Schlagwort: Schweiz

Juni 1941 Letzte Ausgabe von „DgM“ 101. Juni 1991 Akademische Publikation zur Selbstverantwortung by Wolfgang Timm

20121230-224842.jpg Es folgte auf persönliche Anordnung vom damaligen
Reichslügenminister Goebbels die TOTALE VERNICHTUNG ALLER HUTER-WERKE im damaligen Nazi-Deutschland. Rettung jedoch über die Schweiz. Herausgeber von Der gute Menschenkenner, Amandus Kupfer, 1879-1952, entkam zum Ende des Krieges einem Verhaftungsbefehl mit KZ-Einlieferung, aufgrund von Glück und den damaligen Wirren
Frühjahr / Sommer 1945.

Neuherausgeber Diplom Psychologe Wolfgang Timm, Kreator von Gesamtschau-Digital: Carl Huter’s Original-Menschenkenntnis & Ethische Schönheitslehre.

Abschluss von DgM-Digital aller 101 großformatigen Zeitungsausgaben am 5. Februar 2010.

PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS,ZÜRICH, & CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV, HUSUM, KOOPERIEREN.

ZUR PERSON WOLFGANG TIMM, Neuherausgeber-Digital „DgM“:

DIPLOM 1990
UNIVERSITÄT HEIDELBERG. AKADEMISCHE PUBLIKATION JUNI 1991 HÖRPÄD,
HEIDELBERG.

1941 NAZI-VERBOT und Totalvernichtung aller Werke von CARL HUTER (1861-1912).

Genau 50 Jahre später, Akademische Publikation, Juni 1991, Heidelberg.

Februar 1995 Erwachen – aus der Matrix des Kollektivs. WISSENSCHAFTLER FU Berlin, Uni Flensburg.

DIPLOM PSYCHOLOGE, Reha-KLINIKEN.

2004 KREATION+PUBLIKATION GESAMTSCHAU-DIGITAL: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS& KALLISOPHIE. http://www.chza.de

Seit Oktober 2007 Kooperation CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV, CHZA, Husum, und PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS, Zürich.

Oktober 2005 VERTRIEB-DIGITAL (9 DVDs) 101 Ausgaben & Der gute Menschenkenner 1932-1941.

Kooperation CHZA & AU1979verus, WOLFGANG TIMM &;
ALEXANDER ALTHOVEN, 2009-2011.

Hauptsponsor Carl-Huter-Zentral-Archiv, http://www.chza.de: Mr. JingJing Zhu, Shanghai.

INHABER CHZA Herr JingJing ZHU, Kommissarischer Geschäftsführer CHZA ist
Medical-Manager Wolfgang Timm.

In der Jubilaeumsausgabe zum 150. Geburtstag vom Privatgelehrten CARL HUTER am 9. Oktober 2011, der Fachzeitschrift PHYSIOGNOMISCHE PSYCHOLOGIE, Oktober 2011, Nr. 72,
der PHYSIOGNOMISCHEN GESELLSCHAFT SCHWEIZ wurde die vom Autor
Medical-Manager Wolfgang Timm Ende Neunziger Jahre erstellte „LISTE DER PRIMAERLITERATUR VON CARL HUTER VON 1893 BIS 1952“ publiziert.

EDITED BY WOLFGANG TIMM, CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV. http://www.chza.de
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2012 in review Helioda1’s Weblog RÜCKSCHAU – Statistik

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 15.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 3 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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DgM 051

Der gute Menschenkenner 051 von 101

MENSCHENKENNTNIS           

CARL HUTER (1861-1912)

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Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de 

 

  Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY 

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Der gute Menschenkenner                                                                        

 

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

© April 1937, Nr. 51

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DIE GROSSEN

FRAUEN

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An den großen, charaktervollen, idealen Frauennaturen sind die großen Männer und Völker emporgewachsen, an den charakterlosen, lieblosen, sittenlosen zugrunde gegangen.

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Unser Zeichner Erich Mellerke bei der Arbeit.

 

Es kann wohl keine schönere Aufgabe geben, als das Leben großer Frauen zu schildern und zu würdigen.

Wir lernen sie aber erst so recht verstehen, wenn das Bildnis vor uns liegt und die psycho-physiognomische Kunst der Menschenkenntnis dabei in Betracht gezogen wird.

Das soll hier geschehen. –

Daß es nun gerade Schweizer Frauen sind, die wir heute würdigen wollen, liegt nicht etwa daran, daß vielleicht andere Länder weniger große Frauen hatten, nein – das ist es nicht, sie sind überall vorhanden und oft gerade da, in kleinen Alltag des Lebens, wo wir sie am wenigsten vermuten.

Gerade die Schweiz, dieses schöne Land mit seinen urwüchsigen Bewohnern, und besonders die deutschsprachige Schweiz ist uns stamm- und artverwandt, und von jeher hat besonders zwischen Baden- und Würtemberg diesseits und den Schweizer Kantonen jenseits des Rheines ein reger Verkehr stattgefunden.

Wer wie ich im Laufe der letzten Jahrzehnte so viel Gutes durch die Schweiz erfahren hat und die Schweizer Gastfreundschaft kennenlernte, der kann gar nicht anders, als die Schweiz und die guten Schweizer Leute hochachten und wertschätzen.

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Vereinsgründung „Helioda“ in der Schweiz 1934  (Hinzugefügt)

 

Mit Staunen und Verwunderung haben viele Schweizer unsere Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] kennengelernt und sind mit Feuereifer, so recht mit dem urwüchsigen Geist des Schweizer Volkes, dafür eingetreten.

Groß, klar, sonnig und licht wie die Berge und Höhen des Schweizer Landes sind diese neu erkannten ewigen Wahrheiten der Natur, welche die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] erschließt.

Aber ich meine, ich habe das Schweizer Volk doch erst so recht in seinem Kern verstehen können, nachdem ich seine großen, edlen Frauen würdigen und verstehen lernte. Ich glaube, hier liegt ein Kernpunkt seiner Kraft, Treue und Rechtschaffenheit, den man nie übersehen sollte.

Betrachtet man das Leben der großen Schweizer Frau und besonders auch im psycho-physiognomischen Sinne, dann ist das Band zwischen der Tradition und dem Leben und Wirken des Schweizer Volkes gefunden. – Das ist der Sinn der nun folgenden Betrachtungen.

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Bild 1. Anna Marty.

Freilich ist ihr Name nur ein Pseudonym, sozusagen ein Gleichnis für viele andere, die unerkannt und unbeachtet ein Heldentum ihres Frauendaseins lebten.

Aber Anna Mary hat wirklich gelebt, sie war freilich nur eine ganz einfache Fabrikarbeiterin, doch nichtsdestoweniger eine edle Frau, eine Heldin in ihrem Wirkungskreis.

Ihre Heimat war an der Grenze der Hochalpen, wo die Natur bereits ihre Bergespracht entfaltet und – im Gegensatz dazu – im Tale die Fabrikschlote der großen Webereien rauchen.

Dort verbrachte Anna Marty ihr Leben. Arm – bitterarm, sah sie ihr Los voraus. Zuerst diente sie mit ganzer Kraft ihren armen Eltern, dann, obwohl sie sah, was kommen würde, nahm sie den Mann ihrer Liebe und diente nun ihm und ihren Kindern.

10-12 Stunden in der Fabrik, weite Wege in Sturm, Wind und Sonnenschein, und in ihrem Häuschen am Berge wartete nun erst recht die Arbeit auf sie.

Nimmermüde trug sie ihr schweres Los, immer gut und hilfsbereit lebte sie ein Leben nicht für sich und nur für andere.

Als dann ihr Mann in den Bergen durch einen Unfall zu Tode kam, da verzagte sie nicht, nahm weiter alle nunmehr vermehrte Arbeit und die liebe Sorge auf sich um ihre Kinder zu rechtschaffenen Menschen zu erziehen.

Obwohl ihr Körper schon ausgemergelt war, ihr die Kraft versagte, sie raffte sich immer wieder auf, um bis zur letzten Stunde zu schaffen, zu arbeiten, Gutes zu tun.

Sie war ein edler Mensch, wie eine Edeltanne auf einsamer stürmischer Höh, fest verwurzelt mit ihrer Heimat, gerade und aufrecht durch das Leben gehend.

Wir betrachten dieses wunderbare, große, willensstarke Auge – wie man es gar oft in der Schweiz findet -, das sowohl tief nach innen aufnimmt, wie auch in die Ferne sieht, charakterfest, klar und rein wie ein Bergkristall.

Man betrachte die unerschütterliche Willenskraft und Pflichterfüllung, die aus dem Auge spricht, man beachte die Charakterfestigkeit, die Selbstbeherrschung und Selbstaufopferung, die Willensfestigkeit, die in der kraftvollen Nasenform und dem Stirnansatz zum Ausdruck kommt.

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Man vergißt dabei ganz das einfache Kattunkleid, den abgezehrten Hals, die enge Brust, das Leid und die Entbehrung, die am Mund sich spiegeln, die harte, über ihre Kräfte gehende Arbeit, die das Kinn noch deutet, – man vergißt das alles ganz und glaubt es nicht mehr zu sehen, wenn man dieses herrliche Auge und die gerade Haltung des Kopfes betrachtet.

Anna Marty ist in Wirklichkeit eine königliche Frauennatur, sie liegt im Tat- und Bewegungs-Naturell mit Harmonie und Idealität.

Das ist des Rätsels Lösung! Wir wissen nach unserer Psycho-Physiognomik, daß dieses Naturell den höchstwertigsten Menschen eigen ist. Hier sehen wir es vor uns, wie es im Leben gekämpft, gelitten und aufrecht sich durchrungen hat und alle Pflichten auf das beste, nicht für sich, sondern für andere erfüllte!

Das ist es, was wir aus diesem Bildnis lernen wollen, die königliche Natur auch unter den Ärmsten des Volkes von vornherein zu erkennen, um sie dann nach Möglichkeit in einen solchen Wirkungskreis zu bringen, wo sie nicht nur in kleinem und engem Rahmen, sondern darüber hinaus zum größten Nutzen und Segen für die Allgemeinheit vorbildlich wirken kann.

Das ist es, was diese Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] als Weltkulturfaktor erreichen will. –

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Unser Zeichner, Herr Mellerke, schrieb: „Wenn man diese Frauenbilder zeichnet, dann merkt man so recht den großen Geist, der daraus spricht!“ Jawohl, wir wollen sie erkennen, die hochwertigen Edelmenschen auch unter den Frauen, und wir wollen sie schätzen als unser kostbarste Gut auf Erden!

 


Bild 2. Frau Katharina Sulzer-Neuffert.

Jetzt sehen wir im Geiste ein frisches Mädchen ihre Heimat im Schwabenland verlassen, wo ihre Eltern gestorben waren und sie nun ganz allein auf sich selbst angewiesen dastand.

Mit frischem Mut und frohem Sinn sehen wir sie über den Bodensee fahren, in die Postkutsche einsteigen in der Richtung nach Winterthur, wo sie ihre Stellung antritt.

Was hatte sie mit diesem Schritt in die Fremde für ein Leben vor sich? – Sie wußte es nicht, aber frisch und froh griff sie die Arbeit an, die sie begleitete, die sich steigerte und sie nicht mehr verließ. Wir wissen es heute, und wir wollen diese tüchtige und gute Frau ehren!

Bald hieß es in Winterthur, die Kathrine ist das sauberste Mädel, und als der Dreher Schaggi Sulzer ihre Hand begehrte, da hatte sie erst so Recht die neue Heimat dort gefunden.

In unentwegter Treue, Arbeit und Mithilfe stand sie ihrem tüchtigen Manne zur Seite, der mit aller Macht und Kraft sein Handwerk vorwärtszubringen strebte. So entstand aus den kleinsten Anfängen unter den größten Schwierigkeiten das heute weltberühmte Eisenwerk Gebr. Sulzer.

Bei aller Tüchtigkeit ihres Mannes und später ihrer Söhne, ist es doch diese hervorragende Frau und Mutter gewesen, die im stillen, immer wieder ausgleichend und versöhnend, den Grundstock für das Gedeihen des großen Werkes gegeben hat.

Wie Vertrauen erweckend, wie gut und lieb ist doch das Gesicht, das dieses Bildnis zeigt!

Es sind die treusorgenden Augen der Gattin und Mutter, die stets nach dem Rechten sehen muß, die stets und zu jeder Zeit hilfsbereit ist, die sparsam, wirtschaftlich, äußerst fleißig und umsichtig ist, die nicht ruhen und rasten darf.

Die Breite des Gesichtes in der Region des unteren Seitenhauptes zeigt die vorzüglichen wirtschaftlichen und ökonomischen Talente und die Breite der Nasenwurzel den außerordentlichen praktischen Sinn.

Dabei ist das Auge ganz warm, gut, weich und freundlich, wie auch das Mittelgesicht und die Züge um Mund und Wangen.

Das starke Kinn und der kräftige Unterkieferbogen zeigen die enorme körperliche Arbeits- und Schaffenskraft, wie auch die Tat- und Ausführungskraft.

Es ist nicht nötig, ihren wohltätigen Sinn hervorzuheben und viele andere Tugenden zu preisen, der Leser erkennt sie aus diesem wacker schaffenden, treuen und guten Angesicht.

So sieht die Frau aus, die mit beiden Füßen fest auf dem Boden des praktischen Lebens stehend, mithilft, daß ein angefangenes Werk blühen und gedeihen kann, die immer wieder im besten Sinne harmonisch ausgleicht als die stetig gute Impulskraft.

Es ist das harmonische Bewegungs- und Ernährungs-Naturell, das praktisch wirtschaftliche, man möchte fast sagen, soweit man davon bei der Frau sprechen kann, das Unternehmertalent.

