großen und breiten Schädelbau, – gleicht sich dann der Blutumlauf schnell wieder wohltätig aus.

Vielleicht hat Prof. Piccard überhaupt wohl entsprechend seiner Anlage, für seine langen schlanken Glieder zu wenig Bewegungstätigkeit gehabt, denn der Mundausdruck ist gar nicht so freundlich zu nennen.

Sehr auffallend ist bei dem Gelehrten das, wie gesagt, große Gehirn mit dem durchgeistigten schmalen Gesicht. Man könnte die Kopfform, oben breit und unten schmal, tatsächlich mit der Form eines Ballons vergleichen.

Der untere Seitenkopf, wo die Sorge für das Wohl und den materiellen Besitzstand der eigenen Person liegt, ist im Verhältnis zu der Höhe des Kopfes schwach. – das findet man oft bei Gelehrten.

Aber der  Ideenreichtum und das hohe Idealstreben, das Opfern für Ideale, das ist außerordentlich stark, das lehrt das hohe und breite Oberhaupt.

Bei beiden Personen, Prof. Piccard und Ing. Kipfer ist das Oberhaupt hoch und dort sehr breit, wo der Begeisterungs- und Fortschrittssinn liegt, (siehe den kleinen Pfeilstrich bei Ing. Kipfer) und im unteren Teil, wo der Selbstschutz liegt, schwach.

Bei beiden ist auch der Unterkieferbogen lang, ein Zeichen der starken Aus- und Durchführungskraft.

Bei Prof. Piccard liegt Feinheit in der dünnen, nervenreichen und doch gespannten Haut, dem breiten Hirnbau mit dem weichen, vollgelockten, dünnen Haar.

Die mageren Wangen erklären sich durch die Naturellanlage, dann aber auch dadurch, daß das große Gehirn – der Geist, der Ideenreichtum – die Reservekräfte des Körpers stark in Anspruch nimmt.

Das Gruppenbild 2 zeigt Prof. Piccard in Paris ankommend, nachdem ihm auch der zweite Höhenflug geglückt war.

DGM 003 Piccard Gruppe

Die Situation, in der er sich hier befindet, behagt ihm durchaus nicht, er macht eine ganz sauersüße Miene, in die sich noch ein bitterböser Ausdruck mischt. Man kann das auch verstehen, er, der ernste Gelehrte, umgeben von so vielen neugierigen Menschen und photographischen Apparaten, soll jetzt in das Mikrophon hineinsprechen. – wo er an ganz andere Dinge denken will, die weit ab liegen, in der Stratosphäre, allwo auch die obersten Haarenden hinzuweben scheinen.

Für dieses momentane Unbehagen des Gelehrten hat aber wohl die jugendliche Dame rechts von ihm nicht das Verständnis, denn sie lacht mit dem ganzen Gesicht und hell heraus.

Man sehe sich doch den Gegensatz dieser beiden Gesichter an, bei Prof. Piccard lieg sozusagen die ernste Wissenschaft, und bei der Dame tritt so recht die frohe Lebenswirklichkeit der weiblichen Psyche hervor und der wissenschaftliche Ernst der Situation ist Nebensache.

Interessant ist auch der Herr, der hinter beiden Personen steht, er hat das wohlgenährte volle Gesicht, und die angenehmen leiblichen Gefühle zeigt der zu etwas zwar sarkastischem Lachen verzogene Mund.

Bei diesem Herrn sind die Anlagen gerade umgekehrt wie bei Prof. Piccard. Letzterer hat im Gesicht oberhalb der Augen die größte Formmasse liegen und jener Herr unterhalb der Augen, es ist das lebenspraktische, geschäftstüchtige Ernährungs- und Bewegungs-Naturell.

Bei seinen wissenschaftlichen Forschungen wendet sich Prof. Piccard ab von der praktischen Lebenswirklichkeit, darauf deutet der hochstrebende Gerhirnbau; seine Gedanken sind anderswo, dort, wo sie gerne verweilen. Daher gibt er auch auf das Äußere seiner Erscheinung wenig, die Brille ist wie die Gesichtsmimik ganz verschoben, der Rockkragen ist noch halb hochgeschlagen – kurz, es zeigt sich hier bei Piccard die bekannte Tatsache, daß der Gelehrte, tief in Gedanken, mit seinen Problemen beschäftigt, leicht die Umwelt und sich selbst zu wenig beachtet.

Prof. Piccard soll wahrscheinlich vor dem Mikrophon über seinen Höhenflug berichten. Er muß sich von der Außenwelt stark abkonzentrieren, um in seinen Gedankengängen nicht gestört zu werden. Daher schließt er die Augen, und das Konzentrationszentrum am Stirnnasenübergang zeigt deutlich die starke Anspannung.

Die übrigen Personen der Gruppe suche der Leser selbst zu beurteilen, es ließe sich noch Interessantes sagen.

Soviel vermag aber sicher der natürliche Beobachter zu erkennen: Prof. Piccard befindet sich hier in einer Situation, die nicht sein eigentliches Element ist und die ihn weniger geneigt macht.

Kontraste Menschlicher Naturen.

 

I. Irrwahn und Verbrechen. Der Fall Gorguloff.

Bild 1 ist eine Aufnahme des Mörders Gorguloff, kurz nachdem er den Präsidenten der französischen Republik erschossen hatte.

DGM 003 Mörder Gorguloff

Die dunklen Flecken im Gesicht rühren von Verletzungen her, die ihm nach seiner irrsinnigen Tat von aufgebrachten Anwesenden zugefügt worden waren.

Schon in der Juni-Nummer des „Sehers“, haben wir sofort nach dem Erscheinen des obigen Bildes darauf hingewiesen, daß der Attentäter die Merkmale des Wahnsinnes und der Verbrecheranlage deutlich im Gesichte trägt.

Der Mörder wurde aber seitens der französischen Behörden nicht für geisteskrank gehalten, sondern angeklagt und als voll verantwortlich zum Tode verurteilt.

Später berichteten die Blätter, daß bei ihm der volle religiöse Wahnsinn ausgebrochen ist. Er predigte den Gefängniswärtern, den Spinnen an der Wand und den Vögeln vor dem Gitterfenster, daß er der „neue Heiland“ sei.

(Er ist inzwischen hingerichtet, und die Umstände, die sich dabei abspielten, scheinen zu bestätigen, daß es sich um einen Irren handelte.)

Es ist nun zweifellos wichtig, die Merkmale an dem Bild zu zeigen, aus denen seinerzeit auf den Wahnsinn des Attentäters geschlossen wurde.

DGM 003 Mörder Gorguloff

1. Normalerweise müßte der Mörder infolge der erheblichen Verletzungen Schmerz empfinden und diesen im Ausdruck kundgeben. Das ist aber nicht der Fall, sondern um den schief liegenden Mund spielt ein irres, kaltes und grausames Lachen, das eine innere Befriedigung und ein gehobenes Gefühl widerspiegelt.

2. Die Kopfhaltung geht nach oben, himmelwärts, als erwarte er von dort Lob und Lohn für seine Tat.

3. Entsprechend ist auch der Augapfel nach oben gerichtet. Dieses ist der verzückte, irre Blick, der auf wahnsinnige Ideen schließen läßt.

4. Die Stirn macht einen kalten und kranken Eindruck, der durch das wirr liegende Haar verstärkt wird. Diese Merkmale zusammen betrachtet geben sicheren Aufschluß darüber, daß das Gehirn erkrankt ist.

DGM 003 Opfer Paul Doumer

Der Präsident Doumer war ein durchaus guter und harmonischer Mensch. Es lag absolut nichts gegen ihn vor, was eine normale Person hätte auf den Gedanken bringen können, durch den Tod dieses Präsidenten die Welt irgendwie vor einem Übel zu erlösen.