Es ist im Gegensatz zu Anna Marty ein hochwertiges Naturell mit praktischen wirtschaftlichen Fähigkeiten. Es ist darüber hinaus die treusorgende und liebende Gattin und Mutter, die ihre Liebe und Hilfsbereitschaft auf alle ihre Mitmenschen überträgt.

Man sieht an diesem Bildnis zum zweiten Male, daß man den hochwertigen Menschen erkennen kann und was er nach seiner jeweiligen Naturellanlage zu leisten imstande ist, daß es darum gar kein höheres Gesetz geben kann, als solche Menschen, einerlei, ob es Männer oder Frauen sind, stets richtig zu erkennen und möglichst an einen solchen Platz zu stellen, wo sich ihre Kräfte und Anlagen voll auswirken und entfalten können.

Zum anderen erkennen wir, daß die Naturellanlage eines Menschen sozusagen sein eigenes Grundgesetz ist, in dessen Rahmen er einzig und allein gesund und glücklich sich auszuwirken imstande ist. Wenn dieses Naturgesetz einmal erkannt ist, dann wird die Zeit kommen, wo es in jeglicher Gemeinschaft nur noch gesunde, tat- und schaffensfrohe, glückliche Menschen gibt. Denn Katharina Sulzer ist das lebendige Beispiel dafür. Trotz späterer Krankheit, trotz ihres hohen Alters, sie war ein in sich harmonisch ausgeglichener, guter und glücklicher Mensch – eben, weil sie am rechten Platz stand und sich voll entfalten konnte.

 

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Bild 3. Katharina Morel.

Ja, was diese Frau, ein Luzerner Kind, durchgemacht hat, das ist gar nicht zu glauben, man hat sie daher mit Recht als die tapfere Frau bezeichnet.

Es ist das Geschlechts- und Lebens-Naturell mit Harmonie.

Man betrachte die in älteren Jahren noch plastischen und vollen quellenden Formen, die von einem ungeheuren Vorrat an Kraft, Stoff und Lebensenergie zeugen.

Man betrachte die plastische Stirn, in der ein klarer Verstand wohnt, diese großen, dunklen, klugen Auge und die gerade, Willensstärke zeigende Nasenbildung, es ist die vorzügliche und angeborene praktische Menschenkenntnis, die diese Frau besaß und ohne die sie in ihrem bewegten Leben gar nicht durchgekommen wäre. Es ist die praktische Menschenkenntnis, die nunmehr lehrfähig geworden ist und die sich jeder aneignen kann und sollte.

Daher hat sie ihre Intelligenz und Klugheit so außerordentlich herausgeschult zu einer wirklichen praktischen Welt- und Lebenserkenntnis.

Sie war eine Wirtstochter, und so ist infolge ihrer Anlage gar nicht wunderzunehmen, daß sie schon mit 16 1/2 Jahren heiratete und daß sie dann ihren Manne, dem Sattler Heinrich Peyer vom 2. Schweizer Regiment, als dieser für Napoleon gegen Rußland in den Krieg zog, einfach folgte und mitzog.

Diese tapfere Frau mit ihrem starken Liebessinn konnte nicht anders, sie folgte dem Manne auf Leben und Tod.

Was der Zug nach Rußland bedeutete, braucht nicht gesagt zu werden. Nur 30 Soldaten von dem ganzen Regiment kamen mit ihr und ihrem Manne zurück, ja, ohne sie hätte ihr Mann ganz gewiß die Heimat nicht wieder gesehen.

Aber auch später, als ihren Mann im Bewegungs-Naturell die Ruhelosigkeit wieder gefaßt hatte, – das Bewegungs-Naturell haßt die Ruhe und Bequemlichkeit – ließ sie ihn nicht allein ziehen, sie begleitete ihn.

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In allem bewegten Kriegsleben was sie die überlegene Menschenkennerin und gerade deswegen und aus Anlage die praktische Frau, die unverzagt eine verlorene Existenz nach der andern freudig wieder von neuem aufbaute.

Was kein Oberst des Regiments durchsetzte, das schaffte sie mit ihrer Energie, Klugheit und Menschenkenntnis.

Dabei entwickelte sie die tapfersten Eigenschaften, man betrachte die gespannte Energie an Augen, Stirn, Nase, Kinn, Mund und Haltung. Sie entfaltete Übersicht und Voraussicht.

Was ein Mensch bei solcher Anlage, wenn sie zum Harmonischen geht, dulden, ertragen, leiden und an Freude schaffen kann, darüber gibt dieses Bild Auskunft.

Sie heiratete später nochmals und war Besitzerin des „Schweizer Hofes“ in Luzern.

Im hohen Alter noch ging von ihr eine große moralische Kraft aus. Sie, die den Tod nicht gefürchtet hatte, erwartete ihn, als er sich ihr nahte, ruhig, ohne Ungeduld und ohne Angst. Das war Katharina Morel, die tapfere Frau!

 

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Bild 4. Anna Josefine Dufour.

Man kann ruhig sagen, es ist das ideale harmonische Naturell. Was das bedeutet, ist unsern Lesern bekannt. Edler Stolz, große Schweizer Vornehmheit, Tüchtigkeit und Idealität zeichneten sie aus.

Dieses Naturell ist materiell, geistig und moralisch zu Hächstleistungen befähigt – und das hat Frau Dufour bewiesen.

Über den Augen prägt sich der Sinn für Schönheit, Raum- und Ebenmaß aus, eine gewaltige geistige Kraft und Formerfassung zeigt die Nasenwurzel und die klassische Stirnform. Sie hat dabei den auserlesenen Geschmack, den großen Farben- und Ordnungssinn, die Berechnung und Übersicht, siehe die Stirnbildung seitlich und unmittelbar über den Augen, sie hat die große Tat- und Durchführungskraft und die wirtschaftlichen Talente, siehe Kinn und Unterkiefer und das starke Seitenhaupt.

Wunderbar ebenmäßig, klassisch schön und rein sind die Formen, hochgewölbt ist der Scheitel, und eine wunderbare Vornehmheit, Ruhe und Sicherheit spricht aus Haltung und Gesicht. Eitelkeit liegt ihr fern, alles an ihr ist echt und wahr.

Dieser lebhafte Geist entwickelte sich zu einem Verwaltungsgenie. Die ganze hohe Schweizer Kultur und Menschlichkeit ist in dieser Frau verkörpert.

Als ihr Mann starb, heiratete sie nicht mehr. Sie übernahm das große Geschäft, um es ihrem Sohn zu erhalten, mit einem treuen Teilhaber, Johannes Alispach, und leitete unter der Firma Dufour & Co 40 Jahre lang dieses große Unternehmen.

Man betrachte die großen, wirklichkeitsnahen – und doch fernblickenden Augen, die Feinheiten in diesen Zügen, hier offenbart sich wohl das große Geheimnis der Kulturhöhe des Schweizer Volkes, soweit das Gute zu Tat und Leben drängt.

Aber ein Kleinod hat diese Frau noch besessen, man beachte die Gespanntheit der Haltung, das geistig Rege an Augen und Gesicht, die klassische Nasenwurzel, den forschenden, ruhig beobachtenden Blick des warmen Auges, es ist die angeborene und erworbene Gabe der praktischen Menschenkenntnis, durch die sie befähigt wurde, das große Unternehmen so viele Jahre mit Erfolg zu leiten.

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Sie täuschte sich vermöge ihrer Menschenkenntnis nie in einem Menschen, sie hatte damit eine ungeheure Waffe in Aug und Hand, und wer in ihren Diensten erprobt war, dem hielt sie unentwegt ihr Vertrauen. Sie täuschte sich nicht und sah im Gesicht des Menschen, wie er dachte, handeln würde, liebte und lebte.

Was wäre diese Frau ohne ihre Menschenkenntnis? – Mit sicherer Hand konnte sie, was niemand geglaubt hätte, das Unternehmen ihres Mannes weiter- und aufwärts führen.

Das Erbe Lavaters scheint vielen Schweizern nahezuliegen. Vielleicht stellt dieses Volk bald solche ideal-harmonischen Naturen, die es tatsächlich gibt – Männer und Frauen -, an die ersten Stellen, vielleicht folgt es dieser Naturwahrheit – vielleicht aber folgt es disharmonischen Naturen -, man weiß es nicht. Ich will hier nur den echten Schweizer Geist dieser großen Frauen zeigen und erklären, wie man ihn erkennt!

Hier ist das Mittel, die hochwertigen und kernigen Naturen auszulesen.

 

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Bild 5. Herzogin Colonna.

Diese prachtvolle Büste zeigt die Dame der großen Welt, die gottbegnadete Künstlerin.

Der Anlage nach ist sie mit dem zarten, verfeinerten Körperbau, dem zarten Gesicht und der hohen, breiten Stirn ein Empfindungs-Naturell.

Sie strebte nach einem vollendeten Ideal, und in unermüdlichem Fleiß hat sie die herrlichsten Plastiken geschaffen.

Wir wissen, daß die Empfindungs-Naturelle, wenn sie ethisch, künstlerisch und wissenschaftlich durchgebildet sind, leicht in das Ideale und Geniale übergehen. Das war hier der Fall.

Das Auge hat den scharf beobachtenden Ausdruck, wie er großen bildenden Künstlern eigen ist.

In Reichtum geboren, umgeben von Kunst und Pracht, inmitten einer großen Natur, fern von allen Sorgen des Alltags, konnte sich dieses Naturell gerade so ausleben und entfalten, wie es seiner Anlage entsprach.

Sie wollte ihr Leben so gestalten, daß sie anderen damit nützlich sein könne, ganz in ihrer Art, ganz in ihrer Weise, und das hat sie auch vollbracht.

Sie stammte aus der Familie d`Affry, und als ihr Gatte, Herzog Colonna, nach drei Monaten glücklicher Ehe starb, heiratete sie nicht mehr.

Es ist immer dasselbe. Das Empfindungs-Naturell neigt zur Entsagung, auch inmitten von Reichtum und Pracht – man beachte den fein geschwungenen Mund -, in Armut opfert es sich, in Reichtum und Pracht lebt es dem Idealne und Schönen, Kunst, Religion und Wissenschaft.

Prachtvoll ist der Schwung des Halses und Nackens, edel Arm und Brust, Ohr und Wangen, den hohen Adel des Innenlebens kundgebend.

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Zur höchsten Höhe des Lebens führt uns das Empfindungs-Naturell, in die Welt des Geistes und der Kunst. Die Herzogin erstrebte das Ideal der Vollendung der Persönlichkeit – im Rahmen ihrer Naturellanlage. Sie wollte andere beglücken, erfreuen, Wohltaten erweisen. Leiden und Not lindern – und so wuchs sie selbst mit ihren Idealen zur moralischen Persönlichkeit empor.

Obwohl den Verlockungen des Reichtums und des Wohllebens preisgegeben, lebte sie doch ihrer sich selbst auferlegten Pflicht, alles in den Dienst des Idealen, Guten und Schönen zu stellen.

So finden wir sie, die hochwertigen Frauen, ob arm oder reich, ob in Not und Lebenskampf, ob ringend um die Existenz für Gatten und Kinder, sie bleiben sich selbst getreu. Ja, wir werden noch sehen, je mehr diese edlen Menschen behindert wurden, desto weiterbarmender und liebender wurden sie. Solle es angesichts dieser Tatsachen den guten Menschen nicht einleuchten, daß Menschenkenntnis nötig, gut und nützlich ist? –

 

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Bild 6. Marie Anna Calame.

Meine Hand vermag das hohe Lied des Lebens dieser Frau nicht gebührend zu schildern.

Wenn man aber das Bild betrachtet, so hat man den Eindruck, als wenn sie viel Armut, Not und Elend gesehen und mitempfunden hätte. Betrachtet man das Auge so glaubt man, daß ihre Kraft zu helfen dabei immer größer geworden wäre.

Man merke sich dieses Auge, diese weichen, warmen Formen, es spricht daraus das Mitleid, der Wille zu helfen, Leid in Freude umzuwandeln. (Der Ausdruck ist ganz entgegengesetzt dem harten, kalten Auge des Menschen, der Freude in Leid und Wahrheit in Finsternis umwandelt.)

Es ist die Mutter der Armen und Waisen.

Sie schuf das erste Rappenliebeswerk. Es herrschte damals um 1800 nach den Kriegszeiten großes Elend, und ihre Hilfe kam zur rechten Zeit.

12 Bewerber schlug sie aus – und heiratete nicht, weil sie befürchtete, ein Mann könne womöglich das Werk, das sie vorhatte, hindern. Entsprechend reserviert und eigen ist auch der Mundausdruck.

Sie nahm zuerst 16 Waisen und Bettelkinder zu sich in Kost, Logis und Unterricht. Sie wollte den Ärmsten der Armen helfen.

Aber wenn man glaubt, die Behörden und Mitmenschen hätten sie dabei unterstützt, dann irrt man sich, sie wurde von den Behörden peinlich genau überwacht, alles, was sie jahrelang in unermüdlichem Fleiß geschaffen, Gutes und Liebes getan hatte, das wurde ihr übel ausgelegt und abfällig kritisiert.

Aber allmählich rang sie sich durch – sie lehrte ihren Pfleglingen den Glauben an Gott und Christus, aber doch in etwas anderem, wie üblichem Sinne, und bald begeisterte sie viele Menschen zu freudiger Mitarbeit.

Sie ließ ihre Zöglinge arbeiten, lehrte ihnen die Anfertigung von Spitzen, gründete eine Zeichenschule, fertigte und lehrte Porträtmalereien in Emaile, sie lehrte durch ihr Beispiel die Führung eines einfachen, wohlgeordneten Lebens und nahm sich des ganzen, von ihr betreuten Menschen an, um ihn zu ertüchtigen, den Kampf des Lebens führen zu können.

Wir sehen, wie praktisch sie vorging – ganz nach ihrem Naturell, Bewegung und Harmonie (Kennzeichnend ist das lange energische Gesicht und für das erzieherische Talent die lange, bestimmte, gerade Nasenform), brachte sie es fertig, tüchtige Menschen aus ihren Zöglingen zu machen. Der seitlich abfallende Augenbrauenzug zeigt, wie sie das Leid selbst miterlebte.

Das erste Kind, das sie aufnahm, lief bettelnd von Haus zu Haus und war nur in alte Lumpen gehüllt.

Der erste Knabe, der seinen Lehrzeit bei ihr beendet hatte, gab ihr sein ganzes erstes selbstverdientes Geld.

Als sie schon Weltruhm hatte, blieb sie ihrer Einfachheit treu! Das ist das Wunderbare bei diesen Naturen, sie bleiben wie sie sind, kein Reichtum und keine Ehre vermag sie zu erschüttern.

Aber noch haben wir die Hauptsache nicht gesagt, wodurch Anna Calame ihre besten Erfolge hatte.

Man beachte den forschenden, beobachtenden Ausdruck der Augen in Verbindung mit der plastischen Nasenwurzel und der langen, geraden, ausdrucksvollen Nasenform. Sie hatte die große Freude am Beobachten der Natur und menschlicher Gesichter. Sie war eine vollendete Menschenkennerin. Als sie schon 250 Zöglinge hatte, kannte sie jeden einzelnen dennoch ganz genau, kannte seinen Charakter, ging darauf ein und leitete den Schüler danach langsam vorwärts und aufwärts.

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Sie besaß also auch noch die große Kunst der richtigen Menschenbehandlung.

Sie, die Mutter der Armen, starb mit den Worten: „Ich verzeih allen, die mich gekränkt haben, und bitte alle, die ich kränkte, um Vergebung.“

O, das Letztere zu sagen, hätte sie nicht nötig gehabt, wir bitten sie um Vergebung, daß heute noch, trotz ihrem Vorbild, es noch Armut, Not und Leiden in der Welt gibt!

Sie stammte aus dem Tal von Locle in der welschen Schweiz. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß sie Vorgänge erlebte, die an das Wunderbare grenzten.

 

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Bild 7. ´s Mutterli. (Elise Rupp).

Das ist ´s Mutterli! Man kann sie wohl auch dem Bild nach gar nicht besser benennen, denn alles, was man unter dem Wort „Mutter“ versteht, erwacht in uns beim Anblick dieses Bildes.

Wer noch nicht weiß, wie der gute Mensch aussieht, hier ist er – hier kann man ihn studieren. Wenn erst das Lob des guten Menschen ertönt – heute wohl vielfach Gutheit mit Schwäche und Dummheit noch verwechselt -, dann wird selbst die Natur, die ja nicht tot ist, an solchem Erleben teilnehmen.

´s Mutterli wollte in ihrer Jugend Erzieherin werden. Sie stammte aus Zug, lebte später im Aargau und heiratete in ein Doktorhaus.

Da gab es viel zu tun. Ein Haus voller Kranker und Hilfsbedürftiger – das war schon ein rechtes Wirkungsfeld für sie.

Als dann aber ihr Gatte starb, da nahm sie unter schwersten Umständen ihren Jugendvorsatz auf und verwirklichte ihn.

Sie wurde wie ein guter Engel, wollte immer nur helfen, Gutes tun – alles für andere und nichts für sich selbst.

Sie begründete eine vorbildliche Erziehungsanstalt ganz in den Bahnen des von ihr hochverehrten Pestalozzi, und doch wieder ganz nach ihrer Ursprünglichkeit.

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Sie paßte die Erziehung den praktischen Bedürfnissen an, sie übte einen magischen Einfluß aus, entfachte in ihrer ganzen Umgebung einen Wetteifer im Lernen und Arbeiten, im Wohltun, im Opfern und Helfen. Man sagt, über dem Schweizer Land wehte damals die Fahne der Humanität, der Liebe und Gemeinnützigkeit.

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Schweiz-Symbol (Hinzugefügt)

Vielleicht ist das scheinbar zu viel gesagt, aber man kann sicher sein, der Einfluß einzelner guter Menschen ist oftmals viel gewaltiger und größer wie man glaubt.

Man betrachte dieses Bild, es ist die vollendete Harmonie und Gutheit. Daß man noch sagen muß, wie der gute Mensch aussieht – hier ist doch sein Bild: Warme, strahlend gute weiche Augen – ein wunderbar mildes, weiches, reines und warmes Gewebe. Das ist schon im Prinzip alles, es ist nicht viel – so wenig, wie der gute Mensch für sich selbst beansprucht. Aber es will doch gelehrt, es will gesehen und verstanden werden. Alles andere sagt das Bildnis, mehr wie Worte es vermögen – man studiere es eingehend, und wo man ähnliches wieder findet, da erinnere man sich, daß man den guten Menschen nicht bekämpfen, sondern ihm helfen soll, denn durch ihn kommt das Glück in die Welt. Auch braucht man den guten Menschen nicht zu fürchten, er tut nichts Böses. Man gebe sich einmal Mühe, den guten Menschen zu verstehen, und man wird bald finden, daß es sich reichlich lohnt.

´s Mutterli starb mit 83 Jahren, ohne Kampf, ohne Schmerz, im festen Gottvertrauen. Wir legen ihr im Geiste die schönste Rose auf das Grab.

 

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Bild 8. Anna Schlatter.

Anna Schlatter, geboren in St. Gallen, liegt, – das zeigen ihre großen, geistreichen Augen in Verbindung mit der kräftigen deutschen Nasenform – im harmonischen Tat- und Bewegungs-Naturell.

Mag ihre Zeit vergangen sein, mag sie in ihrer Tracht uns heute nicht mehr modern erscheinen – die Erinnerung an sie, ihre Charaktergröße und Einfachheit, ihre liebe, warme Frauennatur soll ein nie versiegelnder Quell ewiger Jugendkraft sein und bleiben.

Dieses wundersame Auge mit dem weichen und sanften und doch so festen Blick trifft man gar oft im Schweizer Land, als spiegele sich darin die Heimat mit ihrer felsigen Bergwelt, ihren lieblichen Tälern und klaren Seen.

Anna Schlatter war eine ausgeprägte Persönlichkeit, ein Charakter, ein lebhafter Geist von natürlicher Frömmigkeit und großer Menschenliebe. Sie war ihrem Gatten in treuer Liebe ergeben, sie hatte einen außerordentlichen Scharfblick und eine große Gewandtheit in allem, was ihre Hände anfaßten.

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Sie war Gattin, Mutter, Hausfrau und Geschäftsfrau, und doch bewahrte sie sich die Freiheit und Beweglichkeit des Geistes und sammelte in ihrem Kreis die Besten ihrer Zeit. Lavater war ihr Seelenfreund. Ihre ganze Wesensart prägt sich deutlich in diesem durch die großen Augen so außerordentlich belebten Gesicht mit der ausdrucksvollen Nasenform und dem charakteristischen Mund, den bewegten und lebhaften Zügen aus.

Alles in diesem Gesicht ist Offenheit und Geradheit, ist Festigkeit und Zuverlässigkeit, Regsamkeit und Fleiß, Geist und Treue.

Sie sah in der Vervollkommnung des eigenen Selbst ihr höchstes Lebensziel. Im Charakter treu wie Gold, in der Seele von feinster Empfindlichkeit, in Kraft und Tätigkeit unermüdlich, von regsamem Geist, fromm und gottesfürchtig, so steht sie vor unseren Augen: Nicht ein unerreichbares Ideal, sondern ein wirkliches Vorbild echter Frauentugend.

 

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Bild 9. Johanna Spyri.

Das Bergdorf Hirzel an der Straße von Zug nach Zürich war ihre Heimat.

Man glaubt, in eine träumerische Märchenwelt zu sehen, wenn man das beschattete, geheimnisvolle und doch so freundliche Auge betrachtet und dazu den sprechenden Mund, als würde er gerade eine ihrer schönsten Geschichten erzählen.

Es ist ein Auge, das bis in die Feinheiten alles wunderbar lieblich beobachtet. Dabei sind die Gesichtsformen schärfer und sehr markant herausgeholt, ein wenig härter – aber doch sehr durchgeistigt, und im Mittelgesicht strahlt warm das allerfeinste Empfinden aus.

Das sind gewisse Kontraste, und so sah sie die Unterschiede des sich abspielenden Lebens ganz und gar mit eignem Sinn und eigner Gefühlstiefe. Alle Geschichten krönte sie mit größter Lieblichkeit, – wie sie symbolisch schön und eigenartig das Haar über das Haupt gelegt hat.

Sie schuf die herrlichsten Kindergeschichten, sie weckte die Lust und Freude am Leben – und dieses wird ja wohl die Erziehungskunst der Zukunft sein -, sie machte das einfachste und kleinste Leben des Alltags dennoch fesselnd, lebendig und wertvoll. Sie erzählte so natürlich, wahr und echt, daß ihre jungen Leser mit den Gestalten ihrer Erzählungen alles miterlebten, mitfühlten und sich mitfreuten.

Sie selbst verbarg ihre Schriftstellerei und merkte es nicht, daß sie bereits eine berühmte Frau geworden war. Sie hatte aber auch einen starken Eigenwillen, denn im Unterton erscheinen die Gesichtsformen etwas herb, sind aber dennoch von feinsten, warmen, lichten und nervenreichen Gewebe umspannt.

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Johanna Spyri  blieb bei einer einmal gefaßten Meinung, aber bei den Armen und Kranken, das schmolz alle vorgefaßte Meinung und löste sich in großes Mitleid, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.

Man beachte das sehr breite Oberhaupt, wo die Ansammlungssinne für Poesie und Dichtung und der Idealsinn unter der hohen und reichen Haarkrone liegen. – Wie ganz scharf erfassend die seitliche Augenlidbildung ist – Aus der freundlichen weißen Halskrause schaut sie uns wie die echte, liebe Märchenerzählerin an.

Sie blieb auch im Alter noch jung im Gemüt, wie die Gestalten ihrer Erzählungen, das Heidi, das Gritli und viele andere jung geblieben sind.

„Und so blau ist kein Himmel,

Keine Sonne so licht,

Wie die Sonne der Heimat,

Und die laß´ich auch nicht.“

 

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Bild 10. Anna Pestalozzi.

Leise verklingen mit diesem Bild unsere Zeilen über die große und edle Schweizer Frau.

Sie verklingen  so leise und bescheiden, wie das Leben von Frau Anna Pestalozzi war. 50 Jahre Liebe, Treue und Aufopferung für ihren Gatten, dessen gutes Omen, dessen lichte Hand sie war, die ihn in feiner und edler Weise schützte.

Das kann nur der verstehen, der weiß, was es heißt, an der Stelle eines genialen Empfindungs-Naturells, wie es Pestalozzi, ihr Gatte war, durch Leben zu schreiten.

Wie viel sie unter den äußeren Verhältnissen gelitten hat, das zeigt dieses liebe, leidvolle, dennoch sonnig freundliche Gesicht. Ihr Leben lang übte sie die vollendetste Selbstbeherrschung, das zeigt diese lange feine Nasenform.

Sie bewahrte ihren Gatten, wenn er in schlimmer Not war, vor Verzweiflung. Wie muß diese Frau mit den weichen, eindrucksvollen Zügen mitempfunden und mitgelitten haben, und dennoch verraten noch die Augen auch den Abglanz ihres Glückes.

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Die übermäßige Anstrengung und das harte Leben brachen schon frühzeitig ihre Kraft, aber in ihren Idealen, in ihrer großen Liebe blieb sie unerschütterlich fest und stark. Mochte auch der Körper brechen, der Geist brach nicht.

Was wäre aus Pestalozzi ohne diese Frau geworden?! Anna Pestalozzi lebte eine ideale Liebe. Sie wollte ihren Gatten lieben, solange er der Tugend treu sein würde. Was ist das für ein Wort!! Und was sagte Huter, der dieses Geständnis der edlen Frau gewiß nicht kannte? Pestalozzi liegt im Tugend-Naturell.

Wundersame Wege sind es, die das Schicksal manchmal den Menschen gehen läßt.

Wenn alle ihren Gatten verließen und verhöhnten, wenn die Landwächter ihn für einen Bettler hielten, – nie verlor sie ihren Glauben an ihn.

Sie wurde v on ihm geliebt, geehrt, bewundert, aber allen Kummer bis zum völligen äußeren Elend mußte sie auch mit ihm tragen. In ihrer stillen Liebe hat sie engelsgleich ihren empfindsamen Gatten behütet und geschützt.


Was war das für eine Welt, die das Genie nicht erkannte und die den guten Menschen nicht zu helfen wußte?

Das alles und noch viel mehr Leid, Tragik und Unvollkommenheit wird durch die Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] einst überwunden werden können. Möge der gute Mensch sich ihr zuwenden, denn so wie Anna Pestalozzi nie den Glauben an ihren Gatten verlor, so verliert der Mensch durch die Erkenntnis der Wahrheit in der Natur nie den Glauben an den endlichen Sieg des Wahren, Guten und Schönen in der Welt! Solange es noch solche Menschen auf der Erde gibt, wie sie hier geschildert wurden, solange verlieren wir auch nicht den Glauben, daß der gute Mensch auch einstmals seine segensreiche Hand und Tatkraft dieser Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie] zuwenden wird, und damit legen wir im Geiste all diesen großen Frauen die schönsten Blumen zu Füßen.