Das Unlogische seiner Tat kommt dem Mörder Gorguloff ebensowenig zum Bewußtein wie der Schmerz der ihm zugefügten Verletzungen. Er schwebt in irrer Verzückung, daher der in sich konzentrierte, furchtbare Gesichtsausdruck, die Freude des Irren, der gegenüber den Tatsachen der Umwelt blind ist, für den nur seine irre Ideenwelt existiert.

Ein solcher Mensch gehört in eine Irrenanstalt, man muß sich wundern, daß man ihn ernst nahm und aburteilte!

Es fehlt ebenan allen Ecken und Enden in unserm privaten und öffentlichen Leben an Menschenkenntnis.

Außer diesen untrüglichen Zeichen des Irrsinns zeigt aber das Gesicht des Gorguloff auch noch schwere Verbrechermerkmale, die nach der Psycho-Physiognomik genügen, um einem solchen Menschen von vornherein nicht die volle Freiheit zu lassen.

1. Man betrachte die harte, brutale Spannung in dem schwer-breiten  Unterkiefer, den schiefen Mund mit den schiefen Zähnen und dem großen Oberkiefer, die Gesichtssymmetrie und die breiten Hochbeine, um zu erkennen, daß hier eine schwere angeborene Disharmonie vorherrscht.

Gorguloff, ein russischer Arzt, soll schon im Weltkrieg russische Soldaten grausam geqüält haben.

2. Die Gesichts- und Kopfumrahmung ist fast viereckig. Gerade französische Kriminal-Forscher haben festgestellt, daß die meisten Mörder diese Eigentümlichkeit aufweisen.

Die Breite des Kopfes in der Achse von Ohr zu Ohr ist abnorm. Wer diese Lehre kennt, weiß, daß auf Grund der Kraftrichtungsordnung in den Breitenformen des Kopfes vornehmlich die elektrische Energie wirkt, die den Charakter der Verneinung und Zerstörung trägt.

3. Außerdem sind die tiefsitzenden Ohren von schwerem, hartem Formcharakter und infolge der starken elektrischen Energie im Mittelhirn quer vom Kopfe abstehend. Der Kopf selbst sitzt auf dem Hals ähnlich so steif wie ein Hammer auf dem Stiel.

Diese Hinweise mögen genügen, um dem Leser zu zeigen, daß wir es hier mit einem irren, schwer verbrecherisch veranlagten Menschen zu tun haben.

Man wundert sich nur, daß dieser Gorguloff zu der Veranstaltung der Schriftsteller, die der Präsident besuchte, eine Einlaßkarte erhielt. Man hatte sich auch hier, wie so oft, wohl durch den Dr.-Titel und ein elegantes Auftreten täuschen lassen.

Solange keine Menschenkenntnis herrscht und schwere Verbrechernaturen, halbirre und irre Menschen nicht früh genug erkannt werden und volle Freiheit genießen, darf man sich über solche Geschehnisse nicht wundern. Schwere Verbrechernaturen sollen frühzeitig erkannt werden, kein Wahlrecht haben, und sie sollten zu ihrem eigenen und der Mitmenschen Wohl in Gewahrsam genommen werden. Das allein sollte uns schon der Fall Gorguloff lehren.

II. Eine religiöse Frau mit hochgerichtetem Blick.

Noch mit der Abfassung dieser Arbeit beschäftigt, erreicht uns ein Brief von Frau Frieda H. aus Leipzig.

Dem Brief lag das hier wiedergegebene Bildnis bei.

Frau H. hatte ein Buch Huters gelesen, „Die innere Erschließung einer höheren geistigen Welt auf Grund eigener Erlebnisse.“

Anmerkung Timm: Diesbezüglich vollständige digitale Wiedergabe: http://www.chza.de.

In diesem Buch sind ausschließlich okkulte Erlebnisse Huters wiedergegeben, die man in der Hauptsache weniger mit dem objektiven Verstand als vielmehr mit dem innern Gefühl, ihrem wahren Wesen nach erfassen kann. (Gefühl und Verstand weisen auf zwei grundverschiedene Wege in der Wahrheitsforschung, beide haben ihre Berechtigung.)

Frau H. schreibt nun folgendes: „Ich habe das Buch mit Ehrfurcht durchgelesen und wieder durchgelesen und werde es immer wieder durchlesen. Es ist eine Heiligkeit in dem Buche, daß man nur den einen Wunsch hat, sich zu veredeln.

Es ist nun hochinteressant zu fragen, wie kommt Frau H. zu diesem ihrem Urteil und Vorsatz?

Die Antwort ist folgende: (Man betrachte das Bildnis.) Die obere Stirn der Frau H. ist wie der Kopfbau in seinem oberen Teil mächtig ausgewölbt, hoch, breit und plastisch.

DGM 003 Bild Talent für Okkult

Wenn man nun weiß, daß hier im Oberhaupt und in der Oberstirn die Organe für das ethische und religiöse Innenleben liegen, für das tiefste innerste Gefühlsleben, so liegt es auf der Hand, da ja auf Grund der Formen Frau H. in diesen Dingen ein Talent zu nennen ist, daß sie den okkulten Inhalt der Schrift außerordentlich lebhaft und wahr erfaßte und daraus das Streben ableitete, sich zu veredeln.

Wenn ein Mensch für irgendein Gebiet eine sehr gute Veranlagung hat, wie z.B. Frau H. für das Religiöse, Ethische und Okkulte, so braucht es nur eines Anstoßes um das Interesse wachzurufen, auch wenn die Sache ganz neu ist und schwer zu verstehen. Das Talent hilft sich dann von selbst weiter, muß aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

An dem Bilde der Frau H. ist nun weiterhin zu beachten, daß sie ein weiches, eindrucksvolles Gewebe hat, sowie eine weiche anliegende Ohrform. Diese Weichheit macht sie ebenfalls für alle Gefühlseindrücke sehr empfänglich.

Was sie schrieb, ist daher ihre tiefste innerste Überzeugung, für die sie in dem Brief eintritt. So ist zu verstehen, wie die Handlungen des Menschen aus seiner Veranlagung entspringen und den Einflüssen der Umwelt (das Buch hat hier stärkste Wirkung ausgelöst) mit unterliegen.

Was uns aber noch ganz besonders an dieser Frau interessiert, (da wir durch das Bild Gorguloffs zu dem Vergleich angeregt wurden) das ist der hochstehende Augapfel und der in die Ferne gerichtete Blick.

Zu dieser Augenstellung und Blickrichtung ist ja eigentlich während des Photographierens gar kein Anlaß vorhanden. Wie ist nun diese Besonderheit zu verstehen?

DGM 003 Bild Talent für Okkult

Die Antwort ist folgende: Nach dem Teil des Gehirns, wo das Blut mit Hochdruck pulsiert, wo die Gedankenbilder entstehen, die den Menschen momentan beschäftigen, richtet sich das Auge. Es besteht ein vollendeter Gleichlauf zwischen Gehirntätigkeit und Augenausdruck. (Daher gibt es eine Augensprache und ein Gedankenlesen auf wissenschaftlicher Grundlage.)

Das Gehirn arbeitet bei Frau H. im obersten Teil mit solcher Kraft, daß sich selbst in einem Augenblick der Ruhe, wie ihn die Vorbereitung auf das Photographieren ergibt, das Auge nach dorthin einstellt.

Der Vergleich dieser beiden Bilder zeigt uns, daß bei

dem Mörder Gorguloff. –

Der ja ebenfalls das hochgerichtete Auge hat, und zwar in einem ganz kritischen Moment, der absolut keinen Anlaß dazu gibt, – die Wahnidee Fuß gefaßt hat, was ja auch an dem zum Auge in Kontrast stehenden Ausdruck des Mundes kontrolliert werden kann.