 

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Bild „treu und fest“ (Hinzugefügt)

Lebensrichtung von Carl Huter (1905), 1. Strophe:

Immer den Blick nur nach vorwärts gerichtet,

Niemals verzagen, wenn Schweres uns droht,

Selbst wenn das Schicksal uns alles vernichtet,

Schaut nur ins Auge recht mutig dem Tod,

Eins bleibt uns sicher, das nimmt man uns nicht,

Es ist die Treue in Tugend und Pflicht.

 

 

 

 

Große Studienbüste (Photo Myrta Chesini, Schweiz)

Mail vom 23. September 2005 von “Myrta Chesini” mchesini@hispeed.chan Herrn Timm.

Sehr geehrter Herr Timm

Die Studienbüste hat ihr neues Zuhause gefunden. Der neue Besitzer würde

gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, denn er verbreitet auch die Lehre von

Carl Huter. Wenn Sie das möchten, hier seine Mail Adresse:

info@diagnostik.de ( Hr.Michael Münch ).

Herzlichen Dank für den Kontakt mit Ihnen, wünsche Ihnen alles Gute und

herzliche Grüsse aus der Schweiz

Myrta Chesini         (Hinzugefügt)

 

Schriftleiter Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

D.A. 4500. Druck: C. Brügel & Sohn AG. Ansbach.

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Herausgegeben von Amandus Kupfer, Schwaig bei Nürnberg

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 2001-2009 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

 D The Gate MK

 

DgM 002

Deutschland Wappen Red S

MENSCHENKENNTNIS

CARL HUTER (1861-1912)

PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007

 Knights Templar Y

700th anniversary of the Knights Templar

 

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307 

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durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

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CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

Head 4 

BRD de jure erloschen

The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

Form Geist

EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT

HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

Herausgegeben von Amandus Kupfer in Schwaig bei Nürnberg

© September 1932 Nr. 2

 

Das Bild Hitlers beurteilt!

Ist Hitler eine Cromwell-Natur?

Wie der Formenseher die Menschen sieht.

 

Wir wollen das oben rechts befindliche Bildnis Hitlers nach dem Stand der neuesten Forschungen über Augen-, Gesichts-, Kopf- und Gehirnbau nach wissenschaftlichen Grundsätzen betrachten.

Hat die nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Würdigung suchende Wissenschaft das Wort, dann tritt jedes Partei- oder sonstige Interesse zurück. Dafür kommt dann die scharfe Beobachtung und die logische Schlußfolgerung zu ihrem Recht!

Jeder vermag auf Grund des obigen Bildes von Hitler dieses Urteil nachzuprüfen, zu durchdenken, nachzufühlen und zu vergleichen.

Ist das geschehen, dann kann der Leser zur selbsteigenen Überzeugung von der Wahrheit dessen kommen, was naturwissenschaftlich die Form zum Ausdruck bringt, – frei von jeder Beeinflussung und

irgendwelcher Suggestion.

Das aber macht erst den Menschen wirklich innerlich frei, und zwar so, daß er sich schließlich von niemandem mehr die Wahrheit, die er mit eigenen Sinnen erkannt hat, verdunkeln oder ausreden läßt. Man steht schließlich wie ein Fels im Meer, mit ureigener Überzeugung da und wundert sich, daß man diese wichtigsten Wahrheiten des Lebens bisher nicht gesehen und beachtet hat!

Die Gesichtsform Hitlers und sein Typus.

Wenn man sich an dem obigen Bilde Hitlers – den Augendurchmesser schneidend – eine wagerechte Linie gezogen denkt, so liegt an Formmasse unterhalb derselben im Gesicht mehr wie oberhalb.

Auch erkennt man sofort, daß das Gesicht länglich ist, markant geschnitten, fest und bestimmt.

Man sieht auch, daß die Stirn direkt über den Augen die stärkste Kraft und Plastik hat, dann fällt sie in den oberen Teilen nach hinten zu ab.

Das sind ausgesprochene Merkmale des Tat- und Bewegungs-Naturells, bei welchem im ganzen Körperbau das Knochen- und Muskelsystem vorherrscht. An zweiter Stelle steht dann bei Hitler nach obigem Bilde das Ruh-, Ernährungs-, Lymph- und Drüsensystem, das zeigt der immerhin gute Ernährungszustand des Gesichts und des Halses, und in dritter Linie ist das Empfindungssystem entwickelt, welchem wir Nerven, Gehirn, Haut und Sinnesorgane zurechnen.

Würde Hitler die Lebensweise aufgeben, die seinem durch obiges Bild gekennzeichneten Typus entspricht, würde er z.B. zu schnell korpulent werden, dann könnten sich Belastungen mit ihren Folgen einstellen.

Was aber unserem Bilde auffällt, – sei hier kurz eingeschaltet -, das ist die frische, reine, schöne und glatte Spannung im Gewebe, das ist die frische und lebendige Haut, das volle glatt anliegende und gutgefügige Haar, was auf Gesundheit, Natürlichkeit und Herzensfrische deutet.

Der Ausdruck fesselt, erhebt, macht frei, als wolle er mit sich fortreißen, unentwegt einem Ziel zu, das erstrebt wird. Ganz unwillkürlich kann man so das tausenfache „Heil Hitler“ verstehen, besonders auch die Begeisterung der Jugend und daß Millionen Menschen ihm folgen. Man bekommt durch scharfe Beobachtung des Bildes eine naturwissenschaftliche Begründung für diese Tatsache. Es geht etwas von der Person Hitlers aus, das diesen Einfluß ausübt, ihm Gefolgschaft zu leisten.

Aber nicht alle Menschen in Deutschland folgen Hitler, vielleicht weil sie grundsätzlich anders eingestellt sind, andere weil sie unter irgend einer Suggestion und Beeinflussung stehen, andere aber sind nachdenklich und fragen sich prüfend,

„wohin soll das führen?“

Auch über diese Tatsache, warum nicht alle Menschen Hitler bedingungslos folgen, gibt uns – naturwissen-schaftlich gedacht – der architektonische Gesichts- und Gehirnbau nach dem Bilde Hitlers näheren Aufschluß.

 

Besondere Wesenszüge.

Hitler ist also in erster Linie ein Tat- und Bewegungs-Naturell mit starker körperlicher Energie-, Willens-, Tat- und Kraftentfaltung.

Demgegenüber stellt er die Ruhe, Essen und Trinken, Bequemlichkeit und Annehmlichkeit und das damit verbundene Empfindungsleben zurück.

So ist es zu verstehen, daß Hitler bei aller inneren Wärme auch Worte finden kann, wie z.B. „das deutsche Volk muß gehärtet werden … es werden Köpfe rollen …“

Die Gesichtszüge sind nach dem Bilde wie gemeißelt, fest und bestimmt gezeichnet. Daraus spricht Energie- und Kraftentfaltung, teils auch Strenge und Härte. Man betrachte den Mund, der wohl gebildet ist, dessen Winkel aber bitter, strenge, fest und hart nach unten gezogen sind.

Man betrachte den Ausdruck an Mund, Oberkiefer und Kinn, er zeigt harte Lebenserfahrung.

 

Das Auge Hitlers.

Das energisch vorgedrängte Auge mit dem festen Blick spricht teils das cholerische Temperament, unentwegtes, zielsicheres Streben, den starken Wort- und den großen Begeisterungssinn.

Ja, das ganze Gesicht drängt impulsiv vor, energisch ist der Kopf zur Seite gewandt, man beachte die gespannte Halslinie, so energisch, – symbolisch gedacht -, zieht er andere mit sich im Vorwärtsstreben.

Der feste Blick, – gerade auf der Augenachse eingestellt, zeigt, daß er die Realitäten des Lebens gespanant, real, weitsichtig und willensfest ins Auge faßt.

Dabei ist das untere Augenlid nach dem Bilde, – es zeigt die physische Nervenkraft -, sehr stark vorgedrängt, stärker wie das obere Augenlid und bringt damit die große physische Ausdauer, die starke Reserve-Nervenkraft zum Ausdruck.

 

Der Bart und die Hitlertracht.

Den Schnurrbart hat Hitler in Anlehnung an die von den Amerikanern übernommene Mode bis auf einen ganz kleinen Rest entfernt. So ähnlich hat er, symbolisch gedeutet, seine Persönlichkeit nach einer Richtung eingestellt, die er konsequent verwirklichen will. Dabei geht er eigene Wege.

Die typische Hitlertracht symbolisiert, daß Freiheit erstrebt wird aber unter einem bestimmten Zwang.

 

Das Ohr Hitlers.

Das Ohr ist nach dem obigen Bild ziemlich groß, wohlgeformt und anliegend. Das letztere allein lehrt schon, daß die elektrische oder zerstörende Energie zurücksteht. Hitler liebt nicht die Zerstörung, auch nicht den Streit, Zersplitterung und Disharmonie, sondern eher den Frieden und die ruhige Entwicklung, denn sonst würde das Ohr abstehen oder verformt sein.

Bismarck hatte ähnlich wie Hitler das tiefer sitzende Ohr, dabei das kräftige Kinn. Bei solchen Männern herrscht das nüchterne, reale Denkleben vor, sie entfalten ungewöhnlich große Tatkraft, Beharrlichkeit und oft auch Uebereifer in der Verfolgung bestimmter Ziele.

Auf Grund einer erweiterten Anatomie, Physiologie und Biologie, sowie Kraftrichtungsordnung, hat man in der äußeren Form des Ohres (das natürlich auch nach innen zu entsprechend gebaut ist) den Ausdruck des Mittelhirnlebens zu suchen, das aller Erfahrung und Berechnung nach als Hauptsitz der Seele anzusprechen ist.

Nun betrachte man das Ohr Hitlers lange und lasse den Eindruck auf sich wirken, – denn es ist so charakteristisch, daß man ganz erstaunt ist. Es spricht daraus, daß Hitler aus dem Innersten seiner Seele und Anlage heraus vorwärtsstrebt, sammelt, zu idealen und nationalen Zielen.

Im Ohr liegt hier Hoheit und Idealität des Seelenlebens.

 

Das Oberhaupt mit dem Idealsinn.

Hat man das Ohr betrachtet und recht gedeutet, dann versteht man die Feinheit und Straffheit, den Schmiß, wenn ich so sagen darf, – in den Gesichtszügen, die Wärme, die im Gewebe liegt und das lebendige, etwas größere Auge. Ganz damit im Gleichklang stehend (die naturwissenschaftliche Erklärung würde hier zu weit führen) ist die

gute Plastik und Wölbung

des mittleren und hinteren Oberhauptes, die das Bild zeigt. Hier liegt der Ideal-, Glaubens- und Festigkeitssinn, daher kann hitler so unentwegt seinem Ideal nachstreben, an die Verwirklichung glauben und dafür arbeiten.

 

Der persönliche Einfluß.

Im Gesicht des Menschen erkennt man seine unbewußte Ethik. Das Gesicht Hitlers hat nach dem Bilde einen wirklich

menschlichen guten Ausdruck,

dabei sehen wir von dem streng-harten Zug der Mundwinkel, der ein wenig hochliegenden Nasenlinie, dem im Vergleich zum untern schwächer gebildeten oberen Augenlid, der herben Linie unter der Unterlippe, welche die Lebensart zeigt, ab.

Hitler ist da, wo er unmittelbar aus innerer Liebe, Wärme und Gefühl handelt, ganz der Führer großer Volksteile, voller Wärme, Herzlichkeit, Aufrichtigkeit, Mitgefühl, Anteilnahme, da ist er urwüchsig, wahr, groß und echt. (Ich selbst habe Hitler im Leben nie gesehen und beurteile nur das Bild).

Das ist es auch, was ihm wahre Freunde und Anhänger zuführt, sowie große Sympathie erweckt, besonders, wenn er die ganze Macht seiner Person entfaltet, mit Begeisterung redet und handelt.

Dazu kommt, daß Hitler als Bewegungs-Naturell einen sehr starken

physiologischen Magnetismus

besitzt und damit einhergehend den starken persönlichen, unbewußten Einfluß auf Menschen.

 

Der Stirnbau Hitlers.

Aus dem unbewußten, instinktiven inneren Gefühl geht das Verstandesleben, die bewußte Ethik und die warme, höhere Vernunft hervor.

Diese zeigt sich im vorderen Großhirn und damit im Stirnbau des Menschen.

Betrachten wir nun den Stirnbau Hitlers an unserem Bilde, so sehen wir recht deutlich, daß im unteren Teil desselben, wo das rein objektive, reale Verstandesleben liegt, die Beobachtung, Auffassung und Vorstellung der sicht- und greifbaren Dinge der Umwelt, die weitaus größte Kraft, Plastik und Spannung zu finden ist.

Dann wird die Stirn im mittleren Teil, wo das praktische Denkleben liegt, etwas schwächer und von da ab, wo das philosophische und höhere Denkleben beginnt, noch etwas mehr abfallend. Trotzdem zieht sich die Stirn noch kraftvoll hoch nach oben hin.

Von dieser Formbildung überzeuge sich jeder an dem Bilde, damit niemand sagen kann, daß diese Angaben hier nicht stimmen.

Bei Menschen mit der im oberen Teil zurückfallenden Stirnbildung findet man ein schwankendes Wohlwollen, d.h. dieses kann spontan stark auftreten und zu anderer Zeit auch ausgeschaltet werden. Ferner neigen Menschen mit dieser Stirnbildung, besonders wenn ein kräftiges Kinn starken körperlichen Impuls anzeigt, dazu, mitunter zu handeln, wo es besser wäre noch abzuwarten.

Die etwas eingebuchtete Nasenwurzel zeigt aber wiederum, daß Hitler länger überlegt, bevor er handelt. So ist es zu verstehen, daß er mit Ruhe und Ueberlegung doch so handeln kann, daß es manchmal besser wäre, erst den Rat eines Menschen einzuholen, der diesen obersten Teil der Stirn möglichst vollendet entwickelt hat.

Gerade da, wo die höheren und höchsten Denkorgane liegen, die spekulative Philosophie, das höchste ethische und weise Denken, die höchste menschliche Vernunft, das ureigene religiöse Denken, der psychologische Lebens- und Erkenntnissinn, hat die Stirn Hitlers, wie das Bild zeigt, lange nicht die Kraft wie im unteren Teil.

Nun darf man diese Erklärung natürlich nicht so verstehen, als wäre die erwähnte höhere Denkanlage der Oberstirn bei Hitler nicht vorhanden, – das ist nicht der Fall. Sie ist nur lange nicht so stark und vollendet entwickelt wie die Denkorgane in der unteren Stirn.

 

Oberhaupt und Hinterhaupt Hitlers.

Vergleicht man an dem Bilde vom mittleren Oberhaupt (Scheitelpunkt über dem Ohr) ausgehend die Entfernung zum Hinterhaupt und Vorderhaupt, so liegt nach hinten zu an Formmasse, Kraft und Plastik mehr wie nach vorne zu.

Im hinteren Oberhaupt liegt das Ideenhochgefühl und die Triebe für Erhöhung der eigenen Person.

So wird verständlich, daß Hitler beispielsweise spontan zum Ausdruck bringen konnte: Die Partei bin ich.“

Das Hinterhaupt selbst ist gut geformt. „Vom Hinterhaupt kommt das Gute“, lehrte Carl Huter, daher überwindet er – trotz einer großen Gegnerschaft und disharmonischen Einflüssen – Hindernisse siegreich durch innern Adel und Glauben an das Gute.

Hitler ist der große Anführer und Führer einer Partei. Hitler ist deswegen auch innerhalb seines Typus durchaus hochwertig.

 

Der vollendete Gehirnbau.

Gäbe es nur den Tat- und Bewegungs-Typus in der Welt, dann wäre Hitler der beste Anführer und Führer, der sich denken läßt.

Aber es gibt menschliche Typen, die noch viel universeller und damit hochwertiger sind.

Das ist vor allem das vollständig

harmonische Naturell

und darüber stehend das

ideale Naturell

mit dem vollendeten Gehirnbau und der vollendeten Weisheitsanlage.

Damit ist gleichzeitig die Frage beantwortet: „Ist Hitler befähigt, das deutsche Volk zur höchsten Entfaltung aller seiner Kräfte zu führen? Eine allen Deutschen gerecht werdende Staatsform aufzurichten?“

Die Antwort ist nicht schwer zu geben. Er ist es, wenn er mehrere harmonische Vollnaturen ständig um sich hat und ihrem Rate folgt.

Nach Möglichkeit sollte aber diese oberste Staatsleitung noch unter Führung eines

Menschen im idealen und genialen Typus stehen.

Diese harmonische und ideale Regierung würde aber nicht nur Hitler benötigen, sondern alle Kräfte und Führer des Volkes, – ganz gleich, welcher Partei, Religion und Rasse sie angehören, – die dem ganzen Volke zu dienen bereit und fähig sind, bei Ausschaltung der Disharmonie von verantwortungsvollen Ämtern. Damit wäre dann allerdings eine Staatsleitung nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen geschaffen, die in kurzer Zeit dem ganzen Volk Glück und Segen von bisher nicht gekannten Ausmaßen bringen würde.

Nehmen wir das Gegenteil an. Hitler käme zur höchsten Macht in Deutschland und unter den Einfluß disharmonischer Menschen, denen er Folge leisten würde, dann könnte ebensoviel Unglück für das deutsche Volk entstehen, wie Segen der erst gezeigten vernunft- und naturgemäßen Entwicklung folgen würde.

Dann wäre unter Umständen auch der Terror zu fürchten, von dem die Gegner Hitlers behaupten, daß er durch ihn kommen würde.

Daher sollte Menschenkenntnis in Zukunft erstes Staatsgesetz sein.

 

Das obere Vorderhaupt Hitlers im Vergleich zu dem vollendetern Bau bei Plato und Jahn.

Damit der Leser sich voll und ganz überzeugen kann, daß die diesen Ausführungen zugrunde liegende Formenausdruckslehre Carl Huters Hand und Fuß hat, daß sie wahr und echt ist, daß keine Täuschung vorliegt, betrachte man das Bildnis des Plato, der im idealen Typus liegt mit vollendetem Stirn-, Schädel- und Gesichtsbau und vergleiche den Bau des oberen Vorderhauptes bei dem Bilde Hitlers.

Man beachte bei Plato die Vollkraft der Stirn in ihrem oberen und vorderen Teil, die Vollendung im Gesichtsbau, das proportionale Verhältnis des Gesichts zum Schädel. (Mit diesen Formvergleichen und der Erkennung des Geistes, der in den Formen lebt, ist der Leser am Quell der Wahrheit in der Natur angelangt, – und er vermag mit Sicherheit zu sagen, wohin der Weg führt!-).

Plato war der gewaltige Geistesfürst, der die Philosophie von der Ideenwelt begründete und im alten Griechenland den Boden für die spätere Aufnahme der Jesulehre vorbereitete.

Plato war ein großer, heiliger Mann, ein Gottes- und Wahrheitsforscher erster Größe.

Sein Angesicht spricht tiefinnerste Erkenntnis aus, das Haupt einen hohen Seelenadel, und Haupt und Gesicht, Hals und Büste verkörpern die Charakterstärke mit der Weisheit und dem Seelenadel gepaart.

Er war der bedeutendste Philosoph des Altertums von der geistigen Welt und der Tugend.

Wenn wir aus der neueren Zeit ein Beispiel eines sehr hochwertigen Vollmenschen suchen, so finden wir es in dem allerorts verehrten

 

Turnvater Jahn

Es ist der Typus des Herrschers über ein Weltreich.

Jahn hat eine prachtvolle gewölbte, breite,

allseitig kraftvoll ausgebaute Stirn,

sein voll entwickeltes Ober- und Seitenhaupt zeigt uns den Mann, der alle Gaben in sich vereinigt,

den höchsten Platz,

den eines Volks-, ja eines Weltregenten auszufüllen.

Mit diesem Urbild des Volksherrscher vergleiche man den Stirn-, Schädel- und Gesichtsbau an dem Bilde Hitlers.

Jahn wird von den höchsten Idealen geleitet. Dabei besitzt er den klaren Verstand, den Stolz, den Mut, Festigkeit und Tatkraft, seinen Willen durchzusetzen und seine Menschheitsideale zu verwirklichen.

Huter schrieb in seinem Handbuch, daß er einem Manne wie Jahn das Schicksal des ganzen Menschengeschlechts freudig und vertrauensvoll in die Hände legen würde.

Jahn war ein Volkserzieher und Charakterbildner.

Er lag im Bewegungs-, Tat- und harmonischen Naturell.

 

Hitler hat nach diesem Bilde im Blick und in den Gesichtszügen etwas von der Jahnnatur, auch liegt in der Anlage eine Richtung zum harmonischen Typus, aber die gewaltige Vollkraft der gesamten Anlagen, der Gehirnbildung, der Stirn, des oberen Seitenhauptes ist nicht da.

Können wir daher nicht mit Fug und Recht sagen, wenn Hitler zur Macht über unser 60 Millionenvolk kommen sollte, daß ihm dann auf Grund aller naturwissenschaftlichen Berechnung einige harmonische Naturen, eine Weisheits- und womöglich eine Jahn-Natur zur Seite stehend und übergeordnet sein sollten!

Ist das nicht folgerichtig und zum Besten aller Volksteile wünschenswert?

Wen sollen wir denn in solchen Dingen anders befragen, als den Geist, der in den Formen lebt und lebendig aus diesen zu uns spricht?! Wenn eine große Anzahl unserer Volksbrüder in diesem psycho-physiognomischen Sinne richtig sehen und unbeeinflußt urteilen lernt, wird das Staatswesen bald eine bisher nicht gekannte glückliche Entwicklung und Vollendung erreichen!-

 

Ist Hitler eine Cromwell-Natur?

Der „JII. Beobachter„, Beilage zum „Völkischen Beobachter“ vom 13. Aug. brachte ein großes, von Strahlen umgebenes Bild des „Oliver Cromwell“ unter der Parole:Deutschland braucht heute einen Cromwell, Adolf Hitler„.

Der Leser betrachte das Bild des Cromwell, er liegt im

disharmonischen Naturell.

Seine Gestalt war massig und schwer, sein Kopf groß und breit, die Gehirnmasse, die oberhalb der Augen liegt, ist im proportionalen Verhältnis zu den schweren breiten Gesichtsmassen viel zu schwach, besonders in den oberen Gehirnpartien.

Nach unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis mangelt es demnach dem Manne stark an höherer Vernunft – und Weisheitsanlage.

Der Schädel ist dafür in den Partien um beide Ohren, wo die Anspannungs-, Gewalt- und Zerstörungstriebe liegen, sehr breit, ebenso ist die Jochbeinpartie übergroß.

Die Nase ist zwar lang, aber derb und grob, der Schnurrbart hängt streng nach unten, die Lippen sind hart geschlossen, und anstatt daß die Oberlippe die Unterlippe harmonisch beherrscht, steht letztere vor.

Der dicke Hals zeigt Belastung.

Der Ausdruck von Augen und Gesicht ist zwiespältig, die Augen zeigen die eigenartige Frömmigkeit, die übrigen Formen aber lassen den grausamen Tatmenschen erkennen.

Es ist eine unverständliche Verirrung, angesichts der Fortschritte der Anatomie, Physiologie, Biologie und Psychologie, einen englischen Cromwell-Typus nach fast 300 Jahren dem deutschen Volk als verehrungswürdig und vorbildlich hinzustellen.

Wer nur einigermaßen einen Einblick in die moderne Psychologie und Menschenkenntnis hat, weiß, daß

harmonische Vollmenschen

für die Leitung und Führung eines Volkes gewählt werden müssen, die erhalten und ausbauen, die alle vorhandenen realen und idealen Güter schützen und die Freiheit in Wissenschaft, Kunst und Religion fördern, die der Wahrheit und Schönheit dienen.

Disharmonisch, der wahren Herrschernatur also gerade entgegengesetzt, ist der Typus des Cromwell, der unter keinen Umständen die Macht über unser 60 Millionen Volk, das doch schon eine höhere Kultur kennt, haben dürfte.

Cromwell war ein unerbittlicher und selbst grausamer Verfolger.

Er war ein Freund und Verehrer seines Königs und doch dessen Mörder.

Er war völlig anspruchslos – und doch strebte er nach der höchsten Stellung.

Er war ein „inbrünstiger Beter“, – streng bibelfest“ – und doch ein grausamer Verfolger.

Er war streng sittlich, rechtlich – und doch voller Ungerechtigkeit, ein Mann des Blutes, der glaubte mit diesen Greueln Gott zu dienen.

Er vergiftete noch die politische Leidenschaft durch die religiöse.

Er löste das Parlament auf und brachte sich zur Herrschaft. Unterstützt von einer kleinen Zahl Soldaten und Generälen verstand er überall zu predigen, zu beten, zu singen und zu siegen.

Nebenbei war er es aber auch, der durch Verträge und energisches Handeln den Grundstein schuf für das spätere britische Weltreich und Englands Vormachtstellung zur See.- Die Begleitumstände, unter denen das geschah, wird heute kein einsichtsvoller Mensch wieder heraufbeschwören wollen.

Cromwell starb auf dem Gipfel seiner Macht, einsam und düster, von Verschwörern und Meuchelmördern nicht sicher, von Gicht und Fieber geplagt, am Jahrestage seines größten Sieges, – man beachte die Kontraste – zu einem „guten“ Gott betend, während ein furchtbarer Sturm über London fegte.

Man sieht an diesem einen Beispiel, daß unsere großen Parteien auf dem besten Wege sind, ohne diese Menschenkenntnis wieder vollständig irre zu gehen.

Diese Menschenkenntnis lehrt die harmonischen, genialen und idealen Typen als Vorbilder und damit eine höhere menschliche Vernunft, Einsicht und Weisheit.

 

Wie der Formseher die Menschen sieht nach der besten Typenlehre der Welt.

1. Wirtschaftliche Talente

Es ist gewiß ein glücklicher Zufall gewesen, daß in dem Dorf Heinde [heute Stadtteil von Bad-Salzdetfurth] bei Hannover, wo Carl Huter seine erste Jugend verlebte, gerade die Menschen wohnten, die nötig waren, damit der aufmerksame Knabe mit seiner natürlichen Beobachtung und psychologischen Begabung die ersten Grundlagen zur Menschenkenntnis finden konnte.

Es lebte nicht weit von seinem väterlichen Hause eine Familie von Bauersleuten, die alle einen großen Hang zur Schäferei zeigten; diese Personen, auch die Söhne und Töchter, waren wohlbeleibt, behäbig, also korpulent, voll und dick.

Sie hatten ein breitbackiges, volles Gesicht, eine mittelhohe, breitrunde Stirn, den kurzen dicken Hals und den gedrungenen Körperbau.

Bild 1 und 2 stellt einen Mann aus der damaligen Zeit und Huters Heimat dar, der diesem Typus entspricht.

Das ist der beleibte, gewichtige Mann, der sein materielles Wohl zuerst im Auge hat. Er spricht nicht viel, denkt ruhig nach und was er sagt, hat Hand und Fuß

Zu ihm von Theater, Kunst und Philosophie zu sprechen, hat keinen Zweck, er richtet seinen Sinn auf die naheliegenden Dinge des praktischen Lebens. Ihn zum Fußballspiel verleiten zu wollen, wenn er etwa auf dem kurzen Wege zu seiner Stammkneipe ist, wäre Frevel und von seiner Seite keines Wortes der Beachtung wert.