DGM 003 Mörder GorguloffDGM 003 Bild Talent für Okkult

Bei Frau H. aber zeigen die Züge des Gesichts, zeigt der Ausdruck des Mundes dieselbe ernste, ruhige Innerlichkeit und Zuversicht wie das Auge. Daher ist dieser zwanglose Ausdruck der natürliche, echte und gesunde; bei dem Gorguloff aber ist er ein Merkmal der Wahnidee, verbrecherischen Anlage und Gehirnbelastung.

Lebensstudie.

Vervollkommnung durch geistige Erkenntnis.

Der Leser betrachte die vier Bilder der Herrn Karl B. aus Hamburg, der vor längerer Zeit darum gebeten, gerade jetzt dieselben einsandte.

Bild 1 stellt ihn während seiner militärischen Dienstjahre dar, etwa um das Jahr 1910. Man kann wirklich nicht sagen, daß es einen glücklichen, oder sonst irgendwie idealen Eindruck des Menschen macht, der geistig auf einem höheren Niveau steht.

DGM 003 Huterfreund Jung

Im Gegenteil, es ist alltäglich real und im Gesicht liegt der Ausdruck eines herben Pessimisten.

Die Lippen sind gepreßt und die Mundwinkel hart nach unten gezogen, als wolle der junge Mann sagen: „Obwohl es mir schwer fällt, ich muß hart sein und darf kein Gefühl haben“.

Der allem Wind und Wetter ausgesetzte Hals ist infolge harter körperlicher Überanstrengung nach beiden Seiten hin ziemlich stark überformt. Die Tätigkeit, die er ausübt, entspricht nicht seiner Empfindungsanlage. Die Nase ist hart nach unten gebogen, jede Verfeinerung und alles Ideale und edel Männliche ist unterdrückt.

Auch mit Bild 2, das denselben Herrn etwa 12 Jahre später zeigt, ist nicht viel gewonnen. Er sieht ziemlich alltäglich aus, er ist zwar älter geworden und manches hat sich geändert, aber geistig an Leib und Seele höher gekommen ist er nicht.

DgM 003 Huterfreund Bild 2

Er ist unzufrieden, mißtrauisch, verbittert, geistig negativ, geht in den kleinlichsten Dingen des Alltags auf, obwohl er sich das Leben noch anders gedacht hatte. Man beachte den lebensunfrohen und unfreundlichen Ausdruck an Augen, Nase und Mund.

Allmählich setzt kurz nach der Aufnahme dieser Bilder

eine starke Veränderung

An Leib, Seele und Geist ein, denn Herr B. lernt diese Psycho-Physiognomik Carl Huters kennen. Er beschäftigt sich eifrig damit, kommt der Wahrheit immer mehr auf den Grund, er wird froh und zufrieden, die glücklichste Veränderung geht innerlich und äußerlich mit ihm vor.

Das erkennt der Leser an den Bildern 3 und 4. Diese sind erst kürzlich aufgenommen. Also wiederum etwa 10 Jahre später.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Man erkennt ihn kaum wieder. Ein großes Ideal und eine tiefe Wahrheitserkenntnis hat den Menschen gehoben, ihm eine glückliche und lebensbejahende Weltanschauung und Charakterrichtung gegeben.

Alle Formen sind stark von Geist und Leben durchstrahlt, sie sind aber auch verfeinert, und ein inneres, wirkliches Glück strahlt auf dem Gesicht.

Man betrachte die feine Linie des Mundes. Sonnig-heiter spielt es um die freundlich hochgehenden Mundwinkel.

Markant durchformt sind die Gesichtszüge hervorgehoben, das Auge drängt lebhaft, geistig klar sehend und gut wollend hervor.

Selbst das Haar nimmt an dem glücklichen Innenleben teil, es ist gleichwie bei einem innerlich freundlich sich abspielenden Menschenleben schön gehoben und gewellt. Das Ohr zeigt inneren Seelenadel und freudige Hilfsbereitschaft.

Diese Umwandlung lieber Leser, ist in wenigen Jahren erfolgt. Dabei hat Herr B. nicht etwas weniger Lebenskampf gehabt, im Gegenteil, er muß sich wie jeder werktätige Mensch um sein tägliches Brot kümmern und in seinen freien Stunden gibt er noch Unterricht in dieser Lehre.

Aber er überwindet den Lebenskampf leichter mit Hilfe der Menschenkenntnis, er weiß, warum die Verhältnisse so und nicht anders sind, er findet sich eher im Leben zurecht und hat dabei das große, geistige Innenglück, das die Wahrheitserkenntnis gibt.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Das muß fürwahr eine gute Lehre sein, die solch günstige Veränderung an Körper, Aug´ und Angesicht in verhältnismäßig kurzer Zeit hervorzubringen imstande ist.

Man sieht, wie der Geist die Form verändert.

Dafür geben diese vier Bilder jedem ein überzeugendes Beispiel.

DGM 003 Huterfreund JungDgM 003 Huterfreund Bild 2 DgM 003 Huterfreund Veredelt

Sie geben auch gleichsam ein Bild der von uns erstrebten Lebensführung.

Wenn Hitler z.B. kundgab: „Das deutsche Volk muß gehärtet werden“, so sagen wir, das deutsche Volk soll im Sehen und Erkennen erst einmal geschult werden, um zu tiefer lebendiger Wahrheitserkenntnis zu gelangen, sich dann durch Lebensweisheit und Menschenkenntnis bessere Lebensbedingungen schaffen, gesund, froh, glücklich und geistig stark werden und lebenstüchtige, edle und gesunde Nachkommen haben.“

Den Beweis aber, daß diese Lehre auch geistig frei machen kann, über alle Dogmen und Suggestionen hinweg einem Menschen innerliche Festigkeit, Ruhe und Frieden zu verleihen vermag, zu größter geistiger Regsamkeit und Anspannung führen kann, hat der Leser, wenn er an Bild 4 die Stirn betrachtet, die allseitige Strahlung und Spannung, die hier liegt, und auch den Blick auf dem Seitenhaupt ruhen läßt.

DgM 003 Huterfreund Veredelt

Die Stirn zeigt das geistige Wachstum. Man überzeuge sich, die Form und Lebhaftigkeit derselben bei Herrn B. bringt Kraft und Fülle, etwas Schnittiges und doch dabei menschlich Hoheitsvolles und Gutes zum Ausdruck.

Wenn man das Huterbild am Kopfe dieser Zeitung auf sich wirken läßt, so hat man den Eindruck des Erhabenen, aller Alltag des Lebens entschwindet.

DgM 003 Huter

Fragt man aber: Wer war Carl Huter? so lautet die Antwort: Ein einfacher deutscher Mann, der durch Fleiß und gute Begabung mehr Wahrheiten fand als andere vor ihm.

Der Menschenkenner ist zu beziehen durch alle Vertreter der Huterlehren, Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg. Postcheckkonto Nürnberg 18330.

Bei Voreinsendung von R.M.1. – und 20 Pfg. für Porto erfolgt jedesmalige Zusendung der nächsten 5 Nummern sofort nach Erscheinen.

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm


Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

D The Gate MK

DgM 002

Deutschland Wappen Red S

MENSCHENKENNTNIS

CARL HUTER (1861-1912)

PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007

 Knights Templar Y

700th anniversary of the Knights Templar

 

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307 

dgm59dgm_1937.jpg

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

pgs-link-wwwchzade-redm.jpg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

Head 4 

BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© September 1932 Nr. 2

 

Das Bild Hitlers beurteilt!

Ist Hitler eine Cromwell-Natur?

Wie der Formenseher die Menschen sieht.

 

Wir wollen das oben rechts befindliche Bildnis Hitlers nach dem Stand der neuesten Forschungen über Augen-, Gesichts-, Kopf- und Gehirnbau nach wissenschaftlichen Grundsätzen betrachten.