Er stärkt seine Lebenskraft durch Ruhe und reichliche, gute Ernährung. –

Verfolgen wir nun ganz kurz weiter, was der Knabe Huter zuerst beobachtete.

Diese Art Menschen waren gute Viehzüchter, aber zum Ackerbau zeigten sie weniger Neigung, da hiermit viel Bewegung und Anstrengung verbunden ist, was sie tunlichst vermeiden.

Sie mästeten aber mit Vorliebe Gänse, Schweine, Rinder und Schafe und hatten, damit viel mehr Erfolg wie andere Viehzüchter im Dorfe, und sie wurden mit der Zeit wohlhabend.

Einer der Söhne wog in mittleren Jahren an die drei Zentner, er fühlte sich aber trotzdem bombenwohl, konnte sogar gut marschieren und unter Umständen auf Dorffesten andauernd und ohne jede Beschwerden tanzen, er aß und trank und war dabei kreuzfidel.

Daraus folgerte Huter, daß diese Menschen trotz ihrer Körperfülle durchaus

nichts Krankhaftes

an sich haben. Ja, diese Ruh- und Ernährungs-Naturelle, wie Huter sie später nannte, wurden bei ihrer Beleibtheit alt, hatten nie Beschwerden, waren also gesund zu nennen.

(Es geschieht aber nicht selten, daß Menschen, die ihrer Gesamtanlage nach nicht zu diesem Typus gehören, infolge unrichtiger Lebensweise korpulent werden. Diese sterben meist an Belastungskrankheiten schon bei mässigem Dicksein nach wenigen Jahren.)

Auf dem Hofe dieser Bauersfamilie sah alles ziemlich gleichgültig aus, und besondere Ordnung und Schönheit war nicht zu finden.

Auch ließ es sie gleichgültig, wenn jemandem Unrecht geschah, sie lachten dann ncoh kaltherzig, zeigten eine gleichgültige Gemütskälte und waren starke Egoisten.

Wenn sie aber glaubten, es greife jemand in ihre Rechte ein, dann hatte dieser bald einen Prozeß am Halse, den sie stets zu ihren Gunsten auszuschlachten verstanden.

Mit den Rechten anderer nahmen sie es nicht so genau. Sie eignen sich am besten für das Kleingewerbe und den Handel, für Landwirtschaft und Viehzucht, das Gasthausgewerbe, einschlägige Lebensmittelbranchen, schließlich auch für den Büro- und Beamtendienst.

So waren Carl Huters allererste Beobachtungen bezüglich dieser Menschenart. Damit hatte er den ersten von den drei Haupttypen des Lebens gefunden und den Anfang zu einer ganz neuen Naturbeobachtung und Bewertung.

Betrachten wir nun noch an einigen Bildern diesen Grundtypus, so wie er im modernen Leben zu finden ist.

Der Herr, Bild Nr. 3, ist wie die Haltung und der Gesichtsausdruck zeigt, fidel und gut gelaunt. Er hat keine Kümmernisse, braucht sich nicht anzustrengen und für Essen und Trinken ist reichlich gesorgt.

Es ist so recht der selbstzufriedene und gesunde Typus dieser Art. Der Leser beachte die volle Wangen- und Halspartie, den derbfleischigen Bau von Brust, Schulter, Armen und Händen.

Auch Fritz Reuter, der humorvolle mecklenburgische Dialektdichter, lag seinem Grundtypus nach im Ernährungs-Naturell.

Das Gesicht zeigt die breitfleischigen Formen. Es ist aber noch eine besondere künstlerische Seite und Richtung ausgeprägt, daher ist auch das Auge und Gesicht so hell durchleuchtet, der Mund, das Haar und ganze Aussehen freundlich ernst, wie humorvoll abgetönt.

Von allen Charaktergestalten, die er schilderte, ist der OnkelBräsig die gelungenste. Diese liegt gleichfalls im Ernährungs-Naturell. In der Schilderung seines eigenen Typus ist ein Künstler meist am erfolgreichsten, in diesem schafft er seine Ideale.

Uebrigens wandte sich Fritz Reuter auch zeitweise der Landwirtschaft zu.

Daß die Ernährungs-Naturelle keine besonderen Tatnaturen sind, läßt das Bild Napoleon III., der 1870 den Feldzug verlor, recht gut erkennen.

Die Gesichtsformen sind fleischig und voll, die Haltung ist weich, halb apathisch und energielos. Schon die energielose Gleichgültigkeit in der ganzen Vorbereitung des Krieges wurde sein Schicksal.

Das Ernährungs-Naturell neigt zur Ruhe und Bequemlichkeit, es ist starken Veränderungen abgeneigt. Staatsmänner und Diplomaten in diesem Typus füllen ihre Aufgabe besser aus, man denke an Kiderlen-Wächter und Reichspräsident Fritz Ebert. Ersterer starb an Herzschlag, was häufig bei dieser Naturellanlage eintritt, letzterer an den Folgen einer Operation. Die Massigkeit und Weichheit der Gewebe besonders an den Leiborganen ist von vornherein für einen operativen Eingriff am wenigsten geeignet.

Bild 6 zeigt den Begründer der bekannten Kneipp-Kur, die der Hauptsache nach in der Verabreichung von Tees und Schwitzkuren besteht, kalten Güssen, Pakkungen, Barfußgehen im nassen Grase usw.

Kneipp liegt, wie das Bild zeigt, der Hauptsache nach im Ernährungs-Naturell. Das erkennt man an den breiten, fleischigen und massigen unteren Gesichtsformen.

Erfahrungsgemäß hat gerade bei Ernährungs-Naturellen oder bei Typen mit entsprechendem Einschlag die Kneipp-Kur die besten Erfolge aufzuweisen. Auch heute noch trifft man unter den Kurgästen in Wörishofen recht viele Ernährungs-Naturelle.

Bild Nr. 7 läßt auf den ersten Blick erkennen, daß dieser Herr ebenfalls zum Ernährungs-Typus gehört.

Hier treten die weichen, dicken, fleischigen Gewebe an Hals und Wangen recht deutlich hervor. Aber auch die kurze, oben schwache und unten dicke Nase ist typisch, ebenso der im unteren Teil starke und nach oben zu schwächere Gehirnbau, das fleischige untere Ohr, das volle runde Kinn usw.

Er war Hausbesitzer und Handelsmann.

Der Herr im Ernährungs-Naturell Bild 8 war nicht ganz zufrieden, was besonders am Nasen-Mundzug zum Ausdruck kommt. Er hatte ein Zigarrengeschäft, sein Wunsch und Wille ging aber nach einer guten Gastwirtschaft.

Hier kann der Leser so recht die breiten, vollen, feisten Gesichtsformen erkennen.

Der Ausdruck ist, durchaus real und materiell. Das Gewebe ist etwas schoppig, das rührt daher, daß er sich halt gar zu wenig Bewegung machte.

Die Dame, Bild 9, liegt ebenfalls im Ernährungs-Naturell.

Sie zeigt die grobfleischigen, vollen Gesichtsformen. Diese Frauen stellen etwas vor, sie imponieren allein schon durch ihre volle Erscheinung. Der Sinn für das Wohlergehen der eigenen Person steht im Vordergrunde. Der Mund hat den Ausdruck des Wohlgeschmacks, das Auge den der Eigenliebe.

Die Frau im Ernährungs-Typus, Bild 10, ist aus unserer Nürnberger Gegend.

Wie man sieht, ist sie frisch, gesund und lebensfroh. Ihre Körperfülle ist gleichbedeutend mit Gesundheit und macht durchaus keine Beschwerden. Sie ißt und trinkt verhältnismäßig nicht viel, aber mit einer gewissen Kunst, mit Ruhe und Verständnis.

Ganz ihrer Anlage gemäß ist der Knochenbau schwächer, daher sind auch die Fuß- und Handgelenke durchaus grazil, fast zierlich gebaut.

Gerade dadurch, daß hier viele gleiche Typen aus den verschiedensten Lebensverhältnissen u. Gegenden nebeneinander gestellt sind, erhält der Leser unmittelbar ein wahres Bild von diesem Grundtypus des Lebens.

Alle diese Personen haben im Grunde genommen nach Körper- und Gesichtsbau eine große Aehnlichkeit, man könnte oft glauben, es wären Schwestern und Brüder, was aber natürlich durchaus nicht der Fall ist. Der Typus ist es vielmehr, der diese Ähnlichkeit verursacht. Das ist, nebenbei gesagt, der beste Beweis dafür, daß man aus Millionen Menschen diesen Typus herausnehmen kann, um ihn nach einer ganz bestimmten Richtung hin zu klassifizieren.

Wer Lust, der suche den parallelen Typus in der Pflanzen- und Tierwelt. Er findet dieses Naturprinzip der Ruhe und Schwere, der Stoffansammlung aber auch unter den Mineralien, in der Welt der scheinbar toten Materie und schließlich in der ganzen Natur.

(Der nächste „Menschenkenner“ behandelt den 2. Grundtypus des Lebens „Tat- und Energienaturen.“)

Ivar Kreuger von Standpunkt der modernen Menschenkenntnis

Angesichts der Tatsache, daß dieser Trustgewaltige durch viele Jahre die ersten Finanzgrößen der Welt, die hohe Diplomatie und viele Wirtschaftsführer täuschte, ist es wohl angebracht zu fragen:

Was sagt der Formenseher zu diesem ungewöhnlichen Fall?

Bild 1 zeigt Kreuger auf der Höhe seiner Welt-Geld-Macht.

1. Das Auge ist verschleiert, nicht offen und klar. Das verrät eine Gedankenwelt, in die niemand Einblick haben soll: man sehe sich in Gegenwart solcher Personen vor, sei schweigsam und offenbare nicht. In hohe Vertrauensstellungen berufen, bringen sie Unheil und Zerstörung, Unglück, Leid und vielfach Elend ohne Ende. (Deutung aus Bd.II Grundlagen der Menschenkenntnis, Seite 127). Diese eine Tatsache hätte hinreichende Warnung sein müssen. Also die allerprimitivste Menschenkenntnis und eine ganze Welt maßgebender Männer hätte sich nicht irreführen lassen.

2. Die Stirn zeigt die berühmten Diebesecken, (siehe etwa in mittlerer Höhe nach den Seiten zu.) Hier liegt – nebenbei gesagt, – die gewaltigste Plastik.

3. Bei I zeigen die starken Jochbeine enorme Eigengesetzlichkeit und Widerstandskraft.

4. Bei II, III und IV finden wir einen ähnlichen berüchtigten Bau des Unterkiefers, wie ihn schon Lombroso bei Verbrechern als typisches Merkmal erkannte.

5. Die starre Ruhe und Abgeschliffenheit im Gesicht in Verbindung mit dem hypnotischen Dauerblick und den abnormen Merkmalen zeigt den zwar vornehm auftretenden, aber dennoch höchstgefährlichen Typus, dem nicht eine Minute zu trauen ist.

6. Die lange gerade Nase, die breite Nasenwurzel mit der Eckenkraft, die breite Plastik über den Augen, die Rundung des ganzen Schädels verraten außerordentliche Intelligenz, Vorausberechnung, Planmäßigkeit, großes natürliches Schauspielertalent, vorzügliches Personengedächnis, Selbstbeherrschung usw.

Das 2. Bild zeigt Kreuger zu der Zeit, da er schon unsicher war und sich bald darauf in Paris erschoß.

7. Das ist eine Galgenphysiognomie. Das Auge lauert in den Ecken und deutet Neigung zu Körperverletzung und Selbstmord.

8. Das Ohr richtet sich in der Mitte hart quer ab und zieht sich bei langer Unterkieferlinie nach hinten hoch, wo die Verheimlichung und der Gewaltsinn liegt.

9. Die beide Augen verbindende Linie zieht sich nach rechts vom Beschauer hoch und die Mundlinie liegt umgekehrt schief. Ganz abnorme Gefühle und stärkste Disharmonie im Geistes-, Gefühls-, Seelen- und Tatleben geben sich darin kund.

10. Der Mund lacht halb verbindlich, aber das Lachen wirkt unwahr, denn das Auge lauert. Das Gesicht zeigt starke Asymmetrie. Der Ausdruck dieser Physiognomie deutet auf inneres Schuldbewußtsein, der Mann weiß bereits, daß er verspielt hat.

Das mag genügen, um darzutun, wie bitter nötig in den hohen Finanz-, Diplomaten- und Wirtschaftsführerkreisen die Menschenkenntnis ist. Aus Mangel an Menschenkenntnis sind gerade in der Finanzwelt mehr Kapitalien verloren gegangen als durch irgend eine andere Ursache.

Alles ist Entwicklung. In absehbarer Zeit, wenn sich in den Gehirnen vieler Menschen die Zellen für die Aufnahme dieser neuen Lehren gebildet haben, wird man den heutigen Mangel der Welt an Formen- und Menschenkenntnis nicht mehr begreifen können. Solche Fälle, wie sie die heutige Welt mit Kreuger erlebte, werden in einer späteren, sehend gewordenen Zeit unmöglich sein.

DgM 002 MK Unterricht

 

Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

Druck: C. Brügel & Sohn AG., Ansbach

Schweizer Huterfreunde

Neuherausgeber Medical-Manager Wolfgang Timm

Copyright 1995-2008 by Carl-Huter-Zentral-Archiv

D The Gate MK

DgM 001

Deutschland Crash Red S

MENSCHENKENNTNIS

CARL HUTER (1861-1912)

durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde

PGS Link www.chza.de

CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV

Medical-Manager Wolfgang Timm

http://www.chza.de

 PGS Oktober 2007 TIMM

PGS. Physiognomische Psychologie Nr. 64. Schweiz-Zürich. Oktober 2007

 Knights Templar X

700th anniversary of the Knights Templar

This secretive Catholic organisation had been officially disbanded in 1307 by Pope Clement V, who had accused them of being heretics and devil-worshippers; their leader, Jacques de Molay, was burned at the stake. This Saturday, October 13, marks the 700th anniversary of the day their persecution began: Friday October 13, 1307.