Hat die nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Würdigung suchende Wissenschaft das Wort, dann tritt jedes Partei- oder sonstige Interesse zurück. Dafür kommt dann die scharfe Beobachtung und die logische Schlußfolgerung zu ihrem Recht!

Jeder vermag auf Grund des obigen Bildes von Hitler dieses Urteil nachzuprüfen, zu durchdenken, nachzufühlen und zu vergleichen.

Ist das geschehen, dann kann der Leser zur selbsteigenen Überzeugung von der Wahrheit dessen kommen, was naturwissenschaftlich die Form zum Ausdruck bringt, – frei von jeder Beeinflussung und

irgendwelcher Suggestion.

Das aber macht erst den Menschen wirklich innerlich frei, und zwar so, daß er sich schließlich von niemandem mehr die Wahrheit, die er mit eigenen Sinnen erkannt hat, verdunkeln oder ausreden läßt. Man steht schließlich wie ein Fels im Meer, mit ureigener Überzeugung da und wundert sich, daß man diese wichtigsten Wahrheiten des Lebens bisher nicht gesehen und beachtet hat!

Die Gesichtsform Hitlers und sein Typus.

Wenn man sich an dem obigen Bilde Hitlers – den Augendurchmesser schneidend – eine wagerechte Linie gezogen denkt, so liegt an Formmasse unterhalb derselben im Gesicht mehr wie oberhalb.

Auch erkennt man sofort, daß das Gesicht länglich ist, markant geschnitten, fest und bestimmt.

Man sieht auch, daß die Stirn direkt über den Augen die stärkste Kraft und Plastik hat, dann fällt sie in den oberen Teilen nach hinten zu ab.

Das sind ausgesprochene Merkmale des Tat- und Bewegungs-Naturells, bei welchem im ganzen Körperbau das Knochen- und Muskelsystem vorherrscht. An zweiter Stelle steht dann bei Hitler nach obigem Bilde das Ruh-, Ernährungs-, Lymph- und Drüsensystem, das zeigt der immerhin gute Ernährungszustand des Gesichts und des Halses, und in dritter Linie ist das Empfindungssystem entwickelt, welchem wir Nerven, Gehirn, Haut und Sinnesorgane zurechnen.

Würde Hitler die Lebensweise aufgeben, die seinem durch obiges Bild gekennzeichneten Typus entspricht, würde er z.B. zu schnell korpulent werden, dann könnten sich Belastungen mit ihren Folgen einstellen.

Was aber unserem Bilde auffällt, – sei hier kurz eingeschaltet -, das ist die frische, reine, schöne und glatte Spannung im Gewebe, das ist die frische und lebendige Haut, das volle glatt anliegende und gutgefügige Haar, was auf Gesundheit, Natürlichkeit und Herzensfrische deutet.

Der Ausdruck fesselt, erhebt, macht frei, als wolle er mit sich fortreißen, unentwegt einem Ziel zu, das erstrebt wird. Ganz unwillkürlich kann man so das tausenfache „Heil Hitler“ verstehen, besonders auch die Begeisterung der Jugend und daß Millionen Menschen ihm folgen. Man bekommt durch scharfe Beobachtung des Bildes eine naturwissenschaftliche Begründung für diese Tatsache. Es geht etwas von der Person Hitlers aus, das diesen Einfluß ausübt, ihm Gefolgschaft zu leisten.

Aber nicht alle Menschen in Deutschland folgen Hitler, vielleicht weil sie grundsätzlich anders eingestellt sind, andere weil sie unter irgend einer Suggestion und Beeinflussung stehen, andere aber sind nachdenklich und fragen sich prüfend,

„wohin soll das führen?“

Auch über diese Tatsache, warum nicht alle Menschen Hitler bedingungslos folgen, gibt uns – naturwissen-schaftlich gedacht – der architektonische Gesichts- und Gehirnbau nach dem Bilde Hitlers näheren Aufschluß.

 

Besondere Wesenszüge.

Hitler ist also in erster Linie ein Tat- und Bewegungs-Naturell mit starker körperlicher Energie-, Willens-, Tat- und Kraftentfaltung.

Demgegenüber stellt er die Ruhe, Essen und Trinken, Bequemlichkeit und Annehmlichkeit und das damit verbundene Empfindungsleben zurück.

So ist es zu verstehen, daß Hitler bei aller inneren Wärme auch Worte finden kann, wie z.B. „das deutsche Volk muß gehärtet werden … es werden Köpfe rollen …“

Die Gesichtszüge sind nach dem Bilde wie gemeißelt, fest und bestimmt gezeichnet. Daraus spricht Energie- und Kraftentfaltung, teils auch Strenge und Härte. Man betrachte den Mund, der wohl gebildet ist, dessen Winkel aber bitter, strenge, fest und hart nach unten gezogen sind.

Man betrachte den Ausdruck an Mund, Oberkiefer und Kinn, er zeigt harte Lebenserfahrung.

 

Das Auge Hitlers.

Das energisch vorgedrängte Auge mit dem festen Blick spricht teils das cholerische Temperament, unentwegtes, zielsicheres Streben, den starken Wort- und den großen Begeisterungssinn.

Ja, das ganze Gesicht drängt impulsiv vor, energisch ist der Kopf zur Seite gewandt, man beachte die gespannte Halslinie, so energisch, – symbolisch gedacht -, zieht er andere mit sich im Vorwärtsstreben.

Der feste Blick, – gerade auf der Augenachse eingestellt, zeigt, daß er die Realitäten des Lebens gespanant, real, weitsichtig und willensfest ins Auge faßt.

Dabei ist das untere Augenlid nach dem Bilde, – es zeigt die physische Nervenkraft -, sehr stark vorgedrängt, stärker wie das obere Augenlid und bringt damit die große physische Ausdauer, die starke Reserve-Nervenkraft zum Ausdruck.

 

Der Bart und die Hitlertracht.

Den Schnurrbart hat Hitler in Anlehnung an die von den Amerikanern übernommene Mode bis auf einen ganz kleinen Rest entfernt. So ähnlich hat er, symbolisch gedeutet, seine Persönlichkeit nach einer Richtung eingestellt, die er konsequent verwirklichen will. Dabei geht er eigene Wege.

Die typische Hitlertracht symbolisiert, daß Freiheit erstrebt wird aber unter einem bestimmten Zwang.

 

Das Ohr Hitlers.

Das Ohr ist nach dem obigen Bild ziemlich groß, wohlgeformt und anliegend. Das letztere allein lehrt schon, daß die elektrische oder zerstörende Energie zurücksteht. Hitler liebt nicht die Zerstörung, auch nicht den Streit, Zersplitterung und Disharmonie, sondern eher den Frieden und die ruhige Entwicklung, denn sonst würde das Ohr abstehen oder verformt sein.

Bismarck hatte ähnlich wie Hitler das tiefer sitzende Ohr, dabei das kräftige Kinn. Bei solchen Männern herrscht das nüchterne, reale Denkleben vor, sie entfalten ungewöhnlich große Tatkraft, Beharrlichkeit und oft auch Uebereifer in der Verfolgung bestimmter Ziele.

Auf Grund einer erweiterten Anatomie, Physiologie und Biologie, sowie Kraftrichtungsordnung, hat man in der äußeren Form des Ohres (das natürlich auch nach innen zu entsprechend gebaut ist) den Ausdruck des Mittelhirnlebens zu suchen, das aller Erfahrung und Berechnung nach als Hauptsitz der Seele anzusprechen ist.

Nun betrachte man das Ohr Hitlers lange und lasse den Eindruck auf sich wirken, – denn es ist so charakteristisch, daß man ganz erstaunt ist. Es spricht daraus, daß Hitler aus dem Innersten seiner Seele und Anlage heraus vorwärtsstrebt, sammelt, zu idealen und nationalen Zielen.