 

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The “German Empire”

The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.

The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.

Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …

The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.

“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.

(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)

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EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY

PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT

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HARMONIE MENSCHEN

Der Menschenkenner und die neue Zeit

nach Carl Huters Psycho-Physiognomik

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© August 1932

Naturelle Rangordnung (DgM 12)

Die neue Staatsform!

Wir leben in einer sehr unruhigen Zeit. Alle Welt sehnt sich heraus und jeder möchte wieder in ruhige, gute und glückliche Lebensverhältnisse.

Vor jeder Wahl, wenn das Beste versprochen wird, schöpft man neue Hoffnung – und nach der Wahl ist man enttäuscht, es bleibt meist alles beim Alten oder wird noch schlechter.

Wie ist das zu ändern, – und wann kann man mit Bestimmtheit damit rechnen, daß es nach einer Wahl besser wird?

Wenn man endlich lernt, eine naturgemäße und vernünftige Ordnung im Staate walten zu lassen.

Welches ist die vernünftige Ordnung? Wer soll Führer sein?

Als einst im alten römischen Staat das Volk, die Plebejer sich empörten, da sandten die Patrizier den Volksfreund

Meneneius Agrippa

zu ihnen. Er führte sie auf einen Berg und legte ihnen folgendes Gleichnis dar:

„Die Glieder des Leibes wollten den Magen nicht mehr dienen,

die Beine wollten nicht mehr laufen,

die Hände nicht mehr arbeiten,

der Kopf nicht mehr denken usw.,

weil sie glaubten, nur der Magen lasse es sich auf ihre Kosten wohl sein.

Aber siehe da, – als sie ihren Dienst einstellten, wurde nicht nur der Magen welk und schlaff, sondern auch sie selbst, der ganze Körper wurde kraft-, saftlos und lebensunfähig“.

Die Plebejer erkannten, daß sie, um selbst leben zu können, wie die Glieder dem Magen, den höheren Ständen dienen mußten und kehrten in die Stadt und an ihre Arbeit zurück. –

Nun ist freilich heute keine Rede mehr von diesem halben oder ganzen Sklaventum, sondern die Frage muß heute so gestellt werden:

„Welche Führer hat eine Partei und ein Volk nötig, damit trotz vieler Parteien alle Menschen im Staate Arbeit haben und gut leben können?“

Wir werden sehen, daß dieses uralte Gleichnis noch einen tieferen naturwissenschaftlichen Sinn hat, von dem allerdings Menenius Agrippa und die Menschen vergangener Zeiten noch nichts wußten.

Wie die Einzelteile des Leibes nach höchster Naturweisheit organisiert sind, daß sie sich gegenseitig ergänzen und einer ohne den anderen nicht lebensfähig ist, ähnlich so bildet auch die menschliche Gesellschaft eine innige Lebensgemeinschaft, deren Einzelglieder grundverschieden sind und die sich doch zur höchsten Harmonie zusammenschließen können, wenn sie die natürlichen Gesetze der Volks- und Gesellschaftsordnung erkennen und danach die Verhältnisse gestalten.

Die Hauptteile unseres Leibes, die sich so wunderbar ergänzen, daß alle wohl dabei fahren, sind der Kopf, der Rumpf und die Glieder, – ein Staatswesen im Kleinen.

Was wollten die Glieder ohne die leitende Kraft des Geistes, die im Kopf ihr Organ hat?

Was wollte der Rumpf, wenn die von ihm bereiteten Lebensstoffe nicht von Kopf und Gliedern in lebendige Werte umgesetzt würden? –

Die Glieder des Staates, die Menschen um uns her können wir nun tatsächlich auch in Kopf-, Rumpf- und Gliedertypen scheiden, und – wenn das geschehen ist – zu einer großartigen Arbeits- und Lebensgemeinschaft nach naturgemäßer Ordnung zusammenschließen.

Carl Huter (gest. 1912) der bahnbrechende Natur- und Lebensforscher, hat uns diese im Grunde höchst einfache und doch so wichtige, weittragende klare Erkenntnis dieser Haupttypen unter den Menschen vermittelt. Er unterscheidet:

1. das Ruh- und Ernährungs-Naturell (Bild 3), den Rumpftypus,

2. das Tat- und Bewegungs-Naturell (Bild 4), den Gliedertypus, und

3. das Denk- und Empfindungs-Naturell (Bild 5), den Kopftypus, Nerven- und Gehirnmenschen.

Jeder dieser Typen ist gemäß seiner bevorzugten Körperanlage auch stark einseitig in seiner Lebensbetätigung und seinen Neigungen.

Das Ruh- und Ernährungs-Naturell ist der dicke, volle, breite, runde, gewichtige und korpulente Typus. Es ist das wirtschaftliche Talent.

Unter seiner Leitung und Führung tritt Sparsamkeit, Ruhe und Vernunft im praktischen Wirtschaftsleben ein. Er sorgt zuerst für sich und dann für andere, aber er huldigt dem Grundsatz: „wer arbeitet, soll auch essen und ein halbwegs gutes Leben haben.“ Er ist seßhaft, konservativ und sucht das Bestehende zu erhalten.

Alle höheren Lebensfragen treten unter seiner Führung zurück. Er vermeidet Aufregung, – Krieg, Revolution und starke Veränderung, – er will seine Ruhe haben, alles muß beim Alten bleiben.

Das Tat- und Bewegungs-Naturell hat das lange, hagere Gesicht, den kräftigen, muskulösen Körperbau. Der Blick ist fest, real und nüchtern und bekundet die auf die Realitäten eingestellte Geistesrichtung und eine unbeugsame Willensanspannung. Es hat eine Natur wie von Eisen, die nicht biegt und nicht bricht.

Diese Tatmenschen neigen zu Freiheit und Unabhängigkeit, zu Entschlossenheit und kühler nüchterner Berechnung. Sie führen große Pläne und Ideen durch, gehen aktiv vor und verschaffen sich und ihrer Sache Geltung. Sie sind konservativ herrschend, aber fortschrittlich revolutionär.

Das Denk- und Empfindungs-Naturell, (Bild 5), gehört zu den idealen Menschennaturen. Es ist der verfeinerte, zarte Formtypus.

Es ist leistungsfähig in geistiger Arbeit, religiöser Hingabe oder verfeinerter gewerblicher Tätigkeit. Es ist schutzbedürftig, hat die schwache Tatkraft und den mangelnden praktischen Sinn. Es nimmt die materiellen Interessen zu wenig wahr.

Als Volksführer überwiegen bei ihm die Ideen zu stark, die sich oft nicht verwirklichen lassen. Aber er hat Mitleid und große Hilfsbereitschaft für alles was lebt. Er opfert sich auf für seine Ideale.

Das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell (Bild 6) ist ein sekundärer Zwischentypus. Die Organsysteme der Bewegung und Empfindung sind gleich stark entwickelt, die Ernährung tritt mit geschwächter Kraft und Neigungsanlage zurück.

Es sind die großen und schlanken Menschen. Sie sind für Fortschritt und Wissenschaft, Technik und Verkehr, Heer, und Flugwesen, Kunst, Pädagogik, Theater, Film, Literatur usw.

In ihrem jeweiligen Fach sind sie äußerst tüchtig, sie sollen aber unter harmonischer Oberleitung stehen, – denn sie schwanken wie die beiden folgenden sekundären Mischtypen zwischen den Polen der Harmonie und Disharmonie.

Das Empfindungs- und Ernährungs-Naturell (Bild 7) ist ähnlich wie das Ernährungs-Naturell. Aber sein Dicksein ist anders als das des Grundtypus. Es hat die vollen, weichen Formen, aber das Gewebe ist zarter, heller, weicher, lichter, von Geist und Empfinden stärker durchstrahlt. Es verbindet das Sozial-Ethische mit dem Wirtschaftlich-Praktischen. Tüchtig in Büro und Verwaltung, dort, wo kommunale, fürsorgliche, kulturelle und staatliche Interessen vertreten werden. Auch dieser Typus soll unter harmonischer Leitung beratende Stimme im Staatswesen haben.

Das Bewegungs- und Ernährungs-Naturell (Bild 8) ist der erfolgreiche praktische Geschäftsmann, Handwerker, Unternehmer, Landwirt, Parteiführer, Fabrikant, erfolgreich in Genossenschaften, Aktien-Gesellschaften, Trusten, politischen, wirtschaftlichen und technischen Vereinigungen. Es ist der Typus unserer Zeit.

Die Empfindungsanlage tritt geschwächt zurück; er macht sich darum wenig Skrupel, dreht die Fahne nach dem Wind, setzt seine Sonderinteressen durch, ohne Rücksicht darauf, wie es den andern Menschen, die er in seinen Dienst spannt, ergeht. Unter seiner Herrschaft nimmt die Staatsform leicht eine dem Menschenglück feindliche Richtung an.

Das disharmonische Naturell (Bild 9) hat die ungünstige organische Veranlagung, unschöne, eckige, plumpe, zu harte oder zu weiche oder unregelmäßige Körper-, Kopf-, Gesichtsformen und Proportionen.

Im Charakter und Seelenleben unausgeglichen, zerfahren, zu hart oder zu weich, die gute Harmonie störend, Zersplitterung (die Nationaltugend unserer Nation) herbeiführend.

Neigung zu Spott, ungerechter Kritik, Herabsetzung alles Guten.

Es ist überall zu finden, macht sich rücksichtslos mit beiden Ellenbogen Platz, verspricht goldene Berge… um Gottes willen – wählt nicht diesen Typus! Unter seiner Leitung wird das ganze Staatswesen disharmonisch.

Das Verbrecher-Naturell, Bild 10 kommt zeitweise zur Herrschaft. Erinnert sei an den grausamen Tyrannen Nero, dem Blutzaren Ivan den Schrecklichen, die Inquisitoren und Hexenrichter, den Vokstribun Marat, usw.

Kann wie ein Fürst und Heiliger, Wohltäter und Volksfreund auftreten. Bringt Not, Elend und Tragik ohne Ende. –

Nun betrachte der Leser auf der ersten Seite Bild 1 und 2. Es ist

das ideale und das harmonische Naturell.

Das ideale Naturell hat eine wunderbare Körper-, Nerven-, Gehirn- und Geistes-Organisation.

In die Augen fällt der vollendete Gehirnbau, das kleine und doch außerordentlich fein proportionierte Gesicht.

Dieser Mensch kann nicht anders als weise, edel, groß, gerecht und gütig handeln.

In ihm sind alle menschlichen Tugenden lebendig verkörpert.

Es kann kein Unrecht tun.

Diese idealen Naturelle, die es im Volke gibt, wenn sie auch heute noch selten sind, zu obersten Führern der Völker erwählt, würden in kurzer Zeit die Erde zu einem freundlichen Arbeitsfeld für alle Menschen gestalten.

Das polare harmonische Naturell trägt in sich die harmonische Vereinigung der unter 3, 4 und 5 beschriebenen drei primären Grundformen.

Dieser Mensch ist von vielseitiger Leistungsfähigkeit. Alle Körper-, Kopf- und Gesichtsformen sind sehr schön und wohl proportioniert.

Er hat das ausgeglichene Tat-, Geistes- und Gemütsleben.

Er ist der geborene Volksführer

der Typus,

in dessen Hände die Leitung

und Führung all überall zu legen ist.

 

Zufall, Schicksal oder Vorsehung.

Die Konferenz in Lausanne.

Betrachten wir das untenstehende Bildnis des Reichskanzlers, Herrn v. Papen, so haben wir den Eindruck, daß in der Grundanlage das

Tat- und Bewegungs-Naturell

vorherrscht. Das gibt die schlanke und doch kräftige, muskulöse, starke und doch sehnig, elastisch und leicht gebaute Körpergestalt zu erkennen. Der Leibumfang ist nur ganz mäßig stark, stärker jedoch ist der Brust- und Schulterumfang. Seiner Anlage nach hat daher der Reichskanzler die Neigung, die Ruhe und Bequemlichkeit, Essen und Trinken, die Lebensannehmlichkeit, die Wahrnehmung der materiellen, persönlichen Interessen zurückzustellen, und dafür die Tat- und Bewegung, die Arbeit, die Kraft- und Energieentfaltung in erster Linie zu betätigen.

Wie ein einfacher Mann, der gewohnt ist weite Wege zu machen, hat er den Stock über den Arm gehängt, ganz frei und ohne Zier sitzt der Hut bei schlichter, obwohl eleganter Kleidung.

Das sagt uns, daß der Reichskanzler wohl bestens die äußere Form wahrt, aber daneben mindestens ebenso stark die individuelle Freiheit der Persönlichkeit und die Entschlußfähigkeit nach eigener innerer Erkenntnis. Er ist seinem innern Wesen nach einfach und schlicht. Er ist elastisch und anpassungsfähig, er nimmt im Moment viel auf seine Schulter, – geistig symbolisch gedacht -, die Schulter ist leicht gebeugt.

Über seinen Grundtypus hinaus hat der Reichskanzler ein starkes und vertieftes Empfindungsleben, ein inneres Wahrheits- und Gerechtigkeitsstreben, das dem Bewegungs-Naturell sonst selten eigen ist.