Im Ohr liegt hier Hoheit und Idealität des Seelenlebens.

 

Das Oberhaupt mit dem Idealsinn.

Hat man das Ohr betrachtet und recht gedeutet, dann versteht man die Feinheit und Straffheit, den Schmiß, wenn ich so sagen darf, – in den Gesichtszügen, die Wärme, die im Gewebe liegt und das lebendige, etwas größere Auge. Ganz damit im Gleichklang stehend (die naturwissenschaftliche Erklärung würde hier zu weit führen) ist die

gute Plastik und Wölbung

des mittleren und hinteren Oberhauptes, die das Bild zeigt. Hier liegt der Ideal-, Glaubens- und Festigkeitssinn, daher kann hitler so unentwegt seinem Ideal nachstreben, an die Verwirklichung glauben und dafür arbeiten.

 

Der persönliche Einfluß.

Im Gesicht des Menschen erkennt man seine unbewußte Ethik. Das Gesicht Hitlers hat nach dem Bilde einen wirklich

menschlichen guten Ausdruck,

dabei sehen wir von dem streng-harten Zug der Mundwinkel, der ein wenig hochliegenden Nasenlinie, dem im Vergleich zum untern schwächer gebildeten oberen Augenlid, der herben Linie unter der Unterlippe, welche die Lebensart zeigt, ab.

Hitler ist da, wo er unmittelbar aus innerer Liebe, Wärme und Gefühl handelt, ganz der Führer großer Volksteile, voller Wärme, Herzlichkeit, Aufrichtigkeit, Mitgefühl, Anteilnahme, da ist er urwüchsig, wahr, groß und echt. (Ich selbst habe Hitler im Leben nie gesehen und beurteile nur das Bild).

Das ist es auch, was ihm wahre Freunde und Anhänger zuführt, sowie große Sympathie erweckt, besonders, wenn er die ganze Macht seiner Person entfaltet, mit Begeisterung redet und handelt.

Dazu kommt, daß Hitler als Bewegungs-Naturell einen sehr starken

physiologischen Magnetismus

besitzt und damit einhergehend den starken persönlichen, unbewußten Einfluß auf Menschen.

 

Der Stirnbau Hitlers.

Aus dem unbewußten, instinktiven inneren Gefühl geht das Verstandesleben, die bewußte Ethik und die warme, höhere Vernunft hervor.

Diese zeigt sich im vorderen Großhirn und damit im Stirnbau des Menschen.

Betrachten wir nun den Stirnbau Hitlers an unserem Bilde, so sehen wir recht deutlich, daß im unteren Teil desselben, wo das rein objektive, reale Verstandesleben liegt, die Beobachtung, Auffassung und Vorstellung der sicht- und greifbaren Dinge der Umwelt, die weitaus größte Kraft, Plastik und Spannung zu finden ist.

Dann wird die Stirn im mittleren Teil, wo das praktische Denkleben liegt, etwas schwächer und von da ab, wo das philosophische und höhere Denkleben beginnt, noch etwas mehr abfallend. Trotzdem zieht sich die Stirn noch kraftvoll hoch nach oben hin.

Von dieser Formbildung überzeuge sich jeder an dem Bilde, damit niemand sagen kann, daß diese Angaben hier nicht stimmen.

Bei Menschen mit der im oberen Teil zurückfallenden Stirnbildung findet man ein schwankendes Wohlwollen, d.h. dieses kann spontan stark auftreten und zu anderer Zeit auch ausgeschaltet werden. Ferner neigen Menschen mit dieser Stirnbildung, besonders wenn ein kräftiges Kinn starken körperlichen Impuls anzeigt, dazu, mitunter zu handeln, wo es besser wäre noch abzuwarten.

Die etwas eingebuchtete Nasenwurzel zeigt aber wiederum, daß Hitler länger überlegt, bevor er handelt. So ist es zu verstehen, daß er mit Ruhe und Ueberlegung doch so handeln kann, daß es manchmal besser wäre, erst den Rat eines Menschen einzuholen, der diesen obersten Teil der Stirn möglichst vollendet entwickelt hat.

Gerade da, wo die höheren und höchsten Denkorgane liegen, die spekulative Philosophie, das höchste ethische und weise Denken, die höchste menschliche Vernunft, das ureigene religiöse Denken, der psychologische Lebens- und Erkenntnissinn, hat die Stirn Hitlers, wie das Bild zeigt, lange nicht die Kraft wie im unteren Teil.

Nun darf man diese Erklärung natürlich nicht so verstehen, als wäre die erwähnte höhere Denkanlage der Oberstirn bei Hitler nicht vorhanden, – das ist nicht der Fall. Sie ist nur lange nicht so stark und vollendet entwickelt wie die Denkorgane in der unteren Stirn.

 

Oberhaupt und Hinterhaupt Hitlers.

Vergleicht man an dem Bilde vom mittleren Oberhaupt (Scheitelpunkt über dem Ohr) ausgehend die Entfernung zum Hinterhaupt und Vorderhaupt, so liegt nach hinten zu an Formmasse, Kraft und Plastik mehr wie nach vorne zu.

Im hinteren Oberhaupt liegt das Ideenhochgefühl und die Triebe für Erhöhung der eigenen Person.

So wird verständlich, daß Hitler beispielsweise spontan zum Ausdruck bringen konnte: Die Partei bin ich.“

Das Hinterhaupt selbst ist gut geformt. „Vom Hinterhaupt kommt das Gute“, lehrte Carl Huter, daher überwindet er – trotz einer großen Gegnerschaft und disharmonischen Einflüssen – Hindernisse siegreich durch innern Adel und Glauben an das Gute.

Hitler ist der große Anführer und Führer einer Partei. Hitler ist deswegen auch innerhalb seines Typus durchaus hochwertig.

 

Der vollendete Gehirnbau.

Gäbe es nur den Tat- und Bewegungs-Typus in der Welt, dann wäre Hitler der beste Anführer und Führer, der sich denken läßt.

Aber es gibt menschliche Typen, die noch viel universeller und damit hochwertiger sind.

Das ist vor allem das vollständig

harmonische Naturell

und darüber stehend das

ideale Naturell

mit dem vollendeten Gehirnbau und der vollendeten Weisheitsanlage.

Damit ist gleichzeitig die Frage beantwortet: „Ist Hitler befähigt, das deutsche Volk zur höchsten Entfaltung aller seiner Kräfte zu führen? Eine allen Deutschen gerecht werdende Staatsform aufzurichten?“

Die Antwort ist nicht schwer zu geben. Er ist es, wenn er mehrere harmonische Vollnaturen ständig um sich hat und ihrem Rate folgt.

Nach Möglichkeit sollte aber diese oberste Staatsleitung noch unter Führung eines

Menschen im idealen und genialen Typus stehen.

Diese harmonische und ideale Regierung würde aber nicht nur Hitler benötigen, sondern alle Kräfte und Führer des Volkes, – ganz gleich, welcher Partei, Religion und Rasse sie angehören, – die dem ganzen Volke zu dienen bereit und fähig sind, bei Ausschaltung der Disharmonie von verantwortungsvollen Ämtern. Damit wäre dann allerdings eine Staatsleitung nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen geschaffen, die in kurzer Zeit dem ganzen Volk Glück und Segen von bisher nicht gekannten Ausmaßen bringen würde.

Nehmen wir das Gegenteil an. Hitler käme zur höchsten Macht in Deutschland und unter den Einfluß disharmonischer Menschen, denen er Folge leisten würde, dann könnte ebensoviel Unglück für das deutsche Volk entstehen, wie Segen der erst gezeigten vernunft- und naturgemäßen Entwicklung folgen würde.

Dann wäre unter Umständen auch der Terror zu fürchten, von dem die Gegner Hitlers behaupten, daß er durch ihn kommen würde.

Daher sollte Menschenkenntnis in Zukunft erstes Staatsgesetz sein.

 

Das obere Vorderhaupt Hitlers im Vergleich zu dem vollendetern Bau bei Plato und Jahn.

Damit der Leser sich voll und ganz überzeugen kann, daß die diesen Ausführungen zugrunde liegende Formenausdruckslehre Carl Huters Hand und Fuß hat, daß sie wahr und echt ist, daß keine Täuschung vorliegt, betrachte man das Bildnis des Plato, der im idealen Typus liegt mit vollendetem Stirn-, Schädel- und Gesichtsbau und vergleiche den Bau des oberen Vorderhauptes bei dem Bilde Hitlers.

Man beachte bei Plato die Vollkraft der Stirn in ihrem oberen und vorderen Teil, die Vollendung im Gesichtsbau, das proportionale Verhältnis des Gesichts zum Schädel. (Mit diesen Formvergleichen und der Erkennung des Geistes, der in den Formen lebt, ist der Leser am Quell der Wahrheit in der Natur angelangt, – und er vermag mit Sicherheit zu sagen, wohin der Weg führt!-).

Plato war der gewaltige Geistesfürst, der die Philosophie von der Ideenwelt begründete und im alten Griechenland den Boden für die spätere Aufnahme der Jesulehre vorbereitete.

Plato war ein großer, heiliger Mann, ein Gottes- und Wahrheitsforscher erster Größe.

Sein Angesicht spricht tiefinnerste Erkenntnis aus, das Haupt einen hohen Seelenadel, und Haupt und Gesicht, Hals und Büste verkörpern die Charakterstärke mit der Weisheit und dem Seelenadel gepaart.

Er war der bedeutendste Philosoph des Altertums von der geistigen Welt und der Tugend.

Wenn wir aus der neueren Zeit ein Beispiel eines sehr hochwertigen Vollmenschen suchen, so finden wir es in dem allerorts verehrten

 

Turnvater Jahn

Es ist der Typus des Herrschers über ein Weltreich.

Jahn hat eine prachtvolle gewölbte, breite,

allseitig kraftvoll ausgebaute Stirn,

sein voll entwickeltes Ober- und Seitenhaupt zeigt uns den Mann, der alle Gaben in sich vereinigt,

den höchsten Platz,

den eines Volks-, ja eines Weltregenten auszufüllen.

Mit diesem Urbild des Volksherrscher vergleiche man den Stirn-, Schädel- und Gesichtsbau an dem Bilde Hitlers.

Jahn wird von den höchsten Idealen geleitet. Dabei besitzt er den klaren Verstand, den Stolz, den Mut, Festigkeit und Tatkraft, seinen Willen durchzusetzen und seine Menschheitsideale zu verwirklichen.

Huter schrieb in seinem Handbuch, daß er einem Manne wie Jahn das Schicksal des ganzen Menschengeschlechts freudig und vertrauensvoll in die Hände legen würde.

Jahn war ein Volkserzieher und Charakterbildner.

Er lag im Bewegungs-, Tat- und harmonischen Naturell.

 

Hitler hat nach diesem Bilde im Blick und in den Gesichtszügen etwas von der Jahnnatur, auch liegt in der Anlage eine Richtung zum harmonischen Typus, aber die gewaltige Vollkraft der gesamten Anlagen, der Gehirnbildung, der Stirn, des oberen Seitenhauptes ist nicht da.

Können wir daher nicht mit Fug und Recht sagen, wenn Hitler zur Macht über unser 60 Millionenvolk kommen sollte, daß ihm dann auf Grund aller naturwissenschaftlichen Berechnung einige harmonische Naturen, eine Weisheits- und womöglich eine Jahn-Natur zur Seite stehend und übergeordnet sein sollten!

Ist das nicht folgerichtig und zum Besten aller Volksteile wünschenswert?

Wen sollen wir denn in solchen Dingen anders befragen, als den Geist, der in den Formen lebt und lebendig aus diesen zu uns spricht?! Wenn eine große Anzahl unserer Volksbrüder in diesem psycho-physiognomischen Sinne richtig sehen und unbeeinflußt urteilen lernt, wird das Staatswesen bald eine bisher nicht gekannte glückliche Entwicklung und Vollendung erreichen!-

 

Ist Hitler eine Cromwell-Natur?

Der „JII. Beobachter„, Beilage zum „Völkischen Beobachter“ vom 13. Aug. brachte ein großes, von Strahlen umgebenes Bild des „Oliver Cromwell“ unter der Parole:Deutschland braucht heute einen Cromwell, Adolf Hitler„.

Der Leser betrachte das Bild des Cromwell, er liegt im

disharmonischen Naturell.

Seine Gestalt war massig und schwer, sein Kopf groß und breit, die Gehirnmasse, die oberhalb der Augen liegt, ist im proportionalen Verhältnis zu den schweren breiten Gesichtsmassen viel zu schwach, besonders in den oberen Gehirnpartien.

Nach unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis mangelt es demnach dem Manne stark an höherer Vernunft – und Weisheitsanlage.

Der Schädel ist dafür in den Partien um beide Ohren, wo die Anspannungs-, Gewalt- und Zerstörungstriebe liegen, sehr breit, ebenso ist die Jochbeinpartie übergroß.

Die Nase ist zwar lang, aber derb und grob, der Schnurrbart hängt streng nach unten, die Lippen sind hart geschlossen, und anstatt daß die Oberlippe die Unterlippe harmonisch beherrscht, steht letztere vor.

Der dicke Hals zeigt Belastung.

Der Ausdruck von Augen und Gesicht ist zwiespältig, die Augen zeigen die eigenartige Frömmigkeit, die übrigen Formen aber lassen den grausamen Tatmenschen erkennen.

Es ist eine unverständliche Verirrung, angesichts der Fortschritte der Anatomie, Physiologie, Biologie und Psychologie, einen englischen Cromwell-Typus nach fast 300 Jahren dem deutschen Volk als verehrungswürdig und vorbildlich hinzustellen.

Wer nur einigermaßen einen Einblick in die moderne Psychologie und Menschenkenntnis hat, weiß, daß

harmonische Vollmenschen

für die Leitung und Führung eines Volkes gewählt werden müssen, die erhalten und ausbauen, die alle vorhandenen realen und idealen Güter schützen und die Freiheit in Wissenschaft, Kunst und Religion fördern, die der Wahrheit und Schönheit dienen.

Disharmonisch, der wahren Herrschernatur also gerade entgegengesetzt, ist der Typus des Cromwell, der unter keinen Umständen die Macht über unser 60 Millionen Volk, das doch schon eine höhere Kultur kennt, haben dürfte.

Cromwell war ein unerbittlicher und selbst grausamer Verfolger.

Er war ein Freund und Verehrer seines Königs und doch dessen Mörder.

Er war völlig anspruchslos – und doch strebte er nach der höchsten Stellung.

Er war ein „inbrünstiger Beter“, – streng bibelfest“ – und doch ein grausamer Verfolger.

Er war streng sittlich, rechtlich – und doch voller Ungerechtigkeit, ein Mann des Blutes, der glaubte mit diesen Greueln Gott zu dienen.

Er vergiftete noch die politische Leidenschaft durch die religiöse.

Er löste das Parlament auf und brachte sich zur Herrschaft. Unterstützt von einer kleinen Zahl Soldaten und Generälen verstand er überall zu predigen, zu beten, zu singen und zu siegen.

Nebenbei war er es aber auch, der durch Verträge und energisches Handeln den Grundstein schuf für das spätere britische Weltreich und Englands Vormachtstellung zur See.- Die Begleitumstände, unter denen das geschah, wird heute kein einsichtsvoller Mensch wieder heraufbeschwören wollen.