Damit verbindet sich ein warmes, offenes und ehrliches Wesen, ein wunderbares Sprachgefühl, das die Sicherheit im Gebrauch fremder Sprachen gibt, was unbedingt bei jedem hochgebildeten Franzosen und Engländer die größte Sympathie im persönlichen Umgang erwecken muß.

Bei dieser objektiven Betrachtung scheidet alle Parteipolitik aus und nur die wissenschaftlichen Tatsachen haben das Wort.

Betrachten wir die Gestalt des französischen Ministerpräsidenten Herriot, so sehen wir, daß die Grundanlage die des

Ruh- und Ernährungs-Naturells

ist. Daher ist Herriot seiner Anlage nach durchaus bestrebt, das Bestehende zu erhalten, kurz gesagt ein Friedensfreund. Er ist in wirtschaftlichen Dingen ein Talent, mit einer in entsprechenden Entscheidungen angeborenen praktischen Vernunft.

Wir sehen recht deutlich, daß die Gestalt, der Körperbau, korpulent und gedrungen ist. Das Ruh- und Ernährungsleben ist also sehr stark betont, das Tat- und Bewegungsleben tritt demgegenüber zurück.

Daher ist auch der Leibumfang stark, größer wie der Brustumfang. Der Hals ist kurz und dick, die Arme, Beine, Hände und Finger sind kurz und dick, der Rumpf herrscht vor, das Gesicht zeigt volle, weiche, fleischige Formen.

Betrachten wir, wie Herriot ganz ungezwungen und bequem, leger steht, eine große Tasche in der rechten Hand hält und mit der linken die weichen Gewebe unter dem Kinn stützt, wo das Tat- und teils Ernährungsleben seine Pole hat, dabei nachdenklich und aufmerksam beobachtet, so haben wir ganz die charakteristischen Haltung des beschriebenen Typus.

Das Bild erinnert etwas an den guten Onkel Bräsig, der im Ernährungsnaturell lag, den der humorvolle Dichter Fritz Reuter, im gleichen Naturell liegend, so vorzüglich schilderte.

Ueber diese Grundanlage des Ruh- und Ernährungs-Naturells hinaus hat Herriot eine sehr gute Proportion in den Körper- und Gesichtsformen, ebenfalls den warmen Gewebs- und Formton.

Außerdem besitzt er einen ausgesprochenen Sinn für die Harmonie in der Sprache usw.

Die dritte Hauptperson der Konferenz war Mac Donald. Die Leser werden seine Gestalt kennen, er liegt ebenfalls dem Grundtypus nach im Bewegungs-Naturell.

Allerdings besteht daneben eine wiederum noch anders liegende Hauptrichtung. Davon abgesehen hat auch dieser hervorragende Staatsmann den warmen Gewebston. (Wie es scheint tritt jedoch das cholerische Temperament stärker hervor.)

Alle drei Staatsmänner sind im Prinzip neben ihrer Grundanlage warme menschliche Naturen.

Was aber am meisten verdutzt, ja geradezu fesselt und in Erstaunen setzt, das ist der Dreiklang, in welchem diese drei Personen nach der Naturell-Harmonielehre stehen, daß sie sich naturgesetzlich gegenseitig so beeinflussen, daß die Konferenz so enden mußte, wie sie endete. Daß durch sie der Grundstock gelegt ist, daß ein vernünftiger Wiederaufbau des Wirtschaftslebens der Völker danach tatsächlich erfolgen könnte.

Das wäre aller menschlichen Berechnung nach möglich, wenn diese drei Staatsmänner weiter im angefangenen Sinne zusammenarbeiten könnten.

Die ganze große Weltpresse hat das Ende der Konferenz im guten Sinne ausgelegt und als einen großen Erfolg Deutschlands und der Welt betrachtet.

Der Papst in Rom hat zum Ausdruck gebracht, daß sie der erste Sonnenstrahl sei, der durch dunkle Wolken bricht und das Morgenrot eines Wiederaufbaues ankündigen kann, wofür wir Gott danken sollen.

Selbst der „Vorwärts“, Berlin, schrieb, daß er objektiv das Ergebnis der Konferenz würdigen wolle, d.h. gerecht, ohne Rücksicht auf den Parteistandpunkt.

Sehen wir also davon ab, wie im Streit der Meinungen das Ergebnis beurteilt wird, so bleibt die Tatsache bestehen, daß sowohl Herr v. Papen wie auch Herriot

erst kurz vor der Konferenz

ihre hohen Aemter erhielten.

Wären die vorhergehenden Staatsmänner noch am Ruder gewesen, Brüning und Laval, so wäre es aller menschlichen Berechnung nach eine Unmöglichkeit gewesen (unbeschadet der Tüchtigkeit der Personen), daß die Konferenz das gleiche Ende genommen hätte.

Ist nun die Zusammenstellung der Personen im rechten Augenblick ein Zufall gewesen? Dann braucht man weiter nicht mehr darüber zu reden und die Sache ist abgetan.

Stellt man sich aber auf den Standpunkt, es gibt keinen Zufall und alles spielt sich mehr oder weniger gesetzmäßig in der Natur ab, oder glaubt man an unbekannte Energien in der Natur, beispielsweise an eine göttliche Vorsehung, welche die Geschicke der Völker leitet, dann ergibt sich die

erstaunliche Tatsache,

daß nach uns bekannten Naturprinzipien, (d.h. nach den Gesetzen der Harmonie und Ergänzung unter den menschlichen Haupttypen) zur rechten Zeit die Personen an maßgeblichen Stellen erscheinen, daß das kommen konnte, was eingetreten ist.

Danach erscheint Lausanne wie ein

„Menetekel“,

auf daß Vernunft nun mehr noch die Oberhand gewinnen könne. Entweder so oder so, als würden sich hier die Wege trennen, von denen der eine bergauf führt zu sonnigen Höhen, der andere bergab durch ein finsteres Tal, d.h. durch Leid und Tragik hindurch, ehe er wieder aufwärts strebt.

Der Eisenbahnattentäter Matuschka.

Dieser Mensch hat den Juristen und Psychologen das größte Rätsel aufgegeben, und bis heute kann man sein Wesen noch nicht klar übersehen.

Das ist auch nur letzten Endes auf Grund der Menschenkenntnis möglich.

Die Tatsache steht fest, Matuschka ist ein furchtbarer Verbrecher, anderseits aber auch ein zärtlich besorgter Gatte und Vater, ein beliebter, freundlicher Mensch, der viel betet und kirchlich religiös ist, der heimlich sexuell ausschweifend lebt, der Erfindungen und Arbeiten machen möchte, die gute Zwecke erfüllen, usw.

Kein Wunder, diese Gegensätze einer menschlichen Natur sind nach den Grundsätzen der heute maßgebenden Kriminalistik und Psychologie nicht restlos zu erklären und zu verstehen.

Vom Standpunkt der Menschenkenntnis ist das Rätsel dieses Menschen gelöst und vollkommen klar zu übersehen. Das wäre dem Leser noch viel leichter zu zeigen, wenn wir technisch erstklassige Bilder zur Verfügung hätten. So müssen wir uns mit dem hier wiedergegebenen Bild behelfen. Aber trotzdem, an der Hand desselben erkennen wir den Menschen.

1. Betrachtet man die Entfernung des Schädels vom Ohrloch bis zum mittleren Oberhaupt, so sieht man sofort, daß der Schädel- und Gehirnbau sehr hoch ist, aber oben von der oberen Stirn zum oberen Hinterhaupt zu kurz und unten an der Gehirnbasis (die Horizontale von der Nasenwuzel zum mittleren Hinterhaupt) lang.

Das ist das sichere Merkmal, daß der Mensch sehr starke religiöse, gefühl- und moralbetonte Anlagen besitzt.

Diese Tatsache steht durch die Form des Kopfes fest und so versteht man, daß dieser Mensch die erwähnten guten menschlichen Eigenschaften äußert und betätigte.

2. Das Ohr (welches physiognomisch den innersten Adel der Seele zeigt) ist hier teils (im oberen Rand) gut geformt, teils im inneren Bau verformt, (wohl weich, daher war er freundlich) aber doch in der Gesamtform wie ein Verbrecherohr. Es ist zu groß und schräg dem Kinn zu, – also dem Tatleben zu – angesetzt.

Das gibt natürlich sofort zu denken und zeigt, daß im Untergrund ein abnormes Seelenleben vorliegt.

(Nun beachte man, die Frau des Matuschka ist hochstehend, sie ist eine gute Frau, sie hat in ihm jahrelang alles Gute geweckt. – Trotzdem kommt der Verbrecher zum Durchbruch, als den ihn das Bild auch vollständig zu erkennen gibt.)

3. Dort, etwas vor und oberhalb des Ohres, wo der Gelderwerbssinn liegt, ist eine schwere abnorme konvexe Plastik, und gleich darunter fällt die Schläfe konkav ein, ein Zeichen, daß die Gehirnsäfte teils eingetrocknet sind und nicht genügen, das große Gehirn richtig zu ernähren. Infolgedessen stockt die normale Gehirnstätigkeit und ist dem starken Wechsel unterworfen. Daher das halb wahnsinnige, kaum zu verstehende Gebahren dieses Menschen.

4. Die Kinnbackenpartie ist übergroß. Darin kommt eine furchtbare geheime Brutalität zum Ausdruck, die Eisen und Brücken zerreißt und keine größere Freude kennt, als die Stücke fliegen zu sehen.

5. Dabei hebt sich spitz etwas nach oben gehend die Nase hervor. Der unterste Teil derselben, wo das Geschlechtsleben sich zeigt, ist im Gewebe verschwollen, (Geschlechtskrankheit), die Entfernung von der Nasenspitze bis zum Kinn, das hart vorspringt, ist proportional zu groß, auf Härte und Kälte deutend und vielfach Verbrechern eigen, und dazwischen liegt ein hart geschnittener Mund, schauerlich im Ausdruck, wie gefühlsirre, idiotenhaft, teils an einen alten, verlebten Mann erinnernd. Das zeigt deutlich die sexuelle Entartung und schwerste Disharmonie. (Ein normal guter, weicher Mundschnitt zeigt normal gute menschliche Gefühle).

6. Der Zug des mittleren Nasendaches, wo das Empfinden sich zeigt, ist stark, fast schön, aber hart. Er lebt also bei schwerster Disharmonie und sexueller Entartung in schönen Gefühlen, hochfliegenden Ideen und Vorspiegelungen, die Welt zu erlösen, berühmt zu werden, Gutes zu tun usw. Das ist das Rätsel Matuschka.

7. Betrachtet man im Verhältnis zu den schweren Formen des Unter-gesichts das Auge und die Größe des Auges, so bleibt fast nur ein Punkt mit schwachen, halb verkümmerten Augenlidern. Dieses Merkmal gibt Aufschluß darüber, daß die Geisteskraft halb wie erloschen ist, moralisch verkümmert, sich aber eisenhart auf einen Punkt verlegen kann.

8. Für den Leser schwerer zu erkennen ist die Verhärtung des Seiten-halsgewebes und die schwere Belastung unter dem Kinn. Aehnliches zeigt der unschöne Nacken.

Diese ungünstige Veränderung des Halsgewebes deutet auf schwere Belastung im sympathischen Nervensystem, was in Verbindung mit allen anderen Merkmalen zu Wahnvorstellungen und Verbrechen treibt.

Auch die Umrißlinie des Hinterhauptes, die das Tatleben zeigt, (man muß das vollentwickelte, in allen Teilen normal gut gebaute Hinterhaupt vergleichsweise sich vorstellen, um die Mängel zu erkennen) deutet auf Anlage zu schwerer Disharmonie.

Der Dauereindruck des Gesichts und Kopfes ist schauerlich, der des moralisch irren Verbrechers.

So löst sich das Rätsel dieses Menschen, aus der Form lernt man ihn erkennen, sein Wesen und seine Handlungen verstehen.

Nun wäre ja das Drama im ersten Teil zu Ende, Matuschka ist festgelegt und zu Kerker verurteilt, obwohl die Irrenanstalt der bessere Ort für ihn wäre, denn dorthin gehört er und nicht ins Zuchthaus.-

 

Die Frau des Matuschka

hat von dem Verbrechen ihres Manes nichts gewußt. Sie versuchte, als sie davon erfuhr, sich das Leben zu nehmen.

Man sollte nun annehmen, da alle Welt Matuschka verurteilt, sie, die Frau würde dasselbe tun und sich ebenfalls von ihm abwenden.

Das ist nicht der Fall.

Obwohl der Mann über sie und ihr Kind das größte Leid gebracht hat, ist die Frau überzeugt, daß Matuschka im irren Wahn die Verbrechen beging, worin sie zweifellos, wie wir gesehen haben, recht hat und sie will alles tun und opfern, damit er aus dem Kerker heraus in die Irrenanstalt kommt.

Hier offenbart sich eine große Frauennatur.

Obwohl alle den Stab über Matuschka gebrochen haben und das erste Urteil besprochen ist, will sie, die Frau, ihm helfen, seine Lage verbessern und ihn womöglich vor einer späteren Hinrichtung bewahren.

Die Frau hat schwer gelitten und schweres durchgemacht. Die Tragik steht ihr im Gesicht geschrieben, – und doch ist ihr Erbarmen und ihr Mitleid mit dem Manne, der das alles verschuldet hat, riesengroß. Sie ist durch das Leid zu einer großen Selbstüberwindung gekommen und innerlich zu einer Heldin emporgewachsen.

Um ihretwillen wäre zu wünschen, daß Matuschka, der ja ein moralisch Irrer und im Nervensystem und Gehirn schwer belasteter Mensch ist, dauernd in einer Irrenanstalt Aufnahme fände. So liegen auch hier die schroffsten Gegensätze, die Höhen und Tiefen dicht beieinander.

 

 

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Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg

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Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg

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