Cromwell starb auf dem Gipfel seiner Macht, einsam und düster, von Verschwörern und Meuchelmördern nicht sicher, von Gicht und Fieber geplagt, am Jahrestage seines größten Sieges, – man beachte die Kontraste – zu einem „guten“ Gott betend, während ein furchtbarer Sturm über London fegte.

Man sieht an diesem einen Beispiel, daß unsere großen Parteien auf dem besten Wege sind, ohne diese Menschenkenntnis wieder vollständig irre zu gehen.

Diese Menschenkenntnis lehrt die harmonischen, genialen und idealen Typen als Vorbilder und damit eine höhere menschliche Vernunft, Einsicht und Weisheit.

 

Wie der Formseher die Menschen sieht nach der besten Typenlehre der Welt.

1. Wirtschaftliche Talente

Es ist gewiß ein glücklicher Zufall gewesen, daß in dem Dorf Heinde [heute Stadtteil von Bad-Salzdetfurth] bei Hannover, wo Carl Huter seine erste Jugend verlebte, gerade die Menschen wohnten, die nötig waren, damit der aufmerksame Knabe mit seiner natürlichen Beobachtung und psychologischen Begabung die ersten Grundlagen zur Menschenkenntnis finden konnte.

Es lebte nicht weit von seinem väterlichen Hause eine Familie von Bauersleuten, die alle einen großen Hang zur Schäferei zeigten; diese Personen, auch die Söhne und Töchter, waren wohlbeleibt, behäbig, also korpulent, voll und dick.

Sie hatten ein breitbackiges, volles Gesicht, eine mittelhohe, breitrunde Stirn, den kurzen dicken Hals und den gedrungenen Körperbau.

Bild 1 und 2 stellt einen Mann aus der damaligen Zeit und Huters Heimat dar, der diesem Typus entspricht.

Das ist der beleibte, gewichtige Mann, der sein materielles Wohl zuerst im Auge hat. Er spricht nicht viel, denkt ruhig nach und was er sagt, hat Hand und Fuß

Zu ihm von Theater, Kunst und Philosophie zu sprechen, hat keinen Zweck, er richtet seinen Sinn auf die naheliegenden Dinge des praktischen Lebens. Ihn zum Fußballspiel verleiten zu wollen, wenn er etwa auf dem kurzen Wege zu seiner Stammkneipe ist, wäre Frevel und von seiner Seite keines Wortes der Beachtung wert.

Er stärkt seine Lebenskraft durch Ruhe und reichliche, gute Ernährung. –

Verfolgen wir nun ganz kurz weiter, was der Knabe Huter zuerst beobachtete.

Diese Art Menschen waren gute Viehzüchter, aber zum Ackerbau zeigten sie weniger Neigung, da hiermit viel Bewegung und Anstrengung verbunden ist, was sie tunlichst vermeiden.

Sie mästeten aber mit Vorliebe Gänse, Schweine, Rinder und Schafe und hatten, damit viel mehr Erfolg wie andere Viehzüchter im Dorfe, und sie wurden mit der Zeit wohlhabend.

Einer der Söhne wog in mittleren Jahren an die drei Zentner, er fühlte sich aber trotzdem bombenwohl, konnte sogar gut marschieren und unter Umständen auf Dorffesten andauernd und ohne jede Beschwerden tanzen, er aß und trank und war dabei kreuzfidel.

Daraus folgerte Huter, daß diese Menschen trotz ihrer Körperfülle durchaus

nichts Krankhaftes

an sich haben. Ja, diese Ruh- und Ernährungs-Naturelle, wie Huter sie später nannte, wurden bei ihrer Beleibtheit alt, hatten nie Beschwerden, waren also gesund zu nennen.

(Es geschieht aber nicht selten, daß Menschen, die ihrer Gesamtanlage nach nicht zu diesem Typus gehören, infolge unrichtiger Lebensweise korpulent werden. Diese sterben meist an Belastungskrankheiten schon bei mässigem Dicksein nach wenigen Jahren.)

Auf dem Hofe dieser Bauersfamilie sah alles ziemlich gleichgültig aus, und besondere Ordnung und Schönheit war nicht zu finden.

Auch ließ es sie gleichgültig, wenn jemandem Unrecht geschah, sie lachten dann ncoh kaltherzig, zeigten eine gleichgültige Gemütskälte und waren starke Egoisten.

Wenn sie aber glaubten, es greife jemand in ihre Rechte ein, dann hatte dieser bald einen Prozeß am Halse, den sie stets zu ihren Gunsten auszuschlachten verstanden.

Mit den Rechten anderer nahmen sie es nicht so genau. Sie eignen sich am besten für das Kleingewerbe und den Handel, für Landwirtschaft und Viehzucht, das Gasthausgewerbe, einschlägige Lebensmittelbranchen, schließlich auch für den Büro- und Beamtendienst.

So waren Carl Huters allererste Beobachtungen bezüglich dieser Menschenart. Damit hatte er den ersten von den drei Haupttypen des Lebens gefunden und den Anfang zu einer ganz neuen Naturbeobachtung und Bewertung.

Betrachten wir nun noch an einigen Bildern diesen Grundtypus, so wie er im modernen Leben zu finden ist.

Der Herr, Bild Nr. 3, ist wie die Haltung und der Gesichtsausdruck zeigt, fidel und gut gelaunt. Er hat keine Kümmernisse, braucht sich nicht anzustrengen und für Essen und Trinken ist reichlich gesorgt.

Es ist so recht der selbstzufriedene und gesunde Typus dieser Art. Der Leser beachte die volle Wangen- und Halspartie, den derbfleischigen Bau von Brust, Schulter, Armen und Händen.

Auch Fritz Reuter, der humorvolle mecklenburgische Dialektdichter, lag seinem Grundtypus nach im Ernährungs-Naturell.

Das Gesicht zeigt die breitfleischigen Formen. Es ist aber noch eine besondere künstlerische Seite und Richtung ausgeprägt, daher ist auch das Auge und Gesicht so hell durchleuchtet, der Mund, das Haar und ganze Aussehen freundlich ernst, wie humorvoll abgetönt.

Von allen Charaktergestalten, die er schilderte, ist der OnkelBräsig die gelungenste. Diese liegt gleichfalls im Ernährungs-Naturell. In der Schilderung seines eigenen Typus ist ein Künstler meist am erfolgreichsten, in diesem schafft er seine Ideale.

Uebrigens wandte sich Fritz Reuter auch zeitweise der Landwirtschaft zu.

Daß die Ernährungs-Naturelle keine besonderen Tatnaturen sind, läßt das Bild Napoleon III., der 1870 den Feldzug verlor, recht gut erkennen.

Die Gesichtsformen sind fleischig und voll, die Haltung ist weich, halb apathisch und energielos. Schon die energielose Gleichgültigkeit in der ganzen Vorbereitung des Krieges wurde sein Schicksal.

Das Ernährungs-Naturell neigt zur Ruhe und Bequemlichkeit, es ist starken Veränderungen abgeneigt. Staatsmänner und Diplomaten in diesem Typus füllen ihre Aufgabe besser aus, man denke an Kiderlen-Wächter und Reichspräsident Fritz Ebert. Ersterer starb an Herzschlag, was häufig bei dieser Naturellanlage eintritt, letzterer an den Folgen einer Operation. Die Massigkeit und Weichheit der Gewebe besonders an den Leiborganen ist von vornherein für einen operativen Eingriff am wenigsten geeignet.

Bild 6 zeigt den Begründer der bekannten Kneipp-Kur, die der Hauptsache nach in der Verabreichung von Tees und Schwitzkuren besteht, kalten Güssen, Pakkungen, Barfußgehen im nassen Grase usw.

Kneipp liegt, wie das Bild zeigt, der Hauptsache nach im Ernährungs-Naturell. Das erkennt man an den breiten, fleischigen und massigen unteren Gesichtsformen.

Erfahrungsgemäß hat gerade bei Ernährungs-Naturellen oder bei Typen mit entsprechendem Einschlag die Kneipp-Kur die besten Erfolge aufzuweisen. Auch heute noch trifft man unter den Kurgästen in Wörishofen recht viele Ernährungs-Naturelle.

Bild Nr. 7 läßt auf den ersten Blick erkennen, daß dieser Herr ebenfalls zum Ernährungs-Typus gehört.

Hier treten die weichen, dicken, fleischigen Gewebe an Hals und Wangen recht deutlich hervor. Aber auch die kurze, oben schwache und unten dicke Nase ist typisch, ebenso der im unteren Teil starke und nach oben zu schwächere Gehirnbau, das fleischige untere Ohr, das volle runde Kinn usw.

Er war Hausbesitzer und Handelsmann.

Der Herr im Ernährungs-Naturell Bild 8 war nicht ganz zufrieden, was besonders am Nasen-Mundzug zum Ausdruck kommt. Er hatte ein Zigarrengeschäft, sein Wunsch und Wille ging aber nach einer guten Gastwirtschaft.

Hier kann der Leser so recht die breiten, vollen, feisten Gesichtsformen erkennen.

Der Ausdruck ist, durchaus real und materiell. Das Gewebe ist etwas schoppig, das rührt daher, daß er sich halt gar zu wenig Bewegung machte.

Die Dame, Bild 9, liegt ebenfalls im Ernährungs-Naturell.

Sie zeigt die grobfleischigen, vollen Gesichtsformen. Diese Frauen stellen etwas vor, sie imponieren allein schon durch ihre volle Erscheinung. Der Sinn für das Wohlergehen der eigenen Person steht im Vordergrunde. Der Mund hat den Ausdruck des Wohlgeschmacks, das Auge den der Eigenliebe.

Die Frau im Ernährungs-Typus, Bild 10, ist aus unserer Nürnberger Gegend.

Wie man sieht, ist sie frisch, gesund und lebensfroh. Ihre Körperfülle ist gleichbedeutend mit Gesundheit und macht durchaus keine Beschwerden. Sie ißt und trinkt verhältnismäßig nicht viel, aber mit einer gewissen Kunst, mit Ruhe und Verständnis.

Ganz ihrer Anlage gemäß ist der Knochenbau schwächer, daher sind auch die Fuß- und Handgelenke durchaus grazil, fast zierlich gebaut.

Gerade dadurch, daß hier viele gleiche Typen aus den verschiedensten Lebensverhältnissen u. Gegenden nebeneinander gestellt sind, erhält der Leser unmittelbar ein wahres Bild von diesem Grundtypus des Lebens.

Alle diese Personen haben im Grunde genommen nach Körper- und Gesichtsbau eine große Aehnlichkeit, man könnte oft glauben, es wären Schwestern und Brüder, was aber natürlich durchaus nicht der Fall ist. Der Typus ist es vielmehr, der diese Ähnlichkeit verursacht. Das ist, nebenbei gesagt, der beste Beweis dafür, daß man aus Millionen Menschen diesen Typus herausnehmen kann, um ihn nach einer ganz bestimmten Richtung hin zu klassifizieren.

Wer Lust, der suche den parallelen Typus in der Pflanzen- und Tierwelt. Er findet dieses Naturprinzip der Ruhe und Schwere, der Stoffansammlung aber auch unter den Mineralien, in der Welt der scheinbar toten Materie und schließlich in der ganzen Natur.

(Der nächste „Menschenkenner“ behandelt den 2. Grundtypus des Lebens „Tat- und Energienaturen.“)

Ivar Kreuger von Standpunkt der modernen Menschenkenntnis

Angesichts der Tatsache, daß dieser Trustgewaltige durch viele Jahre die ersten Finanzgrößen der Welt, die hohe Diplomatie und viele Wirtschaftsführer täuschte, ist es wohl angebracht zu fragen:

Was sagt der Formenseher zu diesem ungewöhnlichen Fall?

Bild 1 zeigt Kreuger auf der Höhe seiner Welt-Geld-Macht.

1. Das Auge ist verschleiert, nicht offen und klar. Das verrät eine Gedankenwelt, in die niemand Einblick haben soll: man sehe sich in Gegenwart solcher Personen vor, sei schweigsam und offenbare nicht. In hohe Vertrauensstellungen berufen, bringen sie Unheil und Zerstörung, Unglück, Leid und vielfach Elend ohne Ende. (Deutung aus Bd.II Grundlagen der Menschenkenntnis, Seite 127). Diese eine Tatsache hätte hinreichende Warnung sein müssen. Also die allerprimitivste Menschenkenntnis und eine ganze Welt maßgebender Männer hätte sich nicht irreführen lassen.

2. Die Stirn zeigt die berühmten Diebesecken, (siehe etwa in mittlerer Höhe nach den Seiten zu.) Hier liegt – nebenbei gesagt, – die gewaltigste Plastik.

3. Bei I zeigen die starken Jochbeine enorme Eigengesetzlichkeit und Widerstandskraft.

4. Bei II, III und IV finden wir einen ähnlichen berüchtigten Bau des Unterkiefers, wie ihn schon Lombroso bei Verbrechern als typisches Merkmal erkannte.

5. Die starre Ruhe und Abgeschliffenheit im Gesicht in Verbindung mit dem hypnotischen Dauerblick und den abnormen Merkmalen zeigt den zwar vornehm auftretenden, aber dennoch höchstgefährlichen Typus, dem nicht eine Minute zu trauen ist.

6. Die lange gerade Nase, die breite Nasenwurzel mit der Eckenkraft, die breite Plastik über den Augen, die Rundung des ganzen Schädels verraten außerordentliche Intelligenz, Vorausberechnung, Planmäßigkeit, großes natürliches Schauspielertalent, vorzügliches Personengedächnis, Selbstbeherrschung usw.

Das 2. Bild zeigt Kreuger zu der Zeit, da er schon unsicher war und sich bald darauf in Paris erschoß.

7. Das ist eine Galgenphysiognomie. Das Auge lauert in den Ecken und deutet Neigung zu Körperverletzung und Selbstmord.

8. Das Ohr richtet sich in der Mitte hart quer ab und zieht sich bei langer Unterkieferlinie nach hinten hoch, wo die Verheimlichung und der Gewaltsinn liegt.

9. Die beide Augen verbindende Linie zieht sich nach rechts vom Beschauer hoch und die Mundlinie liegt umgekehrt schief. Ganz abnorme Gefühle und stärkste Disharmonie im Geistes-, Gefühls-, Seelen- und Tatleben geben sich darin kund.

10. Der Mund lacht halb verbindlich, aber das Lachen wirkt unwahr, denn das Auge lauert. Das Gesicht zeigt starke Asymmetrie. Der Ausdruck dieser Physiognomie deutet auf inneres Schuldbewußtsein, der Mann weiß bereits, daß er verspielt hat.

Das mag genügen, um darzutun, wie bitter nötig in den hohen Finanz-, Diplomaten- und Wirtschaftsführerkreisen die Menschenkenntnis ist. Aus Mangel an Menschenkenntnis sind gerade in der Finanzwelt mehr Kapitalien verloren gegangen als durch irgend eine andere Ursache.

Alles ist Entwicklung. In absehbarer Zeit, wenn sich in den Gehirnen vieler Menschen die Zellen für die Aufnahme dieser neuen Lehren gebildet haben, wird man den heutigen Mangel der Welt an Formen- und Menschenkenntnis nicht mehr begreifen können. Solche Fälle, wie sie die heutige Welt mit Kreuger erlebte, werden in einer späteren, sehend gewordenen Zeit unmöglich sein.

DgM 002 MK Unterricht

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

D The Gate MK